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Ein paar Infos:
Dies ist ein Crossover zwischen Bionicle und Silent Hill. Ich geb mir Mühe die Story so gut wie möglich zu schreiben.
Die Handlung spielt auf einer abgelegenen Insel auf Aqua Magna. Die Insel ist rundlich und von einem Wald umringt. Den größten Teil der Insel bedeckt aber die Stadt und exakt in der Mitte ist eine Halle, in der Veranstaltungen, Verkündungen etc. stattfinden. Die Einwohnerzahl liegt zwischen 800-900 Personen. Die Gliederung in Matoraner - Toa - Turaga besteht. Matoraner sind einfach Bürger, Toa sind Krieger und jagen im Waldring, Turaga herrschen über die Insel und wohnen nahe am Zentrum, um eben die Halle in der Nähe leiten zu können, ohne große Strecken zurücklegen zu müssen. Und jetzt wird es wichtig: sehr strenge Politik. Wer sich nicht daran hält wird bestraft. Je größer das Vergehen, desto härter die Strafe - die bis zur Exekution führen kann.
Aber jetzt mal genug davon. Viel Spaß beim lesen!

Prolog

Ich weiß nicht, wie oft sie diesen Satz sagten. Diesen einen Satz. Den Satz den sie sagten, als ich auf der Straße ging und sie mit Steinen nach mir warfen. Den Satz den sie sagten, als sie am Abend vor meinem Haus standen und ich nicht schlafen konnte. Selbst wenn ich schlafen konnte, konnte ich sie den Satz noch leise flüstern hören. Aber was hab ich getan, damit sie mir das antun? Nur weil ich weggerannt bin hassen sie mich? Ob es wirklich so falsch war weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass sie Feigheit hassten und dass morgen der Tag ist, an dem ich den Satz wieder Hunderte Male hören werde. Jedoch zum letzten Mal.

Kapitel 1

- Onumo. Onumo wach auf.
Er öffnete seine Augen und setzte sich langsam auf.
- Was ist los Ganola?
- Heute ist es soweit. Komm. Wir sollten uns auf den Weg machen.
- Können wir nicht einfach zu spät kommen? Ich will nicht hin. Abgesehen davon bin ich todmüde.
- Ich will auch nicht hin mein Freund. Aber es muss sein. Sonst bekommen wir beide noch Ärger.
- Du vielleicht. Bei mir ist das jetzt sowieso egal.
Ganola schwieg und es wurde still für wenige Sekunden, bis Onumo sich aufrichte und Richtung Tür ging. Die Toa des Wassers folgte ihm.

Es war ein langer Weg bis zur Stadthalle. Selbstverständlich stand schon die halbe Stadt vor meinem Haus. Sie alle schrien wieder diesen Satz. Wie ich ihn doch hasste. Sie hörten einfach nicht auf. Selbst dann nicht, als wir endlich am Ziel waren, hörten sie nicht auf zu schreien.

Als wir hineingingen war Turaga Ranock schon anwesend und bat mich mit einer Handbewegung nach vorn, während sich hinter mir alle im Saal versammelten.
- Ruhe!! Ich bitte um Ruhe!!
Und auf einmal waren sie still. Endlich.
- Wir alle wissen glaube ich wieso wir hier sind. Aber nochmal für die, die mit der Meute sinnlos mitgeschrieben haben: Wir haben uns heute hier versammelt, um die Exekution an Onumo, Toa der Erde und Bewohner des äußeren Stadtrings,
durchzuführen. Onumo soll bei einer nächtlichen Jagd mit Anget, Toa des Feuers und Bewohner des 3. Stadtrings, im Waldring weggerannt sein, als sich vor ihnen ein Tahtorak zeigte. Anget konnte den Tahtorak in die Knie zwingen, während Onumo schon über alle Berge war. Wegen der Regelung unseres Feigheitsgesetzes soll er nun von Anget hingerichtet werden. Anget, bitte vortreten.
- Töte-den-Feigling, töte-den-Feigling, töte-den-Feigling!!!
- Ruhe!!! Anget, bitte vortreten.
Der Toa kam nach vorn und nahm den Dolch, den Turaga Ranock ihm reichte.

Er trat nun vor den Toa, der mit 2 Seilen an 2 Pfähle gefesselt war.
- Tut mir leid Kumpel.. Irgendwelche letzten Worte?
...
- Ja.. Wir sehen uns wieder, Kumpel.
Anget sah ihn verwirrt an und stach ihm schließlich in den Bauch.

Die Matoraner schrien auf vor Freude.
- Ja! Endlich ist er tot!
Doch der Toa konnte es nicht glauben. Er hat seinen eigenen Freund getötet.
Schweigend ging er an den Matoranern vorbei und verließ die Halle. Das einzige an was er gerade denken konnte waren die letzten Worte Onumo's und die Tatsche, dass er tot war.
In seinem Haus angekommen legte er sich zur Ruhe, während er noch kurz die Jubelrufe seiner Nachbarn hören konnte.

Kapitel 2

Ein neuer Tag brach an und Anget öffnete seine Augen. Aber irgendwas war anders an diesem Morgen. Wo waren die Leuchtfeuer, die jeden Morgen in der ganzen Stadt zu sehen waren? Vielleicht haben sie mal eine Ausnahme gemacht oder die Feuer sind schon ausgebrannt, aber direkt nach dem aufstehen interessierte ihn das wenig. Als er zur Tür ging, sah er einen Zettel, der dort angeheftet war. Verschlafen konnte er das Gekritzel lesen.

Es ist alles deine Schuld


Dieser Satz rüttelte ihn wach. Was war damit gemeint? Als er die Tür öffnete, war er erst recht verwirrt. Dichter Nebel. Im 3.Stadtring? Zudem war es vollkommen still. Zur Sicherheit ging er in sein Haus zurück und holte seine Feueraxt.
Gerade in dem Moment, wo er die Axt nahm, hörte er einen Schrei. Der Toa rannte aus dem Haus und sah entlang der Straße die Umrisse eines rennenden Matoraners.
- Hey! Heeey Hey! Warte!
Anget rannte ihm so schnell wie möglich nach, bis in eine Seitenstraße, die in einer Sackgasse endete. Der Schrei verstummte und der Matoraner ist verschwunden. Er fand nur einen weiteren Zettel. Es war ein Brief

Lieber Tanek,
Es tut mir Leid, aber ich will heute bei der Exekution dabei sein. Mit oder ohne dich. Es gehen alle hin und ich will nicht einer der wenigen sein, die nicht hingehen.
Ich komm später mal bei dir vorbei.
,Dein Freund Olan

- Was für ein Spiel wird hier gespielt?
Als er noch den Brief anstarrte hörte er ein Geräusch. Das war der unverkennbare Klang von Schritten und sie kamen langsam immer näher. Anget blieb wie angewurzelt stehen und hörte genauer hin. Er wagte es nicht sich umzudrehen. Der Toa riss sich zusammen und drehte sich schnell um. Zuerst sah er nichts, doch dann zeigten sich im Nebel Umrisse. Die auf ihn zukommende, gräuliche Gestalt sah aus wie ein Toa, doch es war keiner. Es hatte keine Maske und nur einen Arm mit einem Auswuchs, der aussah wie ein Dolch.
Als es den Toa deutlich sah, rannte es auf ihn zu. Anget reagierte schnell, wich dem Hieb mit dem Dolch aus und hackte der Gestalt mit seiner Axt den Arm ab. Es ging zu Boden und ein Blutstrom ronn aus dem Monster.
- Das wär mal geschafft.
Meinte er. Als er aber der Leiche den Rücken kehrte, richtete sie sich wieder auf und rannte erneut schreiend auf ihn zu. Im Reflex hackte er ihr diesmal den Kopf ab. Ein paar Sekunden ronn noch Blut aus beiden Wunden, doch dann trockneten die Blutpfützen ganz rapide.
Anget kehrte ihr erneut den Rücken und ging die Straße entlang und versuchte einen Plan auszutüfteln, um diesem Albtraum zu entkommen.
Direkt vor ihm wieder diese Schritte. Diesmal mehrere dem Klang nach.
-Nein. Nein!
So schnell er konnte drehte er sich um und rannte weg. Dabei versuchte er seine Kanohi Huna zu aktivieren. Doch sie wollte aus irgendeinem Grund nicht funktionieren. -Du kannst nicht vor dir selbst weglaufen Anget.
Er rannte so lange weiter, bis er in seinem Haus wieder ankam, verschloss die Tür und lehnte sich dagegen. Eine Weile hörte er nichts. Waren sie weg? Anget öffnete einen kleinen Spalt, doch er sah sofort die Monstermenge vor der Haustür, die darauf aufschrien. Er knallte die Tür zu und sie versuchten die Tür einzutreten. Unaufhörlich tretenden sie dagegen. Anget verzweifelte schon fast, als er im Seitenblick zu einem Fenster sah. Die Leuchtfeuer fingen an zu brennen. Die Tritte gegen die Tür verstummten. Sie waren nun weg.
Der Toa blieb nun in seinem Haus und denkte nicht daran, einen Fuß nach draußen zu setzen.

Kapitel 3

Anget kauerte sich in eine Ecke und hoffte, dass keine weiteren Monster an seine Tür klopften.
- Was ist hier bitte los!? Okay, ruhig bleiben. Alles okay.
Der Toa versuchte trotz allem Ruhe zu bewahren und dachte nach wie es weitergehen soll.
Doch bevor er nachdenken konnte war das Licht schon wieder erloschen. Das Leuchtfeuer ist ausgegangen. Da kam ihm die Lösung.
- Das Leuchtfeuer. Natürlich!
Anget schnappte seine Axt und schritt vorsichtig aus seinem Haus. Keine Monster zu sehen. Er ging weiter. Zum Leuchfeurturm war es nicht weit. Er musste nur links die Straße entlanggehen und er war da.
Alles war so unheimlich still. Man hörte keinen einzigen Mucks. Nur die Schritte des Toa. Wo sind die ganzen Dinger hin? Egal. Er hatte nur das Ziel im Sinn, das noch im Nebel verborgen war.
Anget sah manchmal zu den Fenstern in den Nachbarschaftshäusern hinauf. Allesamt leer. Nur Schmutz und Staub klebte an der Scheibe. Zwischendurch sah man sogar mit Holz verbarrikadierte Fenster und Türen. Doch das was er nun sah brachte den Toa zum stehen. Das Gesicht eines Matoraners war in einem Fenster zu sehen. Dieser verschwand dann jedoch. Anget rannte zur Tür des Hauses. Die Tür war ebenfalls verbarrikadiert. Der Toa hackte diese mit der Feueraxt auf. Danach ging er mit einer Treppe 2 Stockwerke hoch und schließlich war er im Zimmer, in dem er den Matoraner auf einem Stuhl stehend fand und ein Seil mit einer Schlaufe von der Decke hängte.
- Wer bist du?
- Ich bin Tanek.
Anget erinnerte sich. Er war der, an dem dieser Brief gehen sollte, den er in der Gasse gefunden hat.
- Was machst du da?
- Dasselbe wie du. Versuchen dem Ganzen zu entgehen.
- Hör mal es gibt immer einen anderen Weg. Komm mit mir mit.
- Wieso? Wie soll das ganze deiner Meinung nach sonst enden?
- So jedenfalls nicht.
Der Matoraner schwieg.
- Ich weiß, dass es dich schmerzt, deinen Freund verloren zu haben. Ich weiß wie das ist. Aber ich versuche dem ein Ende zu bereiten. Bitte komm mit mir mit.
......
- Na gut.
Anget konnte es nicht glauben, dass er ihn rumgekriegt hat, aber er war darüber froh, nicht ganz alleine zu sein.
Und so machten sie sich zum Leuchtfeuerturm auf.
- Was machen wir beim Leuchtfeuerturm?
- Das Feuer anmachen. Die Monster fürchten es.
- Welche Monster??
Der Matoraner starrte ihn verblüfft an.
Bevor Anget aber eine Antwort geben konnte waren schon wieder Schritte zu hören.
- Bleib hinter mir.
Und vor ihm standen wieder diese Gestalten mit nur einem Arm.
Tanek zitterte vor entsetzen.
- Komm her Tanek.
- Was machst du da?
Anget schnappte den Matoraner und hielt ihn unter dem Arm fest und rannte los.
Der Toa wich den Hieben der Monster geschickt aus und rannte zielstrebig weiter nach vorn. Der Umriss des Turmes war schon zu sehen.
Der Toa wich weiterhin den Hieben aus, bis sie schließlich am Turm waren. Doch was war am Eingang? Schon wieder verbarrikadiert. Während die Monster auf die beiden zurannten ließ Anget Tanek runter und hackte verzweifelt die Bretter mit der Axt auf. Eines der Dinger war jedoch schon zu nahe und holte zum Hieb auf den Matoraner aus. Doch um Haaresbreite hat der Toa den Arm abgehackt.
- Wah!!
Schließlich war die Tür offen und sie stürmten die Treppen hinauf mit den Monstern im Nacken. Nach 3 Stockwerken war eine Tür, doch sie war geschlossen.
- Verdammt!
- Geh weg!
Der Matoraner schloss die Tür auf. Die beiden gingen durch die Tür und Tanek verschloss sie wieder.
Vor ihnen War nun eine Art sehr große Terasse mit einem Dach, aber ohne Mauern mit sehr vielen aufeinandergereihten Stöcken.
- Du musst es anzünden Tanek! Ich bewach die Tür.
- Gut.
Tanek fand 2 Feuersteine mit denen er fieberhaft versuchte das Feuer zu entfachen.
- Beeil dich!
Ein Arm hat schon die Tür durchstochen und gerade als sie durchkamen fing das Holz Feuer und breitete sich blitzschnell aus. Die Monster wurden geblendet. Manche rannten die Treppe hinunter, doch die meisten fielen von der Terasse.
Nun waren sie weg und Die Zwei waren allein.
- Was hältst du davon wenn wir hier eine Weile bleiben Tanek?
- Gute Idee.
Und so ruhten sie sich am Feuer etwas aus und überlegten, wie es weitergehen soll.

Kapitel 4

Erstmal war es still am Feuer. Nur das knistern der Flammen war zu hören. Anget versuchte herauszufinden warum seine Maske nicht funktionierte und versuchte einige Male sie einzusetzen. Tanek hingegen starrte blind in das prasselnde Feuer. Er vergaß für einen Moment die ganze Situation um sich herum. Er sah sich mit Olan beim letzten Kohliiturnier in der Zenralarena. Sie haben es auch gegen den Wasserring ins Finale geschafft. Grade noch konnten sie mit einem gezielten Schuss von Olan gewinnen. Das war ein tolles Gefühl das Turnier zu gewinnen. Auf der Feier wurden sie auch von allen herzlich gratuliert. Selbst von ihren finalen Gegnern. Sie waren schon immer ein gutes Team, Tanek, Olan und Aren. Das waren unvergessliche Zeiten.
- Tanek.. Tanek!
- .. Ja? Was?
- Wir sollten aufbrechen.
- Gut.

Sie machten sich also auf und gingen die Treppe hinunter. Alles war still. Dennoch waren sie aufmerksam und Anget hatte stets die Axt in der Faust. Tanek wich nicht von seiner Seite. Ihr Ziel war das Zentrum und sie mussten nach Westen. Zunächst in den Wasserring. Anget muss im Zentrum seine Maske im großen Suva der Stadt aufladen. Tanek erzählte er erst einmal nichts. Er würde ihn nur davor abraten. Ohne eine funktionierende Maske können sie jedoch nicht fliehen.
Hinter ihnen hörten sie aber wieder etwas. War das Feuer schon ausgegangen? Sie marschierten schneller. Das sind keine normalen Schritte. Beide wussten es.
- Pst.?
Anget schnappte Tanek und versteckte sich mit ihm in einer Gasse hinter einer Mülltonne. sie verhielten sich still, bis das Geräusch wieder näher kam. Es war ein Schleifen, das die Schritte übertönten. Vor ihnen zeigte sich ein Monster mit einem vollkommen mit Tüchern verbundenen Kopf. Es schleifte einen Sack hinter sich her. Er musste sehr schwer sein, da das Monster sich nur sehr träge fortbewegen konnte. Sie warteten, bis es vorbeiging und sie gingen die Gasse, in der sie sich versteckten, entlang.
Die Gasse endete dann entlang einer Straße. Bis zum Wasserring war es nicht mehr weit. Sie waren an der Straße, die die Verbindung vom Feuer- zum Wasserring herstellte. Eine weitere Straße mit verbarrikadierten Türen und einem Nebeldunst, der zusehend dichter wurde, je weiter sie kamen. Und dann waren sie wieder da, diese Schritte. Der Nebel war schon viel zu dicht um etwas nur in der Reichweite zu erkennen. Fliehen war das einzige was ihnen übrig blieb. Blind die Straße entlanglaufen, ohne zu wissen, was vor ihrer Nase war. So hatte es auch seinen Preis. Unbemerkt hörte die Straße auf einmal auf und riss sowohl Anget als auch Tanek in die Tiefe.

Kapitel 5

Anget und Onumo bauten im Erdring mit allen anderen Toa und den Bergarbeitern eine Lichterzader ab. Es war der jährliche große Abbautag. Man schuftete hart. Onumo hatte nach Augenmaß deutlich die meisten Steine aus dem Stein geschöpft. Anget hatte schon Probleme die Spitzhacke richtig zu halten. Eifrig versuchte er aber weiterzuarbeiten. Doch die Steine wollten und wollten sich nicht lösen. Er starrte eifersüchtig auf seinen Freund. Auch den anderen Toa blieb der Blick nicht erspart.
Die Augen wieder auf die Ader gerichtet begann sie jedoch plötzlich zu schmelzen. Eine leuchtende Flüssigkeit ronn den Stein runter. Die Arbeiter, sowohl Toa als auch Matoraner, verschwanden.
- Na Anget?
Onumo stand direkt neben ihm.
- Genug abgebaut?

Er spürte Schotter unter sich. Es war nur ein Traum. Er raffte sich auf und sah sich um. Der Nebel war hier nicht so dicht. Doch so erschrak er. Am Ufer trieb Tanek umher. Er war tot. Anget traf es wie ein Blitz. Der wahrscheinlich einzig sonstig Überlebende trieb tot am Ufer umher.
Die Leiche ballte die linke Hand zu einer Faust. Tanek hielt noch etwas fest. Der Toa öffnete die Hand und nahm davon den darin eingeschlossenen Schlüssel. Ein Etikett war auf diesem angebracht. Leuchtfeuerturm 3 Ein letztes Mal betrachtete er den Leichnam und ging die Schlucht entlang.
Der Weg war verschüttet von Bruchteilen der Straße und Geröll. Doch dann führte ein Eingang in das Kanalsystem. Der Weg wurde alle paar Meter von Lampen beleuchtet. Es war ein sehr unangenehmer Ort. Die Wände waren brüchig und es stank ungeheuerlich nach Abwasser. Es tropfte von der Decke.
Anget lief schließlich direkt in eine Sackgasse mit einer Leiter an der Seite. Anscheinend hat man den Kanal aus irgend einem Grund zugemauert. Er kletterte die rostige Leiter hinauf. Diese endete jedoch plötzlich und man konnte das Ende nicht erreichen. Die Wände sahen aber brüchig aus. Anget nahm seine Axt und schlug die Wand ein. Dahinter war ein weiterer Gang. Diesem folgte er. Diesmal wurde er jedoch nicht von Lampen beleuchtet. Dem Toa brachten seine an die Dunkelheit gewohnten Augen nur wenig. Jetzt musste er sich auf sein Gehör verlassen. Aber alles was er hörte waren seine Beine die durch den Dreck gingen.
Anget stieg in eine Pfütze. Sie war größer als könnte ein Fuß soetwas verursachen. Vor sich hörte er ein zittern. Als würde es jemanden frieren. Vorsichtig ging er mit der Axt gezückt vorwärts. An der Mauer gelehnt sah er Umrisse eines Matoraners. Er bewegte sich nicht, aber von ihm ging dieses Zittern aus.
- Hey. Alles in Ordnung?.. Komm, ich bring dich hier raus.
Doch als er den Matoraner anfasste fror dieser ein und das Zittern verstummte. Hat er ihn getötet? Nichts bewegte sich. Doch vor sich hörte er wieder Schritte. Graue Umrisse zeigten sich im Schwarz der Dunkelheit. Den Umrissen zufolge sah es genauso aus wie der gefrorene Matoraner, der sich zitternd auf ihn zubewegte.
- Geh weg. Geh weg.
Anget wusste nicht wie er darauf reagieren sollte. Er musste an ihm vorbei.
- Geh weg. Geh weg.
Er ging langsam auf ihn zu, wie auch der Matoraner.
- Geh weg. Geh weg.
Der Toa war nun an ihm vorbei.
- Geh weg. Geh weg. Geh weg. Der Matoraner verstummte schließlich. Vor ihm sah er nun weißes Tageslicht. Nicht weit über ihm war ein Schacht an der Decke.
- Geh weg. Der Matoraner kam zurück. Der Toa beeilte sich und öffnete das Gitter.
-Geh weg. Mit aller Kraft versuchte er sich hinaufzuziehen.
- Geh weg.
Er hatte es fast geschafft, doch der Matoraner hielt sich an seinem Bein fest. Mit dem Fuß trat er ihn zurück am Boden des Kanals. Dieser verstummte und verkroch sich wieder tief hinein. Anget hingegen war da. Er ist nun im 2. Ring, dem Wasserring.

Kapitel 6

Wie sich hier alles verändert hat. Das letzte Mal, als Anget im Wasserring war, hatte Ganola Karten für ein Bootsrennen gekauft und hat ihn eingeladen. Die Leute hier waren immer so nett. Jetzt sind sie alle weg. Wie vom Erdboden verschluckt. Gar nicht mal mehr so unwahrscheinlich bei dem was hier so alles passiert ist. Was geht hier vor? Egal. Er muss weiter.
Die Luft war wieder mit Nebel bedeckt, der Boden vollkommen durchnässt und Pfützen speisten die Straße. Es war die Straße, die zu Ganolas Haus führte. Vielleicht wusste sie mehr? Einen Versuch wär es wert.
Aus einem Haus hörte er eine Stimme schreien. Ein Überlebender? Er musste nachsehen. Doch so eine Überraschung. Die Tür war verbarrikadiert. Er umkreiste das Haus und ging durch den Garten. Schließlich fand er ein Fenster. Als er hineinstieg sah er vor sich den Eingang in den dunklen Keller. Die Stimme ertönte erneut. Diesmal weinte sie und wimmerte.
- Geh weg.
- Tanek?
- Geh weg.
Im Dunkeln des Kellers zeigten sich wieder Umrisse. Es war der Matoraner aus dem Kanal. Aus dem Fenster konnte er nicht mehr fliehen. Bis er da hochkommt hat er ihn bereits. Anget rannte eine Leiter hinauf mit dem langsamen Matoraner im Nacken.
- Geh weg.
Am Ende der Leiter war der Vorraum. Die Tür war sogar von innen verbarrikadiert. die Fenster ebenfalls.
- Geh weg.
Der Toa rannte die Leiter zum ersten Stock hinauf. An der Decke war der Eingang zum Dachboden, doch es war kein Haken da mit dem man ihn öffnen könnte.
- Geh weg.
Wo war der Haken? Jetzt bekam Anget es mit der Angst. Wohin sollte er?
- Geh weg.
Er rannte in eines der Zimmer im Gang.
- Geh weg.
Es grauste ihm. Die Wände waren mit Blutschriften verschmiert. Mir passiert nichts. Ich bin unschuldig. Da! Das Fenster war mit nur einem Brett verbarrikadiert.
- Geh weg.
Der Matoraner stand vor dem Raum.
- Wah!
Mit seiner Axt hackte er das Fenster frei. Er kletterte hinaus, hielt sich mit den Händen and der Dachrinne fest und zog sich aufs Dach.
- Geh weg.
Der Matoraner stieg auch hinauf. Verzweifelt sah sich Anget um. Vor dem Haus! Eine Mülltonne.
- Geh weg.
Anget sprang hinunter und landete auf 2 vollen Müllsäcken. Der Matoraner verstummte. Er sah den Toa nur mit starrem Blick an bis er hinter dem Nebel verschwand.
Der Toa ging die Straße weiter. Nun war wieder alles ruhig. Es fing zu regnen an. Der Nebel und der Himmel verdunkelten sich. Somit wurde es kalt. Es fror direkt.
In einem Haus vor sich sah er wie ein Licht aus einem Fenster flackerte. Der Toa weigerte sich hineinzugehen. Allerdings konnte er in dieser Kälte nicht weitergehen. Anget musste es riskieren. Die Tür war aufgebrochen. Gleich neben dem Vorzimmer sah man durch eine Tür das flackern. Vorsichtig erhaschte er einen Blick von der Türkante aus. Es saß jemand am Feuer. Eine Matoranerin.
- Ganz schön kalt draußen was?
- Wie heißt du?
- Wani.
- Ich bin..
Sie schnitt ihm das Wort ab.
- .. Ich weiß wer du bist.
- Darf ich mich setzen?
- Ja.
Der Toa gesellte sich zu der Matoranerin und wärmte seine Hände.
- Gibt es hier sonst noch Überlebende?
- Keine Ahnung. Bei dem Regen will ich nicht raus.
- Ja ich kann dich verstehen.
Beide schwiegen sich darauf an. Anget wärmte weiter seine Hände, während Wani ins Feuer starrte.
- Ich glaub ich geh dann mal.
- Gut.
Anget ging zur Tür.
- Ach und Anget!
- Ja?
- Bleib trocken.
Er nickte und verließ das Haus hinein in den Regen. Draußen war es nicht mehr kalt. Anget versuchte Schutz vor dem Regen zu suchen. Hier waren Häuser so weit das Auge reicht. Anget blieb nichts anderes übrig. Der Toa musste sich in einem der Häuser verstecken.
So fand Anget ein Haus, bei dem die Tür noch nicht verbarrikadiert war. Beim hineingehen sah er, dass die Lichter an waren. Anget ging in eines der Zimmer. Doch dann sah er jemanden an einem Stuhl sitzen. Ganola.

Kapitel 7

Das Feuer brasselte im Kamin als Anget den Raum betrat. Er war glücklich Ganola zu sehen. Sie sah ihn jedoch nur mit einem starren Blick an und sagte kein Wort. Anget wurde unwohl. Das Kaminfeuer schien auch nicht zu wärmen. Im Gegenteil. Es wurde kühler. Der Toa wurde innerlich schon nervös. Nun kam ihm eine Ahnung was gleich passieren würde.
- Wie konntest du?
Der Toa wusste nun, dass er mit seiner Ahnung recht hatte.
- Onumo war dir immer ein guter Freund.
Anget wusste nicht was er sagen soll.
- Hatte er so etwas schlimmes angestellt, dass er den Tod verdient? Und das von seinem Freund?
- Ganola es..
- Weißt du was? Du musst nicht einmal antworten. Ich weiß schon was du sagen willst. "Es tut mir Leid". Wolltest du das gerade nicht sagen? Dir tut es nicht leid. Du bist froh über seinen Tod.
- Du verstehst nicht..
- Ich versteh sogar sehr gut. Er war immer in allem besser als du. Ich hab dich immer wieder beobachtet wie du ihn ansiehst. Man musste blind sein um den Neid in deinen Augen nicht zu sehen. Aber weißt du warum er immer in allem besser war? Er musste es. Er hat dafür gekämpft, dass er genauso viel Aufmerksamkeit von den Matoranern bekommt wie du. Er bekam sie aber nie. Du hattest sie von Anfang an und diesen Gedanken konnte er nicht ertragen. Onumo hat dich gehasst Anget.. Er hat dich dafür gehasst, dass du für alle immer der Held warst und nicht er.
- Ich weiß nicht als was mich die Matoraner sahen, aber Onumo hatte genauso großen Respekt bekommen wie ich. Wie alle Toa.
- Hat er nicht! Du warst immer etwas besonderes für sie. Einfach so. Jedes Mal kam er zu mir und erzählte mir alles. Ihn hat es fertig gemacht wie alle hinter seinem Rücken reden. Wie sie ihn verachteten. Und jedes Mal kam er zu mir. Nicht zu dir.
- Warum erzählst du mir das eigentlich alles? Wir müssen weg von hier!
- Meinst du mit "wir" auch Tanek?
- Woher..
- Zuerst ermordest du unseren Freund und dann auch noch einen unschuldigen Matoraner!!
- Unterstell mir nicht, dass ich Tanek ermordet habe! Ich habe ihn beschützt..
- Wieso ist er dann tot!?
...
Ganola ging zu einem Schrank.
- Das wird jetzt ein Ende nehmen.
- Du hilfst mir also?
- Nein, nicht dir.
Aus dem Schrank nahm sie ihren Dreizack. Anget ging zwei Schritte zurück und machte sich auf alles gefasst.
- Siehst du gerade zu Onumo? Du würdest diesen Anblick lieben.
Die Toa holte mit dem Arm aus und warf den Dreizack gegen Anget. Dieser konnte ausweichen und der Dreizack blieb in der Wand stecken. Der Toa rannte aus dem Haus. Ganola zog ihre Waffe aus der Mauer.
- Ich krieg dich schon!
Sie rannte ihm nach. Beide liefen so schnell sie konnten.
Der Regen fiel immernoch vom Himmel. Anget hörte Ganolas Schritte hinter sich. Es war dunkel. Man konnte nur wenig sehen in der Dunkelheit. Die Schritte entfernten sich. Der Toa versteckte sich in einer Gasse und hoffte Ganola würde ihn nicht finden. Hinter einer Mülltonne wartete er, bis sie vorbeirannte. Doch sie kam nicht.
Nach einer Weile hörte er ein Schleifen. Es kam ihm bekannt vor. Es waren die Umrisse die Umrisse des Monsters, welches den Sack hinter sich schliff. Dieser war diesmal jedoch leer und das Monster bewegte sich schneller. Es schien etwas zu suchen.
An der Gasse blieb es stehen. Hat es ihn bemerkt? Anget kauerte sich hinter die Tonne. Das Monster ging in seine Richtung. An der Tonne vorbei. Vorsichtig richtete er sich auf und versuchte aus der Gasse zu schleichen. Versehentlich trat er auf eine Konservendose. Das Monster drehte seinen mit Rüchern verbundenen Kopf um. Es hat ihn bemerkt. Der Toa rannte weiter und das Monster warf den Sack auf dessen Rücken. Es rannte ihm hinterher. Anget hörte ein donnern hinter sich, wissend, dass es die Füße seines Verfolgers waren.
Das Donnern kam immer näher. Das Monster hatte ihn fast. Vor ihm sah Anget erneut Umrisse. Die Umrisse eines der einarmigen Monster. Es wandelte ziellos auf der Straße herum, bis es Anget bemerkte und zum Angriff ausholte. Anget konnte ausweichen und mit seiner Axt den Arm seines Feindes abschneiden. Es ging zu Boden. Blut floss in Strömen aus der Wunde.
Das donnern verstummte. Es war direkt hinter ihm. Der Toa machte einen Sprung zur Seite, doch es bemerkte ihn nicht. Es nahm nur das Monster, welches Anget gerade den Arm abgetrennt hat, am Hals. Das Monster zappelte wie verrückt und war völlig hilflos. Das andere Monster stopfte es in seinen Sack und verschwand plötzlich.
Der Toa war wieder allein. Anget ging weiter in der Dunkelheit, vollkommen verwirrt von dem was gerade passiert ist.

Kapitel 8

Es war wieder still. Die Lage hatte sich beruhigt. Anget blieb jedoch angespannt. Die Straße war still, dunkel und kalt, die er entlangging. Er sah nichts und ging in beinah absoluter Dunkelheit. Ziellos. Er konnte nur hoffen, dass nichts passierte. Dass Ganola hinter ihm steht. Dass das Monster ihn packt und ihn in seinem Sack wegschleppt. Sie sollten ihn alle in Ruhe lassen.
Er musste stehen bleiben. Irgendwas stimmte nicht. War jemand hier?
- Ahh!!!
Anget schrie auf. Der Dolch eines der Monster hat ihn erwischt. Anget hackte um sich und hoffte das Monster zu treffen. Er spürte Blut an seinem Körper. Sein eigenes und das des Monsters. Er wusste, dass es tot war.
Mit der Verletzung konnte er nicht lange weitergehen. Das wusste er. Er hatte jedoch Glück. Es war nur eine Schnitt- und keine Stichwunde. Dennoch brauchte er Verbandszeug.
Vor ihm sah er plötzlich ein flackerndes Licht. Er folgte diesem und gelangte zu einem großen Gebäude.

Kapitel 9

Krankenhaus und Nervenheilanstalt des 2. Stadtrings An das Krankenhaus konnte er sich erinnern, aber die Nervenheilanstalt war ihm neu. Haben sie es neu gebaut? Egal, er musste hineingehen und einen Verbandskasten finden.
Am Eingang war die Rezeption. Der Raum war mit weißen Fließen an den Wänden bedeckt. Sie waren sehr sauber. Fast schon auf Hochglanz poliert.
Anget folgte einem Gang. Keine Tür war zu sehen. Nur diese sauberen Fliesen und Neonröhren die von der Decke hingen.
Das Blut seiner Wunde ronn ihm runter. Er musste den Verbandskasten schnell finden.
Je weiter er ging desto verfallener wurde der Gang. Die Neonröhren flackerten. Die Wände waren verschmiert mit Blut und das Blut aus Angets Wunde mischte sich mit dem der Blutpfützen am Boden, als es tropfte.
Am Ende des Ganges fand er eine Treppe. Neben der Treppe war ein Aufzug. Daneben stand ein Putzwagen. Wahrscheinlich der von der damaligen Putzkolonne. Ein kleiner Spalt der Tür war geöffnet.
Anget nahm seinen Mut zusammen und öffnete sie. Das Innenleben des Aufzugs sah aus wie eine Gummizelle. Gepolsterte, weiße Wände. Darin war ein Matoraner. Er trug eine Zwangsjacke, hatte einen gesenkten Blick und bewegte sich nicht.
Der Toa war sich zunächst unsicher. Sollte er hineingehen und eine Lifttaste drücken und hoffen, dass der Matoraner sich weiterhin nicht bewegt oder doch die Treppe benutzen und es riskieren einer Gefahr zu begegnen?
Der Matoraner bewegte sich.
- Ich wars nicht.
Anget drehte sich um, um die Treppe hinaufzurennen.
- Warte. Ich bin keiner von denen.
- Wie heißt du?
- Tanik. Nimm mir die Jacke ab.
Anget zögerte zunächst, aber er glaubte ihm und nahm ihm die Zwangsjacke ab.
- Danke.. Du blutest.
- Ja ich weiß. Hast du einen Verband oder so etwas?
- Nein, aber das ist ein Krankenhaus. Da wird es doch genug Verbände geben.
- Ja. Schon klar.
- Also dann. Der Boden putzt sich nicht von selbst. Viel Glück noch Anget. Ich hoffe du findest wonach du suchst.
- Moment. Wieso..?
Der Matoraner ging jedoch mit dem Putzwagen davon, bevor Anget ihm die Frage zu Ende stellen konnte.
Anget stieg in den Lift ein. Er drückte den Knopf zum Dachgeschoss.
Der Toa lehnte sich gegen die gepolsterte Wand. Der Aufzug blieb auf einmal stehen. Es hörte sich so an, als würde sich etwas auf dem Lift bewegen. Plötzlich raste der Aufzug nach unten. Richtung Keller.

Eine Runde war im Bootsrennen zu fahren. Die Route ging wie immer einmal rundum den Stadtring. Anget hat auf Team Grün getippt. Ganola auf Team Rot. Sie spielten nicht um Geld oder dergleichen. Ihnen ging es um den Spaß. Ganolas Team war mehrfacher Champion. Sie hatte also die besseren Chancen. Anget wählte, vollkommen unbewusst davon wie gut das Team war oder eher wie schlecht das Team war, Team Grün.
- Dein Team wird nicht gewinnen.
- Werden wir ja sehen.
Anget zwinkerte ihr zu.
Ganola hatte jedoch recht. Ihr Team lag weit vorne. Mit Team Grün jedoch gefolgt. Team Rot verlangsamte ihr Tempo. Sie waren sich demnach sicher sie würden gewinnen. Team Grün nutzte diese Chance und erhöhte das Tempo. Immer näher kamen sie an Team Rot heran.
Kurz vor der Ziellinie, als Team Rot noch einen letzten Sprint hinlegte, jedoch mit Team Grün nicht mithalten konnte, gewann Team Grün. Gejubel und Gepfeife brach aus.
- Hattest du nicht gesagt Team Grün hätte keine Chance?
- Sie hatten Glück. Du hattest Glück.
Anget sah zufrieden vor sich hin.
- Aber hast du jetzt Glück Anget?

Der Toa erwachte. Sein Kopf brummte. Der Aufzug war direkt in den Keller gefallen. Durch einen kleinen Spalt der Aufzugstür gelangte er heraus. Der Raum war dunkel. Anget suchte die Wand nahe am Aufzug nach einem Lichtschalter ab. Er hat ihn gefunden. Nachdem der Toa ihn gedrückt hatte fand er sich in einem Raum mit Leichen auf vielen Tragen, die dicht nebeneinandergereiht waren, wieder, deren Körper mit blutigen Tüchern bedeckt waren. Er war im Leichenkeller gelandet.
Anget sah sich bei den Leichen um. Dabei las er sehr merkwürdige Zeilen, die jeweils an einem kleinen Schild eingetragen waren. Es waren die Todesursachen. Verschiedenste Morde, mehrfache Suizidversuche, Diebstähle verrücktester Gegenstände mit verrücktesten Methoden und Folgen. Ein Schild brachte ihn jedoch zum Stehen: Name: Leneg
Beruf: Arzt der Nervenheilanstalt des 2.ten Stadtrings
Tod durch: traditionelle Hinrichtung (erstechen)
Grund: Mehrfacher Versuch Patienten mit Überdosen von Medikamentencocktails das Leben zu nehmen. Anget nahm das Tuch beiseite. Ein toter Matoraner lag vor ihm. Neben diesem lag jedoch endlich das, wonach er gesucht hat: Ein Erste-Hilfe-Kasten.
Er war gefüllt mit einem Verband, einer Spritze, einer Ampulle und diversen anderen Heilmitteln, die er jedoch im Moment nicht brauchte. Auf der Ampulle stand: Enthält Tranexamsäure. Dient zur Blutungsminderung bei Hämophilie. Blutungsminderung. Sehr gut. Anget spritzte sich den Wirkstoff aus der Ampulle und verband seine Wunde.
Sackgasse. Hier ging es nicht weiter. Es führte keine Tür wo anders hin. Mit dem Lift konnte man natürlich auch nicht mehr fahren.
Anget war hier unten gefangen. Mitsamt allen Leichen.
Bei einer Tragenreihe fehlte am anderen Ende eine Leiche. Die Trage war leer. Anget kämpfte mit dem Gedanken, aber schlussendlich legte er sich hinein.
Hier ruht Anget. Mörder und Verräter.
Der Toa legte sich hin.

Kapitel 10

Nun war es endgültig ruhig. Man hörte nichts. Keine Schritte von irgendwelchen Monstern, kein bröckelnder Verputz, nicht einmal den eigenen Herzschlag hörte man. Man hätte sich direkt erschreckt, wenn jemand eine Nadel oder dergleichen fallen gelassen hätte. Es fiel jedoch nichts.
Anget gab ebenfalls keinen Ton von sich. Er lag nur still auf der Trage. Der Toa schlief und hoffte er würde nie wieder aufwachen. Jetzt gibt es für ihn keinen Ausweg mehr. Keinen Fluchtweg und keinen Schlupfwinkel. Nur eine Ecke in der er die Hoffnung verlor. Den winzigen Bruchteil an Hoffnung und Willen der ihm noch geblieben ist. Anget hat seine Welt in Stich gelassen und sie starb mit ihm auf dieser Trage.

Anget träumte. Er träumte, er wird schlafend auf einer Trage in das alte Krankenhaus gefahren. Er ist gefesselt. Beine und Hände sind mit Riemen stramm angebunden. Die Schreie der Patienten weckten ihn. Verwirrt schaut er hastig nach links und rechts und durch Eisengitter sah er, wie sie von Monstern gefoltert werden. Eimal sah er sogar, wie Turaga Ranok von einem Monster augenscheinlich erstochen wurde, doch der Turaga starb nicht und litt immer weiter an den Schmerzen in seiner Brust.
- Was soll das? Wohin bringt ihr mich!?
Anget sah nach oben und sah in das Gesicht eines Monsters, das ihn durch den Gang fuhr. Der Toa schrie vor Schreck und bekam Panik. Der Toa versuchte sich zu befreien, aber ohne Erfolg
Der Gang war von einem unheimlichen, weißen Licht der Neonröhren beleuchtet und das Monster fuhr mit Anget in den Operationssaal. Die Trage blieb in der Mitte des Raumes stehen und das Monster verschwand hinter der Tür.
Der Raum wurde ebenfalls von einem weißen Licht durch die Fenster beleuchtet. Anget sah um sich herum zerbrochene Gläser, in denen noch Reste von Medikamenten enthalten waren und blutige und zum Teil rostige Werkzeuge, die man bei Operationen verwendete. Das Blut auf den Werkzeugen, die auf einer Vorrichtung an einem Gestell platziert waren, war noch frisch. Es tropfte immernoch auf den gefliesten Boden.
Die Schreie der gefolterten Patienten waren verstummt beim Hereinkommen in den Saal. Anget versuchte sich immernoch hektisch von den Fesseln loszureißen, doch das Klappern der Riemen wird von dem Quietschen einer Tür außerhalb des Operattionssaales übertönt. Langsame Schritte waren zu hören. Der Toa lauschte den immer näher kommenden Schritten. Schließlich quietschte die Tür zum Operationssaal. Die Schritte kamen auf die Trage zu. Bis Anget ein Gesicht sah. Es war Tanek.
- Tanek..
- ...
- Wieso?
- Du hast dich gut geschlagen. Ich hätte nicht gedacht, dass du so weit kommst.
- Wie meinst du das?
- Ich meine, dass es aus ist, aber immerhin hast du dich gut geschlagen. Du hast einen starken Willen Anget. Das muss man dir lassen.
- Hör auf damit! Binde mich los!
- Wie soll ich!? Du hast mich sterben lassen und mich mit ihnen in die Hölle geworfen! Ich bin nicht wie die Anderen Anget. Ich hab es einfach nicht verdient. Ich war dein Freund. Ich wollte dir wirklich helfen, aber dein Fehler war, mich einfach so sterben zu lassen.
- Es war ein Unfall verdammt!!
- Es geht nicht darum ob es ein Unfall war oder nicht!! Es ist passiert!!!
...
- Wie dem auch sei..
Tanek ging zu dem Gestell mit den Messern.
- Du sollst für deine Taten nicht gerade stehen..
Der Matoraner nahm ein mit Blut beflecktes Messer.
- .. Du sollst leiden.
Tanek kam auf Anget zu. Anget gefror sein Blut in den Adern.
- Du meinst das vorhin auf Wolu Nui war schon grausam. Jetzt erlebst du aber deinen schlimmsten Albtraum.
Tanek stach Anget in den Bauch. Anget schrie auf vor Schmerz. Daraufhin folgten weitere Stiche hintereinander.
- Nun bezahlst du für deine Taten.
Der Toa versuchte sich loszureißen. Die Riemen lockerten sich allmählich. Anget schrie lauter. Ein Schrei aus Schmerz und Wut. Rasender Wut. Schließlich konnte er sich mit einem Arm losreißen. Tanek erschrak. Diese Fesseln waren doch zu fest. Anget konnte sich kurz darauf den anderen Arm und ebenfalls die Beine losreißen. Anget versuchte nach ihm weiterzustechen, doch ehe er sich versah riss Anget ihm das Messer aus der Hand und warf es in die Ecke. Der Toa warf den Matoraner zu Boden und rammte ihm seine Daumen in die Augen. Der Matoraner schrie vor Schmerzen. Die Daumen bohrten sich immer tiefer.
- Willkommen in der Hölle Tanek.
Der Toa nahm schließlich seine Daumen aus Taneks Gesicht. Ein nicht enden wollender Blutfluss trat aus seinen Augen und Tanek hörte nicht auf zu schreien. Nach all dem hatte er stets noch gelebt und kauerte sich auf den Boden.
Anget verband währenddessen mit einem Verband seine Wunden und nahm eine Ampulle, um die Blutung zu lindern. Beides hatte er zwischen den kaputten Medizingläsern gefunden.
Während Tanek immernoch vor Schmerzen schrie ging Anget aus dem Operationssaal.

Kapitel 11

Schreie hallten von allen Seiten nieder während Anget durch den Flur ging. Sie alle schrien und hofften auf Vergebung und Erlösung. Den Toa kümmerte es nicht was aus ihnen wurde. Sollen sie auf ewig festgebunden sein und sollen sie ewig gefoltert werden. Das war mittlerweile egal. Tatsache war, dass er nicht mehr festgebunden war und gefoltert wurde. Er sah seine Chance. Er musste in das Stadtzentrum. Nachdem er aus dem Krankenhaus ging betrat er nun wieder einen Ort der Stille und so ging Anget weiter durch die Straßen. Es regnete. Die schwarzen Wolken zogen schnell über den Himmel und verdeckten das weiße Licht, dass durch die Ritzen der Wolken nur noch in Bruchteilen zu sehen war. Der Nebel hatte sich verzogen und man sah klar, wo man hintrat. Anget tappte durch die Pfützen, die sein Antlitz widerspiegelten. Es waren ebenfalls keine Monster zu sehen. Trotz allem hielt er stets seine Axt fest in der rechten Faust. Es donnerte und der Regen wurde schlimmer. Anget sputete seinen Schritt. Er musste so schnell wie möglich bis zur Grenze. Die Umgebung verdunkelte sich langsam. Anget wurde mulmig. Hier stimmte etwas nicht. So lief er schließlich die Straße entlang. Bis jedoch aus manchen Häusern vor ihm Monster aus den Türen der Häuser kamen. Vorsichtig schlich er sich zu seiner Linken in eines der Häuser. Man hörte nur ein leises Plätschern der sehr seichten Pfützen, in die er hineintrat. Behutsam öffnete er die Tür des Hauses, ging hinein und verschloss die Tür ebenfalls so behutsam er konnte. Anscheinend haben sie ihn nicht bemerkt. Er beschloss zu warten, bis sich das Unwetter wieder verzog. Er hörte ein leises knistern. Anget sah sich in dem Haus um. Tatsächlich sah er, als er durch eine Treppe in das Obergeschoss gelangte, dass in einem der Zimmer ein Feuer brannte. Es wärmte sich jemand die Hände an dem Feuer. Die Gestalt kam Anget bekannt vor. Dann fiel es ihm wieder ein. Es war Wani. Sie sah ihn kurz an und starrte erneut in das Feuer. - Diese Kälte da draußen. Es friert einen selbst wenn man hier am Feuer sitzt. Und jetzt auch noch dieser Regen. Sie hatte Recht. Trotz dem prasselnden Feuer hat dieser Raum jeden Hauch an Wärme verloren. .. - Ist irgendetwas los? - Bist du vor kurzem mal im Krankenhaus gewesen? - Wieso denn das? Ich bin ja nicht krank. Ich hab aber gehört die haben dort gerade alle Hände voll zu tun. Da will ich ihnen so oder so nicht zur Last fallen. Anget setzte sich neben Wani auf den Boden. - Nur warum sind alle auf einmal krank außer dir. - Ich weiß es nicht. Waren vielleicht zu lange in der Kälte da draußen unterwegs und haben sich irgendeine Krankheit geholt. Typisch eben wenn man nicht vorsichtig ist. - Und du bist vorsichtig? - Ja Anget.. Ich passe auf. Sie sah ihn ernst an. - Diese Krankheit hat alle zu sich geholt. Sie starrte wieder in das Feuer. - Es ist schwer dagegen anzukämpfen wenn hier kein Funken Wärme ist. Aber ich will nicht so enden wie die anderen. Es muss ihnen schrecklich gehen. - Es ist wie du gesagt hast. Wenn sie nicht aufpassen sind sie selber Schuld. - Ja.. .. - Ich glaub ich geh dann mal. Ich muss da noch etwas erledigen. - Was denn? - Etwas ziemlich wichtiges. - Okay. Anget ging aus der Tür. - Ach warte bevor ich es vergesse! Anget blieb am Türrahmen stehen. - Ich soll dir von Ganola einen schönen Gruß ausrichten. - .. Okay, danke. Der Toa ging aus dem Haus. Es hatte mittlerweile aufgehört zu regnen und die Monster haben sich verzogen. Anget ging wieder die Straße entlang mit der Axt in der rechten Faust. Doch es dauerte nicht lange bis sich der Himmel erneut verdunkelte, jedoch nicht so stark wie beim ersten Mal. Es fing ebenfalls wieder an zu regnen. Anget lief die Straße entlang, bis er abrupt an einer Klippe stehen blieb. Ein starker Wind hauchte ihn an und er sah über einen Wald. Er war nun an der Grenze zwischen dem Zweiten und dem ersten Stadtring, dem Luftring. Hier war der Regen am stärksten und die Wipfel der hohen Bäume unter Anget tanzten im Takt des Windes und der Regentropfen, die massenweise auf die Blätter prasselten, bis sie schließlich in den Morast hinunterfielen. Nicht weit entfernt sah er eine Seilbahn. Anget stieg ein, betätigte einen Hebel und die Seilbahn fing an sich in Richtung Stadtzentrum zu bewegen.

Kapitel 12

Der Regen dreschte auf das Dach der Seilbahn ein und Windböen zogen über die Bäume hinweg als Anget das geschehen betrachtete. Mittlerweile hatte er sich auf einer kleinen Bank in der Seilbahn hingesetzt. Der Toa war sehr hoch über dem Boden. Über den Wipfeln der Bäume. Man sagte, dass sie, wenn sie vollständig ausgewachsen sind, etwa 40 Meter hoch werden können. Sie verdeckten mit ihren riesigen Baumkronen den Boden. Doch einmal öffnete sich kurz eine kleine Lücke und Anget schaute tief hinein. Da fiel ihm alles wieder ein.

Heute war es sonnig. Die Sonne strahlte in voller Pracht als Anget und die anderen Toa wie jeden Tag auch ins Stadtzentrum gingen, damit ihnen ein bestimmtes Jagdgebiet zugewiesen wird um auf die wöchentliche Jagd zu gehen. Üblicherweise wären wie immer 3 Zweier Teams gegründet worden, doch da Ganola krank war, musste sich Onumo mit jemand anderem zusammentun. Jedoch hatte jeder schon einen Partner und nur er blieb übrig. - Keiner geht einzeln auf die Jagd Onumo. Du weißt, dass das zu gefährlich ist. Onumo starrte den Turaga mit geneigtem Kopf an und der Turaga erwiderte seinen Blick. Daraufhin sahen beide die anderen Toa an. Onumo dabei immernoch mit geneigtem Kopf. - Andererseits... - Was andererseits? - .. Das gibt dir dann zumindest die Gelegenheit, dich zu beweisen... - Ja klar.. Weil ich mich ja beweisen soll. Halt doch einfach die Klappe Turaga. - Wie dem auch sei. Toa, ihr seid eingeteilt. Ihr wisst wie es läuft. Auf zur Jagd!

Nun machten sie sich allesamt zum Waldring auf. Vom Stadtzentrum aus konnten sie mit einer unterirdischen Bahn zur Grenze des letzten Stadtrings, dem Erdring, gelangen. Dabei benutzte jedes Team eine eigene Bahn. Die Bahn ging voll automatisch und man gelangte sehr schnell dorthin. Als Onumo ganz allein in die Bahn einstieg setzte er sich in den einzigen Waggon der Bahn und wartete. Wie immer starrte er in Gedanken versunken auf den Boden. Dabei legte er seinen Steinhammer zur Seite. Nebenbei hörte er die rauschende Luft, die an ihm vorbei zog bis dies von einem Quietschen der Schienen übertönt wurde. Nun war er da. Als Onumo ausstieg fand er sich direkt vor dem dichten Wald wieder. Es regnete.

Stunden vergingen und Onumo fand immer noch keine Beute. Nur nasser Morast und verregnete Blätter waren weit und breit zu sehen. Dem Toa ging die Puste schon langsam aus und er beschloss eine kleine Pause unter einem der Bäume zu nehmen. Onumo holte kurz Luft und schloss seine Augen, doch sie öffneten sich schnell wieder als er nicht weit entfernt Schritte hörte. Es war jedoch keine Beute die auf ihn zukam. Es war Anget. - Hey Onumo. - Was machst du hier? Wieso bist du nicht in deinem Jagdgebiet? - .. Wie geht´s dir? - Gut.. Was soll die Frage? - Hör mal Onumo.. - Ja? - Ich bin hergekommen um dich zu beseitigen. - Was? - Das war nicht meine Entscheidung. Ich befolge nur Befehle von Turaga Ranok und die anderen Toa haben auch dafür gesprochen. - .. Auch Ganola? - .. Ganola ist nicht krank Onumo. - Was soll das schon wieder heißen? - Sie ist tot. - Was habt ihr ihr angetan!? Onumo sprang auf und wollte am liebsten Anget in der Luft zerreißen. - Es hat einige Gründe gegeben warum sie hingerichtet wurde, aber der Hauptgrund warum wir sie gestern umgebracht haben war, weil sie sich nur gegen uns gestellt hätte und sie hätte uns auch vielleicht einen Kopf kürzer gemacht wenn wir ihr das erzählt hätten und im nachhinein hätte sie das so oder so getan. Du weißt wie.. temperamentvoll sie ist. - Sie ist kein Monster. Ihr seid die Monster!! Ganola würde nie so etwas machen! - Sie war nur zu dir so nett Onumo. - Und wieso sollte sie das!? - Weil du ihr leid getan hast Onumo. Das war der einzige Grund warum sie sich mit dir abgab. - Nein.. sie wusste nur was für verdammte Mistkerle ihr sein könnt. - .. - .. Sie wusste wie grausam ihr seid und das hat sie aufgeregt. Mir hat sie immer alles erzählt. Weißt du warum sie immer zu mir gekommen ist und nicht zu euch? Ich hab sie verstanden. Sie hat mich verstanden. Wir beide waren überglücklich, dass es wenigstens eine Person auf der ganzen weiten Welt gibt die einen versteht und die mit einem mitfühlt und IHR HABT SIE EINFACH ERMORDET!!! Onumo schrak mit seinem Schrei die Vögel auf, die weit oben in den Ästen saßen. Anget und Onumo fixierten sich gegenseitig mit ihren Augen und beide griffen langsam zu ihren Waffen, bis der Boden unter ihren Füßen vibrierte. Beide Blicke sahen in dichte Bäume, die einfach zur Seite geschoben wurden. Vor ihnen zeigte sich nun ein Tahtorak. Onumo machte sich bereit während Anget 2 Schritte nach hinten ging. Das Biest und Onumo schrien auf und stürmten aufeinander zu während Anget den Rückzug antrat. Der Tahtorak packte Anget mit seiner linken Hand und wollte ihm den Kopf abbeißen, doch Onumo konnte mit einem schnellen Schlag mit seinem Hammer abwehren und traf das Biest direkt in seinem Gesicht, worauf es zu Boden ging. Der Toa hat sich somit aus den Klauen des Tathorak befreit und schlug mit seinem Steinhammer schreinend in Ekstase auf den Kopf den Tathorak ein. Nach nur wenigen Sekunden hatte Onumo den Tathorak besiegt. Der Toa sah nach wenigen Momenten der Beruhigung in die Richtung, in die Anget geflohen war. Das Blut des Tathroaks klebte auf seinem ganzen Körper und tropfte von seinem Hammer. - Feigling. Anget war währenddessen schon über alle Berge und berichtete Turaga Ranok von dem Vorfall im Wald und sie besprachen, wie es nun weitergehen soll. So kam ihnen die Idee, eine verkehrte Geschichte zu erzählen. Onumo sei weggelaufen und Anget hätte den Tathorak erlegt. Dafür sollte Onumo statt Anget hingerichtet werden. Beide waren mit diesem Plan einverstanden.

- Was hab ich getan? Anget murmelte in der Seilbahn vor sich hin, während er gar nicht das Quietschen auf dem Dach der Seilbahn bemerkte. Jedoch wurde es schlussendlich so laut bis er es nicht mehr überhören konnte. Die Seilbahn schauckelte. - Oh nein.. Anget war fast am Stadtzentrum. Es fehlten nur noch wenige Meter. Doch plötzlich riss das Seil der Seilbahn und Anget stürzte schreiend durch die Wipfel der Bäume bis zum Boden des Waldes. Als Anget wieder zu sich kam, sah er vor sich eine steile Steinwand, die er nicht erklimmen konnte. - Was jetzt? Hinter ihm vibrierte der Boden. Anget blieb für einen Moment die Luft weg. Doch kurz darauf zeigt sich vor ihm nicht ein Tathorak, sondern das Monster, das immernoch einen großen Sack hinter sich herzog. Der Toa konnte nicht entkommen. Nun saß er in der Falle. Das Monster packte ihn und steckte Anget in seinen Sack. Anget wurde schwarz vor Augen.

Kapitel 13

Etwas trüb war es heute im Waldring. Leichter Nebel legte sich über die ganze Landschaft. Morgentau sammelte sich über die Blätter der Bäume und dem Gras. Schwer zu sagen ob es überhaupt Morgen war. Hier schien die Zeit stillgeblieben zu sein. Anget lag mitten am Boden unterhalb eines Baumes, der eine große Baumkrone hatte. Ein Tropfen fiel von einem Blatt des Baumes auf seinen Kopf. Nun war er wach und sah sich mit halb geöffneten Augen in der Gegend um. Vor ihm nur Gras und ein paar wenige Bäume. Doch was ihm als allererstes auffiel war die Stille. Die elende Stille. So langsam hielt er sie nicht mehr aus. Langsam richtete er sich auf. Seine Axt lag neben ihm und er hob sie auf. Doch dann hörte er etwas hinter sich. Es waren keine donnernden Schritte, sondern normale Schritte die durch den Morast gingen. Als Anget sich umdrehte sah er ihn. Onumo.

In diesem Moment fielen keine Worte. Beide schauten sich an. Es wirkte emotionslos, aber man wusste, dass beide ihre eigenen Gedanken und Emotionen hatten, die sie nicht über ihr Gesicht bemerkbar machten. .... - Weißt du was hier passiert ist? - .. - Weißt du es Anget? - Du Monster. - Du weißt es also nicht.. Schade.. ich dachte du hättest was gelernt. - Oh doch ich hab verstanden was hier vorgeht. Du bist zum Monster geworden. - Ja.. Ich bin ein Monster. Ihr habt mich zum Monster gemacht. Weißt du Anget, wenn man lange genug terrorisiert wird verdüstert sich alles um einen selbst und zwar Stück für Stück. Ihr habt euch aber eben dazu entschlossen. Das einzige was einem da noch Trost spendet ist jemand, der einen versteht, aber selbst Ganola habt ihr mir einfach weggenommen. Wieso Anget? Erklär mir das. Warum habt ihr das gemacht? - .. - Sag mir jetzt bitte nicht, dass du es selbst nicht weißt. - Du hast leider recht.. Ich weiß nicht wieso sie das getan haben und warum ich da meine Hand mit im Spiel hatte... aber eines ist mir hier in diesem Fegefeuer wieder eingefallen. Ich hatte vergessen was für ein Mistkerl du eigentlich sein kannst.. Egal wie sehr wir dich auch niedergemacht haben. Nichts kommt dem gleich was du mir hier angetan hast. ... - Es ist Zeit dem Ganzen ein Ende zu bereiten. Leb wohl Anget.

Nach dieser Aussage fing die Erde zu beben an. Bäume wurden zur Seite geknickt. Auf Anget kam ein Tahtorak zu. Auf der Stelle rannte der Toa weg und versuchte sich zu verstecken. - Du kannst nicht weglaufen Anget. Nun wirst du bezahlen! Ihr alle werdet bezahlen!!! Anget versteckte sich auf dem Baum mit der großen Baumkrone. Das Biest suchte ihn dort. Oben sah der Tahtorak einen Schatten. Anget sprang mit Gebrüll auf den Kopf des Tathoraks und schlug ekstatisch auf den Kopf mit seiner Axt ein. Der Rahi schrie auf und packte Anget in seine Fänge. Er wollte ihm den Kopf abbeißen, doch dieser schlug in seiner Verzweiflung auf das Auge des Tahtorak. Der Tahtorak ließ Anget fallen und der Toa kletterte von den Beinen auf den Rücken des Rahi, bis zu seinem Kopf und hackte dem Rahi auch noch das zweite Auge aus. Nun war der Tahtorak blind und Anget sprang wieder auf den Boden. - Leb wohl Onumo. Erstick an deinem Selbstmitleid. Anget versuchte den Tathorak auf sich aufmerksam zu machen. - Hey! Hierher!! Komm hierher du Mistvieh!! Der Tathorak folgte den Rufen und Anget lockte ihn Richtung Onumo. Anget schlug Onumo mit der Rückseite seiner Axt so schnell es ging zu Boden. Danach rannte er weg. - Nein.. Nein! ICH HASSE DICH ANGET!! ICH HASSE DICH!!! Der Tathorak packte Onumo und verschlang ihn.

Anget rannte so schnell er konnte. Ohne Ziel lief er an unzähligen Bäumen vorbei in der Hoffnung ein Ende zu erblicken, das nicht kam. Zumindest nicht eines, dass er sich erhofft hätte. Nachdem er lange genug durch den Wald lief gelangte er an die Küste. Für ihn war es wie das Ende der Welt und nicht nur er hätte wahrscheinlich so gedacht. Ein feiner Nebeldunst schwebte über dem Wasser, dahinter der dunkelgraue Horizont. Nun sackte er schließlich zusammen und fiel auf die Knie. Anget hatte gerade zum zweiten Mal seinen Freund einer Bestie überlassen. Trotz allem kullerte ihm eine Träne über die Maske. - Es tut mir Leid Onumo.. ich bin auch zu einem Monster geworden.. Anget raffte sich ein letztes Mal auf und ging ins Wasser. Die Kälte des Wassers bemerkte er fast gar nicht. Vor ihm verschwand der Horizont, dann der leichte Nebel, bis er schließlich vollkommen im Wasser verschwand.

Kapitel 14

Anget versank immer weiter im Wasser, bis er schließlich am Grunde des Wassers stehen blieb. Es erdrückte ihn nicht. Er ertrank auch nicht. Anget hatte mittlerweile vergessen zu atmen. Die Luft schien ihm unwichtig zu sein. Vor ihm lag nur das weite Wasser. Anget wartete darauf zu ertrinken. Der Toa schloss die Augen. Er erinnerte sich an die Zeit von damals im 3.ten Stadtring. Anget hatte dort einige Freunde. Die meisten davon waren Arbeiter in der Schmiede. Er half ihnen dort öfters und sie schienen sehr stolz darauf zu sein, dass gerade ein Toa ihnen zur Hand ging. Anget genoss es auch. Die stolzen Gesichter, das Schmieden an sich und sogar die heiße, stickige Luft die sich immer in der Schmiede breitmachte. Das waren schöne Zeiten

Als Anget die Augen aber wieder öffnete fand er sich nicht mehr im Wasser wieder. Er fing wieder an zu atmen. Nun war er am endgültigen Ziel angelangt. Im Stadtzentrum. Anget stand mitten in einer Menge aus stillen Matoranern. Vor ihm sah er sich auf einem Podest mit Onumo, der an 2 Pfählen festgebunden war. Sein Ebenbild hielt einen Dolch in der Hand. Der Toa unterbrach die Stille und ging einen Schritt vorwärts. Im selben Moment stach Angets Ebenbild Onumo in den Bauch. Wir sehen uns wieder, Kumpel Aus Onumos Bauch floss Blut. Viel Blut. Es breitete sich über dem Podest hinweg aus über den Boden der Halle, an den Matoranern und an Anget vorbei, bis hin zum Gebäuderand. Onumo hörte auf zu bluten. Im selben Moment begannen die Matoraner im Blut zu versinken. Auch Angets Ebenbild - nur Anget selbst nicht. Und als dann auch der letzte Matoraner im Blut versank, sickerte es in den Boden und verwandelte den Boden in rostige Stahlgitter. Die Wände färbten sich rot-bräunlich. - Hier wird es wohl auch nicht wärmer was? Anget drehte sich um. Hinter ihm stand Wani mit einem Dolch in der Hand. - Nein.. so wie es aussieht nicht.. - So wie´s aussieht hab ich mich wohl anstecken lassen.. - .. Nicht du auch noch. - Wenn man lange in so einer Eiseskälte eingekesselt ist erkrankt man nun mal leicht. - Und was willst du jetzt machen? Willst du auch versuchen mich zu töten? - Ich will doch einfach nur, dass mir wieder warm wird Anget! - Bleib vernünftig Wani. Es ist schon viel zu viel Blut vergossen worden. - Nur das Blut, dass eigentlich fließen sollte ist noch nicht geflossen. Es geht nicht anders. Tut mir l-. Sie konnte den Satz nicht beenden, denn plötzlich war ein Dreizack in ihrer Hüfte. Nun war sie da. Ganola. Sie ging zu Wanis Leiche hin und nahm ihren Dreizack wieder auf. - Wieso sie Ganola? Sie hat niemandem etwas getan! - Diese Ehre gebührt ihr nicht. - Warum kann es nicht einfach enden verdammt nochmal! Ihr habt mir schon genug angetan!! Was wollt ihr denn noch von mir!? - Es soll "einfach enden"? Nein. - Du hast meine Frage nicht beantwortet. WAS WOLLT IHR!? - Onumo ist tot. Nun soll ich zu Ende bringen wozu er nicht in der Lage war. - .. Ihr wart es beide nicht wahr? - Ja.. Onumo und ich haben den Exodus erschaffen und euch alle hineingesteckt. Wir sollten euch zusehen wie ihr nach der Reihe dem Wahnsinn verfallt. Wie ihr gefoltert werdet bis ihr irgendwann vereckt. Für dich hatten wir aber besonderes im Sinn. Deshalb haben wir dich fürs Erste am Leben gelassen. Onumo sollte eigentlich die Ehre haben, aber jetzt.. jetzt sind nur noch wir beide übrig Anget. .. - Du hast gesagt durch mein Blut wird alles enden? Was wird enden Ganola? Euer Hass auf mich und die Matoraner. Oder Turaga Ranock? Nein. Onumo und du. Ihr beide versinkt im Selbstmitleid und wollt andere dafür zur Rechenschaft ziehen. Aber merk dir meine Worte. Ich hab es Onumo schon gesagt. NICHTS kommt dem gleich was ihr beide mir hier angetan habt. - Er war ein guter Toa Anget.. Früher war er sogar eine kleine Frohnatur. Kannst du dich noch daran erinnern? Er behandelte alle mit Respekt. Die Toa, Turaga Ranock, die Matoraner.. Selbst dann als die Dinge sich änderten versuchte er das positive an der Sache zu sehen. - Hör ma-. Ganola richtete den Dreizack gegen ihn. - Die Betonung liegt bei versuchen. Wie kann man sich aufbauen wenn es nichts gibt womit man sich aufbauen kann. Darum ist er zu mir gekommen Anget. Darum musste ich ihn wieder aufbauen, teilweise mit Sachen, die nicht wirklich Sinn ergaben. Manchmal musste ich ihm Sachen einreden, nur damit er überhaupt an irgendetwas glauben schenken konnte. Jedes Mal ein neues Dilemma und das Tag für Tag für Tag. Und jedes mal als ich ihn angesehen habe. Weißt du was ich gesehen hab? - Ga-. - Ich SAH ein Monster. Ich sah DICH. - Ganola es muss so nicht enden. - Und jeden Tag wuchs unser Groll mehr gegen dich.. Leider Anget.. das ist dein Ende. Ganola rannte auf Anget zu. Mit ihrem Dreizack in Angriffsstellung. Der Toa blieb konzentriert und wich der Attacke aus. Anget versuchte einen Konter mit seiner Axt, doch der wurde blitzschell von Ganola geblockt. Beide drückten ihre Waffen gegeneinander. - Du bezahlst für das, was du getan hast. Anget gab schließlich nach und holte mit seiner Axt aus. Doch ihm wurde schlecht. Er fühlte etwas in seinem Bauch. Ganolas Dreizack. - Es ist getan. Der Toa ging vor Ganola auf die Knie. Anget brach zusammen.

Epilog

- Ganola. Ganola wach auf. Sie öffnete ihre Augen und setzte sich langsam auf. Verwirrt sah sie sich um. Sie wusste nicht was los war. - Was? Was ist los? Wo zur Hölle bin ich? - Heute ist es soweit. Komm. Wir sollten uns auf den Weg machen.

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