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ToWFF

Nach Lügen und Verrat

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Fortsetzung von Wahrheit erwacht

Vahki

„Bist du sicher, dass du nicht schon mal voraus gehen willst?“, fragte Verakk, der sichtliche Mühe hatte, mit Narja mitzuhalten, obwohl sie wegen ihm schon extra langsamer ging.
„Vielleicht wäre das sinnvoll, aber du kennst dich hier im Gegensatz zu mir aus.“, erwiderte sie.
Verakk nickte, dann gingen die beiden weiter durch die Wüste, plötzlich blieb er wieder stehen.
„Was ist denn jetzt?“, fragte Narja, die schon etwas genervt klang.
Er bedeutete ihr mit einer kurzen Geste leise zu sein. Narja lauschte und dann hörte sie, weshalb Verakk angehalten hatte. Es hörte sich an wie Rahi. Oder etwas ähnliches.
Fragend sah sie den Turaga an. „Vahki. Fünf oder sechs. Vielleicht auch mehr.“
Narja zog ihren Stab und bereitete sich auf einen Kampf vor.
„Werden sie den Toa folgen?“, fragte sie.
„Ich weiß nicht, aber uns werden sie bestimmt nicht gehorchen.“, antwortete er und deutete hinter Narjas Rücken. Dort stand eine Gruppe von Vahki, Vorzakh um genau zu sein, die angriffslustig ihre Waffen erhoben hatten und die beiden finster anblickten.
Alle sechs sprangen zeitgleich los und umkreisten Narja. Verakk, den sie offenbar nicht für eine Gefahr hielten, ließen sie in Ruhe.
Narja war ziemlich nervös. Überall um sie herum standen die Vahki. Sie hatte keine Ahnung, welcher zuerst angreifen würde oder was sie tun sollte. Nebenbei fiel ihr noch ein, dass sie in ihrem ganzen Leben nicht ein einziges Mal gekämpft hatte. Ohne weiter nachzudenken stieß sie mit ihrem Stab nach einem der Vahki, doch dieser konnte spielend ausweichen und setzte zum Gegenangriff an, dem Narja nur schwer ausweichen konnte. Im gleichen Moment griff auch ein anderer Vahki an, dessen Angriff sie nicht entkam. Trotz des stechenden Schmerzes in ihrem linken Arm musste Narja weiter kämpfen.
Sie schaffte es sich unter einigen Schlägen hindurch zu ducken, traf aber trotz ihrer Bemühungen kein einziges Mal.
„Hey, Verakk, ich könnte Hilfe gebrauchen!“, rief sie, doch der Turaga antwortete nicht.
Einer der Vahki machte einen kleinen Schritt zur Seite, wahrscheinlich um einen Angriff auszuführen, für den er mehr Platz brauchte, aber Narja nutzte die Gelegenheit um aus dem Kreis auszubrechen. Sie machte einen Hechtsprung und landete neben den Vahki auf dem Boden.
Obwohl sie immer noch keine Ahnung hatte, was zu tun war, fühlte sich Narja jetzt ein wenig besser. Sie stach mit ihrem Stab nach dem Vorzakh außen links, doch dieser wich wieder aus. Die Vahki griffen nun alle gleichzeitig an und Narja versuchte mithilfe einer Rolle aus dem Angriffsbereich zu kommen, doch als die Wunde an ihrem Arm den Boden berührte zuckte sie zusammen und landete auf dem Rücken. Obwohl der Angriff sie nicht traf, war sie nun leichte Beute für die Vahki.

Gerade als sich einer, der offenbar der Anführer war auf sie stürzen wollte, traf etwas seinen Kopf. Obwohl es nur ein kleiner Stein gewesen war, drehte er sich wütend fauchend um. Auf einer kleinen Anhöhe stand Verakk, in seinen Händen noch zwei weitere Steine.
Den kurzen Moment der Ablenkung nutzte Narja um dem Vahki ihren Stab in den Rücken zu bohren. Dieser schrie auf, befreite sich von dem Spieß und floh. Die anderen Vahki folgten ihm.

Als Verakk von der Anhöhe hinunter gekommen und zu Narja gegangen war, meinte er: „Wenn du noch ein bisschen trainierst, könntest du es bald mit einer Sandschnepfe aufnehmen!“
Narja erwiderte nichts. Ihr stand momentan der Sinn nicht nach Witzen.

Das Dorf des Steins

Narja hatte sich mithilfe einiger kleiner Pflanzen, die im Schatten der großen Steine, die hier herum lagen, wuchsen einen provisorischen Verband angefertigt. Dann hatten die beiden den Weg fortgesetzt.
„Wir sollten jetzt vorsichtiger sein.“, schlug Verakk vor.
Narja schwieg einen Moment, dann erwiderte sie: „Tren Krom hat sich in mir geirrt. Ich hatte nicht mal gegen einige Vahki eine Chance, wie soll ich dann einen Toa besiegen, geschweige denn sechs.“
Verakk erwiderte nichts.
„Wem nützt es etwas, wenn ich hierbei draufgehe?“, fragte sie ihren Begleiter.
Er schwieg immer noch. Als Narja zu einem dritten Satz ansetzte, meinte Verakk: „Tren Krom hat dich auserwählt. Das ist fast so viel wert, als wenn der Große Geist es getan hätte.“
„Wie bist du zum Turaga geworden? Als Toa wärst du sicher hilfreicher als jetzt?“, sprach sie ein neues Thema an.
Verakk schien kurz zu überlegen, ob er es ihr erzählen sollte, dann sagte er: „Als ich auf Tren Kroms Insel angekommen war, berichtete er mir davon, dass eine neue Toa benötigt werden würde. Ich weiß nicht, ob er es nicht konnte, oder nur nicht wollte, aber er sagte, ich solle meine Toa-Kraft in einen Toa-Stein übertragen, damit diese Matoranerin zu einer Toa werden könne. Diese Matoranerin warst du.“
„Tren Krom wollte, dass du deine Kräfte für mich aufgibst, obwohl ich keine Ahnung habe, was ich tun soll?“, fragte sie mit einer Mischung aus Unglauben und Nervosität.
Verakk nickte, dann deutete er nach vorne. Als Narja dorthin sah, erblickte sie etwas, dass so einfach war, dass es für sie schöner aussah, als alle Kunstwerke von Po-Metru zusammen. Vor ihr und dem Turaga erhob sich aus der Wüste ein Dorf, das aus kleinen halbkugelförmigen, sandfarbenen Bauten bestand. Vor dem Dorf befand sich ein Bergrücken, doch durch ein großes Tor waren die Gebäude bereits sichtbar.
„Ist das Po-Koro? Das Dorf des Steins?“, fragte Narja und Verakk nickte.
Die beiden gingen langsam immer näher auf das Tor zu, doch kurz bevor sie es passierten, stoppte Narja plötzlich.
„Was, wenn da Vahki drin sind? Oder noch schlimmer: Onewa?“, fragte sie nahezu panisch.
„Wir suchen doch nach Onewa, oder? Und wegen der Vahki musst du dir keine Sorgen machen.“
Nur oberflächlich beruhigt ging Narja mit gezogener Waffe voran in das kleine Dorf. Es wirkte wie ausgestorben. Sie konnte nichts erkennen, weder Rahi, noch Vahki, noch Toa. Mit einer knappen Geste bedeutete sie Verakk ebenfalls einzutreten und dieser trat durch das Tor. An seinem Gang konnte sie erkennen, dass er keine Angst hatte, plötzlich aus dem Hinterhalt überfallen zu werden.
„Du verschweigst mir doch etwas! Warum sollte Onewa die Vahki auf diese Insel bringen, aber nicht in das Dorf lassen. Woher wusstest du so sicher, dass niemand hier sein würde?“, fragte sie den Turaga.
„Ich trage, wie du vielleicht weißt eine Kanohi Ahiri, die es mir selbst als Noble Maske noch erlaubt, Gegner in der Nähe zu orten.“
Narja nickte. Sie hatte sich nie mit dem Maskenkräften der Mangai auseinander gesetzt, aber sie glaubte, davon schon einmal gehört zu haben.
„Wir sollten die Nacht hier verbringen.“, schlug Verakk vor.
„Und was ist wenn Onewa kommt? Könntest du ihn orten?“, fragte Narja den Turaga.
„Ich weiß es nicht. Toa können sich mitunter gut tarnen, aber hier wird er uns als letztes erwarten. Und außerdem wären wir im Falle eines Angriffs nicht gänzlich ungedeckt.“, argumentierte der ehemalige Toa Mangai des Eises.
Narja nickte. Dann ging sie in eine der kleineren Höhlen und Verakk in die nebenan liegende Hütte.
Obwohl Narja etwas besorgt war, schlief sie aufgrund des anstrengenden Tages problemlos ein.


Onewa

Narja wurde mitten in der Nacht ach, als jemand ihr Zimmer betrat. Sie dachte, es wäre Verakk, aber als sie zu der Gestalt, die sie gehört hatte, hinüber blickte, stelle sie fest, dass es sich um einen Toa handelte.
Sofort war sie hellwach. Sie sprang aus dem Bett und zog ihre Waffe. Onewa schien nicht besonders beeindruckt, entweder er hatte ihre Kampfkünste schon bewundern können, oder er war einfach nur sehr von sich selbst überzeugt.
So oder so wollte Narja ihn nicht gewinnen lassen und schlug mit ihrem Stab nach ihm, doch Onewa parierte den Angriff blitzschnell mit seinen Proto-Haken ohne Probleme.
Dann schlug er zweimal mit jeder seiner Waffen nach Narja und sie musste bis in die Ecke des Raumes zurückweichen, um nicht getroffen zu werden. Sie sprang nun wieder auf Onewa zu und wollte mit dem Stab nach ihm stoßen, aber er schaffte es, ihr auszuweichen und sofort wieder anzugreifen. Zwar wurde Narja nicht von seinem Haken getroffen, allerdings schlug eines der Verbindungsglieder gegen ihre Maske, sodass ihr Kopf zurückgeschlagen wurde und sie flach auf dem Boden landete.
„Gib auf!“, befahl ihr Onewa.
Narja erwiderte nichts. Sie strich sich einmal über die Maske, konnte aber kein Blut erfühlen, also stand sie wieder auf und warf ihren Stab auf Onewa. Das schien ihn zu überraschen und er schaffte es nicht, dem Angriff auszuweichen.
Der Stab prallte gegen seine Maske, doch es schien ihm nicht besonders viel auszumachen, allerdings stand Narja dem Toa nun sogar unbewaffnet gegenüber.
Sie hoffte darauf, vorstoßen zu können, um den Stab wieder zu bekommen, aber Onewa hatte sich direkt über ihn gestellt, so dass sie nicht an ihm vorbei zu der Waffe kommen konnte.

Onewa griff nun wieder an und Narja hatte große Schwierigkeiten, auszuweichen. Onewa machte einen Schritt nach vorne und schlug nochmal zu. Narja sprang über seinen Haken hinweg und Onewa setzte mit dem anderen nach. Das zog Narja in der Luft die Beine weg, und sie landete unsanft auf dem Boden.
Wie sie dann allerdings feststellte, handelte es sich dabei um einen wahren Glücksfall. Sie streckte den Arm aus und griff nach dem Stab, der ungeschützt hinter Onewa lag. Bevor dieser reagieren konnte, zog sie ihren Arm an und Onewa fiel ebenfalls auf den Boden. Narja stand nun mit dem Stab in der Hand auf und richtete ihn auf ihren Gegner. Onewa drehte sich ein Stück zur Seite und richtete sich dann wieder auf. Als sie mit ihrer Waffe nach ihm schlug, versuchte Onewa, sie abzufangen. Er griff nach dem Stab und hatte ihn auch schon fast in der Hand, als sich etwas entlud, das aussah, wie lila-schwarze Blitze. Onewa zuckte zusammen und stieß einen kurzen Aufschrei aus.
Narja stach mit ihrem Stab auf ihn ein, doch Onewa wich aus und sie traf ihn nur kurz am Arm. An der Berührstelle entluden sich wieder diese Blitze.
Onewa zuckte zurück und verlor dabei fast das Gleichgewicht.
Er griff nach seinem Haken, doch Narja schlug ihn nochmal mit ihrer Waffe an den Arm und aufgrund der Entladung ließ Onewa seinen Haken fallen.
Er griff nach einem Stuhl, der im Raum herum stand und warf ihn nach Narja. Während diese auswich, hob er seine Waffe auf und verschwand durch die Eingangstür.

Narja folgte ihm und sah ihn durch das Tor der Stadt entkommen.
Sie folgte ihm nicht. Es würde auch später noch Gelegenheit geben, gegen ihn zu kämpfen, und auch wenn sie jetzt etwas Glück gehabt hatte, das nächste Mal wäre Onewa vorbereitet.
Egal wie der Kampf ausgegangen war: Narja wusste, dass sie keine Chance gegen den Toa des Steins hatte.

Aufgeben?

Narja ging in die Hütte, die der gegenüber lag, in der sie die Nacht verbracht hatte, bis Onewa aufgetaucht war.
Als sie sie betrat, sah sie, dass Verakk tief und fest schlief. Obwohl sein Wachsein natürlich nichts geändert hatte, wurde sie wütend und rüttelte ihn unsanft wach.
„Was'n los?“, fragte er mit müder Stimme. Als Er Narja sah, war er auf einmal hellwach und fragte: „Ist irgendetwas passiert?“
„Onewa war da. Ich konnte mit Glück gegen ihn bestehen.“, erklärte Narja und fügte dann hinzu „Ich sollte wirklich aufgeben. Die Toa haben gewonnen.“
Verakk schüttelte protestierend den Kopf: „Nein, haben sie nicht! Du darfst sie nicht gewinnen lassen. Außerdem: Wenn du Onewa dieses mal besiegen konntest, wer sagt dann, dass du das nächstes Mal nicht schaffen wirst?“
Narja zog ihren Stab und meinte: „Diese Waffe hat ihn vertrieben. Aber nächstes mal wird er vorbereitet sein. Ich kann ihn damit noch noch einmal überraschen.“
„Es ist deine Bestimmung, die Toa aufzuhalten. Du kannst deine Bestimmung nicht einfach aufgeben.“, argumentierte der Turaga.
Narja schüttelte den Kopf.
„Nützt es dem Großen Geist, wenn ich sterbe?“, fragte sie, „Ich kann das nicht mehr. Wenn ich nicht einmal eine Gruppe Vahki besiegen kann, wie soll ich dann sechs Toa besiegen?“
Verakk schien wütend zu werden. „Wenn man auserwählt wurde, tut man, was zu tun ist! Man stellt den Willen höherer Wesen nicht in Frage!“, rief er wütend.
Narja nickte einen Moment, dann fragte sie: „Aber wie soll ich das schaffen?“
„Es muss einen Grund geben, warum Tren Krom dich wollte, und niemand anders. Irgendwie wirst du es schaffen.“
Narja blieb stumm. Sie nickte schwach.
„Wo ist Onewa hingegangen?“, fragte er sie mit sanfterer Stimme.
„Ich weiß nicht. Er ist durch das Tor abgehauen.“, gab sie zu.
Verakk ging zur Tür und sagte, als er sie gerade verlassen wollte: „Wir sollten aufbrechen. Irgendwo da draußen muss er ja sein.“
Narja wollte antworten, aber um sie herum wurde alles dunkel. Sie wollte den Mund öffnen, aber sie schaffte es nicht. Ihre Glieder ließen sich nicht mehr kontrollieren, sonder fühlten sich an, wie die lockeren Gliedmaßen von Marionetten. Dann knickten sie unter ihr ein und unter einem dumpfen Geräusch, dass für Narja klang, als käme es aus weiter Ferne, fiel sie auf den steinernen Boden.
Während die Welt immer dunkler wurde, konnte sie sehen, wie Verakk auf sie zu stürmte. Er rief etwas, doch Narja verstand nichts davon.
Dann wurde alles schwarz.

Zurückgeblieben

Eine dunkle Gestalt wankte durch die schneebedeckten Wege, die sich zwischen den kristallinen Gebäuden erstreckten, die das Landschaftsbild ausmachten. Die Gestalt, von der Größe her wahrscheinlich ein Toa, war anscheinend schwer verletzt und suchte nach Hilfe, doch es war nirgendwo auch nur ein einziger Matoraner zu finden.
Die Gestalt schrie um Hilfe, doch es antwortete nur ein leises Echo. Sie sah sich um. Die Gestalt hatte lange Zeit hier gelebt, doch sie hätte die Gegend nicht wiedererkannt. Überall hingen dunkelgrüne Netze von den Dächern und in den schmalen Seitengassen krochen kleine spinnenartige Rahi, die sie misstrauisch beäugten, sich allerdings nicht für die Gestalt zu interessieren schienen.
Die Gestalt brach zusammen. Auf dem Boden liegend durchwühlte sie ihren Rucksack nach irgendwelchen Verbänden oder Medizin. Sie fand nichts, also musste sie sich wieder aufrichten und weitergehen.
Kurze Zeit später erreichte sie völlig entkräftet den Eingang zu einem der kristallinen Türme. Sie öffnete die Tür und rief erneut um Hilfe, doch ihre Stimme war nur noch schwach und brüchig. Sie ging einige Meter in das Gebäude hinein.
Es war völlig leer. Allerdings sah es auch nicht aus, als hätte hier ein Kampf stattgefunden. Eher als seien die Matoraner einfach alle gegangen und nicht wiedergekehrt.
Aus dem Mund der Gestalt kam noch ein verzweifelter Hilferuf, doch erneut antwortete niemand.
Aller Hoffnung beraubt brach die Gestalt erneut zusammen.

Narja schreckte hoch. Es hatte sich genau wie damals angefühlt, als sie den Verrat der Toa hatte beobachten können. Sie wusste inzwischen, dass es sich dabei nicht um Träume handelte, sondern um Visionen, auch wenn sie nicht wusste, woher diese stammten.
„Wir müssen nach Ko-Metru!“, sagte Narja.
Verakk sah sie einen Moment verwirrt an, dann fragte er: „Geht es dir gut? Du bist einfach umgekippt.“
„Ich hatte eine Vision.“, erklärte Narja, wohl wissend, wie merkwürdig das klang, „Ich habe jemanden gesehen, einen Toa! Vielleicht könnte er uns helfen.“
Verakk nickte. „Das wäre möglich.“, stimmte er zu, sprach aber ein Problem an, das Narja nicht bedacht hatte: „Ko Metru ist riesig. Wo genau ist dieser mysteriöse Toa?“
Narja überlegte, ob irgend etwas auffälliges zu sehen gewesen war und meinte dann: „Ich konnte eine Umsteigestation für Transportröhren sehen. Und da war eine Statue von Turaga Dume.“
Verakk überlegte einen kurzen Moment und meinte dann: „Ich weiß, wo das ist. Wir sollten jetzt umkehren.“
Narja nickte, dann gingen die beiden durch die Wüste zurück zu dem Fahrstuhl.
Auf dem Weg zu der Röhre sprachen die beiden kaum ein Wort. Narja dachte über die Gestalt nach, die sie gesehen hatte. Obwohl sie sich die ganze Zeit im Dunkeln aufgehalten hatte, war sich Narja sicher, dass sie sie schon einmal gesehen hatte. Vielleicht einer der Mangai, doch sie hatte nicht einmal die Farbe des Toa erkennen können.
Über diesen Gedanken brütete sie auch noch, als sie zusammen mit Verakk in dem Aufzug nach unten fuhr. Der Turaga sah anscheinend, dass sie mit irgendetwas beschäftigt war, also unterbrach er sie nicht.

Einige Zeit später erreichten die beiden Ko-Metru. Aus der Ferne hatte es noch immer die majestätische Ausstrahlung, die es seit Errichtung der Wissenstürme schon immer gehabt hatte, doch je näher man kam, desto mehr wurde diese Reinheit von den dunkelgrünen Fäden und der großflächigen Zerstörung entweiht.
Schon kurze Zeit, nachdem sie die zerstörte Stadt betreten hatten, erreichten sie die Umsteigestation. Narja erkannte auch die Statue von Dume, die ihn mit einer Akilini-Disk in der Hand darstellte.
Sie sah sich in der Umgebung um und erkannte Fußspuren in dem frischen Schnee. Sie folgte ihnen und erkannte die Tür zu dem Wissensturm, den auch die Gestalt betreten hatte.
Sie öffnete die Tür und konnte den Toa bereits sehen. Sie stürmte auf ihn zu und drehte ihn auf den Rücken. Als sie die Maske erkannte, stoppte ihr kurz der Atem.
Es handelte sich tatsächlich um eine Toa Mangai, aber nicht nur irgendeine.
Vor ihr lag die Verräterische Toa des Wassers, Tuyet.

Eine neue Verbündete

Nun kam auch Verakk herein. Als er die verletzte Gestalt auf dem Boden sah, sah er einen Moment lang aus wie versteinert.
Narja hatte inzwischen das Verbandszeug, das sie sich in Po-Koro eingesteckt hatte heraus geholt und verband eine großflächige Wunde. Es sah aus, als wäre Tuyet auf ein überdimensionales Schwert aufgespießt worden. Nachdem die Wunde versorgt war, kam die Toa des Wassers langsam wieder zu Bewusstsein.
Offenbar völlig orientierungslos sah sie ihre beiden Retter an.
„Wer seid ihr?“, fragte sie.
Narja half ihr hoch und stellte sich dann vor: „Ich bin Narja und der Turaga da ist dein ehemaliger Teamkollege Verakk.“
Tuyet ging einen Schritt auf Verakk zu und betrachtete ihn einen Moment. „Er ist es.“, erklärte sie, „Aber das ist unmöglich. Ich habe dich sterben sehen. Zusammen mit den anderen.“
Verakk sah sie kurz amüsiert an, dann korrigierte er: „Du hast mich nicht sterben sehen, du bist lediglich von meinem Tod ausgegangen.“
„Nein, Verakk, ich war dabei. Das Ordensmitglied hat euch alle getötet. Nur ich habe irgendwie überlebt.“
Nun sah Verakk sie überrascht an. „Wovon redest du?“, fragte er verwirrt.
„Nachdem Miserix den Großen Geist mit seiner Antidermis korrumpiert hat, hat er den Orden von Mata Nui losgeschickt, um die Toa zu vernichten und dieser goldene Kerl hat euch alle vor meinen Augen getötet. Und als er mich durchbohrt hatte“ Sie deutete auf ihre Verletzung „wollte ich ihm seine Maske abreißen, doch dann hat sie angefangen zu leuchten und ich war plötzlich hier. Nur war alles zerstört und die Matoraner waren verschwunden.“
Narja blickte überrascht zu Tuyet hinüber. Was sie erzählte war gelogen. Der Große Geist war nicht verdorben. Und die Toa wurden nicht von einem goldenen Krieger getötet.
„Brutaka!“, rief Verakk.
Tuyet sah ihn verwirrt an, dann nickte sie. „Ja, das war sein Name.“
„Er besitzt die Maske der Dimensionstore. Du kommst aus einem anderen Universum.“, stellte der Turaga des Eises fest.
Tuyet dachte einige Zeit nach, genau wie Narja, dann kamen sie zu dem Schluss, dass das die Wahrheit sein musste.“
„Darf ich dir dann eine Frage stellen, Verakk?“, fragte sie nach einer kurzen Zustimmung.
„Klar.“
„In meinem Universum habe ich... etwas sehr falsches getan. Habe ich das hier auch getan?“
„Wenn du davon sprichst, dass du drei Matoraner ermordet hast und Lhikan und Nidhiki ebenfalls umbringen wolltest, dann ja.“, sagte Verakk mit einer Kälte in der Stimme, die Narja bei ihm noch nicht gehört hatte. Dann fügte er noch etwas leiser hinzu: „Wobei das bei Nidhiki vielleicht nicht das schlechteste gewesen wäre.“
Obwohl Tuyet offensichtlich nicht verstand, was Verakk damit sagen wollte, verkniff sie sich die Frage.
„Was habt ihr jetzt mit mir vor?“, fragte sie Narja.
„Wir könnten Hilfe gebrauchen. Wenn wir dir vertrauen können.“, gab die Toa zu.
Tuyet nickte. „Ich würde euch nichts tun, aber natürlich kann ich das nicht beweisen. Ihr müsstet mir glauben.“
Verakk schien den Gedanken nicht zu mögen, sagte dann aber: „Alleine haben wir keine Chance. Außerdem muss es einen Grund gegeben haben, warum du sie in einer Vision gesehen hast.“
Narja stimmte ihm zu und wandte sich dann an Tuyet: „Willkommen im Team.“
Sie streckte die rechte Hand in Tuyets Richtung aus. Die Toa des Wassers ergriff und schüttelte sie.
„Danke, dass ihr mir eine zweite Chance gebt.“

Rückkehr

Inzwischen war Narjas Gruppe also zu dritt. Zusammen gingen sie den Weg zurück zu dem großen Aufzug.
„Worum geht es hier eigentlich?“, fragte Tuyet, die natürlich nichts über die Geschehnisse in diesem Universum wusste.
„Grob zusammengefasst: Makuta Teridax hat den Großen Geist in Schlaf versetzt und die Matoraner in Sphären eingesperrt. Die Toa, die ihre Kräfte dafür opfern müssten um die Matoraner zu befreien, haben sich dagegen entschieden und wir müssen sie nun umstimmen.“, antwortete Verakk.
Die drei gingen betraten gerade die Brücke zwischen Ko- und Onu-Metru, da sie, um von Ko- nach Po-Metru zu kommen das Dorf der Erde passieren mussten..
„Klingt interessant.“, erwiderte Tuyet, „bei wie vielen ist euch das schon gelungen?“
„Bei keinem.“, antwortete Narja etwas geknickt.
„Dann könnt ihr ja froh sein, mich zu haben. Ich hätte sogar fast Nidhiki überzeugt sich mir anzuschließen. Was ist aus dem eigentlich geworden?“
„Er ist jetzt ein dunkler Jäger.“, antwortete Verakk kühl. Er schien Tuyet nicht mehr besonders zu mögen.
Inzwischen war die Gruppe schon mitten in Onu-Metru. Leider kamen sie nicht besonders nahe an Narjas Wohngebiet vorbei. Sie hätte gerne gesehen, wie es dort inzwischen aussah.
„Wahrscheinlich hat euer Nidhiki gemerkt, dass man als Toa nicht lange überlegt.“, vermutete Tuyet.
Das brachte bei Verakk das Fass zum Überlaufen. „Ohne euren Verrat wäre das alles hier nicht passiert!“, schrie der Turaga sie an.
„Schon mal daran gedacht, dass wir trotzdem nicht mehr lange gelebt hätten? Dieser Brutaka hat uns alle erledigt, und ich glaube, ohne meine Taten wäre das nicht viel anders gelaufen.“
Narja fiel etwas auf, was sie verwirrte: „Du hast gesagt, dein Verrat hätte auch in eurem Universum stattgefunden, wieso warst du dann bei den Toa, als sie ermordet wurden?“
„Das kann ich dir sagen!“, rief Verakk dazwischen, „Diese Mörderin hat das ganze sicher arrangiert!“
Tuyet schüttelte den Kopf. „Die Toa sind die Guten. Und zur Aufgabe der Guten gehört Vergebung, die es in diesem Universum scheinbar nicht zu geben scheint.“
Verakk wollte etwas erwidern, doch dann besann er sich der Aufgabe, die die drei zu erledigen hatten und beschloss, nichts zu sagen.

Inzwischen waren sie wieder in Po-Metru angekommen. An den Straßenrändern standen tausende Statuen, die die gesamte Region verunstalteten.
Nach einer längeren Wanderung erreichten die drei dann wieder den Aufzug. Seit ihrem Streit hatten Tuyet und Verakk kein Wort mehr gewechselt. Narja ließ sie in Ruhe. Wenn sie den Streit schlichten wollte, musste sie damit warten, bis sie sich wieder zumindest etwas beruhigt hatten.
Gemeinsam betraten sie den Aufzug und Verakk aktivierte ihn erneut, sodass er hoch fuhr, direkt in dieses, laut Narjas Meinung, bessere Po-Metru.

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