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Tja, bisher hatte ich hier eine ewig lange Einleitung, jetzt das ganze mal in Kurzfassung:
  • Autor: Toa-Nuva
  • Sprachen: Deutsch, Englisch
  • Entstehungsweise der Geschichte: Kapitelweises Schreiben und Veröffentlichen der Geschichte auf Englisch, dann Übersetzung auf Deutsch.
  • Hauptperson der Geschichte: "Ich". Hintergrundgeschichte etc treffen tatsächlich auch auf mich zu; In der Deutschen Version wurden jedoch die Herkunft (im Original Deutschland) und erlernte Sprache (i.O. Englisch) miteinander vertauscht.

(Das war's schon? Ursprünglich war der Einleitungstext fast so lang wie ein Kapitel der Geschichte... 8O o.O)

Prolog: Ein Traum?

Es war 13:15 Uhr. Ich war gerade auf meinem Heimweg von der Schule. Da ich nicht sehr weit von der Schule entfernt wohnte - um genau zu sein, war ich einer von gerademal zwei oder drei Schülern aus meiner Klasse, die zu Fuß zur Schule kamen - war ich schon fast zu Hause, obwohl ich das Schulgebäude vor maximal 5 Minuten verlassen hatte.

Ich kam aber nie zu Hause an. Plötzlich hörte ich ein merkwürdiges Geräusch hinter mir. Ich drehte mich um und sah gerade noch, wie ein Auto direkt auf mich zu kam. Ich hatte nicht einmal mehr Zeit, meinen Mund zu öffnen, um mich von der schönen Welt zu verabschieden, oder auch nur etwas so kurzes und simples wie "Oh, sh*t!" von mir zu geben, bevor mich das Auto auch schon rammte und alles schwarz wurde.

***

Als ich endlich wieder aufwachte, fühlte ich mich irgendwie merkwürdig. Tja, natürlich hatte ich ja vor wahrscheinlich recht kurzer Zeit die Ehre gehabt, an einem Autounfall teilhaben zu dürfen... Aber das war nicht das Merkwürdige. Oder eigentlich war es sehr wohl merkwürdig, denn für jemanden, der vor so kurzer Zeit sterben hette können, fühlte ich mich großartig. Aber mein Körper fühlte sich so merkwürdig an, als wäre er nicht mein eigener... Und woher kam der Sand, auf dem ich da lag? Das konnte weder die Straße noch ein Krankenhaus sein.

Endlich öffnete ich meine Augen... Und schloss sie sofort wieder. Die Sonne ging gerade unter und schien deshalb nicht sonderlich hell, aber für mich sah es so aus. Es schien, als wären meine Augen plötzlich aus irgendeinem Grund sehr lichtempfindlich geworden - aber da im Moment alles ziemlich merkwürdig war, war mir das ziemlich egal. Anstatt mich weiter darüber zu wundern, versuchte ich, mich aufzusetzen, obwohl ich mich aus irgendeinem Grund sehr schwach fühlte, meine Augen mit meiner rechten Hand vor dem Licht zu schützen, und schließlich öffnete ich wieder meine Augen... Und wieder schloss ich sie sofort. Nicht wegen dem Licht, sondern weil ich etwas gesehen hatte... mich!

Naja, eigentlich hatte ich nicht mich gesehen... Aber ich hätte mich sehen sollen. Zumindest meine Beine, schließlich saß ich aufrecht da, und die Hand, mit der ich meine Augen schützen wollte. Doch anstatt meiner Beine und meiner Hand hatte ich etwas anderes gesehen. Ich konnte es natürlich nicht glauben, deshalb öffnete ich erneut meine Augen, um meine Hände anzusehen... Und wie ihr vielleicht schon erraten habt, schloss ich sie sofort wieder. Nicht, weil meine Hände so schrecklich aussahen, sondern diesmal wieder, weil das Licht so hell erschien...

Ich legte mich erneut hin und wartete mit geschlossenen Augen, bis es endlich Nacht war. Als die Sonne endlich ganz weg war, konnte ich nicht nur ohne Probleme meine Augen öffnen, ich fühlte mich auch etwas stärker als zuvor. Ich beschloss, mir später über meinen Körper Gedanken zu machen, und mir jetzt stattdessen erstmal die Umgebung anzusehen. Ich öffnete meine Augen und blickte auf eine große, dunkelblaue Fläche, mit vielen lustigen weißen Punkten... Ich weiß, das mag etwas mysteriös klingen, aber das war es nicht, da ich immer noch auf dem Boden lag und ganz einfach nur den Sternenhimmel anstarrte. Ich beschloss gerade, mich endlich wieder aufzusetzen, um mir die Umgebung anzusehen, als mir plötzlich etwas merkwürdiges auffiel... Nicht alle Punkte waren weiß... Der hellste von ihnen war rot!

Aber was soll's, wieso sollte ich mir über die Farbe der Sterne Gedanken machen?

Ich setzte mich endlich auf, und sah mir die Umgebung an. Ich befand mich auf einem Strand. Zu meiner Linken und hinter mir befanden sich Felsenwände, ich konnte also nicht viel in diesen Richtungen sehen... Aber das musste ich auch gar nicht; ich hasse alle Strände und Meere, egal wo sie sind! (Man könnte das als eine Art Trauma bezeichnen, wenn man will...) Aber auch das war egal, den ich bemerkte dass ich träumte. Ich kannte diesen Ort zu gut, und wusste, dass er nicht existiert.

In meinem bisherigen Leben hatte ich fast meine gesamte Freizeit im Internet verbracht, um mit Freunden zu Chatten oder meine Homepage immer wieder neu zu erstellen. Einmal hatte ich an einer Diskussion über luzide Träume teilgenommen: Das sind anfangs ganz normale Träume, bis der Träumer bemerkt, dass er nur träumt. Mit diesem Wissen bekommt der Träumer sehr viel "Macht", da er dann genau kontrollieren kann, was er träumt. Im Laufe der Diskussion hatte ich erfahren, wie man mit 100%iger Sicherheit herausfinden kann, ob man wirklich träumt oder nicht, wie man seinen Traum kontrollieren kann, und wie man sich selbst wieder aufwecken kann.

Doch keiner dieser Tricks funktionierte nun. Es schien so, als würde ich tatsächlich nicht schlafen, sondern tatsächlich auf dem Strand liegen, auf dem Takua am Anfang des Bionicle Mata Nui Online Games 1 aufwachte... Und das war einfach nicht möglich.

Oder?

Kapitel 1: Toa des Irgendwas

Obwohl ich immer noch nicht die geringste Ahnung hatte, was hier überhaupt los war, fühlte ich mich großartig. Ich hatte Bionicle schon von Anfang an geliebt, und nun hatte ich endlich die Gelegenheit, alle Charaktere persönlich zu treffen. Ich rannte den Strand englang in die Richtung, in der Ta-Koro war. Oder sein hätte sollen.

Als ich endlich sehen konnte, was sich hinter der Felsenwand befand, stellte ich fest, dass ich etwas zu spät dran war. Niemand war hier. Nichts war hier. Die Insel war absolut leer. Ich sah nichts außer dem Boden.

Die Bohrok hatten ihre Aufgabe gut erfüllt. Etwas zu gut, meiner Meinung nach.

Es gab hier nicht wirklich etwas, das ich tun hätte können, also entschied ich mich, mich endlich darauf zu konzentrieren, was ich selbst war. Meine Hände und der Rest meines Körpers sahan anders aus als alles, was ich je zuvor gesehen hatte. Er hatte immer noch Ähnlichkeit mit dem eines Menschen, aber ich war offenbar biomechanisch geworden... und dunkel. Meine Farbe war schwarz, oder ein sehr dunkles Braun oder so etwas. Ich war fasziniert. War ich ein Toa der Erde geworden? Was für eine Kanohi-Maske trug ich? Und wo waren meine Waffen?

Ich versuchte, meine Maske abzunehmen, schaffte es aber nicht. Ich trug also entweder gar keine Maske, oder es gab irgendeinen besonderen Trick, den man kennen musste, um die Maske abzunehmen. Ich ging zum Meer, um mir dort mein Spiegelbild anzusehen. Aber als ich mein Gesicht sah, begann ich zu lachen. Ich sah einfach so dämlich aus. Mein Gesicht hatte keine Ähnlichkeit mit der Ähnlichkeit irgendeines mir bekannten Toa-Gesichtes. Ob aber mein Gesicht oder die "Gesichter" der Toa Inika dämlicher aussahen, konnte ich nicht wirklich festlegen.

Ich war so damit beschäftigt, mein Gesicht auszulachen, dass ich beinahe übersehen hätte, dass ich tatsächlich keine Maske trug.

Volitakrot

Meine mysteriöse Kanohi-Maske

Ich kehrte dorthin zurück, wo ich aufgewacht war. Wie erwartet fand ich dort eine Maske und eine Waffe, doch ich erkannte keine von beiden. Ich setzte die Maske auf... und ein unglaubliches Gefühl erfüllte meinen Körper... Wenn ich nicht sowieso schon sicher gewesen wäre, dass ich nicht träume, wäre ich es spätestens jetzt gewesen. Ich fühlte mich stärker und mächtiger als je zuvor (naja, ich habe mich ja auch davor noch nie sonderlich stark oder mächtig gefühlt...), und ich war sicher, dass ich eine ganze Insel hochheben könnte, so lang ich diese Maske trug. Aber ich hatte gerade keine Lust darauf, jetzt eine Insel hochzuheben... Und vielleicht war Mata Nui doch auch etwas zu groß... Und ich wollte ja auch niemanden verletzen, der auf der Insel lebte...

Wie dem auch sei, nun wollte ich endlich etwas mehr über meine Kräfte erfahren. Zuerst wollte ich meine elementaren Kräfte testen, vermutlich Erde. Ich hob mein Schwert auf, um damit meine Kräfte zu fokussieren, und in der Hoffnung, ich könnte meine Kräfte so aktivieren, versuchte ich einfach mir vorzustellen, wie etwas Erde einfach direkt vor mir auftauchte.

Es geschah nicht sonderlich viel, aber ich dachte einen Moment, dass es etwas dunkler vor mir geworden wäre. Zuerst dachte ich, dass es tatsächlich Erde wäre, die sich gerade materialisieren würde. Aber wenn dies tatsächlich der Fall war, dann dematerialisierte sich die Erde offenbar schon wieder, bevor sie sich überhaupt erst zu Ende materialisierte; deshalb ging ich davon aus, dass es nur eine optische Täuschung gewesen war. Aber nun gut, Erde war also offenbar nicht mein Element... Ich dachte noch einmal an meine Farbe - ein dunkles Braun, oder vielleicht ein dunkles Rot, mein Element könnte also auch Stein oder Feuer sein. Aber als ich versuchte, diese beiden Elemente zu verwenden, war ich genauso erfolgreich wie bei der Erde. Ich bekam nicht mehr als diese optische Täuschung hin. Also war ich vielleicht ein Toa der Illusion? Ich dachte mir etwas aus, das ich in die Luft projezieren könnte, und das erste, was mir auf die Schnelle einfiel, war Gadunka. Doch wieder schien nur etwas dunkles zu erscheinen, aber zumindest hatte es ungefähr die Form von Gadunka...

So würde mich mein Element doch nie finden! Enttäuscht blickte ich nach oben in den Himmel... Und bemerkte, dass es Nacht war. Ich hatte das komplett vergessen, da für mich alles so hell wirkte, als wäre es Tag. Meine Augen waren also offenbar sehr lichtempfindlich... Und die einzige Art von Toa, deren Augen meines Wissens lichtempfindliche Augen hatten, waren Toa der Erde. Also "beschloss" ich schließlich, dass ich ein Toa der Erde war, der einfach noch nicht sehr gut mit seinen Kräften umgehen konnte.

Als nächstes wollte ich eigentlich meine Maskenkraft testen, aber ich hatte einfach nicht die geringste Ahnung, wie das funktionieren sollte, und ich wusste ja nicht einmal, was für eine Maske ich hatte und was ihre Fähigkeit sein könnte. Und ich erinnerte mich daran, dass die meisten der Toa Metru ihre Maskenkräfte nicht verwenden konnten, bis sie sie wirklich dringend benötigten... Also konnte ich lediglich auf eine solche Situation warten. Aber da es sehr unwahrscheinlich war, dass es auf dieser leergefegten Insel zu so einer Situation kommen würde, beschloss ich, stattdessen nach einem Tunnel zu suchen, in der Hoffnung, dass ich irgendwie nach Metru Nui kommen und dort Takanuva oder die Toa Mahri treffen könnte...

Ich war allerdings überrascht, wie groß Mata Nui doch war. Es war fast schon Morgen, bis ich endlich einen Tunnel gefunden hatte und durch ihn den ersten Sonnenstrahlen entkommen konnte...

Kapitel 2: Der Erste Feind

Ich hatte keine Ahnung, wo ich war.

Ich hatte schon mehrere Abzweigungen im Tunnel hinter mir und hatte immer den rechten Weg genommen, um mich auf keinen Fall zu verirren. Aber schon bald hatte ich gemerkt, dass mich das nirgendwohin führte; stattdessen war ich immer und immer wieder auf Mata Nui gelandet. Nach einer Weile hatte ich genug davon; und als ich an die nächste Abzweigung kam, nahm ich den linken Weg.

Es erschien mir, als wären Stunden vergangen, bis ich mir schließlich sicher war, wieso Matau es so hasste, in einer Abzweigung nach links zu gehen: Ich hatte keine Ahnung, wo ich war. Es war ja eigentlich ziemlich egal, da ich sowieso nicht wusste, wohin ich sollte; aber ich hätte bevorzugt, wenn ich mich einfach direkt nach Metru Nui hätte teleportieren können.

Einige weitere Minuten, die mir wie Stunden vorkamen, vergingen. Bald wusste ich wirklich, wieso Matau linke Wege so hasste, nämlich als ich in einem großen Raum mit einem großen Etwas darin ankam. Zuerst wusste ich nicht, was dieses Etwas sein könnte, dann erkannte ich es jedoch, obwohl ich es noch nie zuvor gesehen hatte. Und natürlich freute ich mich sehr darüber, als es mich bemerkte und mit einem seiner mächtigen Fäuste den Tunnel hinter mir zerstörte, bevor ich reagieren konnte.

Es war das Rahi Nui.

Natürlich wusste ich noch, wie Vakama und Nuju es als Toa Metru besiegt hatten. Sie nutzten ihre Elementarkräfte, und griffen es immer und immer wieder an. Das Rahi Nui, das die Energie aller Attacken absorbierte, wuchs immer weiter, bis seine einzelnen Moleküle so weit voneinander entfernt waren, dass das Rahi nicht einmal einer Fliege etwas zu Leide tun hätte kännen. Eine simple Strategie, die ich problemlos nachmachen hätte können... Wenn ich gewusst hätte, wie ich meine Elementarkräfte einsetzen könnte, oder auch nur was sie überhaupt sind. Ich hätte das Rahi Nui also mit meinen bloßen Fäusten bekämpfen müssen, und meine Überlebenschancen wären dabei doch recht gering gewesen.

Ich untersuchte die Umgebung, um mir eine andere Kampfstrategie zu überlegen... Doch ich hatte nicht genug Zeit; das mächtige Wesen griff mich schon mit seinen mächtigen Tarakava-Fäusten an. Ich konnte gerade noch ausweichen, aber schon schoss der Nui-Rama-Stachel auf mich zu. Ohne nachzudenken, sprang ich einfach nach oben - ich war überrascht, wie hoch ein Toa springen kann - doch als ich wieder landete, hatte das Rahi Nui den Stachel noch nicht zurückgezogen, sodass ich auf ihm landete. Es schien, als hätte das Rahi Nui genau das geplant, denn schon im nächsten Moment zog es ruckartig den Stachel zurück und schleuderte mich gegen die Wand hinter ihm.

Es war ein sehr faszinierender Augenblick, ich hatte mich noch nie so... merkwürdig gefühlt. So spürte ein Toa also Schmerzen?

Nein! Ich war einfach noch nicht gegen die Wand gekracht. Als es endlich so weit war, stellte ich fest, dass sich Toa-Schmerz nicht viel anders anfühlt als Menschen-Schmerz.

Vorsichtig drehte ich mich um, um zu sehen, was das Rahi Nui nun vorhatte... Und schon war wieder alles merkwürdig. Ich war ungefähr fünf Meter über dem Boden in die Wand gekracht... Aber ich fiel nicht herunter. War Fliegen oder Schweben eventuell eine meiner Maskenkräfte? Naja, darüber könnte ich später ja auch noch nachdenken; ich würde vermutlich sowieso sterben, und das viele anstrengende Denken würde nach meinem Tod absolut sinnlos werden.

Aber die Fähigkeit zu fliegen kam mir jetzt gerade recht. Nicht weit von dem zerstörten Tunnel entfernt, entdeckte ich einen weiteren Tunnel, den ich bisher noch nicht gesehen hape. Es gab nur ein Problem:

Wie bewegt man sich durch die Luft?

Ich versuchte es mit schwimmähnlichen Bewegungen, aber das funktionierte nicht. Statdessen versuchte ich, mich von der Wand wegzustoßen, und das funktionierte auch - aber ich wurde dabei nicht gleich wieder langsamer bis zum Stillstand; stattdessen schaffte ich es sogar, meine Geschwindigkeit sogar noch zu erhöhen.

Trotzdem war ich nicht schnell genug. Mit seinen Fäusten schlug das Rahi Nui auf die Wand über dem Tunneleingang und brachte ihn so zum Einsturz. Ich schaffte es gerade noch, irgendwie meine Flugrichtung zu ändern, ansonsten wäre ich gleich wieder in die Wand gekracht. Ich begann, in Kreisen zu fliegen, um so nach einem anderen Weg zu suchen, doch es gab keinen. Und dem Rahi Nui gefiel es nicht sehr gut, dass ich einfach so durch die Gegend flog, und versuchte immer und immer wieder, mich zu schlagen. Aber irgendwie schaffte ich es jedes Mal, auszuweichen.

Aber was brachte mir das? Sollte ich für immer durch den Raum fliegen? Es musste doch noch eine Fluchtmöglichkeit geben.

Wieder einmal erschien es mir, als wären Stunden vergangen, bis endlich etwas passierte. Wahrscheinlich wahren es aber nur zehn Minuten. Dem Rahi Nui war es offenbar egal, es interessierte sich nur dafür, in meine Richtung zu schlagen.

Die Felsen, die einen der Tunnel blockierten, schmelzten, und etwas kam in den Raum. Zuerst erkannte ich es nicht; wie jede Kreatur hier sah auch es anders aus als alles, was ich bisher gesehen hatte. Aber ich erkannte die Maske, die es trug.

Es war die Kanohi Kraahkan.

Kapitel 3

Version 1: Icarax

"Teridax?", flüsterte ich. Ich wollte den Namen eigentlich rufen, aber ich war zu geschockt.

"No, that doesn't make sense... Icarax?" Nur wenige Sekunden, nachdem ich den ersten Name gesagt habe, war mir schon klar geworden, dass das nicht Teridax sein konnte. Die Insel Mata Nui wurde ja schon von den Bohrok "gereinigt", und das war erst lange nach der Zerstörung von Takutanuva und somit Teridax' Rüstung geschehen. Später hatte Icarax die Maske geborgen und war seitdem ihr Träger.

Icarax reagierte jedoch überhaupt nicht. Er blickte mich einfach an. Als das Rahi Nui mich plötzlich wieder angriff, war ich so überrascht, dass ich beinahe nicht mehr ausweichen hätte können. Aus irgendeinem Grund entschloss sich Icarax, mir zu helfen. Er hielt seine Hand in Richtung des Rahi's und erschuf einen Strahl der Dunkelheit - der kaum zu sehen war, da es hier ohnehinn schon so dunkel, vermutlich praktisch schwarz für jemanden mit normalen Augen, war. Das Rahi Nui absorbierte die Energie des Strahles und begann zu wachsen, bis er verschwand. Na toll, er hat meine Strategie geklaut!

Ich wusste nicht, was ich tun sollte, also landete ich erstmal auf dem Boden und ging vorsichtig auf Icarax zu. Er bewegte sich nicht. Er stand einfach da und starrte mich an. Ich hingegen fühlte mich etwas merkwürdig. Ich hatte plötzlich Kopfschmerzen und fühlte mich übel. Dann begann Icarax plötzlich auch noch zu lachen. Es klang schrecklich furchteinflößend, und ich wäre am liebsten einfach abgehauen... Doch ich war vor Angst wie versteinert.

Icarax hörte nach einer Weile wieder auf zu lachen und starrte mich weiter an. Plötzlich wurde er sehr wütend, das konnte ich ihm im Gesicht ablesen, aber ich sah keinen Grund dafür... Und trotz allem bewegte sich Icarax immer noch nicht. Ich hatte keine Ahnung, was hier vor sich ging.

Dann plötzlich redete Icarax, und seine Stimme klang so dunkel und schaurig, dass ich am liebsten gestorben wäre. "I don't know, what you are or where you come from... But you should return there!"

Dann, so plötzlich, dass ich nicht reagieren konnte, schleuderte er mich gegen die Wand... Naja, ich würde mich an dieses Gefühl wohl gewöhnen müssen. Warum konnte ich nicht einfach unsichtbar werden, und jeder würde mich einfach in Ruhe lassen? Ich flog nun wieder in der Luft, also versuchte ich einfach, fliegend durch den Tunnel, den Icarax freigelegt hatte, zu entkommen. Merkwürdigerweise folgte mir Icarax auch nicht. Er starrte einfach die Stelle an der Wand an, gegen die er mich geschleudert hatte... Fast so, als wäre ich unsichtbar...?

Nachdem ich ein paar Minuten lang durch die Tunnel gerast war, landete ich wieder am Boden. Nun war es Zeit, endlich ein paar Antworten auf meine Fragen zu finden. Ich nahm meine Maske ab - ich fühlte mich sofort wieder sehr schwach - und blickte sie erneut an. Sie hatte keine Ähnlichkeiten mit Nuparu Inika's Maske des Fluges oder Lewa's Maske des Schwebens. Also sprang ich in die Luft und versuchte zu fliegen... Und es funktionierte. Ich fiel nicht herunter. Die Maske hatte also definitiv nichts mit meiner Flugfähigkeit zu tun.

Wütend setzte ich die Maske wieder auf und flog weiter durch die Tunnel, um einen Ort zu finden, den ich kannte. Ich fragte mich, wann ich endlich mal Antworten auf meine Fragen finden könnte. Seit ich hier angekommen war, waren sie immer nur mehr geworden...

Version 2: Zu viel Wissen

Bei diesem Kapitel wird es sich um eine andere Variante des Kapitels handeln, die zu einem späteren Zeitpunkt eine größere Rolle spielen wird. Es gibt hier einge Spoiler; wenn man sich also die Spannung nicht verderben will, sollte man sich diese Version erst nach dem Durchlesen von Kapitel 12 durchlesen, und jetzt stattdessen mit Kapitel 4 weitermachen...

      Icarax war sehr wütend. Vor wenigen Stunden war er auf Metru Nui gewesen und hatte dort Takanuva, den Toa des Lichts, mit einem Schattenegel angegriffen. Er befand sich gerade auf dem Weg zurück nach Destral, als plötzlich der Tunnel vor ihm einstürzte.
      Normalerweise hätte er einfach einen anderen Weg nach Destral genommen und später ein paar Diener mit dem Befehl, den Tunnel wieder aufzubauen, hierhergeschickt. Aber er fühlte und hörte, dass hinter dem Geröll etwas interessantes passierte. Er aktivierte seine Plasma-Kräfte, um den Stein zu schmelzen.
      Schließlich kam er in einem großen Raum war und war überrascht, dort das Rahi Nui und einen Toa des Schattens vorzufinden. Es wäre schon überraschend genug gewesen, alleine einen Toa des Schattens zu sehen. Seine Farbe war ein sehr dunkles Rot, beinahe Schwarz, und er trug eine Große Kanohi Volitak, die Maske der Heimlichkeit.
      Was Icarax aber am meisten überraschte, war, wie gut dieser Toa mit seinen Elementarkräften umgehen konnte: Es war sehr schwer, beinahe unmöglich, alleine mit Elementarkräften zu fliegen. Wenn es sich dann bei dem Element auch noch um Schatten handelte, war es praktisch vollkommen unmöglich. Und doch schaffte es dieser Toa offenbar ohne Probleme, die Dunkelheit um sich herum so zu kontrollieren, dass er flog. Mit einem solchen Toa an seiner Seite, dachte er, wäre es noch leichter für ihn, die Bruderschaft und das ganze Universum zu übernehmen.
      Bevor er weiter darüber nachdenken konnte, bemerkte der Toa ihn. "Teridax? No, that doesn't make sense... Icarax?", murmelte er überrascht. Aber Icarax war noch überraschter als der Toa. Er hatte zwar die Wörter zwischen den beiden Namen nicht verstand, aber dieser Toa kannte den echten Namen von Teridax, und den können eigentlich nur Mitglieder der Bruderschaft kennen. Dieser Toa war aber definitiv kein Mitglied oder auch nur Diener der Bruderschaft, denn dann hätte Icarax sicher schon einmal von ihm gehört.
      Er musste mehr über ihn herausfinden. Zuerst musste er das nervige Rahi Nui aus dem Weg räumen, auch wenn der Toa vielleicht noch weiter mit ihm spielen wollte. Nichts war leichter als das, er erzeugte einfach einen Strahl aus Schatten um das Rahi anzugreifen, bis es so groß war, dass es die Moleküle nicht mehr zusammenhalten konnte und verschwand. Dann nutzte er seine mentalen Kräfte, um die Gedanken des Toa's zu lesen, beginnend mit den ältesten Erinnerungen.
      Icarax konnte nicht glauben, was er da herausfand. Dieser Toa war kein Toa... Sein Name war "Franz", er war eine gerademal 17-Jahre-alte Kreatur einer Rasse namens "human being" und kam aus einem anderen Universum namens "Earth". Und er sprach eine merkwürdige Sprache die er nicht kannte, namens "English". Während er die Erinnerungen des Toa's durchforstete - und er war überrascht zu sehen, wie lange ein Jahr auf dem Earth von diesem human being dauerte - entdeckte er immer wieder einzelne matoranerische Begriffe, nur waren sie für diese Kreatur nicht matoranerisch, sondern "German".
      Wirklich überrascht wurde Icarax jedoch erst, als er das zehnte Lebensjahr von diesem human being erreichte: Plötzlich traten kleine, schlecht-gemachte Kopien der Toa Mata in sein Leben, gefolgt von den ehemaligen Toa Metru, einigen Rahi, Bohrok, Toa Nuva, Bohrok-Kal, Rahkshi... Er wusste genau, was im Matoraneruniversum vor sich ging, obwohl er noch nie zuvor hier war, doch er war auf der Seite der Toa, und nicht auf der der Makuta. Er begann auch, Matoranerisch, bzw "German", zu lernen.
      Der mysteriöse Toa des Schattens wusste nicht wirklich, was er tun sollte. Icarax stand direkt vor ihm und starrte ihn an, ohne sich zu bewegen. Dann begann Icarax plötzlich zu lachen. Der Schatten-Toa hatte keine Ahnung weshalb, er konnte ja nicht wissen, dass der Makuta gerade seine Gedanken las und gerade eben auf die kleine, "beinahe süße" Kopie von Makuta Teridax, einem seiner "Haupt-Feinde" in der Bruderschaft, gestoßen war.
      Icarax hörte aber nicht auf, das Gedächtnis des Toa's nach jeder nützlichen Information abzusuchen. Schließlich fand er jedoch eine ähnliche, schlecht-gemachte, beleidigende Kopie von sich selbst, und das war noch eine relativ neue Erinnerung. Er ignorierte es vorerst, um noch an alle wichtigen Informationen zu kommen. Überraschenderweise wusste dieser Toa sogar über die Zukunft bescheid, und die sah nicht gut aus für die Makuta. Nun reichte es ihm. "I don't know, what you are or where you come from", sagte er, sein neues Wissen über "English", oder "Englisch", wie es in der falsch-matoranerischen Sprache hieß, nutzend. "But you should return there!" Dann schleuderte er den Toa gegen die Wand.
      Der Toa war darauf aber offenbar vorbereitet gewesen. Er aktivierte seine Maskenkraft, was ihn nahezu unsichtbar für den Makuta machte, und setzte dann erneut seine Schattenkräfte ein, um so schnell wie möglich durch den Tunnel zu fliehen.
      Icarax sah keinen Grund, ihn zu verfolgen. Er wusste alles, was er wissen musste, um den Lauf der Zukunft zu verändern. Zuerst würde er nach Karda Nui gehen und Antroz dafür bestrafen, dass er ihm einfach Befehle geben wird. Dann würde er die acht Toa, die dort erscheinen werden, aus dem Weg räumen und die Kanohi Ignika an sich nehmen... Und mit ihrer Macht sollte es keine Probleme mehr bei der Übernahme der Bruderschaft und des Universums geben...

Kapitel 4: Die Rahi-Armee

Ich war lange Zeit ziellos durch die Gänge geflogen, bis ich endlich Licht am Ende des Tunnels sah. Ich beschützte meine Augen mit meinen Händen, wie ich es ja schon bei meiner Ankunft auf Mata Nui gemacht hatte, und ging zu dem Licht, in der Hoffnung, dass dies die Kuppel von Metru Nui sein könnte. Ich hatte dabei ein sehr merkwürdiges Gefühl, es ist nicht leicht, es zu beschreiben: Einerseits fühlte ich mich schwächer... und gleichzeitig wurde ich stärker, nur irgendwie anders.

Das Licht war für mich aber einfach zu hell. Ich drehte mich wieder um und rannte zurück in den Tunnel. Ich wollte eigentlich fliegen, um schneller zu werden, aber aus irgendeinem Grund funktionierte es nicht.

Als ich endlich wieder nur von der Schwärze umgeben war und sich meine Augen wieder an die Dunkelheit gewöhnt hatten, wurde ich wütend. Ich wollte so schnell wie möglich nach Metru Nui... Und nun war ich endlich an einen Ort gekommen, der Metru Nui zumindest sein könnte, nur um herauszufinden, dass ich ruhig noch ein paar Stunden mehr herumirren hätte dürfen - nun musste ich nichtstuend bis zur Dämmerung warten...

Ich beschloss, ein wenig durch die Tunnel zu spazieren, vielleicht würde ich ja was interessantes finden...

Und tatsächlich fand ich etwas interessantes: Ich ging um eine Kurve und kam in einen großen Raum, der das letzte Mal, als ich ihn durchquert hatte, vollkommen leer gewesen war, doch nun befanden sich hier unzählige Rahi. Ich erkannte einige von ihnen, die Tarakava, Nui-Jaga und die ganzen anderen 2001-Rahi mit infizierten Kanohi-Masken. Aber es waren noch viel mehr, und die meisten kannte ich nicht.

Ich hatte die Wahl: Ich konnte fliehen, oder in einem chancenlosen Kampf sterben. Natürlich denken sich nun alle, die sich diese Möchtergern-Komödie bis hierher durchgelesen haben, dass ich mich für den Kampf entscheiden würde, weil ich mich ja für so einen großen Helden, der jeden besiegen kann, halte, und weil ich ganz einfach dumm bin. Sorry Leutz, aber ihr irrt euch. Ich entschied mich zwar tatsächlich für den Kampf, aber der Grund war ein anderer: Eigentlich wollte ich ja fliehen, aber der einzige Fluchtweg führte zu dem hellen Licht. Da bevorzugte ich es lieber, die paar tausend Rahi da zu bekämpfen. Ich begann zu fliegen, um einen Vorteil im Kampf zu gewinnen... oder auch nicht. Es funktionierte immer noch nicht. Was war hier los?

Der erste Rahi griff mich schon an. Er sah aus wie ein Hund, und er benahm sich auch so; er rannte mir hinterher und versuchte, mich zu beißen. Zum Glück beschloss ein Tarakava, mich anzugreifen, ich wich jedoch aus und der Hund biss in seine Faust. Zwei Rahi besiegt (oder so), bleiben ja nur noch 5000. Ein dritter Rahi griff mich an: Es war (oder sah aus wie) ein kleiner Kanohi-Drache, der Feuer spie. Diesmal konnte ich nicht ausweichen und der Feuer hüllte meinen Körper vollkommen ein. Die Schmerzen waren so unerträglich, dass ich nicht einmal mehr schreien konnte. Zum Glück hatte ein weiterer Rahi sich bereits dazu entschlossen, mich anzugreifen, mit dem Nebeneffekt, dass er mich aus dem Feuer stieß.

Ich sah mich um. Ich war umzingelt von den Rahi, ich konnte nur zurück in das Licht rennen oder per Luftweg fliehen. Ich entschied mich, noch einmal das Fliegen zu versuchen, doch genau in diesem Moment tauchten ein paar Nui-Rama und andere Flug-Rahi auf, sodass auch dieser Fluchtweg abgeschnitten war.

Dann begann ich erst wieder normal zu denken. Diese Situation war einfach nur unrealistisch. Ich war von hunderten oder tausenden von Rahi umgeben. Hunde (oder Wölfe), Drachen, Insekten, Vögel, Skorpione und unzählig verschiedene andere Rahi-Arten. Wilde Tiere. Warum griffen sie nur mich an und nicht beispielsweise sich gegenseitig? Der offensichtlichste Grund war, dass mich jemand loswerden wollte... Jemand, der viele Rahi gleichzeitig trainieren oder kontrollieren kann, wie ein Makuta... Icarax? Er war wahrscheinlich der einzige in diesem Universum, der überhaupt von meiner Existenz wusste...

Tja, wer auch immer mich offenbar tot sehen wollte, mir wäre es am liebsten gewesen, wenn ich einfach unsichtbar werden könnte und sich niemand mehr für mich interessieren würde.

Und dann geschah etwas merkwürdiges. Die Rahi interessierten sich wirklich nicht mehr für mich. Stattdessen sah es so aus, als würden sie nach jemandem suchen, und mich ignorierten sie volkommen.

... Ignorierten mich vollkommen? Das war nicht das erste Mal, dass mich jemand angriff und dann plötzlich ignorierte. Und da ich bisher ja noch nicht viel gekämpft hatte, musste ich nicht lange nachdenken, um mich wieder an das letzte Mal zu erinnern: Vor wenigen Stunden hatte Icarax mich in die Wand geschleudert, ich hatte mir gewünscht, einfach so unsichtbar zu werden, und plötzlich schien es, als wäre ich wirklich unsichtbar geworden.

Meine Maske war keine Huna, das wusste ich. Ich wusste genau, wie Vakama's Maske aussah, als er ein Turaga war (schließlich war das ja eine der ersten Masken, die ich überhaupt gekannt hatte), als er ein Toa Metru war (ich hatte den neuen Look der Toa geliebt, und der Film war sicher auch nicht ganz unschuldig daran), und als er ein Toa Hordika war (ich hatte Vakama Hordika's Kopf als Schlüsselanhänger). Und meine Maske hatte keine Ähnlichkeit mit irgendeiner dieser drei Formen (wenn man mal davon absieht, dass alles Masken waren). Aber es gab eine weitere Maske mit einer ähnlichen Kraft.

Ich sah zu meinem Körper herunter und stellte fest, dass meine Theorie stimmte. Ich war gar nicht unsichtbar, sondern nur transparent. Und als ich "Hey, idiots, here I am!" rief, um die Aufmerksamkeit der Rahi auf mich zu lenken, schienen sie es nicht einmal zu hören. Meine Maske war also eine Volitak, eine Kanohi-Maske der Heimlichkeit. Ich konnte mich an zwei Toa mit einer solchen Maske erinnern: Der erste war Nidhiki, aber natürlich hatte ich weder ihn noch seine Maske jemals gesehen. Der zweite war Nuparu Mahri; allerdings hatte ich mir seine Maske nie genau genug angesehen, um mich jetzt an ihr Aussehen zu erinnern. Aber das war jetzt auch unnötig, ich war mir ziemlich sicher, dass ich entweder eine Volitak trug oder selbst ein Toa der Heimlichkeit war, und letzteres war irgendwie unwahrscheinlich...

Ich bemerkte, dass mich nicht alle Rahi ignorierten. Manche kamen mir immer noch näher. Sie hatten offenbar entweder sehr gute Nasen, wie die Hunde-Rahi, oder sehr gute Augen, wie die Adler-ähnlichen Rahi. Ich hatte keine Lust, gegen sie zu kämpfen und unnötig die anderen Rahi erneut auf mich aufmerksam zu machen; nicht, nachdem ich diesen Schmerz vom Feuer des Mini-Drachens gespürt hatte. Ich beschloss, lieber zu fliehen, auch wenn nach wie vor der Licht-Weg der einzige Fluchtweg war.

Ich drehte mich um und rannte los. Als ich dem Licht näher kam, schloss ich meine Augen, aber ich hörte nicht auf zu rennen. Ich stolperte über einen Stein (vermutlich) und fiel hin, aber ich stand auf und rannte weiter. Ich öffnete nie meine Augen, und dennoch merkte ich, wie alles um mich herum heller wurde und ich somit in die richtige Richtung rannte.

Schließlich befand ich mich im Inneren der Kuppel. Ich konnte nur noch wenige Meter rennen, dann würde ich in das Silberne Meer um Metru Nui fallen.

Da ich jedoch immer noch meine Augen geschlossen hatte, wusste ich das nicht, und rannte einfach weiter, bis ich in das flüssige Protodermis fiel. Ich war so überrascht, dass ich unabsichtlich meine Augen aufriss. Alles schien so hell, dass ich nicht sehen konnte, wo oben und unten war; aber ich hatte auch absolut keine Erfahrung mit meinem neuen Körper im Wasser, ich hätte also nicht einmal dann auftauchen können, wenn ich gewusst hätte, wo oben war. Langsam tauchte ich immer weiter hinab, Wasser drang in meine Nase und meinen Mund ein, und alles wurde schwarz.

Kapitel 5: Nichts ergibt Sinn

Als ich wieder aufwachte, fühlte ich, dass ich mich teilweise noch im Wasser befand. Aber ich lag mit meinem Rücken auf festem Boden. Ich hatte keine Ahnung, wie ich diesen Unfall überlebt haben könnte.

Ich öffnete vorsichtig meine Augen. Ich war sehr überrascht, als ich feststellte, dass es Morgendämmerung war, das Licht mich aber nicht blendete. Natürlich freute ich mich darüber, aber es ergab überhaupt keinen Sinn. War ich wieder ein Mensch? Nein, das ergab auch keinen Sinn. Gar nichts ergab Sinn. Ich fühlte mich auch komplett anders; ähnlich wie in dem Moment, als ich auf das Licht zugelaufen war - einerseits fühlte ich mich schwächer als vorher (absolut kraftlos), andereseits aber fühlte ich mich jetzt viel stärker.

Als ich versuchte, aufzustehen, bemerkte ich etwas merkwürdiges. Ich hatte absolut keine Ahnung, was das bedeuten könnte. Das letzte Mal, als ich einen Teil meines Körpers gesehen hatte, war er schwarz gewesen. Einfach nur schwarz. Vielleicht auch ein bisschen rot oder braun. Aber auf keinen Fall hellblau, und genau diese Farbe hatte ich jetzt plötzlich. Ich war immer noch transparent, meine Maskenkraft hatte sich also nicht während meiner Bewusstlosigkeit deaktiviert, aber ich hatte jetzt andere Dinge im Kopf. War ich also eine Art Chameleon-Toa, der sich an die blaue Farbe des Meeres angepasst hatte? Nein, das ergab auch keinen Sinn, schließlich war das ja das Silberne Meer. Aber warum hatte sich meine Farbe dann verändert?

Ich begann, mir irgendwelche merkwürdigen Theorien auszudenken. Ich erinnerte mich an eine frühere Theorie, laut der ich ein Toa der Illusionen gewesen wäre. Ich könnte meine Farbe unabsichtlich geändert haben, als ich im Wasser war, da ich Wasser in meiner Vergangenheit immer mit der Farbe Blau assoziert hatte, auch wenn dieses Wasser silber statt blau war. Aber ich musste ja auch gar nicht unbedingt ein Toa der Illusionen sein, um diese Fähigkeit zu haben: Ein Toa des Lichts könnte sein Aussehen vermutlich auch beliebig verändern. Oder vielleicht war ich auch ganz einfach ein Toa der Dummheit oder der Tag-Träume. Wie ihr vielleicht schon gemerkt habt, nahm ich meine Theorien nicht sehr ernst. Mir war eben schon klar, dass sie Schwachsinn waren, während ich sie mir noch ausdachte.

Aber ich hatte eine andere großartige Idee, die nichts mit Illusionen oder sonstigem psychischen Firlefanz zu tun hatte: Ich könnte mich in der Umgebung umsehen, um herauszufinden, wo ich war! Yeah, endlich mal etwas, das Sinn ergab!

Aber ich musste nicht lange laufen, bis ich herausfand, dass ich tatsächlich irgendwie einen Weg nach Metru Nui gefunden hatte. Ich befand mich gerade in Ga-Metru, doch ich traf niemanden; vermutlich war es einfach noch zu früher Morgen.

Da ich nichts zu tun hatte und immer noch viel Zeit übrig hatte (der Satz kam mir gerade so in den Sinn, ich wüsste nichts, was nach Ablauf irgendeines bestimmten Zeitlimits geschehen sollte), begann ich einfach, entlang der Küste zu spazieren. Ich weiß nicht, wie lange ich gelaufen war, bis ich endlich auf einen derjenigen traf, die ich schon ewig treffen hatte wollen.

Zuerst bemerkte sie mich gar nicht, bis ich meine Maskenkraft deaktivierte. Natürlich war Hahli sehr überrascht, als plötzlich ein blauer Toa mit einer Maske, die der Nuparus ähnelte, vor ihr auftauchte. "Wer bist du?", rief sie.

Nun war ich mit dem Verwirrtsein an der Reihe. "Was? Du redest Deutsch?"

Hahli blinzelte verwirrt. "Ich rede was? Was ist ein Deutsch? Und warum bist du... männlich?"

"Vergiss das mit dem Deutsch! Ich bin ..." Ich unterbrach den Satz. Was für einen Namen sollte ich ihr sagen? Toa Franz? Das klang einfach dämlich, und ich hatte meinen echten Namen nie wirklich gemocht. Wie wäre es mit Toa Nuva, dem Namen, den ich fast überall im Internet verwendete? Nein, das hätte Hahli wohl noch mehr verwirrt, da sie ja die echten Toa Nuva persönlich kannte. Aber da gab es ja auch noch einen anderen, netten Namen - ich wusste, dass auch er verwirrend sein konnte, aber es war der beste Name, der mir auf die Schnelle einfiel. "Nenn mich einfach... Toa Kal! Und ich bin männlich, weil ich das schon immer war. Auch schon, bevor ich blau geworden bin."

"Was soll das heißen, du bist blau geworden? Du kannst einfach so den Element verändern?"

Ich zuckte mit den Schultern. "Keine Ahnung. Ich hab den Körper hier noch nicht so lange. Ich bin blau geworden, nachdem ich im Meer ohnmächtig geworden bin."

Natürlich war Hahli mit dieser Antwort nicht zufrieden. "Du hast den Körper noch nicht so lange? Wovon redest du?"

"Naja, ich bin gerade von der Schule nach Hause gegangen, als mich ein Auto erfasst hat, und als ich aufgewacht bin, war ich ein schwarzer Toa. Aber als ich in das Protodermis-Meer gefallen bin, bin ich aus irgendeinem Grund blau geworden."

Hahli sah mich an wie jemanden, der aus dem Irrenhaus entflohen ist. Schließlich fragte sie: "Also, ähm... Was genau hat dieser Einauto denn erfasst?"

Kapitel 6: Treffen mit den Turaga

Hahli hatte mir noch viel mehr Fragen gestellt, bis ihr schließlich klar wurde, dass sie aus mir keine vernünftigen Antworten herausquetschen konnte. Also führte sie mich in in das Kolosseum zu den Turaga. "Das ist... 'Toa Kal'. Er ist etwas verrückt, vielleicht kommt ihr mit ihm besser zurecht."

"Er?", fragte Nokama verwirrt und musterte meinen blauen Körper.

"Ja, er", antwortete ich. "Ich hoffe, das stellt kein Problem dar!"

Verwirrt blickten sich die Turaga gegenseitig an. Schließlich fragte Turaga Dume: "Also... Wo kommst du her?"

Ich sagte nur: "Von der Erde."

"Erde? Du siehst aus wie ein Toa des Wassers", meinte Whenua.

"'Erde' ist der Name meines Heimatplaneten", erklärte ich. "Ich bin irgendwie hierhergekommen, nachdem ich von einem A-... einem Fahrzeug überfahren wurde."

"Es gibt viele Dinge, die jemanden von einem Universum in ein anderes teleportieren könnten, zum Beispiel eine Kanohi Olmak. Anscheinend wollte dich jemand retten, also hat er -"

"Aber eine Olmak kann nur teleportieren, nicht verwandeln. Auf der Erde war ich noch ein Mensch, und als ich hier angekommen bin, war ich plötzlich ein Toa... oder so etwas ähnliches."

Die Turaga schwiegen eine Weile. Schließlich machte Nuju ein paar Klick- und Pfeif-Geräusche, und Nokama übersetzte: "Er sagt, dass do dich vielleicht verwandelt hast, weil du aus einer anderen Welt kommst. In deiner Welt warst du etwas, das hier nicht existieren kann, also hast du dich verändert... Aber ich bezweifle trotzdem, dass eine Kanohi Olmak zu so etwas fähig wäre..."

Schließlich mischte sich Matau ein: "Vielleicht war es keine normale Kanohi Olmak. Vielleicht wurde sie irgendwie erweitert, oder mutiert, oder..."

Er redete nicht weiter, also schlug ich vor: "Beschädigt?"

"Ja, möglicherweise", stimmte Matau zu.

Nun ergab alles Sinn. Anscheinend hatte Brutaka, kurz bevor ich hier gelandet war, versucht, Takanuva nach Karda Nui zu bringen. Da aber seine Maske beschädigt war, war Takanuva stattdessen im Toa-Imperium gelandet... Und gleichzeitig hatte sie mich hierher gebracht.

Vakama riss mich aus meinen Gedanken: "Du warst also noch nie vorher in unserem Universum? Woher weißt du dann, was eine Kanohi Olmak ist?"

Ups... Offenbar hatte ich mich verplappert. Die sieben Turaga dachten vermutlich sowieso schon, dass ich verrückt war, also sollte ich ihnen jetzt nicht auch noch erzählen, dass sie in meinem Universum als Spielzeuge für Sechsjährige verkauft wurden... Also sagte ich ihnen stattdessen: "Naja, in meinem Universum gibt es verschiedene Möglichkeiten, zu erfahren, was im Matoraner-Universum so vor sich geht."

"Also könnte jemand herausfinden, dass du hier bist, und dich wieder zurückholen?", fragte Onewa.

"Ich bezweifle es... Aber die Hoffnung stirbt zuletzt!", antwortete ich.

Aber Vakama wollte auf etwas anderes hinaus. "Wenn du so viel darüber weißt, was hier passiert, weißt du dann auch, was mit den Toa Nuva passiert ist? Die Toa Mahri haben gesagt, dass sie schon vor langer Zeit hier ankommen hätten sollen, aber -"

"Klar! Der Orden von Mata Nui hat ihnen eine Liste mit Aufgaben gegeben, die sie für die Erweckung von Mata Nui erfüllen müssen. Sie sind gerade dabei, ihre letzte Mission zu erfüllen, in Karda Nui."

"Der... 'Orden von Mata Nui'?", wiederholte Dume verwirrt. Er hatte offenbar noch nie von ihm gehört. Auch die anderen waren sichtlich verwirrt. Nur einer nicht.

"Hast du irgendjemanden getroffen, bevor du hier angekommen bist?", fragte Vakama alarmiert.

"Ja. Das Rahi Nui... Ein paar tausend normale Rahi... Makuta Icarax... Hahli, natürlich..."

"Ein Makuta? Bist du sicher, dass er nicht seine Fähigkeiten des Gedankenlesens verwendet hat, um von all diesen geheimen Dingen, wie dem Orden, zu erfahren?"

"Gedankenlesen?
Upsi!"

Kapitel 7: Unfreiwilliger Auftrag

Eine Weile wagte niemand, etwas zu sagen. Die meisten Turaga hatten ohnehin nicht verstanden, wovon wir geredet hatten; Vakama und ich jedoch waren einfach zu geschockt, um irgendetwas zu sagen.

Schließlich öffnete sich eine Tür, und Toa Jaller trat herein. Er blickte mich verwirrt an, dann wandte er sich den Turaga zu: "Wenn ich störe, ..."

"Tust du nicht", sagte Dume. "Was gibt es?"

"Takanuva ist immer noch nicht aufgetaucht", erklärte Jaller. "Er wurde vorgestern zum letzten Mal gesehen, also..."

"Oh, der ist in einer anderen Dimension", erklärte ich. Wenn es eine Möglichkeit gab, über Bionicle zu reden, konnte ich nie die Klappe halten. "Der Orden hat ihm den Auftrag gegeben, den Toa Nuva in Karda Nui eine wichtige Nachricht zu überbringen, und damit er schneller dorthin kommt, hat Brutaka ihm ein Dimensionstor geöffnet. Da seine Maske aber beschädigt ist, ist Takanuva stattdessen in einer Paralleldimension gelandet, in der Toa Tuyet den Vorfall vor 3.500 Jahren überlebt hat, und jetzt sind dort alle Toa böse."

Alle blickten mich verwirrt an und versuchten zu verstehen, was ich gerade gesagt hatte. Schließlich fragte Vakama: "Und was ist das für eine wichtige Nachricht?"

Ich zuckte mit den Schultern. "Das wurde noch nicht bekanntgegeben. Aber es muss sehr wichtig sein."

"Aber wenn sie so wichtig ist, und Takanuva nicht in unser Universum zurückkehren kann, um ...", fing Dume an.

"Er wird zurückkommen!", unterbrach ich ihn. "Greg wird ihn dort nicht einfach sterben lassen!" Als ich die verwirrten Blick der Turaga (und von Jaller) bemerkte, erklärte ich schnell: "Greg, äh, ist Takanuva's einziger Verbündeter dort." Das war natürlich gelogen, aber ich wollte ihnen immer noch nicht sagen, was für eine Rolle Bionicle in unserer Welt spielte; und da wäre es nicht sonderlich sinnvoll gewesen, ihnen zu erzählen, dass er derjenige ist, der sich die ganze Bionicle-Story ausdenkt. "Ähm... Egal! Was wolltest du sagen?"

"Wenn diese Nachricht so wichtig ist, und Takanuva sie nicht den Toa Nuva überbringen kann, dann muss jemand anders das machen", meinte Dume.

"Er hat Recht!", stimmte Vakama zu. "Jemand muss Kontakt mit einem Mitglied des Ordens aufnehmen, und dann nach 'Karda Nui' gehen!"

"Ich werde sofort die anderen Toa Mahri holen!", sagte Jaller und drehte sich schon um.

"Nein, Toa 'Kal' wird das machen!", beschloss Onewa.

"Tatsächlich?" Die anderen Turaga konnten Onewa's Entscheidung nicht verstehen.

"Er hat bewiesen, dass er sehr viel darüber weiß, was in dieser Welt vor sich geht", erklärte Onewa. "Offensichtlich weiß er mehr als irgendjemand sonst auf Metru Nui."

Das überzeugte die anderen Turaga. Nach wenigen Sekunden stand es fest: Ich würde gehen. Mich hatte natürlich niemand gefragt, ob ich das überhaupt wollte. Ich sah keinen Grund, das zu tun; Ich wusste, dass Greg Farshtey Takanuva nicht in diesem anderen Universum sterben lassen würde. Ich war mir sicher, dass Takanuva einen Weg finden würde, zurückzukehren, und er würde vermutlich in diesem Sumpf der Geheimnisse auftauchen, von dem jeder auf BZPower redete. Aber wie hätte ich das den Turaga erklären sollen?

Offenbar war ich nicht der einzige, der von der Entscheidung der Turaga nicht sonderlich begeistert war. "Tja, pass bloß auf, dass du's nicht vermasselst!", sagte Jaller, bevor er ohne ein weiteres Wort ging. Ich war überrascht, so etwas von Jaller zu hören. Aber ich konnte ihn verstehen. Ich war einfach so aus dem Nichts aufgetaucht, und plötzlich wurde eine so wichtige Aufgabe mir und nicht ihm und den anderen Toa Mahri überlassen.

Wie dem auch sei, ein paar Minuten später war ich wieder vor dem Kolosseum. Ich ging in Richtung Küste, und ignorierte dabei die ganzen Matoraner, die mich begafften. Ich hoffte, dass der Orden von Mata Nui überhaupt noch da war. Laut Jaller war Takanuva vor zwei Tagen verschwunden, also konnte ich nicht einmal sicher sein, dass die Ordensmitglieder, die ihn von seiner Aufgabe informiert hatten, überhaupt noch hier waren. Ich wusste nur, dass Takanuva die Küste entlanggelaufen war, bevor er die Ordensmitglieder getroffen hatte, also hoffte ich, sie dort irgendwo zu finden können.

Ich hatte Glück: Nach relativ kurzer Zeit hörte ich ein Geräusch. Offenbar hatte mich jemand gesehen und schnell versucht, sich zu verstecken. Aber er hatte offenbar nicht damit gerechnet, dass ich ihn gehört hatte; jedenfalls war er sehr erschrocken und überrascht, als ich plötzlich vor ihm stand. Er war ein großer, grauer Toa, mit einer Kanohi, die wie eine Mischung aus einer großen Hau und Kongu Inika's Suletu aussah. Da ich wusste, dass Krakua sich derzeit auf Metru Nui befand, war es nicht schwer zu erraten, wer mir da gegenüberstand.

"Ich habe nach dir gesucht!", sagte ich mit einem möglichst dämlichen Grinsen...

Kapitel 8

Version 1: Der Weg nach Karda Nui

“Du bist also aus einem anderen Universum hierher gekommen, um Takanuva's Mission zu übernehmen, da er selbst sie nicht durchführen kann?", fasste Krakua zusammen.

"Naja, nicht ganz... Aber nah genug dran. Kannst du mir sagen, was ich tun soll?", fragte ich.

"Nein, ich bin nur ein Diener des Ordens, kein Mitglied", erklärte Krakua. "Ich kann so etwas nicht einfach beschließen. Aber ich warte gerade auf -"

Er hörte auf zu reden und deutete hinter mich. Als ich mich umdrehte, sah ich ein großes Wesen, das aussah wie Botar. Er packte mich am Hals und hob mich hoch. "Wer bist du?", knurrte er.

"Ich... Ich... will helfen", fing ich an, doch ich war zu überrascht, um weiter zu reden.

"Ich weiß nicht, wer er ist oder wie er davon erfahren hat, aber er sagt, dass Takanuva in einem anderen Universum statt in Karda Nui angekommen ist. Also hat er angeboten, seine Mission zu übernehmen", erklärte Krakua.

Botar überlegte einen Moment, dann ließ er mich los. "Ich werde sie fragen, was sie davon hält". Dann war er verschwunden. Ich wunderte mich zwar, wer "sie" sein sollte, aber ich wollte die Frage nicht stellen, da Krakua dann ja herausgefunden hätte, dass ich doch nicht so ganz allwissend war.

Ein paar Minuten später tauchte Botar endlich wieder auf. "Helryx hat gesagt, wir sollen Axonn überprüfen lassen, ob du die Wahrheit sagst. Komm her - du auch, Krakua!" Ohne auf eine Reaktion zu warten, packte er uns beide an den Schultern (und zerquetschte sie beinahe) und teleportierte uns an einen anderen Ort. Wir erschienen an einem ausgetrockneten Örtchen, das offenbar Teil eines sehr großen Terrains war. Da Axonn wahrscheinlich irgendwo hier war, musste es sich bei diesem Ort um Voya Nui handeln, das nun wieder ein Teil des Südlichen Kontinents war.

Plötzlich tauchte Axonn wie aus dem Nichts auf und griff uns an. Botar versuchte, seinen Angriff abzuwehren, doch dabei wurde er weg- und gegen Krakua geschleudert. Was war hier los? Sowohl Botar als auch Axonn waren Mitglieder des Ordens von Mata Nui, sie müssten sich also doch eigentlich kennen und vertrauen! Ich aktivierte meine Maskenkraft, um mich zu verstecken, doch ich hätte wissen sollen, dass eine Volitak nicht sehr hilfreich ist, wenn der Gegner eine Rode trägt. Eine halbe Sekunde später lag ich auf dem Boden, mit der Klinge von Axonn's Axt an meiner Kehle.

"Wer seid ihr? Was wollt ihr hier? Rede!", forderte Axonn

Wieder war ich zu überrascht, um normal reden zu können. "Ähm... Ich... Ich bin Toa Kal und ... Ich wurde geschickt ..."

"Wir wurden von Toa Helryx hergeschickt", erklärte Krakua. "Verwende deine Maske, dann wirst du schon sehen, dass ich die Wahrheit spreche."

Axonn tat, was Krakua ihm gesagt hatte, und schien sehr überrascht, dass es tatsächlich stimmte. "Ihr gehört also zum Orden von Mata Nui. Wie ich sehe, wurden die Anforderungen für eine Rekrutierung ein wenig gelockert."

"Wir brauchen deine Hilfe", erklärte Botar. "Das erste wäre dieser merkwürdige Toa hier. Er hat Krakua offenbar ein paar merkwürdige Dinge erzählt, aber er scheint Dinge zu wissen, die nicht einmal wir wissen. Helryx will, dass du rausfindet, ob er die Wahrheit sagt."

Wieder musste ich meine ganze Geschichte erzählen. Ich erzählte ihm nicht mehr als ich auch den Turaga oder Krakua verraten hatte; aber ich war sehr vorsichtig, dass ich nichts falsches sagen würde. Axonn hätte es sofort gewusst, wenn ich gelogen hätte.

"Er scheint die Wahrheit zu sagen", meinte Axonn, als ich mit meiner Geschichte fertig war. "Mir scheint, als hätte er bewusst nicht alles gesagt, aber das, was er gesagt hat, stimmt... Oder zumindest glaubt er das."

"Weißt du, ob es hier irgendwo eienn Eingang nach Karda Nui gibt?", fragte Botar. "Wir haben keine Zeit, ihn weit zu transportieren."

"Warum teleportierst du mich nicht einfach zu einem Eingang? So viel Zeit würde das doch gar nicht brauchen...", fragte ich.

"Das Teleportieren kostet viel Energie. Ich kann es mir jetzt nicht leisten, zu viel von meiner Kraft zu verschwenden, der Krieg fängt bald an." Der Orden wollte in den Krieg ziehen? Ich dachte, dass der Orden heimlich agierte.

"Ich glaube nicht, dass es hier einen Eingang gibt", meinte Axonn. "Aber bevor Voya Nui hierher zurückkehrte, gab es einen Steinfaden, der nach unten führte. Er wurde zerstört, aber nicht vollkommen. Ich habe gehört, dass die Zyglak, die darin gelebt haben, möglicherweise versucht haben könnten, ihr altes Heim wieder aufzubauen. Und da sie sich von der Oberfläche fernhalten wollen, haben sie sich möglicherweise sehr weit nach unten gegraben..."

Botar drehte sich zu mir um. "Das ist deine einzige Möglichkeit. Wir haben nicht viel Zeit, also machen wir's kurz: Wir sind Mitglieder einer Organisation namens..."

"Ich weiß, ich weiß", unterbrach ich ihn. "Orden von Mata Nui und so. Ich will nur wissen, was für ene Nachricht ich den Toa Nuva überbringen soll."

Botar wirkte etwas verwirrt, tat aber, was ich ihm gesagt hatte. "Nun, sobald Mata Nui erwacht, wird ein Energiesturm in Karda Nui beginnen. Das würden sie nicht überleben, also müssen sie und die Av-Matoraner Karda Nui verlassen, bevor es so weit kommt.

Mit so etwas hatte ich nicht gerechnet. Ich wartete kurz, ob da noch mehr kam, aber da die drei mich nur anstarrten, fragte ich schließlich: "Okay, wo geht's zum Steinfaden?"

Version 2: Der Krieg beginnt...

Wie auch bei Kapitel 3 sollte man sich diese zweite Version erst nach Kapitel 12 durchlesen, sofern man sich die Spannung nicht verderben will. Also, weiter geht's mit Kapitel 9...

Axonn stürmte über die Landschaft von Voya Nui, seine Waffe einsatzbereit. Er hatte gerade eben drei Personen erspäht, die sich im grünen Gürtel materialisiert hatten. Einer von ihnen sah aus wie Botar, war es aber offenbar nicht. Die anderen beiden ähnelten Toa, aber Axonn kannte sie nicht. Das erste, was er an diesem Ort gelernt hatte, war, dass man einen Unbekannten zuerst überwältigen und erst später ausfragen sollte.

Das Wesen, das wie Botar aussah, bemerkte Axonn als erster und wollte seinen Angriff abwehren. Der Schlag einer gepanzerten Faust schleuderte ihn gegen einen der Toa. Der zweite Toa aktivierte die Kraft seiner Kanohi Volitak aber dank Axonn's Rode, der Maske der Wahrheit, hätte er genauso gut durch die Gegend hüpfen und "Hier bin ich! Bring mich um!" kreischen können. Einen Herzschlag später war der Toa überwältigt, mit der Klinge seiner Axt an der Kehle.

"Wer seid ihr?", knurrte Axonn. "Was wollt ihr hier?" Rede!"

"Ähm... Ich bin Toa Kal und... Ich wurde geschickt ...", stotterte der Toa und versuchte vergeblich, die Axt von seinem Hals wegzudrücken.

"Wir wurden von Toa Helryx hergeschickt", erklärte der andere Toa. "Verwende deine Maske, dann wirst du schon sehen, dass ich die Wahrheit spreche."

Axonn kam der Aufforderung nach und rief erneut die Kräfte seiner Kanohi Rode. Zu seiner Überraschung verriet sie ihm, dass dieser Toa tatsächlich die Wahrheit sprach. Er stand auf und ließ auch die Eindringlinge aufstehen. "Ihr gehört also zum Orden von Mata Nui", sagte Axonn. "Wie ich sehe, wurden die Anforderungen für eine Rekrutierung ein wenig gelockert."

"Wir brauchen deine Hilfe", erklärte das Botar-Wesen. "Das erste wäre dieser merkwürdige Toa hier. Er hat Krakua offenbar ein paar merkwürdige Dinge erzählt, aber er scheint Dinge zu wissen, die nicht einmal wir wissen. Helryx will, dass du rausfindest, ob er die Wahrheit sagt."

Der Fremde begann, eine merkwürdige Geschichte zu erzählen. Er sagte, er komme von einer anderen Welt, in der er von einigen Dingen erfahren hatte, die sich hier ereignet hatten, also wollte er helfen. Aber das, was Axonn am meisten überraschte, war, dass er tatsächlich die Wahrheit sprach. "Mir scheint, er hätte bewusst nicht alles gesagt, aber das, was er gesagt hat, stimmt... Oder zumindest glaubt er das", erklärte Axonn.

"Weißt du, ob es hier irgendwo einen Eingang nach Karda Nui gibt?", fragte das Botar-Wesen. "Wir haben keine Zeit, ihn weit zu transportieren."

"Ich glaube nicht, dass es hier einen Eingang gibt", sagte Axonn. "Aber bevor Voya Nui hierher zurückkehrte, gab es einen Steinfaden, der nach unten führte. Er wurde zerstört, aber nicht vollkommen. Ich habe gehört, dass die Zyglak, die darin gelebt haben, möglicherweise versucht haben könnten, ihr altes Heim wieder aufzubauen. Und da sie sich von der Oberfläche fernhalten wollen, haben sie sich möglicherweise sehr weit nach unten gegraben..." Er zuckte mit den Schultern.

Schnell war es beschlossene Sache, dass 'Toa Kal' diesen Weg versuchen würde. Axonn zeigte ihm, wo der Eingang zum Steinfaden war und beobachtete dann, wie er in der Dunkelheit verschwand.

Dann drehte sich plötzlich der andere Toa zu ihm um. "Und jetzt komm mit!", sagte er. "Du wirst auf Daxia gebraucht."

Bevor Axonn irgendwelche Einwände hervorbringen konnte, war der falsche Botar schon näher gekommen und hatte seine Teleport-Kräfte verwendet. Die drei verschwanden von Voya Nui, nur um kurz danach in der Festung des Ordens von Mata Nui auf Daxia wieder aufzutauchen. Axonn war schon zuvor dort gewesen, also war dieser Ort ihm nicht neu. Als er jedoch seinen ehemaligen Partner Brutaka sah, war er sehr wohl überrascht, von dem riesigen Drachen, der fast die ganze Halle ausfüllte, ganz zu schweigen.

"Die Lage muss ja ziemlich übel aussehen, wenn sie einen alten Kriegs-Rahi wie dich rufen", sagte Brutaka lächelnd. "Ach ja, hast du schon unseren großen, grünen und grauenhaften Freund hier kennengelernt? Mach dir wegen seiner Schuppen und Zähne keine Gedanken, aber du solltest ihm trotzdem nicht unbedingt zu nahe kommen."

"Brutaka!", sagte Axonn. "Was machst du - wie bist du aus der Grube entkommen?"

"Sie haben mich wegen guter Führung früher rausgelassen." Brutaka lächelte. "Aber es gibt hier einiges, was dich noch mehr schockieren sollte als ich: Der Orden gibt nach all den Jahren seine Geheimhaltung auf. Helryx hat mir das selbst gesagt."

Axonn wollte eine Frage stellen, aber plötzlich bebte alles.

Daxia wurde angegriffen!

Kapitel 9: Der Abschaum des Universums

Wieder einmal wanderte ich einsam durch lange, dunkle Tunnel. Axonn hatte mir gezeigt, wo der Eingang zum Steinfaden war; dann hatte er angefangen wieder mit Krakua und Botar zu reden, und ein paar Sekunden später verschwanden sie, vermutlich um sich für den Krieg vorzubereiten.

Anfangs war es wegen der Dunkelheit schwer gewesen, irgendetwas zu erkennen. Aber schon bald gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit und alles schien so hell, als würde die Sonne in diese Tunnel scheinen.

Nach einer Weile kam ich in einen großen Raum, in dem ich ein paar Feuerstellen entdeckte. Es schien, als würde hier jemand leben. Das konnte mir egal sein, so lange sie mich nicht angriffen... Aber wie könnte ich mir sicher sein, dass sie das nicht doch tun würden?

Dann erinnerte ich mich. Hatte Axonn nicht erwähnt, dass hier unten Zyglak lebten? Die Zyglak waren ein fehlgeschlagener Versuch der Großen Wesen, Krana herzustellen, und sie wurden vom ganzen Universum gehasst, so wie sie das ganze Universum hassten. Da sie so stark wie ein Toa waren, vielleicht sogar stärker, hätte ich eine Begegnung mit einem von ihnen wohl kaum überlebt. Ich blieb stehen und sah mich vorsichtig um. Ich wollte mich nicht überraschen lassen.

Ich konnte aber nichts hören oder sehen. "Oft ist die Angst schlimmer als das, was man fürchtet", heißt es. Vielleicht machte ich mir einfach zu viele Sorgen. Ich ging wieder weiter, war nun aber etwas vorsichtiger als zuvor. Das war allerdings vollkommen unnötig, denn der Zyglak, der plötzlich vor mir stand, hatte nicht einmal versucht, sich zu verstecken.

Ich hatte mich schon immer gefragt, warum die Zyglak als zu hässlich und ekelig beschrieben wurden. Auf keinen der Bilder sahen sie auch nur annähernd so schlimm aus, wie behauptet wurde. Aber nun, da ein echter Zyglak vor mir stand, erkannte ich, wie hässlich sie wirklich waren. Er sah zwar nicht vollkommen anders aus als auf den Bildern, aber viele Ähnlichkeiten gab es nicht. Geschockt versuchte ich zu fliehen, doch auch der Rückweg war schon von einem Zyglak versperrt. Und noch während ich überlegte, in welche Richtung ich wohl fliehen sollte, erschienen mehr und mehr von ihnen.

"Du bist gekommen, um uns zu töten, stimmt's?", fragte einer von ihnen. Es war merkwürdig zu sehen, dass so eine Kreatur seinen... "Mund" öffnete und deutsche Sätze sprach. "Warum sonst wärst du hierher runtergekommen? Aber jemand wie du könnte nie auch nur einen einzigen von uns besiegen."

"Nein, das stimmt nicht!", rief ich. "Ich habe eine Mission zu erfüllen!"

"Hier unten gibt es nichts, außer uns", sagte einer der Zyglak. "Deine Mission ist, uns zu töten, stimmt's?" Bevor ich atmen konnte, rannten die Zyglak-Armeen von beiden Seiten auf mich zu, um mich zu töten.

In diesem Moment erinnerte ich mich endlich wieder daran, dass Reden nicht meine einzige Fähigkeit war. Ich sprang hoch und hoffte, oben zu bleiben... Und tatsächlich, ich war wieder in der Lage zu fliegen. Nun konnte ich einfach meine Maskenkraft aktivieren und nach und nach alle Zyglak auszuschalten... Moment - war Gewalt wirklich die einzige Lösung? Das Problem musste doch auch friedlich zu lösen sein!

"Was jetzt?", fragte ich. "Ich könnte einfach die ganzen Säulen zerstören und diesen Raum zum Einsturz bringen; und dann sehen wir mal, wer hier noch rechtzeitig rauskommt. Aber das will ich nicht. Ich bin nicht gekommen, um euch zu töten!"

Die Zyglak fühlten sich offenbar unwohl. Würde ich meine Drohungen in die Tat umsetzen, würden viele von ihnen nicht überleben, das wussten sie - aber zugeben wollten sie das nicht. Sie begannen miteinander zu tuscheln, aber so leise, dass ich nichts verstehen konnte. Schließlich fragte einer von ihnen laut: "Was willst du dann hier unten?"

"Irgendwo hier unten ist ein Ort, zu dem ich muss."

"Hier ist gar nichts! Du wirst hier nichts finden außer Tunneln und noch mehr Tunneln, ..."

"Der Ort ist hier unten, das weiß ich. Das Problem ist nur, wie ich dorthin kommen soll", unterbrach ich ihn. "Er ist gut geschützt, sodass man sich nicht dorthin teleportieren kann, also muss ich..."

Doch die Zyglak hörten schon gar nicht mehr zu. Stattdessen hatten sie, als ich erwähnt hatte, dass der Ort geschützt sei, wieder angefangen, miteinander zu murmeln. Schließlich erklärte einer von ihnen, wovon sie sprachen. "Wir sind weiter unten auf ein Material gestoßen, durch das wir nicht graben konnten. Als wir das Material analysiert haben, haben wir herausgefunden, dass es nur eine sehr dünne Schicht ist; und darunter befindet sich offenbar ein sehr großer Hohlraum, deshalb haben wir gar nicht weiter versucht, durchzubrechen."

Sie hatten also tatsächlich beinahe bis nach Karda Nui durchgegraben und dann kurz vorher aufgehört. Aber nicht nur das hatte mich überrascht. Die Zyglak mochten zwar furchteinflößend und dumm erscheinen, aber tatsächlich waren sie offenbar eine sehr intelligente und fortgeschrittene Rasse, die sehr freundlich sein könnte, wenn sie nicht von der ganzen Welt gehasst werden würde.

Die Zyglak brachten mich an den Ort, an dem sie das merkwürdige Material gefunden hatten. Ich konnte fühlen, dass sich darunter etwas befand. Etwas... helles... Und ich wusste, dass es in Karda Nui sehr hell sein musste. Das Problem war nur, wie ich jetzt durch diese Schicht durchkommen sollte. Ich sprang darauf herum, schlug mit meinen Fäusten darauf ein, und ich versuchte noch einmal, meine mir nach wie vor unbekannten Elementarkräfte einzusetzen.

Ich wusste, dass es sinnlos war, doch ich gab nicht auf. Und nach einer Stunde oder so stellte ich fest, dass es nicht vollkommen sinnlos war: Ich entdeckte einen kleinen Sprung in dem Material!!! Allerdings wusste ich nicht, ob er schon vorher da gewesen war und ich ihn nur nicht gesehen hatte, oder ob er doch durch mich entstanden war...

Viel konnte ich nicht darüber nachdenken. Plötzlich bebte alles. Bevor mir auch nur "Was ist jetzt los?" durch den Kopf schießen konnte, zerbrach die Schicht und ich fiel nach Karda Nui, und das schrecklich helle Licht umgab mich. Ich schloss meine Augen, doch es machte keinen Unterschied - es schien immer noch alles weiß. Ich fiel runter, in meinen sicheren Tod, und konnte nicht einmal sehen, wie weit ich noch vom Boden entfernt war...

Kapitel 10: Vom Feind gerettet

Ich fragte mich, wie lange ich jetzt wohl noch leben würde. Ich wurde schneller und schneller, und - wie könnte es auch anders sein - fliegen konnte ich plötzlich auch nicht mehr. Ich fand es aber merkwürdig, dass ich nicht schon lange tot war - Karda Nui muste ja wirklich unglaublich groß sein. Schade, dass ich nichts davon sehen konnte.

Plötzlich fühlte ich, wie eine Hand nach meinem rechten Fuß griff. Eine zweite Hand hielt meinen linken Fuß fest. Ich spürte, wie immer mehr Hände nach meinen Händen, Armen und Beinen griffen. Ich wusste nicht, wem diese Hände gehörten, aber offensichtlich versuchte jemand, mich zu retten.

Ich hörte eine Stimme: "Bist du in Ordnung?"

"Ja, danke!", antwortete ich. "Es ist so hell, dass ich gar nichts sehen kann... Wer seid ihr?"

Die Antwort kam von mehreren Stimmen. Die meisten der Namen konnte ich mir nicht merken, aber ich erkannte zwei von ihnen: Gavla und Radiak. Ich wurde von Schatten-Matoranern gerettet?

Schließlich setzten die Matoraner mich irgendwo ab, und ich konnte endlich wieder auf festem Boden stehen. Nun wollten sie wissen, wer ich war. Wie immer antwortete ich: "Toa Kal."

Die Matoraner stellten mir weitere Fragen, und plötzlich verstand ich gar nichts mehr: "Woher kommst du? Ich wusste gar nicht, dass es einen Toa des Schattens gibt!"

Schatten? Das letzte Mal, als ich meinen Körper angesehen hatte, war er blau gewesen. Hatte sich meine Farbe schon wieder verändert? Egal, ich musste mir schnell irgendetwas ausdenken. Ich wollte keine Matoraner bekämpfen - erst recht nicht, da ich ja nichts sehen konnte. Leider bin ich nie sehr gut im Geschichtenerfinden gewesen, also sagte ich einfach: "Ich weiß nicht... Ich kann mich an nichts erinnern..."

Mit dieser Antwort waren die Matoraner natürlich nicht zufrieden. "Egal", meinten sie schließlich, "die Makuta sollten bald hier ankommen, und die könnten mehr über dich wissen."

"Was? Antroz und die anderen Makuta sind auf dem Weg hierher?", fragte ich erschrocken.

"Du kennst sie? Ich dachte, du kannst dich an nichts erinnern!", hinterfragte einer der Matoraner - Gavla, glaube ich.

"Oh, ähm... Tja, scheint so, als kehren meine Erinnerungen langsam zurück..."

"Wie auch immer... Nein, wir reden nicht von Antroz. Icarax hat ihn getötet, wusstest du das nicht?"

"Was? Icarax hat Antroz getötet? Warum?"

"Das wissen wir nicht sicher", antwortete einer der Matoraner. "Er kam plötzlich hierher und sagte, er müsse die Zukunft verändern... Dann ging er zum Versteck von Antroz und den anderen Makuta und hat sie alle absorbiert." Das war gar nicht gut - also hatte Icarax wirklich in meinen Erinnerungen gelesen.

"Ich hoffe mal für dich, dass du kein Antroz-Fan warst - Icarax ist immer noch hier und würde dich sicher gerne töten!", fügte Gavla hinzu.

"Ähm... Ich weiß nicht mehr, wen ich mochte und wen nicht... Ich hab doch gesagt, dass ich mich an nichts erinnern kann... Aber es wäre wohl besser für mich, wenn ich auf Icarax' Seite stehe!", antwortete ich schnell.

"Ja, du hast uns gesagt, dass du dich an nichts erinnern kannst", wiederholte Gavla, "aber du hast uns auch erzählt, dass du blind bist. Und so, wie du mich gerade anstarrst, fällt es mir schwer, das zu glauben."

Ich war überrascht. "Du hast recht... Ich kann wieder sehen... Und ich hab's nicht mal bemerkt..." Aber als ich meinen Körper sah, erschrak ich. Meine Körperfarbe war dunkel, wieder dieses merkwürdige Schwarz-Rot, das ich auch hatte, als ich das erste Mal in dieser Welt aufgewacht war. Aber jetzt war die Farbe etwas heller. Offensichtlich wechselte meine Farbe schon wieder, und ich wollte nicht, dass die Matoraner bemerkten, dass ich gar kein Toa des Schattens war. Ich musste so schnell wie möglich weg von hier!

"Hey, seht mal! Da drüben ist einer der Av-Matoraner!" Ich und die Matoraner drehten sich zu der Stimme um. Tatsächlich - dort flog ein Matoraner, der Tanma, so wie ich ihn als Set kannte, sehr ähnlich sah. Ich wusste nicht, wieso er hierher gekommen war, aber das war meine Chance zu fliehen. "Keine Sorge!", sagte ich. "Ich kümmere mich um ihn!" Bevor irgendeiner der Matoraner reagieren konnte, rannte ich los.

Kapitel 11: Eine Frage des Aussehens

Tanma was sehr überrascht, als er mich bemerkte. Sofort kehrte er um und versuchte zu fliehen. Dabei hatte er jedoch nicht sehr viel Glück: Nach ein paar hundert Metern funktionierte sein Jetpack plötzlich nicht mehr und er stürzte ab. Nun konnte ich ihn endlich einholen. Zum Glück waren wir bereits außerhalb der Sichtweite der Schatten-Matoraner.

Tanma war gerade aufgestanden, als er feststellte, dass ich bereits vor ihm stand. Zuerst wirkte er etwas eingeschüchtert und wollte sich verteidigen. Doch er merkte, dass das gar nicht nötig war. "Wer bist du?", fragte er.

"Nenn mich einfach Toa Kal!", antwortete ich. "Hey, ist Takanuva schon hier?"

"Ja, er hat mich gerade beauftragt, die Schatten-Matoraner zum Klakk zu locken." Natürlich war ich froh darüber, dass Takanuva wirklich schon hier war (auch wenn das bedeutete, dass es sinnlos war, dass ich hierher gekommen war), aber ich hatte noch nie zuvor von einem "Klakk" gehört. Tanma bemerkte offenbar meine Verwirrung, denn er fügte hinzu: "Klakk haben die Fähigkeit, Schatten-Matoraner zu heilen."

"Oh, das ist ja großartig!" Es gab also viele Neuigkeiten, die ich den BZPern berichten könnte, wenn ich zurück in meine Welt komme. "Wo sind die Toa jetzt?"

"Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, sie kämpfen gegen die Makuta, die die Erweckung Mata Nuis verhindern wollen."

"Moment mal... Hat Icarax die anderen Makuta nicht getötet?", fragte ich verwirrt.

"Nein. Er hat nur die getötet, die bereits hier waren. Aber danach hat er die restliche Bruderschaft nach Karda Nui gerufen und behauptet, die Toa Nuva hätten diese sieben Makuta getötet."

Mir wurde schlecht. Das alles war nur passiert, weil ich in dieses Universum gekommen war. Ich wünschte mir, nie hierher gekommen zu sein. Dann hätte Icarax meine Erinnerungen nicht lesen können und hätte nicht die gesamte Bruderschaft hierher gerufen. Ich fragte mich, ob die Toa Nuva noch am Leben waren...

"Kleine Frage: Was genau bist du eigentlich?", fragte der Matoraner micht plötzlich. "Ich dachte zuerst, dass du ein Toa des Schattens wärst, aber nun siehst du irgendwie eher wie ein Toa des Lichts aus."

Ich blickt hinab auf meinen Körper. Er hatte recht - das dunkle Rot war nun weg, stattdessen war meine Farbe nun ein helles Gold. "Ich kapier's einfach nicht. Ich bin noch nicht lange in dieser Welt, aber seit ich hier bin, hat sich meine Farbe immer und immer wieder geändert."

"Also bist du ein Toa des Lichts, oder?", fragte Tanma. "Wir Av-Matoraner können unsere Farbe beliebig verändern, also sollte ein Toa des Lichts das auch können, oder?"

"Öhm... Tja, da hast du wohl recht", stimmte ich zu, obwohl ich es nicht wirklich glaubte. "Egal, warum bist du eigentlich gerade zu den Schattenmatoranern geflogen?

"Ach ja - ich wollte sie ja heilen", erinnerte Tanma sich. "Aber das sollte ich vielleicht eher dir überlassen. Sie folgen sicher eher einem Toa des Schattens, der es ihnen befiehlt, als einem Av-Matoraner, der versucht sie zu provozieren."

"Aber sieh mich doch an - ich sehe überhaupt nicht wie ein Toa des Schattens aus!", wandte ich ein. "Und ich habe keine Ahnung, wie ich meine Farbe bewusst verändern kann.

"Versuch's einfach. Stell dir vor, wie du als Toa des Schattens aussehen würdest und..." Er wirkte überrascht. "Boah! Du hast dich über mich lustig gemacht - du wusstest schon ganz genau, wie das geht, oder?"

Verwirrt blickte ich meinen Körper an. Tatsächlich sah ich wieder wie ein Toa des Schattens aus. Hatte ich meine Farbe unbewusst schon die ganze Zeit so verändert?

"Egal, sag mir einfach, wo dieser 'Klakk' ist und ich führ die Schatten-Matoraner hin!"

Ein paar Minuten später kam ich wieder zu den Schatten-Matoranern zurück und sagte ihnen, sie sollen mir folgen. "Ich habe ihn geschnappt", hatte ich ihnen gesagt. "Folgt mir und ich werde euch zu ihm bringen. Ihr wisst besser als ich, was mit ihm zu tun ist..." Die Matoraner verhielten sich zwar merkwürdig, aber sie folgten mir, also war mir das herzlich egal.

Ein paar Sekunden später wurde mir klar, dass das eigentlich ziemlich dumm von mir war. Aber da war es auch schon zu spät, denn ich lag bereits bewusstlos am Boden.

Kapitel 12

Version 1: Fremde Freunde

Als ich wieder zu mir kam, wurde ich von mir unbekannten Stimmen begrüßt. "Hey, wer bist du?" - "Bist du ein Toa des Lichts?" Ich sah mich um. Der Ort, an dem ich mich befand, sah wie eine große Gefängniszelle aus; merkwürdigerweise stand jedoch die Tür offen, ich hätte also jederzeit fliehen können. Doch dann bemerkte ich, dass ich mich nicht bewegen konnte - meine Hände waren festgekettet.

Es befanden sich noch sechs weitere Personen in der Zelle. Obwohl ich sie teilweise noch gar nicht in ihren neuen Formen gesehen hatte, erkannte ich sie sofort: Sie waren die Toa Nuva. Bevor ich die ersten zwei Fragen beantworten konnte, kamen noch mehr. "Was ist mir dir passiert?" - "Was machst du hier?"

Das waren zu viele Fragen auf einmal, meiner Meinung nach. "Tja, entscheidet euch, welche Frage ich zuerst beantworten soll!"

Doch bevor die Toa Nuva das tun konnten, hörten wir Geräusche. Offenbar kam jemand hierher. Er trat in die Zelle, und als er mich sah, sagte er: "Also bist du endlich aufgewacht!" Er sah so aus wie Icarax, aber irgendwie auch nicht. Er hatte sich verändert, er war zwei Mal so groß wie zuvor und wirkte viel stärker und mächtiger. Doch auch Icarax schien sich jedoch auch etwas unsicher zu sein, wer ich war. "Du hast dich sehr verändert, seit ich dich das letzte Mal gesehen habe. Was ist mit deiner Kanohi Avohkii passiert, Takanuva?"

Er hielt mich für Takanuva? Aber ich war doch gar nicht... Aber wenn Takanuva immer noch da draußen war, und ich jetzt sagen würde, dass ich nicht Takanuva war, würde Icarax weiter nach ihm suchen lassen. Ich überlegte kurz, was ich sagen sollte (oder, um ehrlich zu sein, versuchte ich mich zu erinnern, was für eine Frage Icarax gestellt hatte), und schließlich antwortete ich: "Natürlich habe ich mich verändert. Aber du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich dir verraten würde, wo ich meine Avohkii versteckt habe, oder?"

Icarax lachte. "Natürlich nicht. Aber das musst du ja auch gar nicht." Er starrte mich wieder an und mir wurde klar, dass er in meinen Erinnerungen las. Meine Lüge war also umsonst gewesen. "It's you again!", lachte Icarax.

Ich überlegte schnell, wie ich aus dieser Situation entkommen könnte; und zwar schnell, denn wenn ich zu lange zögerte, wäre ich zu tot um zu fliehen. "Also bist du wirklich auf meinen Trick hereingefallen?", fragte ich, um ihn zu verwirren. "Glaubst du alles, was dir jemand per Gedankenmanipulation in den Kopf setzt, während du gerade deine komischen Gedankenles-Fähigkeiten verwendest?"

Icarax ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. "Hör auf mit deinen dämlichen Spielchen, Toa des Todes!" Bevor ich auch nur darüber nachdenken konnte, was er gerade gesagt hatte, hatte er auch schon meinen Kopf gepackt. Danach konnte ich nur noch Schmerzen spüren.

Version 2: Der Toa des Todes

Wenn du es noch nicht getan hast, kannst du jetzt die Alternativversionen von Kapitel 3 und Kapitel 8 lesen.

      Die Toa Nuva waren noch nicht lange hier, als plötzlich einige Schatten-Matoraner einen merkwürdigen Toa in ihr Gefängnis brachten. Sie bemerkten sofort, dass er ein Toa des Lichts war, aber er war nicht Takanuva.
      Die Toa blickten sich verwirrt an und Onua murmelte: "Wer ist das?"
      "Ein Toa des Lichts, der uns glauben lassen wollte, er wäre ein Toa des Schattens." Gavla lachte. "Tja, dumm für ihn, dass Icarax gewarnt hat, dass der Toa des Lichts bald hier sein könnte."
      Die Toa waren mit dieser Antwort natürlich nicht zufrieden. Der einzige Toa des Lichts, den sie gekannt hatten, war Takanuva, und die Schatten-Matoraner glaubten offenbar auch, dass er das war.
      Nachdem die Matoraner gegangen waren, versuchten die Toa, den Fremden zu vergessen und sich wieder auf ihre Flucht zu konzentrieren. Ihre Kräfte waren jedoch sehr eingeschränkt, da die Makuta ihnen ihre Masken genommen hatten, und die Ketten waren immun gegen ihre Elementarkräfte.
      Plötzlich hörten sie Geräusche von dem merkwürdigen Toa. Vielleicht wusste ja er, wie sie von hier entkommen konnten? "Hey, wer bist du?", fragte Tahu, und gleichzeitig fragte Gali: "Bist du ein Toa des Lichts?" Sie bemerkte aber sofort, dass mit diesem Toa etwas nicht stimmte. Seine Rüstung war nicht mehr so hell wie zuvor; stattdessen hatte sie sich in ein merkwürdiges Grau verfärbt. Er sah aus wie ein Toa, der Licht und Schatten beherrschte - genau wie Takanuva.
      Als der Fremde nicht sofort antwortete, stellten ihm die Toa weitere Fragen: "Was ist mir dir passiert?" - "Was machst du hier?"
      Der Toa blickte sie verwirrt an, dann sagte er mit ruhiger Stimme: "Tja, entscheidet euch, welche Frage ich zuerst beantworten soll!"
      Aber bevor einer der Toa antworten konnte, trat Icarax in die Zelle. Er bemerkte den Fremden sofort. "Also bist du endlich aufgewacht! Du hast sich sehr verändert, seit ich dich das letzte Mal gesehen habe. Was ist mit deiner Kanohi Avohkii passiert, Takanuva?"
      Der Fremde antwortete: "Natürlich habe ich mich verändert. Aber du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich dir verraten würde, wo ich meine Avohkii versteckt habe, oder?"
      Natürlich verwirrte das die Toa Nuva noch mehr. Warum behauptete dieser Toa, er wäre Takanuva?
      Icarax bemerkte davon nichts. "Natürlich nicht. Aber das musst du ja auch gar nicht." Er fing an, die Gedanken des Toas zu lesen und durch seine Erinnerungen zu wühlen. Er konnte sehen, wie Takua die Kanohi Avohkii zum ersten Mal auf sein Gesicht setzte... Doch irgendetwas stimmte nicht. Er sah das Ereignis nicht durch die Augen von Takua, sondern durch die von jemandem, der gerade vor seinem Computer saß und sich eine DVD ansah.
      Gali kannte viele Fremdsprachen und ältere Varianten von Matoranerisch, da sie gemeinsam mit Nokama viele verschiedene Texte übersetzt hatte. Doch keine dieser Sprachen klang so merkwürdig wie die, die Icarax plötzlich nutzte: "It's you again!"
      Der Fremde ließ sich davon jedoch überhaupt nicht beeindrucken. "Also bist du wirklich auf meinen Trick hereingefallen?", sagte er. "Glaubst du alles, was dir jemand per Gedankenmanipulation in den Kopf setzt, während du gerade deine komischen Gedankenles-Fähigkeiten verwendest?"
      Aber Icarax hörte ihm gar nicht zu. "Hör auf mit deinen dämlichen Spielchen, Toa des Todes!", sagte er. Dann griff er plötzlich mit beiden Händen nach dem Kopf des Toas.
      Lewa wollte nicht hinsehen, aber er war zu geschockt, um seinen Kopf zu bewegen. Das einzige, was er noch tun konnte, war zu schreien, während er mitansehen musste, was passierte.

Kapitel 13: Ein echter Traum?

Es war noch gar nicht so lange her, dass ich in einem Autounfall beinahe gestorben wäre. Das war am 23. März gewesen. Irgendwie wurde ich dabei jedoch stattdessen in eine andere Welt gebracht, in denen ich innerhalb von zwei oder drei Tagen viele Abenteuer er- und überraschenderweise auch überlebt hatte.

So, wie ich damals in die Bionicle-Welt gekommen war, anstatt zu sterben, kehrte ich nun plötzlich wieder in meine Welt zurück, anstatt zu sterben. Das erste, was mir auffiel, war das Datum: Es war der 23. August. Ich hatte genau fünf Monate lang im Krankenhaus im Koma gelegen.

Es war also doch alles nur ein Traum gewesen. Einerseits war das für mich eine riesige Enttäuschung, andererseits auch eine riesige Erleichterung. Wegen mir hatte Icarax Dinge erfahren, die er nicht wissen sollte, und für sich ausgenutzt. Wegen mir hatte sich das Matoraner-Universum auf dem Weg zu einer Katastrophe befunden. Irgendwie kam ich mir plötzlich richtig dumm vor, dass ich jemals geglaubt hatte, dass das alles wirklich die Realität war.

Trotz des langen Komas waren sich die Ärzte sicher, dass es mir wieder gut ging, und ich durfte schon am nächsten Tag wieder nach Hause. Ich wollte sofort im BS01 Wiki die verpasste Story des letzten halben Jahres nachholen. Ich wollte wissen, was in der wirklichen Bionicle-Geschichte geschehen war, während ich im Krankenhaus meine eigene Geschichte zusammengesponnen hatte. Da ich nicht direkt wusste, wo ich anfangen sollte, klickte ich in dem Wiki einfach auf den Link "Random Page".

Wie sich herausstellte, traf der Begriff „"Random“ wirklich ausgezeichnet zu, denn es war wirklich ein großer Zufall, dass ich von allen Artikeln im Wiki ausgerechnet bei dem Artikel „Kal“ landete. Es wurde ein Toa beschrieben, der offenbar drei Mal in der Geschichte vorkam: Bei seinem ersten Auftauchen traf Icarax auf ihn und las in seinen Erinnerungen, um sie dann für sich zu verwenden. Beim zweiten Mal war er mit zwei Mitgliedern des Ordens von Mata Nui unterwegs und wollte nach Karda Nui, und beim dritten Mal traf er erneut auf Icarax und wurde von ihm geköpft.

Das konnte doch gar nicht sein... Wieso stand so etwas im BS01 Wiki? Das konnte doch gar nicht stimmen. Ich warf einen Blick in den Abschnitt "Appearances"... Na also: Er kam angeblich in Bionicle Legends #9 vor. Was für ein Schwachsinn, ich hatte das Buch doch schon längst gelesen und wusste mit absoluter Sicherheit, dass dort nichts Derartiges stand! Also hatte dort doch nur irgendjemand einen schwachsinnigen Artikel geschrieben, der sich zufälligerweise mit meinem Traum deckte.

Ich weiß nicht, was, doch irgendetwas beunruhigte mich. Schließlich entschloss ich mich, doch noch einmal nachzusehen. Ich ging in mein Zimmer, holte das Buch hervor und blätterte darin herum... Und tatsächlich: Am Beginn von Kapitel 2 war plötzlich ein Teil, der ganz sicher noch nicht dort war, als ich das Buch das erste Mal gelesen hatte!

Sofort rannte ich zurück zum PC und sah erneut in den Appearances-Teil. Die zweite Erscheinung war in... "Destiny War". Verwirrt klickte ich auf den Link und stellte fest, dass es sich dabei um ein Serial von Bioniclestory.com handelte. Hier tauchte ich sogar schon in der Einleitung der Geschichte auf. Dass ich damals gar nicht mit Botar, sondern nur mit einem anderen Mitglied seiner Rasse unterwegs gewesen war, nahm ich nur nebensächlich auf.

Ich las bis zu der Stelle, an der Axonn mir vom Steinfaden erzählte und klickte dann auf den "Back"-Knopf. Die dritte und letzte Erscheinung war offenbar irgendwo im 10. Legends-Buch, das ich jedoch nicht besaß... Doch das war nicht nötig, den eines war mir schon längst klargeworden: Ich war wohl verrückt!

Schließlich entschloss ich mich noch, einen Blick auf BZPower zu riskieren. Auch dort hatte sich einiges verändert. Die Hass-Threads gegen "Toa Kal" waren schneller eröffnet worden, als die Moderatoren und Administratoren sie schließen oder löschen hatten können. Auch Greg hatte sich bereits aus dem Forum zurückgezogen, da der Großteil der PNs an ihn mir noch Hass-Briefe waren. Schließlich wurde das Forum von BZPower geschlossen, sodass niemand mehr dort schreiben konnte.

Und das alles nur, weil irgendein Bionicle-Fan nach einem Unfall im Koma von Bionicle geträumt hatte?

Kapitel 14: Nummer 3

Der nächste Tag war ein Montag. Zum Glück musste ich mir wegen der Sommerferien noch keine Gedanken wegen der Schule machen, dennoch war ich etwas besorgt. Ich hatte immerhin ein halbes Schuljahr verpennt und würde die 11. Klasse wohl wiederholen müssen.

Ich versuchte, mich von diesen Gedanken abzubringen. Ich steckte die PSP mit laufender Musik in meine linke Hosentasche, die Kopfhörer in die Ohren und den Geldbeutel mit Ausweis und Fahrkarte in die rechte Hosentasche. Für heute hatte ich geplant, zu den Riem-Arcaden zu fahren und mir im Lego-Shop die restlichen Toa Nuva und Takanuva zu kaufen. Immerhin hatte ich von meinen Eltern noch das Taschengeld für die letzten fünf Monate bekommen, und das war natürlich nicht gerade wenig.

Schon eine halbe Stunde später hatte ich die erwünschten Sets in den Händen, und sie waren viel billiger als ich gedacht hatte. Die Mistika kosteten jeweils 10, Takanuva 20 Euro. Ich hatte erwartet, dass die Mistika 13 und Takanuva 25 oder 30 Euro kosten würden.

Zwar zweifelte ich nach wie vor an meinem Verstand, aber ich war noch nicht so dumm, dass ich mich wegen der niedrigen Preise beschweren würde.

Eine Viertelstunde später befand ich mich an der U-Bahn-Haltestelle Innsbrucker Ring, in der ich von der U2 zur U5 umsteigen musste. Ich setzte mich hin und wartete auf die U-Bahn. Da mir etwas langweilig wurde, holte ich aus meiner Tüte die Packung von Takanuva heraus, um ihn mir genauer anzusehen.

"Hey, look at that guy!" Verwirrt drehte ich mich um, nur um einen anderen Jugendlichen ungefähr in meinem Alter zu erblicken. Er war einer von diesen Möchtegern-"Gängstan", trug also viel zu große Kleidung und in seiner Hosentasche befand sich ein Handy, das mit voll aufgedrehter Lautstärke und ohne angeschlossene Kopfhörer Hiphop-"Musik" krächzte. Hinter ihm stand noch ein solcher Typ, der interessiert dorthin sah, wohin sein "Homie" deutete: Auf mich. Genervt blickte ich wieder von ihnen weg.

Die beiden ließen natürlich nicht einfach so locker. Sie fanden es offenbar sehr amüsant, dass ein Erwachsener sich noch für Lego, insbesondere Bionicle interessierte. Ich überlegte kurz, ob ich ihnen sagen sollte, dass ich noch nicht erwachsen, sondern erst 17 war, und dass sie Bionicle falsch aussprachen; dann beschloss ich aber, mich nicht auf ihr Niveau herabzubegeben und sie zu ignorieren und mehr auf meine eigene Musik zu konzentrieren.

Schließlich war am Ende des Tunnels zu sehen, dass endlich die U-Bahn kam. Ich stand auf und ging ein paar Schritte vorwärts.

Offenbar hatte ich die Nervensägen aber, ohne es zu merken, provoziert, indem ich sie nicht beachtet hatte. "Hey, don’t ignore us!", hörte ich hinter mir. Im nächsten Moment raste mir von rechts eine Faust entgegen und traf mich im Gesicht. Ich war zu überrascht, um rechtzeitig zu reagieren und fiel hin... Direkt auf die Gleise. Sofort wollte ich aufstehen und von den Gleisen fliehen... doch es war schon zu spät. Das letzte, was ich sah, waren die Blicke der beiden Jugendlichen, die ebenso geschockt schienen wie ich.

Kapitel 15: Die Flucht

Ich riss die Augen auf. Ich spürte wieder diesen schrecklichen Schmerz an meinem Hals. Ich konnte meine Umgebung vor Schmerz nur verschwommen wahrnehmen.

War ich nicht gerade eben geköpft worden?

Als mir das klar wurde, konnte ich plötzlich wieder klar sehen, und ich wurde mir meiner Situation bewusst. Mein Kopf lag am Boden, und vor mir sah ich meinen kopflosen Körper, der inzwischen offenbar schon wieder selbstständig seine Farbe geändert hatte und nun wieder schwarz war.

Ich wollte meine Arme nach Vorne strecken, um nach meinem Kopf zu greifen, doch sie waren ja immer noch an die Wand gekettet. Auch mit meinen Beinen kam ich nicht weit genug nach Vorne, um meinen Kopf zu erreichen. Hinter mir bzw hinter meinem Kopf konnte ich den lachenden Icarax und die verzweifelten Toa Nuva hören, doch ich konnte nicht sehen, was vor sich ging. Ich musste irgendetwas tun!

Die Ketten mussten weg. Ich versuchte, meinen Körper so weit zur Seite zu neigen, dass ich die Ketten, mit denen meine Hände an die Wand gefesselt waren, sehen konnte. Dann versuchte ich, sie zu zerstören.

Vor kurzem hatte ich es geschafft, mein Aussehen mit Hilfe meiner Licht-Kräfte verändert, also müsste ich meine Elementarkräfte inzwischen unter Kontrolle haben, oder? Ich versuchte mich zu konzentrieren und einen Licht-Strahl zu erschaffen, um die Ketten zu durchschneiden.

Doch es klappte nicht. Oder, um genauer zu sein: Ich schaffte es nicht, einen Licht-Strahl zu erschaffen. Stattdessen erschien jedoch plötzlich ein Strahl aus Schattenkräften, der denselben Zweck erfüllte und meine Hände von den Ketten befreite. War ich etwa ein Toa des Schattens?

Naja, darüber konnte ich mir auch später noch Gedanken machen. Ich griff nach meinem Kopf – da ich meinen Körper aber von Vorne und nicht aus der gewohnten Perspektive sah, war das alles andere als einfach – und setzte ihn auf meinen Hals. Die organischen Verbindungen zwischen meinen mechanischen Teilen bildeten sich neu und ich war wieder ein ganzer Toa.

Die Toa Nuva blickten mich so verwirrt an, dass auch Icarax, der mir bisher den Rücken zugewandt hatte, bemerkte, dass etwas nicht stimmte. Verwirrt drehte er sich um und blickte mich an. Ich hatte keine Zeit, darüber nachzudenken, was ich als nächstes tun sollte, denn schon schleuderte mich Icarax wieder einmal gegen die Wand - und zwar so heftig, dass ein kleiner Krater in der Wand entstand und jede Menge Staub aufgewirbelt wurde, sodass ich nun genug Zeit hatte um darüber nachzudenken, was ich als nächstes tun sollte.

Wenn ich wirklich ein Toa des Schattens war, dann müsste ich ja auch rein theoretisch Schatten absorbieren und Licht zurücklassen können, überlegte ich. Schnell hatte ich einen simplen Plan gefasst: Ich aktivierte die Kräfte meiner Volitak und trat aus der Staubwolke heraus. Dabei absorbierte ich immer etwas von dem Schatten in der Staubwolke, um Icarax abzulenken.

Es funktionierte. Icarax fixierte die scheinbare Lichtquelle und ging langsam und vorsichtig auf sie zu. Währenddessen lief ich zu den Toa Nuva und befreite sie mit meinen Elementarkräften von ihren Ketten. Da Icarax inzwischen selbst in der Staubwolke verschwunden war und uns deshalb vermutlich nicht mehr sehen konnte, wagte ich es, mich sichtbar zu machen, um den Toa ein Zeichen zu geben, dass wir fliehen sollten.

Wir verließen das Gefängnis und rannten in einem langen Gang. Wir kamen an eine Abzweigung, und von dort aus konnten wir sehen, dass am Ende beider Gänge wieder Abzweigungen waren. "Ein Labyrinth!", meinte ich. "Wie sollen wir hier rausfinden?"

Hinter uns war aus dem Gefängnis das Brüllen von Icarax zu hören, der inzwischen offenbar gemerkt hatte, dass wir ihn ausgetrickst hatten. "Wir haben keine Zeit, viel zu überlegen!", meinte Tahu. "Ohne unsere Masken haben wir keine Chance gegen ihn! Wir gehen einfach immer nach l-..."

„... rechts!“, unterbrach Lewa ihn. "Matau sagt immer, dass man nie den linken Weg nehmen soll, weil dort die Gefahr lauert!"

Tahu verdrehte die Augen, widersprach aber nicht und rannte los, den rechten Gang entlang.

Wie sich bald herausstellte, war das auch die richtige Entscheidung gewesen, denn schon bald kamen wir an den Ausgang. Ich konnte mich jedoch nicht so sehr wie die anderen Toa darüber freuen, denn mich blendete das Licht von draußen fürchterlich und ich konnte kaum vorwärts laufen.

Zum Glück merkte einer der Toa das offenbar, denn ich spürte, wie ein Arm mich packte und mit nach draußen zog.

Kapitel 16: Das Wiedersehen

Eine halbe Stunde später befanden wir uns in den Tunneln über Karda Nui. Da die Toa Nuva keine Ahnung gehabt hatten, was sie als nächstes tun sollten, hatte ich ihnen von dem Loch erzählt, durch das ich hierher gekommen war. Auf dem Weg dorthin waren wir auch auf Takanuva, Ignika und die Av-Matoraner getroffen. Eigentlich hatte Takanuva die Matoraner evakuieren wollen, doch der einzige Ausgang aus Karda Nui wurde von den Makuta belagert, also hatten sie umkehren müssen.

Nun überlegten wir, was wir als nächstes tun sollten. Es kamen jedoch keine Ideen. Die Toa Nuva hatten keine Masken mehr und waren dadurch deutlich geschwächt. Deswegen war zwar einerseits nicht an einen Kampf zu denken, andererseits war er aber auch unumgänglich, denn Icarax war im Besitz aller sechs Schlüsselsteine; und ohne diese Steine war es unmöglich, Mata Nui wieder zu erwecken.

Plötzlich sprach Ignika. Es war mir schon die ganze Zeit so vorgekommen, als wollte er etwas sagen, sich aber nicht traute, die Stille zu durchbrechen. Er sprach nur zwei kurze Worte: "Muss gehen!"

Natürlich waren wir sehr verwirrt. "Was?", rief Pohatu. "Aber warum denn?"

"Habe sie gehört!", antwortete Ignika und deutete auf seine Maske. "Werden dunkler, und wenn schwarz... Alles tot! Muss gehen! Weit weg! Dann vielleicht nichts tot!"

"Wenn die Maske schwarz wird, werden wir alle sterben?", wiederholte Onua verwirrt.

"Habt ihr das etwa nicht gewusst?", fragte ich. Gali warf mir einen bösen Blick zu.

"Nein, niemand wird gehen!", sagte eine Stimme. Verwirrt drehten wir uns zu ihr um. "Wenn wir fliehen, löst das die Probleme nicht, sondern verzögert nur die Folgen." Es war Brutaka! Und neben ihm standen noch ein paar andere Mitglieder des Ordens, ich erkannte jedoch nur Axonn, Krakua und den falschen Botar.

„Was sollen wir dann machen?“, fragte ich. Die Flucht von Ignika hatte für mich eigentlich ganz sinnvoll geklungen.

Doch Axonn blickte mich nur verwirrt an. "Wer bist du denn?“, fragte er mit abfälligem Ton.

Diese Frage hätte ich von Brutaka oder den mir fremden Ordensmitgliedern erwartet, aber nicht von Axonn. "Erinnerst du dich nicht mehr? Du hast mir doch den Weg zum Steinfaden gezeigt!"

"Das warst du?", fragte Krakua ungläubig. "Du bist zu einem Toa des Schattens geworden? Das letzte Mal warst du doch ein Toa der Luft!"

Ich konnte mich zwar nicht daran erinnern, auch mal grün geworden zu sein, aber offenbar hatte ich meine Farbe auch mal gewechselt, ohne es zu merken. "War ich offenbar schon immer", erklärte ich. "Ich hab nur ständig unbewusst die Farbe gewechselt", erklärte ich.

"Nein!", widersprach Axonn, " als ich dich getroffen habe, warst du definitiv ein Toa der Luft." Er deutete auf seine Maske. Ich wusste nicht so recht, was ich antworten sollte, und starrte ihn einfach nur mit halboffenem Mund an.

"Mir scheint, in dir steckt mehr Potential, als du selbst weißt, kleiner Toa", meinte Brutaka. "Ich denke, du solltest mit Helryx sprechen. Wenn jemand mehr über deine Kräfte weiß, dann sie!" Ich wusste zwar nicht, wer diese Helryx war, nickte aber. "Krakua wird dich führen!", beschloss Brutaka.

Krakua gab mir ein Zeichen, ihm zu folgen, und führte mich durch die Tunnel.

Eine Weile sprachen wir kein Wort, schließlich fragte ich unsicher: "Bist du eigentlich auch ein Mitglied des Ordens?"

"Nein", antwortete Krakua. "Ich arbeite für den Orden, gehöre aber nicht wirklich dazu. Toa sind im Orden strengstens verboten!"

Ich nickte. Das hatte ich ja bereits gewusst, und gerade deshalb hatte es mich so gewundert, dass Krakua scheinbar dazugehörte. Es gab aber noch eine Frage, die mich brennend interessierte. "Und wer ist diese Helryx? Und wieso glaubt Brutaka, dass sie mehr über meine Kräfte weiß?"

"Helryx ist die Anführerin des Ordens", erklärte er, "und zugleich der erste Toa, den es jemals gab. Wenn es jemanden gibt, der alles über Toa weiß, dann muss sie das sein."

Verwirrt blickte ich Krakua an. Toa waren im Orden strengstens verboten, und trotzdem war die Anführerin des Ordens selbst einer?

Dieser Orden ist schon ein komisches Völkchen...

Kapitel 17: Ein vielseitiger Toa

Krakua führte mich durch verschiedene Tunnel, und kamen schließlich in einen Bereich, in dem die Tunnel irgendwie anders aussahen. Die Wände waren jetzt nicht mehr nur Erde, sondern sie waren mit Metall und Stein oder Beton verstärkt. Als ich das letzte Mal durch die Gänge der Zyglak hier gewandert war, hatte ich keine solchen Tunnel gesehen.

Schließlich kamen wir in eine Höhle, in der ein blauer Toa stand. Krakua gab mir ein Zeichen zu warten, dann ging er schnell zu ihr und wechselte ein paar Worte mit ihr. Danach kamen die beiden zu mir.

"Ich habe schon von dir gehört!", sagte Helryx. "Du musst wohl der Toa sein, der sich mit den Zyglak hier angefreundet hat." Ich nickte nur. "Dank dir sind die Zyglak viel offener geworden. Als wir angefangen haben, hier eine Notfallbasis aufzubauen und auf die Zyglak trafen, dachten wir schon, sie würden uns angreifen. Stattdessen haben sie sogar geholfen!"

Doch ich hatte nur die Hälfte von ihrem "Vortrag" angehört. "Eine Notfallbasis?", fragte ich verwirrt.

Helryx verzog das Gesicht. "Bis vor kurzem hatten wir unsere geheime Basis auf einer Insel namens Daxia. Aber die Makuta haben irgendwie davon erfahren und uns angegriffen. Das kam zu überraschend, um die Insel effektiv verteidigen zu können."

"Heißt das, die Makuta haben jetzt die Kontrolle über Daxia?", fragte ich erschrocken.

"Nein. Das heißt, Daxia gibt es nicht mehr. Wir hatten zu viele Informationen auf unserer Insel, die wir den Makuta nicht in die Hände fallen lassen durften. Also habe ich den Selbstzerstörungsmechanismus aktiviert." Sie verzog erneut das Gesicht. "Dummerweise schienen die Makuta auch davon zu wissen. Kaum hatte ich den Mechanismus aktiviert, waren sie schon verschwunden. Ich hatte gehofft, wir könnten mit der Zerstörung der Insel auch diese Bastarde ins Jenseits schicken."

Ich überlegte kurz, dann entschloss ich mich, Helryx davon zu erzählen, dass Icarax diese ganzen Informationen von mir wusste. Ich fühlte mich immer noch schuldig dafür, dass das alles passiert war; und da Helryx der erste Toa und die Anführerin des Ordens war, hielt ich sie für vertrauenswürdig genug, um ihr das alles zu erzählen.

Doch mit ihrer Reaktion hatte ich nicht gerechnet. Sie begann zu fluchen und zu schimpfen, und sagte schließlich: "Ich würde dich dafür am liebsten töten, aber das würde uns jetzt auch nicht mehr helfen", als müsste sie damit sich selbst beruhigen. Ihr Temperament war offensichtlich schlimmer als das der meisten Feuer-Toa. "Aber ich habe gehört, dass du über ungewöhnliche Kräfte verfügst. Wenn du uns hilfst, kannst du deinen Fehler möglicherweise rückgängig machen und darfst noch etwas länger leben."

Helryx rief einige andere Ordensmitglieder und gab ihnen den Auftrag, mich zu untersuchen. Sie fügte hinzu: "Und damit er sich nicht wehren kann..." Bevor ich reagieren konnte, schlug sie mir mit ihrer Keule so fest auf den Kopf, dass ich ohnmächtig zu Boden fiel.

***

Als ich wieder zu mir kam, waren die Forschungen offenbar bereits abgeschlossen. Dennoch dröhnte mir noch der Kopf – Helryx wollte mich wohl mit aller Kraft dafür büßen lassen, dass sich die Situation wegen mir so verschlimmert hatte. Ich hätte ihr wohl doch nichts sagen sollen.

Helryx stand bereits vor mir. "Wir haben leider nicht viel Zeit, um dich zu untersuchen, deshalb haben wir jetzt nur das Nötigste analysiert und sind dabei zu einem interessanten Ergebnis gekommen." Fragend blickte ich sie an. "Offenbar hast du überhaupt kein Element."

"Das kann doch gar nicht sein!", meinte ich und schüttelte energisch den Kopf. "Ich habe doch schon mehrmals meine Elementarkräfte verwendet!"

"Ja, aber nicht deine eigenen", erklärte sie. "Du hast offenbar unbewusst die elementare Energie aus deiner Umgebung absorbiert und diese dann benutzt."

"Also kann ich jedes beliebige Element aus meiner Umgebung absorbieren und dann für mich verwenden?", fragte ich verwirrt.

Helryx zuckte mit den Schultern. "Scheint so zu sein."

Kapitel 18: Zum Angriff!

Schnell waren die nächsten Schritte beschlossen. Nur Takanuva und ich würden nach Karda Nui zurückkehren. Die Toa Nuva waren ohne ihre Masken zu stark geschwächt, während Takanuva mit seinen Lichtkräften und ich mit meiner Anpassungsfähigkeit sehr gute Chancen gegen die Makuta hatten, auch wenn wir nur zu zweit waren. Sobald wir die Schlüsselsteine hatten, sollten wir sie den Toa Nuva bringen, die damit dann Mata Nui erwecken sollten.

Noch war ich aber ein Toa des Schattens, also packte Takanuva mich und trug mich durch das Loch nach Karda Nui. Das grelle Licht schmerzte in meinen Augen, obwohl ich sie fest geschlossen hielt. Dann versuchte ich mich zu konzentrieren und das Licht aus der Umgebung zu absorbieren. Schon kurze Zeit später war ich ebenfalls ein Toa des Lichts und konnte wieder sehen. Wie ich feststellte, konnte ich auch wieder fliegen – diese Fähigkeit schien also irgendwie mit meinen Elementarkräften zusammenzuhängen.

Nach den Makuta mussten wir nicht lange suchen: Schon kurze Zeit nachdem ich begonnen hatte selbst zu fliegen, raste an mir eine Kugel aus Schattenenergie vorbei. Ich drehte mich in die Richtung, aus der sie gekommen war, und schleuderte dem Angreifer eine Lichtkugel entgegen. Im Gegensatz zu ihm verfehlte ich mein Ziel nicht, doch hinter ihm kamen schon unzählige weitere Makuta angeflogen. Tanma hatte nicht übertrieben, als er gesagt hatte, dass sich derzeit die gesamte Bruderschaft hier befand.

Die Makuta begannen, uns mit Schattenkugeln zu beschleudern. Takanuva, der bereits mehr Erfahrung mit seinen Elementarkräften hatte als ich, erschuf einen Schild aus Licht, der ein paar der Angriffe blockte und uns genug Zeit zum Ausweichen beschaffte, bevor er durchbrochen wurde. Einen Moment lang glaubte ich eine Schattenhand zu sehen, die ein Makuta uns unsere Richtung abschoss; doch als ich direkt hinsah, konnte ich dort weder eine Hand noch einen Makuta sehen.

Der Kampf schien sehr monoton zu werden. Offenbar hatte der Orden uns überschätzt, denn wir waren die meiste Zeit damit beschäftigt, die Angriffe abzuwehren und kamen nur selten dazu, unseren Feinden ein paar Lichtkugeln entgegen zu schleudern. Doch immer wieder glaubte ich aus den Augenwinkeln heraus einen Makuta mit einer Schattenhand zu sehen, und wenn ich hinsah, war dort weder eine Hand noch ein Makuta. Was war hier los?

Da der Kampf aussichtslos schien, wollte ich Takanuva einen Nova-Blast vorschlagen... Doch dann sah ich es direkt vor mir: Hinter einem Makuta, der mich gerade angreifen wollte, erschien eine Schattenhand, packte ihn und zog ihn aus dem Schlachtfeld. Ich sah mich um und bemerkte, dass die Zahl der Makuta seit dem Beginn unseres Kampfes stark gesunken war, und das lag sicher nicht an Takanuva's und meinen guten Kampfkünsten. Irgendein Makuta schien die anderen zu absorbieren.

Inzwischen hatten offenbar auch die anderen Makuta gemerkt, dass etwas nicht stimmte, denn plötzlich griff uns niemand mehr an. "Was ist hier los?", fragte einer der Makuta.

"Seid ihr wirklich so dumm?", fragte ich. "Icarax benutzt euch nur. Er hat euch nur hierher kommen lassen, um euch absorbieren zu können."

Irritiert sahen sich die Makuta um. Im nächsten Moment erschien erneut die Schattenhand und schnappte einen der Makuta.

Das war den Makuta wohl Beweis genug. Panisch versuchten sie, sich in Sicherheit zu bringen.

Wir blickten in die Richtung, aus der die Schattenhand das letzte Mal gekommen war. Plötzlich war dort ein riesiger Koloss zu sehen, der auf uns zuflog. Er schlug auf uns ein, doch da er sich wegen seiner Größe nur langsam bewegen konnte, konnten wir mit Leichtigkeit ausweichen. Nun standen Takanuva und ich uns gegenüber und "umzingelten" damit den Riesen.

Erst jetzt erkannten wir an der Maske, mit wem wir es zu tun hatten: Icarax hatte tatsächlich fast alle Makuta absorbiert und war dadurch zu diesem gewaltigen Riesen gewachsen.

"Ich habe euch schon erwartet", sagte er. "Wo haben sich denn eure Freunde versteckt?"

Kapitel 19: Plan B

"Ich glaube nicht, dass dich das wirklich interessiert!", antwortete ich. "Hast du die Schlüsselsteine dabei?"

Ein widerliches Grinsen, das beinahe von einem Skakdi stammen könnte, erschien auf Icarax' Gesicht. "Warum sollte ich sie mit in den Kampf nehmen?"

"Weil wir sonst keinen Grund haben, gegen dich zu kämpfen?", entgegnete ich. "Und so langsam, wie du bist, wird es dir sicherlich schwer fallen, uns zu folgen, falls wir abhauen sollten."

Das Grinsen von Icarax, der sich inzwischen nur noch mir zugewandt hatte und Takanuva schon gar nicht mehr beachtete, wurde noch breiter. Dann streckte seinen Arm in meine Richtung und öffnete die Hand. Er hatte sie tatsächlich dabei.

Plötzlich gab es eine gewaltige Explosion hinter Icarax. Ich nahm dabei keinen Schaden, da Icarax zwischen mir und der Quelle der Explosion gestanden hatte. Icarax wurde jedoch nach vorne weggeschleudert und ließ dabei die Steine fallen. Ich wich ihm aus und fing die Steine auf... Dann merkte ich, dass die Explosion von Takanuva gekommen war. Er hatte seine gesamten elementaren Kräfte gesammelt und in einem gewaltigen Nova-Blast freigesetzt.

Verwirrt drehte ich mich zu dem lachenden Icarax um. Wieso lebte er noch? Er war eine Kreatur des Schattens, und da der Nova-Blast aus purer Licht-Energie bestanden hatte, hätte er doch eigentlich darin umkommen müssen? Stattdessen war seine Rüstung kaum beschädigt.

Offenbar hatte er in meinen Gedanken gelesen, denn er antwortete: "Wie du siehst, hat sich hier einiges geändert. Ich habe viele Makuta absorbiert – sehr viele! Inzwischen ist meine Rüstung so dick, dass nicht einmal mehr Licht-Energie sie durchdringen kann!"

Damit war unser einziger Vorteil dahin. Icarax war immun gegen Licht, und Takanuva hatte keine Kraft mehr. Wir mussten uns etwas Neues ausdenken. Schnell drehte ich mich zu Takanuva um, gab ihm die Schlüsselsteine und flüsterte: "Bring sie den Toa Nuva! Ich kümmere mich schon um ihn!" Takanuva schien zwar unsicher, kam aber dennoch meiner Aufforderung nach.

Dann drehte ich mich wieder um, nur um zu sehen, dass Icarax bereits losgeflogen war, um Takanuva zu folgen. Schnell versperrte ich ihm dem Weg und schleuderte ihm ein paar Licht-Kugeln entgegen, um ihn abzulenken – doch ich wusste, dass sie keinen Schaden anrichten würden.

Mir fiel wieder ein, dass ich ja frei jedes Element aus meiner Umgebung absorbieren konnte. Möglicherweise gab es ja ein anderes Element, mit dem ich mehr ausrichten konnte? Wie wäre es mit Magnetismus? Die Rüstung von Makuta bestand doch aus Metall, oder?

Ich hoffte darauf, dass der Bionicle-Planet ähnlich aufgebaut ist wie unserer und somit ebenfalls ein Magnetfeld hatte, und diesen Magnetismus versuchte ich nun zu absorbieren. Ich spürte, dass es funktionierte... Allerdings nur sehr langsam. Offenbar war wohl das Magnetfeld zu schwach; Und Icarax hatte nicht vor, mir viel Zeit zum Absorbieren zu lassen, denn schon flog er auf mich zu, um mich aus dem Weg zu räumen und Takanuva zu verfolgen.

Doch plötzlich kam mir die rettende Idee: Dass Icarax' Rüstung metallisch war, bedeutete nicht nur, dass man sie mit magnetischen Kräften gut angreifen konnte, sondern auch, dass sich das magnetische Feld in dieser riesigen Rüstung sehr stark auswirkte. Möglicherweise war es effektiver, die magnetischen Kräfte aus seiner Rüstung zu absorbieren?

Mit aller Mühe versuchte ich, mich auf den Körper des Makuta zu konzentrieren und die magnetischen Kräfte daraus zu absorbieren... Und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Ich absorbierte nicht nur den Magnetismus... Offenbar absorbierte ich auch die Rüstung selbst.

Kapitel 20: Rückkehr

Auch Icarax merkte, dass etwas nicht stimmte. "Hör sofort auf damit!", rief er und schleuderte mir eine riesige Schatten-Kugel entgegen, der ich gerade noch ausweichen konnte.

"Er macht doch gar nichts!", rief eine Stimme. "Du hast nur gerade die Ehre, das Testobjekt unserer neuesten Erforschung zu sein!"

Hinter Icarax war ein Wesen aufgetaucht. Ich kannte es zwar nicht persönlich, glaubte aber, dass es bei den Mitgliedern des Ordens von Mata Nui dabei gewesen war. In ihren Händen hielt sie ein offenes Gefäß, in dem sich offenbar bis vor kurzem etwas befunden hatte.

Ein Grinsen erschien auf dem Gesicht des Wesens und es fügte hinzu: "Ein Protostahl-fressender Virus."

Icarax schrie laut auf und schlug auf alle möglichen Stellen seines Körpers ein, als würden ihn Ameisen angreifen, die er irgendwie abschütteln könnte. Doch schon nach kurzem hatte er keine Arme mehr, mit denen er auf sich selbst einschlagen konnte, und kurz darauf war auch der Rest seiner Rüstung verschwunden.

Übrig blieb eine grüne Energiewolke, aus der ein schauriges Lachen erklang. "Denkt ihr, ihr könnt mich so einfach besiegen?" Die Wolke stürmte auf mich zu und umgab meinen Körper. Ein merkwürdiges Gefühl umgab mich – versuchte er etwa gerade, meinen Geist aus meinem Körper zu vertreiben und diesen dann zu übernehmen? Ich versuchte mit aller Kraft, dagegen anzukämpfen.

"Hitze...", hörte ich von der Fremden. "Wir brauchen Hitze, um die Energie von Icarax zu verbrennen... Ich werde Tahu holen."

Mit diesen Worten verschwand sie und ließ mich mit der Wolke zurück. "Gib schon auf!", forderte Icarax' Stimme, die aus allen Richtungen zu kommen schien. "Du hast doch ohnehin keine Chance. Du kannst deinen Tod nur noch hinauszögern!"

Ich versuchte, alle Elementarkräfte, die ich derzeit in mir trug, zu bündeln: Das helle Licht der Umgebung, den Magnetismus, den ich aus Icarax' Rüstung absorbiert hatte, und die Luft, Wärme und was ich sonst noch alles unbewusst aus meiner Umgebung aufgesaugt hatte.

Dann sagte ich: "Wir alle sterben irgendwann. Manche aber früher als andere."

Mit diesen Worten ließ ich die gesamte aufgewallte Energie frei. Es folgte eine gewaltige Explosion, bei der von Icarax garantiert nichts übrig bleiben konnte.

Dann wurde ich ohnmächtig.

***

Als ich wieder zu mir kam, befand ich mich auf einem riesigen Fluggerät, gemeinsam mit einigen der anderen Toa Nuva, Av-Matoraner und Ordensmitglieder. Ich erfuhr, dass die Toa Nuva es geschafft hatten, Mata Nui wieder zu erwecken. Wir waren nun auf dem Weg nach Metru Nui.

Dort angekommen, hielt Dume im Kolosseum eine Rede: "Meine Freunde, wir haben uns hier zwar zum Feiern versammelt; doch es reicht nicht aus, wenn wir nur die Helden, die hier vor uns stehen ..." Er unterbrach die Rede und blickte verwirrt nach unten, in das Zentrum des Kolosseums. Schließlich frage er: "Wo ist Toa Kal?"

"Na hier!", rief ich und streckte meine Hand hoch. Doch geschockt musste ich feststellen, dass meine Hand anders aussah. Sie hatte keine Ähnlichkeit mehr mit der eines Toa. Ich konnte es kaum glauben. Verwirrt blickte ich an meinem Körper herunter. Ich war wieder ein Mensch, aus irgendeinem Grund aber durchsichtig. War ich ein Geist?

Die Toa Nuva verhielten sich genauso wie der Turaga: Sie blickten sich um, konnten mich aber nicht sehen. Verwirrt blickte ich wieder nach oben zu Dume, doch dann lenkte etwas anderes meine Aufmerksamkeit auf sich: Die Sterne am Himmel begannen plötzlich, sich zu bewegen und neu anzuordnen. Sie bildeten die Form der Kraahkan!

Ein furchteinflößendes Lachen war zu hören, und es schien von allen Seiten zu kommen. "'Toa Kal'... gibt es nicht mehr. Es hätte ihn nie geben sollen. Das habe ich korrigiert."

"Was für ein Verbrechen hast du jetzt schon wieder begangen? Wo bist du?", rief Dume. "Ich bin überall, überall um euch herum. Ich bin der neue Große Geist. Alles, was ihr getan habt, alle eure Anstrengungen haben nur zu der Umsetzung meines Planes geführt."

"Und was hast du mit Kal gemacht?", rief Takanuva.

"Ich habe ihn vernichtet!" Erneut erklang sein grausames Lachen. "Er stellt nur eine Bedrohung dar. Ich habe gesehen, wozu er fähig ist. Also habe ich ihn aus dem Weg geräumt." Wieder lachte er. "'Mata Nui' hingegen lebt noch... Aber er wird dennoch niemals etwas gegen mich unternehmen können, dafür habe ich gesorgt!"

Irritiert blickte ich mich um. Niemand konnte mich sehen, weil ich... tot war? Aber wieso war ich dann nicht wieder zurück in meinem Universum?

Epilog

Irgendwo in einer anderen Dimension, die sich gewaltig von dem Bionicle-Universum unterscheidet, war vor wenigen Augenblicken ein Schüler gestorben. Er hatte nach einem tödlichen Autounfall mehrere Tage im Koma gelegen, doch die Ärzte hatten den Tod nur hinauszögern, nicht verhindern können.

Zumindest hatte er in diesen wenigen Tagen offenbar etwas Schönes geträumt; denn er war mit einem so stolzen Grinsen auf dem Gesicht gestorben, als hätte er gerade das ganze Universum gerettet.

***

Irritiert verließ ich das Kolosseum. Die Matoraner rannten bereits verzweifelt aus dem Kolosseum und versuchten sich in den Archiven zu verstecken. Niemand konnte mich sehen, und viele von ihnen liefen sogar direkt durch mich hindurch.

Doch plötzlich konnte ich jemanden sehen, der, wie ich, vollkommen ruhig durch die Menge ging. Er war ein Ko-Matoraner und trug eine Maske in der Form einer großen Akaku. Er war, wie ich, durchsichtig. Als er mich bemerkte, drehte er sich um und rief: "Hey, da ist ein Neuer!"

Im nächsten Moment kamen er und ein durchsichtiger Ta-Matoraner mit einer Hau auf mich zu und blickten mich an. Verwirrt fragte ich: "W-Wer seid ihr?"

"Ich heiße Lhikan", antwortete der Ta-Matoraner, und der Ko-Matoraner fügte hinzu: "Und ich bin Matoro. Komm mit, wir bringen dich zu den Anderen!"

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