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Diener der Dunkelheit

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  • Autor: Toa-Nuva
  • Sprache: Nur Deutsch
  • Hauptperson der Geschichte: Tahkon


Zerstörung des Nests

Gemeinsam rannten die sechs Freunde durch den Schnee auf das Nest zu. Ihre Aufgabe war ihnen klar: Sie mussten das Nest zerstören und die Nui-Rama, die darin lebten, besiegen oder vertreiben. Sie stellten eine zu große Bedrohung für die Insel dar, um sie hier einfach leben zu lassen.

Schon flogen ihnen die ersten Insekten-Rahi entgegen. Doch sie blieben nicht lange in der Luft: Einige der Insekten fingen plötzlich an zu brennen, andere froren auf einmal ein. Eine Sturmböe erfasste einige der Flug-Rahi und sie flogen unkontrolliert gegen die Wand, ein kurzer „örtlicher“ Regenschauer durchnässte und verklebte die Flügel die Tiere und ließ sie abstürzen. Andere wurden von Fäusten aus Stein und Erde zerschlagen oder zerquetscht.

Doch es kamen immer mehr. Da die sechs Toa wussten, dass sie nicht jetzt schon ihre gesamte Elementarenergie verbrauchen durften, stellten sie sich den verteidigenden Rahi im Nahkampf. Tahkon sprang hoch und hielt sich an den Krallen eines der Rahi fest. Er kletterte seinen Körper hoch und setzte sich auf den Rücken. Dann lenkte er die Flugbahn des Nui-Rama auf eine Wand zu und sprang im letzten Moment ab.

Tahkon drehte sich um und sah seine kämpfenden Gefährten. Die Chancen auf einen Sieg standen nicht schlecht für die Toa. Doch plötzlich sah er einen Nui-Rama, der von hinten auf Kohron zuflog. Dieser kämpfte noch mit einem anderen Rahi und bemerkte den heimlichen Angreifer nicht. Ohne zu zögern rief Tahkon „Vorsicht!“, und schleuderte dem Rahi einen Feuerball entgegen.

Der Feuerball traf sein Ziel und verbrannte das Insekt, doch es war bereits zu spät: Sein Stachel hatte bereits die Brust von Kohron durchbohrt und den Toa des Eises getötet. Porkon wendtte sich geschockt zu der Leiche seines Freundes und rannte zu ihr. Den Rahi, gegen den er gerade noch gekämpft hatte, vergaß er dabei vollkommen – ein verhängnisvoller Fehler. Wenige Sekunden später war auch der Toa des Steins tot.

Gerade eben hatten die Aussichten auf den Ausgang des Kampfes noch ideal ausgesehen; doch nun waren innerhalb weniger Sekunden zwei der sechs Toa gestorben. Als der Anführer seines Teams konnte der Toa des Feuers es nicht verantworten, seine Kameraden weiter hier kämpfen und ihr Leben riskieren zu lassen. „Rückzug!“, rief Tahkon. „Alle sofort zurück!“

Nuukor, Lahka und Gakna zögerten zwar zuerst, kamen dem Befehl aber nach und rannten von dem Schlachtfeld. Tahkon hatte jedoch nicht vor, ihnen zu folgen. Das Leben seiner Freunde zu riskieren konnte er nicht verantworten; doch er selbst musste seine Freunde rächen. Schnell überlegte er sich einen simplen Plan, den er auch sofort in die Tat umsetzte.

Er rannte weiter auf das Nest der Nui-Rama zu. Die Insekten verfolgten ihn und griffen ihn an, immer und immer wieder, doch irgendwie schaffte Tahkon es immer wieder, den Angriffen zu entkommen. Als er schließlich das Nest erreichte, brannte er ein Loch in die Außenwand. Er blickte kurz zurück, um eventuellen Angriffen ausweichen zu können, und stellte überrascht fest, dass sich in seiner Nähe keine lebenden Nui-Rama mehr befanden. Doch die nächsten Rahi kamen schon angeflogen, also rannte er sofort in das neue Loch. Für die Nui-Rama war dieses Loch jedoch zu klein, sie mussten ihm also über einen Umweg folgen.

Überrascht blickte er sich um. Das Nest war sehr viel größer, als er erwartet hatte. Einen Moment zweifelte er daran, dass sein Plan funktionieren würde; doch dann kam er zu dem Entschluss, dass er jetzt nicht mehr umkehren konnte. Stattdessen sollte er handeln, solange die umherschwirrenden Nui-Rama ihn noch nicht bemerkt hatten.

Vorsichtig rannte Tahkon weiter in das Zentrum des Nests. Er war jedoch noch nicht weit gekommen, als er bemerkte, dass die ersten Nui-Rama ihn bereits wahrgenommen hatten und sich zum Angriff bereit machten. Er hatte keine Zeit, jetzt noch weiter zu rennen. Er blieb stehen und konzentrierte sich darauf, seine gesamte elementare Energie zu sammeln. Er wusste, er hatte nur diesen einen Versuch.

Kurz darauf gab es eine gewaltige Explosion.

Erschöpft brach Tahkon zusammen und sah sich um. Zuerst war wegen des Qualms und des aufgewirbelten Staubs nicht viel zu sehen. Nach einer kurzen Weile konnte er jedoch erkennen, dass sein Nova-Blast tatsächlich beinahe das ganze Nest zerstört hatte.

Doch als sein Sichtfeld noch klarer wurde, konnte er erkennen, dass einige Nui-Rama überlebt hatten und ihn nun angriffen. Tahkon versuchte aufzustehen und zu fliehen, doch es fehlte ihm an Kraft: Noch während er versuchte, aufzustehen, fiel er schon wieder um.

Ängstlich blickte der Feuer-Toa den Rahi entgegen. Doch plötzlich riss eine Windböe sie aus ihrer Flugbahn. Im nächsten Moment entstand plötzlich eine Gewitterwolke über den Insekten und der Regen durchnässte die Flügel der Rahi, sodass sie abstürzten. Kaum waren sie auf dem Boden eingeschlagen, verformte sich plötzlich die Erde und begrub die Rahi unter sich.

Überrascht blickte sich Tahkon um und entdeckte seine verbliebenen Kameraden, die auf ihn zurannten.

„Du hast doch nicht gedacht, dass wir dich einfach so zurücklassen würden, oder?“, rief Gakna ihm zu.


Die Einladung

Nach der Zerstörung des Nests sprachen die vier Toa kaum noch miteinander und trauerten einfach nur still ihren verstorbenen Freunden nach. Nur hin und wieder trafen sich Nuukor, Lahka und Gakna während ihrer Patrouillen auf der eisigen Insel, doch selbst dann wurde selten mehr als ein kurzer Gruß ausgetauscht.

Doch vor allem von Tahkon war einige Zeit überhaupt nichts mehr zu hören. Er war wegen des Nova-Blasts immer noch sehr geschwächt und verließ sein Haus nicht, um sich besser erholen zu können. Leider war es in diesen kalten Regionen nicht sonderlich leicht für einen Toa des Feuers, seine Elementarkräfte zu regenerieren.

Nach einigen Tagen klopfte es jedoch plötzlich an der Tür und als Tahkon sie öffnete, blickte er seiner Kameradin Gakna ins Gesicht. Da draußen ein Schneesturm tobte, ließ er sie sofort herein und verschloss die Tür wieder.

Gakna erklärte, warum sie gekommen war: „Ein Bote von der Insel Destral ist aufgetaucht. Offenbar wollen die Makuta uns darum bitten, zukünftig als ihre neuen Wächter zu dienen.“ Gakna musterte ihren immer noch sehr schwachen Kameraden und fügte dann hinzu: „Aber ich nehme mal an, dass du nicht daran interessiert bist, oder?“

Doch Tahkon hörte ihr schon gar nicht mehr zu. Stattdessen überlegte er bereits, was es für seine Kameraden bedeuten würde, wenn sie dieses Angebot annehmen würden. Die Makuta waren einerseits zwar gefürchtet, andererseits aber auch sehr angesehen. Der Bitte nicht nachzukommen könnte dem Ruf des Teams also schaden. Außerdem könnte er selbst auf Destral seine Kräfte möglicherweise besser wieder sammeln als auf dieser vereisten Insel. Schließlich fragte er: „Was meinen du und die anderen?“

„Wir haben nichts dagegen, sind aber auch nicht unbedingt dafür. Wir wollen die Entscheidung dir überlassen.“

Tahkon überlegte kurz und entschloss sich schließlich dazu, das Angebot anzunehmen. Gakna erklärte ihm, dass sie dann sofort los mussten, denn sie würden gemeinsam mit dem Boten auf seinem Schiff nach Destral reisen. Sofort verließen die beiden das Gebäude, und da Tahkon immer noch sehr schwach war, stützte Gakna ihn auf dem Weg. Zuerst gingen sie zum Zentrum der Stadt, wo sie auf ihre beiden Kameraden und einen Matoraner trafen. Dieser Matoraner war offenbar der Bote, von dem Gakna geredet hatte, denn er gab den Toa ein Zeichen, ihm zu folgen, und führte sie zu einem Schiff. Er erklärte, dass sie nicht viel Zeit hätten, denn ihre Zielinsel würde ständig die Position wechseln.

Die Insel war schon von weitem zu sehen, denn auf ihr befand sich eine riesige Festung, die fast die ganze Insel bedeckte. Die Toa waren sich nicht so ganz sicher, wie sie zu viert eine derart riesige Festung verteidigen sollten.

Tahkon hatte jedoch ganz andere Dinge im Kopf, denn seine Kräfte kehrten nun tatsächlich viel schneller zurück. Bis die Toa auf der Insel angekommen waren und die Festung der Makuta betreten hatte, fühlte sich Tahkon schon wieder fast so stark wie vor dem Nova-Blast.

Der Matoraner führte sie in eine riesige Halle mit einem Thron, auf dem ein Makuta saß. „Bist du Miserix?“, fragte Gakna. Außerhalb der Bruderschaft wussten nur die wenigsten sonderlich viel darüber, was in der Bruderschaft vor sich ging. Gakna hatte jedoch vor längerer Zeit einmal aufgeschnappt, dass ein Makuta namens Miserix der Anführer der Bruderschaft sei.

Doch der Makuta lachte und schüttelte den Kopf. „Nein, Miserix gibt es nicht mehr“, erklärte er. „Er wurde getötet, als er wahnsinnig wurde und die Bruderschaft verraten hat. Ich glaube, es ging darum, Mata Nui zu stürzen oder so etwas.“ Er lachte noch einmal. „Nun, wie dem auch sei. Nennt uns einfach nur Makuta, ihr müsst keine Namen wissen.“

Die Toa blickten sich verwirrt an. Als Wächter würden sie ja wohl länger hier bleiben müssen; warum also sollten sie die Personen, die sie schützten, nicht namentlich kennen? Wusste der Makuta etwa gar nicht, wozu sie überhaupt hier sind?

Als hätte der Makuta in ihren Gedanken gelesen, sagte er plötzlich: „Nun ja, da ihr hierhergekommen seid, habt ihr das Angebot also vermutlich angenommen?“

„Ja“, antworte Tahkon entschlossen. „Aber ich würde gerne wissen, warum ihr gerade uns auserwählt habt, eure Wächter zu sein.“

„Nun, bis vor kurzem hatten wir bereits Wächter: Die Toa Hagah“, erklärte der Makuta. „Allerdings sind sie während einer Mission spurlos verschwunden. Deshalb haben wir beschlossen, so schnell wie möglich für Ersatz zu sorgen. Und dass ein einzelnes Toa-Team es geschafft hat, ein ganzes Nui-Rama-Nest zu zerstören, war für uns Beweis genug, dass ihr das richtige Team seid. Wir wollen, dass ihr die neuen Toa Hagah werdet!“

Doch diese Erklärung beunruhigte Tahkon – schließlich hatten er während dieses „Beweises“ zwei seiner Kameraden verloren. „Was ist, wenn uns das selbe passiert wie den letzten Toa Hagah?“, fragte er. „Wer versichert uns, dass wir nicht auch plötzlich spurlos verschwinden?“

„Niemand!“, lachte der Makuta. „Niemand außer ihr selbst!“


Der erste Einsatz

Die neuen Toa Hagah gewöhnten sich in kurzer Zeit an ihren neuen Tagesablauf. Sie hatten nicht viel zu tun, da sie die Festung der Bruderschaft nur hin und wieder vor Angreifern schützen sollten, sofern sie nicht irgendeine spezielle Mission bekamen. Dennoch hatten die Toa keine wirkliche Freizeit, denn wenn sie nichts zu tun hatten, mussten sie trainieren, um auf die bevorstehenden Missionen vorbereitet zu sein. Doch auch das Training konnten die Toa so gestalten, wie sie wollten, und die Makuta stellten ihnen hervorragende Ausrüstung zum Trainieren zur Verfügung.

Doch schon nicht einmal eine Woche später hatten die Toa ihren ersten Einsatz: Die Festung der Bruderschaft wurde von zwei Seiten von Frostelus angegriffen. Die Toa teilten sich schnell in zwei Gruppen auf: Nuukor und Gakna sollten auf der einen Seite der Festung kämpfen, Tahkon und Lahka kämpften auf der anderen Seite.

Als Tahkon und Lahka sich jedoch den ca 20 Frostelus stellten, zögerten sie. Frostelus waren sehr intelligente Wesen mit unterschiedlichen Fähigkeiten – hatten die beiden gegen eine derartige Übermacht überhaupt eine Chance? „Auf keinen Fall!“, meinte Lahka. „Wenn wir uns ihnen in den Weg stellen, bringt uns das nur den Tod!“

Im nächsten Moment flogen ihnen schon die ersten Rhotuka-Rotoren entgegen, und die beiden Toa brachten sich schnell hinter einem größeren Stein in Sicherheit. Dann antwortete Tahkon auf den Einwand seines Kameraden: „Wir haben uns den Makuta verpflichtet, und um unsere Treuepflicht zu erfüllen, müssen wir es zumindest versuchen!“

Lahka wollte wiedersprechen, doch im nächsten Moment bewegte sich plötzlich der Felsen, hinter dem sie sich versteckten. Er begann sich zu verformen und bildete plötzlich eine humanoide Form, jedoch war dieses Steinwesen viel größer als die Toa.

Die Toa blickten die Statue verwirrt an, als diese plötzlich begann sich erneut zu bewegen... und die Toa angriff. Sie wichen aus, doch schon griff die Statue noch einmal an und schleuderte Tahkon mehrere Bio durch die Luft. „Wo ist Porkon, wenn man ihn mal braucht?“, murmelte Lahka – dann erinnerte er sich wieder daran, dass er ja tot war.

Lahka versuchte einen heftigen Windstoß zu erzeugen – doch so sehr er ich auch anstrengte, kein Sturm war stark genug, um den Steinkoloss hochheben oder auch nur umwerfen zu können. Dann versuchte es Tahkon und erhitzte das Felsenwesen um mehrere tausend Grad. Auch eine Kreatur wie diese konnte einer solchen Hitze nicht standhalten und schmolz wie warme Butter.

Doch nun hatten die Toa immer noch die Frostelus vor sich. Lahka erschuf einen Wirbelsturm, und Tahkon erzeugte einen Feuerstrahl, der in Lahka's wachsendem Orkan zu einem riesigen Feuerinferno entfacht wurde. Die Frostelus versuchten sich in Sicherheit zu bringen, als der Feuerorkan begann, sich in ihre Richtung zu bewegen.

Doch einer der Frostelus verhielt sich anders. Anstatt zu fliehen, blieb er stehen und schleuderte dem Inferno einen Rhotuka-Rotor entgegen. Im nächsten Moment begann das Feuer plötzlich, sich unabhängig von dem Orkan zu bewegen. Es formte sich zu einem riesigen Drachen und flog direkt auf die beiden Toa zu. Da der Drache aber nach wie vor nur aus Feuer bestand, konnte Tahkon ihn von seinem Ziel ablenken und ins Meer stürzen lassen, wo er sofort erlosch.

„W-was ist das?“, rief Lahka plötzlich. Als Tahkon sich zu ihm umdrehte, sah auch er, dass aus der Festung nun plötzlich unzählige Rahkshi, Visorak-Spinnen und Exo-Toa hervorkamen. Diese Armee löschte innerhalb weniger Sekunden alle Frostelus aus.

An diesem Tag hatten die Toa noch eine Unterhaltung mit dem Makuta auf dem Thron. Sie konnten nicht verstehen, wieso der Makuta sie nach draußen in den Kampf geschickt hatte, und wozu sie hier überhaupt als Wächter gebraucht wurden, obwohl die Makuta bereits eine riesige Armee als Diener besaß.

„Ihr werdet für andere Dinge gebraucht. Dinge, zu denen unsere normalen Diener nicht intelligent genug sind. Der Kampf gegen diese angreifenden Frostelus war lediglich ein... Test.“

„Ein Test?!“, wiederholte Nuukor aufgebracht.

Von dem Makuta kam ein grausames Lachen. „Ja, wir wollten wissen, wie gut ihr euren Verstand einsetzt. Doch ihr wart offenbar nicht stark genug, um sie besiegen zu können. Deshalb haben wir den Test abgebrochen.“

„Nicht stark genug?“, wiederholte Tahkon. „Wenn du uns mehr Zeit gelassen, hätten wir sie sicher noch...“ Er stockte. Während er geredet hatte, war er ein paar Schritte vorwärts gegangen, und als er sich zu seinen Freunden gedreht hatte, hatte er gemerkt, dass jemand fehlte. „Wo ist Gakna?“, fragte er.

Nuukor holte ihre Maske hervor und antwortete: „Tot.“


Ein Toa verschwindet

Da der Tag noch jung war, hätten die verbliebenen Toa eigentlich noch den Rest des Tages trainieren müssen. Doch stattdessen gingen die Toa nach ihrem „Gespräch“ mit dem Makuta direkt auf ihre Zimmer, legten sich hin und trauerten ihrer Freundin nach.

Sie war ein großartiger Toa, erinnerte sich Tahkon. Sie hat sich immer sehr freundlich um mich und die anderen gekümmert, egal in welcher Situation.

Er dachte wieder zurück an den Morgen. Nachdem Nuukor seinen Kameraden von Gaknas Tod berichtet hatte, war er plötzlich sehr wütend geworden, und wollte den Makuta sogar angreifen. Er hatte ihn beschuldigt, dass Gakna nur wegen ihm gestorben war. Wenn die Armeen der Makuta früher eingegriffen hätten, würden sie jetzt noch leben.

Irgendwie hat er sogar recht, überlegte Tahkon. Aber es war nicht ihre Absicht, sie sterben zu lassen. Nuukor hat nur überreagiert. Schließlich musste er ihren Tod ja selbst mitansehen.

Danach konnte Tahkon keinen vernünftigen Gedanken mehr fassen, und nach einer Weile schlief er ein.

Als Tahkon am nächsten Morgen in die Kantine kam, saß Lahka bereits dort und absorbierte langsam und gelangweilt sein Essen. Tahkon gesellte sich zu ihm, und als die beiden eine Weile miteinander sprachen heiterten sie sich gegenseitig wieder etwas auf.

Als es jedoch Mittag wurde, wunderten sich die beiden, warum Nuukor noch nicht hier war. Schließlich beschloss Tahkon, nach ihm zu sehen. Er ging die Treppe hoch und einige Gänge entlang, bis er schließlich wieder zu den Räumen der Toa kam. Er klopfte an die Tür von Nuukor und wartete. Als nach einer kurzen Zeit keine Reaktion kam, klopfte er noch ein zweites und später noch ein drittes Mal. Schließlich öffnete er die Tür und stellte fest, dass Nuukor gar nicht hier war.

Verwirrt ging Tahkon wieder zurück zur Kantine. Bevor er etwas sagen konnte, stand Lahka auf und erklärte ihm, dass der Makuta nach ihnen gerufen hatten.

Sofort gingen sie in den Thronsaal, wo der Makuta tatsächlich bereits auf sie wartete. Er blickte sie an und fragte: „Wo ist Nuukor?“

„Ich weiß es nicht“, erklärte Tahkon. „Wir haben ihn heute noch nicht gesehen, und er war nicht auf seinem Zimmer.“

„Nun, leider haben wir keine Zeit, auf ihn zu warten. Wir haben eine wichtige Mission für euch!“

„Wir sollen nur zu zweit los?“, fragte Lahka irritiert.

Der Makuta nickte. „Ja. Ich denke aber, dass mehr Toa auch gar nicht nötig wären.“ Er blickte die beiden Toa kurz an, falls noch weitere Kommentare kommen sollten, dann redete er weiter: „Bei dem Angriff sind offenbar ein paar Frostelus hier eingedrungen und haben es geschafft, die Makoki-Steine in ihren Besitz zu bringen. Wir wollen, dass ihr uns die beiden Steine zurückbringt.“

„Wir sollen wieder gegen Frostelus kämpfen? Wir hatten schon das letzte Mal keine Chance, und wenn wir sie angreifen, werden dort ja wohl viel mehr Frostelus sein als hier.“

Erneut nickte der Makuta. „Wir haben an alles gedacht. Wir stellen euch spezielle Ausrüstung zur Verfügung.“

„Was für Ausrüstung?“, fragte Tahkon neugierig.

„Das erste ist ein Exo-Toa. Dabei handelt es sich um eine spezielle Rüstung, die den, der sie benutzt, schützt und ihm zusätzliche Macht verleiht. Mit dieser Rüstung soll einer von euch beiden die Frostelus anlocken und ablenken, während sich der andere in die Festung schleichen und die Steine in Sicherheit bringen soll.

Lahka verdrehte die Augen. „Ein Ablenkungsmanöver also. Ich hab mich schon gefragt, wie wohl der nächste von uns sterben soll.“

Der Makuta ignorierte ihn. „Außerdem bekommt ihr neue Kanohi-Masken von uns. Bei einem Kampf werden euch diese Masken sehr nützlich sein, denn sie werden eure Fähigkeiten perfektionieren.“

„Und wo bekommen wir diese Masken und die Rüstung?“, fragte Tahkon.

Im nächsten Moment erschien plötzlich ein weiterer Makuta im Raum, der den Toa die neuen Masken brachte. Als Tahkon sie aufsetzte, wurde ihm plötzlich eiskalt... Doch wenige Sekunden später war wieder alles ganz normal. Er fragte sich, was für eine Maske das nun genau war. Doch er wusste: Selbst wenn er gefragt hätte, hätte er keine vernünftige Antwort bekommen.

Als der Makuta, der ihnen gerade die Masken gebracht hatte, sie zum Schiff führte, mit dem sie reisen würden, fragte Lahka Tahkon plötzlich: „Meinst du, es ist okay, dass wir nun zu einer Mission aufbrechen? Sollten wir nicht lieber nach Nuukor suchen? Du hast doch gesehen, wie wütend er gestern war... Wenn er irgendetwas anstellt...“

Der Makuta unterbrach ihn. „Nuukor ist nicht mehr hier.“

Erschrocken blickten sich die Toa an, dann richteten sie ihre Blicke wieder auf den Makuta und fragten: „Was soll das heißen?“

Der Makuta blieb stehen und drehte sich zu den beiden Toa um. „Ihr dürft Teridax nichts verraten... Aber ich habe gesehen, wie euer Freund sich aus der Festung geschlichen und die Insel mit einem Boot verlassen hat. Er hat offenbar etwas erkannt, was er nicht mit seinem Gewissen vereinbaren konnte.“

Dann drehte sich der Makuta wieder um und ging weiter. Zwar wollten die Toa ihn überreden, ihnen zu erklären, was er damit meinte; Doch der Makuta sprach kein weiteres Wort.


Suche nach den Makoki-Steinen

Als die beiden Toa an der Insel ankamen, stellten sie fest, dass dieser Ort ihren alten Heimat gar nicht so unähnlich war: Es war eine kalte, verschneite Gegend, und natürlich tobte dort gerade ein Schneesturm.

Nachdem die beiden Toa abgemacht hatten, sich in spätestens einer Stunde wieder zu treffen, begab Lahka sich in den Exo-Toa und marschierte los, um die Frostelus auf sich aufmerksam zu machen. Zwar hatte Tahkon angeboten, diesen Teil der Aufgabe zu übernehmen; doch Lahka hatte darauf bestanden, dass er das übernimmt.

Dann beobachtete Tahkon aus sicherer Entfernung einen der bewachten Eingänge zu der Festung. Schon nach kurzer Zeit ging in der Festung ein Alarm los. Die Frostelus, die den Eingang bewachten, nahmen offenbar an, dass irgendein Angreifer einen anderen Weg in die Festung gefunden haben musste, öffneten das Tor in die Festung und machten sich auf die Suche nach dem Eindringling. Vorsichtig rannte Tahkon auf das Tor zu und spähte in die Eingangshalle. Es war niemand zu sehen.

Tahkon lief in die Halle und sah sich noch etwas genauer um. Mehrere verschiedene Gänge führten von diesem Raum weg. Tahkon vermutete, dass die Frostelus die Makoki-Steine irgendwo im Keller verstecken würde, da man dort nicht so leicht hinkommen würde. Er beschloss, sich einfach nach links zu halten, bis er einen Weg nach unten finden würde. Sollte er wieder in der Eingangshalle ankommen ohne eine Treppe oder etwas ähnliches gefunden zu haben, müsste er sich eben doch noch für einen anderen Weg entscheiden.

Er lief den ersten Gang entlang und kam erneut in eine größere Halle. Hier befand sich tatsächlich eine Treppe, aber leider führte diese nach oben. Da an den Wänden links und gegenüber des Gangs, durch den Tahkon gekommen war, keine weiteren Wege aus diesem Raum herausführen, nahm er an, dass dies eines der Eckräume der Festung sein musste und die Treppe vermutlich auf den Turm führte.

Tahkon schlich langsam zu dem Gang in der rechten Wand. Er konnte Geräusche aus dieser Richtung hören, es war also höchste Vorsicht angebracht. Er spähte um das Eck, konnte dort jedoch nichts auffälliges sehen. Vorsichtig schlich er weiter durch den Gang, bis er in eine weitere Halle kam.

Es war ein überraschender Anblick: Die Einrichtungsgegenstände waren zerstört, die Wände waren beschädigt, als hätte hier ein Monster gewütet. Das war doch nicht etwa Lahka gewesen? Der Kampf schien jedenfalls in einem Raum ganz in der Nähe zu toben, denn die Geräusche waren hier sehr laut zu hören.

Dann entdeckte Tahkon jedoch, dass das Chaos auch gute Dinge versteckte: Im Boden befand sich ein riesiges Loch, durch das er in eine tiefere Etage gelangen könnte. Er konnte sich aber nicht vorstellen, wie ein derartiges Loch im Boden entstehen konnte. Dann erinnerte er sich jedoch daran, wozu die Rhotuka-Rotoren von Frostelus fähig sein konnten – wenn sie selbst Steine und Flammen in lebendige Wesen verwandeln konnten...

Tahkon kletterte durch das Loch und ließ sich auf den Boden des unteren Stockwerks fallen. Er sah sich vorsichtig um. Es war sehr dunkel in diesem Gang, das wenige Licht hier unten stammte von einigen wenigen Fackeln.

Tahkon lief den Gang entlang und kam an ein großes Tor, über dem in matoranerischen Buchstaben „MAKOKI“ geschrieben stand. Mit aller Kraft drückte er das Tor auf und trat in das Innere des Raums. Hier war es vollkommen dunkel, deshalb erzeugte er ein kleines Feuer, um etwas sehen zu können.

Überraschenderweise war der Boden von einer dicken Staubschicht bedeckt, als wäre seit Jahren niemand mehr hier gewesen. In der Mitte des Raums befand sich zwar ein Podest mit einer Vertiefung; doch von den Makoki-Steinen war nirgendwo etwas zu sehen.

Verunsichert lief Tahkon aus dem Raum hinaus und machte sich auf die Suche nach einem Weg nach oben. Dieser Raum war ganz offensichtlich für die Verwahrung der Makoki-Steine gedacht, und wenn sie nicht hier waren, dann befanden sie sich vermutlich doch nicht im Besitz der Frostelus. Das musste er umgehend den Makuta berichten.

Die Gänge waren hier kürzer und die Hallen kleiner als in der Etage darüber, deshalb fand Tahkon schon nach sehr kurzer Zeit eine Treppe nach oben. Die Treppe führte offenbar direkt zu der Stelle, an der Lahka durch die Wand in das Innere der Festung eingebrochen oder aus der Festung geflohen war. Er sah sich mehrmals vorsichtig um und verließ die Festung durch das Loch, das Lahka geschaffen hatte.

Außerhalb der Festung schneite es zwar immer noch etwas, doch der Schneesturm hatte deutlich nachgelassen. Doch plötzlich entdeckte Tahkon etwas: Lahka's Maske. Aber wo waren Lahka und der Exo-Toa? Hatten die Frostelus sie vernichtet?

Schnell versuchte Tahkon zu überlegen, was er nun tun sollte. Er konnte nicht mehr lange hier bleiben, denn früher oder später würden die Frostelus ihn oder das Schiff finden, und dann wären seine Chancen auf eine Flucht gleich Null. Außerdem wäre es Selbstmord, wenn er jetzt noch einmal in die Festung eindringen würde, um seinen Freund zu suchen.

Tahkon entschloss sich, so schnell wie möglich zurückzukehren und den Makuta von dem Vorgefallenen zu berichten. Sie würden sicher wissen, was zu tun war.


Vorschau

Im nächsten Kapitel erhält Tahkon schon den nächsten Auftrag: In einem Exo-Toa soll er alleine gegen ein Tahtorak antreten. Doch plötzlich stellen sich ihm sechs kleine Wesen mit Rahkshi-Köpfen in den Weg...

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