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Alterseinstufung;

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Between the Worlds

“Zwischen den Welten I"
„Die Königin und der Dämon“


Vorwort;

Als Spherus Magna zerbrach und in drei Planeten zerfiel, war dies nicht nur das Ende eines erbitterten Konfliktes, der als Kernkrieg in die Geschichte eingehen sollte. Es war auch die Geburtsstunde eines neuen Planeten Systems. Bota Magna, Aqua Magna und Bara Magna sowie der rote Stern. Auf allen drei Planeten begann sich nun eine eigene Zivilisation zu entwickeln. Zwei davon trugen nur noch Fragmente der alten Welt in sich, während die eine sich ganz nach den alten Regeln Entwickelte. Schließlich entfremdeten sich die Zivilisationen auf Bota Magna und Bara Magna völlig von dem alten Kult um die großen Wesen. Nun vergingen fast 10.000 Jahre voller kleiner und größerer neuen Konflikte. Ein Kommen und Gehen das viele, wenn nicht unzählige Leben einforderte, doch am Ende zwei starke Kulturen auf zwei Planeten hervor brachte. Technisch und auf medizinischer Ebene weit fortgeschritten unter einer demokratischen Grundordnung. In der für tiefe spirituelle Strukturen und jene die sich an die spärlichen Reste vergangener Tage hielten, kein Platz mehr war. Dinge die vor 10.000 Jahren noch als wertvolle Gaben gehandelt wurden, galten jetzt als verpönt oder gefürchtet. Dies auch aus einem guten Grund. Denn die Zivilisation beider Planeten war nur nach außen hin eine heile Welt. Hinter der Fassade zersplitterte sich das Bild in drei Welten, welche einander nach wie vor bekämpften. Eine war das System das sich gegen eine Rebellenbewegung und einer fanatischen Sekte, die zweite Welt, zu Wehr setzte. Die dritte Welt war ein düsteres Erbe aus den Zeiten des großen Zerbrechens. Die einige der frei gesetzten Energien hatten sich in etwas manifestiert, dass man die Anderswelt nannte. Ein düsteres Ebenbild der realen Welt, in dem sich alles nach den Alpträumen der Schicksalsbehafteten immer wieder neu erschuf. Ein grausamer Ort, der jene anzog und verschlang, die vom Schicksal der Vergangenheit heimgesucht wurden.

Um den Konflikten Herr zu werden errichtete der Senat beider Planeten einen Apparat aus Polizei, Militär und einem Geheimdienst. Um die Wurzeln der neuen Zivilisation zu bewahren und die Bewohner Bara Magnas und Bota Magnas zu schützen. Gegen die Feinde der realen Welt und die Gefahren aus der Anderswelt.

Prolog;

Alessa Gillespie stand nur in ihrem Bademantel begleitet in der Tür zum Badezimmer. Die kalte Dusche hatte ihr gut getan und war zum abendlichen Ritual geworden, sofern sie keine Spät oder Nachtschicht einlegte. Sie trat an den Schreibtisch im Wohnzimmer ihrer kleinen Wohnung und zog ein Foto aus der halb geöffneten Schublade. Diese Aufnahme stammte aus ihre Krankenakte, die vor 7 Jahren erneuert wurde. An diesem Tag war sie 17 Jahre alt gewesen und war gerade erst aus der Anderswelt befreit worden. Seit dem war ihr junger hübscher Körper nicht mehr gealtert, eine Folge der Einwirkung der energischen Protodermis, der sie in der Anderswelt mehrere Jahre ausgesetzt war. Eine alptraumhafte Version der realen Welt in der Urängste Gestalt annahmen. Durch ein dramatisches Ereignis aus den letzten Tagen ihrer Kindheit war sie einst in diese Situation geraten. Über diese Dinge sprach sie aber nur sehr selten und vermied es, wenn es sich vermeiden ließ. Durch Hass, Wut und Zorn war sie in der Anderswelt zu einem dämonenhaften Wesen geworden. Was letztere als ein Werkzeug der Rache nutze um ihre Peiniger zu vernichten. Doch dann kam alles anders. Das wenige Gute in ihr trat hervor. So schaffte sie es auf langem und schwerem Wege sich aus eigener Kraft aus der Anderswelt zu befreien. Dabei erhielt sie unerwartete Hilfe aus den Reihen der Spectra Agenten. Das alles lag jetzt 7 Jahre zurück. Jetzt war sie 24 Jahre alt und hatte noch immer den Körper einer 17 Jährigen. Damit ließ sich allerdings gut leben. Jetzt klingelte das Telefon. Sofort nahm sie den Hörer ab. „Alessa Gillespie,” sprach sie, “ach Douglas du bist es.” „Warum rufst du mich am Samstagabend um 22:30 Uhr noch an?“ fragte sie leicht genervt, „hatten wir nicht ausgemacht, dass wir uns morgen Mittag treffen?“ „Die Leitstelle hat uns über Intranet kontaktiert,“ erklang es aus dem Hörer, „die haben uns ein Video und die dazugehörigen Informationen geschickt.“ „Ok, werde mir sie sofort ansehen,“ entschuldigte sich Alessa augenblicklich, „habe so das Gefühl das wir uns morgen im Hauptquartier sehen werden.“

Nur die Abhärtung durch ihre eigene Vergangenheit und die zusätzliche Ausbildung ließ sie ihren Brechreiz zurück halten. Was da jemand aufgenommen hatte, zeigte einen klaren Fall, der eindeutig mit der Anderswelt zu tun hatte. Auf dem Film war zu sehen wie ein junges Pärchen vor etwas Unsichtbarem davon liefen. Die Frau schaffte es irgendwie sich auf einen Baum zu flüchten. Der junge Mann jedoch wurde von dem nach wie vor unsichtbaren Geschöpf auf bestialischste Art und Weise in Stücke gerissen. Dies erinnerte sie an ihre eigene Rache, an etwas auf das sie heute gar nicht mehr als Gut erachtete. Rache brachte nur eine kurzweilige Genugtuung, löste die Probleme auf lange Sicht aber nicht. Besonders nicht in einem Fall und in einer Form wie dieser. Was auch immer den armen Kerl zerfleischt hatte, es musste eine Art Tier gewesen sein. Zweimal sah sie sich Video noch mal an. Jetzt öffnete sie die Datei mit den Unterlagen. Jetzt wurde ihr etwas Übel und sie bekreuzigte sich. Kurz vor der Verlobung von einer unsichtbaren Bestie blutig zerfetzt zu werden, das war wirklich ein hartes Los. Mit einem emotionalen Backstein im Magen packte sie den Seesack und verließ die Wohnung. „Was für eine Sauerei,“ war der erste Satz den sie Douglas Cartland zu warf, „wo ist das genau passiert?“ „Auf einem alten Anwesen nahe einem der Vororte von Vulcanus,“ sagte der Agent missmutig und verzichtete selbst auf ein guten Morgen, „die Szene auf dem Video fand auf der dazu gehörigen Pferdekoppel statt.“ „Hast du schon eine Idee, was den armen Kerl zerfleischt hat?“ fragte Douglas mit gerunzelter Stirn, „ich tippe auf eine Art Hund oder so etwas in dieser Art.“ „Die Angst vor Hunden ist bei den Agori eine der meisten Phobien,“ begründete der Agent mit nachdenklicher Stimme, „und die Basis der Anderswelt sind Phobien und Urängste.“

Aus der Ferne war das Geräusch eines Helikopters zu hören. Douglas und Alessa begriffen sofort was das bedeutete. Keine Besprechung im Tower sondern ein Direktflug zum Einsatzgebiet. Ein Zeichen das der Geheimdienst diesen Vorfall als Schwerwiegend einstufte, sonst würden sie spontan kein Team los schicken.

Kapitel 1;

Das Anwesen und die Villa

Schon aus der Luft war die immense Größe des gesamten Grundstücks erkennbar. Die Villa und die umliegenden Wirtschaftsgebäude waren vor ca. 100 Jahren erbaut, so stand es in den Unterlagen. Bewohnt und Bewirtschaftet wurde das Anwesen bis vor ca. 70 Jahren. Danach stand es leer und verkümmerte. Dies war an den Weiden und dem grundstückseigenen Park sehr deutlich zu erkennen. Der Helikopter ging tiefer so dass die 6 Agenten nun auch einen ersten direkten Blick auf die Gebäude werfen konnten. Die Jahre in denen niemand etwas gemacht hatte, hinterließen seine Spuren. Auch ließen sich hier viele Randalierer mit der Zeit aus. Was abgerissen oder raus gebrochen werden konnte, lag auf dem Grundstück herum. Alle Scheiben fielen wohl gelangweilten Teenagern zum Opfer, die mit Steinen Zielübungen abhielten. Der Helikopter stieg wieder etwas höher und umrundete noch einmal das ganze Grundstück. Jetzt setzte er zum Landeanflug im Basislager an. Das Anwesen gehörte zu einer kleinen Ortschaft welche zum Distrikt 4 mit der Hauptstadt Vulcanus gehörte. Die Kollegen und Kolleginnen mussten schon Donnerstagnacht eingetroffen sein, sonst konnte man nicht in so kurzer Zeit eine Quarantänezone errichten. Mit allen drei durch Zäune abgeteilte Ebenen. Die Zonen A B Und C. In der Zone A befanden sich die Kaserne und das Logistikzentrum, in B die Labore und Medizinische Einrichtungen. Zone C war das Grundstück das in Quarantäne gestellt wurde. Jede Zaunanlage verfügte über 9 Türme. Diese waren so angeordnet, dass man alle äußeren Anlagen einsehen konnte. An den Zäunen selbst waren jeden vollen Meter eine Spezialkamera angebracht. Auf der ganzen Station herrschte bereits reges Treiben. Mit einem leichten Ruck landete der Helikopter auf einer der mobilen Plattformen. Dr. Fish, einer der führenden Wissenschaftler im Bereich energetische Bewegungen und Aktivitäten begrüßte die Agenten mit offenen Armen. Für Alessa war dieser Agori nur ein arrogantes Arschloch, was das Leid anderer als Grundlage seiner Karriere ausnutzte. Dass hinter dem, wo er nur den Reiz des Unbekannten sah, tragische Schicksale verbunden waren interessierte ihn nicht. Die 6 Agenten ließen es dem Wissenschaftler auch spüren, besonders Alessa machte keinen Hehl aus ihrer Antipartie zu diesem Akademiker und Kotzbrocken.

„Wir haben sie bereits erwartet,“ sagte Dr. Fish und bot den Agenten die Hand an, „schön mit ihnen zusammenarbeiten zu dürfen.“ „Sie wissen doch sicher,“ bemerkte Katrina Banks mit ernster Stimme, „dass alle Ergebnisse dieser Arbeit einzig und alleine der Sicherheit Bara Magnas dient.“ „Jede Nutzung außerhalb wird vom Senat unter Strafe gestellt,“ betonte die Agentin, „also kein weiterer Bonus für irgend eines eurer Bücher.“ „Was habe ich ihnen getan?“ fragte der Wissenschaftler sauer da die Agenten seine Maske der Freundlichkeit durchschaut hatten, „ach was, vergessen wir unsere kleinen Streitigkeit um eine saubere Arbeit zu leisten.“ „Jetzt sind wir auf einem gemeinsamen Nenner,“ meinte Jensen Ames, „bleiben wir bei der Arbeit und das gilt besonders für sie.“ Missmutig trottete der Agori neben den Agenten in das Labor. Es bestand aus einer ganzen Reihe Container, die zusammen mit Aggregaten und einem Funkturm ein großes Gebäude ergaben. Es glich der Leitstelle, nur war es um einiges kleiner. Neben dem Hauptterminal standen im Halbkreis die kleineren Terminals, insgesamt 16 an der Zahl. An Hand der Platznummern und Symbole zeigte sich sofort welche Terminals zu den Kameras und welche zu den 4 Drohnen gehörten. Einige der hier anwesenden It´s kannten die Agenten aus der Leitstelle. „Was sagen die ersten Aufnahmen und Scans?“ fragte Agent Lucas eine It und umging Dr. Fish dabei, „seien sie ruhig Ehrlich und reden sie nichts schön.“ „Sagen sie es so wie es ist,“ lachte Carl und warf dem Wissenschaftler einen bösen Blick zu. „Agent Lucas,“ lächelte die Agori hinter dem Terminal, „das Grundstück und das Gemäuer ist in einer beschissenen Verfassung, anders kann man es nicht nennen.“ „Also wenn es in der Realität schon so übel aussieht,“ meinte die It mit gerunzelter Stirn, „wir schrecklich sieht es dann in der Anderswelt erst aus?“ „Das werden uns die Drohnenaufzeichnungen bald zeigen,“ meinte ein anderer It, „es dauert eben noch ein paar Sekunden bis das System alle Optiken ausgewertet hat und in Bilder umwandeln kann.“ „Wärme, Kälte und Infrarot als Einzelscans sind gerade abgeschlossen,“ fuhr der Agori hinter der Tastatur fort, „die überlagerte Scann wird gerade eingeleitet.“

Nach etwa 4 Minuten bauten sich die Bilder auf. Jetzt gab es ein Detail nach dem anderen was langsam ans Tageslicht kam. Der Marmor der Villa wies eine beträchtliche Reihe an Rissen auf. Das einst stolze Muster war dem Einfluss der Umwelt zum Opfer gefallen. Alles andere mit den Jahren dem Verfall und Randalieren. Keine Türen und Fenster waren vorhanden. Eingeschlagen, ausgebrochen oder anderweitig zerstört. Die zwei Wirtschaftsgebäude im Fachwerkstill waren im ähnlich schlechten Zustand. Das Holz von Würmern zerfressen oder in einem hohen Stadium des Vergammelns. Das Füllmaterial vergilbt oder begann schon zu zerbröckeln. Ja die Worte des It trafen in allen Punkten zu. Doch für einen Bericht würde man es wohl doch anders formulieren müssen. Das konnte später erledigt werden, wenn die Sache aufgeklärt war. Jetzt bauten sich die Bilder der Scans auf. Ein präzises Bild dessen was die Sechs auf ihrem ersten Trip in die Gruselvilla erleben würden. Das verfallende Bild war jetzt einem morbiden gewichen. Die noch vorhandenen Zierelemente, Blumen, Tiere und Kunstmotive wichen abstrakten Monstrositäten. Die zurück gelassenen Fahrzeugwracks sahen aus wie die Werke eines sadistischen Künstlers, dem man seinen Wahnsinn hatte ausleben lassen. Zu den Spuren der Umwelt kamen jetzt rostfarbige Flecken dazu. Doch alle Anwesenden im Labor wussten das es kein Rost war. Geronnenes Blut und andere unappetitliche Dinge. Schon jetzt gab alles ein grobes Bild dessen ab, was der armen Seele wiederfahren sein musste, das ihre Gedanken so eine Welt erschufen. Doch von irgend welchen Lebewesen keine Spur, kein Anzeichen noch nichts der Gleichen. Laut dem Bericht wahren einschließlich der Schöpferin weitere 17 Agori auf dem Anwesen verschwunden. Dazu der arme Kerl, der von einem unsichtbaren Monster zerfleischt wurde. Jetzt zeigten sich auf einem der Terminalbildschirme, einer der das reale Bild wieder gab, Hohlräume im Rastermodel. Genau an dieser Stelle zeigte sich auf einem anderen Bildschirm die Gestalt eines monströsen Hundes. Die Umrisse stimmten mit den Umrissen genau über ein. „Jetzt wissen wir zumindest schon mal,“ bemerkte Jensen Ames mit gerunzelter Stirn, „was den armen Kerl zerfleischt hat.“ „Von denen gibt es bestimmt noch ein paar mehr auf dem Grundstück,“ gab Case zu bedenken, „Hunde sind Rudeltiere, was der Angriff deutlich erkennen lässt.“ „Wir müssen also auf alles gefasst sein,“ betonte Carl mit skeptischer Stimme, „aber das haben wir schon einmal hinter uns.“ „Dank der Rettung Alessa´s,“ betonte Katrina Banks und sah ihre Kollegin an, „wissen wir, wie man mit Monstern umzugehen hat.“

Kapitel 2;

Doch war jede Reise in die Anderswelt immer wieder eine neue Erfahrung. Denn gegen manche Alpträume half nicht einmal die beste Abhärtung. Es war immer eine Balance zwischen Wahnsinn und Verstand. In der man Emotionen nur wenig Raum lassen durfte. Entscheidungen mussten, besonders in der Anderswelt, mit einem klaren Kopf beschlossen werden. Sonst wurde man für die Wesen der Anderswelt angreifbar und der Alptraum drohte einen zu verschlingen. Mit größter Vorsicht und dreimaliger Prüfung ihrer Ausrüstung verließen die 6 Agenten die Auffangzone. Jenen Bereich der Pferdekoppel, über den sie das heimgesuchte Grundstück betraten. Jeder Schritt über den morastigen Boden hörte sich an wie ein widernatürliches Schmatzen und Knacken. Als ob man über Fleisch und brechende Knochen schritt. Die Agenten blieben einen Moment neben dem Eingang der Parkanlage stehen. Die in der Realität völlig verwilderte Hecke sah jetzt nach einer morbiden Monstrosität aus. Die Dornen der vielen Äste sahen jetzt wie Krallen oder Zähne aus. Manche wie Tentakel die nach einem schnappten, wenn man nur einen Moment unachtsam war. Doch war sie auch in der Anderswelt nur eine Hecke, wenn auch eine die sehr bedrohlich wirkte. Von anderen Lebewesen war bis jetzt nichts zu sehen. Auch herrschte eine eisige Stille überall auf dem Anwesen. Nicht mal das Pfeifen des Windes, obwohl die rostbrauen Blätter herum wirbelten. Plötzlich war das Heulen eines Hundes zu hören. Ein verzerrtes Heulen das so verstörend klang wie die Umgebung aussah. Besonders im Licht des Mondes und der Schatten. Die Agenten setzten ihren Weg fort, der ihnen fast unendlich lang erschien. Ein vorherrschendes Gefühl das die Anderswelt prägte. Durch Übung und Disziplin ließen sich viele Gefühle irgendwie unterdrücken. Doch diese Verzerrung des Zeitgefühls nicht. Vor dem Tor das die Mauer unterbrach, welche die Gebäude umgab, blieben die Agenten stehen. „Ab hier gehen wir in Gruppen weiter,“ schlug Elizabeth Case vor, „eine untersucht die Villa, eine das Gesindehaus und eine die Werkstatt mit den Garagen.“ „Aber stets die Augen und Ohren offen halten,“ fuhr sie fort, „wir wissen nicht was uns in den Gemäuern erwartet.“ „Wir übernehmen das Gesindehaus,“ sprach Jensen Ames und registrierte das Nicken von Elizabeth. „Gut,“ erwiderte Douglas Cartland, „Alessa und ich die Villa, wir haben mit so etwas die meiste Erfahrung.“ „Dann bleibt für uns nur die Werkstatt und die Garagen.“ „Wir treffen uns alle hier um genau 0:30 Uhr wieder,“ meinte Elizabeth Case mit ernster Stimme, „wenn ihr es nicht schafft, teilt es umgehend mit.“ Alle nickten und teilten sich jetzt auf. Jede Gruppe nahm sich jetzt ein Gebäude vor.


Wenn man mal von dem morbiden Zustand absah, war das Gesindehaus ein typischer Wirtschaftsbau, wie sie vor 100 Jahren noch üblich waren. Küche, Bad, Aufenthaltsräume mit Schlafkojen und der Meldestube. Nach einem Kreutz angeordnet. Das Gebäude wirkte durch sein vergammeltes Erscheinungsbild und den Verstümmlungen der Alpträume wie das Werk eines psychopathischen Architekten. Die Agenten untersuchten mit den Augen die vermeintlichen Rostflecke an den Wänden und auf dem Boden. Case und Ames wussten genau, dass dies keine Rostflecke waren, den Holz und Putz rostete nicht. Geronnene Blutlachen und Blut was an die Wände gespritzt war. Verstörende durch Verzweiflung und Zorn verzerrte Interpretationen unausgesprochener Ängste. Zuerst sahen sich die Zwei die Meldestube an. Das erste kleine Gebäude links neben dem Flur. Hier herrschte das erwartete Chaos. Lediglich das die Möbel nicht zerlegt waren, stach hervor. Ansonsten nur zerrissene Akten, geronnene Blutlachen und blutbesudelte Wände. Nichts was von Relevanz war. So sammelten sie nur den Eindruck eines brutalen Kampfes ein. Auf den vergilbten Seiten standen nur unsortierte Buchstaben reihen. Keine wirklichen Worte. Sie gaben die Verwirrtheit der Schöpferin wieder. Der härteste Kontrast zu den morbiden Fantasien.

Plötzlich unterbrach ein schriller Schrei die eisige Stille. Gefolgt von den Geräuschen hektischer Schritte. Jetzt rappelte es an der Tür zum Aufenthaltsraum. Jemand versuchte verzweifelt sie auf zu bekommen. Die Agenten vernahmen nur wenige Minuten später das Knacken eines Schlosses aus der Richtung der Schreie. Es gab noch eine zweite Tür zu dem Raum. Die lauten Schreie nahmen zu als die Agenten auf die Tür zu rannten. Wieder das Knacken des Schlosses. Mit einem starken Tritt trat Ames die marode aussehende Tür ein. Doch für ihren optischen Zustand leistete sie ordentlich Wiederstand. Erst nach einem zweiten Tritt zersplitterte das Holz. In der Zwischenzeit überhäuften sich die Geräusche aus dem Raum. Panische Schreie voller Verzweiflung, abnormales Stöhnen und Röcheln. Das Hämmern von Schlägen gegen Metall. Mitten im Raum sahen sich Jensen Elizabeth sofort um. Im Aufenthaltsraum befand sich niemand, oder besser niemand mehr der noch am Leben war. Der Lärm und das Getöse war jetzt aus dem Zimmer mit den Umziehkabinen zu hören. Ohne weitere Zeit zu verlieren stürmten die Agenten in das Zimmer. Vor ihren Augen baute sich ein Überlebenskampf einer Agori auf, die immer wieder die Tür eines größeren Spintes zuzog. Ein monströses Etwas versuchte wiederum immer wieder die Beute aus dem Versteck zu ziehen. Jetzt ließ das Monster von dem Spint ab und drehte sich wankend um. Selbst die abgehärteten Agenten mussten einen Moment tief durchatmen als sie das Monster genauer betrachteten. Ein stark deformierter Körper eines Agori. Unterschiedlich schief gebaute Beine und Arme, ein massiver Buckel und eine leicht nach vorne gebeugte Haltung. Doch am bizarrsten waren die Hände, die Füße und vor allem der Kopf des Monsters. Die verklumpten Füße erinnerten irgendwie an verwachsene Standfüße eines Stativs. Die langen zum ende peitschenartigen Finger an Filmrollen. Der Kopf sah aus als sei eine Videokamera mit irgendetwas, nicht mehr definierbaren, zusammen gewachsen. Über einen Auswuchs, der wie eine bizarre Mischung aus Nabelschnur und Kabel aussah, schleifte das Wesen ein von Geschwülsten überwuchertes Gebilde hinter sich her. Ein fürchterliches Geschöpf so verstört und morbide wie alles hier.

Kapitel 3;

Die Agenten dem Wesen nicht die Zeit zu einem Angriff, sie griffen auf der Stelle an. Das Monster jaulte entsetzt auf als Jensen sein Schwert mit voller Wucht in den Brustkorb trieb. Blut spritzte aus der Wunde und Knochen knackten als die Klinge tiefer in den Körper eindrang. Ein noch widerlicheres Aufheulen erklang als die Spitze aus dem Rücken wieder austrat. Begleitet von einem weiteren Schwall Blut zog der Agent das Schwert mit einer Drehung zurück. Das Monster sank sofort auf die Knie. Blut ergoss sich aus der Wunde und tropfte der Bestie aus dem Maul. Elizabeth trat neben der Kreatur und hob ihr Schwert. Um sicher zu gehen, dass die Bestie auch wirklich tot war, schlug sie ihr dem Kopf ab. Eine letzte Blut Fontaine schoss aus dem Hals als der Kopf auf den Boden fiel. „Was zum verdammten Skrall ist das für ein Vieh?!“ stammelte eine am Boden zerstörte doch gleichzeitig wieder Hoffnung gewinnende Stimme hinter den Agenten, „was ist das und wo verdammt noch mal bin ich?!“ „Was das da ist,“ erwiderte Agent Case mit nachdenklicher Stimme, „können wir dir nicht sagen, aber an sich befinden sie sich immer noch in einem kleinen Vorort nahe Vulcanus.“ „Aber dieses Monster, Vieh, was auch immer?!“ beklagte die Agori während sie sich ganz langsam zu beruhigen schien, „das kann doch niemals Bara Magna sein?!“ „Das erklären wir ihnen später,“ meinte die Agentin mit ruhiger Stimme, „bleiben sie in meiner Nähe und sie sind erst einmal sicher.“

Während Elizabeth Case sich mit der Agori in den Flur zurück zog, untersuchte Jensen die Räumlichkeiten. Die Ärmste musste so schwer unter Schock gestanden haben, dass sie die Sauerei um sich herum nicht wahrgenommen hatte. Denn was der Agent jetzt fand, verschlug ihm selbst den Atem. In dem Schlafraum sah es aus wie überall in dem Gemäuer. Marode, verkommen und morbide. Bis auf vier Betten waren alle anderen umgeworfen worden. Das Bettzeug zerrissen und im Raum verteilt. Doch wieder im krassen Kontrast waren zwei Betten wie frisch gemacht, nur das jemand auf ihnen lag. Wie in einem Krankenhaus wenn man einen Verstorbenen abdeckte. Doch die rote Verfärbung ließ wiederum auf das Grauen schließen. Jensen zog die Decken so weit zurück das er Gesicht und Hals der Opfer sehen konnte. Agent Ames legte die Stirn unter seinem Helm in Falten und schüttelte traurig mit dem Kopf. Den drei Männern hatte jemand die Kehlen durch geschnitten, das auch noch mit einem stumpfen Messer oder Sägeblatt. Was ist hier bloß geschehen, fragte er sich in seinem Kopf, was ist der Schöpferin dieser Anderswelt in der Realität wiederfahren? In einer der Duschen fand der Agent die dritte Leiche, an den Füßen auf gehangen und mit über 20 Stichen und Schnitten verstümmelt. Doch keine der Verletzungen hatte zum Tod geführt, dass Opfer war noch bei lebendigem Leib verblutet. Mit noch mehr Wiederwillen machte sich Ames in die Küche auf. Dort stieß er auf das vierte Opfer. Dessen Arme, Beine und der Kopf lagen in einem großen Behälter auf der Arbeitsplatte. Brachial mit einem rostigen Schlachterbeil abgehackt. Die übrigen Teile der Leiche konnte er nicht mehr finden. Die Blutspritzer an den Wänden, die Lachen auf der Arbeitsplatte und dem Boden waren noch relativ frisch. Zumindest aber noch nicht geronnen. Traurig und mit einem üblen Gefühl in der Magengegend kehrte Jensen wieder zu Elizabeth zurück. Diese hatte gerade so mit sehr viel Mühe die Agori etwas beruhigen können.

Zur gleichen Zeit vor der Villa;

Douglas Cartland stemmte sich gegen den schwären linken Türflügel der zweiflügeligen Eingangstür. Der Rechte ließ sich nicht mehr bewegen da die Scharniere völlig durch Rost blockiert waren. Der andere gab aber laut quietschend nach. Langsam schob der Agent den Spalt weiter auf. Der abartige Geruch von Verwesung schlug den Agenten entgegen und stellte ihr Training wieder gnadenlos auf die Probe. Der große Raum vor ihnen war stockdunkel und nicht mal ein Schwaches Mondlicht kam hinein. Alessa zog ihre Pistole und betätige einen unauffälligen Schalter an der Waffe. Auf dem kleinen Display erschien das Wort Leuchtspur. Nun feuerte sie fünf Schüsse in den Raum. Nach zehn Sekunden erhellte sich der Raum so dass er sein finsteres Geheimnis preisgab. In jeder Ecke kauerten monströse Gestalten. Keine Hunde aber ebenfalls Abbilder alptraumhafter Phantasien. Eine Schaar verstümmelte und durch finster Kräfte wiederbelebte Agori drängten jetzt auf die Agenten zu. Erst langsam und irgendwie komisch, dann aber erschrecken schneller werdend. Douglas zog sein Schwert während Alessa bei ihren Pistolen blieb. Sie lief im Rhythmus feuernd auf die monströsen lebenden Kadaver zu. Die Brandgeschosse zeigten sofortige Wirkung. Die Wucht warf die Bestien um, brennend und zuckend blieben sie auf dem Boden liegen. Douglas enthauptete oder halbierte die Kreaturen mit gezielten Schwerthieben. Blut spritzte aus den verstümmelten Monstern als die Klinge sie auf Hüfthöhe oder entlang der Wirbelsäule in Zwei teilte. Nach etwa einer halben Stunde hatten die Agenten die Bestien bis auf die letzte nieder gemacht. Zum Ärger aber war jetzt nichts mehr zu erkennen, was auf den Schöpfer oder die Schöpferin schließen ließ.

Kapitel 4;

Alessa suchte nach irgend etwas, dass vielleicht doch hinweise geben konnte. Was ihr erst jetzt ins Auge fiel, ließ sie einen Moment lang erstarren. Es war die Innenwand, welche der Agentin zu bekannt vorkam, als es ihr Lieb war. Douglas muste es in diesem Moment wohl ähnlich gehen. Die Wand entsprach in jedem gespenstischem Detail einer aus Alessas Anderswelt. In ihrer Alptraumwelt sah so eine Wand in einem Krankenhauskeller aus. In einer bestimmten Anordnung waren die Köpfe von Schaufensterpuppen in die Mauer eingelassen. Alle in verzerrten Fratzen purem Entsetzens. Die Augen und Münder weit auf gerissen oder fest verschlossen als ob man mit aller Kraft weg sehen wollte. Einige Schaufensterpuppenköpfe weinten Blut oder es tropfte ihnen aus den Mundwinkeln. Ganz genau so, wie in Alessas Anderswelt. Douglas sah sie irritiert an und wies immer wieder auf die Muster hin, welche ebenfalls nach einem bestimmten Muster angeordnet waren. „Das habe ich mir jetzt nicht erdacht!“ betonte Alessa finster, „zudem funktioniert meine Ausrüstung einwandfrei!“ „Meine auch,“ gab Douglas zu bedenken, „das hier ist ein besonders erschreckender Hinweis!“ „Hoffen wir,“ sagte die Agentin leise, „das wir nicht noch weitere Parallelen zu anderen Anderswelten finden.“ Als der Agent antworten wollte, war das brechen von Holz zu hören. Begleitet von einem grellen Kreischen. Eine Kreatur, die man grob als einen Fleischball voller Augen, Zähne und Krallen aus Metall beschreiben konnte, rollte direkt auf Douglas zu. Instinktiv zog der Agent seine Pistolen und feuerte auf das Monster.

Die verstärkten Projektile durschlugen die Kreatur und rotschwarzes Blut schoss aus dem Ein- und Ausschuss. Doch schien dies das Monster nicht wirklich auf zuhalten. Es wurde noch nicht einmal langsamer. Entschlossen hielt Douglas sein Schwert vor sich und machte sich zum Stoß bereit. Das ohne hin schon widerliche und grelle kreischen wurde noch unerträglicher als die Klinge das Monster durchbohrte. Die Kreatur hatte sich praktisch selbst aufgespießt. „Was für eine Sauerei,“ brummte der Agent als er sich das schwarzrote Blute von seinem Visier wischte, „müssen diese Viecher so viel Blut haben?“ „Viel interessanter ist,“ meinte Alessa mit gerunzelter Stirn unter ihrem Helm, „das diese Kreatur aus der Anderswelt des Schülers Rubius Delweger stammt.“ „Wie nannten er diese Viecher noch,“ grub Douglas in seiner Erinnerung, „Schrieker oder Schreihälse, wenn ich mich nicht irre.“ „Also auf was lässt das schließen?“ meinte der Agent mit prüfender Stimme, „Elemente aus zwei andere Alptraumwelten in dieser hier?“ „In Anbetracht das wir sie nicht erdacht haben und unsere Technik einwandfrei funktioniert.“ „Das der Schöpfer bzw. die Schöpferin die anderen Anderswelten kannte,“ erwiderte Alessa beunruhigt, „oder das diese Anderswelt mehre Schöpfer hat.“ „Das sich Anderswelten verschmelzen,“ fuhr sie rasch fort, „schließe ich erst einmal aus.“

Zur gleichen Zeit betraten Agent Banks und Agent Lucas den Stall über die Werkstatt. Hier sah es vergleichsweise normal aus, sofern man etwas in einer Anderswelt als Normal definieren konnte. Zumindest machte der Raum mit seinen verrosteten Maschinen und Werkzeugen einen weniger morbiden Eindruck wieder Rest des Anwesens. Chaotisch war es hier aber dennoch. Als ob hier jemand hastig nach etwas brauchbarem gesucht hatte. Die Agenten sahen dies als eine Spur auf überlebende Gefangene. Sie könnten hier nach Dingen gesucht haben, mit denen man sich verteidigen konnte. Von der Werkstatt führte eine Tür in den Stallbereich und die Garage. Die Agenten teilten sich nicht auf sondern suchten zusammen erst den Stall auf. Jetzt schlug wieder der abstoßende Geruch von Verwesung ihnen entgegen. In den Boxen lag das vermoderte Stroh, dass zudem mit geronnenem Blut vollgesogen war. An der Decke hing das Skelett eines nicht mehr zu erkennenden Tieres. Zusammen gehalten durch einem rostigen Draht. So sah es auch in den anderen Boxen aus. Doch jedes Skelet wirkte auf seine Art anders. Am Ende der Boxen stand eine vergilbte Holztür einen Spalt breit auf. Aus dem Raum dahinter war das Schrammen von Metall an Metall zu hören. Dazwischen auch das wahnsinnige Kichern eines Agoris. Vorsichtig und mit gezogenen Gewehren näherten sich die Agenten der Tür. Das absonderliche Kichern erstarb für einen Moment. Carl Lucas trat die Tür ein und Katrina Banks schritt in das Zimmer. Hinter einer Arbeitsplatte stand ein Wesen das an einen stark deformierten Agori erinnerte. Er oder es schien wohl mit seinen Werkzeugen verwachsen zu sein. Der eine Arm endete in einem Arbeitsmesser wie es von Präparatoren verwendet wurde. Der andere Arm in einer Zange. Die Haut des Wesens glich schlecht gegerbtem Leder, dass an vielen Stellen zu schimmeln begann. Das monströse Etwas sah sie giftig an und sprang fauchend auf den Tisch. Mehr aus Mitleid mit dem Geschöpf als von Abscheu gelenkt, richtete Katrina das Gewehr auf die Kreatur.

Kapitel 5;

Die Agentin zielte zwischen die milchigen Augen des Monsters und betätigte den Abzug. Mit einem letzten Aufschrei wurde die Kreatur vom Tisch geschleudert und krachte auf den Boden. Sofort bildete sich eine Blutlache um den leblosen Körper. Während Katrina das Wesen genauer unter die Lupe nahm, sah sich Carl im Raum um. Dies war die Werkstatt eines Präparators, ganz ohne Zweifel. Doch wurden hier nicht irgendwelche Tiere präpariert, hier entstanden die Kreaturen, welche tierischen Ursprünge waren. Wäre er nicht durch seine Ausbildung abgehärtet, hätte Carl Lucas kotzen können, bei dem was er im Raum vorfand. In einer Ecke lag der Kadaver einer Hundekreatur, noch abstoßender als jene, welche auf dem Anwesen schon herum streunten. Was aber so erschrecken daran war, lag nicht an dem Monster selbst. Der Agent hatte es schon einmal in einem Buch gesehen. Sofort wandte er sich an Katrina, „ich glaube das wir diese Anderswelt in der realen Welt beenden müssen.“ „Ich habe den toten Hund in der Ecke schon mal in einem Buch gesehen,“ sprach er mit gemischtem Tonfall, „und das gefällt mir absolut gar nicht!“ „Sicher dass du ihn nicht erdacht hast?“ gab Katrina Banks zu bedenken und sah ihren Freund an, „vielleicht ist deine Ausrüstung defekt und deine Gedanken nicht mehr geschützt?“ „Ganz im Gegenteil,“ erwiderte Carl mit ernster Stimme, „alles läuft wie es sein muss, dass ist gerade das Schlimme daran.“ „Ich glaube,“ betonte er finster, „dass wir dem Schöpfer schon mehrfach über den Weg gelaufen sind.“ „Alessa Gillespie hat sich im Griff,“ meinte Anget Banks und folgte Carl wieder in den Stall, „zudem gab es in ihrer Anderswelt keine Alpträume bezüglich Präparatoren.“ „Ich meinte auch nicht sie,“ brummte Carl unruhig, „zu dem hätte ich dann wohl auch Schöpferin gesagt.“ „Douglas meine ich allerdings auch nicht,“ schob er rasch nach damit Katrina ihn nicht in Betracht zog, „jemand der uns schon seit langem immer wieder extrem auf die Nerven geht.“

Pünktlich wie abgesprochen fanden sich alle Agenten wieder am Sammelpunkt ein. Carl schaltete sein Headset auf die private Sequenz um und wandte sich an seine Freunde. „Ich möchte euch darum bitten,“ sagte er mit nachdenklichem Ton, „teilen wir unsere Beobachtungen erst später der wissenschaftlichen Abteilung mit.“ „Warum werdet ihr sehen, wenn meine Intuition mich nicht getäuscht hat,“ fuhr er mit gleichbleibender Stimme fort, „vertraut mir einfach.“ „Hast du etwa das gleiche gedacht wie ich?“ kam von Douglas Cartland zurück, „mir kam auch etwas sehr komisch vor.“ Der Rest der Gruppe nickte nur. Dann setzten sie den Weg zur Aufnahmestation fort. Dort lag ein Agori förmlich auf der Lauer. Diktiergerät und Notizblock bereits in den Händen lauerte Dr. Fish auf die sechs Agenten. Zu seinem Frust ignorierten sie ihn und suchten direkt die Leitstelle des Lagers auf. Fish eilte ihnen nach, er brannte vor Neugier. Wieder erhielt er eine Abfuhr, als ihn der Agent am Eingangscontainer den Zutritt verwerte. Sauer zog er sich zurück. Er würde schon auf andere Art zu seinen Antworten kommen. Am Abend drängte er sich den Sechs auf, als diese sich in der Kantine aufhielten. Irgendwie musste er ein Gespräch beginnen. Das eisige Schweigen der Agenten ging ihm auf die Nerven. „Habt ihr es gesehen?“ fragte er und brach somit das Schweigen, „war es dort?“ „Was war wo?“ brummte Alessa missmutig, „das Anwesen ist groß und Monster trafen wir auch.“ „War da keines bei was sich hervor hob,“ hakte der Wissenschaftler nach und die Enttäuschung in seiner Stimme klang durch, „war nicht ein neuer Monstertypus dabei?“ „Dr. Fish,“ bemerkte Jensen Ames und warf den Agori einen bösen Blick zu, „was für ein neues Monster soll sich den so hervor gehoben haben?“ „Ja der Kameramann!“ schoss es aus Dr. Fish heraus, „ich habe ihn auch gesehen.“ „Ach was,“ bekam er von Carl Lukas zu hören, „warst du mit einem zweiten Team selbst auf dem Anwesen?“

„Ja das war ich,“ erwiderte Dr. Fish ohne zu ahnen was er da sagte, „ich konnte meine Neugier nicht mehr zurück halten.“ Nun beschrieb er in allen Details das Kameramonster, was er fast schon liebevoll den Kameramann nannte. Jensen und Elizabeth hörten ganz genau hin. Die Beschreibung stimmte zu 100 % mit dem Wesen überein, was sie im Gesindehaus getötet hatten. Wie konnte Fish davon wissen? Die Sechs wussten ganz genau, dass es kein zweites Team gab. Auch wurden ihm bis jetzt keine Informationen mitgeteilt. Der Verdacht den Carl Lukas seiner Teampartnerin geäußert hatte, bestätigte sich jetzt. Dr. Fish hatte die Anderswelt nie betreten, auch besaß er keinen Zugriff auf die aktuellen Daten. Jetzt war klar, dass er ein Schöpfer dieser Anderswelt sein musste. Doch noch immer stand die Frage im Raum, wer war die oder der zweite Schöpfer? Was wusste Fish noch? Um dies heraus zu finden, gab es nur eine Möglichkeit. Jemand musste mehr Beweise ans Tageslicht bringen. Für ein Verhör reichten diese ersten Tatsachen noch nicht aus. Nach dem Fish gegangen war, warfen alle Fünf einen Blick auf Alessa. „Nur du kommst nahe genug an diesen Schweinehund heran,“ flüsterte Jensen wenig begeistert, „zudem haben wir erschreckend wenig Zeit um weitere Spuren zu sichern.“ „Ist mir schon klar,“ gab die Agori ebenso wenig begeistert zurück, „zum einen gibt es noch Leute zu retten und zum anderen könnte Fish Beweise vernichten, wenn ihm klar wird dass,…“ Alessa brach den Satz ab und stand auf, „ich tue das was getan werden muss, auch wenn es mir überhaupt nicht gefällt.“

Kapitel 6;

„Hey Doc,“ rief Alessa Fish hinter her, „heute noch was vor?“ „Warum so auf diese blöden Anderswelten fokussiert?“ fragte sie den Wissenschaftler als sie ihn eingeholt hatte, „es gibt doch auch einige andere sehr interessanten Forschungsgebiete.“ „Ja schon,“ sprach Dr. Fish aber immer noch leicht betroffen, „ich möchte aber über ein Gebiet schreiben, dass noch niemand offiziell erforscht hat.“ „Ihr Agenten wisst nicht,“ brummte der Agori enttäuscht, „wie hart es ist in der Wissenschaft akzeptiert zu werden.“ „Wenn sie meinen,“ entgegnet Alessa und knöpfte die obersten zwei Knöpfe ihrer Bluse auf, „in der Welt der Wissenschaftler kenne ich mich auch nur Formel aus.“ Dass die junge Frau die Knöpfe gerade erst aufgeknöpft hatte, war Fish entgangen. Da er zu Boden gesehen hatte und tief in Gedanken versunken war. Erst als er jetzt auf sah, erblickte er etwas mehr Haut als vorher. „Du bist nach wie vor eine Schönheit,“ bemerkte er nebensächlich und spürte etwas Auflockerung, „du kannst dich vor Verehrern wohl kaum retten?“ „Ganz im Gegenteil,“ lachte Alessa vergnügt da sie noch nicht schauspielern musste, „die meisten wissen wer ich einmal war und haben Angst vor mir.“ „Das hält einem lästige Verehrer vom Leib,“ fügte sie zufrieden hinzu, „aber wieso sind sie so an mir interessiert?“ „Weißt du das denn immer noch nicht?“ fragte Dr. Fish leicht verlegen, „seit ich dich das erste Mal sah, damals als du noch Siebzehn warst,…“ Der Agori zögerte etwas dann sprach er weiter, „konnte ich dich nicht mehr aus meinem Kopf bekommen.“ „Zuerst dachte ich,“ gab Fish zu und errötete, „dachte ich noch, es wäre das rein wissenschaftliche Interesse gewesen.“ „Doch dann spürte ich,“ sagte er fast schon flüsternd, „dass es mehr als das war.“

Alessa schwieg und kam sich mies vor. Bis jetzt, so sagte es ihre Intuition, sprach der Doc nur die Wahrheit. Fish hatte sich in sie verliebt und konnte sie nicht mehr los lassen. Dieses Spiel nur um Beweise zu sichern würde dessen Gefühle nur noch stärker machen. Doch es war schon zu spät. Um Leben zu retten musste sie mit den Gefühlen des Wissenschaftlers spielen. Ab dieser Erkenntnis sah sie sich gezwungen zu schauspierlern. Hoffentlich nicht zu gut, hoffentlich konnte sie es bei dem Schauspiel belassen. „Warum haben sie das nicht gleich gesagt?“ entglitt es der jungen Agori Dame, „ich dachte sie sähen nur das Monster, das ich mal war, in mir um es zu erforschen.“ „Ich denke das wir das Gespräch wo anders fortsetzen sollten,“ schlug sie rasch fort, „hier hören zu viele Ohren mit und zu viele Augen schauen zu.“ „Ist das ihr ernst?“ fielen die erstaunten Worte aus dem Mund des Wissenschaftlers, „ich habe einen guten Wein im Kühlschrank.“ „Einem edlen Tropfen bin ich nicht abgeneigt,“ lachte Alessa und musste sich jede Minute mehr anstrengen das falsche Bild zu wahren, „los ab zu ihrem Container!“ In dem Quartier des Wissenschaftlers war es durch aus gemütlich eingerichtet. Alessa sah sich einmal gründlich um bevor sie sich auf den Stuhl sinken ließ. Auf dem ersten Blick nichts Verdächtiges.

Sie zog die Jacke aus und hing sie über die Lehne des Stuhls. Jetzt konnte Fish weitere Blicke in den Ausschnitt Alessas erhaschen. Der Agori erkannte nun auch an den Konturen der Bluse, dass die junge Dame keinen BH trug. Nach zwei oder drei Gläsern Wein, Fish hatte die Gläser nicht gezählt, waren weiter zwei Knöpfe offen. Wenn er genau hin sah, konnte er bereits die Ränder der Brustwarzen erkennen. Alessa war schöner als er es zugeben wollte. Nach weiteren Gläsern Wein schien es so weit zu sein. Die junge Dame saß auf seinem Schoß und küsste ihn. Der Agori knöpfte die Bluse jetzt ganz auf und schob sie über Alessas Schultern. Während er sie weiter leidenschaftlich küsste, strichen seine Hände über ihre Taille. Dann den Bauch und schließlich umfasste seine Hände Alessas Brüste. Die Agori musste sich jetzt dermaßen zusammen reisen, dass sie nicht ihren echten Gefühlen erlag. Denn Fish wusste was er wie tun musste. Die Art wie der Wissenschaftler küsste und sie berührte, zeigte das es schon mehrere Frauen in dessen Leben gegeben haben musste. Als er dann auch noch ihre Brüste mit den Lippen liebkoste, war es für Alessa fast schon unmöglich, die Erregung zu unterdrücken. Hoffentlich begann das Schlafmittel, dass sie Fish in den Wein gemischt hatte bald zu wirken. Die Finger schoben sich nun auch an andere Stellen Alessas Körper. Fish schob ihr langsam die Jeans herunter und sie sah sich schon damit konfrontiert, das Spiel ganz durch ziehen zu müssen. Doch jetzt setzte die Wirkung ein und Fish wurde müde. „Was war mit mir los?“ gähnte der Agori am nächsten Morgen und rieb sich die Augen, „habe ich nur geträumt oder hat mir der Wein nicht bekommen?“ „Oh, es war doch kein Traum,“ fuhr es aus ihm heraus als er die nackte Alessa neben sich liegen sah. Er war ebenfalls völlig entkleidet. Fish strich erneut über den Körper der jungen Frau. Erst den flachen Bauch, dann die wohlgeformten Brüste und dann abwärts zwischen die Oberschenkel. Dann zog er plötzlich die Hände zurück. „Was hast du getan,“ sprach er leise und deckte Alessa zu, „das hätte nicht passieren dürfen.“ „Es ist nichts passiert,“ gähnte die junge Frau mit gespielter Müdigkeit, „eher es zur Sache kommen konnte, sind sie eingeschlafen.“ „Zum Glück,“ atmete Fish auf, „gehen sie jetzt besser, ich muss erst mal über ein paar Dinge nach denken.“

Kapitel 7;

Alessa stand unter der Dusche in ihrem Quartier. Das kalte Wasser perlte an ihrem Körper entlang. Mit beiden Hände stütze sie sich gegen die Duschwand und atmete immer wieder tief ein und aus. Die Sache war so gerade noch gut gegangen. Hätten die blöden Tabletten nicht doch noch gewirkt, hätte sie sie wirklich mit Fish geschlafen. Die nächste Zeit würde sie sich nicht so schnell auf diese unkonventionelle Art der Beweis Sicherung einlassen. Dreckig kam sie sich allerdings nicht vor. Vielmehr begriff sie, dass ihr Körper ein effizientes Werkzeug sein konnte, aber soweit würde sie erst mal nicht mehr gehen. Auf dem Weg zur Leitstelle mied sie den Flur den auch Fish nutzte. Ihm ging die Sache wohl noch näher. In ihrer Tasche hatte sie alle Kopien, die sie in der Nacht gemacht hatte. In Anbetracht der Beweise war es das gefährliche Spiel allerdings wert gewesen. Trotz des Erfolges kam Jensen Ames an der obligatorischen Ohrfeige nicht vorbei. Der Agent steckte sie aber locker weg, da er genauso reagiert hätte. „Wenn du demnächst noch so eine Schnapsidee hast,“ bemerkte Alessa immer noch etwas gereizt, „such dir jemand anderes, der für dich die,.. ach vergiss es einfach, hinhält.“ „Hast ja recht,“ entschuldigte sie sich sofort, „es gab ja wirklich nur diese Möglichkeit, den Bücherwurm aus zu tricksen.“ „Dennoch hätte ich das nicht vorschlagen dürfen,“ musste auch Jensen zugeben, „das war schon eine sehr riskante Aktion.“ „Kommen wir auf die Beweise zurück,“ holte einer der Abteilungsleiter die Agenten zurück, „die Art wie ihr an die Beweise gekommen seid, wird im Bericht nicht erwähnt.“ „Das ist auch das mindeste,“ betonte Alessa scharf, „ich bestehe auch darauf!“

Da jetzt alles geklärt war, konnte man sich nun dem Auswerten der Kopien und eingescannten Bilder zu wenden. Das was keiner der Agenten war haben wollte, aber alle befürchtet hatten, bestätigte sich. Diese gemischte Anderswelt war auf jeden Fall zum Teil von den Gedanken des Doktors beeinflusst. Er musste demnach der Mitschöpfer sein. Wenn er das wirklich war, so mit gehörte ein Teil von ihm auch in die Anderswelt. Dies setzte voraus, dass er den Hauptschöpfer kennen musste. „Wie sollen wir ihrer Meinung nach vorgehen?“ fragte der Abteilungsleiter angespannt, „ich würde sagen, wir nehmen Dr. Fish feste und verhören ihn.“ „So erfahren wir auch wo in dieser Anderswelt wir dem Hauptschöpfer finden,“ schob der Agori in teurem Anzug hinter her, „dann schicken wir zwei Teams in diese Hölle, das eine sucht nach den letzten Überlebenden und das zweite nach der Schöpferin.“ „Was Fish betrifft ja,“ stimmte Jensen zu, „was den Rest betrifft, sollten wir erst das Verhör ab warten.“ „Gehen wir nur einmal von dem Schlimmsten aus,“ gab der Agent zu bedenken, „was wenn Fishs Eingriff in die Anderswelt kein Zufall war?“ „Sie mögen mich jetzt für Verrückt halten,“ schloss Agent Ames nicht aus, „doch wirkt das ganze hier nicht mehr wie ein Zufall.“ „In Ordnung,“ willigte der Abteilungsleiter ein, „schnappen sie Fish und verschwinden mit ihm.“ „Sollte ihre Intuition wieder richtig liegen,“ verabschiedete sich der Agori im Anzug, „dann wird eine offizielle Festnahme nicht unbemerkt bleiben.“ „Wenn er aber spurlos für ein paar Tage von der Bildfläche verschwindet,“ ergänzte Jensen Ames finster grinsend, „lässt sich das durch etwas Nachlässigkeit in der Buchführung vertuschen.“ „Genau,“ lächelte der Abteilungsleiter entschlossen, „jetzt aber los eher unser Doktor Wind von der Sache bekommt.“

Fish kämpfte immer noch mit dem Gefühlschaos. Die vermeidliche Nacht mit Alessa hatte einige Verwirrung in dem Wissenschaftler zurück gelassen. Zum anderen sah er auch ein, dass er sich durch seine Neugier in arge Probleme manövrierte. Er musste aus dem Projekt aussteigen und sich vom Acker machen. Es stand zu viel auf dem Spiel. Hastig packte er seine Koffer und wollte über den Notfallflur das Lager verlassen. Von hier aus würde er sich nach Iconox aufmachen. Dort könnte er einige Zeit untertauchen. Seine Forschung konnte er getrost für ein paar Wochen auf Eis legen. Aber seine Gier nach Alessa? Sie war nur noch schwer zu kontrollieren. Er konnte nicht verschwinden ohne wirklich mit der jungen Dame geschlafen zu haben. Sonst würde er noch ganz durch drehen. Besonders da er diesem Ziel nur so knapp entronnen war, steigerte seine Gier nahezu ins unermessliche. Dann war da auch wieder die Anderswelt, auch von ihr war Fish besessen. Er hatte sie mit erschaffen, die andere Schöpferin war nur der Nährboden gewesen. Diese Anderswelt war seine und er würde sie nicht dem Verfall überlassen. Wenn ein Kind es schaffte aus der Anderswelt eine Waffe zu machen, dann musste es ein Wissenschaftler wie er auch schaffen können. Fish rieb sich die Augen und stellte fest das sein ganzer Anzug von Schweiß durchnässt war. Sein Herz raste als er sich an seine Worte erinnerte. „Das bin nicht ich!“ keuchte er und rannte in das Badezimmer seines Quartiers, „das habe ich doch nicht gesagt?!“ „Doch hast du!“ schien sein Spiegelbild zu antworten, „ich bin du und du bist ich!“ „Wer bist du?!“ schrie er sein Spiegelbild an und begriff in dem Moment, dass er nicht mehr sein eigener Herr war. „Sie hat mich aus dir erschaffen,“ redete sein Spiegelbild jetzt auf ihn ein, „sie hat dich gewarnt, wenn man sich zu weit aus dem Fenster lehnt kann man schnell das Übergewicht verlieren.“ „Ja ich habe dich gewarnt,“ hörte er Alessas Stimme aus dem Schlafzimmer des Wohncontainers, „ich habe dir damals gesagt, dass es Gefährlich ist, sich auf die Anderswelt ein zulassen.“ Hastig drehte er sich um und erblickte wieder die nackte Alessa. Diese trat auf ihn zu und schien ihn zu um armen. Doch fühlte sich die Haut nach Stoff an. Dann wurde ihm schwarz vor Augen und er brach zusammen. Als er wieder zu sich kam, saß er auf einem Stuhl. Die sechs Agenten beobachteten ihn besorgt, keiner sagte etwas.

Kapitel 8;

„Sie haben Selbstgespräche geführt,“ hörte er jetzt Jensen Ames sagen, „sie schrien ihr Spiegelbild an und haben es sogar angegriffen.“ „Ich weiß nicht mehr was mit mir los ist,“ stammelte Dr. Fish und sah seine verbundenen Hände an, „ich verliere die Kontrolle über mich.“ „Nicht in allen Situationen,“ bemerkte Alessa und stellte sich vor dem Wissenschaftler auf, „sie hätten mich in der letzten Nacht durch aus verführen können, es war nicht das Schlafmittel, es gab noch etwas anderes.“ „Etwas in ihnen hielt sie zurück den letzten Schritt zu machen,“ fuhr sie mit führsorglicher Stimme fort, „die Tabletten wirkten viel zu spät!“ „Was hat sie zurück gehalten?“ fragte die Agenten jetzt mit ernster Stimme, „retten sie was noch zu retten ist!“ Wieder begann der Wissenschaftler am ganzen Körper zu zittern. Erneut bekämpften sich zwei Wesen in ihm. Dazu kam die Angst wenn die Wahrheit ans Licht kam. Er ballte die Fäuste bis sie schmerzten. Erneut trat Blut aus den Wunden und verfärbte die Verbände weiter. Für einen Moment übermannte ihn etwas Böses und mächtiges. „Ich habe dich bereits genommen als du mir noch Schutzlos ausgeliefert warst,“ schrie er laut, „als du noch nicht Stark genug warst um dich zu wehren!“ „Verzeih mir,“ stammelt er jetzt mit verzweifelter Stimme, „es war als du Siebzehn warst und noch im Wachkoma lagst.“ „Ich konnte nicht anders,“ weinte er jetzt und sah auf die Tischplatte, „ich hätte deinen Rat befolgen sollen, ich habe die Anderswelt unterschätzt,..“ „Es wird nicht lange dauern!“ fauchte er jetzt wieder Zorn genährt, „dann werde ich sie beherrschen so wie du einst!“ Nun folgte eine ganze halbe Stunde eisiges Schweigen. Fish zitterte oder schlug auf den Tisch. In ihm geschahen Dinge die von den Agenten nur erahnt werden konnten. Jetzt sprang er auf und warf sich vor Alessa auf die Knie. „Wenn meine Anderswelt perfekt ist,“ sprach er mit einer Stimme die bizarr verstellt klang, „werde ich sie mit deiner Verbinden, ich werde dein Diener sein, meine dunkle Königin!“ Nach dem er den Satzt noch einmal wiederholt hatte, brach Dr. Fish zusammen. Sofort drückte Katrina den Notschalter. Douglas umarmte die ebenfalls erstarrte Alessa. Die anderen Agenten schüttelten schweigend den Kopf.

Alessa lag auf dem Bett ihres Quartiers und wühlte in ihren Erinnerungen. Sie musste diesen Schock erst einmal verdauen. Vor sieben Jahren hatte Dr. Fish sie vergewaltigt. Als ihr Körper im Wachkoma lag. Auch ging ihr das wüste Gestammel nicht mehr aus dem Sinn. In einem Punkt war sich die junge Agori sicher, mit der dunklen Königin war sie nicht alleine gemeint. Denn sie bevorzugte damals die Bezeichnung Dämon für sich. Fish gab also den Hinweis das die Anderswelt von einer Schöpferin stammte und er sich dort einmischte und selbst Änderungen erdachte. Aber warum das alles? Die Anderswelt konnte nicht als Waffe eingesetzt werden. Ich muss mich wohl in die Tage zurück denken, sagte sie zu sich im Kopf, als ich mich noch Dämon nannte. Das Bild ihrer Ängste konnte vielleicht Ordnung in das Chaos bringen. Der Kern der Anderswelt waren Erinnerungen und konzentrierte Protodermis. Der oder die Schöpferin konnte durch tiefste Verbitterung und unaussprechlichem Zorn die Erinnerung in der Protodermis übertragen. Das war es! Schoss es ihr durch den Kopf. Es ging um das Speichern und übertragen von Erinnerungen. Der Alptraum der Anderswelten hatte seinen Ursprung in einem wissenschaftlichen Projekt. Sofort sprang sie auf und suchte Douglas auf. „Ich glaube,“ erklärte sie erleichtert als ob alles vergessen schien, „verstanden zu haben was hinter alle dem Andersweltkram steckt.“ „Es geht nur darum wie man Erinnerungen speichern und in etwas anderem übertragen kann,“ sagte sie und atmet tief ein, „die Anderswelten sind eine Nebenwirkung irgend eines Forschungsprojektes.“ „Wie bist du darauf gekommen?“ fragte Douglas irritiert, „die Theorie passt überhaupt nicht ins Bild.“ „Kommt nur darauf an,“ betonte Alessa uns lächelte zufrieden, „aus welcher Perspektive man ein Bild ansieht.“ „Der ganze Schrecken erklärt sich in etwa so,“ schlussfolgerte die junge Agentin und war sich ihrer Worte sicher, „für das Experiment wurden die falschen Leute ausgewählt, mich inbegriffen.“

„Die Antwort warum kein Agori für das Experiment geeignet ist,“ beendete Alessa und klopfte Douglas auf die Schulter, „ist ganz und gar nicht spektakulär, wir Agori können Protodermis nicht kontrollieren.“ „Wozu werden dann willkürlich ausgesuchte Agori der Protodermis ausgesetzt?“ wollte Agent Cartland wissen, „warum wenn doch klar ist, das wir das Zeug nicht vertragen?“ „Die Antwort darauf weiß nur einer hier im Lager,“ betonte Alessa jetzt wieder etwas nachdenklich, „Dr. Fish ist in das geheimnisvolle Projekt involviert.“ „Sicher?“ hakte Douglas nach, „bist du dir wirklich sicher?!“ Alessa nickte, „so sicher wie ich Jensen eine Ohrfeige verpasst habe.“ Dr. Fish lag im Bett der Krankenabteilung. Er hatte seit vier Tagen Isolierung jeden Kontakt zur Anderswelt verloren. Diese Zeit nutze er um wieder zu sich zu finden. Als Alessa ihn besuchte, schluckte er kurz und faltete die Hände. „Was werden sie nun tun?“ wollte der angeschlagene Agori wissen, „da sie nun die schmerzhafte Wahrheit kennen?“ „Das liegt jetzt an ihnen,“ erwiderte Alessa freundlich, „wenn sie sich jetzt als kooperativ erweisen, werde ich ihnen die Vergewaltigung vor sieben Jahren verzeihen und auf eine Anzeige verzichten.“ „Danke,“ gab Fish erleichtert zurück, „ich werde alle Fragen beantworten.“ „Dann beginne ich gleich mit der ersten,“ meinte die Agentin und schaltet das Memogerät ein, „was steckt hinter dem Anderswelt Phänomen?“ „Es galt heraus zu finden,“ gestand Dr. Fish und mit jedem Wort fiel ihm ein Stein aus der Mauer seines schlechten Gewissens, „in wie weit ein Agori Elementar und Maskenkräfte nutzen kann.“ „Doch das Experiment ging gehörig daneben,“ setzte der Wissenschaftler die Antwort fort, „auf diese Weise wurden die Anderswelten erschaffen.“ „Nun zu Frage zwei,“ übernahm Alessa wieder das Wort, „warum wurden und werden dann noch immer Agori der Protodermis ausgesetzt?“ „Es gibt da ein geheimes Vorhaben, dass auch ich nicht kenne,“ sprach Dr. Fish und begann jetzt zu zittern, „in Protodermis gespeicherte Erinnerungen in einem fremden Körper zu implantieren.“

Epilog;

„Das Experiment ging auch schief?“ überlegte Alessa laut, „oder vielleicht doch nicht?“ „Es gelang und ging dennoch schief,“ sprach Fish und mied kurz den Blick mit der Agentin, „sie fanden ein Wesen, dass zur Hälfte Agorie und Matoraner war, dieses Wesen konnte die Erinnerungen aufnehmen und Protodermis kontrollieren.“ Jetzt wurde der Agentin übel und sie eilte zu einem der Waschbecken. Sie übergab sich, gurgelte und kehrte zum Bett zurück. Die Gewissheit traf sie wie ein Faustschlag in die Magengrube. „Ihr sprecht von Douglas und mir,“ keuchte Alessa und musste tief Luft holen, „nicht war?“ „Unter anderem,“ bestätigte Fish und fühlte sich als ob jemand seinen Hals umschloss, „bei dir und Agent Cartland ist der Genetische Anteil eines Matoraners zu 45 % nachweisbar, die übrigen 55 % sind das eines Agori.“ „Ich kann also Protodermis kontrollieren?“ wollte Alessa sicher gehen, „aber die Forschungsleitung verlor die Kontrolle über mich?“ „Was hatte das zu Folge?“ hakte die Agentin nach, „warum kam ich nach Spectra?“ „Der Geheimdienst kam uns zu vor und versteckte dich,“ gab Fish betroffen zu, „es gelang uns euch zu finden, aber das Experiment musste geändert werden.“ „Deshalb die ganzen Anderswelten und die damit verbundenen Opfer?“ entgegnete die Agentin gefasst, „war es das alles Wert?“ „Das kann ich nicht sagen,“ erwiderte der Wissenschaftler vorsichtig und bereitete sich auf Faustschläge oder schlimmeres vor, „ich weiß nicht was sie mit euren Kindern gemacht haben, nur das man sie fort brachte.“ Erneut musste sich Alessa übergeben. Die Wahrheit wurde noch schlimmer als es die Agentin erwartet hatte. „Euren Kindern?“ fragte sie und hatte Mühe sich zusammen zu reisen, „was soll das jetzt genau bedeuten?“ „Versprechen sie mir,“ quälte Fish hervor, „dass sie mir nichts antun werden, dann werde ich es ihnen sagen.“

„Ich verspreche sie nicht um zubringen,“ brummte Alessa und ballte die Faust hinter dem Rücken, „auch werde ich sie nicht schlagen oder dergleichen.“ „Ok,“ schluckte Dr. Fish und seine Unruhe war ihm anzusehen, „ich entnahm dir sechs Eiszellen während du im Wachkoma gelegen hast.“ „Von Douglas nahmen wir heimlich Samenproben,“ erklärte der Wissenschaftler und verzog immer wieder verängstig das Gesicht, „später wurden deine Eizellen mit Douglas Samen befruchtet und fort geschafft.“ „Ab diesem Teil der Mission weiß ich auch nicht mehr weiter,“ beendete Dr. Fish und schluckte, „meine Aufgabe ab diesem Zeitpunkt bestand darin weitere Anderswelten erschaffen zu lassen, als Ablenkung so zu sagen.“ Wieder eilte Alessa zum Waschbecken und übergab sich. Es war eine Mischung aus Abscheu und Verzweiflung, die sich in ihr ausbreitete. Zumindest würde sie keine Muttergefühle entwickeln, beruhigte sie sich, da sie die Kinder ja nicht ausgetragen und geboren hatte. Doch war dieses Experiment eine bodenlose Sauerei. Vermutlich hatte man auch Blut und Gewebeproben genommen. Doch wer brauchte so ein Geschöpf? Wozu brauchte jemand so ein Wesen? Am Abend traf sie sich mit den anderen Agenten und dem Abteilungsleiter. Douglas trafen die Informationen fast noch härter als Alessa zuvor. Die übrigen reagierten gefasst. Was die Anderswelt betraf, lag jetzt nicht mehr in ihrem Aufgabenfeld. Das Team um Agent Paleon und Agent Alexei übernahmen den Fall. Nach den Aussagen von Fish verbarg sich die Schöpferin in den Kellergewölben der Villa. Das Team um Agent Case, Gillespie, Banks, Ames, Cartland und Lukas sollte dem Experiment nach gehen, dass durch die Anderswelten verschleiert worden war.

In den frühen Morgenstunden hob der Helikopter ab. Ziel war der Spectra Tower in Atero City. Auf dem ganzen Flug herrschte ein gespenstisches Schweigen. Besonders Alessa spürte das sie etwas verlieren konnte, was ihr sehr am Herzen lag. Noch nie hatte sie Douglas ihre Gefühle für ihn spüren lassen. Jetzt bereute sie es zu tiefst. Es gab nun neue tiefgründige Fragen, die der Agentin zu schaffen machten. Wie würde Douglas es aufnehmen, wenn sie keine Muttergefühle den sechs Kindern entgegen brachte? Er sich aber wie ein Vater fühlte? Würde die doch unbewusste Verbindung ihre Freundschaft zerstören oder hielt sie der Probe Stand? Was Alessa nicht wusste, war die Sache das sich Douglas genau die gleichen Fragen stellte. Jensen Ames hingegen wurde von einem schlechten Gewissen heimgesucht, er hatte die Lawine ins Rollen gebracht. Dass er so tiefe Narben auf riss, damit hatte er bei bestem Willen nicht gerechnet. Die anderen Drei blieben schweigsam und ließen auf keine Gedanken schließen. Doch eine Sache stand jetzt schon feste. Dieser Fall würde die Freundschaft und den Zusammenhalt der sechs Agenten auf eine harte Probe stellen.

Nachwort;

Dragosh Paleon und Agent Alexei verließen die Leitstelle der Basis und riefen ihre Teams zusammen. Der Zesk und der Agori in schwarzen Rüstungen prüften ob die Ausrüstung ihrer Leute richtig angelegt war, dann machten sie sich zur Landezone auf dem Anwesen auf.

Hauptrollen;

Reaper
Agenten

Soundtrack;

Musik-Video Hellgate London (Rammstein TaTu)02:45

Musik-Video Hellgate London (Rammstein TaTu)

Hellgate London - Creeping In My Soul (Music Video)-003:42

Hellgate London - Creeping In My Soul (Music Video)-0

Hellgate London Warriors(Ronan Hardiman;video by $a$)-002:53

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Gothminister & Hellgate London04:24

Gothminister & Hellgate London

Marilyn Manson - Arma Goddamn Mother Fuckin' Geddon'03:36

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Marilyn Manson - Sweet Dreams (lyrics)-004:46

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Tainted Love - Marilyn Manson03:24

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