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  • Autor: Toa-Nuva
  • Sprachen: Nur Deutsch
  • Hauptperson der Geschichte: Sollte nach Durchlesen der Geschichte leicht zu erraten sein.

Die Geschichte sollte zuerst ein längerer Epos werden. Kurz nach der Veröffentlichung des ersten Kaptels wurde mir jedoch klar, dass schon mehrere Epen am Laufen waren, in denen es um ein ähnliches Thema ging. Ich beschloss deshalb, bis zur Veröffentlichung des nächsten Kapitels noch länger zu warten. Inzwischen habe ich mich jedoch entschlossen, einfach nur die ersten drei Kapitel zu nehmen und diese so als Kurzgeschichte stehen zu lassen.

Vielen Dank an Toa-Mata-Nui, der mich auf einen wichtigen Fehler in der Geschichte aufmerksam gemacht hat!




Ich wusste nicht, wie viel Zeit schon vergangen war, seit ich hierher gebracht worden war. Ich wusste nicht, wer mich hierher gebracht hat, oder wieso. Ich wusste nur, dass ich mich in einer kleinen Zelle befand. Nicht nur ich wurde hierher entführt, es gab auch andere Gefangene, mit denen man jedoch kaum Kontakt hatte. Und wenn man die Entführer ansprach, wurde man ignoriert, oder im besten Falle eine Weile angestarrt - als wäre man nicht mehr als ein hässlicher Fleck an der Wand. Versuchte man jedoch, sich irgendwie zu befreien, reagierten sie blitzschnell, und das war dann äußerst schmerzhaft.

Wenn man sich eine Weile in einem kleinen Zimmer einschließt, um sich so vor dem Rest der Welt abzuschneiden, hält man das nur wenige Stunden, maximal Tage durch. Irgendwann möchte man schließlich doch wieder die Tür öffnen, in die Welt hinausgehen und sich mit seinen Freunden unterhalten. Doch hier war das nicht möglich. Man konnte nicht jederzeit wieder hinausgehen, und Gespräche gab es hier fast nie; und wenn, dann dauerten sie meist nur wenige Sekunden. Nur hin und wieder, wenn plötzlich wie aus dem Nichts ein neuer Gefangener auftauchte, mussten wir ihm klar machen, dass wir genauso wenig über diesen Ort wussten, wie er. Das war das Spannendste überhaupt, was hier mal passieren konnte

Mir ist aber schon bald klar geworden, dass viele Verbrecher hierher kamen. Sie hatten schon verrückte Ideen - einige hatten tatsächlich versucht, den Großen Geist Mata Nui zu stürzen. Wie verrückt konnte man schon sein, an so etwas auch nur zu denken? Schon bald kam mir der Gedanke, dass das hier ein Gefängnis für dumme Verbrecher sein muss; doch einer der Gefangenen war hierfür der eindeutige Gegenbeweis: Ich selbst! Ich war weder dumm, noch hatte ich mich irgendeines Verbrechens schuldig gemacht. Ich hatte alles getan, was in meiner Macht stand, um dem Großen Geist Mata Nui zu dienen. Das war leider nicht sehr viel, und das wollte ich ändern. Aber so etwas ist doch kein Verbrechen!

Also musste es etwas anderes sein. Vermutlich gehörten diese Entführer zu den Dunklen Jägern. Sie entführten langsam auf der ganzen Welt Personen, um diese schließlich für viel Lösegeld wieder freikaufen zu lassen. Allerdings hatten sie dabei nicht viel Glück. Sie entführten nur Wesen, die stark und intelligent aussahen. Jeder würde diese Helden sofort freikaufen, um einen äußerst nützlichen Beschützer für die Matoraner zurückzugewinnen. Doch tatsächlich verbargen sich hinter diesen mächtigen Helden dann doch nur dumme Verbrecher. Nur einen einzigen echten Helden hatten sie bisher entführt - und das war eben ich. Dummerweise hatten sie aber offenbar vergessen, die Außenwelt gerade über meine Entführung und Lösegeldforderung zu informieren. Als ich die Entführer darauf aufmerksam machen wollte, ignorierten sie mich, und die anderen Gefangenen lachten mich aus. Niemand nahm mich ernst. Dieser minderwertige Abschaum des Universums!

Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Wochen, Monate, Jahre. Irgendwann hatte ich den Überblick verloren. Ich wusste nicht, wie lange ich nun schon hier war; Vielleicht waren es erst Stunden, vielleicht auch schon Jahre. Ich wusste nur eines: Ich will hier raus, um endlich dem Großen Geist weiter dienen zu können! Und schon bald schien es, als sollte sich dieser Wunsch endlich erfüllen können...

***

Ich weiß nicht, nach wie vielen Stunden, Wochen, Jahren es geschah. Plötzlich begann alles zu beben. Die Entführer schienen es zu ignorieren, als hätten sie es erwartet, als wäre das hier ganz normales... Oder als ob sie gar keine Lebewesen, sondern nur Roboter wären. Die Entführten gerieten jedoch in Panik, hämmerten gegen die Wände und Gitter, schrien um Hilfe. Zuerst hielt ich ihre Reaktion für übertrieben, doch dann fiel mir etwas auf: An den Wänden hatten sich Risse gebildet, durch die Wasser hereinfloss. Fast so, als wäre unser Gefängnis unter Wasser. Aber es war kein normales Wasser. Anfangs war es noch unauffällig, es kitzelte nur ein wenig. Doch je höher das Wasser anstieg, desto schmerzhafter wurde es. Es fühlte sich an, als würde etwas meinen Körper zerfetzen und neu zusammensetzen wollen. Als das Wasser weiter anstieg, holte ich instinktiv tief Luft, um nicht zu ertrinken.

Bald stand unser gesamtes Gefängnis unter Wasser. Ängstlich blickten wir uns um... Nein, die anderen blickten sich ängstlich um. Ich fühlte mich im Wasser wie zu Hause. Doch lange würde ich die Luft nicht mehr anhalten können. Ich sah, wie den anderen Entführten inzwischen die Luft ausging und sie instinktiv nach Luft schnappten. Sie würden wohl nicht mehr lange überleben.

Und doch blieben sie noch lange aufrecht stehen. Da Wasser mein Element war, schaffte ich es noch über 5 Minuten, die Luft anzuhalten, bis auch ich nach Luft schnappte... Und tatsächlich füllte sich meine Lunge mit Luft. Ich wusste nicht, wie es möglich war, doch ich konnte unter Wasser atmen. Nun verstand ich auch, wieso die anderen nicht schon ertrunken waren.

Das Beben hatte jedoch immer noch nicht aufgehört, und an dem Stein, aus dem unser Gefängnis bestand, waren bereits erste Schäden zu sehen. Einige der Gefangenen traten gegen die Gitterstäbe, und sie brachen einfach so aus der Decke und dem Boden heraus, als wäre der Stein doch nur grober Sand. Mein Gitter gab jedoch nicht nach. Wie sehr ich auch daran rüttelte, nichts geschah. Ich konnte nur von meinem Gefängnis aus beobachten, wie die Gefangenen versuchten zu fliehen, während die Entführer alles gaben, sie daran zu hindern.

***

Plötzlich fiel mir einer der Entführern auf. Ich hatte ihn bisher noch fast nie gesehen, doch er war der mächtigste und stärkste Kämpfer. Zudem war er sehr unauffällig, da seine Rüstung durch die schwarzen und silbernen Farben recht gut mit der Umgebung verschmolz, während die anderen durch ihr auffälliges Rot auf den ersten Blick zu sehen waren. Doch plötzlich brach ein riesiges Stück der Decke herab, direkt auf ihn. Er versuchte es abzufangen und fiel auf die Knie. Er konnte den Sturz des Steinbrockens zwar abdämpfen, dennoch wurde er stark dabei verletzt. Er stieß ihn von sich weg, und ich konnte gerade noch ausweichen, denn er hatte ihn direkt gegen meine Zelle geschleudert und somit zum größten Teil zerstört. Ich nutzte meine Gelegenheit und versuchte zu fliehen.

Doch kaum hatte ich den Ausgang gefunden und schon fast erreicht, als ich es mir anders überlegte. Ich wusste zwar nicht, wer unsere Entführer waren, doch die Gefangenen waren Verbrecher, und ich musste dabei helfen, ihre Flucht zu verhindern. Schließlich sollte nicht noch einmal jemand "versehentlich" seine Heimatinsel vernichten. Ich drehte mich um und stellte mich den Flüchtlingen entgegen. Gemeinsam mit dem unauffälligen Wesen und seinen Robotergehilfen schaffte ich es, einen Großteil der Flüchtlinge zurückzudrängen.

Doch plötzlich brach eine Wand auf, und aus der Zelle kam eine blaue, insektenähnliche Kreatur in ungefähr meiner Größe hervor. Sie blickte sich eine Weile um, und als sie das unauffällige Wesen entdeckte, machte sich auf ihrem hässlichen Gesicht ein fieses Grinsen breit. Sie nahm die Waffe eines zerstörten Roboters an sich, stürzte auf das Wesen zu, und bevor irgendjemand reagieren konnte, hatte sie den Unauffälligen auf brutalste Weise getötet. Schockiert musste ich mit ansehen, wie die beiden Hälften des Unauffälligen zu Boden fielen. Wutentbrannt blickte ich den Mörder an. Sollten die anderen doch fliehen. Keiner von ihnen würde so viel Schaden anrichten können, wie dieses Monster. Ohne weiter nachzudenken, holte ich mit meiner Faust aus und rannte auf die Kreatur zu.

Das Scheusal, das gerade einen der wohl besten Krieger aller Zeiten getötet hatte, hatte mit mir aber natürlich überhaupt kein Problem. Und hätte ich in den letzten Jahrtausenden in dem Gefängnis nicht den Großteil meiner Gehirnzellen eingebüßt, wäre mir das auch klargewesen. Doch zu meinem Glück entschloss sich die Kreatur, sich mit einem Schwächling wie mir gar nicht weiter abzugeben und schleuderte mich einfach nur gegen die Wand. Benommen sank ich zu Boden. Als ich wieder aufsah, sah ich gerade noch, wie erneut ein riesiger Teil der Decke abbrach und mich begrub.




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