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Die Stunde der Schatten

The Hour of Shadows Kapitel 0 Cover a

„The Hour of Shadows“

Ein jeder kennt die Geschichten über die Welt des Lichts und die Welt der Schatten. Und die meisten meinen das dies nur Märchen sind um andere zu erschrecken oder ihnen Alpträume zu bereiten. Doch ist dieser Alptraum nur eine verkannte Realität welche niemand wahr haben will. Genauso wie den Tatbestand das die Welt des Lichts und die Welt des Schattens eins sind und es nur auf den richtigen Zeitpunkt ankommt. Die Angst vor der Dunkelheit, so wie manche es nennen, ist das was uns am Leben hält. Es stärkt uns, zeigt uns die Gefahren und gibt uns relativen Schutz vor dem Bösen was in der Dunkelheit lauert. Doch manchmal gibt es Kräfte die dem Schatten der Nacht ein Gesicht verleihen. Diese Schatten gab es auf jeder Welt, auf jedem Planeten und in allen Epochen. Und immer gab es ausgewählte Geschöpfe die dafür ausgesehen waren, sich diesen Schatten zu stellen. Jede Epoche hatte ihren Namen für diese wenigen Krieger die sich zwischen dem Licht und der Dunkelheit bewegten. Heute nennen sie uns „die Wächter der Nacht“ oder „Hüter des Gleichgewichtes“ und jene die unsere Aufgabe nicht verstehen;

„Todeshändler“
Prolog:

Ein mancher meint das es nur einen Weg gibt ein bestimmtes Problem zu lösen. Ohne Gnade alles aus zu löschen. Den Tod unter den Feind bringen und dies im Namen der Rechtschaffenheit. So geschah es elf Generationen lang. Und dennoch folgten die Todeshändler seit je her einem Prinzip das besagte;

„Nur wer Leben gegeben hat, darf auch Leben nehmen!“

In den elf Generationen vor mir beschränkte sich dieser Grundsatz darauf das nur der oder die Agori den Dienst im Namen der 1.000 Jährigen Bruderschaft antreten durfte, wenn er oder sie das genetische Erbe an einen nächsten weiter gegeben hat. Kurz gesagt durfte nur ein Vater oder eine Mutter für die Bruderschaft zur Waffe greifen. Ja so wurde es seit der Gründung der Bruderschaft von einer in die andere Generationen weiter gegeben. Auch ich habe mein Erbe weiter gegeben auch wenn ich erst sechzehn bin, laut dem Gesetzen Bara Magnas zu jung für eine Schwangerschaft. Doch die 1.000 Jährige Bruderschaft beruht auf einem eigenen Gesetzt in dem man ab dem sechzehnten Lebensjahr als Vollwertig oder anders gesagt Erwachsen gilt. Ein altes Relikt einer alten Geheimgesellschaft. Und niemand in dieser wird nie daran denken das alt bewerte auf zugeben.Und niemand dachte bis her daran das man auch auf eine andere Weise Leben geben kann.

„Manchmal bedarf es dem Zufall oder dem Schicksal, wie manche es auch nennen. Warum nicht auch neue Wege gehen wenn sich damit doch auch die alten Ziele verfolgen lassen?“

Es ist Zeit um zu denken und einen neuen Weg ein zuschlagen. Zu mindestens das was taktische Wesenszüge im Namen der Rechtschaffenheit betrifft. Denn wer an einem bestimmten Punkt nur ein wenig mehr Gnade walten lässt, natürlich nur wenn es die Situation zulässt, der gibt Leben. Derjenige oder diejenige hat unter Umständen mehr Leben gegeben als jene die durch das flüchtige Vergnügen einer Nacht ihr Erbe weiter gaben.

Gezeichnet;
Moon Bloodgood
Todeshändlerin der 1.000 jährigen Bruderschaft
genannt
Deep Core Soldiers


Nachwort:

Die Vernichtung des Kolosseum in Metru Nui war erst der Anfang. Es war ein erster Sieg aber noch nicht das Ende des Krieges. Nun geht er weiter, doch diese Schlachten werden in den Straßen und Plätzen Bara Magnas ausgefochten. So wie seit mehr als 1.000 Jahren. Und anders als unsere Vorgänger wissen wir jetzt um so genauer wo unsere Jagd beginnen wird. Diese Jagd wird schmutzig sein, der Schrecken die Tage und Nächte heimsuchen. Und jene Feinde Bara Magnas den Schlaf rauben bis ihr Blutzoll bezahlt ist.

„Die Stunde der Schatten hat begonnen!“

The Hour of Shadows Kapitel 1 Cover

“Fiftyfour Bullets“

Es regnete den ganzen Morgen und es schien als ob es auch nicht aufhören wollte. Der Agori auf dem Furnobike störte es aber nicht weiter. Mit gleichbleibender Geschwindigkeit fuhr sie über die Autobahn Richtung Makuhero City. Die nächste Ausfahrt bog sie ab und hielt auf die Innenstadt der Metropole zu. Die Zentrale der Bruderschaft lag gut versteckt im Untergrund von Makuhero City und nur ein Eingeweihter wusste wo er zu suchen hatte. Die junge Frau wusste es und steuerte gezielt auf ein Parkhaus zu. Aus der Ferne sah sie wie ein schwarzer Geländewagen im Parkhaus verschwand. Mandy störte sich nicht daran denn sie wusste wem der Wagen gehörte. Eine hochrangige Todeshändlerin mit der sie sich treffen sollte. Nach wenigen Minuten erreichte sie das Parkhaus und fuhr nun ebenfalls in das Gebäude ein. Es klopfte an der Tür und der Agori hinter dem Schreibtisch schob die Mappen zurecht. „Herein,“ sprach der Agori während er sich in den Bürostuhl fallen ließ, „kommen sie bitte herein.“ Eine Agori trat in das Büro. „Schön sie zusehen Mr. Bishop,“ grüßte sie und nahm auf einem der Stühle vor dem Schreibtisch platz, „endlich wieder zu Hause.“ „Mrs. Maris, ich bin froh das sie so schnell kommen konnten,“ erwiderte der Agori hinter dem Schreibtisch, „vielleicht habe ich gleich einige Fragen an sie.“ „Ok, ich stehe ihnen für weitere Fragen zur Verfügung,“ bestätigte Luna und zog ihren Laptop aus der Aktentasche, „ich hoffe das diese Praedatoren eine gute Auswahl sind.“ „Es sind junge Praedatoren,“ meinte Bishop und reichte ihr eine Mappe herüber, „aber sie sind die besten des letzten Jahrgangs.“ Erneut klopfte es an der Tür. „Kommen sie rein,“ rief der Abteilungsleiter der Bruderschaft, „wir erwarten sie schon.“ Nach einander trafen sechs junge Agori ein. Drei Frauen und drei Männer um die Neunzehn bis Zwanzig Jahre alt. „Dies sind Natalie Breez, Mandy Surge und Juliane Nex,“ stellte Bishop die Praedatoren vor, „das sind Preston Stormer, William Furno und Nathan Evo.“

Schön sie kennen zu lernen,“ sprach Luna und reichte den Sechs nach einander die Hand, „mein Name ist Luna Maris und ich gehöre zu der Gruppe Todeshändler die auf Aqua Magna waren.“ Horton Bishop wandte sich allen seiner Gäste zu, „nun zum Anlass unseres Treffens.“ Der Abteilungsleiter fasste den Verlauf der Mata Nui Mission zusammen und verteilte die Mappen an die sechs Praedatoren. „Unsere vier Todeshändler haben den Roboter sabotiert,“ erklärte Bishop und verwies auf die Mappen, „doch haben sie auch etwas gefunden dem ihr jetzt nachgehen sollt.“ „Eine Sichel gekreuzt mit einem Schwert!“ bemerkte Furno während er die Photographie ansah, „das Symbol kommt mir bekannt vor.“ „Genau dieser Sache muss nachgegangen werden,“ entgegnete Horton Bishop, „dieses Symbol war das der Wing Coon Sekte.“ „Hat sich die dubiose Glaubensgemeinschaft nicht vor vier Jahren aufgelöst?“ meinte Nathan Evo und runzelte die Stirn, „nach dem sie gerichtlich verboten wurde.“ „Genau da liegt das Problem,“ räumte Bishop ein, „ab da verschwanden auch alle Akten über die Sekte.“ „Wenn ich richtig liege,“ überlegte Preston Stormer und klappte die Mappe zu, „sollen wir heraus finden wer die Mitglieder der Sekte sind und wie viele.“ „Das auch meine Damen und Herren,“ bestätigte der Abteilungsleiter, „und wie weit sie in das Mata Nui Experiment verwickelt sind.“ „Gut,“ bemerkte Natalie Breez, „und wenn wir die Informationen haben beseitigen wir diese Mistkäfer.“ Horton Bishop nickte bestätigend, „ganz genau.“ „Wisst ihr wo ihr beginnen müsst?“ erkundigte sich der Abteilungsleiter, „oder gibt es noch Fragen?“ „Ja, eine Frage gäbe es,“ räumte Furno ein und blickte zu Mrs. Maris herüber, „wo genau haben sie oder einer ihrer Kameraden das Photo gemacht?“

Nachwort:

„Es war in einem der Wartungsfahrstühle,“ erwiderte Luna und zeigte das hoch aufgelöste Bild auf ihrem Laptop, „das Symbol befindet sich über der Steuerung.“ „Ist das vielleicht wichtig?“ wollte die Todeshändlerin wissen, „wozu benötigen sie diese Information?“ „Wie weit es wichtig ist,“ meinte Mandy Surge, „das wissen wir noch nicht aber sie könnte noch nützlich sein.“

Kapitel 1: “Der Gewerbepark“

Mandy Surge und Preston Stormer heizten mit ihren Motorrädern die Straße entlang zu dem kleinen Haus in dem das Paar zusammen wohnte. Während er Kaffee kochte schaltete sie den Computer im Büro an. Die beiden Praedatoren brauchten nicht lange überlegen und nach einander erschienen die Suchbegriffe in den dazu gehörigen Feldern und verschwanden wieder. Nun teilte sich der Bildschirm in vier gleiche Felder. Während Mandy den Bildschirm nicht aus den Augen ließ, schritt Preston die Treppe hinauf und stellte das Tablett auf den kleinen Runden Tisch in der Ecke des Büros. „Der Meldown Gewerbepark?“ erkundigte sich der Agori und reichte seiner Verlobten eine Tasse Kaffee, „dort ist unser erster Verdächtiger?“ „Ja,“ lächelte Mandy zufrieden und nippte an der Tasse, „er arbeitet in einer kleinen Werkstatt die Reifen, Felgen und Achsen herstellt.“ „Wie bist du auf ihn gekommen?“ wollte Stormer wissen und seine Augen wanderten über den kleinen Text in einem der Bildschirmviertel, „ah, du hast dich in den Zentralcomputer der planetarischen Bürgerverwaltung gehackt.“ „Jap,“ bestätigte die junge Frau und ging zum Drucker, „zwei Jahre vor dem Verbot der Wing Coon Sekte trat er aus der Kirche aus.“ „Und genau eine Woche nach dem Verbot wieder ein,“ beendete sie den Satz. „Und das ohne Widerwillen,“ las Preston aus dem Akteneintrag der planetarischen Bürgerverwaltung, „das erscheint mir wirklich verdächtig.“ „Wenn das Stimmt was von der Sekte behauptet wird,“ bemerkte Mandy und nahm ein Kuchenteilchen aus der Schale, „war die Glaubensgemeinschaft sehr radikal.“ „Ja,“ räumte Stormer ein, „und eine radikale Glaubensgemeinschaft lässt Mitglieder nicht so einfach ziehen.“ „Und Meldungen über vermehrte Selbstmorde gab es auch nicht,“ ergänzte die junge Frau, „dem zu folge haben die Sektenmitglieder alle Spuren verwischt und tauchten ab in den Untergrund.“ „Das ist mit großer Wahrscheinlichkeit der Fall!“ stimmte Preston zu. Sein Auge wanderte auf das Bildschirmviertel unten rechts. „Warum wird der Meldown Gewerbepark so abgeschottet wie eine Rüstungsfabrik?“ entglitt es dem Agori, „hat das mit dem Terroranschlag von vor drei Jahren zu tun?“ „Weiß ich nicht,“ erwiderte Mandy und nach dem sie die Tasse Kaffee geleert hatte, „eine Begründung für die so hohen Kontrollmaßnahmen habe ich nicht finden können.“ „Dann müssen wir über einen anderen Weg in den Gewerbepark kommen,“ sprach Preston und vergrößerte die Satellitenaufnahme, „zum Beispiel mit der Eisenbahn.“ „Daran habe ich auch schon gedacht,“ bestätigte Mandy, „diese kann nur bedingt kontrolliert werden.“

Sind die anderen schon informiert?“ wollte der Agori wissen, „oder soll ich das eben nachholen?“ „Ist nicht notwendig,“ erwiderte die junge Frau, „wir sind auf Internetkonferenz.“ „Gibt es schon einen genaueren Plan?“ fragte Stormer neugierig. „Ja und nein,“ meinte Mandy und tippte rasch etwas in das Chatfenster, „der Grundplan ist fertig aber die Einzelheiten noch nicht geklärt.“ Der Text im Chatfenster verschwand und ein anderer erschien. „Der Gewerbepark hat vier Zufahrten,“ las Preston laut so das Mandy es mit hören konnte, „dort müssen wir Beobachter postieren.“ „Wer hat das geschrieben?“ erkundigte sich die Agori, „Furno oder Nex?“ „Keiner von den beiden,“ bemerkte Stormer, „Juliane hat den Vorschlag geschickt.“ „Dem stimme ich zu,“ sprach der Agori während er es in das Chatfenster schrieb, „und Zwei schnappen sich diesen Mistkäfer von Agori.“ „Wie haben sie geantwortet?“ wollte Mandy wissen, „sind sie mit dem Plan einverstanden?“ „Warte einen Moment,“ erwiderte Preston und schaute wieder auf das Chatfenster, „die Antworten kommen gerade rein.“ „Ja,“ grinste der Agori, „vier mal ein OK!“ Mandy stand wieder neben Preston und las jetzt selbst den Text im Chatfenster. Freitag den achtzehnten erschien im Chatfenster. Dies war für die anderen vier Praedatoren der geeignete Tag zum Zuschlagen. Preston und Mandy stimmten dem Termin zu. Der Rest der Besprechung fand schnell sein Ende und alle Details waren geklärt. Alles in allem hatten die sechs Praedatoren keine drei Stunden gebraucht um ihre Strategie fest zu legen. Das einzige was ihre Taktik jetzt noch beeinflussen konnte war die Zugverbindung zwischen Atero und Ixonox. Genau zwischen den beiden Metropolen lag der Meldown Gewerbepark. Entlang der Strecke lagen etliche kleine Dörfer die in den letzten dreitausend Jahren entstanden waren. Durch gezielte Maßnahmen wurde die Wüste wieder belebt und wo einst Sand und Steine dominierten herrschte jetzt wieder fruchtbares Land. Und so entstanden auch neue Dörfer. Und wo es Dörfer gab, da gab es auch die Straßen, Autobahnen und die Eisenbahnlinie. Und an insgesamt acht Stellen führte die Autobahn über eine Brücke über die vierspurige Bahnlinie. Und von einer dieser Brücken mussten Zwei der Sechs auf einen Zug aufspringen der durch den Meldown Gewerbepark fuhr. Die übrigen Vier mussten unweit der Straßenzufahrten Beobachtungsposten beziehen. Alles in allem ein einfacher Plan für einen Praedator. Wenn es nicht die kleinen Probleme mit den Fahrzeiten der Eisenbahn gebe. Trotz der Moderne gab es immer wieder die guten alten Verspätungen der Züge. Ein nicht schlimmes aber dennoch ärgerliches Problem.

Die Tage vergingen und der Freitag rückte näher. Stormer und Surge fuhren genauso wie Furno und Breez zu zweit auf einem Motorrad. Später würde Breez das von Stormer und Surge übernehmen. Evo und Nex fuhren auf ihren Maschinen. Von Atero aus war es eine längere Fahrt entlang der Bahn Strecke. Den größten Teil verlief die Autobahntrasse neben den Schienen so das man die vorbei ziehenden Züge sehen und verfolgen konnte. Kaum zu glauben das dies alles mal eine lebensfeindliche Wüste war, dachte Mandy während sie auf die Getreidefelder neben der Autobahn blickte. Hier und da ein Dorf oder einzelne Häuser. Bara Magna hatte sich wirklich verändert. Der einstige Wüstenplanet war zu einem Paradies geworden. Ein Güterzug brauste an den Praedatoren vorbei und sein Klappern war für den Moment lauter als das Motorengeräusch der Furnobikes. Einer dieser Güterzüge war die Mitfahrgelegenheit um unbemerkt in den Gewerbepark zu kommen. Die Abenddämmerung setzte ein als die Sechs eine Kleinstadt erreichte die sich rechts und links neben den Bahngleisen erstreckte. Sie fuhren die erste Ausfahrt raus und in die Stadt. Willkommen in Krypt stand auf einem großen gelben Schild einen Kilometer vor den ersten Häusern. Ktypt gehörte bereits zum Regierungsbezirk Iconox. Die Praedatoren würden sich jetzt trennen, Surge und Stormer nahmen sich für die Nacht von Donnerstag auf Freitag ein Hotelzimmer. Evo, Nex, Furno und Breeze fuhren die Nacht durch um die Stadt Melingtown noch in der Morgendämmerung zu erreichen. Melingtown war nicht ganz so groß wie Krypt aber immerhin groß genug sich schon als Stadt bezeichnen zu dürfen. Der ganz große Vorteil war aber die Lage des Städtchens. Alle vier großen Straßen führten direkt zu einem der Zufahrten des Meldown Gewerbeparks. Und das die riesige berühmte Kleingartensiedlung sich entlang der Zufahrten erstreckte. In den noch kalten Januartagen stand die Anlage leer und bot für die vier Praedatoren die optimalen Bedingungen zum unbemerkten Observieren. Im Hotelzimmer bereitete sich der Geruch der Badekräuter aus. Mandy hatte ein Bad eingelassen damit sie und Preston sich noch einmal entspannen konnten. Morgen früh begann der Ernst der Arbeit und für ein wenig Liebe und Lebensfreuden war dann für das erste keine Zeit mehr. Bevor sich Preston zu seiner geliebten Mandy ins warme Badewasser gesellte prüfte er noch einmal die Ausrüstung mit besonderem Augenmerk die Kletteranker und die dazugehörige Laufvorrichtung. Nun da alles so war wie es sein musste konnte er sich ungestört nur noch dem Liebesspiel mit Mandy hingeben.

Kapitel 2: “Phase 1“

Der Agori torkelte betrunken über den Gehweg der Brücke. Mit seinem Feuerzeug öffnete er eine Flasche Bier bevor er sich damit eine weitere Zigarette anzündete. Verschwommen blieb er stehen und versuchte die zwei anderen Agori besser zu erkennen die über das Geländer kletterten. Aus der Ferne hörte er einen Zug kommen und bemühte sich nicht hin zu sehen. Die Geräusche des Zuges kamen immer näher und das scheinbar verzweifelte Päärchen hielt sich am Geländer feste. Das Klappern der Güterwagons wurde jetzt noch lauter und vor den Augen des Mannes ließ das Pärchen das Geländer los. Der betrunkene Agori glaubte seinen Augen nicht und als der Lärm des Zuges wieder abklang wagte er einen Blick auf die Gleise. Kein Blut und keine Leichenteile. Völlig verwirrt eilte er auf die andere Seite der Brücke und sah noch so gerade aber immer noch verschwommen den letzten Wagon. Und zwei wacklige Schatten die sich auf dem Dach des Güterwagons aufrichteten. Der Agori blickte auf die Flasche Bier und roch daran. Er schüttelte den Kopf und warf sie über das Geländer auf die Gleise. Als nächstes zog er die Schachtel Zigaretten aus der Brusttasche und warf sie weg. Die brennende Zigarette ließ er auf den Boden fallen und trat sie aus. „Ich, icchhh,.... ich glaube ich sollte doch wieder mit dem Rauchen und Trinken aufhören,“ lallte der Agori und torkelte nach Hause, „irgend wie bekommt mir das doch nicht, ich fange schon an zu fantasieren.“ In Melingtown nahm der Morgen seinen Lauf und Breez, Furno, Nex und Evo bezogen ihre Versteckte in der Kleingartensiedlung. Sie hatten aus der Hecke einen guten Blick auf die Wachhäuser an den jeweiligen Zufahrten. Das dichte Grün bewahrte sie vor den wachsamen Augen der Wachen. „Hier Evo an Nex,“ funkte er durch das Headset, „bin auf Position.“ „Gut, ich auch,“ bestätigte Nex, „Breez und Furno auch.“ „Dann lasst uns die Observation beginnen,“ funkte Breez über ihr Headset, „die Bewachen den Gewerbepark fast wie eine Botschaft!“ „An Zufahrt A befinden sich acht Agori,“ teilte Nathan Evo seinen Kameraden mit, „die schwer Bewaffnet sind und so wie es aussieht jedes Fahrzeug kontrollieren, das den Gewerbepark verlässt oder in diesen einfährt.“ Die anderen drei Praedatoren bestätigten ein ähnliches Bild von den anderen Zufahrten. Natalie Breez holte sich eine Satellitenaufnahme des Geländes auf den Bildschirm ihres Headsets. Gut, sagte sie leise zu sich, die Kontrollen begrenzen sich auf die Zufahrten. Innerhalb des Gewerbeparks befanden sich keine Bewaffneten Kräfte. William Furno lud ein Bild eines Bewaffneten in sein Headset und suchte die Organisation zu der er passte. „Die Davion Söldner,“ brummte er so leise das es niemand hören konnte, „das hatte ich beinahe befürchtet.“

Mandy Surge und Preston Stormer drückten sich fest auf das Dach des Wagons. „Stormer hier,“ funkte er über sein Headset, „kann mich jemand hören?“ „Hier Furno,“ ging eine Antwort ein, „erst mal ein paar Information für euch.“ „Die Bewachung beschränkt sich auf die Zufahrten,“ folgte eine weitere Meldung, „innerhalb des Gewerbeparks dürften sich nur Arbeiter befinden.“ „Und die Bewachung wird von den Davion Söldnern ausgeführt,“ beendete Furno, „das war es fürs Erste.“ „Gut,“ teilte Preston seinem Kameraden mit, „wir sehen uns dann später.“ Der Zug näherte sich dem Gewerbepark und die zwei Praedatoren machten sich zum Absprung bereit. Jetzt macht sich die Ausbildung und die Technik der Exo Rüstung Typ Drei bezahlt. Sachte setzten Surge und Preston neben dem Bahndamm auf. Geduckt robbten sie über den Boden hinter den dichten Sträuchern entlang. Auf ganzer Länge Kameras, an allen erdenklichen Stellen angebracht. Bevor man sich dem Zaun nähern konnte musste sie erst deaktiviert werden. „Surge an Nex,“ erklang es im Headset, „die Zaunanlage ist an etlichen Stellen offen aber die Überwachungskameras um so intakter.“ „Sie müssen von einem der Zugänge deaktiviert werden,“ fuhr Mandy fort. „Ich prüfe mal was sich machen lässt,“ funkte Juliane zurück, „ich messe mal die Frequenzen der kabellosen Verbindungen.“ „Ja, es gibt eine Möglichkeit,“ teilte Juliane nach genauem Prüfen mit, „mit ein bisschen Glück kann ich die Frequenzen für einige Minuten unterbrechen, wenn es so weit ist gebe ich euch Bescheid.“ „Ok,“ bestätigten Mandy und Preston, „wir sind bereit!“ Ein Wartungsfahrzeug eines örtlichen Fernsehsenders hielt vor der Zufahrt und der Fahrer zog seinen Ausweis aus dem Handschuhfach. In dem Moment Klingelte sein Handy und der Agori drückte auf die grüne Taste um den Anruf anzunehmen. In dem Moment bewegten sich alle Kameras mit den Linsen zum Wartungsfahrzeug. „Jetzt!“ funkte Juliane, „schnell, noch kann ich die Frequenzen mit denen des Handys überschneiden.“ Surge und Preston rannte geduckt los bis sie hinter aufgestapelten Paletten neuen Deckung fanden. „Wir sind drin,“ meldete Preston, „jetzt heißt es den Mistkäfer finden.“ Das Handy ging wieder aus und der Agori sah den Bewaffneten fassungslos an. „Ich konnte das verdammte Ding nicht abschalten,“ entschuldigte sich der Rundfunktechniker, „und es war keiner auf der anderen Leitung.“ „Ist schon in Ordnung,“ brummte der Wache sauer, „ist wohl so ne Fehlfunktion der neuen Handys.“

Auf den Straßen zwischen den Lager- und Produktionshallen tummelten sich Agori und kamen ihrer Arbeit nach. Hier und da verluden Gabelstapler Paletten oder Gitterkästen. Auf anderen größeren Betrieben fuhren Kräne auf Schienen und trugen tonnenschwere Güter von einem Punkt zum anderen. LKW und Kleinlaster nahmen Ladung auf und brachten andere Güter mit. Dazwischen große Parkplätze für die PKW der Arbeiter oder LKW die auf ihre Beladung warteten. Neben den Parkplätzen kleine Imbisse wo Trucker oder Arbeiter eine Pause machten. In einem Versteckt legten Mandy und Preston ihre Rüstungen ab und zogen zivile Kleidung an. Schnell fälschten sie einen Ausweis und konnten sich jetzt nahezu ungestört im Meldown Gewerbepark umsehen. Der Tag nahm seinen Lauf und die Abenddämmerung setzte ein. So langsam zogen sich die meisten Arbeiter zurück und das hektische Treiben ließ nach. „Wie sieht es an den Toren aus?“ erkundigte sich Preston über ein Funkgerät das in seiner Armbanduhr eingebaut war, „bleiben die Wachen vor Ort oder verlassen sie ihre Posten?“ „So wie es aussieht bleiben sie in den Wachhäusern,“ erklang eine Antwort, „habt ihr den Mistkäfer gefunden?“ „Ja, das haben wir,“ bestätigte der Agori zufrieden, „jetzt müsst ihr die Söldner irgend wie beschäftigen das die auch wirklich außerhalb der Anlage bleiben.“ „Wird erledigt,“ erwiderte das Funksystem aus der Armbanduhr, „verlasst euch drauf.“ Hadog schritt gemächlich durch das Ladenlokal. Der Agori warf einen kurzen Blick auf die Regale in denen Felgen und andere Tuningteile platziert waren. Die geübten Augen erkannten sofort das alles in Ordnung war und niemand etwas geklaut hatte. Die Autobastler Szene hatte ihn reich gemacht. Der Agori schloss die Tür von innen ab und schlenderte in sein Büro. Um sicher zu sein das heute wirklich nichts geklaut wurde musste er die Kasse prüfen. In den Abendstunden fühlte er sich Hadog sicher, zumal der Gewerbepark gut bewacht und ausreichend mit Kameras überwacht wurde. Er nahm einen kleinen Umweg an dem Wanschrank vorbei und nahm eine Schachtel Zigaretten aus diesem heraus. Mit einer brennenden Zigarette zwischen den Lippen und einem Becher Kaffee zu seiner Linken nahm er sich das Kassenbuch vor. Trotz des Kaffees zeigten sich erste Anzeichen von Müdigkeit. Wie er es schon öfter getan hatte zog er eine Decke aus dem der Schublade unter dem Sofa in der anderen Ecke und wollte sich hinlegen. Plötzlich hörte er wie etwas um fiel und über den Boden rollte. Der Agori schreckte auf und war auf der Stelle hellwach.

Kapitel 3: “Phase 3“

Hastig tastete er nach der Taschenlampe und stand auf. Er hätte das Licht anmachen können doch das hätte das Interesse der Wachen auf sich gezogen. Und die Betreiber mochten es nicht wenn jemand über Nacht im Gewerbepark blieb. Das Herz des Agori raste als er den Flur zum Ladenlokal hinauf ging. Niemand zu sehen nicht einmal eine Ratte oder eine streunende Katze. Etwas erleichtert setzte er die nächtliche Kontrolle fort und ging zum Felgenlager. Ein Stapel war in der Tat umgefallen, vielleicht hatte sich doch eine Katze tagsüber in das Lager geschlichen. Im schwachen Licht der Taschenlampe bemerkte Hadog den Schatten nicht der ihn verfolgte oder hielt ihn für seinen eigenen. Der Agori betrat das Reifenlager und hielt inne. Wenn dies sein eigener Schatten gewesen wäre dürfte dieser sich nicht bewegen. Wieder fuhr die Angst durch den Agori und sein Herz begann wieder zu rasen. „Wer ist da?“ stammelte Hadog ängstlich, „ihr verdammten Söldner erlaubt euch wieder einen makaberen Spaß!“ Es kam keine Antwort und der Agori begann noch stärker zu zittern, „wer verdammt noch mal ist da?!“ Wieder folgte keine Antwort. Hadog drehte sich hastig um und stellte entsetzt feste das die Schatten ihn umkreisten. Es waren tatsächlich zwei Agori im Reifenlager. Hadog kam die rettende Idee. Niemand kannte das Lagerhaus so gut wie er. Der Agori würde rasch in den Flur rennen und die Tür zum Lager abschließen. Am Morgen würde er dann sehen ob es zwei Söldner waren die sich einen Spaß daraus machten ihn zu ärgern. Hadog spurtete los und die Tür kam immer näher. In dem Moment stolperte er und rollte über den Boden. Jemand hatte ihm ein Bein gestellt denn an der Stelle lag sonst nichts über das man hätte so fallen können. Er zog sich an der Tür zum Felgenlager hoch und kaum stand er wieder auf den Füßen packte ihn jemand von hinten und schlug ihn gegen die Tür zum Büro. Dabei verlor der Agori die Taschenlampe welche nun den Flur entlang rollte. Seine Schulter schmerzte und sein Schädel dröhnte. Er wollte schreien doch er bekam kein Ton heraus. Eine Hand drückte ihm einen Knebel in den Mund. Die Person zog den zappelnden Mann weiter mit sich in das Reifenlager. Hadogs Körper zitterte stärker den je und sein Herz schlug so schnell wie noch nie.

Ein furchtbarer Gedanke fuhr dem Agori durch den Kopf. Wenn man nur im hinteren Teil der Halle das Licht anschalten würde, so fiel das nicht weiter auf. Die kräftige Hand zog den Kopf des Agoris nach hinten und nach oben. Jetzt blitze das Licht auf und die Hadogs Augen schmerzten. Für Sekunden war er wie Blind. Und wenn dies noch nicht reichen würde. Die Gestalt drückte ihn auf einen Reifenstapel so das sein Brustkorb schmerzte. „Nun verrate uns wo der Rest von euch sich Versteckt hält!“ brach eine finstere Stimme das bedrohliche Schweigen. „Ich weiß nicht von wem ihr sprecht!“ wimmerte Hadog und sein heftiges Zittern nahm weiter zu, „was bitte wollen sie von mir?!“ „Sie kennen sicher die Sichel die sich mit einem Schwert kreuzt,“ sprach die Stimme hinter ihm. „Nein, so einen Stempel kenne ich nicht!“ stammelte der Agori und fühlte wie ihm Schweißperlen über das Gesicht liefen, „wer sollte sich so ein komisches Firmensymbol zulegen?“ „Sie kennen dieses Symbol,“ fuhr jetzt eine Frauenstimme hinter ihm fort, „sie wissen wer dieses Siegel trägt!“ „Nein, dass weiß ich nicht!“ stammelte Hadog und betete ihm Kopf, „warum sollte ich sie anlügen?!“ „Und ob sie uns anlügen!“ betonte die weibliche Stimme, „sagen sie uns wo sich der Rest von euch versteckt hält!“ „Ich weiß es wirklich nicht!“ wiederholte der Agori und hatte Mühe vernünftige Sätze zusammen zu bekommen. Jetzt erhöhte die Person den Druck auf seinem Rücken so das er noch fester auf den Reifenstapel gedrückt wurde. Gleichzeitig spürte er kalten Stahl der ihm zwischen Schulter und Genick gepresst wurde. „In meiner Puste sind fünfundvierzig Kugeln,“ sprach die männliche Stimme mit einem makaberen Tonfall, „sagen sie uns wo sich die übrigen Mitglieder der Wing Coon Sekte aufhalten oder ich durchlöchere sie wie ein Sieb!“ Jetzt war alles aus. Hadog fühlte wie sich seine Lungen zuschnürten. Er musste einen Weg finden sich und seine Glaubensbrüder zu schützen. Er könnte sich opfern doch vielleicht wussten sie wo sich noch jemand anderes befand den sie sich dann vornehmen würden. Der Agori spielte mit dem Gedanken die Fremden auf eine falsche Fährte zu bringen. „Ok ich gebe ihnen die Namen und die Orte wo sie sich verstecken,“ log Hadog und spürte wieder etwas Stärke in sich aufkeimen, „ich habe die Liste in meinem Büro.“ Der Agori lief den zwei Gestalten voraus bis sie das Büro betreten hatten. Hadog kam eine clevere Idee, er könnte den Fremden die Liste geben auf dem einige Konkurrenten notiert waren. So würde er drei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Er würde sich und die Sekte schützen und sich einiger Konkurrenten entledigen.

Ist das wirklich die richtige Liste?“ fragte die weibliche Stimme auf einmal. „Ja, da stehen alle Mitglieder der Sekte drauf,“ versicherte der Agori, „ich gebe ihnen mein Wort.“ „Sicher?!“ wiederholte die weibliche Stimme. Hadog nickte, merkte aber auch das seine Selbstsicherheit sich wieder davon schlich. Er legte die Liste wieder zurück und tastete hastig in der Schublade herum. Wo ist diese verdammte Pistole, dachte er und die letzten Fetzen Mut verließen ihn. Und noch etwas fehlte. „Suchen sie das hier?“ fragte die männliche Stimme und legte die Pistole und ein kleines Gebetsbuch auf eine Ecke des Schreibtischs. Hadog bemerkte das die Schatten sich entfernten und der Agori ergriff die Chance. Er griff nach seiner Pistole und nach dem Gebetsbuch. Mit dem Rücken drückte er sich gegen die Wand. Er zielte mit der Waffe abwechselnd auf die junge Agori und deren Begleiter. Mit der anderen Hand hielt er das Gebetsbuch aufgeklappt und riss mit den Zähnen eine Seite nach der anderen raus, zerkaute sie und schluckte sie runter. „Zwei Dinge sollten sie noch lernen,“ lächelte der fremde Agori finster, „wenn man etwas vernichtet sollte man es besser vor her genauer ansehen.“ „Und zweitens,“ übernahm die junge Frau das Wort, „sollte man prüfen ob der Ballermann geladen und entsichert ist.“ Hadog erstarrte und drückte ab. Ein Klick war zu hören aber mehr geschah auch nicht. Im gleichen Moment durchfuhr ein kurzer Ruck den Agori. Die Augen wanderten auf die Brusttasche. Der Stoff färbte sich rot und Hadog fühlte den Schmerz in der Brust. Er ließ das Gebetsbuch fallen und sackte auf die Knie. „Nein!“ zitterte der Agori als er das aufgeklappte Gebetsbuch auf dem Boden unter sich erblickte. Es war nur der Umschlag dessen was er zu vernichten versucht hatte. Die angebissenen Seiten waren jene aus seinem Notizbuch in dem er geschäftliche Dinge notiert hatte. Hadog drückte seine Hand auf die Wunde und in dem Moment wurde es sich der schrecklichen Wahrheit bewusst. Durch sein voreiliges Handeln hatte er seine Glaubensbrüder und Schwestern verraten. Das Blut lief ihm zwischen den Fingern hindurch während er langsam auf den Boden sank. Die beiden Praedatoren ließen den zuckenden Hadog in seiner Blutlache zurück und verließen das Büro. Im Reifenlager zogen sie wieder ihre Exo Rüstung Typ III an und verschwanden in der Dunkelheit der Nacht. „Zieht euch zurück,“ funkte Preston über das Headset, „wie haben die Informationen in unserem Besitz gebracht und den Mistkäfer beseitigt.“ „Gut, wir ziehen uns zurück,“ erwiderte Nex über ihr Headset, „wir treffen uns dann wieder Krypt.“ „In Ordnung,“ bestätigte Mandy Surge, „gerade kommt unsere Mitfahrgelegenheit.“

Kapitel 4:

In nur wenigen Minuten erklommen die zwei Praedatoren den Baum und warteten bis die Lok und die ersten fünf Güterwagons an ihnen vorbei gezogen waren. Dann stießen sie sich ab und landeten wie Katzen auf einem Niederbordwagen. „Was für eine Beginn,“ lächelte Preston zufrieden, „das Gebetsbuch ist randvoll mit Namen.“ „Dann gibt es noch viel zu tun!“ bemerkte Mandy und blickte in den Himmel, „aber dafür wurden wir ausgebildet.“ „Wie recht du hast,“ stimmte Preston zu, „das ist unsere Aufgabe.“ Die Söldner sammelten sich wieder an den Zufahrten und ein jeder suchte einen Platz an dem er sich hin setzen konnte. „Sind noch alle vollzählig?“ erkundigte sich der Hauptmann keuchend. „Ja Sir, alle vollzählig aber ziemlich KO,“ erwiderte ein anderer Söldner und nahm einen Schluck aus seiner Feldflasche, „bei all der Hatz habe ich keinen von den erkennen können!“ „Das geht uns allen so,“ hustete wieder ein anderer, „egal wer die waren, die wollten uns nur hinhalten, wenn die Sonne aufgeht werden wir die Böse Überraschung erleben.“ „Das glaube ich auch,“ räumte der Hauptmann ein, „vielleicht haben wir aber auch Glück und kommen mit einer Standpauke davon.“ Irgendwo am anderen Ende der Kleingartensiedlung stiegen Breez, Nex, Furno und Evo auf die Furnobikes. Die Praedatoren starteten die Maschinen und fuhren davon. „Diese Hetzte durch die Kleingärten hat echt Spaß gemacht,“ gab Furno zu, „diese Söldner haben aber doch erstaunlich lange durch gehalten.“ „Diese Jungs genossen auch eine gute Ausbildung,“ bemerkte Evo und bog auf die Autobahn, „aber nicht so eine gute wie wir.“ Die ersten Sonnenstrahlen erhellten den Tag und das Leben im Meldown Gewerbepark erwachte wieder.

Die PKW der Arbeiter füllten die Parkplätze und die ersten LKW brachten neue Waren. Und noch niemandem war der einsame Wagen aufgefallen der alleine auf dem Parkplatz der Werkstatt stand. Erst als Sirenengeheul und Blaulicht sich durch das Gewerbegebiet schlängelten nahmen die Arbeiter Notiz. Binnen wenigen Minuten war das Gelände um die Tuning Werkstatt mit angebauten Ladenlokal von der Polizei abgeriegelt. Jedoch wirkte sich dies nicht weiter auf das geschäftige Treiben aus. Wieder bestimmten Gabelstapler und Paletten, Kräne und Container den Tag.Der Kommissar kniete neben der Leiche und untersuchte sie mit den Augen. „Gibt es Fingerabdrücke und / oder Fußspuren?“ fragte er einem Beamten von der Spurensicherung, „außer die der Putzfrau die uns benachrichtigt hat.“ „Leider nur die der Putzfrau,“ bemerkte der Agori mit der Kamera, „sonst keine Spuren.“ „Wir haben es hier mit Profis zu tun,“ fuhr der Beamte fort, „ein einzelner Schuss durch die Brust.“ „Hört sich nach einer Hinrichtung an,“ überlegte der Kommissar, „auch wenn unser Opfer hier eine Waffe hatte, sie war nicht geladen.“ „Ja,“ stimmte der Beamte der Spurensicherung zu, „die Kugeln lagen im Wandschränkchen.“ „Gibt es sonst noch etwas das irgend wie auffällig war?“ erkundigte sich der Kommissar, „es muss doch irgend etwas fehlen.“ Der Gerichtsmediziner trat in das Büro und drehte mit dem Beamten der Spurensicherung den toten Agori um. „Oh, was ist das?“ entglitt es dem Kommissar, „unser Opfer hat versucht sein Notizbuch zu essen, Spaß bei Seite, irgend welche Information zu vernichten.“ Fortsetzung hier.

Nachwort:

Mandy Surge und Preston Stormer zählten bis Drei dann sprangen sie vom Niederbordwagen neben das Gleisbett. Sie schlichen geduckt die Böschung hinauf wo ihre vier Freunde sie bereits erwarteten. „Jetzt ab nach Makuhero City,“ lachte Juliane Nex und kletter hinter Evo auf dessen Motorrad. Stormer und Surge stiegen wieder auf ihr Furnobike und starteten den Motor, „ab nach Hause es gibt erst mal etwas zu feiern!“

The Hour of Shadows Kapitel 2 Cover

Kapitel 5: “Letzter Schultag“

Mimi saß hinter dem Schreibtisch im Klassenraum und ging in aller Seelenruhe die Mathe Arbeiten durch. Die Agori arbeitete jetzt die vierte Woche in der Firerstone Grundschule im Vorort Dolshester, der zum Regierungsbezirk Vulcanus gehörte. Mimi hatte sich hier schnell eingelebt und die Mehrzahl der Schüler mochten die Lehrerin auf Anhieb. Ihr Mann war der Trainer der Örtlichen Kohli Mannschaft und genoss ebenfalls hohes Ansehen. Das Paar führte im kleinen Örtchen ein ruhiges und unauffälliges Leben. Trotzdem macht etwas den beiden Agori schwer zu schaffen. Immer wenn Mimi mit einer Arbeit fertig war sah sie auf den Parkplatz der Lehrer. Sie machte sich Sorgen. Die Lehrerin legte die Mathe Arbeit zu den anderen fertigen und zog einen Zeitungsartikel aus ihrer Aktentasche. Vor zwei Tagen hatte einer anonymer Absender ihr diesen geschickt. Händler von Auto Tuning Bedarf im Meldown Gewerbepark am Samstagmorgen in seinem Büro ermordet aufgefunden. Der Agori wurde durch einen Schuss in die Brust getötet. Von dem oder den Tätern fehlt jede Spur. Mimi las weiter und merkte schon wieder den kalten Schauer der ihr über den Rücken lief. Der Mann um die zweiundfünfzig Jahre wurden in einer Blutlache von seiner Putzfrau entdeckt welche darauf hin die Polizei alarmierte. Trotz intensiver Suche konnten im Büro und in der Werkstatt keine Hinweise auf die Täter gefunden werden. Sie schob den Zeitungsartikel wieder in die Tasche und nahm sich die letzte Mathe Arbeit vor. War der Mord ein Zufall oder hatte sich Hadog unter der Konkurrenz Feinde gemacht? Seit dem sie die Nachricht das erste mal gelesen hatte stellte sie sich diese Frage. Oder steckte da etwas ganz anderes dahinter? Wieder wanderte ein prüfender Blick auf den Lehrerparkplatz. Noch immer keine Spur von ihrem Gatten. Er wollte sie doch gegen sechzehn Uhr abholen. Ach er kauft nur etwas auf dem Weg ein, beruhigte sich die Lehrerin, er wird in den nächsten Minuten schon noch eintreffen. Und der rote Kombi fuhr gerade in eine freie Box. Warum habe ich mir bloß Sorgen gemacht, fragte sich Mimi und packte ihre sieben Sachen in ihre Aktentasche. Mit schnellen Schritten verließ sie den Klassenraum und eilte zu der Treppe. Die Säulen des Gangs warfen ihre Schatten im Licht der Nachmittagssonne. Und aus irgend einem Grund fühlte Mimi sich wieder so schrecklich unwohl. Als ob jemand aus den Schatten springen und sie hinein ziehen könnte. „Angst fressen Seele auf,“ sprach sie leise, „und ungerechtfertigte Ängste erst recht.“ Bolek stieg aus dem Wagen und schlug die Tür wieder zu. Der Agori wollte seine Frau im Foyer der Grundschule begrüßen statt in dem Kombi zu warten. Doch die Tür war schon abgeschlossen. „Komisch,“ murmelte Bolek und las noch einmal die Tafel an der Tür, „tägliche Besuchszeit zwischen sechzehn und achtzehn Uhr.“

Mimis Unwohlsein nahm zu. Kein Laut war zu hören und keine andere Seele mehr zu sehen. Nur sie und die Schatten der Säulen. Sie legte noch mehr Tempo zu um das Foyer zu erreichen. Bolek war heilfroh als er Mimi erblickte. Die Lehrerin zog während sie weiter lief den Schlüssel. Ihr war es sofort ins Auge gestochen das die Tür abgeschlossen war. Mimi erschrak als sie feststellen musste das bereits ein abgebrochener Schlüssel im Zylinder steckte. Wieder dachte sie an die Schatten der Säulen und das bedrohliche in ihnen. Auf einmal begann ihr Gatte wild mit den Händen zu rudern und winken. Die Agori verstand sofort und drehte sich auf der Stelle um. Doch zu spät. Der Schmerz fuhr durch ihren Körper als die Klinge tief in ihren Brustkorb gestoßen wurde. Gleichzeitig hielt die Mörderin ihr den Mund zu so das die Lehrerin nicht schreien konnte. Bolek hielt sich die Hände vor dem Mund während er nach hinten stolperte. Für seine geliebte Mimi kam jede Hilfe zu spät. Hastig rannte er zu seinem Kombi und zog sein Handy aus der Hosentasche. Immer wieder um sich blickend wählte er eine Nummer und drückte sich das Gerät ans Ohr. „Leute,“ keuchte er hastig, „macht das ihr aus diesem Ort verschwindet, sie sind hie und haben Mimi geholt!“ In dem Moment erschrak der Agori ein weiteres mal. Ein roter Punkt wanderte über die Motorhaube und kam ihm immer näher. Hastig drehte er den Schlüssel um doch der Wagen sprang nicht mehr an. Kaltes Entsetzen füllte das Herz des Agori und ließ die Traue um Mimi für wenige Sekunden zweitrangig erscheinen. Bolek riss die Tür des Kombis wieder auf und rannte los. Doch weit kam er nicht. Ein Ruck fuhr durch seinen Körper und der Agori geriet ins Taumeln. Er fühlte wie ihm die Luft ausging und er schwächer wurde. Er schleppte sich zur Wand des Schulgebäudes und drückte seine freie Hand auf die Stelle wo der Schmerz sich ausbreitete. Zitternd sah er in seine Handfläche, sie war blutverschmiert. Ein schrecklicher Gedanke erfasste den Agori. Wie bei Hadog ein Schuss durch die Brust. Bolek drehte sich langsam um und hatte Mühe nicht zusammen zu brechen. Da war wieder der rote Punkt. Er wanderte über das vom Blut durchtränkte Hemd. Bolek ahnte schwach wo er sich jetzt befinden musste. Genau zwischen seinen Augen.

Mimi röchelte als die Agori die Klinge wieder aus ihrer Brust zog. Die Leherin wusste das sie diese Verletzung nicht überleben aber es auch kein schneller Abgang werden würde. Die junge Frau um die neunzehn bis einundzwanzig Jahre drehte die Lehrerin um so das sie nach ihren Gatten sehen konnte. Noch immer hielt die Mörderin die Hand feste über Mimis Mund gedrückt. Kein Geräusch war zu hören und doch spritzte Blut an die Wand des Schulgebäudes. Die Agori weinte und wollte schreien. Die letzten Bilder wie ihr geliebter Bolek nach hinten zuckte und wie ein nasser Sack umfiel war das letzte was Mimi in ihrem Leben sah. Sie stützte sich an das Glas des Panoramafensters und rutschte langsam zu Boden. Dabei zogen ihre blutverschmierten Hände ein makaberes Muster. Natalie Breez und William Furno trafen sich wieder am vereinbarten Treffpunkt. „Sauberer Schuss,“ lobte sie William, „du hättest mal die Augen von dieser Mimi sehen sollen.“ „Man tut was man kann,“ lächelte der Praedator zufrieden, „aber du warst mindestens genauso gut.“ „Wieder zwei Mistkäfer weniger,“ funkte Furno seinen Kameraden, „alles so verlaufen wie geplant.“ „Die Fahrzeuge müssten in den nächsten Stunden Dolshester verlassen,“ teilte er weiter mit, „sie werden nicht nach Vulcanus fliehen weil sie dort mit einem Hinterhalt rechen.“ Die beiden Praedatoren schwangen sich auf ihre Motorräder und brausten davon. Die sechs PKW fuhren so schnell es der Motor zuließ. Fast alle hatten gleichzeitig die SMS bekommen und auch einige das letzte Telefonat ihres Glaubensbruders. Sie mussten so schnell wie möglich weg aus dem Vorort. „Ich bekomme keine Verbindung!“ fluchte ein Agori auf dem Beifahrersitz, „irgend wer blockiert das Netz!“ „Wer sind die?“ fragte eine Frau auf dem Rücksitz zu Fahrerseite, „woher wussten die wo sie suchen mussten?!“ „Die haben das Gebetsbuch von Hadog,“ raunzte der Fahrer des Fahrzeugs, „nun auch die von Bolek und Mimi!“ „Diese Bestien werden keine Ruhe geben,“ kreischte die Frau jetzt hysterisch, „die werden uns jagen bis sie jeden Einzelnen von uns erwischt haben!“ „Jetzt reiß dich mal zusammen!“ brummte der Beifahrer, „anders als Hadog, Mimi und Bolek sind wir ausreichend bewaffnet und vorgewarnt!“ „Und die müssen uns auch erstmal finden!“ ergänzte der Fahrer sauer, „und so lange wir in Bewegung sind, können sie uns nicht so schnell ausfindig machen!“ Die PKW verließen Dolshester über die Landstraße und fuhren weiter bis zur Autobahnverbindung Vulcanus / Roxtus. „In Roxtus sind wir erstmal sicher,“ beruhigte der Beifahrer die Frau auf dem Rücksitz, „dort werden wir dann sehen wie es weiter geht.“

Kapitel 6: “Blutiger Asphalt“

Nathan Evo stand auf der Fußgängerbrücke und blickte auf die Autobahn unter sich. Da die Sonne langsam unterging und es mit jeder Minute dunkler wurde aktivierte der Praedator sein Headset. Wurde auch langsam Zeit, dachte er, als er die sechs PKW erblickte die sich ihm näherten. Binnen weniger Sekunden hatten die Systeme des Headsets die Fahrzeuge gescannt und die Daten ausgewertet. „Evo an Nex, Breez und Furno,“ sprach er durch das Funksystem, „Ziele befinden sich auf dem Weg zu euch.“ „Hängt euch dran,“ fuhr Nathan fort, „und macht sie bei der nächstbesten Gelegenheit fertig.“ „Ok, wird erledigt,“ kamen die Antworten nach einander zurück, „wir sehen uns später am Treffpunkt.“ Der Beifahrer des letzten PKW wurde nervös und überlegte ob er es sagen sollte oder besser doch nicht. Seit dem die Dunkelheit herein gebrochen war herrschte ohne hin schon gewisse Unruhe im Fahrzeuginneren. Nach weiteren fünf Minuten des Blickes brach der Agori das bedrohliche Schweigen. „Seit dem wir den Rastplatz passiert haben,“ sprach er leise und mit bedacht, „werden wir von einem Motorrad verfolgt.“ „Ich dachte immer nur Nancy wäre paranoid,“ murmelte der Agori hinter dem Lenkrad, „nur wenn so ein Biker hinter uns fährt heißt das noch lange nicht das er uns gleich verfolgt.“ „Jetzt sind es schon zwei!“ bemerkte der Beifahrer und ließ mit den Augen nicht vom Rückspiegel ab, „und ich bin mir sicher das die uns verfolgen!“ „Jetzt reicht es,“ drohte der Agori am Lenkrad, „ich bin schon angespannt genug und du musst dem ganzen noch einen daraufsetzen!“ Eine weitere Stunde Fahrzeit verging und der Beifahrer wandte sich erneut an seinen Glaubensbruder, „die zwei Biker sind immer noch hinter uns!“ „Ja, so langsam kommt mir das auch nicht mehr wie ein Zufall vor,“ räumte der Agori am Lenkrad ein, „und unser Kumpels kann ich auch nicht erreichen.“ „Das Netz ist immer noch blockiert?“ erkundigte sich Nancy die jetzt aufgewacht war, „das gefällt mir nicht!“ In der Ferne erschien das Schild für einen weiteren Rastplatz. Kurz vor der Ausfahrt setzten die Motorräder auf einmal zum überholen an. Hastig riss der Agori auf der Fahrerseite das Lenkrad nach rechts. Nur um Haaresbreite packte der Wagen die Ausfahrt zum Rastplatz. „Was zum Vorox soll das denn!“ fauchte der Fahrer und der Schrecken stand ihm noch immer im Gesicht geschrieben, „dieser Biker haben nicht mehr alle Tassen im Schrank!“ „Was habe ich dir die ganze Zeit über gesagt!“ zitter der Beifahrer und zog die Pistolen aus dem Handschuhfach, „die haben uns verfolgt!“ In dem Moment zuckte das Fahrzeug durch und sackte nach hinten ab. Nach wenigen Metern kam der getunte Kombi zum stehen. „Diese Maden haben uns die Hinterreifen zerschossen!“ schrie Nancy panisch und nahm eine der Pistolen, „die wollen uns fertig machen!“ Es kamen keine Antworten nur zweimal ein grelles aufblitzen. Die Agori spürte wie eine warme Flüssigkeit ihr ins Gesicht spritzte.

Im schwachen Licht des Rastplatzes erkannte sie ihre Glaubensbrüder. Leblos in ihren Sitzen und mit hängenden Köpfen. Die Frontscheibe und Teile des Armaturenbretts waren mit Blut besudelt. Im Fenster zur Beifahrerseite zwei kleine Löcher. Sie drückte sich tiefer in die Rückbank und wischte sich über das Gesicht. Schockiert blickte sie in ihre blutverschmierten Handflächen. Nancy zitterte und zielte aus dem Fenster. Nichts zu sehen auch kein Schatten. Von einer Sekunde auf die nächste hörte sie jetzt wie Metall auf Metall traf. Rasch gefolgt von einem brennenden Schmerz unterhalb der linken Brust. Ihre Hände zitterten und sie ließ die Pistole fallen. Mit immer schlechter werdendem Blick erfasste sie den Schatten einer Agori. Diese hielt ein kleines viereckiges Gebilde in einer Hand. So gerade noch nahm Nancy war das der Schatten sich wieder entfernte. Juliane Nex stieg wieder auf ihr Furnobike und startete die Maschine. Wenige Sekunden nach dem das Motorrad den Rastplatz wieder verlassen hatte explodierte der getunte Kombi in einem dunkelroten und mit schwarzen Fäden durchzogenen Feuerball. „Nex an Evo,“ meldete die Praedatorin während sie wieder volle Fahrt aufnahm, „drei Mistkäfer weniger.“ „Gut,“ folgte einige Sekunden später, „weiter so!“ „Wo sind Nancy und ihre Brüder!“ fragte der Fahrer des tiefergelegten Coupes, „ich kann sie nicht mehr hinter uns sehen!!“ „Die waren ganz plötzlich nicht mehr da,“ wiederholte die Agori auf dem Beifahrersitz, „aber seit dem sie weg sind, hängen diese Biker an uns dran.“ „Mist,“ grummelte der Fahrer sauer, „die haben sich einfach dazwischen gedrängt.“ „Und erreichen können wir auch keinen,“ ärgerte sich die Agori und warf einen erneuten Blick auf den Rückspiegel, „seit dem Bolek uns gewarnt hat ist das verdammte Netz unterbrochen.“ Die Motorräder zog jetzt an dem Coupe vorbei und zwei kurze Schläge waren zu hören. „Abbremsen!“ fauchte die Agori auf dem Beifahrersitz, „sonst,...!“ Nur wenige Meter vor dem Coupe schlugen die Motorräder nach Rechts ein und drängten sich zwischen dem PKW und dem davor. Um dem ganzen noch einen drauf zu setzten wurden die Biker jetzt auch noch schlag artig langsamer. Da sie jeden Versuch zum Überholen vereitelten musste der Agori ebenfalls vom Gas gehen. Und als das Coupe fast völlig ausgebremst war gaben die Biker plötzlich wieder Gas. Für einen kurzen Moment erhellte der Feuerball die Nacht und ließ ein ausgebranntes Autofrack auf dem Seitenstreifen zurück. „Verdammt,“ fuhr es aus dem Mund des Agoris im Geländewagen, „diese Bastarde haben uns gefunden!“ „An die Waffen Jungs!“ übernahm der Beifahrer der Wort, „die anderen konnten sie kriegen uns aber nicht!“ Jetzt hatten auch die übrigen Fahrzeuge der Gruppe ihre Situation begriffen, ihre Flucht aus dem Ort war den Jägern nicht verborgen geblieben. Gefangen in einem Funkloch und auf sich alleine gestellt. Die Sektenmitglieder waren zwischen Anspannung und Trauer gefangen. Nicht mal vier Wochen waren vergangen und acht aus ihrer Mitte waren ermordet worden. Davon sieben in weniger als siebenundzwanzig Stunden.

Die Morgendämmerung setzte ein und die Biker ließen von der Fahrzeuggruppe ab. „Wir müssen schneller fahren,“ betonte ein Insasse des Fahrzeug an der Spitze, „so lange es Hell ist, können wir einen Vorsprung aufbauen!“ „Wie recht du hast,“ stimmten die anderen drei Agori zu, „diese Chance sollten wir nutzen.“ Den ganzen Tag über schien die Lage sich zu beruhigen. Keine eventuellen Verfolger zu sehen. Die überlebenden Sektenmitglieder hatten zu dem ihre Handys ausgeschaltet. Erst gegen Abend nahm die Anspannung wieder zu. Doch zunächst passierte nichts unvorhergesehenes. Unweit vor den vier PKW fuhr ein Tanklaster und aus besondere Vorsicht verlangsamte die Gruppe das Tempo. Es bestand die Gefahr das der LKW vor ihnen einen fahrende Bombe sein konnte und zum Plan der Jäger gehörte. So verging eine Stunde nach der anderen. Bis erneut der Tag anbrach. In den sechzehn Agori keimte wieder ein Funken Hoffnung auf. Hatten die Verfolger vielleicht die Spur verloren?“ Um die Spur noch weiter zu verwischen fuhren die vier Fahrzeuge die nächste Abfahrt raus auf die Landstraße. In der ländlichen Region war die Straße nicht so stark befahren und dies bewog die Agori schneller zu fahren. Sie mussten so schnell wie möglich nach Roxtus kommen. Von einer Zufahrtsstraße bogen drei Biker hinter den vier PKW auf die Landstraße. Einer der Sektenmitglieder erinnerte sich an die Biker die sie verfolgt hatten. Diese drei schienen andere zu sein. Der Bahnübergang kam immer näher und wieder spürten die Sektenmitglieder den Hauch einer Bedrohung. Unverschämt überholten die drei Motorräder und zogen an den PKW vorbei. Hintereinander fuhren diese über den Bahnübergang. Nur der vierte PKW musste vor der sich schließenden Schranke halten. Die Züge rauschten vorbei. Die übrigen drei PKW hielten auf dem Parkplatz einer Tankstelle und warteten. Doch der dritte PKW kam nicht nach. Die Unruhe nahm wieder verstärkt zu. „Die haben doch nicht etwa,...?!“ wollte eine der Agori fragen als der vermisste Wagen angefahren kam, „doch alles in Ordnung.“ Die vier Fahrzeuge setzten die Fahrt wieder als Gruppe fort. Und erst in der Abenddämmerung schöpfte einer der Sektenmitglieder verdacht. Wieso war ihm das nicht sofort aufgefallen. Das vier der Insassen so lange so ruhig schliefen hätte ihm doch nicht entgehen dürfen. Und es kam noch schlimmer. Der betroffene Wagen fuhr genau vor ihm. Jetzt breitete sich die Unruhe im ganzen Fahrzeug aus. Jeden Moment konnte etwas passieren. „Sieh mal,“ bemerkte der Beifahrer besorgt, „die werden langsamer.“ „Zieh dran vorbei!“ brüllte ein Agori auf der Rückbank. Die Beifahrertür des Fahrzeugs vor ihnen flog auf und ein Agori in Biker Kluft sprang in den Straßengraben. Es hatten nur noch wenigen Sekunden gefehlt um das Überholmanöver zu beenden. Doch in dem Moment als beide PKW neben einander fuhren explodierte der eine. Die Flammen erfassten den zweiten Wagen und das Glas der Scheiben sprang. Rasch und gnadenlos füllte das Feuer das Fahrzeuginnere. Die vier Insassen schrien vor Schmerzen und Panik. Das brennende Fahrzeug verlor die Kontrolle und fuhr quer über die Straße in eine zum Glück leere Bushaltestelle. Dann explodierte es in einem weiteren Feuerball.

Kapitel 7: “Endstation“

Die vier Agori traten aufs Gaspedal. Der Motor heulte auf und der PKW wurde schneller. Noch immer waren keine Verfolger zu sehen doch der Agori hinter dem Steuer drückte weiter auf das Gaspedal. Es war blanke Angst die jetzt die Oberhand übernommen hatte. Und die anderen drei Insassen schienen in keiner besseren Verfassung zu sein. Immer wieder zielten sie auf alles was neben dem Fahrzeug zu sehen war oder nur einen Schatten warf. Der Geruch von Angstschweiß füllte das Fahrzeuginnere und später auch der von Kot und Urin. Die Nerven der Sektenmitglieder waren bis zum Zerreißen gespannt. Die ersten Hupen ertönten als der PKW sich in rasendem Tempo halsbrecherisch seinen Weg über die Landstraße bahnte. Geschwindigkeitslimits wurden ignoriert und selbst die simpelsten Verkehrsregeln wurden aus den Köpfen der Vier verdrängt. Nur noch ein Gedanke gedieh, Roxtus, wir müssen Roxtus erreichen. „Schwarzer Geländewagen mit überhöhter Geschwindigkeit gesichtet,“ sprach der Polizist in sein Sprechfunkgerät, „die Fahren so als ob ihnen die Straße alleine gehören würde!“ Der Streifenwagen fuhr los und heftete sich hinter den Geländewagen. Die vier Sektenmitglieder nahmen die Sirene des Streifenwagens nicht mehr war und auch das Blaulicht schien für sie nicht zu existieren. Nur die Straße vor ihnen. Die Autobahn nach Roxtus, hämmerte es in dem Schädel des Agori. Die Frauen auf dem Rücksitzen wimmerten und stammelten undeutliche Sätze. „Sie sind alle,....sie sind alle,..“ schrie eine immer wieder hysterisch auf, „ermordet, sie alle,...ermordet!“ Die andere Agori drückte sich immer fester in den Sitz. „Sie werden uns holen, sie werden uns alle holen,“ murmelte sie hastig und mal mehr oder weniger deutlich, „sie werden uns wehtun, sie werden uns alle umbringen!“ Der Beifahrer starrte einfach nur nach vorne auf die Straße. In seinem Kopf herrschte völliges Chaos. Immer wieder die Bilder von den beiden PKW und die Explosionen. Immer wieder die Bilder von den brennenden Autofracks. Das eine im Straßengraben und das andere in der Bushaltestelle. Im anderen PKW hielt sich noch ein schwacher Rest von Verstand welcher aber ebenfalls schweren Prüfungen ausgesetzt wurde. Die namenlosen Verfolger und nun die Polizei. Was wäre wenn und gab es noch eine schwache Hoffnung? Ein zweiter Streifenwagen kam hinzu und der zweit Geländewagen gab schließlich auf. Völlig demoralisiert aber noch nicht dem Wahnsinn erlegen ließen sich die vier Sektenmitglieder festnehmen. Der andere PKW fuhr einfach weiter. Der Agori zitterte noch am ganzen Körper während er sich auf die Pritsche sinken ließ. In der Polizeiwache waren sie vielleicht sicherer als ihre flüchtigen Glaubensbrüder. Und so konnte man versuchen etwas Schlaf zu finden. Vielleicht waren die andere schon den Jägern zum Opfer gefallen? Der Polizist legte ein sanftes Lächeln auf als er das hübsche Mädchen musterte das die Polizeiwache betrat. Die Jeans und das Hemd betonten die sportliche Figur der jungen Agori. „Kann ich ihnen helfen?“ fragte der Polizist freundlich.

Ja, ich habe den Schlüssel meines Wagens im Zündschloss stecken lassen,“ sprach die junge Agori leicht verlegen, „und ahnungslos die Tür zu geworfen.“ „Das ist jetzt wirklich kein guter Zeitpunkt,“ erwiderte der Agori in Uniform, „haben sie noch nichts von den mysteriösen Unfällen gehört?“ „Nein,“ entgegnete die junge Frau, „was ist den passiert?“ Der Polizist beschrieb kurz das was er weiter geben durfte und sah der hübschen Agori in den V Ausschnitt des Hemdes. „Wie entsetzlich?!“ entglitt es ihr, „und so etwas in dieser ländlichen Region!“ „So ein Mist passiert eben,“ meinte der Polizist locker, „ich dachte nur das so ein hübsches Wesen wie sie es wissen sollte.“ „Ich möchte mir nicht ausmalen,“ gab die junge Agori verängstigt zu, „wenn ich diesen, … diesen Leuten in die Hände fallen würde.“ „Weiter so,“ grinste Preston, „beschäftige ihn weiter.“ Schnell rannte er über die Straße und schlich an das Gebäude heran. „Was halten sie von einer Tasse Kaffee?“ fragte der Polizist und hoffte das die hübsche Weiblichkeit keinen zu schnellen Verdacht schöpfte, „der tut ihnen bestimmt gut.“ „Gerne,“ willigte die junge Frau ein und folgte dem Beamten in die Kantine der Wache. Dabei warf sie einen unauffälligen Blick auf ihre Armbanduhr. Preston braucht mehr Zeit und Mandy musste sie ihm verschaffen. Der Agori in Uniform genoss den Anblick der wohlgeformten Rundungen und malte sich schmutzige Phantasien aus. Nach dem sie einen Schluck aus dem Becher genommen hatte legte Mandy ein sanftes Lächeln auf. „Wissen sie was irgend wie komisch ist?“ sprach sie mit freundlicher Stimme. „Was soll den irgend wie komisch sein?!“ entgegnete der Beamte, „geht es ihnen vielleicht nicht gut?“ „Mir geht es sehr gut,“ erwiderte die Agori, „aber im Schatten der drohenden Gefahr wirken Männer in Uniform so richtig attraktiv!“ „Finden sie wirklich?“ wunderte sich der Polizist und ließ beinahe seinen Becher fallen, „mhmm, ja ich, sie bringen mich in Verlegenheit!“ „Ach wirklich?!“ lächelte die junge Frau und zog ihr Hemd aus. Preston vernahm die Geräusche und schlich zu dem Van der auf dem Parkplatz vor der Polizeiwache stand. Im Schatten des Fahrzeugs war er für die Kamera nicht mehr zu erfassen. Der Praedator schritt zur tat. „Gut geschlafen?“ lachte eine Stimme und der Beamte wurde wach, „du hast so ein seliges Grinsen im Gesicht als ob dich ein Engel beritten hätte!“ Der Agori rieb seine Augen und erkannte seinen Kollegen und dessen hämisches Grinsen. Der Polizist dachte an die vergangene Nacht zurück, „vielleicht, vielleicht auch nicht.“ „Ich soll diese vier Freaks abholen,“ brummte der andere Polizist als er feststellte seinen Kollegen nicht ärgern zu können, „die sollen aus irgend einem Grund verlegt werden!“ Sauer führten die beiden Beamten die vier Agori aus den Zellen in den Van auf dem Parkplatz. Sie machten noch einmal kehrt um etwas aus der Wache zu holen. Ein lauter Knall zerriss die Ruhe des Tages und beide Beamten starrten auf das brennende Fahrzeug. Zwei Stunden später. „Sie können von Glück reden,“ bemerkte der KFZ Mechaniker und die Spurensicherung, „seien sie froh das sie nicht im Wagen saßen.“ „Was hat nun die Explosion ausgelöst?“ wollte der eine Beamte wissen, „war es ein Unfall oder hat jemand nach geholfen?“ „Es war ein Unfall,“ bestätigte der KFZ Mechaniker, „ein Defekt am Motor hat ein Feuer ausgelöst was wiederum den halb gefüllten Tank zu Explosion brachte.“

Die vergammelte Hütte roch nach Moos und vermodertem Holz. Doch hier hatten die vier Mistkäfer die letzte Zuflucht gesucht. Breez und Furno sahen die vier Agori durch das Wärmebild des Headsets. Sie musterten kurz den Raum und nickten einander zu. Schnellen Schrittes traten sie ein. Und der erste Schuss hallte durch den Raum. Breez rollte über den Boden in die verlassene Küche und Furno eilte nach vorne und drückte sich gegen die Wand. Eine Waffe nach rechts und eine nach links zielend. „Ihr Bastarde,“ fauchte eine Frauenstimme hysterisch, „holt uns doch wenn ihr euch traut!“ Die Praedatoren antworteten nicht und warteten in seliger Ruhe. Immer wieder schossen die Sektenmitglieder in die Küche oder durch die andere Tür in den Raum. „Seit ihr zu feige euch einem direkten Kampf zu stellen?!“ tönte einer der vier Agori, „ihr jämmerlichen Feiglinge, zeigt euch!“ Natalie warf einen Blick auf den Stuhl der in ihrer greifbaren Nähe lag. Nach dem erneut Schüsse gefallen waren warfen, sie den Stuhl um. „Ich habe dieses kleine Flittchen erwischt!“ kicherte der Agori und warf einen Blick durch das Fenster in der Tür. In diesem Moment schnellte Natalie hoch und betätigte den Abzug. Das Sektenmitglied wurde umgeworfen und blieb liegen. Sofort bildete sich die erste Blutlache. „Wir gehen alle drauf!“ wimmerte wieder eine der Frauen und schoss panisch in den Raum hinein, „diese elenden Maden, ihr könnt,....!“ Der Satz brach abrupt ab und das Gewehr der Agori fiel auf den morschen Holzboden. „Genau in die Schläfe,“ grinste Furno, „das war ja wohl ein sauberer Schuss.“ „Genau zwischen die Augen,“ konterte Breez, „das wäre ja wohl ein Unentschieden.“ „Lassen wir diese armen Hunde hier vergammeln,“ hörte der Agori die Stimmen aus dem anderen Raum. Die letzten zwei Sektenmitglieder warteten noch ein Paar Minuten bis sie die Tür zufallen hörten. Jetzt riskierten sie einen Blick und traten aus dem Hinterzimmer. „Sie sind weg,“ wimmerte die Frau und dachte an ihre gefallenen Glaubensbrüder und Schwestern, „nur wir haben überlebt.“ „Ja,“ kicherte der Agori leicht verwirrt, „ja nur wiiir,.......!“ Sein mittlerweile schmutziges Hemd verfärbte sich rot während er fast in Zeitlupe zusammen brach. Die Agori schrie und sprang zur Tür heraus. Drei Meter vor dem Geländewagen riss es sie von den Füßen. Das Knie schmerzte fürchterlich und blutete stark. Eine Agori in einer Art Motorradanzug musterte sie abfällig. In einer Hand eine Pistole und in der anderen einen Zünder. „Bringen wir es hinter uns,“ bemerkte die Agori und zielte genau auf die Stirn, „eure Reise ist hier zu ende, hier ist für euch Endstation.“ Es folgte ein leises Pfeifen und der Körper der Wing Coon Gläubigen zuckte auf. Dann blieb er reglos im Gras liegen. Natalie Breez und William Furno zogen die Leichen der vier Sektenmitglieder aus dem verfallenen Haus und wuchteten sie in den Geländewagen. Nun schoben sie diesen in die Scheune des verfallenden Bauernhofes und fuhren auf ihren Motorrädern davon. Hinter ihnen hörten sie den Knall und drehten sich noch einmal um. Die Rauchsäulen schlängelten sich in den Himmel während die Praedatoren davon fuhren.

Kapitel 8:

Die sechs Freunde saßen im Pool des kleinen Hotels in dem sie sich eingemietet hatten. In der Mitte des Beckens schwamm ein Tablett in Form eines Schiffes auf dem die Weingläser standen. Sie alle waren so gut gelaunt wie lange nicht mehr. Bisher hatte ihr Plan weit gehend ohne nennenswerte Änderungen umgesetzt werden können. Nur Mandy verzog zwischen durch mal das Gesicht wenn sie bis zum Hals ins Wasser glitt. „Ist das eine der Nebenwirkungen von diesen X4P12?“ wollte Preston wissen und runzelte die Stirn. Mandy nickte gequält, „das Zeug verursacht ein unangenehmes Jucken auf der Haut.“ „Ach so,“ bemerkte Juliane und überlegte kurz, „du hattest deine Brustwarzen damit benetzt das dieser Polizist das Zeug aufnimmt?“ „Ja,“ grummelte die Agori zähne knirschend, „und das tue ich so schnell nicht wieder!“ William Furno nahm das kleine Fläschchen und las die Rezeptur. „Wow!“ staunte der Agori, „das ist eine Atombombe in Tropfenform!“ Mandy nickte wieder nur gequält. „Mit diesem X4P12 kann man echt fiele Sachen machen,“ stellte Furno fest, „verändern und vortäuschen von Gefühlen, kurzfristiges Auslöschen aller Erinnerungen und gezieltes manipulieren der Nerven.“ „Kein Wunder das wir deswegen einen Lehrgang besuchen mussten,“ räumte Nathan ein, „echt hartes Zeug!“ „Was genau hast du jetzt mit dem Polizisten gemacht?“ hakte Natalie nach. „Ich benetzte meine Brustwarzen mit diesem X4P12 damit der Agori aus der Polizeiwache sie auf einem dir bekanntem Weg aufnahm,“ erklärte Mandy ein weiteres mal, „nach etwa drei Minuten begann das Zeug zu wirken und der Rest spielte sich dann in seinem Kopf ab.“ „Klasse,“ stimmte die Agori zu, „so denkt der arme Hund nun er hätte die Nacht des Jahrhunderts hinter sich und das nur wegen dieser Droge.“ „So ungefähr,“ erwiderte Breez, „der gezielte Einsatz von Rauschmitteln, aus dem Handbuch der Manipulation und Informationsbeschaffung.“ „Mal was anderes,“ mischte sich Nathan ein, „wo geht unsere Jagd weiter?“ William und Preston zuckten mit den Schultern.

Diese Mistkäfer wollten nach Roxtus,“ erinnerte sich Preston, „die Flucht war bestimmt nicht der einzige Grund.“ „Die Wing Coon Sekte wurde dort gegründet,“ bemerkte Juliane und nippte an ihrem Glas Wein, „vielleicht haben sie dort so etwas wie einen geheimen Ort wo sie Rituale abhalten oder sich zu Versammlungen treffen.“ „Gut möglich,“ sprach William und grub weiter in seinen Erinnerungen, „da war doch noch was mit dem Eintrag aus der planetarischen Bürgerverwaltung.“ „Stimmt,“ fiel es Mandy ein die wieder das Gesicht verzog, „der Rechtsanwalt der Sekte hatte sein Büro in Roxtus.“ „Dann sollten wir diesem Anwalt mal einen Besuch abstatten,“ schlug Nathan vor, „vielleicht betreibt er ja noch seine Kanzlei.“ „Wie viele Fläschchen von diesem X4P12 hast du noch?“ wollte Natalie wissen, „der nette Herr Anwalt wird unsere Fragen wohl nicht freiwillig beantworten.“ „Genug,“ nörgelte Mandy, „aber diesmal müssen wir ihm das Zeug anders einflößen.“ „Ja, ich habe da auch schon so eine Idee,“ grinste Juliane und zeigte auf die noch geschlossene Flasche Wein, „damit bekommen wir die nötige Menge X4P12 in seinen Körper!“ „Manchmal kannst du echt gemein sein,“ lachte Preston gehässig, „wie kannst du das bloß dem armen Wein antun?!“ Die sechs Agori stiegen aus dem Wasser und trockneten sich ab. Am frühen Morgen fuhren sie wieder aus dem Städtchen. Am Mittag des nächsten Tages erreichten sie Roxtus City. Und zu ihrer angenehmen Überraschung schien der Anwalt noch immer tätig zu sein und seine Kanzlei auch nicht verlegt zu haben. „Mandy und Juliane suchen uns eine Unterkunft,“ schlug Furno vor, „und präparieren unser Geschenk.“ „Natalie und ich schauen uns mal ein bisschen hier um,“ fuhr der Agori fort, „Nathan und du besorgen uns einen Termin bei unserem Anwalt.“ „Einverstanden,“ ging es reihum, „dann mal bis später.“ Die sechs Praedatoren trennten sich und jeder ging seiner Aufgabe nach. Am späten Abend trafen sie sich wieder. „Alles im Kasten?“ erkundigte sich Nathan, „bei uns ist alles klar.“ „Die Unterkunft ist gemietet,“ bestätigten Surge und Nex, „das Geschenk werden wir gleich in der Küche etwas verfeinern.“ „Und wir haben das hier mit gebracht,“ lächelte Furno finster, „die Mistkäfer wollen übermorgen in der Kirche eine Taufe abhalten.“ „Und der Kirchplatz ist ein optimaler Ort diese Bastarde zu erledigen,“ erklärte Breez gehässig grinsend, „er bietet wunderbare taktische Optionen.“Fortsetzung hier.

Nachwort:

Der Anwalt ging die Notizen seiner Sekretärin durch und staunte nicht schlecht. Ein reiches Ehepaar aus Atero wollte sich am Morgen um drei Uhr mit ihm treffen. Das die Agori von so weit her kamen erfreute den Anwalt. Ein Zeichen das er Bekannt war. Und dann noch reiche Kundschaft, das musste schon etwas heißen. „Dann werde ich diese Nacht ja gut schlafen,“ lachte er leise und schloss die Tür der Kanzlei ab, „ich sehe schon das Honorar auf meinem Konto.“

The Hour of Shadows Kapitel 3 Cover a

Kapitel 9: “Anwaltsbesuch“

Der Agori im Designeranzug wartete hinter seinem Schreibtisch auf die potenziellen Klienten. Im großen und ganzen fühlte er sich wohl. Doch was wenn sie sich nicht für ihn entscheiden würden? Keine Zustimmung bedeutete kein Honorar. Das war dem Anwalt klar und deshalb durfte er jetzt keinen Fehler machen. Es klopfte an der Tür und der Agori schickte seine Sekretärin diese für die noble Kundschaft zu öffnen. Ein vornehm gekleideter Agori trat in das Büro und an seiner Seite eine hübsche Frau in einem eleganten Kleid. „Bitte treten sie ein,“ begrüßte die Sekretärin und ihr Gesicht wirkte auf einmal angespannt, „schön sie begrüßen zu dürfen.“ Das wohlhabende Paar erwiderte den Gruß und trat auf den Schreibtisch zu. „Herzlich willkommen in meiner Kanzlei,“ begann der Anwalt, „es ist mir eine Ehre ihre Bekanntschaft zu machen.“ „Wir haben gehört sie seien einer der besten Anwälte die auf Bara Magna zu finden sind,“ sprach der Agori im Designeranzug mit ernstem Gesicht, „und für unseren Fall brauchen wir einen echten Fachmann!“ „Dann sind sie bei mir an der richtigen Adresse,“ versicherte der Anwalt zuversichtlich, „kein Fall ist für mich zu schwierig.“ Die Sekretärin jedoch wurde immer nervöser. Die Agori wusste nicht warum doch irgend etwas machte ihr Angst. Und diese Frau in dem eleganten Kleid schien dies bemerkt zu haben. „Bitte verzeihen sie mich einen Moment,“ sprach sie zu dem Anwalt bevor sie wieder zu ihrem Gatten blickte, „entschuldige bitte aber ich muss mal kurz jemanden anrufen.“ „Geht in Ordnung,“ entgegnete der Agori im Designeranzug, „ich setze das Gespräch mit unserem Anwalt weiter fort.“ Die Sekretärin lauschte dem Gespräch angespannt und sog Wort für Wort auf. Die Agori in dem eleganten Kleid kam wieder zurück und nahm neben ihrem Gatten platz. Das Gespräch nahm seinen üblichen Lauf und die Sekretärin fühlte sich von ihren Gefühlen getäuscht. Keine unangenehmen Fragen nur irgend welche Dinge um eine Versicherung. Das Telefon im Büro klingelte und der Anwalt griff zum Hörer, „einen Moment bitte, nach dem Telefonat setzten wir das Gespräch fort.“ Das wohlhabend Paar nickte. „Was gibt es das sie mich während einer Besprechung stören müssen?“ fragte der Anwalt ungeduldig, „hoffentlich was wichtiges!“ „Oh, ach so,“ fuhr er fort, „ja ich sag ihr Bescheid.“ „Frau Danson, ihr Roller ist umgefallen,“ sprach der Agori hinter dem Scheibtisch, „kümmern sie sich bitte darum!“ Verärgert eilte die Sekretärin aus dem Büro. Jetzt konnte sie dem Gespräch des Anwaltes nicht mehr folgen und vielleicht fiel gerade jetzt eine unangenehme Frage. Auf dem Platz vor der Kanzlei richtete die Agori den Roller wieder auf und untersuchte ihn auf Kratzer. Zum Glück nur ein kleiner fast unauffälliger. Von einer Sekunde auf die Nächste fühlte sich die Sekretärin wieder unwohl.

Noch viel schlimmer, sie fühlte sich beobachtet. Ihre Augen wanderten zum Eingang und zu ihrem Pech standen dort zwei Agori und unterhielten sich. Frau Danson kannte fast alle Bewohner von Roxtus aber diese zwei nicht. Urlauber und auf jedem Fall Fremde. Und diese kamen ihr näher langsam aber sicher. Die Sekretärin hörte das lockere Gespräch über das aktuelle Sportereignis und hoffte sich rasch an den beiden Urlaubern vorbei drängeln zu können. Doch Fehlanzeige, die beiden Agori sahen sie jetzt an. „Hast du schon von dem brutalen Mord gehört?“ fragte einer der Männer und kam vom morgigen Kohliispiel ab, „den von dieser Mimi?“ „Ja, davon habe ich gelesen,“ erwiderte der andere Agori, „und dann noch von diesem Hadog.“ „Wenn ich mich jetzt nicht verlesen hatte,“ bemerkte der andere Agori wieder, „sollen beide Opfer sogar verheiratet gewesen sein!“ „Alles in Ordnung Miss?!“ fragte der eine Agori und winkte freundlich, „wussten sie das denn nicht?!“ Das Herz der Sekretärin raste und sie begann zu laufen, dann zu rennen. Schneller und schneller. Mimi und Hadog waren einem Mord zum Opfer gefallen, das musste sie jemandem Mitteilen. Frau Danson hatte das Paar persönlich gekannt und nun waren sie ermordet worden. Die Beine schmerzten bereits doch die Agori rannte weiter. Sie weinte immer Stärker als das schreckliche Gewissen sie erfasste. Ihre kleine Wohnung kam immer näher und hastig schloss sie die Tür auf. Hastig warf die Sekretärin die Tür zu und eilte die Treppe hinauf. Sie wählte eine Nummer und nahm den Hörer ab, „Maggi hier, bitte geh dran!“ Das Telefon tutete doch nichts passierte. Die Agori wählte eine andere Nummer, „Maggi hier, bitte geh dran!“ Und wieder das gleiche tuten. „Die Leitung ist gekappt,“ fuhr es der Sekretärin durch Mark und Bein, „jemand hat sich an meinem Telefon zu schaffen gemacht!“ „Mein Handy!“ entglitt es ihr und ein Fünkchen Hoffnung keimte auf, „das geheime Handy für einen Notfall!“ Die Agori verließ das Wohnzimmer und suchte ihr Schlafzimmer auf. „Suchen sie das hier?“ fragte eine Männerstimme finster, „eine interessante Nummernliste haben sie da!“ Maggi drehte sich um und ein Agori stellte sich zwischen ihr und die Tür. „Wer sind sie?“ stammelte die Sekretärin ängstlich, „ein irrer Perverser?!“ „Nein, ich bin jemand schlimmeres!“ sprach der Agori und grinste hinterhältig, „ich habe eine Nachricht für sie.“ „Ich will sie gar nicht wissen!“ stammelte Maggi und drückte ihre Hand auf ihre Brust, „verschwinden sie oder ich,....“ „Oder sie werden was?“ bemerkte der Agori und schob das Händy in die Hosentasche, „die Polizei anrufen?“ Die Sekretärin sammelte ihren Mut zusammen und zog ihr Messer aus der Handtasche, „oder ich werde sie töten!“ „Mit diesem Spielzeug wollen sie mich töten?!“ grinste der Agori abwertend, „sie haben echt Humor!“ Maggi schritt vor und stach zu doch verfehlte sie den Fremden. Dieser packte sie am Arm und verdrehte ihn so schnell das die Knochen knackten und die Agori das Messer fallen ließ. „Das war ein Fehler,“ sprach der Fremde mit einer emotionslosen Ruhe, „wir wissen was ihr vorhabt und werden es nicht zulassen!“

Der Agori stieß Maggi in ihr Bett und drückte ihr ein Kissen auf den Mund. Die Sekretärin wollte Schreine doch das Kissen erstickte diesen. Die entsetzen Augen weiteten sich als die Agori die Klinge erblickte die aus einer Halterung unter dem Handgelenk des Fremden sprang. „Ihr wollt die alte Prophezeiung war werden lassen,“ sprach der Fremde mit harter und entschlossener Stimme, „doch wir können nicht zulassen das ihr das Werk von vielen Generationen vernichtet!“ Maggi zitterte als der Schmerz immer schlimmer wurde. Sie spürte jeden Millimeter der Klinge. Sie fühlte die Wärme des Blutes das ihre Bluse durchtränkte. Sie schrie in das Kissen und mit dem Nachlassen ihrer Kräfte versagte ihre Stimme. Der Anwalt klappte die Mappe zu und lächelte zufrieden, „dann denken sie in Ruhe über mein Angebot nach und kommen morgen wieder vorbei.“ Die Agori verabschiedeten sich und der Anwalt ging zum Pförtner. „Ist Frau Danson gegangen?“ fragte er neugierig, „sie wollte doch nur ihren Roller wieder aufstellen.“ „Ich habe sie gesehen wie sie das auch tat,“ meinte der Fördner und überlegte kurz, „dann kamen zwei Urlauber und sahen sich das Gebäude an, in dem Moment lief Frau Danson einfach weg.“ „Ich verstehe diese Frau einfach nicht mehr,“ grummelte der Anwalt sauer, „morgen kann sie sich ihre Kündigung abholen!“ Gerade als der Agori wieder in sein Büro zurück gehen wollte bremste eine zornige Stimme ihn aus. „Herr Dondalfo!“ fauchte eine ältere Agori und zog den Anwalt aus der Kanzlei heraus, „mit wem haben sie gesprochen?“ „Was ist den mit ihnen los?“ konterte der Agori jetzt richtig zornig, „Frau Mastroni geht es ihnen noch gut oder was?!“ „Das sagt hier der richte!“ fauchte die alte Agori wütend, „kommen sie mit, aber schnell sonst kommen wir noch zu spät!“ Das Haus war bereits mit Flatterband abgesperrt und erste Polizisten begannen mit der Spurensicherung. „Kommen sie mit!“ wiederholte die alte Agori sauer und gleichzeitig auch betroffen. „Was ist denn,...“ schluckte der Anwalt als er seine Sekretärin in dem Bett liegen sah, „wer hat das getan?!“ Der Agori konnte nicht mehr länger hin sehen, die leblose Maggi, die blutrote Bluse und das mit Blut durchtränkte Bett. „Mit wem haben sie die letzten Tage gesprochen?“ wiederholte die alte Agori verbittert, „dies wäre nicht das erste Opfer!“ Wieder in seinem Büro kam der Agori etwas zur Ruhe. „Wie fiele Opfer gab es genau?“ erkundigte er sich bei einem Becher heißem und starkem Kaffee. „Genau Vierundzwanzig,“ antwortete Frau Mastroni betrübt, „und sie sind der einzige der unsere Mitglieder kennt!“ „Ich wurde von niemandem über euren Sekte ausgefragt,“ versicherte der Anwalt genervt und etwas verwirrt, „aber haben sie schon mal daran gedacht, dass der oder die Täter eines eurer Gebetsbücher gefunden haben könnte?“ „Das wäre dann wohl die einzige Alternative,“ weinte die alte Agori, „es tut mir leid sie so belastet zu haben.“ „Es war ein Fehler,“ brummte der Anwalt wütend, „damals für euch gearbeitet zu haben!“ „Das hat mich fast meinen guten Ruf gekostet,“ fuhr der Agori zornig fort, „und nun schwebe ich durch euch in Lebensgefahr!“

Kapitel 10: “Der Morgen danach.“

Dondalfo beruhigte sich mit dem Gedanken die zwei Klienten gewinnen zu können. Es ließ ihn die Fragen durch die Beamten der Kripo Roxtus vergessen und auch das Getue von dieser Frau Mastroni. Nur das Bild von Maggis Leiche nagte an ihm herum. Das seine Sekretärin Mitglied der Sekte war, das hatte er gewusst und bis gestern war es ihm egal gewesen. Doch wenn das Stimmte das ein oder mehre Mörder Jagd auf die Sektenmitglieder machte, schwebte nun auch er in akuter Lebensgefahr. Ich bin kein Mitglied dieser blöden Sekte, beruhigte er sich immer wieder. Aber wenn der oder die Mörder wissen wer zu der Sekte gehört, fuhr es ihm wieder durch den Kopf, könnten sie auch wissen das er für diese gearbeitet hatte. Und somit schwebte er mit in Lebensgefahr. Mit sehr viel Mühe verbarg er seine innere Unruhe um mit dem wohlhabenden Paar den Vertrag fertig zu machen. „Schön, das wir zu einer Übereinkunft gekommen sind,“ begrüßte der Anwalt die Unterschriften unter dem Text, „auf gute Zusammenarbeit!“ „Was halten sie von einem Glas Wein?“ bemerkte der Agori im Designeranzug, „zur Feier des Tages!“ „Wo ist denn ihre Sekretärin?“ wollte die Frau neugierig wissen, „möchte sie denn nicht mitfeiern?“ „Nein, sie feierte,...wird,..wird nie, wieder feiern,“ entglitt es dem Anwalt und ihm wurde wieder mulmig, „sie ist,...ach vergessen sie es einfach.“ Nach drei Gläsern Wein hatte Dondalfo das Gefühl als ob sich um ihn herum alles Drehte. Doch die Stimmen vernahm er noch ganz deutlich. So entging ihm das sich das wohlhabende Paar eine Tablette in ihren Weinglas taten bevor sie es leerten. Er trank noch ein Glas Wein und die Welt um ihn herum verschwamm völlig. „Würden sie uns die Unterlagen über ihre Arbeit mit der Wing Coon Sekte kopieren?“ hörte er eine Stimme freundlich, „ich bitte sie ganz höflich.“ „Ja, sie sind im Regal rechts neben dem Schreibtisch,“ antwortete der Anwalt und begriff nicht warum er es gesagt hatte, „der Kopierer ist hinter dem Schrank.“ „Warum hat sich die Sekte aufgelöst und brauchte dafür auch noch einen Anwalt?“ fragte die Stimme im Kopf, „ach seien so nett und sagen sie es uns.“ „Es steht nicht in den Akten,“ sprach der Anwalt monoton und wie benommen, „es war eine Frage um weitere Besitzansprüche im Falle einer späteren Neugründung.“ Dann wurde es um Dondalfo schwarz. „Oh, mein Schädel!“ jammerte der Anwalt und fasste sich an die Stirn, „ich vertrage wohl keinen Wein mehr!“ „Alles in Ordnung?“ fragte der Pförtner freundlich, „kann ich ihnen irgend wie helfen?“ „Ist schon gut,“ murmelte der Anwalt benommen von seinen Kopfschmerzen, „außer dem Loch in meiner Erinnerung und den Kopfschmerzen geht es mir so weit ganz gut.“ Der Anwalt verließ sein Büro und die Kanzlei. Während er langsam die Straße entlang zu seiner Villa fuhr, raufte er alle Erinnerungen zusammen. Da gab es den Mord an Maggi, das Rumgetue von Frau Mastroni und den Vertrag. Aber ab da ein verschwommenes Nichts.

In dem Ferienhaus lagen die sechs Präedatoren auf dem Boden um die kompletten Prozessakten herum. „Besitzansprüche im Falle einer Neugründung?“ überlegte Preston angestrengt, „aber wenn eine bevor stände wüssten wir es!“ „Nein,“ warf Furno ein, „nicht wenn es keine Neugründung im wortwörtlichen Sinne ist.“ „Auf was möchtest du hinaus?“ fragte Nathan Evo und sah seinen Kumpel an, „an was denkst du genau?“ „Warum sollten die Mitglieder einer Sekte ein Kind in einer fremden Kirche,“ meinte William mit überzeugendem Ton, „im Namen eines fremden Glaubens taufen lassen?“ „Das wirft mir schon so einige Fragen auf,“ beendete er zuversichtlich, „und der Hintergrund einer anderen Form der Neugründung passt da irgend wie.“ „Gut,“ begann Natalie Breez und zog ein Blatt zu sich, „fangen wir mal an.“ „Zu einer Taufe gehören immer der oder die, welche es zu taufen gilt,“ sprach die Präedatorin, „dessen oder deren Eltern und ein Pate.“ „Kurz um mindestens zwei und wenn der Pate ein guter Freund ist eine dritte Familie.“ ergänzte die Agori, „am Ende sind sie symbolisch durch den oder die getaufte vereint.“ „Ja, mir kommt jetzt auch eine Idee,“ überlegte Juliane und ihre Augen funkelten, „was wäre wenn die drei Familien für die verbogenen Sektenmitglieder stehen?“ „Dem gingen aber etliche Hochzeiten voraus,“ überlegte Mandy mit gerunzelter Stirn, „das fiele nicht einmal auf, sofern sie nur standesamtlich abgehalten worden wären.“ „Dem gehen wir später nach,“ schlug Nathan vor, „genauso eventuellen Besitzansprüchen.“ „Aber zunächst vereiteln wir diese Taufe heute Abend,“ beendete der Präedator, „denn ohne Taufe keine Vereinigung und ohne Vereinigung keine Besitzansprüche!“ „Ja, erst machen wir diese Mistkäfer fertig,“ bemerkte Furno zufrieden, „dann haben wir erstmal genug Zeit um die Besitzansprüche zu ermitteln.“ „Und wer prüft eventuelle Hochzeiten bei den Standesämtern?“ wollte Juliane Nex wissen, „das könnte man immer wieder neben her machen.“ „Das besprechen wir später,“ lächelte Preston und stand auf, „jetzt stören wir erstmal eine Taufe!“ Die Gruppe packte ihre sieben Sachen und verließ das Ferienhaus. Der historische Stadtkern mit seiner Kathedrale lag im Herzen von Roxtus City. Die Fahrt dauerte etwa eine Stunde und als die Kirchenglocke zur Mittagsstunde schlug erreichten die sechs Agori den Kirchenplatz. „Was haben wir euch gesagt,“ lächelte Natalie mit einem strahlenden Gesicht, „ein Kreis aus Häusern mit Balkonen.“ „Nur drei Wege auf den Platz,“ ergänzte Furno, „optimale strategische Voraussetzungen!“ „Ihr habt recht,“ stimmten Preston und Evo zu, „mit diesen Grundlagen kann man arbeiten.“ „Die Taufe beginnt um achtzehn Uhr,“ erinnerte sich Mandy, „jetzt ist es dreizehn Uhr.“ „Das heißt fünf Stunden um eine geeignet Position zu finden,“ übernahm Preston das Wort, „aus meiner Sicht genug Zeit.“ „Dann mal an die Arbeit!“ lächelte William Furno, „lassen wir es noch mal krachen!“ „Jo,“ machte es die Runde, „lassen wir es noch mal Krachen!“ Die Präedatoren lösten sich aus der Gruppe und mischten sich unter die Leute auf dem Platz. Julia Nex wählte das alte Rathaus aus. Vom großen Runden Fenster in der Mitte des Bauwerks konnte man genau auf den Haupteingang der Kathedrale blicken. Sowie auf die Zufahrtsstraßen links und rechts. Eine wirklich gute Position für einen geübten Scharfschützen. Und guten schießen lag der jungen Frau im Blut. Preston Stormer wählte ein leerstehendes Haus direkt neben dem rechten Nebeneingang des Gotteshauses. Von der Tür zu dem Fenster aus dem er schießen wollte waren es nur wenige acht bis zwölf Meter. Zumal er auch noch die Hauptzufahrt auf dem Platz einsehen und notfalls unter Beschuss nehmen konnte.

Mandy schlich in die Kathedrale und suchte sich einige Kleider aus der Kammer hinter der Orgel. Rasch legte sie ihre Rüstung an und zog über diese die Kutte einer Nonne. Durch die breite Kapuze war das Headset praktisch nicht mehr zu sehen. Nun suchte sie sich einen Platz in den hinteren Bänken. So das sie einen freien Blick zum Altar hatte und gleichzeitig durch den Schatten einer Säule versteckt war. William Furno, Natalie Breez und Nathan Evo verschwanden in einem leerstehenden Ladenlokal. In einem der hinteren Zimmer legten auch sie ihre Rüstungen an, verzichteten aber auf ihre Helme und Headsets. Über die Rüstungen zogen sie eine breit geschnittene Jeans und warfen sich einen Mantel über. So getarnt nahmen sie um einen Tisch des Cafés platz und behielten den Haupteingang der Kathedrale im Auge. Der Nachmittag verging langsam und die Besucherzahlen auf dem historischen Marktplatz nahmen langsam ab. Zu guter Letzt blieben nur einige wenige zurück die von Wein oder anderen Alkoholika nicht genug bekommen konnten. Gegen siebzehn Uhr dreißig fuhren zwei schwarze Geländewagen über die rechte zufahrt auf den Marktplatz. Gezielt parkten sie auf den markierten Flächen rechts neben dem Haupteingang des Gotteshauses. Mit einer kurzen Verzögerung folgten zwei Motorräder deren Fahrer selbst für Agori Verhältnisse recht groß wirkten. Nathan glaubte seinen Augen nicht als er genauer hin sah. Anders als die Agori die aus den Geländewagen stiegen waren die Gesichter der beiden Motorradfahrer vermummt. Und ein drittes Merkmal stieß Evo förmlich in die Augen. Diese zwei großwüchsigen und vermummten Gestalten trugen Schwerter. Lange gebogene Schwerter die selbst ein Marine des UMP oder ein Praedator nur mit größter Mühe führen konnte. Mit einem Stift schrieb er etwas auf den Bierdeckel und schob ihn zu Natalie herüber. Diese nickte und reichte den Bierdeckel an William weiter. Furno nickte ebenfalls. Julia aktivierte ihr Headset und stellte eine Verbindung mit Preston und Mandy her. „Hey Leute, seit vorsichtig“ teilte sie ihren Gefährten mit, „diese Mistkäfer haben zwei Toa dabei.“ „Ok, wir passen auf,“ bestätigten Stormer und Surge, „das wird heute noch ne üble Nummer!“ Das Auftauchen zweier Toa zwang die sechs Präedatoren nun zu mehr Vorsicht. Auch wenn kein Toa alle Elementarkräfte auf Bara Magna einsetzen konnte, machte es die lebenden Maschinen dennoch zu harten und gefährlichen Gegnern. „Das gefällt mir nicht,“ flüsterte Nathan kaum hörbar zu seinen Freunden, „passt bloß auf euch auf, ich weiß nicht was uns heute Abend noch alles erwarten könnte.“ Seine Augen ruhten für eine Minute auf Natalie Breez, „und besonders du solltest aufpassen.“ Die junge Frau nickte und spürte das ihr Team Gefährte es wirklich nur gut meinte und sie nicht unterschätze, „ich werde aufpassen und wenn es geht einen Einzelkampf mit einem der Toa vermeiden.“ Jetzt wandten sich die sechs Augen wieder den Sektenmitgliedern zu. Ohne die Toa waren es genau sieben Agori. Die älteste Agori trug einen Säugling auf dem Arm. Pünktlich auf die Minute begannen die Sektenmitglieder in einer kleinen Prozession das Gotteshaus zu betreten. Die zwei Toa bezogen neben der Doppeltür Stellung. Zwei Agori bezogen Position vor dem rechten Nebeneingang und zwei weitere blieben bei den Geländewagen. Die Glocke läutete und leitete einen Fahrt ein aus dem es kein Zurück mehr gab.

Kapitel 11: “Eskalation“

Juliane vernetze sich mit ihrem Scharfschützengewehr und zielte über den Bildschirm des Headsets. Das erste Ziel war einer der Agori der sich lässig auf der Motorhaube eines der Geländewagen bequem gemacht hatte. Nex vergrößerte das Bild und schaltete den Scanner ein. Dachte ich mir doch, sprach sie zu sich, dieser Bastard trägt eine Pistole bei sich. Das Fadenkreuz wanderte über die Seite hoch bis es das Genick des Agori erreicht hatte. Die Präedatorin betätigte den Abzug und ein leises Zischen war zu hören. Die Agori im Geländewagen schreckte auf als ihr Glaubensbruder zur Seite kippte und ein Blutstrahl auf die Windschutzscheibe spritzte. Sie griff zu dem Händy das auf dem Armaturenbrett lag und begann eine Nummer zu wählen. Juliane wechselte binnen Sekunden nach dem ersten Schuss das Ziel und ein weiteres leises Zischen erklang. Die Scheibe des Geländewagens explodierte in kleine Splitter und der Kopf der Agori wurde nach rechts geschleudert. Wieder spritzte Blut gegen die Frontscheibe des PKW doch diesmal von innen. Das Handy mit dem nicht aktiviertem Anruf rutschte aus der erschlafften Hand zwischen das Gas- und Bremspedal. Die beiden Toa zogen ihre Schwerter und traten in die Richtung aus den die tödlichen Schüsse abgefeuert worden waren. Gleichzeitig standen drei Agori auf und schritten auf die Toa zu. Preston Stormer zielte frei aus dem Handgelenk auf die Agori vor der Tür. Zu erst auf die Füße so das sie nach vorne fielen und sich gut einen Schritt vor dem Gotteshaus entfernt befanden. Dann erst richtete der Präedator sie durch gezielte Kopfschüsse hin. Nun verließ er das Haus und betrat über den Nebeneingang die Kathedrale. „Preston hier,“ meldete er an seine Gefährten, „ich bin drin, warte auf jetzt Mandys Signal.“ Der Abstand zwischen den zwei vermummten Toa und den drei Agori hatte sich auf wenige Meter reduziert. Nun ließen diese ihre Mäntel über die Schultern gleiten und die Exo Rüstungen Typ III wurden sichtbar. Aus der Bewegung heraus zog die Präedatoren ihre Drillblades und aktivierten sie. Funken flogen als die Schwerter der Toa sich mit den paarweise geführten Drillblades kreuzten. „Da draußen stimmt was nicht,“ bemerkte eines der Sektenmitglieder und zog seine Pistole aus dem Halfter, „unsere Toa kreuzen mit irgend wem die Klingen!“ „Los,“ befahl Frau Mastroni ungeduldig, „sie dürfen das Gotteshaus nicht betreten!“ Einer der Agori eilte zum Nebenausgang und der andere durch den Haupteingang. Juliane wartete genau bis der Agori die letzte Stufe der Steintreppe erreicht hatte, dann betätigte sie ein drittes mal den Abzug. Die Pistole des Sektenmitgliedes fiel aus dessen Hand die augenblicklich den Hals umschloss. Blut quoll zwischen den Fingern hindurch als der Agori nach einigem Metern auf die Knie fiel und zur Seite weg kippte. Die stark betrunkenen Agori vor der Kneipe waren so dicht das sie von dem brutalen Geschehen nichts mit bekamen oder aber wenn doch nicht begriffen was sich vor ihren Augen abspielte. Der zweite Agori stand im Türrahmen des Nebenausgangs und wollte los laufen. In dem Momet zuckte er zweimal zusammen. Sein Hemd verfärbte sich rot, nun versagten nach einander die Lunge das Herz. Wie ein nasser Sack klappte der Agori zusammen und blieb in einer größer werdenden Blutlache liegen.

Die Hiebe der Toa waren stark und wuchtig. Und es kostete den drei Präedatoren einiges an Kraft und Ausdauer die Angriffe zu parieren. Auf dem Display im Headset erschien ein kurzer Satz. Natalie las ihn auf der Stelle und löste sich aus dem Zweikampf. Nathan und William schafften es für einen Moment das der Toa sich nur auf sie konzentrierte. Natalie nutze dies aus und riss das Tuch herunter, das den Toa vermummte. Dann musste sie aber wieder weg springen damit das Schwert des zweiten Toa sie nicht erwischte. „Verdammt!“ stellte William fest, „dieser Blechkamerad trägt eine Iknika!“ „Zum Glück sind wir nicht auf Mata Nui,“ lächelte Nathan und lenkte erneut einen Schwert hieb von sich weg, „und auch nicht aus Protodermis.“ „Dennoch kann dieser Mistkäfer sich ständig regenerieren,“ bemerkte Furno und parierte einen weiteren wuchtigen Hieb des Toa, „das wird keiner schneller Kampf werden!“ „Das ist aber nicht das einzige Problem,“ mischte sich Natalie ein, „es dauert sicherlich nicht lange bis die Polizei hier ist, unser Treiben wird nicht lange unbemerkt bleiben!“ „Gut,“ erwiderte Nathan und nickte William zu, „wir locken die Toa weg und setzen den Kampf wo anders fort!“ Frau Mastroni sah immer wieder zur Tür und wurde langsam sauer. „Mach hin Pater,“ drohte die Agori und zielte mit einer goldverzierten Pistole auf den Diener der Kirche, „ich habe nicht mehr so viel Zeit!“ „Für sie ist diese Taufe zu ende,“ sprach eine männliche Stimme, „Hände hoch und Augen nach links!“ Der Pater spürte den kalten Lauf einer Pistole zwischen seinem Genick und der Schulter. „Beenden sie die Taufe!“ wiederholte Frau Mastroni zornig, „sonst erschieße ich sie!“ „Sie erschießen niemanden,“ hörte die Agori hinter sich,“ ihr Spiel ist aus, sie und ihre Sekte sind erledigt!“ „Wenn sie die Waffe niederlegen und sich ergeben,“ fuhr die Stimme fort, „werden wir sie verschonen!“ „Niemals!“ fauchte die alte Agori Hass erfüllt, „sie nehmen die Waffe runter oder euer Pater hier kommt schneller als erwartet zu seinem Gott!“ Der Diener Gottes, der zuvor den Befehl des Agori befolgt hatte, der ihm eine Waffe gegen den Hals drückte, betete leise mit geschlossenen Augen. „Ich weiß jetzt zu wem sie gehören,“ grinste die alte Mastroni fast wahnsinnig, „ihr Seit Todeshändler und dürft keine Unschuldigen gefährden!“ „Sie arme alte Irre,“ lachte die Stimme hinter ihr, „wir sind Präedatoren und dürfen auch unschuldige Opfer in kauf nehmen!“ Nun ging alles ganz schnell. In nur wenigen Sekunden hallten zwei Schüsse durch das Gotteshaus. Dicht gefolgt von dem Gräusch von zwei Körpern die auf den Boden der Kathedrale aufschlugen und kurz danach das Schreien eines Babys. „Los weg hier!“ rief Juliane Nex und eilte durch den Nebenausgang in das Gotteshaus, „die Polizei ist unterwegs hier her!“ „Gut, wir kommen,“ erwiderten Preston und Mandy, „hier gibt es so wieso nichts mehr zu tun!“ Die Streifenwagen bretterten mit Blaulicht und Sirenen durch die Innenstadt. „Wilde Schießerei am historischen Marktplatz,“ funkte der Kommissar in das Sprechfunkgerät, „wir brauchen eine Spezialeinheit und einen Hubschrauber!“ Kurz vor den Zufahrtsstraßen hielten die Fahrzeuge der Polizei und die schwer bewaffneten Beamten schwärmten aus. Es waren keine Schüsse zu hören, eine gespenstische Ruhe lag über dem historischen Stadtkern. Bis ein Funkspruch das Schweigen brach, „neun unversehrte Betrunkene, sieben Leichen und ein leicht verletzter Agori.“

Die Motoren der Motorräder heulten auf als sie über die Landstraße heizten. Nathan und William kamen sich wie modere Glatorianer vor. Anstelle von Reittieren trugen sie ein Duell vom Sattel eines Motorrades aus. Die Toa hielten die zwei Präedatoren weiter in Schach und ließen ihnen nur wenig Pausen. Breez blieb weiter hinten wie es ihre Gefährten befohlen hatten und wartete auf weitere Anweisungen. „Lenke einen dieser Blechkameraden auf dich,“ funkte Furno über das Headset, „beschäftige ihn aber vermeide dabei unnötige Nahkämpfe!“ „Wird erledigt,“ bestätigte die junge Frau und überlegte sich einen Weg um sich einen der Toa zu entledigen. Zu erst einmal schoss sie jedoch der Maschine zwei Pistolenschüsse in den Rücken. Der Toa steckte diese locker ein doch drehte er sein Motorrad und hielt auf Natalie zu. William und Nathan kamen jetzt zu einer waghalsigen Idee. „Hey Kumpel,“ funkte Nathan und schien irgendwie guter Laune zu sein, „was können manche Reittiere!“ „Ausschlagen mit den Hinterbeinen!“ erwiderte William, „aber das können wir mit unseren Bikes auch!“ „Ich übernehme den ersten Angriff,“ lächelte Furno und gab Gas, „sorge du dafür das ich den Abstand vergrößern kann!“ Nathan stimmte zu und setze sein Motorrad genau vor den Toa. Nach etwa einem Kilometer drehte Furno seine Maschiene, „hey Kumpel mach dich bereit zum ausscheren!“ Der Toa holte wieder zum Schlag aus um sich dem lästigen Agori vor ihm zu entledigen. In diesem Moment scherte dieser aus. Die lebende Maschine deren Brust jetzt völlig ungeschützt war kam nicht mehr zum Schlag. Furno trat volle Wucht auf die Bremse und drehte sein Motorrad. Das noch drehende Hinterrad stieg in die Höhe und krachte voller Wucht gegen den Brustkorb des Toa. Dieser wurde nun weit durch die Luft geschleudert und rollte über die Straße. Als ob der Schlag und der harte Sturz keine Wirkung gezeigt hätte stand der Toa wieder auf. Doch seine Maske befand sich nicht mehr an seinem Kopf. „Ich mache diesen Blechkameraden fertig,“ funkte William zufrieden, „nutze du deine Geschwindigkeit und den Abstand um den zweiten aus dem Sattel zu werfen!“ „Wird erledigt,“ antwortete Nathan lachend, „wir sehen uns später.“ Der Toa schritt auf den Agori in Rüstung zu. In der einen Hand hielt Furno die Kanohi und in der anderen seine Pistole. „Willkommen auf Bara Magna, es wäre für dich besser gewesen du hättest diesen Planeten nie betreten!“ sprach der Präedator und hob die Waffe, „es tut mir leid aber ich habe keine andere Wahl.“ Nun leerte der Agori das ganze Magazin in den Brustkorb des Toa außer die letzte Kugel. „Mögest du in Frieden ruhen und jene die dich hier her holten im Schmerz versinken,“ beendete William Furno den Satzt, „denn dein Leben hätte hier und heute nicht enden müssen.“ Die letzte Kugel krachte dem Toa in den Schädel der nun zuckend zusammen sackte. Natalie und Nathan stiegen wieder auf ihre Maschinen und ließen den mechanischen Körper des zweiten Toa auf der Landstraße zurück. Das künstliche Wesen zuckte noch einmal dann explodierte der Sprengsatz. „Diese Sekte ist grausamer als wir,“ bemerkte Evo traurig, „sie reißen ein lebendes Wesen aus seiner Heimat um es als Waffe zu missbrauchen.“ „Ja,“ gab Breez zu, auch wenn sie nicht ganz so betroffen über das Ende des Toa gewesen war, „und mit dem Gewissen das es seine Heimat vielleicht nie wieder sehen wird!“ Die Zwei schlossen William auf und blieben auf der Landstraße. „Wir sollen nicht nach Roxtus zurück fahren,“ funkte Furno ihnen zu, „Stormer, Nex und Surge treffen uns an der Autobahnauffahrt.“ „Ok,“ bestätigten die beiden Präedatoren, „dann geben wir mal Stoff, wir wollen doch nicht zu spät kommen!“

Epilog:

Die sechs Furnobikes verließen die Autobahn und fuhren auf die Hauptstraße Richtung Makuhero City. Nach etwa fünfundzwanzig Minuten hatten sie wieder das Parkhaus erreicht unter dem sich eines der Verstecke der Bruderschaft befand. Sie stellten die Maschinen in die Parkboxen und schlenderten in den Fahrstuhl. Wieder einige Minuten später saßen sie wieder in dem Büro wo ihre Mission vor genau acht Wochen begonnen hatte. Mr. Bishop las den Bericht und wirkte entspannt. „Gute Arbeit Leute,“ lachte der Abteilungsleiter und lobte die sechs Agori ein zweites mal, „aber eure Aktion in Roxtus war eine echte Glanzleistung.“ „Gab es Zeugen?“ erkundigte sich Nathan vorsichtig, „musste die Bruderschaft irgend welche Spuren beseitigen lassen?“ „Nein, in der Stadt habt ihr keine Spuren hinterlassen,“ lächelte der Agori hinter dem Schreibtisch, „und die Kosten für die Schäden auf der Landstraße hielten sich auch noch in Grenzen.“ „Was wurde aus dem Baby?“ wollte Mandy wissen,“ geht es dem kleinen Agori gut?“ „Machen sie sich um den süßen Racker keine Sorgen Fräulein Surge,“ beruhigte Mr. Bishop die junge Frau, „der Spross ist in guten und lieben Händen.“ „Die Wing Coon Sekte existiert nicht mehr,“ meinte der Abteilungsleiter und wandte sich speziell an Nathan Evo, „und dennoch wirken sie als ob sie versagt hätten.“ „In gewisser Weiße,“ erwiderte Nathan leise und mit leicht betroffener Stimme, „dieser Einsatz hat viele Leben gekostet die Schuldig waren und eine Strafe verdienten aber auch zwei die aus meiner Sicht frei jedweder Schuld waren!“ „Sie sprechen jetzt von den beiden Toa?“ hakte Mr. Bishop nach, „und ja, ich gebe ihnen sogar diesbezüglich recht.“ „Manche bezichtigen uns der Grausamkeit und Gnadenlosigkeit,“ fuhr der Abteilungsleiter fort, „und ich scheue es nicht dies zu zugeben.“ „Doch letzten Endes dient all unser Handeln dem Schutz dreier Welten,“ mischte sich Luna Maris ein, „und eure Betrübnis Herr Evo, sie ist keine Schwäche sondern eine Stärke.“

„Wenn wir nur aus Hass oder Zorn Beständen,“ lächelte die Todeshändlerin freundlich, „wären wir keine Agori mehr nur herunter gekommene Bestien.“ „Sehen sie diesen Einsatz als ein vollen Erfolg an,“ wiederholte Mr. Bishop zufrieden, „und nun genießen sie ein paar freie Tage.“

Die sechs Freunde saßen auf der Veranda von Nathan Evos Haus in einem Vorort Ateros. Die Sonne ging langsam am Horizont unter während die Freunde mit einem Glas Wein anstießen. All der Stress und die Hintergedanken an den Einsatz waren vergessen und ein jeder genoss den Urlaub. „Warum hegen hin und wieder geheime Gruppen so an der Wiedervereinigung der drei Planeten?“ fragte Preston gut gelaunt und nippte an seinem Glas, „sie müssen sich doch der Folgen bewusst sein!“ „Ja, das sind sie,“ lächelte Evo der nicht mehr an die zwei Toa dachte, „doch sie denken das sie daraus einen Vorteil ziehen können.“ „Stürze eine Welt ins Chaos und vernichte jede Spuren alter Strukturen,“ malte Mandy das Szenario aus, „dann baue eine neue auf in der du der alleinige Herrscher bist!“ „Genauso hat in der Vergangenheit jemand die Makuta manipuliert,“ überlegte Furno und zeigte auf einen Punkt im Himmel, „nun lauern sie in einer riesigen Maschine auf den Tag an dem jemand diese reaktiviert.“ Die sechs Agori gingen wieder ins Haus und die Sterne blieben alleine am nächtlichen Himmel zurück. Luna saß noch einige Minuten neben den Babybetten und sank die Kleinen in den Schlaf. „Es ist ein merkwürdiges Gefühl nicht war?“ fragte Noctis mit freundlicher Stimme, „ein Kind zu lieben das nicht unser Blut in sich trägt.“ Luna nickte müde und nahm ihren Mann in die Arme, „doch hat jedes Kind eine Familie verdient die es lieb hat und umsorgt.“ „Ja, mein Schatz,“ lächelte Noctis und ging neben seiner Frau aus dem Kinderzimmer, „und er wird sich später nicht mehr an seine wahren Eltern erinnern.“ Das Ehepaar ließ sich in das Bett sinken und zog die Bettdecke hoch. Nun trat auch hier die Nachtruhe ein. Mr. Bishop schloss die Tür seines Büros ab und schlenderte den Flur entlang. Er nahm noch einen kurzen Umweg über den schwer gesicherten Raum in dem die Abteilung Artefakte aufbewahrte. „Welcher Wahnsinnige konnte so etwas schaffen?“ beklagte sich der Agori und musterte noch einmal die Kanohimasken, „in der Welt aus der ihr stammt trägt das Böse den Namen Makuta, in unserer Welt den Namen Gewissenlosigkeit der Wissenschaft und Machtmissbrauch.“ Der Abteilungsleiter zog einen Stift aus der Jackentasche und schrieb etwas in sein Notizbuch, „ja, morgen werdet ihr unter Aufsicht vernichtet, ihr seit zu mächtig als das man euch lange aufbewahren kann.“

Nachwort:

Manchmal frage ich mich was wirklich hinter der Prophezeiung steckt, schrieb Nathan in sein Tagebuch. Und ich bezweifle das je ein Agori, Matoraner oder Toa diese Frage beantworten kann. Wie manche sagen, schrieb er weiter, wird sie immer ein Phänomen bleiben das verschieden ausgelegt wird. Fakt ist aber, beendete Nathan den Eintrag, dass wenn sie jemals erfüllt wird zwei von drei Zivilisationen auf der Strecke bleiben werden. „Und um das zu verhindern gibt es uns,“ lachte Evo und klappte das Tagebuch zu, „dazu wurde die tausend Jährige Bruderschaft gegründet.“ „Komm schon Schatz,“ hörte er Juliane rufen, „las uns die Nacht noch etwas genießen!“ Nathan lächelte zufrieden und ging zurück ins Schlafzimmer, „ja, das ist eine wirklich gute Idee.“

Hauptrollen:

Soundtrack;

Hellgate London Theme03:15

Hellgate London Theme

0902:37

09. Hellgate London Soundtrack - Ambush

Fight02:48

Fight

0403:00

04. Hellgate London Soundtrack - The Dawn of War

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