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"Bionicle Story 6: Karzahnis Schwester" ist eine Kurzgeschichte und handelt von Karzahni und seinen ersten Racheplänen.


Weit in der Ferne sah Karzahni die vielen Fischschwärme, wie sie windeseilend durch das tiefschwarze Meer schwammen, sich verfingen in den zahlreichen Seepflanzen und doch letztendlich nur zwischen die Zähne eines Takea-Hais gelangen, ihr Blut sich förmlich um den Rachen dieses Rahi breit machte.
Doch egal, wie viele Fische ihre Flossen zum letzten Mal bewegten und doch nur noch ihr Leben zwischen all dem Gewässer lassen mussten, Karzahni konnte nichts mehr, als ein Lächeln um seine schuppigen Lippen vergehen lassen, seltsam fühlten sie sich an, nachdem Karzahni nun zwei Monate nichts mehr als die Gitterstäbe der Grube zu Gesicht bekam. Er fasste sich zwischen die Zähne, wusste dabei, dass sich bereits schwarzer Schimmel um sein Zahnfleisch erklommen hat, und befreite ein Stück Schwanzflosse, aus einem Mund, welches er noch bei seinem letzten Mahl zugenommen hat.

„Absurd“, sagte er schließlich, während er seine Speise mit einem Fingerwurf auf den Boden schmiss und sah, wie sich zwischen seinen Gitterstäben nur noch ein müder Takea bewegte, der schließlich hinter all den schwarzen Riffen verschwand. „Ich“, erklang seine Stimme plötzlich wieder, „als blutrünstiger Takea, im Meer der Seelenlosen“, kaum sprach er seine letzte Silbe, als er auf einmal ein höhnisches Lachen aus sich stemmte, und bemerkte dabei seinen scheußlichen Atemgeruch nicht, während nur ein Faustschlag auf die Zellenstäbe das einzige waren, was ihn unterbrachen.

„Lustig Karzahni, nicht?“, es war die Stimme eines Matoraners, die Karzahni das Lachen vergingen ließen, ein Ta-Matoraner mit einem festen Blick, seine Augen hingegen waren leer und seine Stirn runzelte förmlich, während er fest an die Gitterstäbe fasste, die Pupillen strengstens auf Karzahni gerichtet. Doch dieser wagte es nicht einmal, dem Matoraner zu erwidern, ihn auch nur in seine leeren Augen zu starren, viel mehr verkroch Karzahni sich in die hinterste Ecke seiner Zelle, und fühlte schon die modrigen Wände auf seinem Rücken, der Matoraner jedoch rührte sich immer noch nicht von seinem Fleck, im Gegenteil, er schweifte seine blutleeren Augen genau auf den winselnden Karzahni, seine Pupillen waren förmlich wie Messer, die Karzahnis Herz bis ins Tiefste durchbohrten.

„Ist das nicht unser großer Anführer?“ Es war eine andere Stimme, sie war viel heller und gehörte einem Le-Matoraner an, der sein Gesicht langsam zwischen die Gitterstäbe lugte, in seiner Hand hielt er einen Speer. „Sieh an, sieh an“, sagte er schließlich, ein höhnisches Lächeln breitete sich hingegen auf seiner Kanohi Ruru aus.

„Agjon, habe ich dir denn nicht gesagt, wie man mit den ‚Großen der Großen’ umgehen muss?“, der Le-Matoraner wendete sich schließlich in Richtung seines Komplizen, Karzahni bemerkte jedoch, dass dieser kaum einen Muskel rührte, nein, er konnte zwischen den Partikeln seiner Maske förmlich den Hass erkennen, den der Matoraner namens Agjon hatte.
Ein Seufzer unterbrach das Gespräch der Matoraner, ehe sich wieder der ganz in grün gekleidete Grubenwächter zu Wort meldet.

„Nun, Karzahni, ich hoffe, du hast deine tägliche Tortür nicht vergessen?“, fragte er ihn, während er sich vor Lachen an seinen Magen fassen musste, Karzahni jagte dies jedoch nur einen großen Schreck ein, er fühlte schon, wie sich sein Magen knurrend umdrehte, seine Augen sich auf einmal ausweiteten. ‚’Wie’’, dachte er sich schließlich, ‚’Wie konnte ich das nur vergessen?’’ In der Tat, zwei Monate lang war er schon in der Grube gefangen und vergaß dabei bereits, dass er jeden Tag höllischen Schmerz erleiden musste, sei es nur ein Messerstich in seine Rippen oder die Peitschenschläge der Matoraner, die ihm tiefe Narben auf seinem Rücken hinterließen. Unbemerkt wandte er sich schließlich gegen seine Zellwand und konnte sich dabei einen Schmerzschrei nicht verkneifen.

„Danke für die Vorpeinigungen!“, bemerkte der Le-Matoraner erneut, ehe Agjon einen Schlüssel von seiner Rüstung entlöste und sich plötzlich das rostige Zelltor öffnete. Als Karzahni jedoch sah, wie sich die grasgrüne Ruru ihm näherte, fühlte er schon, wie sein Herz pochte, pochte, als wolle es sich aus seinem Körper befreien und ihm allmählich der Schweiß im Gesicht stand. Winseln und mit einem ängstlichen „Nein!“ quetschte er sich nur mehr gegen die Wand, als erhoffe er sich, dass ihn dies von der Peinigung der Matoraner befreien würde. Und als er auf einmal die Hand des Le-Matoraners auf seiner Schulter spürte, konnte Karzahni nichts anderes, als mit einem Ruck aufzustehen, und plötzlich schlug und polterte er gegen die Wand, kratzte sich seine Finger gegen die modrigen Holzdielen und bemerkte dabei nicht, wie auf einmal ‚’alles’’ verschwand. Ja, seine Finger, die Zelle, die Matoraner, sie alle waren nur noch ein finsterer und düsterer Nebel, ein Nebel, der jedes Geräusch und jeden Ton mit sich nahm.

***

Kein einziger Gitterstab und keine modrige Holzdiele verschandelten Karzahnis Blick auf das tiefschwarze Meer, ja er sah förmlich die vielen Korallenriffe, wie sie prächtig in allen Farben gemustert waren und beinahe bis an den Meeresspiegel ragten, er sah die zahlreichen Muscheln, wie sie einfach mitten zwischen dem schwarzen Sand lagen, ohne jegliche Hemmungen und Sorgen.
’’Freiheit’’, war das einzige, was Karzahni plötzlich in den Sinn kam, es waren nicht die Matoraner oder die Grube, an die er dachte, sein Blick war wie gefesselt von diesem endlosen, schwarzen Ozean.

„End-“, kam es zwischen seinen Lippen, doch… etwas war anders, fürchterlich anders, er konnte nicht mal eine einzige Silbe zu Ende sprechen, ohne, dass er merkte, wie plötzlich Wasser in seine Lungen strömte, ja, in seiner Luftröhre spürte er schon den stechenden Schmerz, all die Pracht, die Karzahni noch an diesem endlosen Meer fand, sie war plötzlich sein Tod… Und ehe er auch nur einen weiteren Gedanken fassen konnte, da strauchelte er plötzlich mit seinen Armen, seine Beine hingegen schlugen ins Nichts und seine Lunge war bereits nichts mehr als ein Fass voller schmerzendem Wasser.
Während die Angst ihn zerfraß, wie ein Hikaki einen Gafna, und er überhaupt nicht mehr wusste, ob er überhaupt noch lebte, während er das Gefühl hatte, dass sein Herz bereits vom vielen Schlagen bereits in tausend Stücke zerfetzt wurde, da bemerkte Karzahni es: Um seine Hüfte war ein Seil befestigt, und als er sich mit Angst im Blut umdrehte, da wurde es ihm klar: Hinter einer Luftblase waren sie da, die zwei Matoraner, Karzahni sah förmlich, wie sie sich vor lauter Lachen fast am Boden wälzten, während Agjon beinahe noch das Seil zwischen seinen Fingern halten konnte.
Wie sehr Karzahni jetzt doch schreien würde, jammern wie ein alter Gukko, nur, dass ihn jemand vor dem Leid der Meere befreien würde… doch da hatte er nur eins vergessen: Unterwasser kann man nicht schreien.
Das Wasser war bereits das Blut, welches durch seine Adern floss, seine Lunge zersägt von dem schwarzen Ozean und die Angst war nur der Richter, der ihn in den Tod entsandte. Jetzt, jetzt war es gekommen, der Tag, an dem Karzahni endgültig nur noch ins Reich der Toten stapfen würde, ein Kriegsherr, unter dem jede Insel seinen Namen preisen soll, nichts mehr als ein blutiges Opfer der Meere. Und als plötzlich nur noch ein Licht vor Karzahnis Augen zu sehen waren, da, da spürte er, wie ein Stich seine Hüfte durchfuhr, er sah, wie sich der grelle Schein von seinem Blick löste und wie auf einmal eine grasgrüne Ruru in sein Gesicht spuckte.

„Dein tägliches Geschenk, Karzahni“, sagte der Le-Matoraner schließlich, wischte sich den Mund ab und verließ schließlich Karzahnis Blick, als dieser plötzlich einen weiteren, stechenden Schmerz in seiner Hüfte spürte.

„Von mir auch!“, ein Tritt folgte der Aussage Agjons, ehe auch er mit lauthalsen Schritten Karzahni verließ.

„Ghüa!“ Karzahni hustete und keuchte, wollte jeden Atemzug genießen und all die prächtige Luft in seiner Lunge spüren. Welch hohen Hüpfer sein Herz doch machte, als er nun doch nicht dem ewigen Tod geweiht hatte und wie sehr er sich freute, doch noch der Grube erhalten zu bleiben.
Schließlich stand Karzahni wieder auf beiden Beinen, den Spucktropfen wischte er sich hingegen von seiner Kanohi ab, als er plötzlich das kalte Protodermis zwischen seinen Handgelenken spürte.

„So einfach wird’s nun auch nicht, Graf von Karzahnenburg!“, es war die Stimme des Le-Matoraners, die hinter Karzahnis Rücken einmal wieder ertönte, er konnte förmlich den Spott in seiner Aussage hören, ehe die Wache ihm eine Handschelle um die Arme legte und ihn mit schmerzvollen Tritten wieder in seine Zelle begleitete, Karzahni schließlich am Nacken fasste und ihn gegen die modrige Wand warf, sodass dessen Stirn ein kleiner Tropfen Blut entlang floss.
Mit einem unangenehmen Quieken schloss sich schließlich die Gefängnistür, der Le-Matoraner hingegen war mit einem erneuten Kichern bereits verschwunden, und die vielen aufkommenden Fischschwärme waren das einzige, was diese Stille dabei noch störte.
Karzahni seufzte schließlich tief, ehe sich einmal wieder mühselig aufrappelte, den Blick auf die Gitterstäbe gerichtet. ’’Wer bin ich?’’, fragte er sich schließlich, tief in Gedanken verstoßen. ’’Wer bin ich, dass diese lästige Brut von Matoranern mich so behandeln kann, wer erlaubt es ihnen, ihre dreckigen Finger auf meine Rüstung zu legen? Pah, wenn jemand behauptet hätte, dass allein eine Gestalt wie dieser Le-Matoraner mich zum Bluten bringen würde, man hätte behauptet, er wäre wahnsinnig!’’, dachte Karzahni schließlich, die scharlachroten Augen immer noch auf die Gitterstäbe gerichtet, ’’Das kann doch unmöglich mein Ende sein, es ist doch paradox, dass mein Reich nie wieder auferstehen wird und einfach so dem Erdboden gleichgemacht wurde!’’, Karzahni schüttelte den Kopf und erinnerte sich derweil, an seine Heimat, sein Leben als Kriegsherr, der einst auf prächtigen Thronen saß und die halbe Landkarte als sein Gebiet markiert war, als er noch fest die Herrschaft über jede Ecke des Universums anstrebte und keinen einzigen Gedanken darüber verlor, dass man ihn stürzen würde. ’’Ja, ja, ich sah all ihre schäbigen Dörfer in loderndem Feuer, wie ich ihre Fahnen vom Mast holte und zerfetzte wie ein Burnak einen Mana!’’ Karzahni musste gähnen, während er die Bilder genau vor seinem Auge sah, als wäre er wieder der einstige Kriegsherr, vor dem jeder in Furcht verfallen ist.
Karzahni schmatzte lauthals, während seine Augen sich langsam schlossen, seine Lider fühlten sich an, wie zwei Felsbrocken, natürlich, er war müde gewesen. Und plötzlich wickelte sich alles nur noch in einen schwarzen Schleier, die Gitterstäbe, die Zelle, sie waren nicht mehr da, sondern nur noch ein düsteres Bild vor Karzahnis Augen.

***

„Lass mich los, du dreckiger Hikaki!“

Auf einmal riss Karzahni die Augen auf, ganz plötzlich war er wieder in seiner modrigen Zelle und von draußen erkannte er, wie über dem Meeresspiegel bereits der Mond über Aqua Magna wachte.
Fragend schaute er in alle Richtungen, wollte wissen, was ihn aus dem Schlaf geweckt hatte, doch das Einzige, was ihm zu Ohren kam, war eine raue und keuchende Stimme.

„Du wagst es, mich zu treten, du Brut eines Gafnas!“ Karzahni bemerkte förmlich, wie die Stimme immer lauter wurde, wie sie erbittert und verzweifelt um Hilfe bittet und wie eine Beleidigung nach der anderen durch den Gefängnistrakt hallte. Nebenbei bemerkte er, wie jemand versuchte, lauthals mit den Füßen gegen den Boden zu stapfen und eine leise, gelangweilte Stimme die Verzweiflungsschreie stetig unterbrachen.

„Geh’ weiter, was auch immer du bist.“ Karzahni wusste dabei, dass es sich hier um einen weiteren Gefangenen handelte, ein weiteres Opfer, der den Matoranern in die Hände fiel und der bis in den bitteren Tod nichts weiter als die Gitterstäbe der Grube zu Gesicht bekommt.

„Ich schwöre dir, mein Schwert wird dich in die tiefsten Untergründe der Todesinseln befördern!“ Kaum sprach das Wesen seinen Satz zu ende, da lugte sein Gesicht zwischen Karzahnis Gitterstäbe hervor, und just konnte Karzahni ihn genau fixieren, da machte sein Herz einen gewaltigen Hüpfer: Es war ein vertrautes Gesicht, ja, zu Zeiten seiner Herrschaft war es schließlich dieses Wesen, welches Karzahni als seine rechte Hand bezeichnen konnte, ein Wesen, dessen Loyalität kaum zu übertreffen ist und dessen Schwertspitzen kaum mehr Matoraner durchbohrt hatten. In der Tat, seine schneeweiße Rüstung, seine tiefblauen Augen, sein mit Blut verschmierter Rachen: Das war nichts mehr als das Ebenbild des Barraki Pridaks.

„Amüsiere dich mit Karzahni, Priduka, oder wie auch immer man dich genannt hat!“, es war ein Onu-Matoraner, der den Barraki ansprach und ihn mit einem weiteren Tritt in eine Nebenzelle Karzahnis beförderte, er hörte förmlich den dumpfen Schlag gegen die modrige Wand.

„Viel Spaß, ihr beiden!“, mit diesen Worten verschwand der Onu-Matoraner schließlich, vorbei an Karzahnis Zelle, während der Kriegsherr jeden seiner Schritte verfolgte, sein Blick war gefestigt an dem Grubenwächter. ’’Was für eine Schande, einen solchen Heerführer nicht zu kennen’’, dachte Karzahni, während er seine Stirn runzelte und ein böser Blick den letzten Schritt des Onu-Matoraners begleitete. Schließlich schüttelte Karzahni den Kopf und bewegte sich zu seiner rechten Zellwand, an der einige Löcher befestigt waren und durch die Karzahni Pridak gekränkt am Boden liegend sah, während sich der Barraki schmerzend an die blutige Stirn fasste.

„Das ist uns allen so ergangen“, sagte er schließlich mit Blick auf Pridaks Rüstung: In der Tat war sie längst nicht mehr so schimmernd, wie sie es einst war, Karzahni sah förmlich, wie der Rost sich durch Pridaks Panzer fraß, hier und da zierte eine große Narbe seine Haut und als er seine linke Hand sah, musste Karzahni mit einem großen Herzschlag zurückweichen, denn an dieser waren drei seiner Finger amputiert.

„Pah!“, bemerkte Pridak immer noch keuchend und mit rauer Stimme. „Dafür, dass Karzahnis Reich wieder leben wird, tue ich alles, was sind da schon drei mickrige Finger wert.“ Karzahni konnte daraufhin nicht antworten, nur ein leises Lächeln machte sich auf seinen Lippen breit: „Deine Loyalität hast du also immer noch nicht verloren.“

„Pah!“, entgegnete er erneut, „Wie konnte ich auch nur, ich war schließlich im Gefecht um Karda Nui verwickelt, diese Narbe übrigens-“, er deutete auf eine tiefe Schramme am rechten Oberarm, „-habe ich beim Kampf mit diesem lästigen Mata-Nui-Orden erhalten!“

Karzahni konnte als Antwort einmal wieder nur in Pridaks leere Augen schauen, ehe er seinen Blick auf den hölzernen Boden lenkte. „Hm“, seufzte er schließlich, immer noch denkend an seine Kriegszeiten, in denen er und Pridak gemeinsam noch das Banner Karzahnis schwenken durften und einen Toa nach dem anderen in die Knie zwangen. Doch was waren sie nun? Nur schuppige, von Narben geplagte Wesen, gefangen zwischen modrigen Gitterstäben, die den ganzen Tag nichts mehr zu Gesicht bekommen, als die ewige Stille des tiefdunklen Ozeans.
Und plötzlich ertönten wieder einige Schritte vom Gefängnisgang, Karzahni lehnte sich nun förmlich an die Gefängnisstäbe und umfasste diese mit einem festen Griff, während er sein Gesicht zwischen diese lugen ließ, als erwarte er seine endlich kommende Freiheit. Doch den Gang kam nur einmal wieder eine matoranische Wache entlang gelaufen, in seinen Händen hielt der Matoraner jedoch ein hölzernes und schimmliges Brett, welches eine kleine und ebenso modrige Schüssel trägt. Schließlich hielt er vor Pridaks Zelle, die Augen des Matoraners waren immer noch müde und gelangweilt, während er sich mit einem Satz hinhockte und die Schüssel vor Pridaks Füße warf, Karzahni sah dabei, wie das milchige Wasser sich auf dem Boden breit machte.

„Nimm’ es als Geschenk an!“, sagte der Matoraner schließlich, während er ohne Pridak einen weiteren lick zu würdigen und mit einem leisen Gähnen bereits verschwand.

„Genieße jeden Schluck“, meinte Karzahni, als er sah, wie Pridak förmlich auf die halbleere Schüssel starrte, als wäre sie eine mickrige, hilflose Beute, wie er sie zwischen seine Finger packte und sie genau betrachtete.

„Fischflosse“, erkannte der Barraki sein Mahl und legte es wieder bei Seite, während er sich wieder Karzahni zuwandte. „Nun“, fing er an, das zerkratzte Kinn streichelnd, „was ich dir unbedingt ans Herz legen wollte, Karzahni-“, er näherte sich der mit Löchern zersäten Gefängniswand und lugte mit einem Auge auf Karzahni, der seinen Kopf plötzlich in Richtung des Barraki drehte. „Erzähle weiter“, forderte er ihn fast schon geschmeidig auf, während Pridak gehorchte. „Es war die Schlacht um Karda Nui, ein verbitterter Kampf, in dem all wir Abtrünnige des Zweiten Karzahni-Krieges nach Vergeltung suchten, ja, wir wollten all diese Brut von Toa und Matoranern einem bitteren Ende zu bereiten, oh ja, wir damals marschierten!“ Karzahni erkannte, wie Pridak schwärmte, seine Hand machte dabei eine seltsame Drehbewegung und seine Augen schimmerten förmlich. „Jedenfalls, wir zeigten uns schon als siegessicher-“, Karzahni hörte immer noch gespannt zu, „-und als wir Karda Nui schon für erobert hielten, habe ich mich in eine ihrer zahlreichen Ratskammern begegnet und was ich da lesen durfte, Pah!“ Pridak küsste seine Hand, während Karzahni ihn eilig bat, weiter zu erzählen. „Es war eine Schriftrolle, ja, ein Stoff, der sich unglaublich weich anfühlte, keine Steinplatte, kein Fels war es! Und Runen, geschrieben mit goldenen Lettern, dieser Anblick war immer noch herrlich.“ Er machte eine kurze Pause, schaute währenddessen hinaus zwischen seine Gitterstäbe, wo bereits jeder Fischschwarm verschwunden ist, und erst als Karzahni mit ein zornigen „Worauf wartest du!“ fauchte, begann Pridak wieder zu erzählen. „Nun, was ich darauf gelesen habe, ich will nicht sagen, dass es mein Leben verändert hat, aber bis in die bittersten Nächte schwirrte es mir nie wieder aus meinem Sinn.“ Karzahni war mit seinem Blick hindessen fest auf Pridak gerichtet, man sah ihm schon den Schmalz, der ihm von den Lippen hing, wie er begierig darauf wartete, Pridaks Antwort zu Ohren bekommen, und jede Pause, die Pridak einlegte, war wie ein stechendes Messer, das ihm in die Hüfte bohrte. „Jedenfalls, ich las vom Ende allen Seins, vom bitteren Untergang eines Jeden und dem schwarzen Schatten, der alles mit sich nehmen wird!“ Pridak schrie förmlich durch den Zelltrakt, während Karzahni hingegen bald schon die Unterlippe vom Mund hing, wie sich seine Augen ausbreiteten und er nur noch auf die alten Holzdielen seiner Zelle starren konnte. ’’Ist das wahr?’’, dachte er sich, ’’Das Universum, einfach hinfort?’’

„Sag’ schon Pridak, wer wird diesem elendigen Ort ein Ende zubereiten?“, Karzahni polterte förmlich, seine Hände schlugen gegen seine Gefängniswand, bis schließlich der Staub von der Decke hinab prasselte. Doch Pridak konnte als Antwort nur müde lächeln, während eine Reihe von verfaulten Zähnen zum Anschein kam. „Wie sehr du das doch erfahren möchtest, Karzahni“, schließlich griff er wieder nach der modrigen Holzschüssel und betrachtete diese wieder, während Pridak sie in seiner Handfläche drehte. „Lass’ mich nur einen Schluck zum Wohl genießen, Karzahni!“ Er führte die Schüssel schnell zu seiner Lippe und trank förmlich begierig, als wären Äonen von Jahren vergangen, seit dem er keinen Tropfen Wasser getrunken hatte. Karzahni erkannte dabei, wie lauthals er schluckte, wie das milchige Wasser plötzlich sein Kinn hinunter flossen, ehe er mit einem lauten „Wahrlich!“ die Schüssel aus seiner Zelle warf und sich den Mund abwischte.

„Nun, du musst wissen, Kar-“ Doch plötzlich konnte er nicht weiter sprechen, Pridak musste förmlich husten, nein, er keuchte fast schon, während er sich windeseilend an die Kehle fasste.

„Pridak!“, sagte Karzahni, doch der Barraki lag bereits am Boden, immer noch keuchend, das Gesicht bleich, als würde er nach jedem Atemzug ringen. „Pridak!“, wiederholte Karzahni erneut, während er rapide an seine Gitterstäbe fasste und lauthals nach Hilfe schrie, bis er selbst kaum mehr einen Ton von sich geben konnte.
Sein Herz pochte, die Tränen standen Karzahni förmlich in den Augen, während er voller Not nicht einmal auf den am Boden liegenden Pridak schauen konnte. Die Angst umfuhr ihn bei diesem Anblick, wie der Barraki auf dem Boden lag, die Hand bereits von der Kehle genommen.

„Pri-“, Karzahni konnte den Satz nicht aussprechen, er vergrub sein Gesicht in den Händen, während er nur noch an die Matoraner denken musste. ’’Wie diese Brut noch meine Klauen erleiden wird, oh ja, ich sehe den Tag noch kommen’’, dachte er und schaute dabei wieder auf den Gefängnistrakt, doch niemand, niemand wagte es überhaupt, Karzahnis Hilferufen nachzugehen, nicht eine Seele kam den Trakt entlang, nur die Stille beherrschte die Grube.

„Kar-, Kar-“, sofort drehte sich Karzahni um, seine Augen weiteten sich indes, während sein Herz sich förmlich überschlug. „Pridak, bitte sage nicht, dass dies dein Untergang ist!“, winselte er, während ihm bereits eine Träne über die Wange herunter geflossen ist, die Pupillen fest auf Pridak gerichtet. Karzahni sah, wie er sich mühte, seine Lippen zu bewegen, wie die vielen Worte nur darauf brannten, ihren Weg über seinen Mund zu finden – doch sie konnten nicht, Pridak ringt erbittert mit dem Tod, seine Augen hingegen haben jeden blutleeren Fleck bereits verloren, während er sich noch einmal mühte, Karzahni anzuschauen.

„Z-, Zei-, Zei-“, stammelte er, während Karzahni kaum weniger zitterte als ein ängstlicher Aal.
Schließlich nahm Pridak all seine Kräfte, all die Energie, die noch durch seinen Körper floss, nur fixiert auf seine Lippen, und auf einmal, da keuchte er es hinaus, fast schon ein lauter Schrei, ein letztes Wort, ein Geschenk, welcher er der Welt der Lebenden hinterließ:

„-Zeitspaltung-“

Nur ein dumpfer Schlag auf den modrigen Holzboden, Karzahni erblickte, wie Pridaks Finger sich ausweiteten, seine Haut bleicher als er es je zu Augen bekommen hat – ja, Pridak war tot.
Schleunigst wandte sich Karzahni von der Leiche des Barraki weg, er ertrug den Anblick seines Mitstreiters nicht, wie er auf eine solch feige Art gestorben ist: Es war nicht das Schwert, welches ihm das Herz durchbohrte, keine Zarmorkugel, die ihm die Eingeweide zerfleischte, nein, es war nur pures Gift, was seines Körper zerfraß.
Mit zorniger Mine fauchte Karzahni den Gefängnistrakt entlang, ballte die Hand zur Faust und schlug gegen die Gitterstäbe, sodass nur ein Schmerzschrei seine Tat begleitete.

„Diebe, Verräter, Feiglinge!“, hallte es den durch den Gang, bis er schließlich Schritte hörte, die sich ihm lauthals näherten.

„Was ist hier los?“, fauchte ein Po-Matoraner, während er sich gähnend die Augen rieb. Als sein Blick jedoch zum toten Pridak fiel, wich er beängstigt zurück, doch Karzahni konnte genau erkennen, wie sich in seinem Gesicht kein einziger Muskel bewegte, er konnte beinahe ein kleines Lächeln erkennen, welches er jedoch schnell unterschlug. ’’Feige Brut’’, dachte Karzahni erneut, ehe der Matoraner ohne auch nur ein Wort zu sagen die Gefängnistür öffnete und die Leiche Pridaks mit einem kleinen Fußtritt berührte.

„Was hast du wieder veranstaltet, Karzahni?“, fragte er schließlich, Karzahni wagte es jedoch nicht auch nur ein Wort zu verlieren, oder den Matoraner auch nur einen Blick zu schenken, im Gegenteil, er runzelte die Stirn, seine Augen glühten förmlich vor Zorn, während er sich langsam zur anderen Seite seiner Zelle drehte, als plötzlich ein Pfeifton durch den Gang hallte, sodass Karzahni sich mit einer blitzschnellen Reaktion sofort die Ohren zuhielt, während er noch erkennen konnte, wie der Po-Matoraner leise kicherte.

„Garan, wo bleibst du?“, schrie er schließlich, als ein Onu-Matoraner sich zu ihm gesellte, den starren Blick fest auf den toten Pridak gerichtet.

„Absurd, nicht?“, fragte ihn der Matoraner des Steins, während er mit schnellen Schritten zur hinteren Wand von Pridaks Zelle wich und dessen Kopf vorsichtig erhob. Garan konnte ihm zur Antwort jedoch nur die Achseln zucken, als er sich beugte und Pridak an den Beinen fasste. „Also, nur hinaus mit unserem Kurzbesucher“, mit diesem Satz schritten die beiden Matoraner aus der Gefängniszelle, während sie Mühe hatten den toten Barraki in ihren Händen zu halten und Karzahni sah, wie ihnen bereits der Schweiß die Kanohi-Maske herunter floss und sie mit jedem Fußtritt keuchten und ächzten. Doch als die zwei matoranischen Wächter bereits den Gang entlanggelaufen waren und sie aus Karzahnis Augen verschwanden, legte sich der Kriegsherr wieder auf den modrigen Boden, während er am ganzen Körper zittern muss, er förmlich hörte, wie seine Zähne klapperten wie die alten Knochen eines Turaga. Mühselig versuchte er seine Lider zu schließen, wieder müde einzuschlafen und sich nur noch vor einem schwarzen Schleier wieder zu finden, doch- er konnte einfach nicht, zu viele Gedanken schwirrten ihm in seinem Kopf und es verging nicht eine Minute, an dem er an Pridaks verworrene Leiche denken musste oder jedes Mal den Matoranern den bitteren Tod wünschte. ’’Diese schleimigen Diebe, sie wagen es nicht einmal, einem toten Kriegsherrn letztes Beileid zu schenken!’’, dachte Karzahni, während er seine Zähne knirschte und sich mit einem Ruck wieder auf die andere Seite legte, dort, wo eine Reihe von Löchern seine Gefängniswand zierte und wo er hier Pridaks letzte Worte hören konnte. ’’Zeitspaltung’’, immer wieder hallte es durch Karzahnis Kopf, dieses eine Wort, von dem er nicht mal wusste, was es bedeutet oder was es war.

„Das Ende-“, murmelte Karzahni schließlich, immer noch denkend an die Zeitspaltung. „das Ende allein Seins?“, sagte er schließlich erneut, die Pupillen ständig im Wechsel gerichtete, ja, sie zitterten förmlich, als würden sie sich nicht entscheiden können, auf was sie ihr Ziel richten. „En-“ Plötzlich stand Karzahni ruckartig auf, während sein Blick zwischen den Schwarzen Ozean fiel, der die Grube umrang und in dem sich keine einzige Meereskreatur auch nur wagte, sich blicken zu lassen oder auch nur für einen einzigen Moment durch die zahlreichen Korallenriffe zu schwimmen.

„Hm“, seufzte Karzahni, als er ganz plötzlich wieder auf den kalten Boden fiel, die Augen langsam schloss und er vor sich nur noch die ewige Schwärze sah, ja, jedes Geräusch oder jedes Ding, was ihm zu Augen kam, jeder Gedanke, der ihm wie eine Manas-Fliege durch den Sinn schwirrte – es war einfach hinfort, gefressen vom dunklen Schleier.

***

Als die rote Sonne wieder über dem tiefschwarzen Meer zu sehen waren, und ihre Sonnenstrahlen sich bis in Karzahnis Zelle ausweiteten und ein Fischschwarm nach dem anderen willkürlich durch das Wasser schwamm, da riss es Karzahni die Augen auf, als er plötzlich in das vertraute Gesicht von Agjon starrte.

„Steh’ auf, Karzahni, du hast heute eine Menge zu tun“, sagte er nur, während seine Mine sich kaum verändert hat: starr auf Karzahni fixiert und mit einer bösen Mine verfolgte er jede Bewegung des Kriegsherrn, Karzahni konnte sich von ihm jedoch nur abwenden, er ertrug den Blick in Agjons scharlachrote Kanohi nicht, während Karzahni selbst nur zähneknirschend antwortete. Agjon hingegen zog sofort einen verrosteten Schlüssel aus seiner Tasche, öffnete damit Karzahnis Tür und packte ihn am Kragen, bevor dieser auch nur daran denken konnte, sich wieder an seinen modrigen Wänden festzuklammern.
So zog der Ta-Matoraner ihn den von der Sonne hell erleuchteten Gang entlang, während Karzahni nicht mal wagte, sich auch nur in irgendeiner Form gegen den Matoraner zu wehren, viel mehr widmete er seinen Blick auf die vielen anderen Insassen, die gähnend und müde zwischen ihren Gitterstäben hockten: Es waren Diebe, Verbrecher, ja, sogar Mörder fanden ihren Weg bis in die abtrünnigen Orte der Grube, und Karzahni war sich sogar sicher, in das ein oder andere vertraute Gesicht seiner ehemaligen Gefolgsleute zu blicken. Doch er wagte es nicht, ihnen auch nur für einen winzigen Moment hinterher zu sehen, ihre schuppigen Gesichter zu fixieren oder in ihre tiefdunklen Pupillen zu schauen, nein, Karzahni wollte nur noch weg von diesem Ort, als er bemerkte, wie er förmlich rannte und Agjon schon fast zu Boden rumpelte. „Sei doch vorsichtiger, du elendiger Hikaki!“, konnte der Ta-Matoraner ihm nur zur Antwort geben, während ein trauriges Jaulen und Stöhnen jeden Schritt Karzahnis begleitete, wie all diese Abtrünnigen dasaßen, wie müde Energie-Hunde klammerten sie sich an ihre Gitterstäbe, ihre Tränensäcke hingegen schienen, als würden sie ihnen bis an die Lippen hinunter hängen.

„Nein“, flüsterte Karzahni leise, während er seinen Blick nur noch auf den Boden richtete und sich seine schuppigen Füße betrachtete, als ihm plötzlich danach war, einfach nur die Augen zu schließen, nur ins rabenschwarze Nichts zu schauen und zu hören, wie sich sein Herz nur einen Hüpfer nach dem anderen tätigte, wie es sich langsam zwischen all seinen Gedärmen verstecken möchte.
Plötzlich riss Karzahni wieder die Augen auf, immer noch starrend auf den mit Holzdielen bedeckten Boden, seine Beine zitterten derweil, und er hatte das Gefühl, als würde er jeden behutsamen Moment umfallen, wie ein verrotteter Baum zwischen all dem Gras.

„Karz-“, hallte es plötzlich von den Seiten und der Kriegsherr spürte auf einmal, wie eine nasskalte Hand seinen Arm umklammerte, wie diese seine Muskeln fest durchdrückte und sie von einem Moment zum anderen an die Gitterstäbe zog, sodass Karzahni mit seinen Zähnen dagegen stieß und ein furchtbarer Schmerz durch seinen Kiefer schoss.

„Karzahni“, sagte die Stimme plötzlich mit einem schmierigen Unterton, als wäre er nichts anderes, als ein Riku-Fisch, den jemand begierlich in eine Falle lockte.

„Sag’ schon Karzahni, wer ist der größte Herrscher im Universum?“, erst jetzt wagte Karzahni der Stimme einen Blick zu schulden, und schaute immer noch mit schmerzendem Kiefer in zwei blutrote Augen und einen breiten Mund, dessen Winkel sich bis an die Gesichtkante ausbreitet, und einer Reihe von schimmligen Zähnen, die ihm hinter den modrigen Gitterstäben anlächelten.

„Was?“, sagte das Wesen auf einmal und erst jetzt löste er seinen festen Griff um Karzahnis Oberarm, „Erkennst du mich nicht wieder, Karzahni?“, sein plötzlicher Gesichtsausdruck, wie er all seine Freude aus jedem Gesichtsmuskel entlöste, ließ Karzahni ein Schaudern über alle Glieder laufen lassen, als er den Insassen genau begutachtete: Das schmierige Gesicht gehörte einer grauen Kanohi an, unter der ein ganz in schwarzer Rüstung gekleideter Körper hervorlugte, ab und zu erkannte Karzahni die vielen Narben, die sich wie Ranken um seine Gliedmaßen schlugen.
Karzahni atmete tief ein, so tief, dass er genau spürte, wie seine Lungen sich mit Luft füllten und sich seine Brust aufblähte, während er gerade zum Sprechen ansetzte.

„Nun“, fing er an, doch da spürte er schon Agjons Hand am Nacken und wie ein Stich in seine Hüfte ihn den Gang hinuntergeleitete. „Du wagst es, diese kostbaren Minuten einem Verräter zu schenken?“, fauchte er, die Wut war in seiner Stimme kaum zu überhören, als ein Fußtritt Karzahni aus dem Zelltrakt in ein Nebenzimmer geleitete und der Kriegsherr stolpernd und einem lauten Krach zu Boden fiel, wo er sich für wenige Sekunden kaum regte und nur an das Wesen dachte, welches mit ihm gesprochen hatte. ’’Seine Stimme, seine Augen, sie waren voller Hoffnung, Hoffnung auf nur auf was?’’, dachte er, während er handfest darüber grübelte, wer dieses Wesen war. Doch egal, wie sehr sich Karzahni anstrengte, sein Name war ihm einfach entflohen, wie ein kleiner Gadunka aus den Klauen eines Keras.

„Ich sage dir“, es war die Stimme Agjons, die Karzahni wieder aus seinen Gedanken kommen ließ, und die dafür sorgte, dass er seinen Kopf leise in Richtung des Ta-Matoraners drehen ließ, „wenn er nicht sofort aufsteht, dann steche ich meinen Speer durch seinen Rücken!“ Plötzlich stand Karzahni auf, er wischte sich den Staub von seinem Panzer und schaute erneut in Agjons zornige Maske. Doch neben ihm – stand eine weitere Person, vor der Karzahni einen Schritt zurückwich, so fürchterlich war ihr Anblick: Karzahni konnte weder in ein Augenpaar starren, noch sah er jegliche Lippen und Zähne, sein ganzes Haupt war lediglich von einem rabenschwarzen Saum bedeckt, sein Körper indes war verschleiert von einem grauen Mantel und nur vereinzelt sah Karzahni seine blutrote Rüstung.

„Was starrst du so, dreckiger Fischbeutel?“, schrie Agjon förmlich, während Karzahni dabei mehrere Spucktropfen auf der Kanohi landeten, das vermummte Wesen blieb jedoch regungslos stehen.

„Was soll’s!“, murmelte der Ta-Matoraner schließlich, ehe er seinen Blick in Richtung der vermummten Gestalt schwank. „Das ist Xaraci, er betreibt eine Mine in der Nähe der Grube“, erklärte Agjon, Xaraci hingegen rührte immer noch keinen Muskel, während Karzahni ohne auch nur ein Wort zu sagen zu Boden schaute. In der Tat konnte er mit diesem Namen nichts anfangen, zu seltsam klang er, dass der Kriegsherr ihn kennen würde oder geschweige denn sich eine Vorstellung machen würde, welche Gestalt gerade vor ihm tritt.

„Heute wirst du nach Leuchtkristallen suchen, schließlich sind uns letzte Nacht dutzende abhanden gekommen!“, ein Seufzer vollendete Agjons Satz, ehe er langsam aber sich abtrat. „Vergnüge dich, Karzahni“, fügte er, „und mache dir bloß nicht deine lästigen Finger schmutzig!“, mit einem lauthalsen Lachen ging er schließlich wieder zurück in den Gefängnistrakt, während Karzahni immer noch in den rabenschwarzen Schleier Xaracis schaute und er noch einmal spürte, wie sich jeder Muskel seines Körpers plötzlich unglaublich kalt anfühlte, allein schon beim Anblick in Xaracias finsteren Schleier bekam Karzahni das Gefühl, in das Gesicht des Todes zu sehen.
Dem Kriegsherr umfuhr ein leises Zittern, während die vermummte Gestalt plötzlich seinen Arm bewegte und in Richtung eines kleinen Unterseegefährtes deutete, welches Karzahni bis auf die letzte Schraube genau musterte, als wäre es nichts Weiteres als die schimmernde Hoffnung, die ihn aus den Fängen der Grube befreien wurde. Doch in der Tat war das Gefährt nur ein grauer Metallbolzen, an dessen Seiten Karzahni mehrere Flossen erkennen konnte und vorne eine Kuppel aus Glas das Unterseeboot zierte.

„Damit sollen wir-“, stotterte Karzahni leise, doch ehe er seine letzten Worte aussprechen konnte, war Xaraci bereits beim Boot und winkte Karzahni nur eilig hinterher. „Hm“, konnte dieser anschließend nur seufzen, während er dem Gefährt langsam aber sicher näher kam und sich plötzlich mit einem quiekenden Geräusch eine metallene Tür öffnete, durch die Karzahni nur vehement einstieg, als er kurz davor sowohl seine linke und rechte Seite fixierte: Nichts als ewige Ruhe beherrschte den kleinen Raum und auch sonst wagte es kein Matoraner und kein Häftling auch nur ein Geschrei, geschweige denn einen Laut von sich zu geben.
Doch auf einmal spürte Karzahni eine warme und sogar feuchte Hand auf seiner Schulter, die ihn plötzlich durch das kleine Gefährt geleitete, bis Karzahni schließlich mit einem kleinen Schubser auf eine stählerne Bank gestemmt wurde und ehe er sich noch umblicken konnte um Xaraci einmal wieder in sein finsteres Gesicht zu schauen, war dieser bereits unlängst verschwunden und nur ein kleiner Stofffetzen seines Mantels lugte noch hinter einem vorne gelegenen Raum heraus.

„Seltsam“, murmelte Karzahni schließlich, als er das Innere des Gefährts genauer betrachtete, doch nichts Anderes, als die vielen Metallplatten und die unzähligen von Schrauben fielen Karzahni zu Augen, nur zwei kleine runde Fenster schenkten dem Kriegsherr einen Blick in den tiefdunklen Ozean und die zahlreichen Fischschwärme, die an dem Gefährt vorbei rauschten.
Und plötzlich, ohne jede Vorwarnung, spürte Karzahni, wie das Unterseeboot blitzartig aus dem kleinen Nebenraum der Grube entschoss, sodass Karzahni Mühe hatte, sich an seiner stählernen Bank festzuklammern, während draußen abertausende von Luftbläschen das Gefährt verfolgten, doch Karzahni wagte es nicht mehr, weiter aus den runden Fenstern zu schauen und nur einmal wieder dem Ozean einen müden Blick zu schenken, auch dachte er kaum an die Minenarbeit, die ihm begegnen würde und wie er stundenlang nur das Hämmern seiner Spitzhacke hören würde, im Gegenteil: Es war Xaraci selbst, der Karzahni nicht aus dem Sinn kam, der, der gerade ohne jegliche Mühe an zahlreichen Hebeln drehte und sein schleierhaftes Gesicht sich in der Glaskugel des Steuerraums widerspiegelt.

„Hm“, hallte es einmal wieder leise durch die Hinterkammer des Unterseebootes, während Karzahni seinen Kopf in seinen Händen stützte und nur auf den nasskalten Fußboden starrte. ’’Wie er mich durch die Tür gepackt hatte, ganz anders, als es ein jeglicher Matoraner überhaupt je gewagt hatte, fast schon, als hätte er Mitleid mit mir.’’ Doch plötzlich stutzte Karzahni und eine böse Miene breitete sich auf seinem vernarbten Gesicht aus, während er seine Stirn rigoros runzelte. ’’Der braucht kein Mitleid mit mir zu haben, als ob er nicht wüsste, wer-’’ Doch auf einmal wagte Karzahni es nicht, seinen Gedanken fortzusetzen, viel mehr schwank er seine Pupillen in Richtung der Vorderkammer, in der Xaraci immer noch wie angewurzelt festsaß und Karzahni nur das quiekende Geräusch der Hebel hörte. ’’Andererseits’’, dachte er, ’’ist dies der geeignete Weg in Richtung Freiheit!’’ Kaum fasste er die letzte Silbe in seinem Sinn, da krümmte er seien Mundwinkel schon zu einem schmierigen Lächeln, doch Karzahni wusste genau, dass er lieber nicht nur in seinen abgrundtiefen Hoffnungen schwirren sollte, wenn er genau wusste, dass dies auch eine Fahrt in den Tod wäre.

***

Es waren mehrere Minuten vergangen, bis Karzahni schon aus seinen runden Fenstern eine gewaltige Felswand sah, die scheinbar bis aus den tiefsten Stellen der Grube bis an den Meeresspiegel ragte und bei deren Anblick Karzahni nur schaudern konnte: Die Felswand war zudem übersät mit abertausenden von tiefen und schwarzen Löchern, während an deren Rand ein paar wenige Skakdi zu sehen waren, wie sich unbehemmt unterhielten und das ein oder andere Mal lauthals vor sich hin lachten. Doch sicherlich würde Karzahni diese tiefen Schächte nicht hinabsteigen, um am Ende des Tages zwischen dem vielen Gestein ein gackerndes Lachen von sich zu geben, viel mehr sah er sich schon, wie sein Panzer zerkratzt von Felsbrocken werden würde und seine Fingerkuppen nur noch einen rauen Hautfetzen von sich geben würde, während seine Hände nur blutend nach Leuchtsteinen suchen würden.
Auf einmal schüttelte sich Karzahni und wollte kaum mehr einen Gedanken daran verlieren, während das kleine Unterseeboot bald darauf einer dieser vielen Löcher ansteuerten, wie das Wasser plötzlich von jeder Pore des Gefährts verschwand und sie eine hauchdünne Luftblase durchquerte, ehe sie in dem dunklen und kaum beleuchteten Eingang landete und Xaraci sich ganz plötzlich von seinem Sitz löste und Karzahni dabei kaum einen Blick verschuldete, sondern nur mit einem harten Faustgriff die Tür aufschlug und den Kriegsherrn mit einer kleinen Handbewegung hinaus geleitete.

„Danke“, murmelte Karzahni und er spürte, wie die kalte Luft der Höhle plötzlich jeden Muskel seines verkratzten Körpers durchfuhr, wie ein Windstoß nach dem anderen gegen das Gesicht des Kriegsherrn peitschte, ehe er seinen Blick nach vorne wendete, wo er nur noch in ewige und abgrundtiefe Dunkelheit starrte, bis er einen kleinen Schienenweg entdeckte, der vom Eingang der Höhle plötzlich steil bis in den schwärzesten Abgrund reicht. Sein Herz pochte bei diesem fast schon monströsen Anblick und seine Knie zitterten, als wären sie in einem Eissee gefroren.
Und plötzlich, als auch Karzahnis Magen nur noch ängstlich knurren konnte, da hörte er es: Stimmen, lauter und tausende von Stimmen kamen ihm zu Ohren, als er sich bis an den Rand der Höhle begab und diesen genau lauschte:

„Ein, Zwei, Drei!“, hallte eine einzelne, kräftige und laute Stimme die Höhlenwand entlang, und als plötzlich ein Chor von der Lautstärke eines hungrigen Kikanalo antwortete: „Ja! Ja! Ja!“ Doch Karzahni konnte nichts Weiteres, als eine verstutzte Miene auf sein Gesicht setzen, als auf einmal eine Singstimme durch sein Ohr hallte, ja, es schien tatsächlich, dass tief im Inneren der Höhle ein Lied nach dem anderen die Wände entlang hallte:

„Wer sind wir? Wer sind wir? Wir sind die Arbeiter von Takea Nui!“ Jedes Wort, welches Karzahni genau erhörte, wurde zumal lauter, ehe plötzlich eine Reihe von Spitzhacken einsetzte, die willkürlich gegen den Fels schlugen.

„Wir hämmern, hämmern! Wir schlagen, schlagen!“ Karzahnis Ohren schmerzten fast schon von den lauthalsen Schreien. „Stein um Stein zum Leuchtebrocken! Hey!“ Kaum erklang die letzte Silbe und kaum hallte wieder das Hämmern der Spitzhacken durch die Höhle, da bemerkte Karzahni, wie sich plötzlich eine Hand um seine Schulter klammerte. Ohne auch nur an ein Zögern zu denken, drehte sich sein Kopf sofort zur Seite, während er bereits den kalten Atem Xaracis in seinem Gesicht spüren konnte.

„Nach unten?“, fragte Karzahni ein wenig zögernd, und mied dabei, direkt in den düsteren Schleier der Gestalt zu blicken, als Xaraci nickte und Karzahnis Blick wieder dem abgrundtiefen Schacht gewidmet war, der in seinen Augen nichts Weiters war, als ein schwarzer Fleck in einer steinigen Höhle.
Schließlich vergingen ein paar wenige Momente, in dem nur Karzahni und Xaraci mitten in der Höhle herum standen, an ihren Positionen immer noch angewurzelt wie ein Baum in den tiefsten Wäldern Le-Wahis, Momente, in denen nur die Stille den Raum beherrschte und beide kein einziges Wort verloren, geschweige denn an irgend einen Zustand dachten: Karzahni fragte sich demnach nicht, was nun geschehen würde oder weiterhin an seinen Begleiter zu denken, regungslos starrte er einfach in die scheinbar ewige und schwarze Tiefe, als auf einmal-

„Ho-jo!“

Eine Stimme, die so rau und kratzig war, als hätte sie man schon seit abertausenden von Jahren gewürgt und geschnürt, drang plötzlich die dunklen Wände entlang, während auf einmal ein lautes Quietschen aus der dunklen Höhle hervordrang, gefolgt von einem knatternden Hall, als würden mehrere Metallfetzen gegen die Felsen schrammen. Und ehe sich Karzahni genau bewusst machen konnte, welches Etwas gerade die ewige Stille durchbrach, rauschte bereits ein Minenwagen windeseilend an dem Kriegsherrn vorbei, sodass er nichts mehr als unscharfe Konturen zu Augen bekam, während er gerade noch erblicken konnte, dass eine ganz in schneeweißer Rüstung gekleidete Gestalt von dem Minenwagen entsprang und mit einem knacksendem Geräusch zu Boden kam.

„Ho-jo!“, frohlockte es ein weiteres Mal, während Karzahni ihn nur genauer mustern konnte: Ein breites Grinsen war auf seiner Maske zu sehen, so, als wäre es schon seit seiner Erschaffung fest auf seiner Kanohi herauf genäht, während sein Rücken von einem schmutzigen Gerippe vollendet wurde, und seine Augen blutrot aufleuchteten.

„Ho-jo, Xaraci, was für ’ne große Beute ich doch heute ergattert habe, ho-jo!“, sagte er, und sein Stolz war kaum aus seiner Stimme zu überhören. Doch Xaraci konnte ihm zur Antwort einmal wieder nur nicken, während das weiße Wesen wieder zu seinem Minenkarren schlenderte und von einer Sekunde zur anderen einen grauen Beutel hervorlugen ließ, der scheinbar so schwer war, dass das Wesen ihn nur auf dem staubigen Boden herum schleppen konnte.

„Satte zweiunddreißig Leuchtsteine, weißt du, was das bedeutet, Xaraci?“ Mit der letzten Silbe nährte sich das Wesen der vermummten Gestalt und fasste ihn so vehement an den Schultern, dass Xaraci Mühe hatte, sich gegen die steinige Felswand zu halten.

„Zwei! Zwei schmackhafte und saftige Ruki-Fische! Zwei, hörst du?“, so glücklich, wie die Gestalt war, schüttelte er Xaraci einmal wieder an den Schultern, bevor er sich schließlich springend dem Höhlenausgang nährte und dabei fast seinen Beutel vergaß. „Nun, ich gönne mir jetzt ein happiges Mahl!“ Und als er bereits die weiche Schicht der Luftblase auf seiner Haute spürte, da drehte sich das Wesen plötzlich um, während eine verdutzte Mine sich auf seinem Gesicht breit machte, die blutroten Augen strikt auf Karzahni gerichtet.

„Moment, ist das nicht-“, er musterte den Kriegsherrn noch einmal genau, bevor er seinen Beutel einmal wieder mit einem dumpfen Schlag fallen ließ und sich blitzschnell Karzahni nährte, sodass sich ihre beiden Kanohi-Masken fast schon berührten.

„Das ist doch –in all seiner Pracht- der große Karzahni, ho-jo!“, frohlockte er, seine Mundwinkel hingegen breiteten sich bis über sein Gesicht hinaus, während er lauthals in die Hände klatschte.

„Das ist Euch noch einmal in meinem lausigen Minenarbeiterleben zu Gesicht bekomme, das ist wahrlich wundervoll!“ Er schaute Karzahni noch einmal tief in die Augen, bevor er ihm die Hand reichte und sein Grinsen sich noch weiter ausbreitete.

„Mein Name ist übrigens Thok“, stellte sich das Wesen vor, während er seinen Arm um Karzahnis Schulter legte und ihm leise zuflüsterte, ihn dabei aus dem Blickwinkel Xaracis geleitete. „Vielleicht bin ich nichts Anderes, als ein einfacher Bewohner Xias, aber glaube mir auf das Wort, Karzahni!“, Thok grinste Karzahni wieder zu, während er seinen Arm noch fester um Karzahnis Schulter legte, sodass dieser sich auf die Zähne beißen musste, um keinen Schmerzschrei von sich zu geben.

„Ich habe in all deinen Schlachten mitgewirkt, oh ja, welch wundervolles Gefühl es doch war, für Euch zu kämpfen, Karzahni!“ Kaum sprach er mit seiner rauen Stimme zu Ende, da nahm er seinen Arm wieder ruckartig von Karzahnis Schulter, während Thok langsam wieder auf Xaraci hinzukam.

„Nicht, dass mir noch mein Mahl weggenommen wird!“, Thok lachte schlussendlich, als er seinen schweren Beutel um die Schulter schlug und mit einem Satz aus der Höhle hinausgeleitete, während er mühselig den dunklen Ozean entlang schwamm. Doch Karzahni widmete ihm keinen einzigen Blick mehr, wagte es auch nicht, ihm hinterher zu schauen, er dachte nur an die vielen Sätze, die Thok vor sich hin sprach, wie glücklich er doch gewesen war, als er Karzahni direkt gegenüberstand, wie er frohlockte, allein beim Gedanken, wieder in Kriege zu ziehen. ’’Welch treuer Vasall’’, dachte Karzahni, das Kinn streichelnd und ganz in Gedanken vertieft. In der Tat war Thok nichts mehr als ein einfacher Krieger, keiner, dessen Name in die Geschichtsbücher nieder geschrieben wird, doch all das war für ihn kaum von Interesse, sondern er sehnte sich nur nach dem Moment wieder für Karzahni zu kämpfen. ’’So treu und doch von den Matoranern nieder gemetzelt’’, hallte es in Karzahnis Sinn wider, als plötzlich ein lautes Quietschen die Stille durchbrach und den Kriegsherrn aus seinen Gedanken brachte: Es war Xaraci, der den Minenkarren die Schienen entlang schob und Karzahni mit einer Handbewegung aufforderte, einzusteigen, während der Kriegsherr das Gefährt genau musterte: Es war aus purem Metall angefertigt und an den Seiten lugten mehrere Schrauben hervor, hingegen konnte Karzahni ein paar wenige Kratzer entdecken, die an der Außenhülle befestigt waren.
Xaraci indes schwang noch einmal seinen Arm, fast schon hektisch, sodass Karzahni windeseilend in das Gefährt einstieg, während er den vielen Schotter unter seinen Füßen spüren konnte und genau sah, wie abertausende von Gesteinsresten und zahlreiche Sandkörner den Boden des Minenkarren bedeckten, als Xaraci hinter dem Kriegsherrn sich in das Gefährt setzte und kaum eine Sekunde verging, dass der Karren bereits mit einem lauthalsen Quietschen die verrosteten Schienen entlang fuhr und Karzahni sah, wie sich der abgrundtiefe und rabenschwarze Untergrund näherte, wie plötzlich jede Umgebung, die ganze Höhle, ihr helles Licht und die steinigen Felswände plötzlich verschwanden, nichts mehr als ein verschwommener Nebel waren und die ewige Dunkelheit sich näherte, wie ein Burnak einem verzweifelten Gafna.
Und auf einmal, da umfuhr sie Karzahni: Er konnte der Höhle nicht mal einen schnellen Blick schenken, ehe die Düsternis über ihn herrschte, er hörte zwar die knacksenden Geräusche des Minenkarrens, doch egal, wohin er seinen Blick schweifte war überall nur Schwärze zu sehen, sodass er nicht mal eine Fingerkuppe erkennen konnte.
Karzahni spürte indes, wie sich sein Magen umdrehte, als wollen seine Därme nur hinaus aus seinem Körper, wie ihn jeglicher Mut alle Poren seines Gemütes verließ, und wie plötzlich – ein Schrei durch seine Kehle hallte und lauthals in der ewigen Dunkelheit ertönte: Ja, der Minenkarren sank hinab, hinab in den abgrundtiefen Schacht, Karzahni spürte förmlich, wie der Wind gegen sein Gesicht schlug, wie ein Peiniger seine elendigen Opfer. Wie er kaum noch seinen Mund zusammenhalten konnte und er sich winselnd an die Seiten des Karrens klammerte, sich nach hinten lehnte und dabei vergaß, dass auch Xaraci mit ihm im Wagen saß. Karzahnis Herz pochte, während Angstschweiß seine Kanohi herunter floss, als plötzlich – während der Minenwagen knarrte und quietschte, sah Karzahni am abgrundtiefen Ende ein grelles Licht, welches immer näher kam, als wolle es Karzahni behutsam zu sich greifen und auf einmal alle Angst aus seinem Körper nahm. Und als der Kriegsherr bereits die blendende Wärme spürte, und das Licht ihn wieder seine Hände sehen ließ, da schwank der Minenkarren scharf in die Kurve hinein, als Karzahni und Xaraci plötzlich in einen Raum fuhren, der dem Herrscher die Augen ausweiten ließ und die Begeisterung ihm zu Gesicht stand: Eine Höhle größer als seine Heimatinsel breitete sich bis an die tiefsten Enden des Vorstellbaren aus, aus jeder Felswand ragten dunkle Höhlen in noch tiefere Schächte, während an den Seiten ein Dutzend Vortixx gegen zahlreiche Felsen und Steine schlugen, die Spitzhacken fest in der Hand und der Wunsch, einen Leuchtstein zu finden, fest im Blick.

„Überwältigend“, konnte Karzahni nur leise murmeln, als er seine Augen noch einmal um die gewaltige Höhle schwank, dabei versuchte er jeder kleinen Höhle einen Aufgenschweif zu schenken, während der Minenkarren mit einem erneuten Quietschen zum Halt kam, Xaraci bereits blitzschnell aus dem Wagen sprang und Karzahni gerade noch erkennen konnte, wie er zu einer anderen Gestalt eilte. Schließlich stand auch Karzahni aus dem Minenkarren auf, nachdem er die Höhle noch einmal gemustert hatte und sich schließlich Xaraci zuwandte, als Karzahni diesen mitten zwischen all den hämmernden Vortixx erkannte: Es war er, doch er hat sich einer anderen Gestalt zugewandt, einem Wesen, gekleidet in völliger rabenschwarzer Rüstung, nur hier und da lugte eine silbern schimmernde Polsterung hervor. Doch als Karzahni ihr versuchte ins Gesicht zu sehen, erschrak er förmlich, sodass ihm Eiseskälte durch die Beine durchfuhr und er fast gegen den Minenwagen gestolpert wäre: Denn genau wie Xaraci war diese Gestalt in einen schattigen und düsteren Schleier gewickelt, während der Kriegsherr plötzlich sah, wie diese ihn mit einer Handbewegung zu sich rief. Karzahni musste daraufhin schlucken, doch er nährte sich dem Wesen, vorbei an den hämmernden Vortixx, die fest auf das Ersuchen von Leuchtsteinen fixiert waren und kaum bemerkten, wie lauthalse Schritte durch die Höhle hallten. <br<Als Karzahni schließlich vor den zwei verschleierten und vermummten Wesen stand, da verbeugte sich plötzlich die schwarze Gestalt, sodass ihr Kopf beinahe den Boden berührte und bevor Karzahni sie genau mustern konnte.

„Akadoor!“, und auf einmal hörte Karzahni, wie das Wesen sprach, es war das erste Mal, dass diese Gestalten einen Laut von sich gaben, dafür zischte es förmlich, während Karzahni doch eine sanfte und weiche Stimme erhören konnte, und als sie sich wieder aufbeugte konnte er erkennen, dass die Gestalt weiblich war und ihn fest im Blick hatte.

„Suche!“, zischte sie wieder, und drückte Karzahni dabei eine alte und verrostete Spitzhacke zwischen die Hände, die den Anschein hatte, als würde sie jeden denkbaren Moment zu Staub zerfallen. Doch Karzahni mühte sich nicht, den beiden Xaraci und Akadoor noch einen Blick zu schenken, er fixierte sich nur auf die vielen Felsen, die willkürlich auf dem Boden herumlagen und auf die er, ohne dabei auch nur einen Gedanken zu fassen, sofort zuging und mit einem Schlag seine schmerzhafte Suche eröffnete.

***

Karzahni wusste nicht recht, wie viele Stunden er hier schon ausharrte, wie viele Schläge er schon für diese mickrigen Steine verbuchte oder wann ihm endlich ein Leuchtstein in die Hände fallen wird. Aber im Moment war es ihm egal, hin und weg schweifte er seinen Blick in Richtung der dutzend Vortixx, dessen Rüstungen völlig verschmutzt waren und dessen Körper vollkommen in Schweiß gebadet waren, doch ihnen schien das kaum von großem Interesse zu sein, ihre Spitzhacken hielten sie nur fest zwischen den Fingern und schlugen auf einem Stein nach dem anderem und wagten es nicht mal, ihre vielen Brüder oder auch nur Karzahni selbst zu bemerken, geschweige denn auf Xaraci und Akadoor zu achten, die seit Karzahnis Arbeit still und wie angewurzelt an ihren Positionen standen, angelehnt an eine Felswand und den Kopf immer beobachtend auf alle Arbeiter zu richten.
Karzahni indes umfuhr ein leichter Schmerz in den Fingern, während er seine Spitzhacke schließlich zur Seite legte, seine Finger dabei streckte und schwerfällig ausatmete, als plötzlich-

„Leuchtstein!“

Es hallte ganz plötzlich die Höhlenwände entlang, als ein in blauer Rüstung gekleideter Vortixx stolz seinen Arm in die Luft erhob und seine Mundwinkel sich bis an die Gesichtskante ausbreiteten, wie er seinen Leuchtstein voller Glück seinen Mitstreitern präsentierte und wie diese sich um ihn versammelten, als wäre er ihr heldenhafter Retter. Doch so schnell, wie er ihn in die Höhe stemmte, ließ er ihn auch in einem alten und verlumpten Sack verschwinden lassen, während die Vortixx sich wieder steineklopfend der Arbeit widmeten, Karzahni konnte dem Geschehen nur ein munteres Lächeln beifügen. ’’Welch vernarrten Wesen, so erfreut über ein kleines Licht im dunkeln Führwerk ihres Körpers’’, dachte er, während er mit einem wuchtigen Schlag einen Stein aufriss, sodass er in feinsten Schotter aufging. Doch als er wieder seine Spitzhacke musterte, da umfuhr ihm ein stechender Herzschlag: Sie war kaputt, das verrostete Blech, es war einfach zerkrümmt wie eine Banane von einem Mata-Nui-Affen.

„Hikaki-Mist!“, zürnte er, die kaputte Spitzhacke mit einem verärgerten Schlag gegen den Boden werfend, während er seinen Kopf in Richtung der beiden vermummten Gestalten drehte, die jedoch immer noch wie angewurzelt da standen und ihm nichts mehr als einen Augenschweif schenkten.
Karzahni seufzte schließlich, als er plötzlich spürte, wie eine kalte Hand seine Schulter berührte.

„Das ist – Das ist doch – Der große und fabelhafte, der wundersame und hochwohlgeehrte Karzahni!“, stammelte ein in roter Rüstung gehüllter Vortixx, als Karzahnis ich nach ihm umdrehte und ihn genau fixierte: Seine Augen waren zu nichts mehr als Schlitzen zusammen gekniffen, während seine Panzerung voller Dreck und Schutt war.

„Bei allen Nynrhia-Geistern, ich dachte die Leuchtsteine sollen mir Licht geben und dabei habe ich doch Eure Gehutsamkeit im Dunkeln gelassen!“, der Vortixx lachte schließlich, als er Karzahni die Schulter tätschelte. Und als er ihm schon antworten wollte, die Wörter förmlich schon auf den Lippen, bereit von diesen zu entspringen, da passierte es:
Ein Pfeil schoss auf einmal windeseilend durch die Luft, wie er den Leib des Vortixx durchbohrte, dass sich seine Augen ganz plötzlich ausweiteten, er nur ein Keuchen aus sich stemmen konnte und hilflos versuchte, den spitzen Pfeil aus seinem Magen zu entfernen. Doch als ihm bereits das Blut über den Bauch floss und Karzahni nur die Angst durch den Körper durchfuhr, wie er nur regungslos dem Tod des Vortixx nachsehen konnte, da fiel er zu Boden, jedes Leben wurde ihm geraubt. Und als Karzahni hinauf sah, erkannte er, wie Akadoor gerade seinen Bogen spannte, wie plötzlich mehrere Pfeile durch die Luft geschossen wurden und ein Vortixx nach dem anderen zu Boden fiel, geschlachtet wie elendige Mata-Nui-Kühe, wie sie alle auf einmal da lagen, dem Tod geweiht.
Und als sich die Blicke Xaracis und Karzahnis kreuzten, da wusste der Kriegsherr nur eins:

’’Er musste rennen.’’

Wie oft hatte sein Herz schon am heutigen Tage gepocht, doch diesmal war es, als wolle es ungemein seine Brust aufschlitzen und ihm vor die Füße fallen, während sein Körper durchkämmt war von purer Angst, die sich in jeden Muskel und jede Pore seines Körpers erstreckt. Karzahni selbst stieß Wärme in den Kopf, als würde er in einem heißen Salzsee baden, indes wagte er es nicht einmal oder dachte auch nur eine Sekunde daran, sich umzudrehen, dem hinteren Geschehen auch nur einen winzigen Blick zu schenken, er selbst wollte nur rennen, egal, ob er schon den Schmerz in seinen Beinen spüren konnte.
Der Kriegsherr atmete wie ein Hikaki-Bulle, während er kaum noch ein Gefühl in seinen Füßen spürte und gerade an allen reglosen Leichen der Vortixx vorbei gerannt war, sein Blick war indes fest auf eine der zahlreichen Höhlen gerichtet, egal, wie dunkel sie war oder was sich dahinter verbergen würde, Karzahni wollte nur hier heraus und dem Tod entweichen.
Schließlich war die kleine Höhle schon so nah und greifbar, dass Karzahni ganz plötzlich hinauf sprang und sah, wie sich ihm das dunkle und von Schatten umhüllte Loch immer näherte, ja, er sich förmlich schon behutsam in ihr vorstellte. Während ihm derweil bereits ein kleines Lächeln um die Lippen gingen und die Höhle ihm im Sprung mitten näher kam, da kam es: Auf einmal wurde der Kriegsherr herunter getrieben, das düstere Loch, es schien immer mehr aus seinen Fingern zu verschwinden, während Karzahni spürte, wie er vom Boden angezogen wurde und jedes Glücksgefühl aus seinen Adern verschwand. Mit einem ängstlichen Schrei fing er an seine Arme zu straucheln, sie einfach ins ewige Nichts zu schlagen, sich die Furcht in seinem Magen breit machte und – er mit einem Ruck gegen die Felswand schlug, sein Panzer knatterte förmlich, während die spitzen Steine ihm zahlreiche Narben auf der Haut versehrten. Leise musste Karzahni husten, seine Lunge wurde von dem Aufprall fast schon zerdrückt, doch als er schon verzweifelt zu Boden schaute, da bemerkte er es: Er war mitten in luftiger Höhe, und als er seine Augen nach oben wendete, konnte er sehen, wie einer seiner Finger sich mühselig an dem Höhlenrand festhielten und er erst jetzt den Schmerz in seinen Kuppen bemerkte. Doch kaum konnte er realisieren, dass er auf irgendeine Weise den Sprung geschafft hatte und seinem bitteren Ende doch entgangen ist, da zuckte er auf einmal seinen Arm nach oben, klammerte sich wie ein Mata-Nui-Affe um den Höhlenrand und zog sich hinauf, während er leise keuchte und er spürte, wie tausende von Sandkörnern seinen Körper hinunter drosselten und er sich plötzlich in der Höhle befand und kaum auf die Dunkelheit achtete, die ihn mit jedem Schritt umfuhr und dass grelle Licht am Höhleneingang bald nichts mehr als ein kleiner Punkt war, Karzahni wollte nur rennen und nicht wagen dabei einen Gedanken an irgendetwas zu verlieren: Ja, fast schon vergaß er, dass die beiden vermummten Gestalten immer noch hinter ihm her waren oder er bei seinem Sprung nur knapp dem Tod entgangen ist und sich dabei selbst nicht mal vorstellen konnte, dass er jetzt tatsächlich die dunklen Gänge der Höhle entlanggehen konnte. Zwar wusste er nicht, wohin ihn dieser rabenschwarze Gang führen würde und ob er am Ende überhaupt noch jemals zurück ans Tageslicht zurückkehren wird, doch zumindest war es ihm im Klaren, dass sobald er auch nur einen Halt machen würde, der Schmerz in seinen Beinen Oberhand über ihn gewinnen würde, er nichts mehr als ein lästiges Opfer Xaracis war, ein elendiger Kriegsherr, dessen Name für immer ausgerottet wird, durch die Klinge eines Wesens, dem er nicht einmal in seine wahren Augen schauen konnte.
Während er kaum bemerkte, wie viele Schritte er schon durch die Höhle gegangen war und nicht mehr sah, dass das Licht am Eingang der Höhle völlig verschwunden war, da stieß ihm plötzlich ein grollender und unheimlicher Schmerz in seine Stirn, verzweifelt fiel Karzahni zu Boden, die Zähne knirschend und sich an die Stirn fassend, als er spürte, wie haufenweise Blut über sein Gesicht floss, doch an einen Schrei oder ein lausiges Schimpfwort wagte er nicht mal zu denken und trotz dass sein Körper sich nach nicht mehr als einem schwachen Gafna anfühlte, stand er mühselig auf und versuchte weiter zu rennen, doch – er konnte nicht. Langsam tastete er sich voran, versuchte etwas in der ewigen Dunkelheit zu erfassen, doch nichts mehr, als eine bloße Steinwand konnte er spüren. Und da stieß es ihm in alle Glieder seines Körpers, ja, die Angst war wie ein Takea der ihn wie einen Ruki-Fisch auffraß.

’’Es war eine Sackgasse.’’

Verzweifelt schlug er seine Hände gegen die Steinwand, als würde er sie versuchen zu durchbrechen, als könne er nur damit die erwünschte Hoffnung erreichen. Doch mit jeder Sekunde, in der er nur winselnd vor der Wand saß, sie mit Händen und Füßen versuchte zu durchbrechen, sodass diese schlussendlich nur noch stachen wie spitze Messer.
Und ganz plötzlich sackte Karzahni zusammen, während er atmetet, wie er es noch nie getan hatte, sein Herz schlug wie er es noch nie gespürt hatte und dabei fühlte, wie jeder Muskel ermüdete und er kaum noch ein Glied seines Körpers spürte und wie er auf einmal sah, wie lauthalse Schritte durch die Höhle hallten, wie sie immer näher kamen und Karzahni den Tod fast schon vor Augen hatte, er sich schon als leblose Leiche sah, durchstemmt durch einen Pfeilschuss mitten durch das Herz. Wie er sich schon ausmalte, wie er für immer von dem Universum fortgehen würde, all den Glanz, den er versprühte, er würde mit seinem erbitterten Tod vollends verschwinden.
Und wie aus dem Nichts stieß ein grellender Energieblitz durch die Höhle, erleuchtete die Höhle immens und steuerte blitzschnell auf die Höhlendecke zu, Karzahni konnte ihm nur einen müden Blick schenken. Und dann fielen sie herunter, ein Gesteinsbrocken nach dem anderen, wie sie Karzahni die Sicht raubten, wie sie bebend auf dem Boden einschlugen und er nur reglos dem Geschehen folgen konnte. Und plötzlich – leblose Stille, als der letzte Stein zu Boden fiel, da erhörte Karzahni nichts. Nur pure Stille beherrschte die Höhle, als auf einmal und völlig unerwartet-

„Karzahni“, eine Stimme, so dunkel wie die Höhle selbst sprach Karzahnis Namen aus, zog ihn dabei lang, wie ein Stück Gummi. Und ehe dem Kriegsherrn tausende von Gedanken durch den Kopf stießen, ob es der Tod war, der zu ihm sprach oder warum er nicht sofort von einem Energieblitz durchbohrt wurde, da lugte plötzlich eine Kanohi aus dem Steinschutt hervor, die so schwarz wie die Dunkelheit war und zwei blutrote Augen sie auskleideten. Doch allein beim Anblick der Maske spürte Karzahni, wie ein plötzliches Gefühl durch seinen Magen stieß, seinen leblosen Körper erwärmte und er sich langsam in Richtung der Kanohi bewegte: Denn er wusste, wem sie gehörte.

„Ist – Ist das wahr?“, versuchte er mühselig zu sprechen und keuchte dabei ungemein, doch als er die rabenschwarze Kanohi noch näher betrachtete, war jeder Zweifel aus seinem Körper verschwunden.

„Icarax!“, schrie er, er dabei sein Lächeln kaum verkneifen konnte und nun das ewige Glück seinen Körper umfuhr: Ja, an Makuta Icarax konnte sich Karzahni nur zu gut erinnern, er war schließlich ein Gefährte, wie es sonst kein anderer war, allein ein Blick auf seinen Körper würde jedem winselnden Matoraner die Furcht lehren, ein Ebenbild eines wahren Kämpfers. Und es verging keine Schlacht, in der Icarax Karzahnis Truppen führte, war Icarax auf dem Schlachtfeld, so durfte man das Wort „Niederlage“ nicht mal in den Mund nehmen. Er war es schließlich, der Karzahnis rechte Hand war, seine Persönlichkeit kennzeichnet sich nur durch die purste Loyalität, die man einem Kriegsherrn überhaupt bieten kann und jetzt – jetzt war er hier, hier vor Karzahnis Augen und der Herrscher sich bereits ausmalte, wie hinter diesen Gesteinsbrocken schon die Freiheit wartete.

„Wahrhaftigster Karzahni“, sagte er düster und musterte seinen Herrn noch einmal. „Sollte es zu irgendwelchen Unannehmlichkeiten gekommen sein, dann entschuldige ich mich bis auf Tiefste.“ Karzahni sah, wie er seine Augen verlegen nach unten richtete, während der Kriegsherr überhaupt wenige Sekunden brauchte, um zu realisieren, was Icarax überhaupt meinte.

„Natürlich!“ sprach er schließlich, während ihm in Gedanken das Bild der vermummten Gestalt zu Sinne kam. „Xaraci!“, sagte Karzahni daraufhin und musste lachen, während Icarax wieder seinen Blick auf den Kriegsherrn richtete. „Du bist immer noch der Meister der Worte, einfach deinen Namen verkehrt aussprechen“, kaum sprach er seine letzte Silbe, da lachte er wieder hämisch, während in seinen Erinnerungen wieder Geschehnisse hinauf kamen, Momente aus alten Kriegszeiten, in der sich Karzahni noch genau an Icarax Art erinnerte: Im Gegensatz zu allen anderen Makuta war Icarax ein Künstler, ein Poet, ein Philosoph, es verging nicht ein Tag, an dem er prachtvolle Bilder malte, Schriften bester Art niederschrieb und an einer perfekt ausgeprägten Welt arbeitete.

„Ja, ja!“, schmunzelte Karzahni flüsternd, während ihm ganz plötzlich wieder die zweite vermummte Gestalt einfiel. „Wo ist eigentlich-“, kaum konnte er zu Ende sprechen, da sah er eine ganz in schwarz gepanzerte Faust, die durch die festen Gesteinsbrocken griff und sich ein weiteres Gesicht dazu gesellte, immer noch vermummt und rabenschwarz.

„Warte, Roodaka“, sprach Icarax, während Karzahni eine kleine Handbewegung vollführte und sich auf einmal alle Dunkelheit aus Roodakas Gesicht entfernte und Karzahni nun endlich in das Gesicht des zweiten Wesens schauen konnte: Ihre Augen hatten weder Farbe noch Fülle, graue Pupillen zierten ihr Antlitz, während sie Karzahni mit einer kalten Miene fixierte.

„Hochwohlgelobter“, sprach sie, als hätte sie zahlreiche süße Früchte verspeist und nickte dabei untergebend. Doch Karzahni schweifte seinen Blick wieder in Richtung Icarax, der daraufhin sprach: „Nun, noch einmal, Ihr nehmt es uns doch sicherlich nicht übel, sofern wir Euch-“, doch Icarax konnte kaum zu Ende sprechen, denn er wurde von Karzahnis lauthalsem Lachen unterdrückt, als dieser daraufhin das Wort ergriff: „Wie kann ich nur, wenn hinter diesen Felsbrocken schon die ewige Freiheit wartet?“, er lachte erneut, sodass dem Makuta ein paar wenige Kieskörner auf die Maske hinab drosselten, woraufhin dieser in alle Richtungen schaute, als hätte er Angst, Karzahnis Freude nur mit einem Satz zu unterbinden, seinem einzigen Herrn die Wut einzujagen.

„Was ist, Icarax?“, fragte Karzahni erneut, als er die verlegenen Gesichtsausdrücke seiner Mitstreiter sah.

„Nun“, begann Icarax.

„Ja?“

„Es ist so-“

„Lasst es uns erklären“, setzte plötzlich Roodaka ein, doch in Karzahnis Körper war bereits jede Vorfreude, jede Hoffnung zermahlen, wie ein Brocken zu feinem Schotter. „Ich verstehe schon“, sagte er schließlich, das Lächeln war ihm bereits längst vergangen, „Die Grube wird mich also weiter in ihren dreckigen Händen halten!“ Und ganz plötzlich stand Karzahni auf, jeglicher Schmerz war derweil verschwunden, jeder Stich in seinen Beinen war wie ausradiert, als er plötzlich auf und ab ging, den Blick fest auf den Boden gerichtet.

„Versteht nicht falsch“, sagte schließlich Icarax, doch Karzahni unterbrach ihn einmal wieder. „Bevor ihr mir hoffnungslos erklärt, meine Versallen, warum ihr doch nicht hergekommen seid, um mich zu befreien und was euch noch in den tiefen Ozean verschlagen hat, nur damit ich schlussendlich ein paar Narben mehr auf meiner Haut bekommen habe, so lasst wenigstens Licht in die Höhle fallen lassen, damit ich mehr, als nur die Konturen eurer Kanohi sehe“, fast schon zürnte er ein wenig, während er sah, dass Icarax einen alten Holzstiel zur Hand nahm und ihn gegen einen Stein rieb, er ganz plötzlich ein grelles Feuer den Raum erleuchtete und nur das Knistern der Fackel zu hören war.

„Hätten wir einen wie Pridak hier, der ist Feuer und Flamme auch ohne Fackel!“, zischte Karzahni, während er kaum noch in die beschiedenen Gesichter der beiden sehen konnte, als plötzlich Icarax’ Stimme durch den Raum hallte.

„Pridak!“, schrie er förmlich, sich dabei aufrappelte und seinen Kopf gegen die Decke stieß, „Der gute Pridak, er selbst-“, Icarax hielt kurz an, schaute dabei in die böse Miene Karzahnis, „er hätte gewusst, wie man“, er stotterte noch einmal, „wie man diese elendige Rotte an Matoranern, Toa und Verrätern endgültig die Kehle ausschneiden hätte können.“ Karzahni sah genau, wie er die Stirn runzelte, doch was ihm noch viel wichtiger war, ist, dass Icarax etwas über Pridak wusste, ja, wie seine Worte noch einmal durch seinen Sinn schellten, wie mickrige Manas-Fliegen.

„Ja, er wusste etwas, was uns nicht bekannt war!“, setzte Karzahni an, „Es war vor wenigen tagen in der Grube, als man ihn ermorden ließ!“ Kaum sprach er zu ende, erhoben sich beide Gesichter in Richtung Karzahni, ein verdutzter Gesichtsausdruck machte sich derweil auf ihnen breit.

„Pridak? Tot?“, sprach Roodaka, das Entsetzen in ihrer Stimme war kaum zu überhören.

„Ja!“, schrie Karzahni. „Er wurde eiskalt ins Totenreich geschickt, doch – was er mir vorher sagte, bewegte mich zutiefst. Er redete von der Zeitspaltung, was dies auch bei den Knochen meiner Selbst auch immer sei!“ Karzahni sah, wie sich Roodaka und Icarax gegenseitig ansahen, ehe sie schließlich eifrig nickten, nur darauf pochten, Karzahni etwas zu erzählen.

„Ja!“, zischte Roodaka, ehe Icarax fortsetzte: „Wir trafen Pridak kurz vor unserem Aufbruch in die Minen der Grube, wir waren kurz davor, uns zu einem Bündnis zusammen zu schließen, dass Euch befreien sollte, Karzahni“ -der Kriegsherr lächelte schmierig- „Er erzählte uns jede einzelne Tag und jede Nacht über ein Geheimnis, über welches er bei der Belagerung von Karda Nui erfuhr.“, er schluckte kurz, als er hörte, wie Karzahni ungeduldig „Ja?“ schrie, wie das Warten ein Messer war, das ihm in den Rücken stach. „Und dieses Geheimnis, es war so faszinierend wie es absurd war“, er kicherte kurz, „So wird die gesamte Zeit und alles, was sich in ihr befindet, jede Materie, jeder Gegenstand, ob Toa, Matoraner, Rahi oder Welten, sie werden alle zerstört, die Zeit frisst sich selber auf und wird alles verschlingen, was ihr zu Gesicht kommt!“ Für mehrere Sekunden herrschte nur Stille in dem Raum, während nur das Feuer zischte und knirschte, Karzahni war einfach zu fasziniert, von dem, was er hörte, es einfach atemberaubend, und benebelte jeden seiner Sinne: Dass die Welt zerstört wird, war ein ultimativer Plan, die Welt an sich zu reißen und sich als neuen Herrscher allen Seins zu krönen.

„Un-, Unglaublich!“, versuchte er aus sich heraus zu stemmen, während er Icarax genau in die blutroten Augen hinein sah. „Und, und wie erlange ich die Macht darüber, existiert denn keine Kanohi in diesem lästigen Universum, mit der man die Zeitspaltung in seine Finger kriegt?“, fragte er hektisch und konnte die Antwort kaum erwarten, sodass er plötzlich anfing, sich willkürlich zu schütteln.

„Oh ja!“, sagte schließlich Icarax, „Eine Kanohi gibt es, die Vahi, geschmiedet auf Metru Nui!“ Roodaka stimmte ihm nickend zu, während ganz plötzlich Karzahnis Stimme förmlich bebend ertönte: „Dann erobert dieses dreckige Etwas von einer Insel und findet diese Maske!“, polterte er, vor seinen Augen sah er Metru Nui schon in Flammen stehend.

„Wir sind Euch eurem dringenden Wunsch natürlich im Klaren, Karzahni“, antwortete ihm Roodaka, während die Furcht in ihren Gliedern aufstieg, sie kaum mehr als verlegend kichern konnte. „Aber-„, finge sie an, ehe Icarax das Wort übernahm: „Metru Nui ist das Industriezentrum schlecht hin, die dortigen Matoranern sind zu vergleichen mit über aus lästigen Manas-Fliegen, um es anders zu sagen, diese Insel zwischen die Hände zu bekommen ist-“, er pausierte kurz, während er verzweifelt nach dem richtigen Wort suchte, als Karzahnis erzürnte Stimme ihn daraufhin unterbrach.

„Etwa unmöglich?“, fauchte er, „Was seid ihr für Kriegsdiener, die nicht in der Lage sind, diese Insel zu erobern?“ Er schaute in ihre Gesichter, die sich vor lauter Scham förmlich rot färbten. „Wenn ihr dazu nicht in der Lage seid, dann werde ich es tun! Mein Geist wird meinen Körper verlassen, nur nach einem geeigneten Wirt suchen, der mir seine Rüstung leiht und ich sie alle täuschen werde. Wir werden sie von Innen zerstören, wir werden ihre Handelswege abkoppeln, wir werden ihnen das Wort ‚Krise’ beibringen, ehe wir sie alle einsperren, zwischen rostige Gitterstäbe in modrige Zellen, ehe wir die Macht ergreifen. Dann ist die Suche nach der Vahi nichts mehr als eine Jagd mit verbundenen Augen: Wir durchkämmen alles, jedes Dorf, jede Hütte, alle Taschen, bis sie uns gehört! Und wenn die Zeitspaltung kommt, dann werden wir sie einfangen und mit ihr ein neues und großes Imperium aufbauen!“ Es vergingen viele Sekunden, wenn nicht sogar Minuten, in der nur das rauschen der Fackel zu hören war, zu eingedämmt waren Icarax und Roodaka, dass sie es wagten, sich zu Wort zu melden, geschweige denn auch nur einen Gedanken daran zu verlieren, einen Laut von sich zu geben, nur die Worte Karzahnis hallten in ihren Gedanken wider, und je mehr sie an seinen plan dachten, desto breiter wurde ihr schmieriges Lächeln.

„Nun, seid ihr jetzt dabei?“, fragte er noch einmal polternd, doch nichts mehr als ein Nicken brachten seine Mitstreiter nicht hervor, ehe sich schließlich Roodaka traute, ihre beerensüße Stimme zischen zu lassen.

„Wie kann ich mich dem nur widersetzen?“, sagte sie flüsternd, während Karzahni matt lächelte. „Sehr gut“, sagte der Kriegsherr, als auch Icarax wieder das Wort ergriff.

„Zu Euren Diensten würde ich meine eigene Spezies ausrotten, Karzahni, doch-“, Karzahni schenkte ihm schließlich einen bösartigen Gesichtsausdruck, „Doch wie wollt ihr euren Geist nach Metru Nui befördern, in der Grube ist das Einsetzen solcher Kräfte unmöglich.“ Als er zu Ende redete, konnte Karzahni nur höhnisch gackern, ehe er auf ihn zukam, sodass sich beide Gesichter fast berührten. „Dann wirst du mich jeden Tag in die Minen begleiten, wo ich meine Kräfte ungehemmt einsetzen kann, geehrter Xaraci!“, er lachte schließlich, während Icarax mit einem schweren Schluck zustimmte und Karzahni sich schließlich der steinernen Wand zuwandte, die Hände am Rücken zusammenbindend. „Morgen früh erwarte ich dich!“, fügte er noch an, als Roodaka sich plötzlich ihrer Tasche zuwandte. „Wartet!“, sagte sie, ehe die Vortixx eine Steinplatte auf den Boden legte, der die Insel Metru Nui zeigte. „Schönes Stück!“, konnte Karzahni nur sagen, während sich alle drei der Karte zuwandten, sie genau fixierten, wie einen elendiges Ruki-Fisch. Schließlich erklärte Icarax genau, welche Orte sich auf Metru Nui befanden und schilderte alle wichtigen Industriegebiete der Stadt, ehe nach mehreren Minuten schließlich die restlichen zwei zustimmend nickend.

„Le-Metru-Hafen!“, sprach Karzahni und deutete gleichzeitig auf den Süden der Insel, auf der ein Hafen abgebildet war. „Sobald wir wieder in den Minen sind, eskortierst du dich sofort nach Metru Nui, verstanden?“, polterte Karzahni immer noch boshaft, doch Icarax konnte ihm nur gefühlslos zustimmen, ehe Roodaka die Karte schließlich wieder einrollte.

„Ihr solltet mich lieber zurück in die Grube befördern, nicht, dass unsere matoranischen Freunde sich sorgen machen!“, er lachte schließlich ein weiteres Mal, ehe die drei den kleinen Gang schließlich verließen und sich wieder in der riesigen Höhle befanden, in der die dutzend Leichen der Vortixx immer noch regungslos und blutverschmiert dalagen und in Karzahni plötzlich eine weitere Frage aufstieß. „Wer“, fing er an, den Blick immer noch auf die Leichen gerichtet, „sind eigentlich diese zwölf Wesen?“, sprach er, ehe Roodaka ihm mit Beendigung des Satzes sofort antwortete, als brannte sie die ganze Zeit ihm davon zu erzählen.

„Das ist der Rat der Vortixx, eine Gruppe abtrünniger Verräter, die sich gegen die Welt verschworen haben, ehe sie von den Nynrhia-Geistern verbannt wurden. Sie waren übrigens die Wenigen, die das Geheimnis der Zeitspaltung hüteten, doch ihr Wissen war nicht sicher vor dem Universum. Aus Angst erschufen sie deswegen eines Tages ein Universum, dass nur ihnen unterlag, und sie tauften es ‚Queen’s Kingdom’. In dem sind die Schriften über die Zeitspaltung noch immer aufbewahrt, aber ich möchte Euch nicht mit müden Legenden bescheren.“ Karzahni hörte ihr genau zu, doch auf einmal wagte er es nicht, ihr zu antworten, er war nur angezogen von ihren leblosen Körpern, die einfach so auf dem steinigen Boden lagen, ehe er ihre bleichen Gesichter noch einmal genau musterte.

„Wie? Wie kamen sie hier her?“, fragte der Kriegsherr schließlich.

„Kurz vor unserer Ankunft fingen wir sie ab, in der Hoffnung, dass sie uns mehr über die Zeitspaltung erfahren lassen“, zischte sie und Karzahni drehte sich ruckartig um, um ihr in die grauen Augen zu starren. „Und?“, fragte er hektisch, „Was ist passiert?“

„Sie verweigerten uns Antworten zu geben und jetzt haben sie den Preis dafür erhalten!“, zischte sie förmlich, während sie ihre Opfer noch einmal genau betrachtete und sah, wie Karzahni aufgeregt hin und her stapfte, als dachte er, dass mit ihrem Tod jegliche Informationen dahin gingen.

„Beruhigt Euch, Karzahni!“, sprach sie schließlich, ihre scharfen Fingerkuppen schließlich um Karzahnis Schulter legend. „Was wollt Ihr denn noch wissen, alles, was Ihr braucht, liegt auf der Hand. Die Vergangenheit dieser lästigen Vortixx, sie ist unwichtig, merkt Euch nur, Karzahni: Hunderttausend Jahre ist es her, seit dem die Zeit erschaffen wurde. In drei Monaten ist es endlich soweit, an dem sie schließlich vernichtet wird, die Vortixx wussten dasselbe wie ihr, also, besänftigt eure gelobten Sinne.“ Karzahni atmete schließlich aus, ohne Roodaka dabei anzusehen, während seine Pupillen plötzlich auf etwas grell Leuchtendes fielen, was in den Fingerkuppen eines toten Vortixx lag, und als Karzahni den Gegenstand näher betrachtete, dieser ihn fast schon blendete, da erkannte er, dass es der Leuchtstein war, für den der Vortixx-Clan einen Spitzhackenschlag nach dem anderen verbuchte, nur um letztlich einem grausamen Tod zu erleiden. Und auf einmal, ohne auch nur einen Gedanken an etwas zu verlieren, griff Karzahni nach dem Stein und ließ ihn in seiner Tasche verschwinden, ehe Icarax und Roodaka bereits ihren dunklen Schleier um ihre Gesichter legten und die drei die Höhle kurz darauf verließen, doch den ganzen Zurückweg, ob in den dunklen Schächten oder der Fahrt im Unterseegebiet war Karzahnis Kopf förmlich besessen von dem Gedanken daran, wieder an die Macht zu kommen, wie ihm die Zeitspaltung, so fürchterlich sie auch sei, behilflich sein wird. Und schlussendlich konnte Karzahni seinen Gedanken nur ein mattes Lächeln beifügen.

***

Die Nacht herrschte schon über den Ozean, jegliche Fischschwärme waren bereits in den Tiefen des Meeres verschwunden und wohin Karzahni auch schaute, sah er nur seine modrigen Gitterstäbe oder die schimmligen Wände seiner Zelle, Icarax und Roodaka hingegen waren bereits verschwunden, wohin, das wusste Karzahni auch nicht. Doch die ganze Zeit, in der er wieder auf dem dreckigen Holzboden hockte, entging nicht ein Moment, indem er den Leuchtstein zwischen seinen Fingern rieb, ihn genauestens begutachtete, ihn fixierte und seinen Blick von ihm nicht wegschweifen konnte, als würde sich in diesem leuchtendem Etwas die ewige Hoffnung verbergen. Schließlich faszinierte ihn dieser Stein, wie ihm ständig die Vortixx und dieses seltsame Paralleluniversum zu Gedanken kamen, von denen Roodaka gesprochen hatte und ihn immer noch die Phantasie beschäftigte, dass in diesem Informationen waren, kostbare Fakten, die nur weitere Messerspitzen wären, die ihm bei seiner Machtergreifung behilflich sein werden. Doch je mehr Zeit verging und Karzahni nur sein verschwommenes Spiegelbild in seinem Leuchtstein sah, so ergriff in die Müdigkeit, wie er auf einmal gähnte und den Stein nur wieder in seiner Tasche verstecken ließ, ehe er seine Lider schloss, die sich anfühlten, wie zwei Gesteinsbrocken, die ihm das Augenlicht stahlen und er in nichts mehr als ewige Schwärze hinein blicken konnte. Zumindest würde er nicht in Queen’s Kingdom landen, dafür würde seine Machtergreifung am morgigen Tag näher kommen.


Es geht weiter in "Bionicle Story 7: Jäger der Maske"!

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