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Prolog: Die Ankunft

Der Staub fing wieder langsam an, sich zu legen. Noch vor kurzer Zeit hatte man einen ohrenbetäubenden Knall vernehmen können, und ein kleiner Teil der im Wasser schwimmenden Trümmerstücke war vollkommen verdeckt gewesen. Doch nun war es langsam wieder möglich, etwas zu erkennen: Eine reglose Gestalt lag am Boden, umgeben von verbogenen und versengten Metallstücken. An einer Stelle war auch noch eine schwarze Stelle zu erkennen, die sich kreisförmig in den Stein gebrannt hatte.
Nach kurzer Zeit war auch das letzte Nachhallen verklungen, und es herrschte wieder Stille. Dann fing die Person am Boden plötzlich an, sich zu bewegen.

Gesikk erwachte. Laut hustend fing er an, sich aufzurichten. Mit seinen Händen wischte er den gröbsten Staub von seiner Rüstung, und sah sich um.
Zu erkennen waren nichts außer größere und kleinere Steine, die teils auf dem Wasser trieben, andererseits auch durch eine gewaltige Kraft ineinander geschlagen worden sein mussten, sodass sie auch an manchen Stellen größere Flächen betretbaren Steines bildeten. Und hier sollte er sich versteckt haben? Der Glatorianer, der die wichtigen Aufzeichnungen dabei hatte? Gesikk fragte sich dabei nur, wo man sich in so einer Ödnis verstecken sollte. Trotzdem folgte er nun seinem Auftrag, und fing an, die Umgebung zu erkunden.
An Stellen, wo große Mengen Wasser die steinernen Bruchstücke trennten, konnte man zu teilen kleine Rahi sehen, die sich an dem Wasser nährten. Kam er jedoch näher, wichen sie erschreckt zurück und zogen sich in die Schatten ihrer winzigen Höhlen zurück.
Nun stampfte er schon eine ganze Weile durch die Landschaft. Langsam fing er an, depressiv zu werden, gar zu fürchten, die Mission sei nur ein Trick gewesen, um ihn los zu werden. Warum sollte er sein Transportmittel den sonst zerstört vorgefunden haben? Verräter!
Noch in seinen Gedanken, schon leise Rache schwörend, trat er nicht auf den Weg achtend gegen einen Stein. Er fluchte kurz, und sah dann zum Stein hin, mit einem wütenden Blick, obwohl dies natürlich nichts nutzte. Doch vor ihm war kein Stein. Vor ihm lag nur das Dunkel einer Höhle, die durch Verschiebungen entstanden sein musste. Und aus ihr drang der schwache Geruch von Verwesung.
Über dem Eingang war eine Schrift in den Stein geschlagen, die er nicht lesen konnte. Trotzdem wich er angewidert vom Eingang zurück. Ihm missfiel es sehr, doch um ganz sicher zu sein, musste er die Höhle betreten. Sollte er seinem Auftraggeber etwa erklären, er hätte Angst im Dunklen gehabt? Nein. Also schritt er entschlossen hinein.
Langsam und vorsichtig tastete er sich voran. Unter ihm knarrten die losen Steinplatten, die aneinander rieben. Zwar konnte er hier ein wenig durch das Tageslicht hinter ihm erkennen, fiel war es jedoch nicht. Er hatte einen Leuchtstein dabei, wollte diesen aber lieber nicht nutzen, da er sich sonst, sollten hier irgendwelche Wesen sein, auf sich aufmerksam machen würde. Einen Fuß nach dem anderen setzend ging er langsam vorwärts. Dann, mit einem Mal, kam das Geräusch von brechendem so plötzlich, dass er auf das Nachfolgende nicht mehr reagieren konnte: Eiskaltes Wasser des Meeres umspülte plötzlich seine Füße, und der Stein unter ihm neigte sich schnell. Dann rutschte er plötzlich, fiel hin und tauchte unter. Kurz sank er ein wenig herab, um ihm völlige Finsternis, und konnte die Platte wieder hören, die an ihren Ursprungsort zurückkehrte. Die Kälte erdrückte ihn, und Luft bekam er auch keine. Panisch versuchte er noch, an der Platte zu rütteln und sie somit zu bewegen, doch auch das scheiterte. Dann ging ihm die Luft aus, und die Welt begann, um ihn herum zu verschwimmen...
Erstaunt, noch am Leben zu sein, erwachte Gesikk, und musste zwanghaft das Wasser aushusten, was er verschluckt hatte. Er lag auf einer Liege, die in einer spärlich mit einem Lichtstein beleuchteten Höhle stand. Neben ihm sah ihn ein Matoraner an, der eine braue Kanohi trug und sich auf seinem Stab aufgestützt hatte. Mit seinen roten Augen sah er ihn sowohl neugierig als auch wachsam an. Schnell sah er nach, ob sein Beutel noch vorhanden war, und stellte fest, dass dieser fehlte. Nur kurz musste er suchen, dann sah er ihn auf einem Tisch in der Nähe liegen. Wie erwartet war dieser Tropfnass. Plötzlich fing der Matoraner an, ihn anzusprechen:
"Sprichst du unsere Sprache?" fragte er, befasst darauf, möglichst klar und deutlich zu sprechen.
"Ja." antwortete Gesikk knapp, weiterhin den Raum studierend. Relativ schnell war die Tür gefunden, eine, die aus sehr altem Holz bestand. Schlagartig setzte er sich auf, schwang sich von der Liege herunter und stieß dabei versehentlich den kleinen zur Seite. Dieser starrte ihn nun angsterfüllt an, seinen Gehstab auf ihn gerichtet. Er beachtete ihn jedoch nicht, griff nach seinem Beutel und seinem Stabschwert, welches daneben lag, und schritt auf die Tür zu.
"Wo gehst du hin? Willst du den gar nichts über uns wissen?" wurde er noch gefragt, bevor er mit einem Schwung seine Waffe in das morsche Holz bohrte und dagegen trat, sodass sie aus den Angeln brach. Ohne den Matoraner zu beachten, riss er er es wieder heraus und ging auf den Gang dahinter. Von weitem konnte er ein Licht sehen, und darauf stürmte er jetzt zu. Ihm wurde nur noch entsetzt nachgesehen.
Nach einem kurzen Sprint war er endlich wieder an der frischen Luft. Er bemerkte zudem, dass er sich glücklicherweise noch auf den Trümmern befand. Also setzte er seinen Weg fort. Dabei hoffte er sehr, nicht wieder jemandem zu begegnen, der ihm fragen stellte oder ihn sonstwie abhielt, seine Mission zu erfüllen.

Erster Fund

Doch natürlich hatte er nicht das Glück, denn schon nach Kurzem begegnete er wieder jemandem. Gerade ging er noch, in Gedanken versunken, seinen Weg, als er plötzlich angesprochen wurde:
"Wer bist du? Und was tust du hier?" fragte ihn eine männliche Stimme. Er blickte daraufhin zur Seite, und sah einen weißen Toa dort stehen. Das Schwert hatte der andere noch im Gürtel, jedoch lag seine Hand schon unruhig am Abzug seines schweren Blasters, der unter seinen Arm geschnallt war. Jedoch zielte er nicht auf Gesikk. Noch nicht. Missbilligend sah er den Toa an, zuckte mit den Schultern und ging weiter. Ein wenig irritiert über dieses Verhalten wurde ihm noch hinterher gerufen: "Hey! Bleib stehen! Antworte mir!" Erst wollte er auch dies wieder ignorieren, entschloss sich jedoch anders. Mit einem finsteren Blick wandte er sich um, seine Hand ruhig auf dem Heft seines Stabschwertes liegend, und schritt auf ihn zu. Nun baute er sich zu seiner vollen Größe auf, sodass er den anderen überragte, schibste ihn ein wenig nach hinten und sprach dann:
"Meine Mission hat dich nicht im geringsten zu interessieren! Meine Welt hat dich nicht zu interessieren, ich habe dich nicht zu interessieren! Geh deinen dummen Pflichten nach, Toa, und halte dich und deinesgleichen von mir fern! Verschwinde!"
Ein wenig erschreckt darüber wich der Toa ein wenig zurück.
Eine Blaue, weibliche Gestalt tauchte plötzlich hinter einem Stein auf und lief schnell auf seinen Gegenüber zu, um ihm etwas zuzuflüstern. Mit einem letzten feindseligen Blick wandte sich der Weiße dann ab und ging raschen Schrittes mit der neu erschienenen Person davon. Triumphierend grinste Gesikk ihnen hinterher. Mal wieder hatten seine Einschüchterungstalente ihm geholfen.
Während er weiterging, fragte er sich jedoch, wohin dies alles führen sollte. Er strich nun schon seit Stunden durch die Landschaft, brachte allerdings nichts anderes zustande, als irgendwelche "Einwohner" aufzuschrecken. Und bis jetzt hatte er auch noch nichts entdeckt, was ihm bei seiner Suche helfen konnte. Zwar war er schon bei manchen Formationen der Steine stehen geblieben, sie für einen Eingang in eine Höhle haltend, es stellte sich jedoch immer heraus, das dem nicht so war. Außerdem stand die Sonne hoch am Himmel und drückte mit unersättlicher Wärme auf ihn ein. Zwar war er die hieße Sonne seines Heimatplaneten gewöhnt, jedoch war er auch irgendwann erschöpft. Kraftlos ließ er sich an einen Felsen sinken und begann, seinen Wasserschlauch aus dem Beutel heraus zu kramen. Er setzte ihn an den Mund, wollte trinken, aber er spürte nichts. Er war doch voll gewesen, als er ihn eingepackt hatte! Verwundert nahm er ihn wieder ab und sah ihn an. Er war mit etwas zerschnitten worden. Ein großer Riss prangte auf der Unterseite, und zog sich bis oben hin. Wütend steckte er ihn wieder ein, stützte sich dann auf seiner Waffe auf und hievte sich hoch. Mit schweren Schritten suchte er jetzt nach einer Wasserquelle.
Die Pfützen, die sich auf den Steinen gebildet hatten, waren nicht brauchbar, da sie größtenteils verdreckt waren. Also musste Meerwasser her. Zum Glück war diese Öde Landschaft recht überschaubar, und schnell fand er seinen Weg dorthin.
Als er um die Ecke bog, blieb er jedoch erschreckt stehen: Vor ihm hatte ein Kampf getobt. Blutspritzer bedeckten zu teilen den Boden, und ein toter Krieger in dunkelroter Rüstung lag auf dem Stein. Vorsichtig ging Gesikk in einigem Abstand um den Schauplatz herum, um sich erst einmal zu erfrischen. Das kühle Meerwasser erfrischte ihn sehr. Schnell nahm er noch Wasser mit den Händen auf, um sich den Dreck vom Gesicht zu waschen.
Ein wenig abgekühlt wandte er sich dann wieder der Leiche zu. War jetzt vielleicht endlich ein Zeichen gefunden? Er kniete sich hin, und sah in der Tasche des Kriegers nach. Darin fand er allerlei unnützes, aber auch eine Art Buch. Den Rest sah er sich nicht an, denn das war für seine Mission nicht von belang. Dann nahm er sich das Buch vor. Doch sofort wurde er enttäuscht: Bis auf die erste Seite war nichts beschrieben. Und die Schrift, die vorhanden war, konnte er nicht lesen. Ernüchtert steckte er es in seine Tasche. Vielleicht war es noch nützlich. Außerdem nahm er die Münzen, die die Leiche bei sich trug, mit. Denn hier hatten sie eine andere Währung, und vielleicht müsste er sich auch mal etwas neues kaufen, wie zum Beispiel einen Trinkschlauch.
Das positive bei seiner Entdeckung war wohl, dass er jetzt ein Ziel vor Augen hatte. Denn nun musste er einen Einheimischen überreden, ihm den Text zu übersetzen, so sehr er auch Kontakt mit ihnen vermeiden wollte. Also ging er entschlossen den Weg zurück, den er gekommen war, um den weißen Toa und die andere wieder zu finden.

Der Angriff

Es fing schon langsam an zu dämmern, und Gesikk hatte immer noch niemanden gefunden, der ihm helfen konnte. Er blieb stehen und lauschte. War da gerade eben nicht noch ein Geräusch gewesen? Etwas, dass wie schwere Schritte klang? Doch nun war alles still. Vorsichtig setzte er seinen Weg fort, sich dabei aber immer wieder umsehend. Dann endlich entdeckte er etwas: Eine weitere Höhle, diesmal mit einem längeren Schriftzug, den er natürlich wieder nicht entziffern konnte. Doch von innen drang das Geräusch von einer oder mehreren Personen heraus, die hin und her schritten. Kurz war auch das Klimpern von Metall zu hören.
Dann gab es einen lauten Aufprall in seinem Rücken. Er drehte sich um, gerade schnell genug, um dem heran fliegenden Fels auszuweichen. Der große Stein zersplitterte, und einige Stücke trafen ihn, obwohl er sich auf den Boden geworfen hatte. Als der aufgewirbelte Staub sich legte, sah er einen etwas kleinen, dennoch aber muskelbepackten Titan vor sich stehen. Seine Rüstung war rot-silber, welche ein Brandloch am Bauch aufwies, ebenso fehlte seinem Gegenüber ein Bein, welches durch ein schwarzes, technisches ausgetauscht worden war, welches nicht wirklich zum Rest passte. Die Maske war halb kaputt, und der dieser Seite wurde sie von irgendwelchen Bändern festgehalten. In seinen massigen Händen hielt er eine große Axt. Sein Blick war wutentbrannt.
"Niemand darf eintreten! Niemand, der nicht dem Orden angehört!" wurde ihm entgegen gebrüllt. Dieser hier würde ihm sicherlich nicht helfen, die Schriften zu übersetzen. Also legte Gesikk seinen Beutel ab, zog sein Stabschwert, stellte sich kampfbereit hin und sah den Titan unvermittelt an. Da er nicht mit Widerstand gerechnet hatte, sah der andere erst überrascht aus; Dann wich dieser Gesichtsausdruck aber wieder und verwandelte sich in Zorn.
"Dein Untergang heißt Axonn!" brüllte der Krieger und hob sein Axt. Mit einem schnellen Sprung wich Gesikk zur Seite aus, und stürmte seinerseits auf den Titanen zu, welcher noch dabei war, seine Axt aus dem Boden zu ziehen. Dabei bemerkte er den anrennenden nicht einmal. Dieser machte einen Sprung, und zog währenddessen seine Waffe schräg von unten nach oben, und schnitt dabei die Torsorüstung Axonn's auf. Sein Gegner brüllte nun vor Wut, und hieb wieder mit der Axt nach ihm. Und wieder. Schnell musste er zurückweichen, denn die Axt verfehlte ihn immer nur knapp. Dann wurde er überrascht: Die Axt wurde auf die Breitseite gelegt, der Krieger sprang auf ihn zu und schlug sie mit Wucht gegen ihn. Von der puren Kraft von den Füßen gerissen, flog Gesikk ein Stück und schlug dann hart auf dem Boden auf. Benommen blieb er liegen, seine Sicht war sehr unklar. Erst nach einer Weile lichtete sich sein Blick. Wieder einmal knapp konnte er dem Todesstoß entkommen, indem er sich zur Seite rollte, als die Axt auf ihn herabfuhr. Schnell wieder aufgesprungen, brachte er sich hinter einem Fels in Sicherheit. Und schon kam Axonn wieder angetrampelt. Mit einer unglaublichen Geschwindigkeit rannte Gesikk los, und zwar direkt auf die Höhle zu. Es ertönte noch ein wütendes Brülle, dann ein Krachen, als wieder einmal ein gigantischer Stein aus dem Boden gebrochen wurde. In der letzten Sekunde ging er von seiner Laufbahn ab, sodass das Geschoss ihn zwar verfehlte, jedoch frontal in die Höhlenwand einschlug.
Ein mächtiges Poltern war zu hören, und die eine Seite der Höhle stürzte ein. Staub wirbelte auf, und laute Schreie verschiedener Stimmen erklangen. Doch diese wurden alle schnell von dem Krachen übertönt, und erstarben dann vollends. Er schluckte, sich nun der Macht seines Gegners vollends bewusst. Doch wie war er zu besiegen? Die Beine waren nicht verwundbar, denn sie waren zu dick gepanzert. Die Stellen, die am leichtesten verletzt werden konnten, waren Kopf und die eine Stelle am Bauch. Dummerweise lagen die zu weit oben, außerhalb seiner Reichweite. Und fliegen konnte er nicht. Oder doch? Schnell fasste er einen Plan, triumphierend grinsend. Er fing an, seine Waffe vor sich ausgestreckt, zu rennen, seinen Kurz auf den Titan gelegt. Kurz vorher dreht er eine Kurve, sprang über den neu entstandenen Trümmerhaufen und stieß sich ab. Mit dieser Kraft flog ein ein Stück weit, und traf Axonn mit seinem Stabschwert fast genau in die geflickte Stelle am Bauch, nur ein bisschen zu weit oben. Von der Wucht des Aufpralls wurde der andere aus dem Gleichgewicht gebracht, und fiel. Sich an der Waffe festhaltend, wurde er nicht von ihm herunter geworfen. Mit einem Ruck zog er die Waffe wieder aus dem Bauch heraus, wobei ihm Blut entgegen spritzte. Mit einem Gebrüll und einer gewaltigen Kraft schlug er ihm das Schwert in den Kopf. Ein tiefer Aufschrei ertönte, dann ein letzter Versuch, sich zu bewegen, und dann erschlaffte Axonn. Der Krieger war gefallen.
Völlig erschöpft ließ sich Gesikk von ihm herunter rollen. Kurz blieb er liegen, um Luft zu holen, dann stand er mühsam auf, während die Schmerzen durch seinen Rücken zogen. Er zog ein paar mal an seiner Waffe, bis er sie frei bekam, und hängte sie wieder an seinen Rücken. Danach bewegte er sich schleppend auf die Höhle zu, ergriff seinen Beutel, hängte ihn sich um und holte den Lichtstein hervor. Diesmal würde er nicht wieder ohne Sicht eine Höhle betreten, besonders, da diese gerade eben erst eingestürzt war. Nun ging er hinein, in der Hoffnung, noch etwas von dem retten zu können, was drinnen an Informationen lagen.

Verräter des Ordens

Das schwache Licht des Steines reichte schon aus, um alles vollkommen zu beleuchten. Der Einsturz hatte den Raum um einiges verkleinert. Und das schreckliche war nicht vor ihm verborgen: Drei weitere Krieger in dunkelroten Rüstungen lagen auf dem Boden, von einem sah man nurnoch die Beine unter dem Schutt. Die anderen Beiden waren von herabfallenden Steinen erschlagen worden. Schnell, und eher unachtsam, durchkramte er deren Taschen nach Goldstücken, denn etwas anderes hatte bereits seine Aufmerksamkeit für sich beansprucht: HInter einem Gitter, dass nun arg verbogen war, lag eine Toa. Sie hatte schwarze Haare, die zusammengebunden waren, und eine ebenfalls schwarze Rüstung, die an einigen Stellen wie der Maske aus hellem grün bestand. Und ganz offensichtlich atmete sie noch. Ihr linkes Bein war fast vollständig unter Steinen verschwunden, und ebenso war der rechte Fuß nicht mehr zu sehen. An ihrem Kopf blutete es schwach, und ein etwas kleinerer Stein, der trotzdem ausreicht, um jemanden kurz auszuschalten, lag nicht weit entfernt. Mit ein wenig Schuldgefühl, da er ja zum Teil für diesen Einsturz verantwortlich gewesen war, schob er die Gittertür zur Seite, deren Schloss herausgebrochen war.
Er kniete sich nieder, und schob vorsichtig einige Trümmerteile beiseite, bis er genug freigelegt hatte, um die Toa heraus zu ziehen. Mit viel Kraft packte er sie nun an den Oberarmen, und zog sie vollends hervor. Kurz atmete er aus, dann wandte er sich den Beinen zu, um den Schaden an der Rüstung zu erkennen.
Das Leder war zum großen Teil zerrissen, und die Metallplatten eingedellt. Außerdem waren die ehemals eingequetschten Teile blutig. Wahrscheinlich würde Gesikk es nicht schaffen, sie in nächster Zeit wieder dazu zu bringen, selbst zu laufen. Müsste er jetzt auch noch einen Heiler suchen? Wütend stampfte er auf. Wie konnte man nur so viel Unglück haben?! Da fand man nach einer ewig langen Suche endlich jemanden, der einem helfen konnte. Doch die Person war natürlich so verletzt, dass sie unter schmerzen litt, nicht selber laufen konnte und obendrein bewusstlos war. Jetzt müsste er sie hinterher schleppen und würde dadurch verlangsamt werden. Toll.
Zum Glück war er kräftig genug, um die Toa hochzuheben. In beiden Armen tragend, stieß er die Tür zum Zellenausgang mit dem Fuß auf und machte sich auf den Weg zum Ausgang. Ganz in Gedanken, bemerkte er zuerst nicht, dass dort bereits jemand stand. Erst nachdem dieser sich vernehmlich räusperte, blickte er hoch. Vor ihm stand ein kräftig gebauter, in rot und silber Gerüsteter, allem Anschein nach noch ein Toa. An seinen beiden Seiten trug er zwei Kurzschwerter, und ein großes Schild war an seinen Rücken geschnallt. Ein wenig misstrauisch wurde er angesehen. Ohne etwas zu sagen, zeigte Gesikk auf die verletzte in seinen Armen. Überrascht kam der andere jetzt auf ihn zu, und nahm sie ihn ab.
"Bevor du abhaust," , sagte er noch, "wollte ich gerne wissen, ob du mir bei einem Problem helfen kannst. Denn ich brauche eine Übersetzung von einem Text, der in eurer Sprache geschrieben ist."
"Zeig mal her" sagte der rote Krieger, und streckte eine Hand aus, wobei er das Gewicht des Körpers auf seinen Arm verlagerte. Gesikk kramte das Buch hervor, und hielt es ihm hin. Dieser schlug die erste Seite auf, überflog den Text, und seine Augen weiteten sich. Mit einer Handbewegung ließ er das Buch wieder zuknallen, und lief los. Ein kurzes "Folg mir!", ansonsten kam nichts mehr von ihm. "Hey!" rief er ihm noch hinterher, doch der Toa entfernte sich mit raschen schritten. Wütend darüber folgte er ihm dann rennend.

Nach Kurzem schon erreichten sie dann eine Stelle, von der man aus gut ein in der Ferne liegendes Lagerfeuer erkennen konnte, welches in der bereits eingesetzten Nacht gut zu sehen war. Nun dauerte es auch nicht mehr lange, bis sie endlich dort waren. Dort wurde die Toa auf eine Art Liege gelegt, und aus einer Tasche kramte der größere alles mögliche von Flaschen hervor. Während Gesikk nur dastand, und dabei zusah, wie irgendwelche Mixturen und anderes auf die verwundeten Stellen aufgetragen wurden, fiel ihm ein, er könne auch mal nach den Namen der Beiden fragen.
"Wie heißt ihr beide?" fragte er. Kurz sah der Toa von seiner Arbeit auf, dann wandte er sich dieser wieder zu und antwortete:
"Mein Name ist Vohon, ein Toa des Feuers von der Insel Vyrkon Nui. Diese hier, die du aus den Trümmern gezogen hast, heißt Vastara, eine Toa des Pflanzenlebens, ebenfalls von meiner Insel." Und damit war dann auch jeder andere Kontakt mit ihm beendet. Während Vohon noch beschäftigt war, suchte Gesikk sich einen Platz, um sich hinzusetzen. Er entdeckte eine Steinbank, oder etwas, dass so aussah, und setzte sich. Eigentlich wollte er wach bleiben, um die Situation zu bewachen. Doch ohne es kontrollieren zu können, sank er in einen tiefen Schlaf.

Das Ziel vor Augen

Am nächsten Tag erwachte er, und stellte überrascht fest, dass er sich nicht mehr am selben Ort aufhielt, an dem er eingeschlafen war. Nun lag er einem Bett. Und in einem Raum. Merkwürdig. War er nicht vorher an einer alten Raststätte gewesen, an der nur ein Feuer die Umgebung beleuchtet hatte? Nu ja, er musste jetzt damit zurechtkommen. Vorher sah er sich erst einmal um. Das Zimmer, komplett mit Holz verkleidet, war nicht gerade groß. Außer seinem Bett stand nur ein altes Bücherregal im Raum, und eine kleine Lagerkiste. Als Beleuchtung dienten Fackeln, die an der Wand befestigt wurden. Da jedoch Tageslicht durch die Fenster schien, brannten sie nicht. Noch immer leicht müde, setzte Gesikk sich auf und verließ dann seine Liege. Auf einem Holztisch, den er bis jetzt noch nicht bemerkt hatte, lag sein Beutel, und seine Sachen waren darum ausgebreitet. Diese sah er sich nun genauer:
Dort lag sein alter Thornax-Werfer. Der Leuchtstein, der mittlerweile einen Riss aufwies, und die Goldmünzen entdeckte er. Den Proviant, den er sich mitgenommen hatte, war schon ganz matschig, und im Gegensatz zu den anderen Dingen nicht getrocknet. Das Zeug konnte er vergessen. Seine Waffe, das Stabschwert, sah so aus wie immer. Keine anderen DInge entdeckend, nahm er den Beutel auf, und tat behutsam die Sachen hinein. Den alten Proviant ließ er liegen, und stieß die Tür auf, die nach seinem Durchgehen wieder ins Schloss fiel. Draußen kam ihm sogleich ein frischer Luftzug entgegen. Relativ gut gelaunt schritt er nun auf die Gruppe von vier Toa zu, die sich offenbar um etwas stritten. Von weitem konnte Gesikk das Logbuch des toten Kriegers erkennen, dessen erste Seite aufgeschlagen war. Sich erst einmal zurückhaltend, lauschte er dem Gespräch.

"Das ist doch schwachsinnig! Warum sollten wir es denn benutzen? Wir wissen nicht einmal, wo es hinführt!" kam von dem roten, Vohon.
Darauf entgegnete der ihm immer noch unsympathische weiße Toa, der anscheinend zu diesem Team gehörte, auch gleich etwas: "Ich stimme ihm zu. Was, wenn es eine Falle ist? Schließlich könnte uns das Portal auch einfach in eine was-weiß-ich für gefährliche Gegend führen. Oder wir werden einfach mitten in einen Berg gesetzt, in dem wir dann ersticken dürfen."
Nun sprach die Toa des Pflanzenlebens, dessen Namen ihm wieder entfallen war: "Aber es könnte auch große Möglichkeiten bieten! Denk doch nur mal darüber nach, was wir für Möglichkeiten hätten, unsere Resourcen mit Materialien und Rohstoffen aus anderen Welten aufzufrischen!"
Die in blau gerüstete, die bisher geschwiegen hatte, meldete sich zu Wort: "Jetzt willst du also die Parallelwelten ausbeuten? Als ob deren Bewohner nicht auch leben würden! Was versuchst du da für einen krummen Plan zu schmieden??"
Noch bevor die grüne etwas entgegnen konnte, unterbrach Vohon sie. "Schluss jetzt. Du bist wieder einmal zu weit gegangen, Vastara. Du offenbarst uns, deinem Team, deine Pläne nicht und versuchst, dich dumm heraus zu reden. Und du erwartest von uns auch noch Unterstützung? Nein. Und damit ist das Thema beendet." Mit einem wütenden Blick klappte er das offene Buch zu, und wollte es gerade wieder weglegen, als Vastara ihn mit einem weiteren Satz daran aufhielt: "Ich habe die Wächter, diese korrupten, die mich festhielten, sprechen hören. Sie meinten, dass das Portal genau dann entstanden war, als ein Toa-Großes Wesen hier auftauchte, mit merkwürdigen Waffen aus Knochen und einem Werfer, der mit Beeren geschossen haben solle. Sie unterhielten sich auch, wohin diese seltsame Gestalt verschwunden sein konnte. Ihre einzige Idee war, dass sie wieder durch den "Umschatteten Durchgang", wie sie es nannten, verschwunden war. Und irgendwann ist einem diese Karte heruntergefallen, mit dem genauen Standort." Damit zog sie ein zerknicktes Stück Papier heraus, welches sie entfaltete und auf dem Tisch ausbreitete. Ohne weiter zu lauschen, beschäftigte sich Gesikk nun mit seinen eigenen Gedanken. War das wahr? Konnte der Glatorianer hier gewesen sein? Wahrscheinlich. Und da der Eisen-Stamm sowieso nie die anderen in ihre Entdeckungen und Experimente mit einweihten, konnte es gut möglich sein, dass sie solch einen Weltendurchgang in Form eines dunkeln Portals erschaffen hatten. Natürlich! Und wenn er ihm jetzt folgte, würde er ihn sicherlich bald finden. Das einzige, was er jetzt noch brauchte, war die Karte dorthin. Wobei er sich gleichzeitig fragte, wie man von diesem öden Trümmerhaufen überhaupt eine Übersicht anfertigen konnte. Doch das beschäftigte ihn jetzt nicht so sehr. Erst einmal brauchte er sie überhaupt. Deshalb ging er nun ganz gemütlich auf die Gruppe zu, die ihn erst gar nicht bemerkte. Mittlerweile hatte Vastara einen roten Punkt dort eingezeichnet, wo sie sich befanden, sagte sie. Und auf dem Tisch lag auch noch ein Kompass. Perfekt. Noch bevor ihn jemand bemerken konnte, sprang er plötzlich nach vorne, schubste dabei den weißen Toa zur Seite und griff sich Papier und Kompass. Und dann rannte er, die empörten Rufe hinter sich ignorierend. Doch die anderen machten sich bereit, ihn zu verfolgen. "Das kann ja noch amüsant werden", dachte sich Gesikk grinsend.

Der Weg

Mit den Sachen in der Hand rannte er, so schnell wie es seine Beine ihm erlaubten. Er hatte bereits einen Vorsprung zu den anderen; Dies kam natürlich daher, dass sie alle Überrascht hatte, und außerdem, da sie in ihren schweren Metallrüstungen einfach schwerfälliger und langsamer waren als er. Nur Vastara näherte sich immer mehr, denn auch sie trug, wie Gesikk, nur eine leichte Rüstung aus Leder, auf welche an manchen Stellen Metall angebracht war. Er brauchte wieder einen Plan, wie er aus diesem ewigen Rennen entkommen konnte. Seine erste Idee war natürlich, das Portal zu finden. Doch der Versuch, sich auf die Karte beim Rennen zu konzentrieren, scheiterte. Also musste er etwas anderes tun. Ganz zu seinem Glück entdeckte er am Rand des Weges, den er lief, ein Loch im Boden. Ohne lange zu zögern, wich er von seinem Kurz ab und sprang ins dunkle. Da er in solchen Manövern bereits geübt war, ging er im Sprung gleich in die Position, um sich abzurollen. Doch der Grund, auf den er auftraf, bestand nicht aus Stein. Es war Wasser, in welches er leicht schräg hineinstürzte.
Immer noch unter Wasser, und völlig betäubt durch die plötzliche Überraschung, strampelte er zuerst wild herum, bis er wieder die Orientierung gewonnen hatte. Dann ließ er sich langsam zur Oberfläche tragen.
Dort stützte er sich, das ganze Wasser aushustend, an den Rand des Wasserlochs. Und erst jetzt bemerkte er, dass die Papierkarte völlig durchnässt war. Hastig versuchte er noch, etwas zu retten, doch die Zeichen waren unleserlich geworden, und das Material gab nach. An manchen Stellen war es bereits vom Aufprall und dem herumwirbeln seiner Arme zerfleddert. Wütend schmiss er die Karte auf den Boden. Damit war sei Plan dahin. Das einzige, was ihm den Weg weisen konnte, lag nun aufgeweicht neben ihm. Enttäuscht zog er sich aus dem Wasser, und wollte nach dem Vorsprung greifen, damit er sich herausziehen könnte. Doch da war nichts, nachdem er greifen konnte. Er war nicht groß genug, um den Rand zu erreichen. Panisch versuchte er, mit springen heranzukommen, doch auch das gelang nicht. War er jetzt hier eingesperrt? Wahrscheinlich. Denn zum Herausgraben hatte er auch nichts dabei. Wütend über diesen großen Fehler setzte er sich wieder und dachte nach.

Nach ein paar Minuten schon hörte er, wie jemand in seine Richtung rannte. Seine Verfolger hatten also aufgeholt. Und ihn gefunden. Na toll. Versucht, möglichst leise zu sein, drückte Gesikk sich in eine Ecke. Die Schritte waren nun verklungen. Dann streckte sich ein Arm hinab. Einer, der in grün-schwarze Lederrüstung gekleidet war. Vastara.
"Ich weiß, dass du dort unten bist. Wenn du noch zum Portal möchtest, würde ich dir vorschlagen, du hältst dich an meinem Arm fest, und ich ziehe dich hoch. Wenn du dich nicht zeigst, gehe ich, und lasse dich dort unten verrotten."
Schnell sah er seine Möglichkeiten durch. Hier unten bleiben, dass kam auf keinen Fall in Frage. Aber sich nach oben ziehen lassen? Was, wenn die anderen dort warteten? Denn warum sollte eine Toa plötzlich ihm helfen wollen? Allerdings musste er auch bedenken, dass sie es gewesen war, die eine andere Meinung als ihre Kameraden hatte. Seufzend ergriff Gesikk ihren Arm und hielt sich daran fest.
Erstaunlich schnell stand er dann vor ihr. Mit wenig Anstrengung war es ihr gelungen, sein ganzes Gewicht mit einem Arm halten zu können. Doch jetzt war er an der Reihe, fragen zu stellen.
"Und was jetzt? Ich weiß zwar nicht genau, warum du mich unterstützt, doch ich möchte gerne Wissen, wie wir ohne Karte den Weg finden sollen."
"Ach, die Karte... das war nur etwas, dass ich den anderen vorlegen konnte. Hätte ich einfach erzählt, ich wüsste von etwas, welches ich bedauerlicherweise nur aus dem Kopf weiß, hätte man mir noch weniger geglaubt." antwortete sie.
"Okay. Dann kennst du wohl den Weg. Doch warum sollte ich dir, einer Fremden, vertrauen?" gab er zurück.
"Du musst es einfach tun. Und da du mir auch nicht von deiner Mission erzählst, von der ich auch nicht unbedingt wissen möchte, wirst du auch nicht in meine genaueren Absichten eingeweiht. So einfach ist das."
Darauf hatte er nichts mehr zu entgegnen. Er zuckte einmal mit den Schultern, dann fragte er nur noch, wohin es ging. Ohne eine Antwort lief Vastara los. Zuerst sah er ihr ein wenig irritiert hinterher, doch dann begriff er, dass sie ihm den Weg einfach zeigen würde. Der Blick über die Schulter überzeugte ihn dann vollkommen, ihr zu folgen. Hinter ihm rannten, nun nicht mehr weit entfernt, die übrigen drei Toa.

Das dunkle Portal

Außer, dass sie ständig irgendwo kleine Umwege nehmen mussten, um die anderen zu verwirren und in falsche Richtungen zu führen, blieb der Weg ereignislos. Nun befanden die Beiden sich an einem Ort, wo ein großes Wasserloch im Boden das Weitergehen verhinderte, und rings herum standen Felstürme, die nicht überwunden werden konnten. Sie waren zwar nicht Wasserscheu, aber hier hatte sich gerade etwas bewegt. Etwas, was wie ein großer Rahi aussah. Natürlich konnten sie jetzt nicht einfach hineinspringen, und hoffen, nicht angegriffen zu werden.
Seltsamerweise schien das alles Vastara überhaupt nicht zu stören. Denn sie tat nun etwas, was Gesikk nie zuvor gesehen hatte: Sie schien sich zu konzentrieren, sie spannte sich ein wenig an, und dann fing auf einmal ihre Maske an, leicht zu glimmen. Dies wurde mit den Sekunden immer stärker, bis die Kanohi von einem hellen gleißen umgeben war. Dann hob sie sich plötzlich mit einem Ruck vom Boden ab, und schwebte über das große Wasserloch hinweg. Erstaunt sah er ihr nach. Wie war das möglich? Waren das etwa die sagenumwobenen Maskenkräfte, von denen man sich auf seinem Heimatplaneten erzählte? Von diesen Geschichten war er schon immer beeindruckt gewesen, aber es aus erster Hand zu sehen... das war wirklich unglaublich. Als sie auf der anderen Seite aufsetzte, wandte sie sich ihm zu, und mit ihm geschah ähnliches, nur, dass er diesmal selbst anfing zu glimmen, jedoch nicht zu strahlen. Von einer gewaltigen Kraft bewegt wurde auch er hinüber getragen. Kurz noch leicht benommen, raffte er sich wieder zusammen und setzte den ewig langen Weg fort.
Dann war es soweit. Vastara blieb stehen. Und vor ihnen war etwas weiteres, was ihm bislang unbekannt geblieben war: In den Fels war ein Torbogen eingelassen. Und in ihm waberten schwarzer Nebel, der an manchen Stellen schon aus dem "Rahmen" kroch. Der Nebel wirbelte die ganze Zeit umher und schien nie Ruhe zu finden. Ganz im Zentrum dieses Portals war ein weißen glühen, welches das schwarze umher zu verschlingen schien, nur, um es danach wieder auszuspucken.
Vorsichtig näherten sie sich ihm. Und dann standen sie nach wenigen Schritten auch schon direkt davor. Gesikk verspürte nun einen kräftigen sog, der davon ausging. Sehr vorsichtig versuchte er, die Oberfläche zu berühren. Kurz sah es so aus, wie wenn man Wasser berührt, und es bildeten sich kreisrunde Wellen. Dann griff dieser schwarze Nebel nach seiner Hand und zog daran. Die schwarten, kalten Schlieren überdeckten seine ganze Hand und griffen nach dem Arm. Sehr langsam wurde dieser nun in das Portal gezogen. Auch die Toa hatte ihm es gleich getan. Jedoch stand sie bereits zur Hälfte darin, schien jedoch noch kurz zu überlegen. Dann packte sie Gesikk bei der Hand und ging vor. Ohne noch einmal die Möglichkeit zu haben, es sich anders zu überlegen, griffen die Schatten nun komplett nach ihm und rissen ihn in die Finsternis.

Vohon und seine beiden Begleiter hatten gerade erst das Wasserloch überquert, welches Dank Talvi, dem Toa des Eises, zugefroren worden war. Trotzdem kamen sie nur sehr langsam voran, da ihre schweren Metallrüstungen gute Beweglichkeit einfach nicht zuließen. Nun schleppten sie sich einfach weiterhin durch die Landschaft, die anderen schon aus dem Auge verlierend.
Erst als sie schon fast am Ende ihrer Kräfte waren, sahen sie es endlich: Das dunkle Portal. Und natürlich war es genau so, wie es sich Vohon aus den alten Beschreibungen heraus gedacht hatte: Die schwarzen Schatten, die nach einem griffen, und das weiße leuchten in der Mitte. Während die anderen noch erstaunt darauf blickten, schritt er einfach darauf zu und streckte seine Hand aus. Die anderen würden ihm mit Sicherheit folgen. Als würde er es jeden Tag tun, streckte er seine Hand aus, und das Portal vor ihm griff förmlich nach ihm. Doch dann kam das Überraschende: Nichts geschah danach. Er konnte hinter dem schwarzen sogar den kühlen Fels der Rückwand spüren. Was war mit ihm los? Warum war es versiegelt worden, und wie? Und außerdem: Wo waren Vastara und der Fremde? Diese ganzen Fragen schwebten ihm durch den Kopf. Doch keine mochte er zu beantworten. Das einzige, was für ihn Sinn ergab, war folgendes: Es musste die Eigenschaft haben, sich zu verschließen, wenn jemand hindurchgeht. Und wer das gewesen war, wusste er auch.

Epilog

Gesikk wusste zuerst nicht, wie ihm geschah. Als ihn die Schwärze vollends erfasst hatte, verspürte er zunächst das Gefühl, endlos zu fallen. Die gähnende Leere um ihn herum war erdrückend. Dann merkte er, wie er krampfhaft Vastaras Hand festhielt, und erst dann fiel ihm auf, was sich noch alles verändert hatte: Die Umrisse seiner eigenen Hand und alles andere, was er sah, waren strahlten weiß und waren dadurch kaum zu erkennen. Die Farben waren mit einem seltsames violetten Licht angestrahlt, welche sie teils unkenntlich machte.
Dann drangen die Schatten plötzlich in seine Arme, Beine, Körper und Kopf, schienen alles zu zerfressen und zu zerbohren. Die Kälte, die ihn durchdrang, schmerzte unerträglich. Dann sah es so aus, als würden sich seine Gliedmaßen verschieben und verändern, und bei jeder kleinsten Bewegung knackte es laut. Er hatte das Gefühl, jeder Knochen würde einzeln in kleine Teile gebrochen werden, und schrie laut auf. Als sein Körper sich nun überall veränderte, es knackte und Geräusche erklungen, die nach etwas klang, was gerade zerbrach, wurde sein Schrei langanhaltend. Dabei bemerkte er, wie auch Vastara es nicht länger zurückhalten konnte und ebenfalls mit einstimmte.
Nach grauenhaften, endlosen Minuten klang alles ab. Erschöpft ließ Gesikk alle Spannung fallen. Und dabei ließ er aus Versehen die Hand der Toa los. Doch wurde sie nicht weggerissen: Sie blieb einfach ein Stück neben ihm schweben. Und dann griffen wieder die Schatten nach ihr und verdeckten sie vollständig. Es sah aus wie ein Kokon, in den sie eingewickelt war, und dieser fing sich an zu drehen, immer schneller, bis er plötzlich mit einer Stoßwelle verschwand. Und kurz darauf sollte ihm das gleiche widerfahren.
Doch schnell bekam der wirbelnde Kokon Löcher, und die Finsternis verschwand mitsamt der Kälte. Dies wurde durch eine stickige Luft, schlagende Hitze und den Geruch nach Feuer ersetzt. Gesikk lag auf einem Dreckigen Boden, und um ihn herum brannte es. Von Vastara war nichts zu sehen. Wohin hatte das Portal ihn geschickt?

Haupt-Charaktere

Die Toa Dakis

Andere

Wird fortgesetzt in Die dunkle Spiegelwelt



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