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Bionicle Story 1: Die Kohlii-Lektion

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Dies ist der zweite Teil der "Kohlii-Trilogie" und handelt wiedermal von Hahli, die sich mit dem Kohlii endlich verstehen will.

Kapitel 1: Das Gespräch

Hahli stand in einem dunklen Raum. Sie spürte, dass hier noch mehr als nur Schatten waren, dennoch hatte sie Angst.Angst, dass sie hier nie rausfinden würde, hier verwahrloste und niemals etwas erreicht hatte, was sie je in ihrem Leben vorhatte.
Aus Panik fing sie an zu rennen, wohin, wusste sie nicht. Und plötzlich ... prallte sie gegen etwas, vor Schmerz fasste sie sich an die Stirn und wälzte sich am Boden. Nun sah sie hinauf, gegen was sie geprallt war: Sie schaute tief in zwei blutrote Augen, die einfach so im Nichts herumschwebten. Auf einmal spürte die verzweifelte Matoranerin, dass sie hochgehoben wurde und in eine Art Zange gesteckt wurde. Es dauerte nicht lange, bis sie begrif, dass...

... sie ein Kohlii-Ball war...

Schnell kniff sie die Augen zu, um nicht zu ertragen, wie sie durch die kalte Luft geschleudert wurde... Hinter sich hörte sie das scheußliche und böse Lachen dieses schrecklichen Wesens...

***

Schweißgebadet wachte Hahli aus ihrem furchtbaren Alptraum auf und fasste sich erleichtert ans Herz. "Bei Mata Nui! Es war nur ein ein Traum, nur ein Traum!" Sie schaute noch aus dem Fenster, um festzustellen, dass es mitten in der Nacht war, bevor sie wieder einschlafen wollte. Doch das gelang ihr nicht, denn tausende von Dingen schwirrte ihr im Kopf herum, ebenfalls dieser furchtbare Traum.

"Meine Bestimmung verfolgt mich", sagte sie zu sich selber, während sie ihren kleinen Tintenfisch beobachtete, der in der Flasche eingeschlafen ist. "Ich muss mich endlich mit dem Kohlii verstehen, wenn ich nicht noch so einen Alptraum haben will." Die ganze Nacht über konnte sie kein Auge zudrücken, diese Sportart ließ sie nicht einschlafen, ihr Schicksal wollte, dass sie eine Entscheidung trifft.

"Gleich morgen früh gehe ich zu Turaga Nokama, und möchte ein besonderes Training!", entschied sie endlich, doch auch dadurch konnte sie nicht wieder einschlafen. "Das hättest du schon früher entscheiden sollen!", sprach sie zu sich selber. Zwar machte sie nicht sehr oft Selbstgespräche, aber in solchen Situationen tat sie es einfach, ihr war egal, was die anderen davon meinten...

***

Als die ersten Sonnenstrahlen Hahlis Seetang-Hütte mit Wärme einhüllten, sprang die Matoranerin sofort aus ihrem Bett und ging sofort zu Turaga Nokamas riesiger Hütte. Ihre Augen taten etwas weh, genauso wie ihr Kopf, da sie eine ganze Nacht schlaflos verbrachte. Doch es war ihr im Moment egal, auch, dass sie einer der ersten Matoranerinnen war, die schon auf den Beinen waren.
Nach ein paar Metern stand sie vor der großen Hütte Nokamas. Sie holte nocheinmal tief Luft, bevor sie an die Tür klopfte. Hahli wusste nicht wieso, aber sie war ein wenig aufgeregt, vielleicht lag es daran, dass sie Nokama noch nicht allzu oft persönlich gegenüberstand, oder, wie sie auf Hahlis Wunsch reagieren wird.

"Komm nur!", erklang die honigsüße Stimme Nokamas aus ihrer Hütte. Vorsichtig öffnete Hahli die Tür und erkannte die Turaga, wie sie auf ihrem Thron saß, der mit allen möglichen Edelsteinen verziehrt war. Um den Thron herum waren große Seerosenblätter aufgehängt, es waren die Lieblingspflanzen der Turaga, soviel wusste Hahli. Vielleicht lag es an deren schönen Duft, aber so richtig weiß es keiner, denn Nokama ist sehr geheimnisvoll, was ihre Interessen angeht. Aber dies war jetzt egal für die Matoranerin.

"Willkommen, Hahli! Hast du gut geschlafen?!"

"Na ja, geht so!", antwortete sie müde und musste gähnen.

"Was liegt dir auf dem Herzen, das du so früh aufstehst und mich besuchst?", fragte sie butterweich und lächelte matt. Hahli riss sich derweilen zusammen und fing an, ihren Kummer auszuschütten und ein besonderes Training zu verlangen.

"Es geht um's Kohlii! Ich spiele ja unfreiwillig für das Team und möchte mich endlich mit dieser Sportart verstehen, wissen Sie? Bis jetzt haben alle Versuche fehlgeschlagen, ob dieses Testspiel oder sonst was!", während sie erzählte, schaute sie Boden, "Und nun ja, vielleicht könnte ich ja sowas, wie ein besonderes Training machen?"

Die Turaga stand von ihrem Thron auf und fing an, in ihrer Hütte hin und her zu laufen. "Du machst es dir so schwer mit diesem Training und all dem, obwohl du einfach aus dem Team aussteigen kanns?", fragte sie, diesmal aber etwas bitterer, fast schon ein wenig traurig.

"Nein, auf keinen Fall!", sie schüttelte heftig den Kopf, "Ich möchte mein Dorf nicht im Stich lassen, ich wäre danach wohl hier nicht mehr gern gesehen. Und außerdem haben sie mich aus einem bestimmten Grund ausgewählt, das spüre ich."

Es herrschte eine Weile Ruhe, diese Stille wurde schon langsam unerträglich, als die Turaga wieder anfing zu sprechen, diesmal aber wieder mit ihrer süßen Stimme.

"Weise Wortwahl, Hahli! Und so ist es auch. Ich habe bemerkt, dass du immer wieder die Interessen wechselst, ob Sammlerin oder Sternenguckerin, sogar Rahiexpertin. Dadurch hast du keine Bestimmung, an die du dich klammerns kannst. Das Kohlii hingegen begleitet dich ewig, dass soll deine Bestimmung sein, an die du dich festhalten sollst - für immer!", sprach sie, wobei sie aber mit jedem Wort ernster wurde. Schließlich setzte sich wieder auf ihren Thron. "Es gibt da eine Alternative: Die Kohlii-Lektion..."

"Die Kohlii-was?", fragte Hahli verblüfft, doch die Turaga konnte nur lachen, was die Matoranerin nicht verstand.

"Es ist ein Training, genau das, was du wolltest. Aber es hat etwas Besonderes!" Gwespannt lauschte Hahli der Turaga weiter. Im Inneren der Matoranerin brodelte sich Hoffnung zusammen, Hoffnung, dass sie sich endlich mit dem Kohlii verstehen kann, und endlich eine Bestimmung findet. "Bei der Kohlii-Lektion unternimmst du eine Reise durch Mata Nui. In jedem Dorf wirst du etwas spezielles trainieren, was du für diese sportart brauchst."

"Das ist alles?! Dann mache ich mich ja gleich auf den Weg!", frohlockte Hahli und wollte schon hastig gehen, als die Turagas Stimme erklang. "Warte!" Prompt drehte sich hahli wieder der Turaga zu und schaute ihr in die Augen. Sie hoffte, dass Nokama gleich fertig war und sie losspurten konnte.

"Da gibt es noch etwas: Du hättest vielleicht ein bisschen früher kommen sollen... denn das Tournament beginnt in drei Tagen..." Hahli blieb das Herz stehen. Wie konnte sie das nur vergessen? Vor Wut auf sich selber fasste sie sich an die Stirn. Entsetzen ließ die Hoffnung vertreiben, Hahli hatte versagt... kläglich... "Das ist unmöglich zu schaffen!", jammerte die Matoranerin, doch Nokama beruhigte sie.

"Es ist zu schaffen, Hahli. Einige haben die Lektion schon vor dier gemacht, an einem Tag haben diese schon drei Dörfer besucht!" Dieser Satz ließ Hahli wieder lächeln und die Hoffnung eroberte ihren Körper wieder, vor Glück strahlte sie förmlich!

"Danke, Turaga!", flüssterte sie, vor Glück war ihre Stimme ganz matt. Sie rannte raus aus der Hütte, und hätte fast tanzen können!

"Ach so, dein erstes Ziel ist Onu-Koro!", schrie die Turaga ihr hinterher. Wie schusselig ich doch bin!, dachte die Matoranerin, Beinahe hätte ich hier dumm rumgestanden! Schnell eilte sie in ihre Hütte, packte alles Wichtige in eine Tasche und rannte los, ins Dorf der Erde, nach Onu-Koro...

Kapitel 2: Licht fällt ins Dunkle...

Hahli hatte das Dorf der Erde schon fast erreicht, sie stand jetzt vor einem der vielen Schächte, die der Eingang ins Dorf waren. Diese Schächt ließen sie sie an ihren kleinen Kurztrip nach Onu-Koro vor einigen Tagen erinnern, als sie dringend eine neue Maske für Hafu besorgen wollte. Auch, dass sie zwei Wachen zusammenschlagen musste...

-die Wachen!

Erschreckend fing die Matoranerin an, sie zu mustern. Sie hatte zwar ein gutes Kurzzeitgedächtnis, doch an unwichtige Sachen kann sie sich nie so gut erinnern und in dieser Situation, in der sie war, war es wohl eins der unwichtigsten Sachen.
Ihr Körper umfuhr ein wenig Angst und Kälte, dass es wieder die zwei Wachen waren. Doch sie konnte hier jetzt einfach nicht rumstehen, sie musste sich mit dem Kohlii vertraut machen, koste es, was es wolle.

"Ähm, hallo!", fing sie an, während vier Augen zu ihr rüberschwenkten. "Ich weiß nicht, wie ich sagen soll, aber..." Ihr fielen einfach nicht die richtigen Worte ein, als ob man in ihrem Kopf eine große Unordnung war und sie verzweifelt nach etwas suchte. Anstatt hier weiter zu frieren, sprach sie einfach das aus, wofür sie hier ist.

"...Kohlii-Lektion!", stammelte sie, während die Wachen anfingen zu lachen. Hahli hatte dasselbe Gefühl wie vor einigen Tagen, sie wollte schon kehrt machen und ihr dorf doch im Stich lassen... als...

"Sag das doch gleich, du hast freien Eintritt!"

Hahli hätte vor Freude hoch in die Luft springen können, zwei Mal Glück auf einen Schlag bekommt man nicht oft: Erst waren es zwei andere Wachen und dann durfte sich noch ins Dorf reingehen! Mit einem matten Lächeln ging sieweiter zu den vielen Häusern des Dorfes. Anders als in Ga-Metru waren diese aus Stein und nicht aus Seetang. Klar, woher sollten die Onu-Matoraner den auch bekommen?
Von weiten schon hörte Hahli Hämmern und Meißeln, immer im selben Wechselschlag. Das muss bestimmt von den Minen kommen, dachte sie.
Doch so richtig war sie sich nicht sicher, wohin, oder was sie jetzt tun sollte. Nachdenklich ging sie ihre Runden durch das Dorf und versuchte vergebens eine Lösung durch strategisches Denken herauszufinden. Aber viel fiel ihr nicht ein, im Gegenteil... erst... als sie eine Schrift auf einer Steinplatte entdeckte, wo stand:
Kohlii-Stadion → Gleich hinter der Mine
War das möglicherweise die Lösung? Wartet dort bereits jemand auf sie?
Nein Hahli, frag besser nach, bevor du noch den ganzen Tag hier verbringst!, sagte sie zu sich selber. Schließlich fragte sie jeden möglichen Matoraner den sie traf, aber alle wussten nicht bescheid... Als sie dann aber einen le-matoranischen Besucher fragte, bekam sie Antwort auf ihre Frage.

"Die Kohlii-Lektion? Mein Freund hatte sie gemacht und er musste zu einem Matoraner namens Nuparu. Aber ich bin mir nicht gsnz sicher. Angeblich -aber auch nur angeblich- sind die Regeln vielleicht geändert worden. Aber Nuparu ist ein guter Anhaltspunkt!"

Hahli bedankte sich recht herzlich bei ihm und versuchte nun, diesen Nuparu zu finden. Sie wollte schon wieder nachfragen, da entdeckte sie auf einer Hütte einen Namen, der in goldenen Lettern geschrieben wurde:

Nuparu

Lächelnd klopfte Hahli an der Tür des Onu-Matoraners. Ein leises "Herein!" erklang und Hahli öffnete die Tür, die mit einem quiekenden Geräusch wieder zuging.
Hahli musterte die Hütte des Matoraners und musste feststellen, dass diese noch unordentlicher war, als die ihre: Überall lagen Bauteile, Anleitungen, Skizzen und Werkzeuge herum, Nuparu selber stand an einem Tisch und tüfftelte an irgendetwas. Erst als Hahli ihn schüchternd begrüßte, drehte er sich um und fing an zu sprechen.

"Willkommen in meiner Hütte, mein Name ist Nuparu und bin Techniker, wie du vielleicht siehst."

"Äh, ja! Ich bin hier, um die Kohlii-Lektion zu machen und jemand hat mir gesagt, dass du möglicherweise darüber bescheid weißt!"

Der Matoraner dachte intensiv darüber nach, würde er über die Kohlii-Lektion nichts wissen, wäre sie verloren. "Das waren noch Zeiten. Aber selbstverständlich weiß ich was darüber" -Hahli atemte erleichtert auf- "Ich habe selbst mal dafür 'gearbeitet'. Das heißt, ich habe die Matoraner trainiert. Aber ich bin aus dem Geschäft wieder ausgestiegen."

"Wieso?", fragte Hahli gespannt.

"Nun ja, es hat mir zwar Spaß gemacht, aber dies war nicht meine Bestimmung. Meine Bestimmung gilt nämlich der Technik."

Hahli schaute frustriert zu Boden. "Die Regeln wurden also geändert. Na ja, trotzdem Danke nochmal!", murmelte sie und schleifte aus der Hütte.

"Moment!" -Hahli dreht sich wieder um- "Ich bin trotzdem auf dem Laufenden geblieben und weiß, dass du jetzt zur Mine musst, sprech dort den Leiter an, Dosne ist sein Name!", erklärte Nuparu und im nächsten Moment nahm Hahli ihn in ihre Arme. "Danke!", quiekte sie und nahm Kurs Richtung Mine. Sie folgte entsannt dem Meißeln und Hämmern...

***

Sie war bereits angekommen, und beobachtete gespannt, wie mehrere Onu-Matoraner nach Kristallen und Leuchtsteinen ihre Werkzeuge schwingen. Sie könnte es sich nicht vorstellen, hier jeden Tag zur Arbeit zu gehen... aber schließlich war sie auch nicht an die onu-matoranischen Traditionen gewöhnt.

"Hey du!", erklang plötzlich wie aus dem Nichts diese raue und tiefe Stimme. Etwas angespannt schaute sie zur Seite und sah einen Matoraner, der eine orange Komau trug, und ansonsten schon fast einem Po-Matoraner ähnelte.

"Oh, hallo! Entschuldige wenn ich störe, aber ich mache gerade die Kohlii-Lek-"

"Aha, verstanden!", unterbrach der Onu-Matoraner, bevor Hahli noch ihre letzte Silbe ausprechen konnte. "Mein Name ist Dosne, ich bin der Minenleiter hier und erwarte Disziplin! Du machst die Kohlii-Lektion? Alles klar, dann warte einen Moment." Er ging zur Seite und holte zwei kleine Steine, danach holte er noch einen etwas größeren Brocken und legte ihn zwischen die zwei Kleinen. Er selbber hatte eine Steinplatte in der Hand und forderte Hahli auf, sich auf einen der Felsen zu setzen.

"Na gut, fangen wir mit ein paar Fragen an!" Dieser satz ließ in Hahli ein mulmiges Gefühl los, würde er etwa Quizfragen stellen? Vielleicht sogar über das KOhlii? Davon hatte die Matoranerin doch keine Ahnung! "Es ist wichtig, in welchem Verhältnis du mit deinem Kohlii-Partner stehst. Sag schon, wie ist die Beziehung zu dieser?", den letzten Satz sagte er mit seiner tiefen Stimme noch lauter als zuvor, sodass Hahli sich Mühe geben muss, ihn zu verstehen. Doch trotzdem war sie erleichtert, dass er nur solche Fragen stellt.

"Nun ja, wir sind beste Freundinnen", gab sie zu Antwort, und ohne einen Punkt zu setzen, fragte Dosne weiter: "Auf welcher Position spielst du?"

Das wusste Hahli wirklich nicht. In der Tat, man musste dies unter den Spielern ausmachen, doch sie kam nie dazu, mit Macku zu rden. "Äh, tut mir Leid, ich habe keine Ahnung." Doch glücklicherweise ging Dosne damit nicht sehr streng um. "Macht nichts, welche Position wäre dir denn lieber?"

Hahli überlegte erst ein paar Minuten, bevor sie eine Antwort gab. "Nun ja, im Tor bin ich sehr schlecht, das weiß ich schon so. Aber Macku, meine Freundin, kann sehr gut im Tor spielen. Auf Metru Nui hatten die Matoranerinnen sowas ähnliches wie Kohlii gespielt, nur mit Wurfdisks, weißt du? Und Macku hielt fast jede Disk, das war unglaublich!" Kurz danach meißelte Dosne etwas auf seine Steinplatte. "Aha, in Ordnung. Also notiere ich Stürmer", er machte eine kurze Pause und redete anschließend weiter, "Das waren die Fragen! Beim Kohlii muss man natürlich immer konzentriert sein, deshalbhabe ich eine kleine Konzentrationsübung vorbereitet."
Sie gingen ein paar Schritte weiter, wo Hahli ein paar Felsen aufgestapelt sah. Dosne erklärte kurz, dass sie immer einen Stein wegnehmen musste, aber so, dass die ganze Stapelei nicht runterfällt Zudem musste sie von unten beginnen. Mit einem "Na dann mal los" fing sie auch schon an. In sowas war sie natürlich klar im Vorteil, denn sie liebt solche Spiele.
Als erstes entferntesie die Steine, die keinen anderen "tragen" und nur am Boden lagen. Schließlich war sie nach ein paar Minuten fertig, das Rätsel war gelöst.

"Wow! Rekordverdächtig! Jetzt lass uns ins Stadion gehen, dort erkläre ich dir die wichtigsten Regeln! AYETORO!", rief er zum Schluss und ein komplett mit schwarzer rüstung bekleideter Matoraner ließ sein Werkzeug fallen und ging zu seinem Chef.

"Das ist unser Onu-Koro-Star, Ayetoro! Wo wir gerade dabei sind, ich habe nach deinem Namen noch nicht gefragt?" Die Matoranerin antwortete auf seine Frage und sie kamen ins kleine Stadion rein, wo bereits ein Matoraner trainierte. Sein Name war Onepu.
Onepu stand vor dem Tor und wehrte einen Ball nach dem anderen ab, die von einer Art Zamorkugelwerfer abgeschossen werden.

"So, Hahli. Noch wirst du kein richtiges Spiel spielen, aber wir bringen dir die besten Wege zum Tor bei!", Hahli nickte und Dosne fing an, noch einmal die Kohlii-Regeln zu erklären. Doch Hahli konnte nur gelangweilt dreinschauen, denn diese kannte sie ja schon. Es ist ja nicht so, als ob das Kohlii erst gestern erfunden wurde. Zu ihrem Glück konnten Onepu und Ayetoro auch nur gelangweilt Dosnes Gesten nachschauen und fingen schon an, sich flüsternd zu unterhalten.
Doch nach einigen Minuten war Dosne endlich fertig und bat Hahli, auf's Spielfeld zu gehen, davor drückte er der Ga-Matoranerin noch einen Kohlii-Schläger in die Hand. Er selber stellte sich in die Mitte seines Feldes und fing wieder an, etwas zu erzählen.

"Das Tödlichste beim Kohlii ist es, durch die Mitte zu laufen - denn da wird dir der Ball sofort weggeschnappt. Versuch es mal!" Hahli rannte langsam aber vorsichtig mit diesem Ball direkt auf Dosne zu. Sie wusste genau, dass sie die Vorsicht lieber weglassen sollte, aber das konnte sie nicht einfach von hier auf jetzt, Hahli konnte ur hoffen, dass sie es doch noch lernt.
Als nur noch ein Zentimeter sie von dem Onu-Matoraner trennten, schnappte err sich mit seinem Schläger den Ball. Er lachte dabei, durch seine raue Stimme hörte sich es aber ziemlich komisch an.

"Du siehst: Dies ist also gefährlich! Was hilft uns denn dann?"

Hahli überlegte. "Vielleicht außen rum?", rätselte sie. Doch Dosne gab ihr Recht und sagte, sie soll es noch einmal versuchen. Diesmal rannte sie aber außen lang, viel konzentrierten und ließ die Vorsicht im Schrank stehen. Sie beschleunigte im richtigen Moment, sodass der Minenleiter keine Chance hat, den Ball wegzunehmen. "Fantastisch, junge Matoranerin! Für die nächsten paar Minuten übst du mit den beiden erst ein mal nur Pässe. Wartet kurz!" Er humpelte in einen Nebenraum des Stadions und holte eine Wand raus, wo zwei Löcher drin waren, das eine ein bisschen größer.

"Ayetoro schießt einen langen Pass zu dir, du versuchst auf eine der Löcher zu zielen. Es ist erstmal nicht wichtig, ob du triffst, oder der Schuss sauber ist, hauptsache, du verstehst das Prinzip." Er setzte sich schließlich mit Onepu auf die Sitze im Zuschauerpdest hin, während Hahli und Ayetoro anfingen zu trainieren.
Die erstes Schüsse Hahlis waren noch nicht so präzise und sorgfältig. Aber sie wurde immer besser und traf sogar einmal durch den Ring. Nach einer knappen halben Stunde kam Dosne schließlich runter undagte:

"So, das war's erstmal. Für heute und für Onu-Koro." Hahli schaute etwas traurig rein, es hat ihr soviel Spaß gemacht, selbst wenn sie noch nicht so gut ist. "Ach, keine Sorge, Matoranerin. Wir sehen uns doch schon bald beim Tournament!" Er tätschelte ihr die Schulter und flüsterte ihr ins Ohr: "Im nächsten Dorf, wo du hin musst, solltest du dich warm anziehen, falls du nicht an diese höllischen Temperaturen gewöhnt bist!"
Hahli lächelte, verabschiedete sich schließlich von den drei Kohlii-Experten und ging ins nächstes Dorf. Natütlich war es sofort klar, dass Dosne Ko-Koro meint.


Dieses Training hat mir wirklich Spaß gemacht, vielleicht werde ich mich doch noch mit dem Kohlii verstehen...

Kapitel 3: Schmerz macht den Meister

Hahli musste immer noch über Dosnes Worte lachen: ...solltest du dich warm anziehen, falls du nicht an diese höllischen Temperaturen gewöhnt bist... Nicht nur, dass er ihr die Reise vereinfacht hat, sondern dass die Matoranerin gut mit Klimazuständen wie in Ko-Koro umgehen kann...

"Komm schon, Macku!"

"Nein, das Wasser ist viel zu kalt! Ich gehe da nicht rein!"

"Aber du hast dich doch die ganze Zeit darauf gefreut, endlich mit einem Takea zu schwimmen!", entgegnete Hahli ihrer Schülerin Macku. Sie konnte es einfach nicht begreifen, warum eine ihrer besten Schülerin Angst vor Wasser hatte, so kalt war es nun auch nicht.
Auf ein Zeichen sprangen alle gleichzeitig ins Wasser, Hahli hielt noch einmal Ausschau nach Macku und sprang ebenfalls rein. Tatsächlich war es doch kühler als Gedacht, aber nach einigen Minuten war sie dran gewöhnt und empfand es schon fast als Wärmegefühl. Dafür entdeckte die Klasse bald einen großen Takea, den sie beobachteten und einiges aufzeichneten. Die mutigen unter ihnen haben sich sogar getraut, mit ihm eine Runde zu schwimmen.
Schließlich näherte sich der Tag dem Ende und die Klasse hatte vor, dies jeden Tag zu machen...

"Oh ja, Macku hatte da echt was verpasst!", sagte Hahli zu sich selber und ganz in ihrer Gedankenwelt, wäre sie fasst gegen eine Wand in der Onu-Koro-Hauptstraße gerannt. Schließlich ging sie die höhlenartige Straße zuEnde und schaute dem weißen und glänzenden Ko-Koro entgegen: Vom Mount Ihu aus waren rundherum die Behausungen der Ko-Matoraner gebaut. Am Fuße des Bergs standen vier Türme, die Wissenstürme, die man aus Metru Nui übernommen hatte. Diese sind jedoch im Vergleich ziemlich klein... Doch für Hahli machte dies nichts aus, Wissen war nämlich genauso viel dort drin, wenn nicht sogar mehr.
Schließlich ging sie einen Pfad ins Dorf hinaus, wo ein paar Ko-Matoraner sich rumtrieben, sich unterhielten oder irgendetwas Wissenschaftliches taten. Weit und Breit auf der Insel wusste man, dass das ko-matoranische Dorf nur so von wissendurstigen Wesen wimmelt, aber auch viele Hellseher oder Wahrsager treiben hier ihr Unwesen, sodass jeden Tag mehrere Matoraner aus verschiedenen Dörfern sich hier bereichern, ob mit chronistischen Aufzeichnungen oder Sternenkarten, ein Besuch in Ko-Koro würde sich immer lohnen.
Aber Hahli ist deswegen nicht da, sie möchte weitere Kohlii-Tricks kennenlernen und fragt sich jetzt schon begeisternd, was ihr nun beigebracht wird. Präzise Torschüsse, noch strategerische Pässe, Wendigkeit? Alles sowas schwirrte in ihrem Kopf herum, wie mehrere Manas-Fliegen. Doch wieder hatte sie das Problem, dass sie nicht wusste, wohin? Außerdem ist Ko-Koro nicht gerade das sportbegeisterste Dorf, Hahli kann sich vorstellen, dass sie sehr verrückte, wenn nicht sogar dumme Antworten bekommen könnte.
Schließlich hatte sie den kleinen Vorort verlassen und watschelte nun durch eine dicke SChneeschicht, und wenn sie sich nicht täuschte, fiel gerade noch mehr von diesem weißen Zeugs und ließ ihre hellblaue Rüstung schimmern. Aber ohne sich weiter um den Schnee zu kümmern, lief sie den Berg weiter hoch, glücklicherweise wurde ringsherum ein Weg gebaut, Mal sind auf diesem Weg Hütten angebracht, wie die Matoranerin schon festgestellt hat.
Als sie schon so hoch war, dass die Matoraner aus dem Vorort mindestens so klein wie Kohlii-Bälle waren, entdeckte Hahli etwas Gigantisches, einfach nur riesig...
Es war ein sehr hoher Eiszapfen, der aus einem kleinen Loch hervorragte, mindestens fünfzig Meter hoch und sehr dünn, dass man meinen könnte, er würde bei der kleinsten Berührung in tausende von Stücke zersprengen. Das wäre ein Puzzle für dein ganzes Leben, dachte Hahli in diesem Moment. Um den Zapfen herum waren drei Ko-Matoraner versammelt. Hahli konnte das Gefühl nicht loskriegen, sie kenne dieses Trio.

"Äh, hallo!", fing sie an, doch kurz darauf drehten sich drei Masken mit verbitterten Blicken zu ihr um und starrten eiskalt in Hahlis Gesicht, diese ging vorsichtshalber einen Schritt zurück.

"Kantai, wir sollten aufhören sie so zu beänstigen, du hast doch die Nachricht vom Wundervollen Nuju erhalten!"

Kantai? Hahli erinnert sich an diesen Namen. Ebenfalls brach sie aber in Gelächter aus, weil der eine Matoraner, der eine graue Hau trägt, Turaga Nuju so genannt hat.

"Sie lacht!", sagte wiederholt der Hau-Träger.

"Weil du Nuju so genannt hast, du Hikiaki!", fuhr Kantai ihn an. Doch genau in dem Moment konnte sich Hahli wieder dran erinnern, wo sie diesen Namen gehört hat...

Es ist ein Zeichen, Kantai!"

"Mag sein, doch in der Zeit des Kohlii-Tournaments werden sich die Sterne mehr verändern als sonst, Lumi!"

Für Hahli war sofort klar: Es waren Sternengucker, die meisten aus Ko-Koro interessieren sich für sowas. Eigentlich auch Hahli, aber sie versucht nicht die Zukunft aus diesen zu berechnen.

"Ich stimme Lumi trotzdem zu! Es ist das Zeichen: Onu und Ko sind die zwei Mannschaften, die als erstes rausfliegen, dieses Spiel beweist es!", meinte der dritte im Bund.

"Jaatiko! Wende dich doch nicht gegen mich!", sprach Kantai und die drei lachten. "Na ja, ist jetzt egal, lasst uns das Spiel schauen! Seht, eine gefährliche Szene!"

Es waren die drei Matoraner, die Hahli beim Kohlii-Testspiel belauscht hat, als ihr ziemlich langweilig war. "Hey, regt euch nicht so auf. Ich kenne euch!" -Die drei wunderten sich sehr und schauten einander in die Masken- "Beim Kohlii-Testspiel habe ich euer kleines Gespräch mitbekommen!" Sofort breitete sich ein Lächeln auf allen drei Gesichtern gleichzeitig aus, ihnen wurde es jetzt also klar.

"Aha, du warst also die Ga-Matoranerin vor uns in der Reihe!", sprach Kantai wiedermal. "Vielleicht müsstest du uns dann ja schon kennen!" Mit einem Nicken sagte Hahli die drei Namen der Ko-Matoraner auf, wie ein Gedicht, nur etwas wackliger.

"Jedenfalls mein Name ist Hahli, ich mache die Kohlii-Lektion und-" Sie wurde durch ein Getuschel des Trios unterbrochen und noch bevor die Matoranerin fragen konnte, was los war, antworteten die drei wie aus einem Munde: "Wir wissen es!"
Hahli fasste sich an die Stirn! Lumi hatte es doch selber gesagt, dass der "Wundervolle Nuju" ihnen eine Botschaft über Hahli gebracht hatte.

"Genug geplaudert, diese Matoranerin will sich mit dem Kohlii vertraut machen!" -Mit diesem etwas wütenden Satz verstumten Lumi und Jaatiko, als ob sie einen Reiverschluss auf dem Mund hätten- "Meine Ansicht der Dinge ist, dass man nur durch Schmerz weiterkommt!"

Hahli lief es eiskalt den Rücken runter, und nicht, weil ein paar Schneeflocken auf ihrem Rücken landeten. Vielleicht hatte sie Kantai falsch verstanden, aber würde sie wirklich jetzt Schmerz erleiden müssen? Und was ist mit diesem Eiszapfen? Soll sie ihn etwa den Berg hochtragen oder sonst noch etwas? Jedenfalls wurde ihr immer mulmiger und wenn Kohlii nur aus Schmerz bestehen würde, würde ihr schnell die Lust daran vergehen.

"Nimm die Bedeutung des Wortes 'Schmerz' nicht so ernst!" Hahli erleichterte, doch sie wusste ganz genau, dass der Ko-Matoraner mit Schmerz zwar etwas Milderes, aber immer noch etwas Furctbares meinte. "Klettere den zapfen hoch und holte es oben für eine Weile aus! Dabei sollst du aber den einen Fuß über den anderen stellen."

Hahli nahm ihre Hand vor's Kinn und biss sich auf die Zähne. Es war doch schon etwas anstrengend, doch für die Ehre des Dorfes würde sie alles tun und so kletterte Hahli hoch, Lumi und Jaatiko feuerten sie an, Kantai jedoch bat sie mit einem lauten "SEIT STILL!" zur Ruhe.
Schließlich war sie oben und versuchte ihr Gleichgewicht zu halten. Am Anfang war es noch relativ einfach, doch mit jeder Sekunde wurde es anstrengender und immer schmerzhafter. Um sich auf andere Gedanken zu bringen, dachte sie etwas über die drei Ko-Matoraner nach, die von da oben viel kleiner aussahen. Kantai muss irgendwie ihr Chef sein, und Jaatiko, ich habe ihn kaum sprechen hören! Doch so richtig war sie nicht abgelenkt, selbst das Zählen viel ihr bei diesen SChmerzen schwer... Dann...
...geriet sie in furchtbare SChwanken, dachte schon, sie würde fallen, fallen ins tiefe Nichts. Sie wollte auf keinen Fall schreien, ihren SChmerz nicht zum Ausdruck bringen. Doch es half alles nicht, sie fiel, fiel runter in die Tiefe, mit geschlossenen Augen, um den Aufprall nicht zu spüren... als sie plötzlich von etwas aufgefangen wurde. Hahli riss ihre Augen auf und starrte auf eine hellblaue Pakari.

"Jaa-Jaatiko?!", keuchte die Matoranerin, doch sie bekam nur ein Nicken. Schlielich ließ Hahli sich zu Boden setzen und Kantai am angespurtet.

"Und, wie geht es dir?", fragte er neugierig, als ob diese Frage ihn reich bescheren würde. Doch Hahlis Antwort war nicht die gewöhnliche, sie wusste selber nicht, wieso sie das empfand...

"Ich weiß nicht wieso, aber ich habe richtig Lust auf's Kohlii." Kantai sprang in die Luft, wie verrückt. "Ja! Seht ihr, meine Methode hat funktioniert! Ja!" Er tanzte weiterhin hin und her, während Jaatiko und Lumi nur zu Boden schauten.
Nach einer kleinen Weile gingen sie schließlich zum Kohlii-Platz, es war nicht das Stadion, nur ein kleiner Trainingsort im kleinen Vorort. Der Platz war von SChnee umgeben, das Spielfeld selber bestand aber aus Eis, mit einer roten Linie in der Mitte, die die zwei Felder von einander trennten. Wie gewöhnlich standen auch die Tore da.

"Was du jetzt lernst, sind Fouls aller Art!", sprach Kantai, seine zwei Kumpanen waren wiedermal abseits und verfolgten das Geschehen. Doch dieser Satz des Ko-Matoraner ließ Hahli ein wenig verwundern, denn wie sie beim Testspiel mitbekommrn hatte, nahm ja keine Rücksicht darauf. Sie konnte nur hoffen, dass Ko-Koro ihr das Gegenteil beweist und sie die gute Seite des Kohlii kennenlernst.

"Es gibt viele Art und Weisen von Fouls!", fing Kantai an und lief dabei im Kreis, "Zu erst die leichten Fouls, ein Beispiel ist, wenn du gerade im Zweikampf bist und über den Schläger des anderen stolperst, ein sehr häufiger Fall!" Sie hörte ihm gespannt zu und erst jetzt bemerkte sie wirklich, dass seine ölige Stimme sich ziemlich arrogant anfühlte, wahrscheinlich war er auch so, wenn er Lumi und Jaatiko schon so anschreit. "So ein Foul kann natürlich überall passieren, aber am häufigsten ist es kurz vor dem Fünf-Meter-Raum."

Er markierte fünf Meter vor dem Tor eine Stelle mit einem kleinen Stein, etwas weiter links und rechts markierte er wieder zwei Stellen. "Der Stein in der Mitte ist der Fünf-Meter-Raum, die anderen zeigen die Stelle an, wo die häufigsten leichten Fouls sind." Er bat sie zu einem dieser markierten Stelle und gab ihr einen einfachen Kohlii-Schläger, dessen Umgang sie schon kennt. "Es ist kein professioneller Schläger, wie die beim Kohlii-Tournament, nur ein Trainingsgerät!", erklärte er vorher und Hahli erinnerte sich ebenfalls an einen solchen in Onu-Metru. "So, nach einem Foul gibt's 'nen Freisto?, den wir jetzt üben. Weiter erlärte Kantai Hahli, dass sie versuchen sollte, von dieser Position das Tor zu treffen, sie hatte dafür drei Versuche.
So fing sie an, schoss nicht sehr hart und der Ball kullerte weit vorbei, sodass Kantai ihr noch einmal zeigte, wie es ging. Hahli bezweifelte, dass sie heute so einen tollen Schuss hinkriegt, aber dafür macht sie ja die Kohlii-Lektion. Schließlich schoss sie den Ball und verfehlte nur knapp. Nach weiteren paar Minuten erzählte Kantai über die groben Fouls, die im Strafraum zum Fünf-Meter führt, den Hahli jetzt trainieren sollte, dafür stellte sich Kantai ins Tor. Ein glatter Schuss -

-und der Ball fliegt ins Tor...

Die Matoranerin freute sich, obwohl sie genau wusste, dass dies nur ein ganz kleiner Schritt war. Ohne viel Zeit zu verplempern, gab Kantai weitere Tipps:

"Sollte ein Foul in deiner eigenen Spielfläche geschehen, ist es unklug, auf's Tor von dort hinten zu schießen. In solch einer Situation spielt man auch einfach weiter, es sei denn, es ist ein grobes Foul, wofür der Spieler vom Platz fliegen muss. Natürlich wird er dann eingewechselt, sollte aber kein weiterer Spieler bereitstehen, muss der Torwart alleine weiter kämpfen." Hahli fand immer mehr Interesse am Kohlii, es war plötzlich so spannend wie ein Buch!

"Tja, leider ist der 'Ko-Koro-Workshop' hiermit zu Ende, Hahli. Ich wünsche dir noch viel Spaß bei der Saison! Ich weiß zwar schon durch mein Sternengucker-Talent, wer gewinnt, sage dir aber bloß, dass du sehr weit kommst!" Er lächelte noch kurz und mit einem Tätscheln auf Hahlis Schulter verabschiedete er sich von ihr. Lumi und Jaatiko wünschte Hahli noch alles Gute und war auf den Weg - jedenfalls nicht ins nächste Dorf, worüber sie spätzer nachdenken will, sondern in einen Laden im Vorort, der ihr sofort auffiel.

Talvis Shop

stand mit großen und bunten Lettern auf einer etwas größeren Hütte. Sie schiebte die Tür aus Eis zur Seite und musste staunen, was ein gewisser Talvi alles verkaufte: Von Kanoka-Disks und Masken bis hin zu Muscheln und Kohlii-Ausrüstung.

"Willkommen in meinem Laden. Wer ich bin, ist wohl klar!", sagte der Kakama-Träger. "Was kann ich für dich tun?"

"Ich suche nach einem Buch über das Kohlii", antwortete sie. Talvi überlegte erst ein bisschen, bevor er anfing in einem Regal zu wühlen und ein verstaubtes Buch rausholte, den Dreck bließ er jedoch weg, hinaus in die Luft. "So, was hast du zum Tausch?", fragte er, Hahli konnte jedoch nur zwei hellblaue Münzen aus ihrer Tasche hervornehmen.

"Dies sind zwei Münzen aus unserer Metru-Nui-Zeit. Sie waren meine Glücksbringer, doch dieses Buch sind sie es wert." Er nahm sie zur Hand und fixierte sie genau. Hahli hatte den Anschein, als ob er begeistert von den zwei Stücken war, selbst wenn es diese auf Metru Nui im Überfluss gab. "Sehr selten", schwärmte er "Ein guter Tausch, ich nehme es an!" Mit einem Lächeln verschwand Hahli aus seinem Laden und betrachtete das Buch: Es in einem Orange-Ton angemalt und man sah zwei Matoraner Kohlii spielen. Schlieliß las sie sich den Titel des Buches durch.

Eine Sportart begeistert eine Insel:
Das Kohlii
Von Kopeke (Chronist)

Den Namen "Kopeke" kannte sie...

Also, liebe Chronistengruppe, wir sind hier versammelt, um einen neuen Anführer zu wählen", sprach ein Ta-Matoraner namens Kapura. "Bitte schreibt auf eurer Steinplatte jeweils einen Namen!" Mit diesem Satz ertönte ein KRickeln und das Geräusch des Schreibens. Schließlich gaben alle ihre Steinplatten ab und Kapura zählte aus.

"Die Entscheidung war ziemlich eng, doch schließlich haben wir einen neuen Anführer. Bitte klatscht so laut ihr könnt!" Er machte eine Pause und für einige Sekunden war nur das lodernde Feuer zu hören... "KOPEKE!" Alle brachten in Klatschen und Jubel aus, während der Ko-Matoraner aufstand und sich herzlichst bei allen bedankte...

"Oh ja, er war ein fabelhafter Chronist!", sagte Hahli zu sich selber, während sie im Buch herumblätterte. Plötzlich fand sie eine Seite, wo dich "Kohlii-Lektion" stand. Mit pochendem Herzen blätterte sie ein paar Seiten weiter, wo die Reihenfolge der Dörfer standen: ...Ko-Koro, Le-Koro...

"Ah, ins Dorf der Luft muss ich wandern!", sprach sie und lief schließlich los, ins mit Bäumen bewachsene Dorf der Lüfte...

Kapitel 4: Schnelligkeit

Hahli hatte nicht viele Erfahrungen mit dem Dorf der Lüfte, im Gegenteil. Sie war hier kaum zu Besuch, selbst wenn es für die Matoranerin viel zu entdecken gab: Hier gab es Rahi-Arten, die man nur speziell in Le-Koro finden konnte, oder die verrückte Baumsprache, die Hahli wortwörtlich "interessant" fand.
Sie wusste, dass die Le-Matoraner hoch oben in den Bäumen leben, wo sie Plattformen und Häuser aus Holz gebaut haben. Der eingang war leicht zu finden; an jedem mit Moos bewachsenen Baum hingen Leitern, oder Lianen rankten von weit oben aus. Schließlich entschied sie sich für eine der vielen Leitern, während eine Manas-Libelle mit einem tiefen Summen an ihr vorbeiflog und sie von weiten das Brüllen eines Hikaki-Affen hörte.
Sie hat es bereits geschafft, den großen Baum zu erklimmen, wo sie sich auf der großen Holzplatte umsah: Nur ein paar kleine Hütten waren da, aber dafür auch kein einziger Le-Metoraner.
Plötzlich hörte sie Geräusche... Geräusche die sich ganz und gar von der ganzen Wildnis abtrennen:

Es war Musik.

Dazu noch sehr sanfte und weiche, deren Melodie Hahli in eine dieser Hütten lockte. Sie war zwar nicht in Musik interessiert, aber diese Klänge übertrafen einfach alles, egal wer sie machte, er müsse ein Meister sein.
Die Matoranerin öffente ganz langsam die Tür, wo sie mehrere Le-Matoraner sah, die an Hörnern bliesen oder auf Trommeln schlugen, die an hohlen Holzstücken trommelten oder andere. Ein Matoraner stand vor diesem ganzen Orchester und wedelte seinen Dirigierstab, der lediglich ein kleiner Stock war.

"Nein, nein, nein!" -alle verstummten- "So geht das nicht! Ihr Hörner sollt nicht so tief spielen, wie oft soll ich euch das noch sagen!", polterte er wie verrückt und wurde ganz rot im Gesicht.

Jetzt öffnete Hahli die Tür weit auf und mehrere Augenpaare gingen in ihre Richtung. So stellte sie sich das Leben im SChwarzen Wasser vor, beobachtet von jedem, egal was sie tat.

"Oh, Besuch!", frohlockte der Dirigent wieder. "Mein Name ist Sanso und ich begrüße dich in meinem Mini-Orchester!"

Hahli begrüßte ihn ebenfalls und stellte sich vor. "Also ich fand die Musik traumhaft, noch nie habe ich so tolle Klänge gehört!" Sanso musste lächeln und war geschmeichelt, dass er es selbst zugab. "Nun ja, ich komponiere im Auftrag der Turaga eine Hymne für Mata Nui", er erzählte weiter, über seine Lebensgeschichte und so weiter. Ebenfalls verwendet er musikalische Begriffe, von denen Hahli noch nie etwas gehört hatte. Seine Baumsprache erschwerte das Verständnis für Hahli. Doch während er erzählte, schaute Hahli auf ein paar steinplatten, die auf einem Tisch lagen. Auf ihnen war etwas geschrieben, vermutlich der Text der Hymne:

Mata Nui
Unsere Heimat nach dir benannt,
Dich, dem Großen Geiste!
Mögest du wachen über uns,
Uns dem stolzen Volke der Matoraner!

Als er nach mehr als fünf Minuten fertig war, fragte Hahli ihn nach der Kohlii-Lektion. "Ah, da ich die Hymne bis dahin fertig muss-haben und sie beim ersten Spiel soll-dirigieren, weiß-bescheid ich ein wenig über das Kohlii und deren Lektion. Am besten fragen-sollst du Kongu, er ist nicht nur unser Kohlii-Star, er verantwortlich-ist auch für die Lektion! Er ist gleich zwei Platten-Holz weiter, bei einem groß-riesigen Gukko." Mit viel Mühe schaffte sie es dennoch, Sansos Baumsprache zu verstehen und machte sich gleich auf den Weg, um diesen Kongu zu finden. Ihre Schritte hallten auf dem dumpfen Holz wider, während Sansos Orchester immer leiser wurde.
Auch auf den nächsten Platten war nicht viel loß, lediglich ein paar Le-Matoraner unterhielten sich, oder kauften etwas in einem Maskenshop.
Maskenshop.

Ohne auch nur einen Gedanken an irgendetwas zu verlieren, sprang sie auf und rannte los, vorbei an den vielen Onu-Matoranern und deren warmen Hütten. Sie war überhupt nicht müde, dafür war sie viel zu aufgeregt. Endlich ging sie durch die kleine Tür des Shops und ein faszinierender Blick erfasste Hahli: Die ganze Hütte war bis auf den letzten Zentimeter mit Masken aller Art geschmücht: Mahkis, Raus, Pakaris und viele weitere.

"Herzlich Willkommen!"

Hahli erschrack. Sie drehte sich um und erkannte einen Matoraner. Es war der Verkäufer! Wie konnte sie den nur vergessen.

"Was darf's denn sein?", fragte er mit einer zuckersüßen, aber sehr ungewöhlichen Stimme für einen Onu-Matoraner.

"Äh, eine Ruru, schwarz, bitte!", stotterte Hahli. Ihre Angst stieg mit jeder Sekunde und dabei war dieser Matoraner noch langsamer als eine Mata-Nui-Kuh! Dieser nahm gerade eine Leiter und schwenkte mit dieser durch die Hütte. Währendessen erfasste Hahli ein Schild an der Wand, das sie steiffrieren ließ. Die Buchstaben, so schwarz wie der Tod selber:

Wir verkaufen nur kraftlose Masken!

Diese Momente ließen Hahli wieder erstarren. Doch sie wollte nicht einfach mehr in der Vergangenheit rumgraben, als ob sie etwas Antikes finden will. Sie wollte nur noch auf die Zukunft hinausblicken und endlich was aus ihr machen.
Die nächste Platte war in der Tat ein wenig anders: Von ihr gingen viele Brücken aus, am anderen Ende waren Zäune angebracht und Würmer und andere Insekten stapelten sich in hölzernen Eimern, die neben jedem dieser Zäune angebracht waren. Sofort war klar, dass dies ein Rahi-Zucht-Stelle war und gleich bei einer der Brücken stand ein großer Gukko mit prächtigem Federkleid, gestreichelt von einem Le-Matoraner.
Hahlis Herz machte einen Hüpfer: war dies vielleicht der Matoraner, der sie weiter trainieren sollte? Es gab jedenfalls nur einen Weg dies herauszufinden.

"Hallo, bist du vielleicht Kongu?"

Er drehte sich um und Hahlis Herz schlug höher. Sie wusste nicht wieso, aber irgendetwas faszinierte sie an diesem Le-Matoraner.

"Ja, wieso?", antwortete er mit einer etwas hohen Stimme, aber dafür sehr geschmeidig, dass Hahli anfing zu schwärmen. Beinahe hätte sie hier auch einfach rumgestanden und ihn den ganzen Tagangestarrt, als ihr doch plötzlich einfiel, warum sie ihn gesucht hat.

"Ach ja, es ist wegen der Kohlii-Lektion", sagte Hahli etwas nervös und wurde im ganzen Gesicht rot wie ein Ta-Matoraner. Kongu konnte als Antwort nur ein kleines Nicken hergeben. "Der Trainingsplatz ist ein bisschen weit entfernt von hier, lass uns doch auf meinem Gukko fliegen!", kam ihm die Idee und Hahli war vollkommen einverstanden. Ein romantischer Flug mitten durch den Dschungel Le-Koros.
Schließlich waren alle beide auf dem Rahi oben und mit einem "Los!", schwenkte der Gukko seine gigantischen Flügeln, die mit allen möglichen Farben versehen waren: Orange, Rot, Gelb, Grün, Blau und viele andere.
Jetzt hob er seine Füße vom Boden und flug loß, zwischen all den riesigen Bäumen...
Die zwei unterhielten sich währendessen: "Früher hatte ich auch viel mit Rahi zu tun", sprach Hahli, "Ich war Lehrerin und machte mit meiner Klasse Ausflüge unter Wasser, wo wir die buntesten Fische und und große Takea sahen", erzählte sie weiter, während Kongu gespannt zuhörte.

"Interessant. Vielleicht hast du gehört, dass Gukkos eine bedrohte Rahi-Art sind, sie kriegen auch nicht viel Nachwuchs. Deshalb versuchen wir zusammen mit Onu-Matoranern sogenannte 'Robo-Gukkos' zu konstruieren!"

Für einen Moment sagte plötzlich niemand etwas. Sie lächelten sich nur matt an und bemerkten gar nicht, dass ihre Masken sich näher kamen... Es war tatsächlich Liebe auf den ersten Blick...
Nur noch wenige Zentimeter trennten sie von ihrem Kuss, als -
-der Gukko anfing zu kreischen. Sofort kamen ihre Gesichter auseinander und Kongu musste erschreckt bemerken, dass sie kurz davor waren, gegen einen Baum zu krachen. Egal was er tat, ob sich um den Hals des Gukkos zu klammern oder ihn mit mit einer Peitsche vom Kurs zu bringen, nichts klappte und es schien, als würden sie dem Tod ins Auge zu bringen...
Da fiel Hahli was ein: Wenn sie eins aus ihrer monatelangen Arbeit mit Rahis auf Metru Nui gelernt hat, dann, dass jeder Gukko verrückt nach Glänzendem und Glitzernem war. Aufgeregt und hastig kramte sie in ihrer Tasche, ihr war sicher, dass sie hier irgendwo einen Leuchtstein hatte.

"Hahli, ich kann nichts machen!", winselte der Le-Matoraner, während der dicke Baumstamm immer näher kam. Doch seine Begleiterin beruhigte ihn, als ob die Sache alles andere als befürchtend ist.

"Hier ist er!", frohlockte sie und beachtete Kongus fragenden Blick erst gar nicht. Vielmehr warf sie den Leuchtstein weit hinaus und funkelte in der glänzenden Sonne. Wie hypnotisiert flog der Gukko dem Stein im steilen Flug nach, während der Le-Matoraner sich immer noch über Hahlis Einfall freute.

"Brilliant! Wirklich, als ob ich nicht selber drauf gekommen!" Nach wenigen Sekunden hatte Kongu seinen Gukko auch schon im Griff und sie landeten weich auf einer weiten Wiese, den wilden Dschungel hatten sie hinter sich gelassen. Und wieder sah Hahli einen Trainingsplatz, der sich jedoch überhaupt nicht von dem in Ko-Koro unterscheidet: Zwei Tore und eine Mettellinie, schon hast du dein Feld.
Auf dem Platz waren jedoch schon zwei Matoraner: Der eine stand im Tor, während der andere Kohliibälle auf den Torgüter schoss.

"Komm, Hahli!", sagte Kongu etwas schüchternd und ging zum Trainingsplatz los, Hahli folgte ihm und hatte immernoch Herzrasen, den vermeindlichen Kuss konnte sie einfach nicht aus ihrem Gedächtnis prügeln. Was wäre wohl geschehen, wenn sie sich doch geküsst hätten? Diese Frage schwirrte in ihrem Kopf auf der Suche nach einer Antwort. Vielleicht war es einerseits doch gut, dass der Gukko sie davon abgelenkt hatte, denn dann wären wohl beide in den Tod geflogen.

"Hahli? Hahli?", in ihren eigenen Gedanken versunken, bemerkte sie nicht, dass Kongu sie die ganze Zeit gerufen hatte: "Ah, da bist du ja wieder! Darf ich vorstellen, das sind Kumo und Tamaru. Letzerer ist unser Torwart, Kumo ist Ersatzspieler." Sie gab den beiden die Hand, während Tamaru darauf Hahli mit auf den Platz brachte, die beiden anderen Le-Matoraner standen abseits, doch vorallem Kongu, der verzweifelt zu Boden schaute. Konzentriere dich jetzt auf das Kohlii, du Burnak-Trampel!, befahl sie sich selber in Gedanken.

"Von uns Le-Matoranern lernst du, Schnelligkeit im Spiel anzuwenden, denn sonst wirst du ganz schön dumm da stehen, wenn dir der Ball in nullkommanichts weggeschnappt wird!", sagte er mit einer etwas harmonischen Stimme, selbst wenn er versuchte, ernst zu wirken. Hahli bemerkte erst jetzt, dass er und Kongu keine Baumsprache sprachen.

"Ich werde deine Schnelligkeit mal testen! Renne bis zu diesem großen Felsen dort und wieder zurück!" Für Hahli hörte sich dies nicht allzu schwierig an, schließlich konnte sie schnell rennen und diese nicht allzu weite Strecke war kein großes Problem.
Sie wollte schon losrennen, als Tamaru plötzlich einen lauten Pfiff von sich gab und aus den Gebüschen kam ein Rahi hervor, dass sofort zu dem grauen Fleck am Horizont losspurtete, Hahli rannte jedoch verwirrt hinter. Es war ein Gafna, sdie hatten zwar kurze Beine, sind aber sehr flink, sodass Hahli viel Mühe hatte, ihn einzuholen. Doch auch der Fels kam immer näher und wurde immer größer. Der Gafna war bereits dort und rannte geschickt die Strecke zurück, doch die Ga-Matoranerin hatte überhaupt keine Puste mehr, wie sollte sie dies schaffen, gegen ein Rahi, dass das Ziel zum Greifen Nahe hatte...

Ga-Matoranerinnen waren schon alle gespannt vor dem großen Ga-Metru-Fluss versammelt und redeten alle kunterbunt durcheinander. Man hätte von einer großen Veranstaltung sprechen können, und da hätte man auch nicht so unrecht. Aber so ein Spektakel war es nun auch wieder nicht, sodass Hahli sich wunderte, warum so viele hier versammelt waren.
In der Tat, sie hatte mit Nokama -ebenfalls eine Lehrerin und wenn auch sehr bescheidende- eine Wette vereinbart: Wer als erster den Helryx-Fluss hinunter und zurück schwimmt, erhält ein sehr seltenes Buch, dass Hahli schon immer haben wollte, der Wert würde vieles übersteigen, jeder matoranische Verkäufer würde seine Maske auf dieses Buch verwetten...
Schließlich ertönte ein pfeifendes Geräusch und die beiden Matoranerinnen sprangen ins Wasser. Es vergingen mehrere Minuten... als Nokama so schnell wie Burnak schwamm und einen grooßen Abstand zu Hahli errichtete. Als diese schon am Ende der Mündung war, hatte ihre Konkurentin bereits die halbe Strecke zurückgelegt. Für die Matoranerin war klar: Sie konnte unmöglich gewinnen, es war einfach unvorstellbar! Sie kroch aus dem Fluss, ohne sich weiterhin Gedanken über das Buch oder Nokama zu machen...

Diese Erinnerungen wachte ganz plötzlich in Hahlis Innerem auf. Sie konnte sie noch an jedes Detail erinnern, besonders an ihr Tragisches Aufgeben, nur weil etwas wissenschaftlich unmöglich war. Diesmal werde ich nich versagen, weg mit der Wissenschaft! Mit diesem Gedanken rannte sie immer schneller und schneller, es war ihr egal, wie sehr ihr Herz raste oder das Stechen im Bauch stärker wurde, sie wollte nur rennen, diesen Gafna überholen.
Sie war schon so nah an dem Gafna, dass sie ihn hätte berühren konnte, was ein großes Glücksgefühl in ihr aussetzte. Von Weitem hörte sie Kumo immer lauter schrein und...

...sie hatte den Gafna überholt.

Voller Jubel rannte sdie an Tamaru vorbei und landete im weichen Gras, während das Rahi zurück in den Wald schlich. Hahli konnte nur schwer atmen und hustete immer wieder, sie konnte sich kaum vorstellen, wie sie noch die Schnelligkeit trainieren sollte.

"Das war fantastisch!", lobte Tamaru und erzählte weiter, was Hahli zu tun hatte. "Als erstes stelle ich mich in die Mitte des Feldes, Kumo ins Tor. Du hast den Ball und sollst zum Tor rennen, pass aber auf, dass ich dir nicht den Ball wegnehme! Und mit welcher Methode kann ich dir die Kugel nicht wegschnappen?", fragt er gespannt, als ob es um viele wertvolle Dinge ginge.

"M-Mit Schnellig-k-keit", keuchte sie hervor, immer noch im Gras liegend. Zu ihrem Glück meint der le-Matoraner, sie könne sich solange ausruhen, bis die beiden fertig aufgestellt waren. Diese Zeit nutzte sie, um sich mit Kongu noch zu unterhalten...
... doch als sie ihn sah, verging ihr die Lust daran. Immernoch wie ein verbannter takea stand er mit trauriger Miene da, war ganz bleich im Gesicht und schaute zu Boden. Wie kann er immernoch so rumstehen, das ist doch unterstes Nivou!, sagte ihr Innerstes, sie selber aber meinte was ganz anderes, als ob sie im Konflikt mit ihrer anderen Seite wäre. Aber trotzdem hatte sie keine weitere Lust, mit ihm zu plaudern, denn Tamaru rief sie schon zu sich. Kongu hinter sich lassend, ging sie auf das Feld. Als der Le-Matoraner schon wieder einen lauten Pfiff von sich gab, rannte Hahli schnell nach außen, wie sie es in Onu-Koro gelernt hatte. Doch schon nach wenigen Sekunden war die Kugel aus ihrem Trainingsschläger verschwunden. Sie schaute zu Tamaru hinüber.
Dieser hielt sie lachend in seiner Hand und warf sie rauf und runter. "Noch nicht schnell genug, kleine Matoranerin", sprach er etwas arrogant, was ihn wie Kantai wirken ließ. "Aber ich sehe, du weißt, dass man den Ball nach außen spielt. Die Onu-Matoraner haben dich weise gelehrt! Versuch's nochmal!"

Wieder nahmen alle drei ihre Position ein, diesmal aber versuchte Hahli nicht von anfang an schnell zu sein, sondern erst langsam ein paar Schriite nach rechts zu gehen und ihr Tempo darauf immer etwas zu erhöhen. Sie schaffte es zwar viel weiter als beim ersten Mal, aber trotzdem landete der Ball wieder in Tamarus Schläger.

"Schon besser, aber immer noch nicht gut genug!" -er tätschelte sie auf die Schulter- "Das mit dem Tempo erhöhen ist schon mal sehr wichtig, aber dann wurdest du kurz vor dem Tor langsamer." Schüchternd gab es Hahli zu. "Ich war etwas nervös!", quiekte sie, woraufhin Tamaru wieder lachte.

"Das passiert den meisten Neulingen, aber keine Sorge! Überwinde die Aufregung, schieß auf das Tor!" Er machte eine kurze Pause und überlegte kurz, was Hahli neugierig machte. Was würde er ihr jetzt zeigen? Wird es wieder eine Konzentrationsübung?

"Ich zeige dir einen Trick!", sprach er, dieser Satz hörte sich jedoch ganz anders an, als seine vorherigen, im Gegenteil: Er war sehr langgezogen, wie Gummi. "Erst wollte ich ihn dir nicht zeigen, da es mein Geheimnis war!" ER rief schließlich Kumo zu sich und Hahli verfolgte gespannt das Geschehen. Sie fand es sehr interessant, dass er außnahmsweise ihr Zuliebe einen Trick zeigte, den er geheim hielt.

"Schau zu! Ich bin jetzt Stürmer, Kumo mein gegenspieler." Mit einem Bein sprang er zuseite, Kumo ihm folgend und verdeckte ihn den Weg. Doch daraufhin sprang er mit einem Satz wieder zurück, beschleunigte das Tempo, während Kumo ihm mit viel Mühe und Verwirrung hinterherrante, schoss - und den Ball ins Tor versenkte! Hahli konnte darüber nur mit weit offenem Mund staunen, wie gerne würde sie auch so wunderbar spielen. "Ich zeige es nochmal!" Er wiederholte den Trick, diesmal machte er es jedoch langsamer.

"Erst springst du mit einem Bein zu Seite. Wenn dir der Gegner entgegenkommt, spring zu anderen Seite und werde immer schneller, dann musst du nur noch am Torwart vorbei." Hahli verstand und musste einfach nur klatschen, weil sie den Trick so brilliant fand, sodass Tamaru sich nur bedanken konnte.

"Aber jetzt bist du dran!", er zeigte mit seinem Schläger auf Hahli, die daraufhin auf das Feld ging. Sie hatte keine Angst, schließlich wollte sie selber so spielen.
Nach einem weiterem lauten Pfiff Tamarus, sprang sie zur Seite, ihr Trainer aber hinterher, die Matoranerin macht einen Satz zurück und sprintet los, schießt, doch Kumo wehrt ab. Tamaru fand es aber trotzdem eine gute Leistung.

"Wenn du weiter so machst, wird Ga-Koro noch Meister!" Er zwinkerte leicht mit dem Auge und die beiden fielen sich in die Arme. Hahli wagte es dennoch, in Kongus Richtung zu schauen -
-sie erschrak: Er hatte die Arme verschrenkt und war leicht rot. Bei Mata Nui, ein neidischer Nui Rama würde sich besser verhalten!, sprach wieder ihr Inneres, doch sie hörte nicht hin und wandte den Blick von Kongu ab.

"Oh, die Sonne geht bald unter!"

Hahli musste aufhüpfen: Durch den ganzen Spaß an der Kohlii-Lektion hatte sie ganz vergessen, dass das Tournament bald anfängt und sie ab morgen nur noch zwei Tage hatte.

"Es ist ratsam du bleibst die Nacht über hier, denn in der Dunkelheit lauern ganz lästige und furchteinregende Rahi herum, überall!", warnte er, doch hahli war damit nicht einverstanden. "Die Rahi sind mir egal, es ist nur... das Rournament! Es beginnt bald!", winselte die Matoranerin, während die Sonne immer weiter runter ging und nur noch ein paar ihrer rubinroten Strahlen am Horizont zu sehen waren. Doch Tamaru beruhigte sie:

"Hör zu, du hast nur noch zwei Dörfer vor dir, das schaffst du ganz bestimmt!" Mit diesen Wörtern gab die Matoranerin schließlich nach. Wenn sie schon drei Dörfer an einem Tag geschafft hat, dann werden die letzten wohl kein Problem mehr für die Ga-Matoranerin sein. "Stellt sich nur noch die Frage-"

"-Bei mir!", es war Kongu, der den Le-Matoraner unterbrach und endlich wieder seit einer halben Stunde etwas sagte. "Sie sollte bei mir übernachten!", sprach er weiter, während seine rote Farbe aus der Maske langsam verschwand, genau wie die rote Sonne am Horizont.

"Gute Idee!", konnte Tamaru nur hinzufügen. "Kongu hat eine große, zweiräumige Hütte, da lässt es sich gut übernachten. Außerdem bin ich noch mit ein paar anderen Matoranern verabredet!" Mit diesem Satz gingen schließlich alle vier zu Kongus Gukko, der in der Zwischenzeit seine Kreise geflogen ist und sie nun zurück in den Dschungel zu den vielen Holzplattformen brachte...

***

Kongus Hütte war wirklich recht groß für einen normalen Matoraner, aber sie kannte ihn ja auch nicht so gut, im Gegenteil, in letzter Zeit benimmt er sich wie eine geschlossene Schatzkiste, deren Schlüssel irgendwo in den Weiten des Universums versteckt war. Er benahm sich überhaupt seit dem Kuss anders, davor war er noch ein humorvoller und wissensdurstiger Matoraner, jetzt ist er zuvergleichen mit einer Mata-Nui-Kuh.
Seine Nebenhütte hatte einen Nebenraum, wo Hahli übernachten durfte. Sie schaute gerade aus dem Fenster, hinein in die dunkle Nacht und lauschte den Grillen, die immer wieder ihre lustigen Geräusche von sich gaben. Die ersten Sterne wurden wie Kerzen angezündet, hier erschienen sie einfach aus dem Nichts, in die düstere Nacht hinein. Schließlich legte sie sich auf das kleine Bett, kramte aus ihrer Tasche das Kohlii-Buch hervor und fing an zu lesen. Hahli war gerade dabei, den Teil mit der Kohlii-Lektion zu überfliegen, wo sie herausfand, dass ihr nächsten Ziel Po-Koro war. Ihr wurde innerlich warm und musste lächeln, denn sie war froh, endlich wieder auf Hewkii und Hafu zu treffen, vielleicht sind die beiden auch ihre Trainer, bis etzt war das fast immerso.
Plötzlich hörte sie ein leises Rascheln. Erschrocken ließ sie das Buch auf das Bett fallen und schaute zur Tür, die lediglich aus zwei Blättern bestand. Sie war erleichtert, als sie Kongu durch die Tür kommen sah.

"Kongu, hast du mir was zu sagen?", fragte sie gespannt. Doch der Le-Matoraner schaute erst zu Boden und spielte mit seinen Fingern, bevor er eine Antwort gab.

"Jaah, nun - Ich wollte dich fragen, ob ich aus meinem Kohlii-Team aussteigen sollte!"

Hahli war verblüfft und so überrascht, dass sie mit weit geöffneten Augen zur Seite ging. Die Matoranerin konnte wirklich nicht fassen, was er da gesagt hat. "Wieso?!", entgegnete Hahli. Doch noch bevor er zu Wort kommen konnte, wusste Hahli bereits, warum er sowas fragt...

"Etwa wegen dem Kuss?!", ffragte sie noch lauter und noch verblüffter als zuvor. Ihre Innere Stimme dagegen war wütend, und hätte Kongu lieber sofort rtausgeschickt. Das ist doch wohl das Letzte!

"Kongu, bitte, benimm dich nicht so! Du musst doch nicht wegen mir die höchste Ehre deines Dorfes brechen!", sie verhielt sich jedopch äußerst ruhig, was eine Überraschung für den Le-Matoraner war. Wahrscheinlich hätte er was völlig anderes vermutet.

"Na gut!", sagte er schüchternd und schlich sich langsam aus den Raum. Hahli wünschte ihm noch "Gute Nacht!", doch da war er schon aus dem Raum verschwunden und die Ga-Matoranerin legte sich auf das Bett, scheuchte den Leuchtkäfer aus dem Raum und schlief leise ein...

Kapitel 5: Eine Lektion in Sachen Vertrauen...

Hahli stand in einem finsteren und dunklen Raum, überall wo sie hin sah, war alles vernebelt und Finsternis breitete sich in jeder Ecke aus. Sie hatte das komische Gefühl, dass sie hier schon einmal war, ja, die Matoranerin konnte sich ebenfalls an...

... da waren sie wieder!

Zwei blutrote Augen schauten sie mit einem angseinflößenden Blick an, einem Blick, von dem man annehmen könnte, dass dieser töten kann. Dieses Wesen kam Hahli näher und sie erkannte seine giftgrüne Rüstung, ebenfalls seinen grässlichen Atemgestank, wie auch seine Waffe. Seine Waffe?
Es war ein Kohlii-Schläger, das erkannte man sofort. Doch was tat er damit? Er holte großen Schwung, als plötzlich...

"Halt!", erklang eine Stimme, die Hahli vertraut war. Sie drehte sich mit pochendem Herzen um und sah ein zwei Meter großes Ebenbild von ihr. Auf einmal herrschte große Verwirrung im Kopf der kleinen Matoranerin, und auch was jezt passierte, löste eine Welle von Fragen aus... sie hatte jedoch plötzlich keine Zeit diese zu beantworten...
Sie fand sich in einer Zange wieder, alles um Hahli herum drehte sich, sodass sie schrie - das komische jedoch war, dass sie nicht schreien konnte.
Es drehte sich weiter alles um sie herum, bis sie ganz auf einmal geworfen wurde, warum auch immer. Nur eine Sekunde später prallte sie gegen eine Wand und landete auf dem Boden. Mit pochendem Herzen sah sie hinauf und erkannte ihr Ebenbild weinend vor dem blutrünstigen Wesen, dass wie verrückt lachte.
Hahli selber bemerkte erst jetzt,

dass sie wieder ein Kohlii-Ball gewesen ist... und auch wieder versagt hat.

Erschrocken und schweißgebadet wachte Hahli mit pochendem Herzen auf, ohne zu realisieren, wo sie überhaupt war und wie viel Zeit schon vergangen war, nun ein Thema schwebte wie ein Mana Ko in ihrem Kopf herum:
Das Kohlii-Tournament.

"Oh, nein!", verzweifelt rannte sie im kleinen Raum hin und her, sie wusste ganz genau, dass sie verschlafen hatte. Sie hatte die Kohlii-Lektion nicht zu Ende gemacht, das Tournament hat sie ebenfalls verpasst. Aber was am Schlimmsten ist, war...

... dass sie die Ehre ihrer Dorfes im Stich gelassen hatte.

Sie wanderte weiterhin mit größter Not durch den Raum, ihr Kopf war leer, die Erinnerungen - alle verschwunden. Hahli selbst konnte nicht begreifen, dass trotz alldem ein schöner Tag begonnen hatte und die ersten Sonnenstrahlen durch das kleine Fenster schienen.
Plötzlich fing die Blättertür an zu rascheln. Erschrocken und aufgeregt setzte sie sich auf das kleine Bett, ihr Herz schlug immer höher und konnte sich schon ausmalen, wer reinkommt: Es war bestimmt Karzahni, der sie verhöhnen wird, über die Matoranerin spotten wird und sie schließlich in seine dunkle Festung mitnahm...
Plötzlich wird das Blatt zur Seite geschoben -
- und starrte - in das Vertraute Gesicht des Matoraner Kumos. Erleichternd fasste Hahli sich ans Herz, obwohl sie ihn sofort mit ihren Fragen bombadierte.

"Wo bin ich? Wie viel Zeit ist vergangen? Was ist mit der Kohlii-Lektion? Wer hat das Tournament gewonnen?! Sag's mir!" Sie fasste den unwissenden Matoraner an die Schultern und durchschüttelte ihn, als ob die Antworten aus seinen Taschen rausfallen würden. Kumo jedoch befreite sich vorerst aus dem Griff Hahlis, bevor er ihre Fragen verwirrt beantwortete.

"Hahli, erinnerst du dich nicht mehr! Du hast die Kohlii-Lektions-Aufgabe in Le-Koro erfolgreich gemeistert, bis zum Tournament sind es noch zwei Tage, und Kongu hat dir angboten, bei ihm zu übernachten!" Langsam aber sicher erinnerte sich Hahli wieder, die Geschehen wurden wie ein Puzzlespiel zusammengekettet, nach und nach kam immer ein Teil dazu, bis ihr wieder im Klaren wurde, was passiert ist.

"Apropo Kongu!", sagte Hahli, als sie schließlich doch bemerkte, das der Besitzer dieser Hütte doch verschwunden sei. "Wo ist dieser eigentlich?"

Kumo jedoch machte eine traurige Mine und schaute auf seine Füße, er murmelte etwas vorsichtig, was Hahli nur mit Mühe verstand, ihr dafür aber eiskalt den Rücken runterlief und sie das Gefühl hatte, zu erstarren...

"Kongu ist... er ist... tot..."

Hahli konnte nicht fassen, was sie da gehört hat. Warum hat sich Kongu das Leben genommen? Oder lag es etwa an ihr? Dass er diesen Schmerz und Kummer nicht mehr ertragen konnte? Bei diesem Gedanken bekam die Matoranerin es erst richtig mit der Kälte zuspüren, es fühlte sich an, als ob sie sich mitten in einer Eiswüste befinden würde, dadurch dass Kongu wegen ihr gestorben ist, gab ihr Innerstes ihr tiefe Schuldgefühle, dass sie sich auch selber gerne umbringen würde...

"Nein, bitte sag, dass es nicht wahr ist! Bitte!", fing sie an zu schreien, sie weinte schon fast, als Kumo ihr tief in die Augen schaute... und ein Grinsen machte sich auf seiner Maske breit. Hahli verstand nicht richtig, wie konnte er auch nur in so einem traurigen Moment grinsen... doch erst als er anfing wie ein Hikaki-Affe zu lachen, breitete sich eine böse Miene auf Hahlis Maske aus.

"Kongu ist-hat sich totgelacht!", Kumo gackerte sich krumm, doch Hahli war dazu überhaupt nicht zumute. Wütend packte sie ihre Sachen zusammen, schubste den noch immer lachenden Kumo zur Seite, sodass ihm der Spaß verging, und verließ schließlich Kongus Hütte, ohne ihn noch einmal zu sehen, verließ sie den tropischen Dschungel Le-Koros...

***

Ein sanfter Wind wehte, während Hahli durch den goldenen Sand watschelte, das trockene Gras hinter dich gelassen. Po-Koro ist wahrscheinlich das Dorf, was sie am meisten besucht hatte, nicht nur, weil Hewkii und Hafu hier wohnen, sondern weil sie begeistert von der Kultur dieses Dorfes ist: Sämtliche Schnitzerein werden auf den sandigen Straßen verkauft und beim Skulpturenfeld reiht sich ein Meisterwerk nach dem anderen.
Sie ging eine belebte Straße entlang, wo sich Po-Matoraner unterhielten und ihre Werke präsentierten. In dieser Straße wohnten auch ihre zwei Freunde Hewkii und Hafu, sie hatte Glück, dass die beiden gerade vor ihren Hütten standen und sich unterhielten.

"Hahli, was machst du denn hier?", fragte er mit einem so großen Selbstbewusstsein und mit einem Strahlen, dass Hahli all ihre Sorgen in Le-Koro vergaß und sie nur noch lächelnd zurück antworten konnte.

"Ich mache gerade die Kohlii-Lektion" - Sie sah... wie Hafus Lächeln mit jedem Wort schwand, un beim erklingen der Kohlii-Lektion ... konnte er nur noch böse und wütend gucken, als ob er diesem Satz ewige Rache schwören konnte. "Was ist los?", konnte die Matoranerin nur fragen, doch Hafu wandte sich von ihr ab, als ob er sie nicht leiden könnte.

"Ich wusste ja, dass du dich mit dem Kohlii vertrauen willst, aber doch nicht auf diese Weise!", fuhr er zurück, doch Hahli eroberte in diesem Moment eine große Wut, Wut auf all ihre Freunde, die einfach nicht zufrieden mit ihr waren, sie wollte einfach nur schreien.

"Gut, wenn es dir nicht passt, dann pfeife ich auf dich, du Hikaki-Hintern!", die Menge von Po-Matoranern drehte sich gespannt zum Geschehen hinüber, kurz darauf fingen alle an durcheinander zu reden, auch Hewkii, der sich abseits der beiden gestellt hatte und erst begreifen musste, was Hahli da überhaupt gesagt hat. Die Matoranerin selber wandte sich von Hafu ab und ging einfach weg, weg zu den Skulpturenfeldern, wo sie sich von dieser Kunst ablenken will, ihre Probleme loslassen will. Warum sind alle einfach nicht so zufrieden mir mir! Was habe ich denen alles angetan! Verzweifelt hockte sie auf einem von vielen Steinen herum, über Hafu und Kongu wollte sie gar nicht erst nachdenken. Sie wollte nur noch an die Kohlii-Lektion denken, und sie schließlich beenden. In ihrer Tasche kramte sie nach dem Buch... doch auch nach wenigen Minuten suchte sie immer noch...

Es war weg!

Ihr Herz blieb ihr beinahe stehen - Wie sollte sie denn jetzt die Kohlii-Lektion weitermachen, wenn überhaupt? Sollte sie hier nun ewig verweilen, während die Wut in ihr wieder wuchs? Auf einmal musste sie einfach aufstehen und einen kleinen Stein auf die Skulpturen werfen, ihre Wut konnte sie einfach nicht unterdrücken, es war, als ob sie innerlich explodiert!
Konnte es noch schlimmer kommen? Ja.
Sie sah einen Ruru-Träger die Straße zu den Skulpturen runterlaufen. "Oh nein!", stöhnte Hahli, denn es war sofort klar: Es war Hafu. Bei seinem Anblick, wollte Hahli nur schnell weg, und gerade, als sie losspurtete, spürte sie Hafus Hand auf ihrer Schulter.

"Was willst du?!", fragte sie tonlos, ohne ihm in die Augen zu schauen. Sie wusste, dass er sich entschuldigen würde, aber dies würde nicht ausreichen.

"Es tut mir aufrichtig Leid-"

"Ach was!", fuhr sie an und wurde ganz rot im Gesicht, Hafu dagegen musste von Hahlis Lautstärke zurückweichen und konnte einfach nichts mehr aus sich raus bringen, er stand da und musste sich Hahlis Gebrüll anhören.

"Du denkst wirklich, dass ich diese Entschuldigung annehme?!", jetzt schaute sie ihm tief in die Augen, als ob ihr Blick töten könnte. "Na los, sag schon! Was findest du an der Kohlii-Lektion schlecht?!", fauchte sie weiter, der bedrängte Hafu konnte aber immernoch nichts sagen, er fühlte sich, wie ein kleiner, unbedeutender Stein, der jemandem im Wege stand.

"Es ist...", er traute sich nicht, weiter zu reden, doch sonst würde Hahli noch wütender werden und ihre Freundschaft würde entgültig zerplatzen, in tausende von Stücken gerissen. "Wenn man die Kohlii-Lektion macht, nun ja... Verraten die Matoraner der Dörfer dir jedoch ihre Tricks, wodurch man zu leichtes Spiel beim Tournament hat... und dann macht es keinen Spaß..." Kaum hatte er zu Ende gesprochen, schrie Hahli ihn noch lauter als zu vor an, so dass die Po-Matoraner, die eben noch an den Skulpturen schnitzten, sich ebenfalls zu den beiden umdrehten.

"Aha! Dabei geht es dir also, die ganzen Tricks sind verraten worden. 'Oh seht, ich bin Hafu, mir ist langweilig, weil ich eure dummen Tricks kenne!'", albern versuchte sie ihren Freund zu imitieren, der dadurch sich jedoch noch schuldiger fühlte. "Ach komm, Hafu! Lass mich einfach!" Mit diesem Satz ging sie wütend von Hafu weg, mehrere Augenpaare schauten ihr jedoch nach, was ihr aber in diesem Moment sowas von egal war...

"Bleib bitte hier"

Die Stimme Hafus erklang wieder und Hahli wollte nur noch rennen, weit weg von ihm... bis...

"Ich will dir bei der Kohlii-Lektion helfen." Sie traute ihren Ohren nicht. Hat er dies wirklich gesagt?! Sie drehte sich zu ihm um und spürte, dass ihre Wut sank, immer weiter.

"Du willst was?"

Nervös wiederholte er, was er vor hatte: "Ich will dir wirklich helfen! Vertrau mir!" Erst da begriff Hahli, dass er es ernst meinte und dass ihre Freundschaft doch noch für ihn wichtig wäre. Glücklich rannte sie auf ihn los und umarmte ihn heftig, die Menge von Po-Matoranern hatte sich derweilen beruhigt und mussten lächeln, wie Hahli bemerkt hat. Ihre Sorgen waren auf einmal alle verschwunden: der Streit... Kongu...

"Jetzt, da ich dir wieder vertraue... also, was soll ich tun?"

Er fasste sie an den Arm und führte die Matoranerin das Skulpturen-Feld hinunter, ohne etwas zu sagen, Hahli fragte aber ebenfalls nicht nach.
Als Hafu bei der letzten Skulptur angekommen ist - die eine große Ruru darastellen soll - fragte er einen meißelnden Matoraner.

"Hey Pekka, hast du Ally und Epena gesehen?" Der Matoraner mit der hellbraunen Hau ließ sein Meißelwerkzeug fallen und kam zu Hafu hinüber.

"Ja, sie sagten aber nur, dass heute jemand ganz bestimmtes kommt", murmelte er mit seiner rauen Stimme.

"Haben sie gesagt, wo sie hin wollen?"

"Zum Sinkenden Sand." Hahli bemerkte, wie Hafu sich schüttelte. Sie wusste genau wieso, sie konnte sich noch an jedes Detail genau erinnern...

HAFU! HAFU!"

Die Schreie der beiden Matoraner hallten durch das ganze Dorf, doch egal wie sehr sie sich anstrengten, es brachte nichts. Außer einigen wütenden Matoranern, die sich beschwerten, bekamen sie keine Antwort. Hewkii ließ allmälig den Kopf senken und schaute traurig auf den Boden. Etwas Glänzendes kullerte ihm die Maske herunter.

"Hewkii, wein doch nicht. Wir werden Hafu schon finden!", tröstete Hahli und legte ihren Arm um Hewkiis Schulter. Doch er weinte immer noch, egal wie tröstend Hahlis Worte waren. "Hat er dir gesagt, wo genau er zum Training gegangen ist?", fragte die Ga-Matoranerin. Plötzlich hob Hewkii wieder seinen Kopf, als ob jetzt der entscheidende Punkt gekommen ist - doch so war es nicht, nein. Er schüttelte nur heftig den Kopf.
Hahli wollte es aufgeben, sie wollte es zwar selber nicht zugeben, aber - Hafu war einfach nicht mehr in Po-Koro.

"Vielleicht ist er in ein anderes Dorf gegangen", meinte Hahli. "Hewkii, es wäre das beste, wenn wir morgen in einem anderen Dorf weitersuchen." Sie lächelte matt, doch auch dies ließ Hewkiis Tränen nicht stoppen. Traurig und frustriert gingen sie zurück in ihre Hütten. Sie kamen auf dem Weg beim "Sinkenden Sand vorbei - und was sie dort sahen, war unglaublich: Ein Matoraner lag bewusstlos und ohne Maske einfach so rum, neben ihm ein Kohliischläger.
Hahlis Herz machte einen Hüpfer und schlug aufeinmal viel schneller: Sie hatte Angst, furchtbare Angst, dass auf Mata Nui ein Mörder rumläuft. Sie gingen näher an den armen Matoraner an. Jetzt sahen sie ihn ganz genau - Es war Hafu.
Hahli machte einen ängstlichen Schrei und fiel beinahe zu Boden. Sie achtete auf gar nichts, nicht mal auf den bleichen Hewkii, der wie verrückt zitterte.
Doch sie konnten hier jetzt nicht einfach so rumstehen, sie mussten etwas tun, um Hafu noch vor dem Tode zu bewahren...

Dieser Moment ließ sie ebenfalls schütteln. Aber daran wollte sie gar nicht erst denken und ging schließlich mit ihrem Freund los, zum Sinkenden Sand... ohne sich weiter an etwas Schlimmes zu erinnern...

***

Beim Sinkenden Sand konnte man sofort erkennen, dass dort gleich Kohlii trainiert wird. Überall rund herum standen Wände, mit zwei oder drei Löcher, ebenfalls lag eine Reihe von Trainings-Kohlii-Schläger auf dem Boden, genauso wie Kanoka Disks. Zwei Po-Matoraner standen mitten in diesem Chaos und unterhielten sich, während Hafu Hahli zu ihnen zog.

"Ally, Epena!", rief er, die zwei Matoraner drehten sich sofort um und begrüßten Hafu munter und fröhlich.

"Wie ich sehe, hast du jemanden mitgebracht!", sagte Epena schließlich und richtete ihren Blick auf Hahli, während Hafu nur nickte. "Versteht sich!", sagte er weiter. "Dann fangen wir mal an!"
Sie fingen an, ihre Runden zu gehen, Hafu setzte sich jedoch auf einen Stein und beobachtete das Geschehen.

"Weißt du", fing Ally an, "In den anderen Dörfern hast du sowas wie Schnelligkeit und Fouls trainiert-"

"-doch hast du es geschafft, den Ball ins Netz zu befördern?", setzte Epena fort. In der Tat, Hahli hatte kaum getroffen, aber schließlich musste sie es auch noch nicht tun, es war nur ein Einstieg...
Sie schüttelte den KOpf. "Nun ja, schon ein paar Mal, aber nicht so oft", murmelte sie, wonach Stille zwischen den drei Matoraner herrschte und sie zu einem der vielen Torwände ankamen, mit einem großen Loch in der oberen linken Ecke, gegenüber ein etwas schmaleres.

"Deine erste Aufgabe: Ziele genau und versuch zu treffen, die Löcher sind noch ziemlich groß und geräumig!", Epena gab ihr einen der vielen Kohlii-Schläger und legte den eisernen Ball vor Hahlis Füße.
Bloß keine Panik, konzentrier dich, Hahli!, sagte sie in Gedanken zu sich selber, während sie genau auf das Loch schaute. Es vergingen einge Sekunden... bevor sie schoss...

...und der Ball durch's Loch flog.

Jubel umfuhr die Matoranerin, als ob sie schon jetzt ein Tor im Tournament erzielt hätte, so sehr freute sich sich und sprang wild herum.

"Du hast noch nicht den Pokal in den Händen!", sprach Ally und musste daraufhin kichern. "So. Jetzt wird es aber schwieriger. Schieß jetzt durch das kleine Tor." Wieder konzentrierte sich Hahli und schaute auf die Rundung. Schließlich schoss sie wieder... doch es sah mehr aus wie ein Schieben: Der Ball kullerte vor sich hin und berührte die Wand ganz sanft.
Die beiden Po-Matoraner schüttelten den Kopf.

"Das ist zu langsam!", Hahli schaute vor Entäuschung auf den goldenen Sand, selbst wenn sie wusste, dass die Matoranerin noch kein Turniertor verschossen hat. "Versuch es etwas mehr härter und präziser, aber nicht zu hart!", gab Ally den Tipp, bevor Hahli wieder anfing, sich auf das Ziel zu konzentrieren. Dismal schoss sie jedoch härter - aber nur knapp verfehlt. TRöstend legte Epena den Arm um die Ga-Matoranerin und fing an zu erzählen.

"Der war schon besser, aber er ging nicht rein. Ich gebe dir mal eine kleine Übung auf. Vielleicht erinnerst du dich noch an die alten Kanoka-Disks?" Hahli nickte, obwohl sie nie ein Fan von diesen war, selbst wenn sie sich gut auf Metru Nui verkauft haben und sie selber schon fast zu einer zugegriffen hätte. "Versuch, mit einer Kanoka auf diese Kohlii-Schläger zu zielen!" Er drückt ihr eine silbrige Disk in die Hand, die teilweise schon zerkratzt war, während Alle die Schläger senkrecht in den Sand steckte.
Wieder schaute Hahli nur auf die Schläger, beachtete gar nichts, hörte nur Allys Stimme im Hintergrund: "Kneif die Augen zusammen, dann..." Mehr hatte sie nicht verstanden, aber das brauchte sie auch nicht. Mit halbgexhlossenen Augen sah sie die Schläger nur noch in einem geringen Umfeld...
Sie schoss...
...und traf! Lächelnd sah sie zu, wie die Disk einen Schläger schleifte und die anderen mit ihm umfielen.

"Gut gemacht!", lobte Epena und anschließend widmeten sie sich wieder dem Training, wobei Hahli jetzt viel besser abschnitt. Immer wieder erinnerte sie sich an den Diskwurf, wodurch sie den Ball durch's Loch versenkte. Aber auch die nächsten Wände schaffte sie, wobei die immer kleiner werdenden LÖcher sie nicht störten. Zwar schaffte sie es nicht immer beim ersten Schuss, aber trotzdem schoss sie sich bis ans Ende. Epena, Ally und Hafu klatschten vor BEgeisterung, schüttelten ihr die Hände.
Schließlich vergingen ein paar Minuten, bis All zum Horizont hinaufschaute und die große, orange Sonne schon hoch am Himmel stand.

"Oh ha!", sagte er vor Verwunderung. "Wie schnell die Zeit vergeht, gerade noch stand ich früh auf, um das alles aufzubauen und schon ist der halbe Tag vorbei!" Hahli verwunderte dies auch sehr, und wieder erinnerte sie sich ans Tournament. Schließlich beginnt es morgen. Bevor Hahlis Herz anfing zu rasen, sollte dies kein Thema mehr sein.

"Zum Abschluss-"

"-machen wir noch ein kleines Spielchen!", beendete Epena für seinen Freund. Flüchtig erklärte er der Ga-Matoranerin die Regeln: Ally steht im Tor, Hahli selber ist auf der anderen Seite des Sinkenden Sands. Sie soll nun all ihr Wissen über das Kohlii anwenden und zum Tor laufen, an Epena selber vorbeikommen, dann genau konzentrieren und schießen. ZUm Verständnis nickte die Matoranerin und alle gingen auf ihre Positionen. Mit einem Klatschen Hafus begann das Spiel.
Die Ga-Matoranerin fing langsam an, wie es Tamaru ihr in Le-Koro beigebracht hatte, wurde immer schneller. Plötzlich stand Epena vor ihr, ein leichtes für Hahli, da sie den tollen Trick des Le-Matoraners immer noch im Kopf hatte, wurde immer schneller und schneller, ließ den Po-Matoraner im Staub hinterherhumpeln, näherte sich dem Tor. Sie versuchte, ihr pochendes Herz zu beruhigen, bis sie erkannte, dass sie in einer guten Schusssituation war. Mit einem dumpfen Schlag...

...landete der Ball im Netz.

Die Matoranerin jubelte vor Glück, Ally hatte sich wegen eines Versuches den Ball aufzuhalten auf den Boden geschmissen und Epena kam gerade noch so angerannt, während Hafu mit seiner Freundin jubelte und sie in den Arm nahm.

"Das war wirklich ein großer Fortschritt, fabelhaft!", meinten die zwei Po-Matoraner. "So, nur noch ein Dorf musst du absolvieren, bevor du dich endlich Kohlii-Spilerin nennen darfst..."

Hahli schaute den beiden in die Augen, die Antwort brannte ihr auf der Zunge:

"Ta-Koro..."

Beide nickten mit ernsten Mienen, die Stimmung passte eigentlich überhaupt nicht in diesen Moment, als ob jemand alles durcheinanderwürfelt...

"Nun denn! Ich hoffe, wir sehen uns wieder, Hahli!" Die vier Matoraner verabschiedeten sich noch lange voneinander, bis Hafu und Hahli schließlich losgingen, die orange Sonne hinter ihnen war gerade im Moment, langsam wieder unterzugehen und erleuchtete den Himmel in einem hellen rot...

Kapitel 6: Ironie des Schicksals

Dnn ganzen Weg über zu den Toren Po-Koros konnte Hahli nur noch darüber nachdenken, dass sie sich endlich bald mit dem Kohlii vertraut machen würde, endlich Freude und Lust an diesem Sport hätte. Zwar konnte sie sich denken, dass es am anfang noch recht schwer für sie wird, aber die Hauptsache war doch letztlich, dass es Spaß machen würde, sich vielleicht bis ans Ende des Tournaments zu kicken.
Als sie und Hafu den großen Hügel der Skulpturenfelder hinuntergehen, war sie plötzlich sehr überrascht. Ja, Fragen über Fragen schwirrten plötzlich in ihrem Kopf herum:
Lauter bunter Pünktchen strömten in das Dorf der Steine, ob blau, rot, grün oder weiß; eine bunte Schar legte sich über Po-Koro. Natürlich waren es Matoraner, aber was taten sie alle hier? Würde schon wieder ein Kohlii-Testspiel stattfinden? Vielleicht ein besonderes, wo alle sechs Dörfer spielen würden? Aber würde sie auch daran teilhaben? Zwar war sie mit dem Kohlii schon vertrauter, doch so richtig traute sie sich nicht, vor einem so großen Publikum ihre Anfängerkünste zu demonstrieren, anderseits müsse sie auch dies schon bald überwinden.
Sie merkte plötzlich, wie Hafu sich an die Stirn fasste.

"Was ist?", fragte die Ga-Matoranerin gespannt. Doch als Antwort bekam sie nur ein lautes Stönen. Vielleicht hatte er dieses möglicherweise stattfindende Spiel vergessen.

"Wie konnte ich das nur vergessen?" Heute ist doch die...", er schüttelte etwas wütend über seine Vergesslichkeit den Kopf und musste eine Pause machen, als ob er Hahli etwas verheimlicht. Doch mit seiner Antwort hätte sie nicht gerechnet und sie hätte sich glücklich schätzen können, dass sie zu dem Zeitpunkt jetzt in Po-Koro war.

"Heute ist die Auslosung der Gruppen, für das Tournament!"

Hahli nickte. Sie hatte davon keine Ahnung gehabt, doch gut, es jetzt zu wissen, zu wissen, welche ersten Herausforderungen auf sie zukommen.
Sie begaben sich hinab, zu einer großen Tribühne, wo sich schon die bunte Schar versammelt hat und die Fahnen ihrer Dörfer im Wind wehten.

"Wie läuft das Turnier eigentlich ab?", fragte Hahli, während sie sich langsam der bunten Menge von Matoranern näherten.

"Also", begann Hafu begierig, "du spielst zuerst mit zwei anderen Dörfern in einer Gruppe, diese werden heute von Turaga Onewa ausgelost." Hahli nickte und wiederholte nochmal alles, während die Wörter sich in ihrem Kopf festigten. "Dabei gibt es eine Punkteregelung, für einen Sieg bekommst du drei Punkte, ein Unentschieden nur ein Punkt und eine Niederlage null Punkte." Nochmal wiederholte sie die Zahlen in ihrem Kopf. "Die Gruppenersten und -zweiten kommen ins Halbfinale, wo der erste Platz der ersten Gruppe gegen den zweiten aus der anderen Gruppe kämpft und andersrum. Die sieger aus den Partien kommen ins Finale, die Verlierer kämpfen um die Bronzemedaille im Spiel um Platz 3." Sie sprach wieder alle Informationen leise vor sich hin, was etwas schwer bei der schnatternden Matoraner-Menge war.
Doch dann erklang ein Holzknarren und das ganze Gerede legte sich. Noch ein Holzknarren und wieder und wieder eines... Und plötzlich...

Kam Turaga Onewa auf die Bühne.

Beifall ertönte, vorallem die Po-Matoraner jubelten wie verrückt und konnten sich kaum halten, doch dies warf eine weitere Frage für Hahli auf. "Warum macht eigentlich Onewa die Auslosung alleine und nicht mit den anderen Turaga zusammen?" Hafu strich sich erst das Kinn, bevor er die Frage seiner Freundin mit einer gewissen Spannung beantwortete.

"Die Legende besagt, dass Onewa die Idee für's Kohlii bei der Evakuierung Metru Nuis hatte. Bevor er sie umsetzte, beobachtete er uns, wie wir mit den vorherigen, langweiligen Sportarten zurechtkam. Erst danach informierte er Vakama und die anderen, die die Idee in die Tat umsetzten..." Hahli hörte gespannt zu, während jedoch ein zweites Wesen auf die Bühne kam...
Es war ein Matoraner, er sah ganz normal aus: eine sandfarbene Rüstung und eine schwarze Matatu, auf der sich ein breites Lächeln ausgebreitet hatte. Aber was war so besonders an ihm, dass er neben Turaga Onewa persönlich auf der Bühne stehen darf?

"Oh nein!", stöhnte Hafu wieder, diesmal noch lauter und entsetzter.

"Was ist los?!", fragte Hahli. Doch Hafu konnte nur den Kopf schütteln und deutete nur auf den Matoraner, der gerade einige lustige Bewegungen machte.

"Weißt du, wer das ist?!", fragte er empört. "Das ist Piatra, der größte Angeber des ganzen Universums!"

Hahli hatte schon im Hinterkopf so einen Gedanken, dass dies jemand war, den Hafu nicht leiden konnte, bei nichts anderem ist er so entsetzt, als einen Matoraner wie Piatra zu sehen. Dennoch konnte sie sich nur schwer vorstellen, dass der Po-Matorsner auf der Bühne ein Angeber war. Aber Hahli wird schon sehen.

Nach dem nun ein sanfter Wind wehte, die Sonne sich langsam dem Horrizont näherte und die bunte Menge von Matoranern schnatterte, kam Turaga Onewa letztendlich zu Wort. Seine raue und kratzige Stimme, ließ die Matoraner aus allen Dörfern verstummen, niemand weiteres -selbst nicht mal die Gukkos am Himmel- gaben noch Geräusche von sich.

"Ich begrüße euch alle, liebe Insulaner!", fing er an, "Ihr wisst, warum ihr euch hier versammelt habt?" Er starrte in die Menge hinein, einige nickten, die anderen klatschten, "Genau! Heute werden nämlich die Gruppen für das-" Kaum hatte er zu Ende gesprochen, schon erklang die Stimme des Matoraners Piatra, der sich in den Vordergrund begab und Onewas Stimme immer mehr verstummte...

"Ganz recht! Die Kohlii-Tournament-Gruppen. Oh ja!", die Versammelten konnten mit ihm nichts anfangen, sie starrten ihn nur wie gelangweilte Hikakis an, während Hafu seinen Kopf noch mehr schüttelte. "Was habe ich gesagt!", meinte er zu Hahli.

"Ja! was denkt ihr denn alle so?! Wer kommt in welche Gruppe? Hä? Hä?" Anstelle ihm zu antworten, herrschte weiterhin totenstille, niemand rührte sich, alle guckten nur auf die pechschwarze Matatu. Langsam konnte sich Hahli vorstellen, dass Piatra doch etwas Angeberisches hat und er den Tag einfach in die Länge zog, während die Zeit tickte. Die Matoranerin machte sich schon ernsthaft Sorgen, ob sie es an dem Tag überhaupt noch schaffen könnte.
In diesem Moment stellte sich Onewa neben den Po-Matoraner und sagte ihm anscheinend etwas in Ohr. DAraufhin verließ er die Bühne, worüber sich Hafu kurze Zeit freute - doch er kam wieder und zwar mit einem Art Fass. Es war an zwei Hölzernen stäben befestigt und an der Seite war doetwas wie eine Kurbel befestigt...

"Lasst die Auslosung beginnen!"

Mit diesem Satz fing der Turaga des Steins an, das Fass zu drehen und quiekende Geräusche schallten durch die Luft. Den Matoranern war das aber egal, sie wollten nur noch wissen, wer endlich ausgelost wird, man spürte ihre angespannte Atmosphäre.
Dann plötzlich hörte das Quietschen auf. Onewa öffnete eine Klappe im Fass und griff tief hinein. Jetzt holte er seine Hand wieder raus - eine kleine Steinplatte in der Hand haltend, die er genau fixierte, bevor er sich der bunten Schar zuwandte.

"Das erste Dorf, das an in Gruppe A spielt ist..." Stille, niemand wagte es nur ein Piepen von sich zu geben. Und dann ertönte plötzlich wieder die raue Stimme: "Onu-Koro!"
Jubelgeschrei kam von allen schwarzgerüsteten Matoranern, sie ließen ihre weiß-schwarze Flagge im wehen und umarmten sich, schrien und kreischten. Doch da drängte sich schon wieder Piatra in den Vordergrund, seine arrogante Stimme war nicht zu überhören. "Ganz recht, Onu-Koro! Wie seht ihr die Mannschaft?! Meiner Meinung nach haben sie einen guten Stürmer, die Torwartsache ist aber etwas zu hektisch. Wenn sie Glück haben, zwängen sie sich mit einem Sieg ins Halbfinale, aber-" Er konnte nicht weiter reden, da Pfiffe und böse Blicke den Matoraner aufhielten. Einige trauten es sich sogar, eine Gafna-Frucht auf ihn zu werfen, ehe Turaga Dume die Onu-Matoraner beruhigte.

"Du hattest recht, Hafu!", sagte Hahli, während der Turaga versuchte zu schlichten. Der Po-Matoraner jedoch beachtete Hahlis Anmerkung jedoch nicht, sondern lachte darüber, wie Piatra fast von einer Frucht getroffen wurde, ja, er kränkte sich fast vor Lachen, bis er sich jedoch wieder zusammenraufte und sich eine Lachträne aus den Augen wischte.

"Weißt du, was ich mir wünsche?", fragte der Po-Matoraner seine Freundin. Hahli erwartet sich gleich irgend eine Antwort über Piatra oder jemand anderen, den Hafu nicht ausstehen konnte. Aber das, was er sagte, ließ sie schon zum Nachdenken bringen. "Dass wir vielleicht nicht in eine Gruppe gezogen werden, sondern in verschiedene, weißt du?" Hahli konnte das natürlich verstehen und sie wünschte es sich auch sehr, aber das Schicksal spielt einem immer wieder verrückte Streiche.

"Natülich, aber wenn wir beide in verschiedenen Gruppen sind und wir beide eine Gruppe weiter kommen, werden wir trotzdem irgendwann aufeinandertreffen, ob wir wolen oder nicht." Sie legte ihre Hand auf seine Schulter und die beiden schauten sich tief in die Augen. Die Ga-Matoranerin konnte ablesen, was Hafu jetzt denkt: Er will verlieren. Er will absichtlich das Tournament verlieren, seinen größten TRaum zerplatzen lassen, nur damit Hahli eine Bestimmung bekommt.

"Hafu, bitte! Denk nicht ans Verlieren! Bitte! Ich weiß, du würdest alles für mich tun und dich wegen der Sache mit deiner kaputten Maske revanchieren, aber nicht hier! Irgendwann Mal, aber nicht jetzt!" Die beiden mussten fast schon weinen, als sie sich in die Arme fielen, doch schnell vergaßen sie alles, als Turaga Onewa gerade das erste Koro für Gruppe B ansagte: "Das Dorf der Schnelligkeit und der Bäume, Applaus für Le-Koro!" Wieder lauter Jubel, diesmal von den grüngerüsteten Matoranern der Luft. Komischerweise gab Piatra diesmal kein Kommentar und hängte unter der großen Aufschrift Gruppe B eine Steinplatte mit dem Namen des Luft-Dorfes.
Wieder dasselbe Verfahren: Onewa drehte, öffnete die KLappe, fasste hinein und verkündete das zweite Dorf für Gruppe A.

"Dort fließt das ganze Wasser entlang, Ga-Koro!"

Hahli fiel in Jubel und Freudensprünge, genau wie die anderen Ga-Matoranerinnen, die ihre blaue Wimpelflagge in einer sanften Brise wehen ließen. "Jetzt muss Po-Koro unbedingt für Gruppe B gezogen werden, sonst...", Hafu wollte nicht weitersprechen, er selbst wusste nicht, was er dann tun würde. Für den REst der AUslosung war er wahrscheinlich der angespannteste Matoraner von allen, und als "Das Dorf der Rätsel und Wissenschaften, Ko-Koro!" für Gruppe B gezogen wurde, musste er leise fluchen. In der Tat, jetzt waren nur noch zwei Dörfer übrig: Ta- und Po-Koro. Der Po-Matoraner fasste sich an Herz und hoffte so sehr, dass er für die zweite Gruppe gezogen wird, so sehr... Seine FReundin konnte sich vorstellen, was für ein Chaos in Hafus Körper tobte, eine einzige Unordnung, die zum Ziel möchte...

"Das vorletzte Dorf, ist..." Der Po-Matoraner musste die Augen zukneifen, doch auch Hahli hoffte, dass jetzt Ta-Koro gezogen wird, Hafu zuliebe.

"In diesem Dorf... spielt Hitze eine besondere Rolle..." Hafu musste weiter verzweifeln, denn in Ta-Koro als auch in Po-Koro ist es jeden Tag heiß. "Ein Dorf, indem besonders viel hergestellt wird..." Der Po-Matoramer hatte das Gefühl, als ob ein scharfes Messer ihn berührt, warum spannt der Turaga alle so auf die Folter, auf eine messerscharfe Folter.

"Es ist...

Ta-Koro!"

Hafu konnte sich nicht mehr halten. Er rannte wie verrückt durch die Mengen, schrie, kreischte und jubelte, was das Zeug hielt. Schließlich rannte er auf Hahli zu und die beiden nahmen sich fest in die Arme, sie waren überglücklich, ihr Glück war nicht zu beschreiben. Die TRänen kamen wieder vor Glück geflossen und Hoffnung sprudelte aus den beiden raus, am liebsten hätten sie das ganze Universum umarmen können, doch da kam wieder Turaga Onewas Stimme.

"Damit wäre alles geklärt. Ich wiederhole nochmal!" Er drehte sich um und schaute auf die Steinplatten, mit den Aufschriften der Dörfer, die Piatra mit einem bösen Blick die ganze Zeit aufgehängt hatte. "Onu-, Ga-, und Ta-Koro spielen in Gruppe A, während Le-, Ko-, und Po-Metru für Gruppe B spielen, echte Giganten!"

"Damit hat er recht!", meinte Hafu, der sich wieder beruhigt hat. In der Tat waren sehr starke Mannschaften in der zweiten Gruppe, dem konnte Hahli sogar zustimmen.
Währendessen lehrte sich der Platz wieder, alle Matoraner gingen wieder zurück in ihre Dörfer, Hahli ging jedoch weiter nach Ta-Metru, wo sie die Kohlii-Lektion endlich beenden will. Hafu begleitete sie bis zur Grenze seines Dorfes, wo sie sich schließlich verabschiedeten und Hahli losspurtete... Die rubinrote Sonne war kurz davor, ihren Glanz hinter dem Horrizont zu verstecken...

Kapitel 7: Die Waffe und der Moment

Glühendheiße Lava, Hitzedämpfe und Magmafontäne zeichnen sich unter Hahli aus. Die Ga-Matoranerin stand gerade auf der rußschwarzen Brücke nach Ta-Koro, ihr Herz schlug bei jedem Schritt schneller und Aufregung umfuhr sie. Aufregung, dass sie sich endlich mit dem Kohlii verstehen wird. FRagen über Fragen flogen wild in ihrem Kopf herum und sie war gespannt, was nun auf sie zukommt, nachdem sie nun schnell und präzise spielen kann. Muss sie in Dorf des Feuers nun alles anwenden, was sie gelernt hat und eine finale Mutprobe bestehen?
Mittlerweile nähert sie sich dem stolzen Ta-Koro, eine große schwarze Festung ragte einen Vulkan empor, eine Mauer umrangt das Dorf, während steinerne Brücken zu zahlreichen Hütten führen. Sie stand schon vor dem mächtigen Eingang, als...

...zwei sich kreutzende Speere vor ihren Augen erschienen!

"Was soll das?!", fauchte sie wütend und empört, während sie die zwei Wachen erkannte. Die Ga-Matoranerin hat nicht zum ersten Mal Probleme mit Wächtern, auf Mata Nui hatte sie da so ihre Schwierigkeiten, doch auf Metru Nui war sie schon ziemlich übermütig, was sie jetzt sehr bereute...

Es war ein klarer und sonniger Tag, als Hahli sich auf den Weg zum Onu-Metru-Archiv begab. Es war ihr erster Trip dorthin gewesen und sie war sehr aufgeregt. Wie viel sie schon über die Pracht dieser Sammlung allen Wissens des Universums gehört hatte und nun war endlich der Tag, andem sie das Archiv besuchte.
Als sie da war, erkannte sie eine der vielen runden Türen und zwei Wachen standen davor. Kein Problem, dachte sie. Doch dann näherten sich die zwei Onu-Matoraner einander und versperrten ihr den Weg.

"Warum darf ich nicht rein?", jammerte Hahli verzweifelt. Die Wache entgegnete jedoch nur: "Heute ist das Archiv geschlossen."

"Warum?", wollte wieder wissen, doch sie bekam keine Antwort. Auf einmal umfuhr die Matoranerin Wut, kochende Wut. Der schönste Tag in ihrem Leben sollte nicht dazu führen, nein! Sie wollte in Büchern rumstöbern und ihr Wissen erweitern, anstatt einen weiteren Tag müde in ihrer Hütte zu verbringen. Und dass die Wachen ihr noch keinen Grund nannten, war wirklich burnak-mäßig.

"Du wirst mich jetzt sda reinlassen!", schrie Hahli wutentbrannt und schüttelte den armen Onu-Matoraner. Doch als er immernoch nichts sagen wollte, schubste sie ihn auf den anderen zu... beide fielen in Ohnmacht...

Hahli konnte nicht fassen, dass sie sowas wirklich mal getan hat. Doch dadurch hate sie auch nichts erreicht, sie kam trotzdem nicht in Archiv rein. Auch bedauerte sie, dass sie zwei Wachen in Onu-Koro zusammenschlagen musste, nur um Hafu das Leben zu retten. Diesmal sol alles anders sein, auf einen Fall wollte sie ausflippen, denn das wäre der entgültige Schlussstrich für ihre Bestimmung... für's Kohlii...

"So Leid es mir tut, aber schon über den ganzen Monat werden drei Matoraner in Ta-Koro vermisst und aus diesen Gründen, kannst du leider nicht rein."

"Aber ich muss die Kohlii-Lektion zu Ende machen, es ist meine Bestimmung!"

"Bitte geh jetzt!", sagte die Wache als Schlusswort. Hahli wollte schon langsam wegstreifen als...

"Was ist das für ein Lärm?!", eine alte Stimme erklang und das Aufschlagen eines Stockes. Natürlich, es konnte nur einer sein:

Turaga Vakama.

Ein angespannter Blick legte sich auf seiner kupfernen Kanohi Huna breit, während er die Wachen ansprach. "Kapura, Nuhrii!", begann er, etwas wütend, "Was ist los?"

"Diese Matoranerin will ins Dorf, obwohl es nicht erlaubt ist!" Daraufhin musterte Vakama die Matoranerin, als ob sie etwas Besonderes wäre, etwas Ausergewöhnliches. "Ich habe von dir gehört! Du heißt Hahli!"
Die Ga-Matoranerin wich erstaunt zurück. Was hat sie ausgefressen, dass sie der oberste Turaga persönlich von ihr gehört hatte oder sie gar kannte.

"Du bist diese eifrige Matoranerin, die gerade die Kohlii-Lektion macht!" Daraufhin konnte Hahli nur nicken, während der Turaga anfing zu lachen und sich das Kinn strich. Hahli konnte seine Reaktion nicht richtig verstehen, doch dies war ihr im Moment egal. Er legte seine Hand um ihre Schulter und sagte: "Du hast natürlich freien Eintritt!" Innerlich wütete das Glück in Hahlis Körper, während die zwei ta-matoranischen Wachen nur widerwillig zur Seite gingen. Wenn Vakama nicht wäre, hätte sie hier vielleicht noch lange verweilen würden.
Doch schließlich waren sie im Dorf eingetreten, wo sich die vielen Ta-Matoraner herumtummelten. Sie handelten an Ständen, unterhielten sich oder kreierten Kanohi-Masken.

"Turaga, warum wollten die Wachen mich erst nicht einlassen?", fragte sie aus neugier. Möglicherweise war etwas Beunruhigendes passiert, vielleicht waren die zwei auch nur Burnak-Grießgrähme. Doch eine richtige Antwort Vakamas bekam sie nicht, im Gegenteil: Er schwieg erst eine lange Zeit und schaute nachdenklich in die Luft hinein.

"Das kann ich dir im Moment nicht sagen!", antwortete er nach einer Weile. "Es ist noch Angelegenheit des Koros!" Mit diesem Satz herrschte wieder Stille zwischen den beiden, bis sie in der großen, steinernen Hütte des Turagas angekommen waren, die umgeben von glühender Lava war.
Als sie eingetraten, setzte sich Vakama auf einen großen, prächtigen Thron, wie es alle Turaga machten. Auch sein Sitzplatz war mit Rubinen aller Farben besetzt und glänzte im Schein der Lava.

"Nun, Hahli. Du hast schon so vieles über das Kohlii gelernt. Eigentlich schon alles, was du zum, Spielen brauchst. Nun dann, was brauchst du denn noch?"

Dies fragte sich die Matoranerin ebenfalls. Zwei Tage lang hatte sie sich mit den Regeln dieser Sportart durchgeboxt, bis sie schließlich in Ta-Koro angekommen ist. Doch nun hatte sie wirklich keine Ahnung, was zuletzt kommt und konnte nur in den Raum hineinstarren.

"Keine Idee?" -sie schüttelte den Kopf- "Dann gebe ich dir einen Tipp. Es ist das wichtigste, was du beim Kohlii brauchst!" Seine Worte hallten in ihrem Kopf wieder. Das Wichtigste? Was konnte dies sein? Eine Strategie? Konzentration?

"Tut mir Leid, Turaga!", sagte sie schließlich, als ihr nichts weiteres mehr in den Sinn kommen wollte. Da musste Vakama lachen und löste das Rätsel schließlich auf: In der Tat hatte Hahli damit nicht gerechnet, doch es war absolut das Wichtigste für das Kohlii, ohne ihn konnte man das Spiel nun wirklich nicht bestreiten:

Der Kohlii-Schläger.

Sie musste sich schon fast an die Stirn fassen, komisch, dass sie darauf nicht gekommen ist, zwischen all diesen Taktiken und Strategien versunken.

"Wie du bemerkt hast, hast du immer mit Trainingsschlägern geübt" -Hahli nickte- "Doch jetzt ist die Zeit für einen professionellen Schläger gekommen!" Doch weiter sprach er nicht, im Gegenteil, er blieb wie ein Gukko auf seinem Thron sitzen und konnte Hahli nur matt anlächeln. Sie wollte schon fragen, was sie dafür tun sollte... Doch wenn sie eins gelernt hat, dann, dass sie sich selber zu Recht finden soll. Schließlich stand sie auf, verabschiedete sich von Vakama und ging wieder ins belebte Dorf.
Sie wollte einen der Maskenschmiede fragen. Nur schade, dass die großen Schmieden von Metru Nui aus nicht übernommen wurden, denn dort wurden die schönsten Kanohi überhaupt hergestellt, ob es bei den KLeinschmieden immer noch so ist, weiß die Matoranerin nicht.
Doch schließlich ging sie in eine der Schmieden, nachdem Hshli nach dem Weg fragte. Sofort überfiel eine Hitze ihren Körper und es wimmelte nur so von Dämpfen. Dieses Gefühl kam nicht selten vor, es war halt nur ungewohnt. Schließlich wohnte die Ga-Matoranerin auch in der Nähe von kaltem, fast schon eisigem Wasser.

"Hallo?", rief sie in die Schmiede hinein. Doch eine Antwort bekam sie nicht. Die Matoranerin tastete sich durch den kleinen Raum, zwar konnte sie Werkzeuge und Kanohi fühlen, aber kein Matoraner war da. "Ist hier jemand?!", fragte sie wiederholt. Kurz darauf spürte sie eine Hand auf ihrer Schulter.
Sie drehte sich um und starrte in eine sonnengelbe Rau. Sie erschreckte nicht, Hahli foffte nur auf einen Schmied zu treffen.

"Wer bist du?!", fragte sie.

"Genau diese Frage wollte ich dir auch stellen!", sie starrten einander an, bis der Ta-Matoraner wieder zu Wort kam. "Ich bin Keahi und arbeite als Schmied!" Hahlis Herz machte einen kleinen Hüpfer, endlich war jemand da, der ihr behilflich sein konnte. Inzwischen erklärte sie ihm die ganze Situation, während Keahi gespannt zuhörte und das Geschehen mitverfolgte.

"Interessant!", sagte er schließlich, "Einen Kohlii-Schläfger habe ich noch nie geschmiedet, aber einer meiner Schmiedekollegen, nur leider ist der nicht da!" Hahlis Stimmung sank etwas, würde sie es heute nicht mehr hinkriegen, einen richtigen Kohlii-Schläger in der Hand zu halten?
Daran wollte sie gar nicht erst denken, und schaute zu, wie Keahi aus einer Metallstange die Form eines Schlägers zusammenbog. Er tat dies mit viel Gefühl, meinte Hahli, selbst wenn es ziemlich anstrengend war, er wurde sogar ein wenig rot auf seiner gelben Rau.
Nach einigen Minuten hielt er schließlich diese Form bereit. "So Hahli. Nun musst du nur noch Lava eingießen und sie dann abkühlen lassen!", er deutete auf einen Behälter mit heißer Lava, in der eine Art Kelle schwamm.

"Warte noch!", rief Hahli, doch Keahi hatte den Raum schon verlassen. Sie wollte ihren Schläger besonders und einzigartig machen, doch da war der Ta-Matoraner schon wie der Wind verschwunden.
Sie kiptte alles aus ihrer Tasche raus, bis schließlich die verrücktesten Dinge auf dem Boden lagen, von Perlen und Muscheln bis lustigen Fäden Steinplatten.

Da war es!

Ein wasserblauer Stein, der in der Hitze hell leuchtete. Den wollte Hahli unbedingt in ihren Schläger mit reinmachen. Zwar wusste sie nicht wie, doch sie konnte es sich denken: Sie ging zum steinernen Behälter mit der brodelten Lava, wo sie den Stein hineinplumpsen ließ.
Plop machte es, als der Stein reinfiel und sich die Lava ein wenig anfing, blau zu werden. Mit einem matten Lächeln griff sie nach der Kelle, nahm die blaugewordene Lava mit und goss sie schließlich in die Form hinein. Zischende Geräusche erklungen, während Hahli sich schließlich auf einen Stuhl hinsetzte. Sie wusste jetzt ganz genau, dass eine Phase des Wartens jetzt angebracht war, bis die Lava abkühlte.
In der Zwischenzeit starte sie einfach in den Raum hinein, über vieles nachdenkend. Ja, sie dachte endlich über ihre neue Bestimmung, dem Kohlii. Endlich kann sie sich an etwas klammern und sich durch das Tournament schießen...

Es war ein regnerischer Tag, als Hahli in ihrer Hütte in Ga-Metru saß und etwas auf eine Steinplatte schrieb. Während die Regentropfen gegen ihre Hütte schlugen, bemerkte sie nicht, dass ihre Freundin Vhisola gerade den Raum betritt.

"Hahli", sagte die Matoranerin, während die Angesprochene sich in Richtung Vhisola umdrehte. "Warum warst du heute keine Rahi beobachten, sind doch perfekte Wetterbedingungen?", fragte sie. Hahli konnte jedoch nur eines antworten: "Ich habe den Beruf aufgegeben." Überraschung und Verwirrung stand Vhisola im Gesicht geschrieben, während Regentropfen ihr die Maske runterkullerten. "Wieso?"

"Es ist nichts mehr für mich, schließlich verhält sich jedes RAhi gleich, es ist doch irgendwie 'unspannend', meinst du nicht?"

Vhisola konnte nur den Kopf schütteln. "Entscheide dich doch endlich für etwas!", mit diesen Worten ging sie empört wieder weg...

Die Matoranerin bedauerte sehr, dass sie so viele Berufe -so viele Bestimmungen- hat fallen lassen, sich immer etwas neues gesucht. Wütend auf sich selber vergrub sie das Gesicht in den Händen. Hahli, sei froh, jetzt hast du eine wahre Bestimmung! Sie gab sich selber recht und ermunternd schaute sie nach ihrem Schläger: DEr neue Schläger hatte eine dunkelblaue Farbe, die nun abgekühlte Lava ließ jedoch noch Dampf raus. FRoh und glücklich befreite sie ihr neues Werkzeug aus der grauen Hülle und betrachtete es sich näher. In der Tat war es, wie sie es sich vorgestellt hat: KOmplett blau, die Zange, der Griff und das Schlagende. Doch...

"Irgendwas fehlt hier noch!", sagte sie zu sich selber, den Kohlii-Schläger immernoch fixierend. Da ging sie plötzlich wieder durch den Raum, wo sie auf einem kleinen Tisch mehrere hölzerne Schüsseln sah, mit allen möglichen Beeren da drin: Rote, lilane, grüne, schwarze und gelbe...
Eifrig nahm sie nach einem Stampfgerät und ließ die gelben Beeren zu einem flüssigen Gebräu werden lassen. Nur zu gut konnte sie sich daran erinnern, wie sie Hafu dadurch wieder eine schwarze Maske hingepinselt hatte.
Schließlich strich sie ein paar sanfte gelbe Striche auf ihren Schläger, bis dieser in blau und gelb glänzte. Es erinnerte Hahli ein wenig an die Metru-Nui-Flagge, in den Farben Blau, Gelb und Schwarz... Natürlich waren es schöne und erinnerungwürdige Momente auf der Insel gewesen... doch weiter in der Vergangenheit rumzugraben nützt einen auch nichts, Hahli schaut jetzt hinauf in die Zukunft, das Kohlii ist ihr Weggeber, ein Seil, womit sie einen hohen Berg erklimmt.
Sie ging raus aus der Kleinschmiede, in ihrem Körper tobte großer Stolz, in diesem Augenblick hatte sie die KOhlii-Lektion bestanden, ihr Lebensweg schlug endlich wieder neue Wurzeln. Endlich konnte sie hoch hinaus in die Luft springen, ihren Kohlii-Schläger wedelnd und ein Strahlen auf dem Gesicht, das mehr als tausend Worte sagte.
Vor lauter Glück, übersah sie, dass...

alle sechs Turaga vor ihr standen.

Die kleinen Wesen mit ihren Stöckern schauten Hahli mit einem matten Lächeln und ihren müden Blicken an. Ja, aber die Turaga sind nicht die einzigen, die sich um Hahli versammelt haben, im Gegenteil-

"Macku?", Hahli erkannte ihre Freundin und Mitspielerin, wie sie lächelnd auf sie zu gerannt kam und sich die beiden in die Arme fielen.

"Glückwunsch, Hahli! Endlich hast du es geschafft!", frohlockte sie, während Vakama zu den zwei Matoranerinnen hinübergehumpelt kam. "Auch von mir alle Glückwünsche. Doch..." Er schaue sie mit einem ernsthaften Blick an, als ob etwas Schreckliches passiert ist. Hahli weiß nicht, ob das sehr angebracht wäre, an ihrem glücklichsten Tag ihres Matoraner-Lebens.

"Deine letzte Prüfung steht noch bevor!"

Hahlis Herz schlug höher. Was denn für eine Prüfung? Wird Vakama Fragen über das Kohlii stellen? Sie befürchtete schon fast das Schlimmste, als Vakama auf die Kohlii-Arena deutete.

"Soll ich etwa ein Spiel absolvieren? Gegen wen?", sie hätte ihm noch hunderte von Fragen an den Kopf schießen können, doch er bittete sie mit einem sanften Lächeln zur Ruhe.

"All deine Fragen werden in der Arena beantwortet", konnte er nur sagen, während Hahli tief schluckte und ihr Herz immer schneller raste. Sie hatte die Lektion doch gerade erst zu Ende gebracht, da musste sie schon ein Spiel vor tausenden von Matoranern absolvieren? Der Gedanke, dass sie Hahli wegen ihres schlechten Kohlii verspotten, ließ die Matoranerin schütteln.
Schließlich nahm Macku sie im Arm und gingen langsam Richtung Arena, wo sich vor den Eingängen schon Matoranermassen tummelten.

"Ich weiß du bist aufgeregt, aber versuch dich zu kontrollieren!", war der einzige Rat Mackus an ihre Freundin. Schließlich gingen sie durch die große steinerne Tür, in einen dunklen Gang. Am hinteren Ende hörte man schon die Matoraner jubeln...

"Hahli!"

Erklang plötzlich eine Stimme, die die beiden zutiefst erschrack. Doch irgendwoher kannte Hahli diese Stimme, sie konnte sich noch mehr als genug an diese erinnern...
Plötzlich drang aus dem dunklen Gang heraus eine giftgrüne Kanohi Miru, ganz klar:

Es war Kongu.

Plötzlich umfuhr unaufhaltsame Wut Hahlis Körper, ja, sie konnte sein Hikaki-Verhalten immer noch nicht kapieren, wie konnte man nur so sein?
Hahli wollte schon auf ihn losschreien, als seine piepsige Stimme erklang:

"Dürfte ich mit dir kurz über etwas reden?" Sie wollte schon verneinen und ihn nie wieder zu Gesicht zu bekommen, als Macku ihr dann doch rät, mit ihm zu sprechen. "Aber nur, weil du meine Freundin bist", sagte sie und ging mit dem Le-Matoraner schließlich in eine düstere Ecke.

"Es tut mir wahnsinnig Leid. Ich weiß, ich habe mich hikaki-mäßig benommen!" -Dem konnte Hahli nur zustimmen, während sie weiter mit einem finsteren Blick auf ihn schaute- "Aber dies soll jetzt Geschichte werden. Nimmst du meine Entschuldigung an?" Sie wollte nicht antworten, mit verschränkten Armen schaute sie zur Seite, während Kongu stutzig auf den Boden guckte.

"Ich habe geahnt, dass du mir so antworten wirst. Ach ja, ich wollte doch noch etwas mit dir beenden!"

Beenden? Was willst du mit mir- Doch bevor sie zu Ende denken konnte, spürte sie schon Kongus Lippen auf ihrer. Tat er es wirklich?

Ja. Sie beendeten ihren Kuss.

Hahli fühlte sich plötzlich von all ihren Sorgen verlassen, frei wie ein Gukko, hoch über den Wolken schwebend. Ihre Wut war plötzlich weg, verdrängt von dem Kuss.
Ihre Kanohi entfernten sich langsam voneinander und Kongu rannte weg, verschwand einfach so im düsteren Gang. Hahli fand ihn immer noch dumm, aber wenigstens hatte sie keine Probleme mehr mit ihm...
Lächelnd ging sie zurück zu Macku, während sich auf einmal vor ihren Augen das runde Tor öffnete, Licht umfuhr die beiden, genau wie ein Jubeln. Ja, jetzt war es soweit. Hahli stand inmitten der großen Kohlii-Arena von Ta-Metru, umgeben von tausenden jubelnden Matoranern aus allen Ecken Mata Nuis. Ihr Herz pochte zwar, doch ihre Aufregung versuchte Hahli zu unterdrücken, sie genoss diesen wundervollen Moment, ihr erstes Kohlii-Spiel...
Was sie jetzt sah, ließ sie noch mehr glücklicher machen: All ihre Trainer waren auf dem Feld, alle um sie herum versammelt: Dosne, Kantai, Tamaru, Kumo, Ally, Epena und... Hewkii und Hafu waren auch da. Es war wirklich der glücklichste Tag ihres Lebens und sie hoffte nur, dass er nie zu Ende geht...

Epilog

Hahli stand in einem dunklen und finsteren Raum, egal wo sie hinsah, überall waren Schatten. Sie konnte sich an diesen Ort nur zu gut erinnern, ja, sie war hierr schon öfters als ein Mal und es schien so vertraut zu sein, diese Dunkelheit. Doch irgendetwas fehlte, ja...

Ein lauter Schritt!

Erschrocken drehte sich Hahli um und starrte in zwei blutrote Augen, die einem Wesen in schuppoger, grüner Rüstung gehörten. Und dann hörte sie noch einen Schritt! Diesmal - schaute sie in das Gesicht eines zwei-meter Abbildes der Matoranerin. Sie konnte sich genau daran erinnern, dass sich die beiden gegenüberstanden, doch was taten sie nochmal?
Als Hahli ihre beiden Kohlii-Schläger sah - kam wieder die Erinnerung. Schon bald fühlte sie sie sich von einer kalten Zange umgeben... doch... irgendetwas war anders.

Anstatt hinunter zu dem bösen Wesen zu blicken, war sie in einer blau-goldenen Zange ihrerseits gefangen... und ihr zwei-meter Abbild rannte, rannte was das Zeug hält, holte Schwung... und die Matoranerin flog durch die Luft, hinein ins Tor. Ihr Abbild freute sich, doch die richtige Hahli auch, ja, kein Schmerz umgab sie, sie freute sich genauso... und das böse Wesen verschwand langsam und lößte sich mit einem Angstschrei in Luft auf...

Diese Nacht konnte Hahli gut schlafen...
Es geht weiter in Bionicle Story 1: Der Anfang vom Ende


Gresh18s: Story
Saga 1: Matoran Stories | Reise der Toa Metru | Tagebuch eines Verräters | Kohlii | Die Kohlii-Lektion | Der Anfang vom Ende
Saga 2: Tuyets Terror | Ahkmous Terror | Amazing Aodhan | Smart Agni | Strong Brander | Die Maske der Zeit
Saga 3: Begräbnis einer Matoranerin | Karzahnis Schwester | Jäger der Maske | Queen's Kingdom | Karzahnis Story
Saga 4: Vulcanus' Schatz | Neue Verbündete | Endloser Krieg
Das Finale: Das Vermächtnis der Zeit
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