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"Tuyets Terror" ist ein Epos und handelt über Tuyets Ankunft auf Metru Nui und von ihren Terroranschlägen.

Prologe

Schritte. Schritte hallten in dem dunklen Gang wider. Egal wo man hinsah, war es dunkel, ein Gestank von toten Rahi lag zudem in der Luft und an den Wänden war überall silbernes und klebriges Protodermis. Nur am Ende dieser Höhle war Licht zu sehen, grellendes Licht der Freiheit.
Die Schritte wurden immer schneller und ungeduldiger, sie schienen zu rennen, nur schnell zum Ausgang, wo ihnen niemand wer etwas tun konnte.

"Tu-u-yet!"

Die verzweifelte Matoraner spürte, wie ihr Verfolger ihren Namen auf seiner Zunge zergingen ließ, während ihr Herz immer schneller pochte. Sie rannte weiter, ohne auf etwas zu achten, nicht auf das kleberige Protodermis oder den miefigen Gestank, sie wollte nur raus hier.
Krach.
Sie stolperte und fiel auf den harten Boden. Sie fluchte leise, während ihr Verfolger ihr immer näher kam, sie konnte schon fast seinen Atem in ihrem Nacken fühlen.
Keuchend stand sie auf und lief weiter. In diesem einen Moment, der ihr letzter sein könnte, fing sie an, über sich nachzudenken. War sie vielleicht doch verrückt? Hat ihr ewiges Alleinsein dazu geführt, dass sie sich einen nicht realen Verfolger eingebildet hat und sie sich nur deswegen oft in Todesgefar begeben hatte?
Tuyet, Liebes, hör auf zu rennen! Deine dunkle Seite existiert nicht. Jetzt hör bitte auf!, winselte ihre Innere Stimme, während ihr Kopf leer war und sie keinen Gedanken fassen konnte, nur eine Frage schwirrte in ihrem Kopf herum:

Sollte sie endlich einsehen, dass ihr Schatten sie nicht vefolgt?

Die Tränen kamen ihr geflossen und kullerten ihre blaue Maske herunter, sie zitterten förmlich genau wie die Matoranerin selber.

"Nein!", schrie sie in den dunklen Gang hinein und rannte noch schneller, das Licht kam immer näher und war fast schon zum Greifen nah, Schmerzen interessierten Tuyet in diesem Moment nicht. Doch plötzlich hörte sie ein Geräusch, es war nicht das Keuchen ihres Verfolgers, im Gegenteil. Es hörte sich mehr wie ein Schwirren an, dass einen merkwürdigen Geruch hatte. Das Gemisch aus verbrannten Steinplatten und Elektrizität ließ den miefigen Gestank der toten Rahi ganz verschwinden, während das rauschende Geräusch immer lauter wurde.

Renn weiter!, versuchte sie sich einzureden, so kurz vor dem Ziel ließ sie dieser Geruch und die Geräuche wie angewurzelt stehen, währendessen ihre böse Seite -ein gemeiner Schatten, der in der Luft umherschwebte- es nicht mehr weit hatte, sie zu packen... was danach geschah, daran wollte Tuyet gar nicht erst denken...
Doch aufeinmal war das Geräusch noch lauter als zu vor, sodass die Matoranerin die Ohren zu halten musste. Ein kühler und starker Wind wehte durch den Gang und ließ sein Gehäule ertönen, als...

Lichtblitze

im ganzen Raum auftauchten und wie ein Wirbel durch den nun beleuchteten Gang irrten. Und aufeinmal...
Kam eine Welle aus purem Gold auf Tuyet zu, so golden wie nur es die mächtigsten Kanohi waren. Vielleicht bildete sich die Matoranerin es nur ein, aber diese Welle verschlang den ganzen Raum, überall wo sie entlang schwenkte, war nur noch weiße und vollkommene Leere. Die verzweifelte Tuyet wusste nicht, was sie tun sollte, sollte sie in diese Welle hinein gehen? War das ihre Rettung? Oder sollte sie flüchten und ihre dunkle Seite würde sie weiterhin verfolgen?
Bevor sie nur einen Gedanken fassen konnte - war sie schon von der goldenen Flut umfasst... sie spürte, dass... sie sich veränderte. Ihre Hände wurden größer, ihr Körper stabiler. Was geschah mit ihr? Doch sie kannte die antwort bereits:

Sie war eine Toa geworden.

Tuyet musste lächeln und innerlich war sie so glücklich wie noch nie. Zwar wusste sie nicht, wohin sie gelangt, aber sie war jetzt eine Toa, mit mächtigen Kräften.
Ehe sie sich umsehen konnte - wurde ihr plötzlich kalt, immer kälter, als ob sie erfrieren würde... und dann...

...packte sie eine dunkle Hand... eine Hand der Finsternis...

Kapitel 1

Schwärze... Nichts als Schwärze umgab sie. Im Hintergrund hörte sie zwar das sanfte Rauschen des Meeres und hörte Gukkos am Himmel zwitschern...
Gukkos? Wasser?
Sie riss die Augen auf und erkannte steinernen Boden: Sie lag auf einem Boden, eigentlich müsse es der kalte und feuchte Boden des dunklen Ganges sein und der wilde Gestank sollte in der Luft liegen... doch -
Mit einem Satz stand Tuyet auf den Beinen, dass sie eine Toa wurde, hatte sie nicht vergessen, aber es schien ihr innerlich nicht mehr zu interessieren, wieso auch immer. Sonst war sie immer eine verträumte und gerfühlvolle Matoranerin gewesen, so ist sie jetzt ruhig, und wollte keinen Gedanken fassen, selbst ihre Innere Stimme war plötzlich unterdrückt.

"Der Gang", flüssterte sie und hatte bereits bemerkt, dass nur Ziegelsteine aufeinander gestapelt waren, einige waren schon mit einem merkwürdigen Stoff zusammengeklebt. Etwas Abseits stand ein kleiner Tisch mit den verschiedensten Werkzeugen: Hämmer, Zangen und viele Schraubgeräte...
Aber Tuyet hatte dafür kein Interesse, für gar nichts. Sie ging aus dem noch unfertigem Gang hinaus, zu einem wunderschönen Strand... der in den Augen der Toa plötzlich nichts als gelber Staub war... Von Weitem hörte sie Gelächter und plötzlich erschienen vor ihren Augen eine Gruppe Matoraner, die irgendein Spiel mit einem Ball spielten.
Aus irgendeinem Grund umfuhr plötzlich Hass Tuyet, sie wusste nicht wieso, aber es war, als ob sie Rache an diesen Matoranern nehmen wollte. Mit gefleschten Zähnen ging sie weiter zum Strand hinaus, wo ihr der Ball direkt vor die Füße landete.

"Hey, Toa! Kannst du uns bitte wieder den Ball geben?", fragte ein Po-Matoraner mit einem strahlenden Lächeln. Aber Tuyets unerwartete Wut wurde immer größer, sie griff mit ihren Händen nach dem Ball und fixierte ihn. Sollte sie ihm den Ball zurückgeben oder...?
Plötzlich holte sie viel Schwung und schmiss die schwere Kugel gegen den KOpf des Matoraners, der vor Schmerzen hinknien musste. Seine Gefährten waren entsetzt und wollten nicht glauben, was gerade geschehen ist, das konnte Tuyet an ihren ensetzten Blicken erkennen. Schließlich kam sie dem verletzten Matoraner näher, packte ihn am Kragen und haute ihn gegen eine der vielen Palmen.

"Gib mir deine Waffen!", zischte sie, ohne Mitleid zu empfinden, egal ob die Augen des Matoraners größte Angst und Panik verrieten und er wie ein Gafna winselte.

"I-Ich h-habe k-keine...", stotterte er, sein Herz pochte wie verrückt, er hatte Angst vor dem Tod.

Mit einem scharfen Blick schaute die Toa ihm noch einmal in die Augen... "Lügner!", schrie sie ubd haute ihn gegen den Stamm der Palme, woraufhin er bewusstlos zu Boden ging. Die anderen Matoraner standen noch immer versteinert da, dass eine Toa sowas tun würde... das hätten sie nicht befürchtet.
Nur ein Zähnefletschen reichte und die Schar der Matoraner lief schreiend davon, ihr Tränen fielen auf den gelben Staub... Was Tuyet da angerichtet hatte, darüber dachte sie selbst nicht mehr nach, sie hatte das Verspür dazu, nur so kann sie ihren Durst löschen... ihren Durst nach Rache im Universum... die gefühlvolle Matoranerin, die sie einst war und immer auf der Flucht war... ist gestorben... Ihr Schatten überlebte... und dieser hat eine neue Tuyet wiedegeboren. Eine viel mächtigere und stärkere, eine Toa, die dem Universum Furcht lehren will.

Sie ging schließlich noch etwas am Strand entlang, wo sie auf ein hölzernes Schild traf, die Aufschrift war ganz klar und deutlich: Ein Wegweiser.

Nordinsel ←Metru Nui

Sie schaute in die gezeigte Richtung und erkannte eine große, belebte Insel, wo in der Mitte heraus eine Art Kollosseum hervorragte. Sie wusste nicht wieso, aber sie wollte unbedingt dahin, als ob sie angezogen wird... ihre Rache ihr die Richtung zeigte...

***

Rauch und heißer Dampf stieg aus den zylinderförmigen Gebäuden heraus, die hoch hinaus ragten. Schon beim ersten Anblick dieser, erkannte Tuyet, dass diese Insel anders war... es gab keinen schönen Strand oder primitive Dschungel, nur Industriegebiete.
Sie ging weiter durch das Labyrinth von Gebäuden und Röhren, als... sie plötzlich etwas hörte...
Boom!
Loderndes Feuer entbrannte nicht weit von ihrer Position, es fraß sich durch die Zylinder und ließ sie in einem finsteren Schwarz zurück. Und plötzlich Geschreie: Eine schar Le-Matoraner kam aus dem Feuer herausgedrungen, die Angst war auf ihren Masken geschrieben. Sie rannten direkt auf Tuyet zu und versteckten sich hinter ihr, als ob sie ihre Retterin wäre, dabei wissen sie nicht, wie die Toa wirklich ist. Ihr habt ja keine Ahnung!, dachte sie, ihr Blick immer noch auf das Feuer gerichtet, dass immer näher kam.

"Gut, dass du hier bist, Toa des Wassers! Hilf uns! Lösch das Feuer! Bitte!", flehteeiner der Matoraner, doch die Toa blieb immernoch wie angewurzelt stehen, als ob keine Gefahr kommen würde. Darüber waren die Matoraner mehr als überrscht und ziehten an ihrem Ellbogen, Tuyet zischte diesen jedoch immer wutentbrannter zurück.

"Du wagst es!", pochte sie, nahm den Le-Matoraner und schmiss ihn ins Feuer, der daraufhin nur noch schreien konnte. Die anderen Matoraner dagegen rannten weg, ohne einen Gedanken zu fassen, während Tuyet im lodernden Feuer eine blutrote Flagge erkannte, die zerrissen im Wind wehte. Das pechschwarze Zeichen auf ihr, war klar und deutlich, überall sah man es in den Ruinen von Destral:

Die Bruderschaft von Makuta...

Aus dem Feuer heraus kam eine finsterne Maske, eine Kanohi, die angst und Schrecken im Universum verbreitet hat: Die Kanohi Kraahkan.
Tuyet erkannte, dass eine Gestalt aus dem Feuer heraus kam, eine scharfe Klinge in der Hand haltend, eine schwarz-rote zerkratzte Rüstung am Körper und schließlich die Kraakhan auf seinem Haupt. Hinter ihm tauchten zwei weitere Wesen auf, sie waren ebenfalls Makuta.
Beim Anblick Tuyets musste der Kraahkan-Träger finster lächeln, wahrscheinlich stellte er sich Tuyet im Moment vor, wie sie von ihm in zwei Teile geschnitten wird.

"Wie reizend!", sprach er mit einer arroganten Stimme, während das Feuer hinter ihm knisterte, "Eine Toa des Wassers, hilflos und allein! Es wird mir ein Vergnügen sein, dich zu verfleischen!", er nahm seine Klinge in die Hand holte Schwung und...
Ein Blick von Wut, aber auch Verwirrung legte sich auf seiner Maske breit, wahrscheinlich hätte er nie damit gerechnet:

Kapitel 2

Tuyet hielt seinen Elbogen fest, egal, wie sehr sich der Makuta anstrengte, er konnte seinen Arm und somit auch seine Faust nicht bewegen. Gefühlskalt ließ Tuyet ihn auf den Boden wegschubsen, wo er wütend und mit zornigen Augen auf die Toa starrte, sie konnte sich vorstellen, dass er vor Wut kochte und Tuyet jetzt wohl die heftigste Prügel ihres Lebens erleben wird...
Doch es kam ganz anders: Auf der Kanohi des Makuta breitete sich ein schmieriges Lächeln breit, seine Augen wurden zu Schlitzen und fixierten die dastehende Tuyet.

"Halt!", rief er seinen zwei stämmigen Wächtern entgegen, die gerade noch mit ihren spitzen Schwertern auf Tuyet losgehen wollten.

"Du bist keine Toa!", sagte er, während er aufstand und um Tuyet herum seine Runden machte. "Eine Toa würde nie hilflos dastehen und seinen Feind reglos anstarren."

"Vielleicht bin ich doch eine Toa?!", zischte sie zurück, den Makuta zur Seite schubsend. Dieser jedoch wollte sie daran hindern, abzuhauen, im Gegenteil. Er war fasziniert von Tuyet, als ob sie ein kämpfender Fikou wäre. "Warte doch, schließ dich uns an!", konnte der Makuta nur hinterschreien, während Tuyet sich immer mehr von ihm entfernte, durch das Labyrinth von Zylindern, die Stimme des Wesens wurde immer dumpfer und leiser, bis sie schließlich nicht mehr zu hören war.
Tuyet dagegen war froh, diesen nervenden Makuta von sich zu haben...

***

Mittlerweile war die Toa in einer Art Urwald angelangt, riesige Bäume ranken bis zu den Wolken hinauf, Lianen hängen von jedem Ast heraus und die wilden Rahi geben ihre Geräusche von sich, zumal das Plätschern eines kleinen Bachs zu hören war. Doch was war so schön an einem Urwald, wenn man besessen von einem ewigen Durst ist?
Sie streifte weiter durch den Wald, wohin sie wollte, war ihr immernoch unklar, und ob Matoraner hier hausen würden, dies war wohl auch ein Rätsel. Jedenfalls erkannte sie in weiter Ferne große Gebäude, etwas eigenartig für eine Matoraner-Behausung: Antennen und große Zahnräder schmüchten das Gebäude und LIchter ertönten in jedem Zweisekundentakt. Würde sie dort Matoraner finden, denen sie Respekt beibringen konnte? Ein Versuch war es jedoch wert, selbst wenn der Weg noch lang ist und der Wald unendlich schien.

Plötzlich...

... ein Rascheln aus einem naheliegenden Gebüsch, die Blätter zitterten, als ob sie Angst hätten. Tuyet wollte schon eine Waffe rauszucken, doch da bemerkte sie... dass sie keine hatte.
Doch selbst nicht Mal Panik oder Angst breitete sich in ihrem Körper aus, sie war immernoch gefühlskalt und stand wie angewurzelt da, wartete, bis sich jemand zeigte. Vielleicht ein Matoraner? Toa? Oder wieder Makuta?
Auf einmal wurde das Gebüsch zur Seite gehoben-
-und Tuyet starrte in das Gesicht des seltsamsten Wesens, dass sie je gesehen hatte. In der Tat, er trug keine Maske, doch er hatte Hörner, r war nicht gerade gut gepanzert, doch als er sich weiter aus dem Gebüsch begab, erkannte die Wassertoa seinen Drei-Meter-Körper und hatte Mühe, ihn in die Augen zusehen. Aber er war nicht der einzige, der zum Vorschein kam: Ein schwarz-weißes Wesen kam ebenfalls, er trug eine Pakari, die Tuyet jedoch komisch vorkam. Die Kanohi hatte regelrecht eine völlig andere Form, als ob sie sich irgendetwas angepasst hatte.
Doch bevor die Wassertoa weiter grübeln konnte, bemerkte sie, dass die zwei Wesen sie mit seltsamen Blicken musterten, als ob sie etwas Besonderes wäre, ein Diamant oder Rubin, der so einfach zu finden war.
Dann kam das Drei-Meter-Wesen zu Wort, seine Stimme klang aufgeregt, ja, fast sogar ängstlich...

"H-Helryx?", sprach er. Doch Tuyet konnte sich darunter nichts vorstellen. Helryx. Immer wieder hallte dieses Wort durch ihren leeren Kopf, während die zwei Gestalten sie immer noch musterten, ihre Augen breiteten sich förmlich aus.

"Was?", zischte Tuyet zurück, was wollten sie nur von ihr?

"Bist du es, Helryx?", fragte der Riese erneut, Tuyet spürte, wie er ungeduldig auf eine Antwort wartete, er war besessen, zu wissen, ob "Helryx" vor ihm stand.

"Nein!", antwortete Tuyet genervt und sah, wie die Hoffnung in den Augen des Wesens starb. Schließlich ging Tuyet an ihnen vorbei, konnte noch errkennen, wie ein trauriger Blick sich auf den beiden Gestalten ausbreitete.
Helryx. Wer konnte das nur sein? Und war dieses Wesen Tuyert wirklich so ähnlich? Jedenfalls, den Kopf wollte sie sich darüber nicht mehr zerbrechen, sie interessierte sich nur noch für das Gebäude in der Ferne, ihr Drang die Matoraner auszulöschen wuchs mit jedem Schritt. Doch...
...plötzlich sürte sie eine Hand auf ihrer Schulter. Wütend und mit gefletschten Zähnen drehte sie sich um... Es war das Drei-Meter-Wesen...

"Bist du dir sicher, vielleicht hast du nur einen Gedächtnis-"

"NEIN!", rief Tuyet so laut sie konnte, dass es sogar in allen Ecken des Dschungels raschelte und ängstliche Gukkos von ihren Ästen abgehoben sind. Sie befreite sich von Griff des Wesens und lief kochend vor Wut weg, auf das Gebäude zu... Doch... etwas stand ihr im Wege, schon zum dritten mal wurde sie heute aufgehalten, von ihrem begehrten Ziel abgehalten und diesmal ist es kein Makuta oder drei-Meter-Wesen...

Es war die Nacht.

Der Himmel hatte sich bereits dunkel gefärbt, beim großen Gebäude in der ferne brannten keine Lichter mehr... und kein Matoraner war dort mehr... Wütend schoss Tuyet einen Stein durch die Luft und haute ihre Faust gegen den Boden... Heute hatte sie kein Glück gehabt.... Doch mit einem neuen Tag beginnt eine neue Chance.

Kapitel 3

Ein loderndes Feuer knisterte in die dunkle Nacht hinein, erleuchtete mit seinen Flammen den Urwald, umrangte Tuyet mit Wärme. Sie saß auf einem kleinen Baumstamm, die Hände ins Feuer gehalten, sie fühlte das warme Gefühl auf ihrer Handflächen. Ein Gefühl, dass Geborgenheit und Liebe austrahlen könnte, dass sich sogar jeder Hikaki nicht mehr einsam fühlen würde... Doch was sollte Tuyet damit? Was nützten ihr diese Gefühle, wenn sie die Matoraner leiden sehen will? Für sie zählte nur das Überleben, dass sie nicht in der dunklen Nacht erfriert und sie ihr begehrtes Ziel erreichen kann...
Das Feuer knisterte und im Hintergrund hörte die Toa einen Hikaki-Affen brüllen, fast kaum zu hören, seltsam für ein so lautes Rahi...
Und ganz plötzlich... verstummte das Tier... So ganz einfach, als ob er seine Stimme verloren hätte. Doch Tuyet wusste genau, dass diese Rahi nicht einfach so aufhörten, Jemand musste sie wohl erschreckt haben... jemand Besonderss, einer, der sie untertan macht. Es könnte ein Angreifer sein, ein böses Wesen, vielleicht sogar die Makuta!
Aber tuyet schien sich nicht sehr darüber aufzuregen, sie hielt die Hände immernoch vor's Feuer, wenn wirklich ein Angreifer hier in der Nähe sein sollte, dann ist sie vorbereitet. Zwar hatte sie keine Waffen, aber sie wusste, wie man einen Täter schnell ausschaltete...
Für mehrere weitere Minuten war nur noch das Knistern des Feuers zu hören. Stille. Fast schon nervenzerreißende Stille war in der Luft zu spüren. Doch Tuyet wusste: Dies war nicht das einzige, was in dieser kalten Nacht noch in der Luft herumwirbelte. Und da kam ihr wieder das plötzliche Verstummen des Rahi in den Kopf...

Und da bewegte sich der Busch!

Tuyet bewegte ihren Kopf in Richtung der grünen Pflanze, fixierte ihn förmlich. Doch kaum hatte sie den Busch in ihrem Blick, stand er wieder regungslos in der Dunkelheit. Ein Angreifer? Oder ihre Vorstellungskraft?
Sie schwengte ihre Augen vom Busch weg und starrte wieder in das glühende Feuer... als plötzlich...
Sie erhob sich und schaute sich um.
Nichts.
Dabei hätte Tuyet doch schwören können, dass jemand ihren Namen gerufen hatte. Oder spielte sie sich selber nur einen Streich? Sie wollte sich gerade hinsetzen...

"TUYET!"

Wieder stand sie auf, doch ihr Herz... es klopfte nicht, kein einziger Muskel regte sich, nicht mal Angst verspürte sie. Aber von dem Etwas, was ihren Namen gerufen hat... war immer noch keine Spur zu sehen. Und diesmal war es nicht ihre Vorstellungskraft, sie hatte ihren Namen genau gehört, selbst die zwitschernden Nacht-Gukkos hörten auf zu singen...
Hier ist jemand. Doch... woher kannte er Tuyets Namen? Ob es wieder diese elenden Makuta waren oder diese Ordensmitglieder? Sie wusste es nicht, und ehe sie sich darüber den Kopf zerbrach, ging sie einige Schritte umher, ihre Augen waren auf alles mögliche gerichtet... seien es diese riesigen Bäume, die Büsche oder die zirpenden Insekten. Mit ihrem kalten Blick und ihrem grämigen Ausdruck, entfloh ihr gar nichts.
Sie war schließlich einige Meter durch den düsteren Dschungel gelaufen, als sie wieder zu ihrem kleinen Lagerfeuer hingehen wollte... Aber auf einmal bemerkte sie, dass... die Flamme gelöscht war...
Und ehe sie darüber nachdenken konnte, wurde vor ihren Augen plötzlich alles neblich... Alles um sie herum verschwand und ließ nur noch einen grauen Schleier hinter sich... Da erhoffte sich Tuyet, aufzuwachen! Ja, wie gern würde sie sich jetzt wieder am helligten Tage wiederfinden, um ihre Reise fortzusetzen. Nicht, dass sie Angst hätte. Sie wollte doch einfach in Ruhe gelassen werden... Knurrend und kochend vor Wut wollte sie sich aus diesem schleierhaften Nebel befreien, wedelte mit ihren Augen... als plötzlich...

Zwei blutrote Augen vor ihr erschienen!

Tuyet wusste nicht, was vor sich ging, sie war nur der Ansicht, dass sie in einem Traum feststecken würde und hoffentlich bald aufwachen würde... und da wiederholten die zwei blutroten Augen, wem auch immer sie gehören würden, Tuyets Namen. Langsam und zäh kamen die Buchstaben aus des Wesens Munde.

"Wer bist du!?", schrie Tuyet, nicht die Angst lenkte sie, es war ihre Wut. Und wenn nötig, würde sie diesem Etwas seine blutroten Augen auch ausstechen und seinen leblosen Körper einfach liegen lassen und seine Protodermis würde sich am Boden verteilen...

"Ich?", fragte das Wesen mit seiner rauen Stimme.

"Wer denn sonst?", gaffte die Wasser-Toa zurück, bereit, jeden Moment zuzuschlagen. Doch darauf konnte das Etwas nur höhnisch lachen.

"Ich", antwortete er schließlich, während Tuyet ihm immer noch wütend in seine blutroten Augen starrte, "bin der mächtige Geis des... Karzahni!", beendete er seinen Satz, in der Hoffnung, dass Tuyet zitterte, ängstlich auf den Boden kroch. Doch... sie blieb einfach misstrauisch stehen, kein Körperteil bewegte sich.

"Na und? Soll ich was davon halten? Und was willst du eigentlich von mir?" Karzahni konnte als Antowrt wieder nur lachen, als ob es ihm irgendwie Spaß machte.

"Genau diese Art! Ja, diese Art an dir, keine Scheu vor keinem einzigen Gegner, diese Kälte in dir... dies mag ich an dir, Toa Tuyet" - Sie unterbrach ihn mit einem Knurren. "Ich bin keine Toa!", schrie sie mit gesamter Kraft ihrer Stimmbänder. Doch Karzahni schien es nur noch mehr zu gefallen, wieder kicherte er vor sich herum.

"Gut, dass du Makuta Icarax - meinem Untergebenem - getroffen hattest. Auch er war von dir begeistert" - ein Knurren Tuyets folgte - "sodass er mich sofort informiert hatte. Ich wollte mich selbst davon überzeugen und ich muss sagen - ich bin begeistert von dir, To- ... Tuyet, meinte ich." Sie war ungewöhnlich ruhig dabei und lauschte Karzahni. Aber sie hielt immer noch nichts von ihm und der Grund, warum er wirklich zu ihr gekommen ist, der ist ihr auch noch nicht klar.

"Schön und gut, dass ihr mich für was Besonderes hält... Aber ich weiß doch, dass du was von mir willst!" Ein Nicken Karzahnis folgte auf ihre Frage. "Tuyet, du kochst vor Gefühlen der Dunkelheit: Hass, Misstrauen und Hunger - Hunger auf das Töten von zahlreichen Matoranern! Komm zu mir, schließ dich meiner Armee an und geminsam können wir das Universum unterdrücken..." Tuyet schwieg keine einzige Sekunde, ihr zorniger Blick verriet schon alles.

"NEIN! Ich brauche keine armseelige Unterstützung von einem abschäulichen Wesen, das eh nur den ganzen Tag vergammelt! Wenn du wirklich das Universum an dich reißen willst, dann hättest du das schon längst getan!" Mit diesen Worten stampfte sie wütend davon, befreite sich von dem Nebel. Zu schade, dass sie nicht weiß, dass niemand den mächtigen Karzahni beleidigen darf. Sie würde seine schleimigen klauen zu spüren bekommen und ein schmerzvollen Tod erleiden...

...eigentlich.

Mit funkelnden und jezornigen Augen steuerte sie auf eine steinige Klippe zu und schaute hinab: Überall nur die grünen Ranken und Blätter der Bäume, umhüllt in einem Tal, bedeckt vom Sternenzelt... Dieser endlose Dschungel schien bis hinter den Horizont zu gehen. Vereinzelt sah sie kleine Gebäude am anderen Ende, wo ganz kurz winzig kleine Lichter auffackelten und dann wieder verschwanden. Zu ihrer linken war ein großer Berg, ebenso besetzt von Büschen und Bäumen. Und am Gipfel des berges... da thronte es... ihr Ziel: Diese riesige Plattform, wo sie am helligten Tage noch die vielen Matoraner sah... die unter ihrer Klinge leiden sollten...

"Das...", erklang wieder Karzahnis Stimme, in Tuyets Innerem mischte sich eine Menge Zorn an, die jedem Moment in einem gewaltigen Schrei und einem Schlag mitten auf Karzahnis Haupt enden sollte. Aber... je mehr ihr das Verlangen danach kam, je mehr sie endlich drauflos eilen wollte... Sie blieb steif und wie ngewurzelt stehen.

"Was machst du mit meinem Körper?!", konnte sie gerade noch herauswürgen. Und plötzlich... antwortete sie sich selber... mit Karzahnis Stimme.

Mein Geist kann sich in jeden Körper versetzen und.. oh ja, diese Wut... ein herrliches Gefühl, schon lange hatte ich diese nicht mehr... ja..." Auf einmal konnte sich Tuyets Körper wieder bewegen... Sie fiel auf den sandigen Boden.

"Das also, diese Plattform... Dies ist wohl dein Ziel, das deinen Durst löschen soll. Sehr gewagt von dir..." Wieder kicherte Karzahni, während Tuyet nur wild ausatmen konnte... zu viel Schmerz musste sie loswerden, sie konnte kaum ein Wort sagen. "Ich bin immer noch von dir beeindruckt, mein Liebes. Aber ganz ehrlich: Alleine ... wirst du es nirgendwo auf Metru Nui schaffen, deine Ziele zu verfolgen. Eher wirst du geköpft, als deine Feinde. Glaub' mir. Diese Matoraner... manchmal sind sie so... hinterhältig, selbst eine mächtige Toa wie du wird es nie alleine schaffen. In aller Beharrlichkeit... schließ dich mir an und die ganze Insel wird sich immer noch an den Moment erinnern, als sie von der mächtigen Tuyet in Flammen gesteckt wurde..."

Sie schaute ihm in seine tiefgründigen, roten Augen, wie sie förmlich auf ein Ja brannten. Sie keuchte immer noch... "K-Karzahni... d-du hast-t mir die... W-Welt neu ge-ge... -öffnet." Karzahni lachte schmierig, wie er es noch nie zuvor getan hatte, sodass die Nachtvögel wild von ihren Ästen aufsprangen... Doch Tuyet - sie lag immer noch am Boden. Sie fühlte sich... gekränkt... und doch glücklich. Solche Gefühle, sie kamen plötzlich in ihr hoch, eine komplett neue Erfahrung, sowas hatte sie noch nie zuvor empfunden.

"Steh' auf, Tuyet! Unterdrücke deine Gefühle und lass deinen Hass wieder hochfahren. Nur so bist du in der Lage, den Kampf gegen das Gute zu gewinnen." Kaum hatte Karzahni zu Ende gesprochen, erhob sich Tuyet, wischte sich noch die kleine beharrliche Träne aus den Augen und knurrte, wie sie es immer machte. Und dann... ein gewaltiger Schrei kam aus ihrem Munde, dass jedes kleine Nacht-Rahi zitternd davon kriechte. Schließlich drehte sie sich zähnefletschernd zu Karzahni um.

"Wie gehen wir vor, Meister?", fragte sie mit einer Prise Arroganz in ihrer Stimme.

"Du musst Makuta Icarax ausfindig machen. Er wird dir seinen Plan erzählen. Vorerst werde ich meinen Geist zurück in meinen gefangenen Körper befördern, immer mit der Hoffnung, dass diese scheussliche Insel jeden Moment auseinanderbrechen wird..." Mit einem weiteren höhnischen Lachen und einem Blitzlicht verschwand er schließlich und hinterließ nur einen Funken Staub. Tuyet währendessen wollte sich schon auf den Weg machen, als sie etwas Krabbelndes auf ihrem Arm spürte...
Es war eins dieser Nacht-Insekten, die wild herumschwirrten. Beharrlich kroch sie auf Tuyets Arm herum... doch das Rahi wusste nicht... dass es sein letzter Atemzug war...

***


Gresh18s: Story
Saga 1: Matoran Stories | Reise der Toa Metru | Tagebuch eines Verräters | Kohlii | Die Kohlii-Lektion | Der Anfang vom Ende
Saga 2: Tuyets Terror | Ahkmous Terror | Amazing Aodhan | Smart Agni | Strong Brander | Die Maske der Zeit
Saga 3: Begräbnis einer Matoranerin | Karzahnis Schwester | Jäger der Maske | Queen's Kingdom | Karzahnis Story
Saga 4: Vulcanus' Schatz | Neue Verbündete | Endloser Krieg
Das Finale: Das Vermächtnis der Zeit
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