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Legends of Idekria, Story #6
Die Toa Hagah suchen nach der Maske des Lichts, um sie gegen Teridax einzusetzen. Auf ihrer Suche stoßen sie nicht nur auf einen Takanuva aus einer anderen Dimension, sondern auch auf zwei unbekannte Toa, deren Vergangenheit mit der Bruderschaft der Makuta verknüpft ist. Wird es den Toa gelingen die Maske des Lichts zu finden?

Prolog

Langsam begann sich das Sehvermögen der Toa Hagah zu verbessern und sie konnten die Gestalt erkennen, sie sah aus wie ein Toa... nur sehr viel größer und muskulöser. Die schwarz-weiße Rüstung der Gestalt strahlte leicht und brachte etwas mehr Licht in die Dunkelheit der Kammer. Als die Gestalt Norik reden hörte, richtete sie sich zu ihrer vollkommenen Größe auf, was sie noch größer erscheinen ließ als sie eigentlich war. In der rechten Hand hielt sie eine gewaltige Lanze, die mit drei gigantischen Klingen versehen war. An ihrer linken Hand war ein Werfer angebracht, den keiner der Toa Hagah je gesehen hatte. "Wo? Wo bin ich?" fragte der Neuankömmling.

"Falsche Frage... wer bist du und woher kommst du?" fragte der Anführer der Toa Hagah. Der Riese sah sich die Toa Hagah fragend an und umklammerte seine Lanze als er sie erkannte.

"Mein Name ist Takanuva, Toa des Lichts. Und ihr seid die Toa Hagah, habe ich recht?"

"Ja, hast du. Aber du siehst nicht aus wie ein Toa des Lichts, denn die sind nicht schwarz-weiß sondern gold, dachte ich jedenfalls immer. Und woher weißt du, dass wir die Toa Hagah sind? Wir haben dich nie in unserem Leben gesehen." erklärte Norik. Takanuva lief um die versammelten Toa herum und musterte sie. Er konnte keinerlei Symbole an den Toa finden, die darauf hindeuteten, dass es auch in dieser Dimension ein Imperium gab, das von Tuyet regiert wurde.

"Wart ihr jemals in eurem Leben sogenannte 'Rahaga'? Hat euch eine Vortixx namens Roodaka jemals in eine Kreuzung von Rahkshi und Turaga verwandelt?" fragte Takanuva.

"Nein, denn davon wüsste ich." sagte Norik verwirrt.

"Dann bin ich schon wieder in einer falschen Dimension gelandet." sagte Takanuva und setzte sich entmutigt auf den Boden. "Seit einiger Zeit reise ich jetzt schon durch die verschiedensten Dimensionen auf dem Weg nach Karda Nui, um mein Team vor einer großen Bedrohung zu warnen, die auf sie lauert, sobald sie unsere Mission erfüllen. Zuerst gelangte ich in eine Dimension, in der mir eine spektrale Maske Anweisungen gab, dann in eine Dimension, in der der Große Geist starb und somit das ganze Universum evakuiert werden musste und danach gelangte ich in eine Dimension, in der Tuyet das Universum beherrschte..." erzählte der Toa des Lichts.

"Tuyet? Eine Toa des Wassers?" fragte Kualus überrascht.

"Ja! Ja, exakt! Sie hatte die Kontrolle über das Universum an sich gerissen und alle Toa korrupiert. Dann gibt es sie in eurem Universum also auch." sagte Takanuva leise und dann kam ihm ein Gedanke. "Die Toa Nuva? Kennt ihr die Toa Nuva?" fragte er.

"Nein, aber Tuyet war vor wenigen Stunden noch hier auf Destral, zusammen mit ihrem Team. Wir hatten eine Konfrontation mit Teridax, die nicht so geendet hat, wie wir uns das vorgestellt hatten, denn er hat es geschafft den Anführer von Tuyets Team mit sich in ein Toa-Siegel zu reißen. Wenn du sie suchen willst, dann musst du dich beeilen, denn das Team hat sich schon wieder auf den Weg gemacht, um seinen Anführer zu befreien." erklärte Norik.

"Bevor ich das tue muss ich euch fragen, ob ihr Brutaka kennt, oder ein anderes Wesen, das mich in meine Dimension zurückbringen kann." sagte Takanuva.

"Bevor wir die Wächter von Teridax wurden, lebten wir auf kleinen Inseln und fristeten dort unser Dasein. Es waren nur kleine Inseln mit noch kleineren Dörfern, ohne jeglichen Kreaturen mit großer Macht. Aber unsere Waffen... unsere Waffen wurden von einem mächtigen Wesen erschaffen, dessen Name Kanoya lautet. Sein Reich muss irgendwo westlich von hier liegen." sagte Norik.

"Danke, ich werde mich sofort auf die Suche nach diesem Kanoya machen." sagte Takanuva dankbar und lief auf den Ausgang zu.

"Gut, Kualus dann lass die Visorak weiter nach der Kanohi Avohkii suchen." hörte Takanuva den Toa Hagah des Steins sagen, als er den Raum verließ.

Takanuva machte auf dem Absatz kehrt und lief einige Schritte auf das Team zu. "Avohkii? Die Maske des Lichts?" fragte der Toa des Lichts überrascht. "Die Maske des Lichts ist in dieser Dimension noch im Besitz der Bruderschaft?" fragte Takanuva verwirrt. Die Toa Hagah sahen ihn nickend an und er aktivierte seine Maske des Lichts. "Ich trage die Maske des Lichts, vielleicht kann ich eine Verbindung zu der Avohkii dieses Universums aufbauen." sagte er und aktivierte seine Maske. "Norden... ein Inselreich nördlich von Odina." sagte Takanuva.

"Das war beeindruckend, danke sehr." sagte Gaaki mit freundlicher Stimme.

"Eine Kanohi wäscht die andere." sagte Takanuva lächelnd und verließ die Festung auf der Suche nach Kanoya. Die Toa Hagah sahen dem Fremden kurze Zeit hinterher. Sollten sie dem Neuen einfach blind vertrauen? Vielleicht hätten sie ihm nicht von Kanoya erzählen sollen, zumal sie nicht wussten, ob es dieses Wesen wirklich gab und was Takanuvas wahre Absichten waren. Der Toa des Lichts könnte auch nur ein Trick eines Makuta sein, doch dann hätte er nicht die Avohkii tragen können.

"Sollen wir nach Odina reisen und uns dort nach einem Inselreich im Norden erkundigen? Sollen wir diesem Toa vertrauen?" fragte Bomonga. Der Rest der Gruppe sah ihn ratlos an, dann wanderten die ratlosen Blicke hinüber zu Norik. "Du bist unser Anführer, wie entscheidest du?" fragte der Toa Hagah der Erde.

"Wir haben uns in der Vergangenheit schon auf Toa verlassen, denen wir vertraut haben und wohin hat es uns geführt? Richtig, in Gefangenschaft. Wir werden die gesamte Festung durchsuchen und wenn wir Hinweise auf dieses sogenannte Inselreich finden, dann werden wir nach Odina reisen." erklärte Norik. Das Team war einverstanden.

Kapitel 1: Verwirrung pur

"Wo sollen wir weitersuchen? Dies war unsere heißeste Spur auf der Suche nach der Maske des Lichts, aber wir konnten nichts finden." sagte Iruini zum Rest des Teams.

"Wir verfolgen unseren ursprünglichen Plan." erwiederte Kualus und konzentrierte sich erneut. Seine Maske der Rahi-Kontrolle begann hell zu leuchten, doch ihm stand die Verwunderung in die Kanohi geschrieben. "Wieso kann ich sie nicht mehr erreichen? Es ist so als wären sie plötzlich von der Erdoberfläche verschwunden, ja als ob sie nicht mal da gewesen wären." sagte der Toa des Eises.

"Bist du dir sicher, dass das Ding an ist?" fragte Pouks und klopfte mit seiner großen Hand auf die Maske seines Bruders.

"Du bist heute aber mal wieder lustig aufgelegt." erwiederte Kualus spöttisch.

"Ironie? Soetwas kennt man von einem Toa des Eises überhaupt nicht." sagten Bomonga und Iruini gleichzeitig.

"Könnt ihr euch vielleicht konzentrieren? Irgendetwas seltsames ist hier passiert. Wieso sollte Kualus keinen Kontakt mehr zu den Rahi aufnehmen können, die vor einigen Minuten noch hier waren. Außerdem können sie in der kurzen Zeit, in der wir uns mit Takanuva unterhalten haben, nicht aus dem Radius der Maske gekommen sein. Es sei denn..." sagte Norik.

"Es sei denn was?" fragte Gaaki, nachdem der Anführer des Teams zu einem Schreibtisch gegangen war, der sich direkt neben dem Eingangstor der Halle befand. "Wieso durchsuchst du das Sekretär von Teridax? Das haben wir schon durchsucht, keine Spur von der Maske..." sagte die Toa Hagah des Wassers.

"Ich bin überzeugt davon, dass dieser Takanuva uns die Wahrheit gesagt hat. Auf jeden Fall was den Aufenthaltsort der Maske betrifft. Sie ist nicht hier auf Destral." entgegnete der Toa des Feuers.

"Moment, ich bin verwirrt. Wieso überzeugst du uns zunächst davon diesem Toa des 'Lichts' nicht zu vertrauen, nur um uns einige Minuten später zu sagen, dass er die Wahrheit erzählt hat?" fragte Bomonga mit einer verwirrten Stimme. "Irgendwo fehlt da die Logik und vor allem hätte ich so eine Aktion eher von Iruini erwartet." Diese Aussage wurde von dem Toa der Luft durch eine starke Windböe beantwortet, die den Toa der Erde durch den Raum schleuderte. Mit einem lauten Knall landete Bomonga auf der anderen Seite des Raumes und knallte gegen die Wand.

"Du hast gerade einen großen Fehler..." sagte Bomonga mit gespielt wütender Stimme, als er etwas bemerkte. "Soll das so sein?" fragte der Toa der Erde und starrte den Rest des Teams an, der zunächst nicht wusste, was Bomonga meinte. Erst Gaaki bemerkte, worauf der Toa der Erde anspielte.

"Ich dachte die Wände dieser Kammer wären aus meterdickem Protostahl, der mit Steinen verdeckt ist." sagte die Toa des Wassers.

"So sollte es eigentlich auch sein." sagte Pouks und legte erneut seine Hände auf den Stein. "Die Steinschicht ist sehr dick, ich kann den Protostahl dahinter nicht fühlen. Deshalb ist es mir nicht aufgefallen, aber hinter diesen Wänden könnten schmale Hohlräume sein. Vielleicht groß genug für drei Makuta. Die müssten sich dann aber schon sehr klein machen." erklärte der Toa des Steins.

"... drei kleine Makuta oder ein überdurchschnittlich großer Toa... ist doch alles dasselbe." sagte Bomonga und ließ seine Körpergröße auf das doppelte heranwachsen. "Ich bräuchte mal deine Hilfe, Pouks." sagte der Toa der Erde. Gemeinsam benutzten die beiden Toa ihre Elementarkräfte, um ein Toa-großes Loch in die Wand zu schlagen.

"Lasst mich in den Hohlraum gehen." sagte Norik und erschuf eine Flamme in seiner Hand.

"Nur zu. Ich wäre sowieso nicht in den Raum gegangen. Dunkle kleine Räume sind doch eher etwas für Würmer, die unter der Erde leben... ach so und etwas für Rahi auch." sagte Iruini lachend und legte eine Hand auf die Schulter von Bomonga. "Nimms mir nicht übel, Bruder, aber dieser Witz bot sich ja förmlich an." fuhr der Toa der Luft lachend fort. Bomonga sah auf seine Schulter und entfernte Iruinis Hand mit einer beinahe angeekelten Bewegung.

Gaaki verdrehte die Augen und versuchte das Gerede des Teams zu ignorieren, während sich Norik durch das enge Loch quälte. "Kannst du schon etwas erkennen?" fragte sie.

"Nein, aber riechen. Es stinkt hier so, als wären hier tausende von kleinen Rahi gestorben... was, wie es hier aussieht, auch der Fall sein sollte. Überall zerquetsche Panzer von Visorak, die die Wand 'verzieren'". antwortete Norik.

Sonst noch etwas?" fragte Gaaki.

"Bisher nicht. Es ist sehr eng hier drin, aber es sieht so aus, als ob keine der Wände dieser Festung tatsächlich mit Protostahl verstärkt wurde. Es hat eher den Anschein, als ob zwischen den Wänden ein Labyrinth eingebaut wurde und hier ist eine kleine Luke im Boden, auf der ein Rahi mit großen Hörnern aufgezeichnet ist." sagte Norik.

"Vielleicht ein Hinweis?"

"Ja, das denke ich auch, aber ich bekomme sie nicht auf." erwiederte Norik. Plötzlich hörten alle Toa Hagah einen lauten Schrei, der von der anderen Seite der Luke kam. Wie von einem Zivon gestochen wich Norik zurück und rannte zum Eingang. Im schwachen schein seines kleinen Feuers konnte er sehen, wie von unten auf die Luke eingeschlagen wurde, dass diese schon zu wackeln begann. Kurz bevor Norik dachte, dass die Luke nachgeben würde, hörte das Gepolter auf.

"Was war da los?" fragte Gaaki entsetzt und streckte ihren Kopf in das Loch.

"Ich weiß nicht, aber irgendetwas ist da unten." sagte Norik und ging noch einen Schritt zurück. Dabei bemerkte er nicht, dass er gegen ein kleines Regal lief, welches schon von der Zeit gezeichnet war. Es brach zusammen und die beschriebenen Tafeln, die zuvor in dem Regal gelagert hatten, fielen zu Boden. Wie durch Bestimmung viel Norik eine Tafel in die Hand, deren Überschrift "Angriff auf Artakha", und deren Unterschrift "Maske des Lichts" war.

"Hast du etwas gefunden?" fragte Gaaki, die Norik durch den ganzen Staub, der durch den Zusammenbruch des Regals entstanden war, nur noch Schemenhaft wahrnehmen konnte.

"In der Tat habe ich das..." antwortete Norik verwundert.

Kapitel 2: Erste Spur

"Und? Was ist es?" fragte Pouks verwundert. "Kommst du raus, oder sollen wir zu dir kommen?"

"Wartet einen Moment, ich denke, ich habe hier sehr interessante Dinge gefunden." antwortete der Toa Hagah des Feuers. "Pouks, wenn du so freundlich wärst, und zu mir kommen würdest." bat der Anführer des ehemaligen Schutzteams von Teridax. Pouks ließ sich nicht zweimal bitten und betrat den engen Korridor. "Folge meiner Stimme, du musst zuerst rechts und dann links abbiegen." erklärte Norik.

"Ich bin ja wirklich kein Feigling, aber in diesen engen Gängen bekommt man ja schon fast Platzangst." witzelte der Toa Hagah des Steins. Nun quetschte er sich um die zweite Ecke und sah Norik, der in dem Schein seiner kleinen Flamme stand und eine Steintafel studierte. "Hier sieht es ja noch schlimmer aus, als in den anderen Gängen." sagte Pouks, als er das Chaos von zerstörten Steintafeln auf dem Boden sah. "Und was ist das?" fragte Pouks und deutete auf die Luke im Boden.

"Ich habe keine Ahnung, aber deswegen habe ich dich auch nicht hierher geholt."

"Weswegen dann, Norik?" fragte Pouks.

"Ich habe aus Versehen dieses Regal zerstört und alle Dokumente darin sind zu Bruch gegangen. Wir müssen versuchen, sie wieder zusammen zu setzen." erklärte der Anführer. "Du musst sie vorsichtig nach draußen befördern, ohne sie weiter zu beschädigen. Das dürfte für einen Toa des Steins jawohl kein Problem darstellen, oder?" fragte Norik lächelnd.

"Natürlich nicht." erwiederte Pouks stolz und hob seine Hand, die zerstörten Steinplatten folgten Pouks' Bewegung und schwebten in der Luft. Eine kurze Handbewegung genügte, und die Platten folgten Pouks, als sich dieser auf den Weg nach draußen begab. Pouks hörte, wie Norik ihm vorsichtig folgte. Wenige Sekunden später standen sie wieder neben ihren Freunden. "Aber jetzt musst du mir erklären, was an diesen Steinplatten so wichtig ist." forderte Pouks.

"Das hier." sagte Norik und hielt die Steinplatte hoch, die ihm in die Arme gefallen war.

"Aha... eine leere Platte." sagte Iruini mit einem Fragezeichen in der Stimme. Norik sah die Platte verwirrt an und gab Iruini einen Klaps auf die Kanohi, bevor er die Platte umdrehte. "Au, wieso schlägst du mich, du hast die Tafel falschherum hochgehalten, dafür kann ich doch nichts." versuchte Iruini sich zu verteidigen. Norik schüttelte nur den Kopf und legte seinen Zeigefinger auf seinen Mund.

"Ist es das, wofür ich es halte?" fragte Kualus. Norik antwortete mit einem beschämten Nicken.

"Auf dieser Steintafel sind Informationen über einen Angriff der Bruderschaft auf Artakha verzeichnet. Artakha ist der Ort, an dem die Maske des Lichts geschmiedet wurde und die Makuta haben diesen Ort überfallen. Sie haben die Maske des Lichts gewaltsam an sich genommen. Aber das ist nicht alles. Es wird davon berichtet, dass Experimente an der Maske durchgeführt wurden, um ihre Macht umzudrehen und so eine neue Kanohi Kraahkan zu erschaffen. Allerdings scheiterten alle Versuche der Makuta, diesen Plan zu verwirklichen. Es wird sogar davon berichtet, dass bei einem Versuch das Licht aus der Maske zu entfernen, ein Makuta von purem Licht erfüllt wurde und dadurch verbrannte." fasste Norik zusammen.

"Ich weiß ja schon seit langem, dass die Makuta verrückt sind, aber das ist eine ganz neue Stufe von Verrücktheit." sagte Bomonga schockiert.

"Mehr Informationen gibt diese Tafel leider nicht her, und deshalb müssen wir versuchen diese Steintafeln wieder zusammen zu setzen." erklärte Norik.

"Lass mich das nur machen. In der Zeit unserer Gefangenschaft habe ich in meinem Kopf ständig neue Techniken entwickelt, hatte aber noch nicht die Gelegenheit sie auszuprobieren." sagte Pouks.

"Was hast du vor, du solltest jetzt lieber nicht experimentieren." sagte Gaaki.

Pouks lächelte. "Das ist kein Experiment, es ist meine Elementarkraft. Wenn alles so funktioniert, wie ich mir das vorstelle..." Pouks hob ein Steinfragment auf und tastete die Bruchstellen ab. "... dann müsste es..." er fasste zielstrebig nach einem weiteren Fragment und setzte es an eine der vier Bruchstellen des ersten Fragments. Die beiden Steine fügten sich wie ein Puzzle zusammen und mit Hilfe seiner Elementarkräfte über den Stein, verschweißte er die beiden Stücke wieder zu einem.

"Das ist beeindruckend, Bruder." sagte Kualus und reichte dem Toa des Steins seine Faust für einen Toa-Gruß.

* * *

Es dauerte einige Stunden, doch schließlich hatte es Pouks geschafft alle Texttafeln wieder zu reparieren. Währenddessen hatten die anderen Toa schon einige der fertigen Tafeln durchgelesen, jedoch wenig Hinweise auf die Kanohi Avohkii gefunden. "Es ist erstaunlich... die Bruderschaft der Makuta hatte tatsächlich einst gute Absichten." stellte Gaaki fest, während sie eine Tafel zur Seite legte.

"Das war nur unter der Herrschaft von Miserix. Klar, die Methoden der Makuta waren nie die einwandfreisten, aber wenigstens hielten sie sich teilweise sogar an den Toa-Kodex." sagte Bomonga und hob eine neue Tafel auf. "Sieht aus, wie eine Nachricht an Makuta Krika." sagte Bomonga. Sofort war Iruini zu seiner Rechten, um zu sehen, was auf der Tafel stand.

"Eine Nachricht an Krika, von wem?" fragte der Toa der Luft.

"Von... Makuta Teridax höchst persönlich!"

"Was steht in der Nachricht?" fragte Norik, der nun auch hellhörig geworden war.

"Er spricht in dieser Nachricht über einen gewissen Toa... Bima, der wohl eine große Gefahr darstellen würde... Anscheinend besaß er unglaubliche Kräfte, die es einem Makuta sehr schwer machen würden, ihn zu töten." Bomonga laß leise weiter. "Ha! Teridax wollte auf keinen Fall, dass dieser Bima getötet wird, er sollte gefangen werden und auf alle Ewigkeit schlafen, weil man ihn vielleicht für Experimente gebrauchen könnte, um seine Fähigkeiten auf Krieger der Bruderschaft zu übertragen." sagte Bomonga.

"Vielleicht lebt dieser Toa noch..." stellte Gaaki fest.

"Wenn Krika es geschafft hat, diesen Toa zu fangen, dann lebt er auf jeden Fall noch." sagte Norik leise.

"Aber wo befindet er sich?" fragte Kualus.

Norik überlegte kurz. "Er muss irgendwo gefangen sein, wo niemand jemals nach ihm suchen würde..."

"Ah ja, sehr klug... und wo soll das bitte sein?" fragte Iruini.

"Genau hier..." antwortete Norik und hob seinen Kopf. Genau über ihnen war das Symbol einer Kanohi Ruru in der Decke eingraviert und darunter stand in alt-matoranischer Schrift: "Auf ewig".

Kapitel 3: Die Geschichte des Kanisters

"Denkt ihr das, was ich gerade denke?" fragte Kualus in einem Ton, der verriet, dass die anderen Toa Hagah diese Frage gar nicht beantworten sollten. "'Auf ewig', ich denke das sagt alles." fuhr Kualus fort und sah seine Freunde an. Niemand ließ seinen Blick von der Kanohi Ruru, die perfekt in eine, mit Ornamenten versehene, Steinplatte geschnitzt worden war. "Wenn dieser Toa da drin steckt, wie bekommen wir ihn dann raus?" fragte der Toa des Eises.

"Unterschätze niemals einen Toa, der die Maske des Wachstums trägt." sagte Bomonga lächelnt und begann in die Höhe zu wachsen. Kaum oben angekommen sah er sich die Steinplatte genauer an. "Ich denke, ich brauche deine Hilfe, Pouks." sagte der Toa der Erde. Pouks folgte sofort und hob seine Hände. Es brauchte nur eine kurze Umdrehung und einen Tritt auf den Boden und schon fiel die gigantische Platte aus ihrer Fassung. Bomonga reagierte blitzschnell und fing den Stein auf.

"Seht mal, auf diesem Stein ist noch etwas eingraviert. Leider bin ich des alt-matoranischen nicht mächtig." nachdem er das gesagt hatte, schrumpfte Bomonga wieder in seine ursprüngliche Größe zurück. Mit Pouks' Hilfe schaffte er es, die Steinplatte unbeschadet auf den Boden zu befördern.

"Vielleicht steht darauf nur der Weg zu Bimas Versteck." bemerkte Norik.

"Das ist gar nicht mal so unwahrscheinlich, ich meine, wieso sollten die Makuta eine Bedrohung direkt in ihrer Festung aufbewahren." fragte Gaaki.

"Natürlich, um sie ständig bewachen zu können. Würdest du einen Feuerkriecher einfangen, um ihn dann auf eine andere Insel zu bringen? Nein! Du kennst doch Feuerkäfer, du kannst sie zwar einfangen, aber kein Material des Universums ist stark genug, um ihren glühenden Panzern zu widerstehen... Naja, unsere Idekradermis dürfte da wohl die einzige Ausnahme sein." sagte Iruini.

"Was Iruini uns mit diesem Vergleich klar machen will ist, dass die Makuta nicht dumm sind. Sie wollen die Kontrolle über alles und jeden und wenn sie eine ihrer größten Bedrohungen hier festhalten, brauchen sie sich nicht darum zu kümmern, seine sichere Gefangenschaft zu kontrollieren." erklärte Kualus. Gaaki nickte verständnisvoll und sah sich um.

"Aber er könnte hier ü..." sie verstummte plötzlich, als ein leises Zischen aus dem Loch kam, das vor kurzem noch durch die Steinplatte verdeckt war. Luft wich aus diesem Loch und quietschende Zahnräder ertönten. Langsam aber sicher schob sich ein runder Behälter durch das Loch und fiel schließlich zu Boden. Iruini reagierte blitzschnell und erschuf ein kleines Luftkissen, auf dem der Behälter landete, welches sich danach allerdings sofort wieder auflöste.

"So etwas habe ich schon lange nicht mehr gesehen..." sagte Norik und berührte den großen Gegenstand.

"Du sagst es, Bruder. Ich weiß gar nicht mehr, wann das letzte Mal war, als ich selbst in so einem Teil saß..." fügte Gaaki hinzu.

"Dieser Toa-Kanister muss uralt sein, seht ihr." sagte Bomonga und zeigte auf Inschriften auf dem Deckel des Toa-Kanisters. "Diese Kanister wurden auf Metru Nui hergestellt. Sie müssen uralt sein, denn Metru Nui hat nur kurzzeitig Toa-Kanister produziert. Viele ihrer Kanister waren Fehlerhaft und auf Metru Nui gab es nicht die nötigen Ressourcen, die für einen Toa-Kanister benötigt werden. Dieser ist vielleicht 98.000 Jahre alt."

"Wie auch immer. Wenn da ein Toa drin steckt, müssen wir ihn irgendwie rausholen." sagte Norik.

"Das wird sehr schwer. Die Toa-Kanister von Metru Nui wurden extra dafür konzipiert, nur von Innen geöffnet zu werden, um den Toa, der darin schläft zu schützen." erklärte Bomonga. "Im Inneren des Toa-Kanisters gibt es einen Bildschirm, der dem Toa die Umgebung zeigt und dadurch sicherstellt, dass keine Gefahr in der Nähe ist. Wenn der Toa sich die Umgebung angesehen hat, kann er erst die Öffnung des Kanisters in Gang setzen."

"Woher weißt du so viel über diese uralten Dinger?" fragte Iruini.

"Ich habe es euch niemals erzählt, aber ich lebte damals auf Metru Nui und habe dort bei der Entwicklung der Toa-Kanister geholfen. In Onu-Metru lagern bis heute noch ca. 30 Toa-Kanister, alles Prototypen, die niemals vollendet wurden, da die Ressourcen, die benötigt wurden, zu teuer waren und vom anderen Ende des Universums importiert wurden, allerdings niemals ankamen. Als schließlich alle Rohstoffe ausgingen und kein Nachschub mehr kam, gingen wir davon aus, dass alle Rohstoffe aufgebraucht waren und stellten die Forschung ein." erklärte Bomonga.

"Wenn du an der Entwicklung beteiligt warst, dann kennst du bestimmt einen Weg..." Norik wurde von Bomonga unterbrochen.

"... ich bin dir schon einen Schritt voraus." sagte Bomonga und kippte den Toa-Kanister um, sodass er auf der Seite lag. Er untersuchte die Unterseite des Kanisters und lächelte. "Dieser Toa-Kanister wurde in Ko-Metru gebaut." sagte Bomonga.

"Ich dachte alle Kanister wurden in einem Sonderbereich in den Archiven geschmiedet." sagte Kualus verblüfft.

"Nein, jedes Metru schuf seine eigenen Kanister, aber die letzten Prototypen der Kanister wurden in den Archiven gelagert. Jeder Kanister besitzt sozusagen den Stempel des Metru, in dem er geschaffen wurde. Wurde ein Kanister in Le-Metru geschmiedet, dann kann er von einem Toa der Luft geöffnet werden. So verhält es sich mit jedem Element." erklärte Bomonga.

"Wieso baut man ein Schlupfloch in ein solches Gerät ein?" fragte Norik.

"Für solche Situationen. Ein Kanister ist zwar dafür da, einen Toa vor der Außenwelt zu sichern, aber sollte die Außenwelt einen Toa benötigen, der in einem Kanister schläft..." sagte Bomonga und winkte Kualus zu sich herüber. "Leg deine Hand auf den Boden des Kanisters. Er besteht aus einem sehr seltenen Material, der dir so viel deiner Elementarkraft aussaugt, die er braucht, um den Deckel zu öffnen." Kualus folgte Bomongas Anweisung und legte seine Hand auf die kalte glatte Fläche. Sofort fingen seine Elementarkräfte an zu schwinden und der Deckel öffnete sich langsam. Mit einem Lauten Plopp wurde der Deckel in die Luft geschleudert. Im Inneren des Kanisters fing ein Toa an, sich zu bewegen.

Kapitel 4: Lange verschollen

Seine Gelenke quietschten, während er sich bewegte. Sein Hals knackte, als er versuchte den Kopf zu heben und das Licht seiner Augen strahlte nur dunkel unter dem Mantel des ewigen Schlafs. Dieses ungewohnte Gefühl seine Gelenke zu bewegen machte es dem fremden Toa schwer, sich aus dem Behälter zu ziehen, doch jede Hilfe, die ihm von einem der Toa Hagah angeboten wurde, lehnte er mit einer ausgestreckten Handfläche ab. "Willkommen zurück, Bruder." sagte Bomonga und streckte dem Toa seine Faust zu einem Toa-Gruß aus. Der Toa sah Bomonga fragend an, erwiderte die Geste jedoch schließlich.

"Zurück? Bei Mata Nui... ich fühle mich, als hätte ich hunderttausende von Jahren geschlafen. Wo bin ich? Was ist passiert?" fragte der Toa.

"Aber deinen Namen verrätst du uns?" fragte Iruini.

"Mein Name ist Toa Bima... denke ich jedenfalls... Krakua?... Nein, mein Name ist Bima." sagte er, während er versuchte aufrecht zu stehen. Er sah die Toa Hagah an. "Nette Rüstung... seid ihr besondere Toa? Ihr seht so aus." stotterte der geschwächte Toa und stützte sich an seinem Kanister ab, während er nach Luft schnappte.

"Er ist stark geschwächt, das ist auch einer der Nebeneffekte der Toa-Kanister. Über die Zeit verliert man sämtliche Konditionen und das Gewebe in unseren Biomechanischen Körpern löst sich auf, da es nicht mehr gebraucht wird. Geben wir ihm ein bisschen Zeit, um sich zu erholen." erklärte der Toa Hagah der Erde.

"Wird seine Erinnerung zurückkehren?" fragte Gaaki.

"Nur die Zeit wird Licht ins Dunkel bringen." sagte Norik und kniete sich zu dem schwarz gepanzerten Toa. "Er ist ein Toa des Magnetismus. Interessant, dieses Element ist nicht weit verbreitet... ich habe in meiem ganzen Leben noch keinen solchen Toa gesehen." bemerkte Norik, während er Bima betrachtete. Bima folgte Noriks Blick und begann sich zu erinnern.

"Richtig... meine Mission." schrie der Toa des Magnetismus und sprang auf, da er allerdings stark geschwächt war, fiel er sofort wieder zu Boden.

"Jetzt reicht es aber, genug geredet! Wer bist du, und damit meine ich nicht deinen Namen. Wieso wurdest du hier auf der Festung der Makuta gefangen gehalten und auf was für einer Mission warst du unterwegs? Wir wissen, dass du eine potentielle Bedrohung für die Makuta warst, also was ist es an dir, wovor die Makuta eine solche Angst hatten, dass es nicht sicher genug für sie war, dich zu töten." sagte Pouks ungeduldig.

"... der Tod ist nur der Anfang und wenn ich euch meine Geschichte erzählen würde, müsste ich euch leider töten." sagte Bima und richtete sich auf. "Ihr scheint edle Toa zu sein, also werde ich euch nicht mit Informationen belasten, die euren Tod bedeuten würden. Versteht das bitte." erklärte Toa Bima. "Die Makuta haben so ziemlich alle Toa meiner Spezies getötet, da wir in der Lage waren ihre Rüstung zu manipulieren und somit ihre Antidermis freizusetzen. Sie haben mich am Leben gelassen, weil sie mich gebraucht haben." sagte Bima.

"Gebraucht? Wofür?" fragte Norik.

"Als Druckmittel..." antwortete Bima. "Die Makuta brauchten etwas, womit sie ihre Gegner erpressen konnten... und dieser Jemand war ich." erklärte der Toa des Magnetismus.

Iruini starrte den fremden Toa an und lächelte, erwartend, dass Bima mehr erzählte. Als er merkte dass dies nicht passieren würde, begab er sich auf den Weg aus der Halle. "Iruini, wo willst du hin?" fragte Gaaki.

"Ich habe auf diese Muaka-Spiele keine Lust mehr. Wenn Bima uns nichts erzählen will, dann sollten wir unsere Zeit nicht damit verschwenden, ihm irgendwelche Details über die Makuta zu entlocken. Wir haben eine Maske zu finden und eine Bestimmung zu erfüllen... vor allem haben wir jemanden zu retten." antwortete der Toa Hagah der Luft. Bima starrte bedrück zu Boden. "So ist es doch, oder?" fragte Iruini. "Du wirst uns nichts über dich erzählen." fuhr er fort.

"Das kann ich nicht. Glaubt mir, ihr werdet die Wahrheit noch früh genug erfahren, aber glaubt mir: ihr seid nicht allein in diesem Kampf... hoffe ich zumindest." sagte Bima. Die Toa Hagah standen schweigend im Raum und niemand wagte es Bima anzusehen, Bima wagte es nicht die Toa Hagah anzusehen. Seit Jahren hatte er geschlafen, war das Leben, das er zuvor geführt hatte, überhaupt noch sein Leben? Waren seine Freunde überhaupt noch vorhanden? Wer war tot und wer war lebendig? Fragen, die Bima zu klären hatte.

"Wie sieht dein Plan aus, Fremder?" fragte Norik.

"Ich muss meinen Weg zurück in das Leben finden. Ich danke euch dafür, dass ihr mich geweckt habt, aber nun muss ich weiter ziehen. Ich muss meine Aufgabe erledigen, falls es nicht schon jemand anders getan hat. Ich verspreche euch, dass wir uns wieder sehen werden, aber wenn es so weit ist, werde ich euch alles erzählen, was ihr wissen wollt." versprach Bima.

"Wann wird das sein?" fragte Pouks.

"Das kann ich euch noch nicht sagen, aber seid euch sicher, dass es nicht mehr lange dauern wird." sagte Bima und bewegte sich langsam auf den Ausgang zu. "Bis dann, Brüder".

Es blieb eine Zeit lang ruhig in der großen Kammer, bevor es einer der Toa Hagah wagte, sich zu bewegen. "Das war nicht die Art von Hilfe, die ich mir erhofft hatte." sagte Kualus und sah seine Brüder an. "Ich habe keine Ahnung was gerade passiert ist, wer dieser Toa ist und wohin er geht, aber das darf uns nicht ablenken. Wir müssen die Maske des Lichts finden und zwar vor der Wintersonnenwende." fuhr der Toa des Eises fort.

"Auf den Steintafeln müssen wir noch weitere Informationen finden können." sagte Norik.

"Zwecklos, wir haben alle Steintafeln untersucht, nichts, was auch im Entferntesten an die Maske des Lichts erinnern könnte. Alle Dokumente zu ihrem aktuellen Aufenthaltsort wurden zerstört und..." Gaaki wurde von Norik unterbrochen.

"... vielleicht wurden sie nicht zerstört, denn man kann nichts zerstören, was nie existiert hat. Vielleicht hat Teridax niemals aufgeschrieben, wo er die Maske versteckt hat. Dann ist es auch unmöglich eine solche Aufzeichnung zu finden... das bedeutet, nur Teridax kennt den Aufenthaltsort der Maske und das heißt..." Gaaki unterbrach den Anführer des Teams.

"... dass wir warten müssen, bis wir ihn befreien können."

"Klasse, das sind ja schöne Aussichten. Wir warten auf den dunkelsten Tag des Jahres, wenn die Macht der Makuta am größten ist. Dann befreien wir den Oberboss der Makuta und fragen ihn nach dem Geheimnis, das er hütet, um sein eigenes Leben zu retten. Ich denke wir werden Erfolg haben..." sagte Iruini ironisch. "Ihr wisst, dass ich gerne der Erste bin, der sich in einen Makuta-Knochen verwandeln lässt, aber bei diesem Vorhaben werde ich passen, es tut mir leid."

"Iruini! Niemand hat gesagt, dass wir uns auf eine Suizidmission begeben, aber... ich weiß vielleicht, wer uns dabei helfen könnte." sagte Norik.

"Und wer?" fragte Pouks neugierig.

"Das spielt keine Rolle, es kommt nur auf eines an, Bruder... Auf das, was er im Kopf hat, oder besser gesagt, was er darauf trägt..." sagte Norik lächelnd und siegessicher.

Kapitel 5: Erinnerungen an Erzählungen

Der Tag neigte sich dem Ende und mit jeder Sekunde, in der sich die beiden Sonnen des Universums verdunkelten, näherte sich der Augenblick der Wintersonnenwende. "In zwei Tagen ist es so weit. Teridax wird wieder frei sein und das Universum plagen." sagte Kualus. "Wir sollten für heute Schluss machen, findet ihr nicht auch? Es war ein sehr ereignisvoller Tag und ehrlich gesagt bin ich ziemlich müde." erklärte der Toa des Eises.

"Unser Bruder hat recht, wir sollten uns erst ausruhen, bevor wir auf die Suche gehen." sagte Norik.

"Auf die Suche nach was? Und was meintest du eben damit, als du sagtest, dass es darauf ankäme, was er auf dem Kopf trage." fragte Gaaki verwirrt. Norik blickte sie kurz an. "Erzähl uns, woran du in diesem Moment gedacht hast."

"Okay, ich erzähle es euch, aber ich bin mir nicht sicher, ob uns diese Geschichte wirklich weiterhilft. Wir müssen es allerdings auf jeden Fall versuchen. Diese Geschichte beginnt einige Zeit nachdem der erste Makuta sein Toa-Hagah-Team bekam. Über die Jahre wurden viele weitere Teams nach Destral geholt, bis jeder höhergestellte Makuta ein solches Team besaß. Ich weiß zwar nicht, wann die Makuta begannen ihren Verrat zu planen, aber selbst zu Beginn unserer Dienstzeit kam mir das Verhalten der Makuta höchst merkwürdig vor." sagte Norik.

Pouks blickte den Anführer seines Teams an und fragte ihn: "Worauf willst du hinaus?"

"Auf einen sehr merkwürdigen Tag. Vielleicht fünfzig Jahre bevor wir herausfanden, was die Makuta wirklich vorhatten... Ich war alleine in der Festung. Die meisten Makuta waren auf Missionen und einen Tag zuvor war mal wieder ein Erkundungstrupp losgeschickt worden, um die Landkarte im Hafen auf dem neuesten Stand zu halten. Dieser kam allerdings nie zurück. Wir hatten auch eine Mission, doch ich konnte euch nicht begleiten, da ich zuvor schwer verletzt worden war..."

* * *

Ruhe herrschte auf Destral. Absolute Stille. Nur wenig Licht drang durch den dichten Nebel, der sich auf das Land der Insel Destral gelegt hatte. Es war früher Morgen, doch durch den Nebel sah es aus wie kurz vor dem Sonnenuntergang. Normaler Weise war Destral nie so ruhig. Die Insel war der Stützpunkt einer Spezies, die sich Makuta nannte, geschaffen vom Großen Geist, um Wesen zu kreieren, die das Leben im Universum im Gleichgewicht halten sollten. Einzigartige Ruhe. Eine große Ausnahme, denn Destral wurde sonst nie ohne Verteidigung zurückgelassen, doch alle Streitkräfte wurden an anderen Orten gebraucht. Einer der wenigen Bewohner Destrals, die anwesend waren, war ein einzelner Toa - gekleidet in feuerroter Rüstung, doch niemand außer ihm selbst und seinem Team wusste bescheid. Einen Tag zuvor war er von einer schweren Mission zurückgekehrt. Auf einer weit entfernten Insel kämpften zwei Herrscher erbittert um ihre Armeen. Sidorak und Roodaka wollten die Macht der Visorak mit der Macht der Tiger-artigen Nevorak vereinen, doch niemand wollte seine Macht aufgeben. Aus diesem Grund wurde ein Elite-Team von Toa auf diese weit entfernte Insel geschickt, um dafür zu sorgen, dass es zwischen den beiden Herrschern zu keiner Einigung kommt. Norik kam es seltsam vor, dass die Insel so verlassen war, denn eigentlich wurde diese niemals ohne Schutz zurück gelassen. Noch nie hatte er die Insel so friedlich gesehen. Nicht ein Rahi krabbelte durch die Straßen der Insel.

Langsam und leise begann der Toa des Feuers in Richtung Festung zu humpeln. Als Anführer von Makuta Teridax' Leibwächterteam lebte er natürlich in der Festung, um stets bereit für einen Angriff zu sein. Plötzlich hörte er etwas... Schritte. Langsam aber sicher kamen sie auf den Toa des Feuers zu. Norik wollte den Schritten entgegen laufen, beschloss dann jedoch sich zu verstecken, da er nicht wusste, wer da auf ihn zukam. "Ich weiß aber nicht, wieso das sein musste." sagte eine, Norik durchaus bekannte, Stimme.

"Du bist nicht in der Position Fragen zu stellen, Krika. Ich habe dir einen Auftrag gegeben, du hast ihn ausgeführt. Dieser Toa ist eine Bedrohung für uns." erwiderte sein Begleiter. Norik lief ein Schauer über den Rücken, als er bemerkte, dass es sich dabei um Makuta Teridax handelte. Wieso redeten die beiden über einen gefährlichen Toa und wieso waren nur sie auf der Insel?

"Ich habe dafür gesorgt, dass wir nicht gestört werden." sagte Teridax.

"Gestört? Wobei?"

"Stell dich nicht so dumm an, Krika. Wie stellt man sicher, dass eine potentielle Gefahr keinen Schaden anrichtet?" fragte Teridax. "Du musst diese Frage nicht beantworten, die ist rhetorisch gemeint. Natürlich indem man sie ständig beobachtet, das habe ich dir schon ein mal erklärt."

"Du meinst, wir verstecken ihn so wie Bi..."

"Sprich diesen Namen nicht aus. Dieser Ruru-Tragende Störfaktor ist kein bisschen weniger Gefährlich als dieser Toa, der dank seiner Suletu ständig unsere Gedanken lesen könnte und alle unsere Geheimnisse an unsere Gegner ausplaudern würde." erklärte Teridax. "Ich habe extra einen Platz im Boden des Marktplatzes reserviert, sodass wir diese schändliche Kreatur jeden Tag mit Füßen treten können!"

"Du weißt, dass man nach ihm suchen wird?" fragte Krika.

"Ich weiß, dass bereits nach ihm gesucht wird. Aber so lange der Krieg zwischen Roodaka und Sidorak herrscht, wird niemand daran denken, dass wir etwas damit zu tun haben."

"Aber Teridax, Krakua hat absolut nichts mit dem Krieg zu tun. Er und sein Partner waren auf der Suche nach einem seltenen Artefakt. Ihr Auftraggeber wird auf jeden Fall nach ihnen suchen, um sicher zu stellen, dass die beiden nicht mit diesem Artefakt geflüchtet sind, um es den Jägern zu verkaufen oder so..."

"Krika, ich bin kein Idiot. Ich kenne den Auftrag und habe mich schon darum gekümmert. Wozu haben wir denn einen Spion bei den Jägern?" fragte der Anführer der Bruderschaft.

* * *

"Danach konnte ich sie nicht mehr hören. Durch den Nebel war es auch unmöglich genau zu sehen, was sie getan haben, aber ich konnte erkennen, dass sie einen Toa-Kanister bei sich trugen." erklärte Norik. Die Toa Hagah sahen sich an, ihr Anführer hatte ihnen niemals von diesem Erlebnis erzählt.

"Ich erinnere mich noch daran... der Krieg, meine ich. Du hast uns verlassen, weil du sehr schwer verletzt warst... wieso hast du uns niemals von diesem verdächtigen Ereignis erzählt?" fragte Gaaki. Norik sah seine Toa-Schwester an. Sein Blick bohrte sich direkt in ihre Seele.

"Wie hättet ihr reagiert? Ich wusste, dass da irgendwas nicht stimmte, aber ich hätte niemals gedacht, dass Teridax und seine Bruderschaft sich jemals gegen den Großen Geist stellen würden. Zum damaligen Zeitpunkt habe ich die Makuta verehrt. Sie waren wie Helden für mich. Ich habe keine ihrer Entscheidungen angezweifelt und hielt alles für richtig, was sie taten. Ich weiß, dass dieses Verhalten falsch war und ich bereue es, aber damals dachte ich, dass dieser Toa verdient hat, was er bekam." erklärte Norik.

"Das ist in der Tat nachzuvollziehen. Wir machen dir keine Vorwürfe, Norik. Wir sollten uns jetzt ausruhen und morgen nach diesem Krakua suchen, die Wintersonnenwende rückt immer näher." sagte Gaaki. Ohne ein weiteres Wort legte sich das Team schlafen.

Kapitel 6: Der fremde

"Nur noch wenige Tage, dann ist es so weit." sagte Pouks und starrte in die grelle Sonne. "Ich kann mich nicht erinnern, jemals so viel Licht auf Destral gesehen zu haben. Ist es nicht seltsam, dass wir hier so lange gelebt haben, aber nie die Sonne auf unserer Rüstung spüren konnten? Dass wir niemals merken konnten, wie die Strahlung der Sonnen das Metall an unserem Körper aufgewärmt hat?" fragte der Toa Hagah des Steins. Seine Teamkollegen sahen ihn an und Gaaki nickte in Zustimmung.

"Du hast recht, Bruder. Die Schatten der Makuta haben keinerlei Licht hier zugelassen. Schade, denn diese Insel leuchtet so wunderschön in dem Licht der beiden Sonnen." stimmte Norik zu. "Sie nähern sich einander immer mehr an, bald werden sie ihre Positionen tauschen und genau in dem Moment, wenn sie in einer Reihe stehen, wird ihr vereintes Licht uns die Kraft geben die Idekradermis zu vernichten, die die größte Gefahr umschließt, die in diesem Universum lauert." sagte Norik.

"Norik, du weißt, dass Teridax nicht die größte Gefahr in diesem Universum ist. Er ist nur die größte Gefahr, die wir aufhalten können." fügte Kualus hinzu.

"Würdet ihr bitte aufhören hier herum zu philosophieren? Ich denke, ich habe ihn gefunden." sagte Bomonga, der sein Ohr gegen den kalten Stein im Boden des Marktplatzes von Destral gepresst hatte. "Ich spüre, dass unter der Erde ein schwerer Gegenstand steckt. Es hat in etwa die Größe eines Toa-Kanisters." erklärte Bomonga.

"Dann nichts wie los. Pouks, pack deine Steinschleuder aus und Bomonga schaufel den Dreck weg, es wird Zeit, dass wir ihn befreien." sagte Iruini mit einem herrschenden Ton in der Stimme. Bomonga warf ihm einen scharen Blick zu und gab den anderen Toa ein Zeichen, sich von ihm zu entfernen. Bomonga schlug leicht mit seiner Faust auf den Boden, was ein kleine Vibration in der Erde auslöste.

"Was war das, wa..." bevor Gaaki ihren Satz beenden konnte, erläuteten schon ohrenbetäubend laute Alarmglocken. Die Toa hielten sich die Ohren zu, damit ihre Trommelfelle nicht platzten. Bomonga sah sich um und versuchte herauszufinden, von wo der Alarm kam. Die stärker werdenden Schwingungen im Boden, die durch den Schall der Sirenen ausgelöst wurden, verrieten ihm den Standort der Alarmsignale und er ließ sie im Boden versinken, bis sie nicht mehr zu hören waren.

"Die Makuta würden einen solchen Toa sicher nicht einfach nur vergraben, ihr wisst doch, dass sie immer auf Nummer sicher gehen. Sie haben den Kanister mit Sensoren ausgestattet, sobald er auf irgend eine Weise bewegt wird, geht der Alarm los." erklärte Bomonga.

"Woher wusstest du das?" fragte Kualus.

"Nachdem wir alle, für das Universum notwendigen, Toa-Kanister gebaut hatten, schränkten wir unsere Produktion ein. Wir produzierten nur noch, um ältere Kanister zu ersetzen. Aber wir produzierten auch auf Bestellung. Die Makuta müssen diese Sonderkanister bestellt haben." vermutete Bomonga. "Genug geredet." fuhr er fort. Er stampfte kurz auf den Boden und Bewegte dabei seine Arme in die Luft, der Boden folgte seiner Bewegung und der Toa-Kanister kam wie aus der Kanone geschossen aus der Erde.

"Gut gemacht, Bruder." sagte Norik und klopfte dem schwarz gepanzerten Helden auf die Schulter.

"Darf ich ihn öffnen?" fragte Iruini lachend und ging einige Schritte auf den Kanister zu. Bevor er ihn jedoch berühren konnte, öffnete er sich von selbst. Aus dem Inneren war nichts zu hören und keiner der Toa wagte es in den Kanister zu sehen. "Wenn er leer ist, dann kündige ich meinen Job." sagte Iruini und fing sich dafür einen scharfen Blick von Norik ein.

Plötzlich kam ein leises Geräusch aus dem Kanister. Ein Husten. Dann erneut, nur lauter. Es wurde nach Luft geschnappt. Gaaki eilte dem Insassen zur Hilfe und gab ihm einen Schluck Wasser, das sie aus der Luft saugte. Sie half dem grau gepanzerten Toa aus dem Kanister, während die anderen Toa Hagah daneben standen und zusahen, fasziniert von der edlen Rüstung des Toa. Es war eine Art Rüstung, die sie schon sehr lange nicht mehr gesehen hatten. Vor vielen Jahren wurden diese Rüstungen auf dem Nördlichen Kontinent an die Helden verliehen, die große Dienste verrichtet hatten. Geschmiedet von den Nynrah-Geistern waren diese Rüstungen so etwas wie eine Medaille für große Heldentaten.

"Du musst Krakua sein." sagte Norik und stütze den geschwächten Helden.

Krakua nickte, war jedoch stark geschwächt. Mit zitternder Stimme begann er zu sprechen. "Welches Jahr?" stotterte der Suletu-Träger.

"Wir sind uns nicht sicher, wir waren lange in Gefangenschaft." erklärte Gaaki.

"Ich... ich... es war eine Falle... Die Insel war komplett leer. Gavorak hat uns in eine Falle gelockt." stammelte der fremde vor sich hin.

"Gavorak? Sie hat euch beide gefangen genommen? Nicht Krika?" fragte Norik.

"Beide, Krika hat sozusagen die Vorarbeit geleistet und uns in Gavoraks Falle geschickt. Moment... 'euch beide'? Ihr kennt Bima? Woher? Habt ihr ihn gesehen? Ist er auf der Suche nach mir? Was hat er gesagt? Wo steckt er?" fragte Krakua. Gaaki versuchte ihn zu beruhigen, damit der Toa nicht zusammenbrach.

"Ja, wir haben Bima gefunden. Er war, genau wie du, in einen Kanister eingesperrt und hier auf Destral eingemauert worden. Er hat uns allerdings nicht viel über sich erzählt. Er verhielt sich sehr geheimnisvoll und verschwand kurz nach seiner Befreiung, obwohl er in ähnlicher Verfassung war wie du." sagte Kualus.

"Ich muss ihn suchen gehen, er versucht bestimmt unsere Mission zu erfüllen." sagte Krakua.

"Moment, jetzt geht es mir aber zu weit. Ich will jetzt wissen, was das für eine Mission ist. Und wehe du versuchst dich heraus zu reden. Ich werde dich persönlich wieder in deinen Kanister stecken, wenn du uns genauso behandelst, wie Bima es gemacht hat." sagte Iruini ungeduldig. Krakua richtete sich auf.

"Du hast doch nur Angst vor dem Tag... DEM Tag. Der Tag, an dem du Teridax wieder bevor stehst. In ein paar Tagen ist es so weit, richtig? Deine Gedanken eröffnen sich mir wie ein Buch, das ich nur aufschlagen muss. Du weißt, dass ihr Teridax nicht vernichten könnt. Ihr kennt seine Stärke, seine Macht. Ihr wisst, dass ihr nicht dazu bestimmt seid Teridax zu besiegen, aber du hast Angst zu sterben, weil ihr es trotzdem versuchen werdet." sagte Krakua und deaktivierte seine Suletu. "Ich werde jetzt gehen, ich werde sicher schon erwartet. Glaubt mir, Toa, wir stehen auf der gleichen Seite, doch manchmal ist es besser nichts zu wissen, anstatt sein Wissen auszunutzen."

"Warte, Krakua! Wir brauchen dich. Du musst mit Hilfe deiner Suletu Teridax' Gedanken lesen. Du musst für uns herausfinden, wo er die Maske des Lichts versteckt hat." bat Norik.

"Dabei kann ich euch nicht helfen. Die Makuta haben ihre Gedanken trainiert. Sie haben Mittel gefunden ihren Verstand vor den Kräften meiner Maske zu schützen. Ihr werdet es wohl oder übel auf andere Art und Weise herausfinden müssen." Ohne sich erneut umzudrehen, verschwand Krakua in der Ferne.

"Das war ja nicht sonderlich hilfreich." sagte Pouks.

"Stimmt das, was er gesagt hat, Iruini?" fragte Norik. Iruini versuchte Norik in die Augen zu sehen, doch dieser starrte in die Ferne, genau dort hin, wo Krakua in der Ferne verschwunden war. "Stimmt das, was er gesagt hat?" fragte Norik erneut, ohne seinen starren Blick abzuwenden. Iruini atmete tief durch, was Antwort genug für Norik war. "Wenn das so ist, dann sollten wir nicht unvorbereitet gehen... wir haben nur noch wenige Tage Zeit..." sagte Norik und verließ die Gruppe, um seine Kräfte für den Kampf zu sammeln.

Kapitel 7: Wintersonnenwende

Einige Tage später... Es war kurz vor Sonnenaufgang... Gaaki starrte beunruhigt in den Himmel und wartete auf die ersten Lichtstrahlen. "Es ist nur noch eine Frage von Minuten, bis der erste Lichtschein die Erde erreichen wird." sagte die Toa des Wassers mehr zu sich selbst als zu Iruini, der neben ihr saß. "Falls das wirklich unser Ende sein sollte, dann..."

"Hör auf so zu sprechen. Verabschiede dich nicht!" sagte Iruini und unterbrach seine Schwester.

"Ich möchte nur sagen, dass..."

"Sag es nicht. Glaub mir, es ist besser, wenn bestimmte Dinge unausgesprochen bleiben. Wenn wir es schaffen sollten Teridax zu besiegen, dann wirst du froh sein, geschwiegen zu haben. Und sollte es unser Ende sein, dann weiß ich bereits was du mir sagen wolltest." beruhigte Iruini die Toa des Wassers. Gaaki lächelte.

"Ich habe noch nie so bewusst auf eine Wintersonnenwende gewartet. Sie war immer ein Ereignis, das ich wahrgenommen, jedoch nicht sonderlich beachtet habe. Vor allem hätte ich niemals gedacht, dass wir jemals unsere Kraft über Idekradermis einsetzen müssen." sagte Gaaki. Iruini sah sie schweigend an. "Ich habe dich noch nie so ruhig erlebt." sagte Gaaki in einem ruhigen Tonfall, während sie weiter in den Himmel starrte. Iruini sah sie ebenfalls nicht an, während er ihr antwortete.

"Manchmal weiß sogar ich, wann ich ruhig sein sollte." erwiderte der Toa der Luft. Gaaki lächelte. Langsam näherten sich die beiden Sonnen einander an. Gaaki und Iruini standen auf und kletterten den Felsen hinunter, an dessen Fuß bereits die anderen vier Toa Hagah warteten. Je näher sich die beiden Himmelskörper kamen, desto heller begann der Block aus solider Idekradermis zu leuchten, in der Toa Lhikan und Teridax gefangen waren.

"Greift zu euren Schilden." sagte Norik, während sich die Toa Hagah in einem Kreis um den Klotz formierten. Die Toa griffen ihre gewaltigen Schilde, auf denen sich Rhotuka-Werfer befanden, die weitaus mehr kraft hatten als herkömmliche Werfer. In gleichen Abständen standen sie nun zueinander und zu der Idekradermis, die sich nun in ihrer Mitte befand.

"Du gibst das Signal?" fragte Pouks und sah Norik kurz an. Dieser nickte und richtete seinen Schild auf die schimmernde Substanz.

"Mata Nui..." sagte Norik zu sich selbst, während er die beiden Sonnen anstarrte. Er verschaffte sich einen sicheren Stand und suchte hinter seinem Schild Schutz. "3!" schrie er. "2..." die Sonnen standen fast komplett in einer Reihe. "Los! Sehen wir, ob unser Training uns weiterhilft!" brüllte der Toa des Feuers und leitete seine gesamte Elementarkraft in seinen Schild. Die anderen Toa taten es ihm gleich. Die Kraft der Elemente sammelte sich in Rhotuka-Rotoren der jeweiligen Toa. Der Schild mischte diesen Kräften einen kleinen Anteil an flüssiger Idekradermis bei und als die Rotoren losflogen, wurden die Toa von der Kraft der Explosion nach hinten gezwungen. Die Rotoren trafen auf die Kristall-ähnliche Substanz, welche die Kräfte absorbierte und zu bröckeln begann.

"Speere!" schrie Norik und die Toa Hagah versammelten sich hinter ihm, während sie ihre Speere zur Hand nahmen. "Wir haben unsere gesamten Elementarkräfte verwendet, um die Idekradermis zu vernichten! Jetzt helfen uns nur unsere Speere und unsere Masken, aber vor allem unser Verstand!" erklärte der Anführer seinem Team. Das Licht verdunkelte langsam und Splitter von Idekradermis wurden durch die Luft geschleudert.

"Es ist eigentlich ein wunderschöner Anblick..." flüsterte Kualus. Obwohl es früher Morgen war, sah es aus, als wäre es tiefste Nacht, die Explosion absorbierte das Licht, das sie umgab, bis es nicht mal mehr Bomonga möglich war durch die Dunkelheit zu blicken. Es war totenstill. Ein kleiner Lichtschein erhellte die Dunkelheit und im geringen Schein dieses Lichts, konnten die Toa Hagah die Form einer Kanohi Hau erkennen.

"Lhikan?" fragte Bomonga ungläubig. Der Toa des Feuers starrte die Toa Hagah an, während die Idekradermis ihre Kraft verlor und es langsam wieder heller wurde. "Pass auf!" schrie der Toa Hagah der Erde und schleuderte seinen Speer mit großer Präzision in die Richtung, in der Lhikan stand. Die Waffe verfehlte Lhikan nur um ein paar Millimeter und traf Teridax, der sich von hinten dem Toa Olda näherte, mitten in der Brust. Grüner Dampf qualmte aus der Stelle, in der Bomongas Speer steckte. Teridax' Ausdruck veränderte und mit einem lauten Schrei verschwand er im Nichts.

"Wo ist er?" fragte Lhikan, der nun realisierte, was passiert war.

"Er ist geflohen. Er hat seine Kraft der Teleportation genutzt, um sich uns nicht stellen zu müssen, dieser Feigling." sagte Norik. Lhikan kam langsam zu sich und erinnerte sich an die Ereignisse der letzten Monate. Er erinnerte sich, wie Tuyet die Matoraner getötet hatte, wie er sich in einen Schatten-Toa verwandelte, wie er zurück verwandelt wurde und wie er an einem großen Krieg teilgenommen hatte. Er erinnerte sich an den Sieg über die Makuta und daran, wie er nach Olda Nui geschickt wurde.

"Wo ist mein Team?" fragte Lhikan.

"Unseres Wissens haben sie sich getrennt, um nach Wegen zu suchen, dich zu befreien. Aber ich bin mir fast sicher, dass sie sich wieder gefunden haben, denn gegen die Bestimmung können sie nichts tun. Früher oder später wird ihre Bestimmung sie einholen und sie wieder zusammen führen." sagte Gaaki, die mit Hilfe ihrer Maske des Hellsehens erkannt hatte, dass die Toa Olda für etwas großes bestimmt waren.

"Ihre Bestimmung wird sie nach Olda Nui führen. Ich werde sofort dorthin gehen." sagte Lhikan. Die Toa Hagah nickten. "Wir werden uns wieder sehen." sagte Lhikan lächelnd, während er sich auf den Weg machte. Er wusste zwar nicht wohin, aber er war sich sicher, dass er den Weg finden würde.

* * *
Siehe auch:
Getrennte Wege, Kapitel 7

Takanuva lief langsam . Er war immer noch erschöpft von der langen Reise und musste sich erholen, bevor er sich weiter auf den Weg nach Voya Nui machte, um Brutaka zu finden - den Einzigen, der ihm dabei helfen konnte wieder den Weg zurück in sein eigenes Universum zu finden. Seine Begegnung mit Toa Jadekaiser war einige Tage vorher gewesen und seitdem war er nur gelaufen, da seine Kraft zum fliegen nicht mehr ausgereicht hatte. Er musste die Ereignisse der letzten Tage erst richtig verarbeiten. Brutaka war nirgends zu finden und er hatte sein alternatives Ego kennen gelernt. Es war seltsam mit sich selbst zu sprechen, vor allem wenn der gegenüber nicht wusste, dass er ebenfalls mit sich selbst sprach. In diesen Gedanken verloren merkte Takanuva nicht, dass er auf zwei Gestalten zulief. Eine der beiden räusperte sich, wodurch Takanuva merkte, dass die beiden schon fast vor ihm standen. "Achtest du gar nicht auf deine Umgebung?" fragte eine der beiden Gestalten.

"Wie bitte? Nein, ich war gerade in Gedanken versunken." erwiderte Takanuva. Erst jetzt bemerkte er, dass es sich bei den zwei Fremden um zwei Toa handelte, deren Rüstungen sich sehr ähnlich sahen. "Kann ich euch bei irgend etwas helfen?" fragte der Toa des Zwielichts. Die beiden sahen den etwas zu groß geratenen Toa skeptisch an.

"Er hatte also recht..." sagte der Toa mit der etwas helleren Maske, Bima. "Jap, dieser Toa kommt definitiv nicht aus diesem Universum."

"Das sieht man allein schon an dieser grotesk verunstalteten Kanohi Avohkii. Und dabei weiß doch jeder, dass Teridax die Avohkii nördlich von Odina auf einer Insel versteckt hat." erwiderte Krakua. Bima lächelte. "Takanuva, was würdest du sagen, wenn ich dir sage, dass ich einen Weg kenne dich in dein Universum zurück zu bringen?" fragte Krakua mit mystischer Stimme. "Du musst mir nicht antworten. Selbst ohne meine Suletu einzusetzen merke ich, wie deine Gedanken verrückt spielen."

"Woher..."

"... kennst du meinen Namen?" frage Krakua. "Das hier ist nicht dein Universum und deshalb hast du auch keine Ahnung wie viel Einfluss eine kleine Organisation auf den Lauf der Dinge haben kann." erklärte der Toa des Schalls. Takanuva starrte die beiden Toa ungläubig an. "Jaja, du fragst dich, wie ich dich nach Hause bringen kann. Ohne lange drum herum zu reden, sage ich es dir: ich kenne Brutaka und ich weiß wo er ist und ich kann dich zu ihm bringen."

"Aber?" fragte der Toa des Lichts.

"Aber dafür musst du unserem Universum einen kleinen Dienst erweisen. Wir wissen zwar, wo die Maske des Lichts ungefähr versteckt wurde, aber nur du bist in der Lage sie zu orten, indem du eine Verbindung zu ihr aufbaust. Du musst den Toa Hagah helfen die Maske zu finden und du musst sie dem bestimmten Träger überreichen - deinem alternativen Ich." erklärte Bima.

"Und wie finde ich die Toa Hagah?" fragte Takanuva entschlossen. Bima schnippte mit den Fingern und aus dem Nichts tauchte eine imposante Gestalt auf. Es war ein gewaltig großes Mitglied von Botars Spezies. Bima und Krakua starrten in den Himmel und begannen zu lächeln.

"Die Wintersonnenwende ist hier." sagte Bima während sich der Himmel komplett verdunkelte. Es dauerte nur wenige Sekunden dann war das ganze Spektakel wieder beendet. Das Wesen packte Takanuva an beiden Schultern und nur einen Moment später befanden sich die beiden auf Destral, genau vor den sechs Toa Hagah, die vor den Splittern des zerstörten Käfigs aus Idekradermis standen.

"Und wir beide?" fragte Bima seinen Partner.

"Wir erfüllen unseren nächsten Auftrag." antwortete Krakua und lächelte.

Erfahre wie es mit Krakua und Bima weitergeht in: Logbuch des Suchtrupps

Kapitel 8: Unheilvolle Begegnung

"Das muss die Insel sein..." sagte Takanuva und berührte den Boden. "Odalia wird dieser Ort genannt?" fragte der Toa des Lichts und starrte die Toa Hagah an. Norik machte ein paar Schritte vorwärts, bis er neben dem Toa des Zwielichts stand. "Die Bodenbeschaffenheit fühlt sich nicht natürlich an."

"Es ist auch keine Insel, die auf natürliche Art und Weise entstanden ist. Während der Zeit in der die Dunklen Jäger ihre Herrschaft ausbreiten wollten, erschufen sie sich zahlreiche Stützpunkte, von denen aus sie operieren wollten. Alle diese Stützpunkte wurden in gleichen Abständen positioniert, aber hier befand sich keine Insel, auf der ein Stützpunkt errichtet werden konnte. Also schufen sie sich eine." erklärte Norik.

"Wie haben sie denn das geschafft?" fragte Takanuva verdutzt.

"Mit Hilfe der Makuta. Nur deshalb weiß ich davon. Makuta Mutran hatte einige Felsen geschaffen, die stetig wuchsen. Einen solchen Felsen haben die Dunklen Jäger gegen eine teure Bezahlung bekommen. Diesen warfen sie in das Meer und dann warteten sie, bis dieser Felsen diese extreme Größe hatte. Darauf errichteten sie ihren Stützpunkt." sagte der Toa Hagah des Feuers.

"Aber wieso sollte Teridax hier die Maske des Lichts verstecken?" fragte Kualus.

"Das weiß ich nicht, aber da dieser Ort künstlich geschaffen wurde, wird bestimmt niemand außer den Dunklen Jägern davon wissen." sagte Gaaki.

"Naja, zumindest niemand, der sich für die Makuta interessiert." ergänzte Takanuva, woraufhin ihn die Toa Hagah skeptisch ansahen. Mit einem leichten Kopfschütteln wandte Takanuva sich ab. "Auf dieser Insel gibt es fast nichts... sie ist fast komplett leer..."

"Dort ist ein kleiner Berg und aus diesem Ragt ein Turm. Nicht sehr groß, aber für einen Außenposten sollte es wohl reichen." bemerkte Pouks.

"Außer das ist nur die Spitze des Turms..." sagte Takanuva.

"Natürlich ist das die Spitze, ein Turm wird ja nicht mit der Spitze nach unten gebaut, oder?" fragte Iruini lachend. Takanuva sah ihn an und untersuchte erneut den Boden.

"Er ist so aufgeweicht, weil der Felsen immer noch wächst. Aber natürlich, wieso sollten die Dunklen Jäger sonst wohl diesen Ort verlassen haben? Als sie dachten, dass der Felsen fertig gewachsen ist, haben sie den Außenposten aufgebaut, doch sie haben sich geirrt, der Felsen wuchs immer weiter, bis er den Außenposten in sich verschlang. Wenn wir glück haben, hat der Felsen das Gebäude nur von Außen bedeckt und das Innere ist noch begehbar." sagte Takanuva.

"Wenn dem so ist, müssen wir aber auch damit rechnen, dass es hier noch Wächter gibt." fügte Gaaki hinzu. Pouks starrte das Team an.

"Und dass wir bereits entdeckt wurden..." stotterte der Toa des Steins und zeigte auf die Spitze des Turms, von dem nun Katapulte abgefeuert wurden. Reflexartig riss der Toa des Steins seine Arme in die Luft, woraufhin ein gewaltiger Steinwall aus dem Boden schoss, der die Toa vor den Geschossen schützten. Takanuva sprang über diesen Steinwall und schoss einen Strahl aus gebündeltem Licht in die Richtung, in der der Turm stand. Der Strahl traf den Turm an der Seite und zerstörte eine Tragende Wand, woraufhin die obersten Etagen des Turms zur Seite hin weg brachen.

"Verteidigungsstrategie!" sagte Norik zu seinem Team, das sofort seine Rhotuka-Werferschilde zur Hand nahm.

"Dieser Turm könnte ein bisschen frischen Wind vertragen!" sagte Iruini und schoss einen Rhotuka-Rotor der Luft auf den Turm. Mitten im Flug wandelte sich dieser in einen starken Tornado um, der die bröckelige Fassade des Turms löste und diese wie Geschosse in sich aufnahm. Als sich der Tornado legte sah der Turm aus, als wäre er bereits seit Jahrzehnten unbewohnt. Allerdings trügte dieser äußere Anschein. Aus den Trümmern erhob sich eine imposante Gestalt, an deren Rücken sich gewaltige Klingen befanden. Die Gestalt hob seinen Rhotuka-Werfer in die Luft und schoss einen Rotor auf das Team. Kualus hob seine Hand und der Rotor fror in der Luft ein. Er flog zu Boden und zersplitterte in tausende Einzelteile.

"Das Reicht, wir gehen in den Turm!" sagte Takanuva. Die Toa Hagah folgten dem Toa aus einer anderen Dimension und wichen dabei allen Angriffen des Dunklen Jägers namens Sentrakh aus. Bevor die Toa den Jäger erreichten, flüchtete er zurück in die Ruinen des Turms. Kurz nachdem Sentrakh nicht mehr zu sehen war, kam eine andere Gestalt aus dem Turm, eine, die sehr viel mächtiger aussah und eine beachtliche Größe hatte. Er hob seine Hände so in die Luft, als würde er sich ergeben und lief auf die sieben Helden zu.

"Bitte, tut mir nichts." sagte die Gestalt mit ironischen Ton in der Stimme.

"Du!" schrie Norik und rannte auf die Gestalt zu. Takanuva konnte den wütenden Toa des Feuers nur mit Mühe zurückhalten. "Lass mich in Ruhe! Ich habe noch eine Rechnung mit diesem Mistkerl offen. Er hat damals meine gute Freundin und Teamkollegin Varian entführt und mich beinahe umgebracht!" sagte Norik außer sich vor Wut.

"Du bist dieser Feuer-Toa? Du hast dich ziemlich verändert. Ich erinnere mich nicht an eine solche... Rüs... tung... Du siehst aus, als stündest du im Dienst der Bruderschaft... Ha! Du hast dich der Bruderschaft angeschlossen? Ich wusste doch, dass sich früher oder später alle entweder mir oder der Bruderschaft anschließen. Du hast leider die falsche Seite gewählt, kleiner Toa." sagte das Wesen, den Norik als den Umschatteten wiedererkannte.

"Nenne mir einen guten Grund, warum ich dich nicht sofort töten sollte." sagte Toa Norik.

"Du musst dich an die Regeln halten... der Toa-Kodex ist doch das Wichtigste für deinesgleichen. Oder hast du alle deine Prinzipien über Board geworfen, als du dich dieser Larve von Makuta, diesem Abschaum der Schöpfung, angeschlossen hast?" fragte der Anführer der Dunklen Jäger. "Wie fühlt es sich eigentlich an, das Universum zu verraten, indem man sich einer Organisation anschließt, die so tut, als würde sie Mata Nui dienen, ihn aber eigentlich stürzen will?"

"Genug!" schrie Takanuva. "Norik mag an die Regeln des Universums gebunden sein, aber ich komme aus einem anderen Universum und ich denke ich könnte mich kurz von dem Toa-Kodex freisprechen, immerhin bin ich hier fremd. Die Toa Hagah haben sich den Makuta angeschlossen, bevor sie ihre wahren Absichten kannten und deshalb kannst du ihnen keine Vorwürfe machen. Eher solltest du dich selbst verurteilen, denn du bist mit deinen Jägern kein Stück besser als die Bruderschaft. Ich stelle dich jetzt vor die Wahl: entweder gehst du uns aus dem Weg und lässt uns unsere Mission erfüllen, oder ich werde dich dazu zwingen." sagte Takanuva.

"Du kannst mich nicht einschüchtern, nur weil du etwas größer geraten bist als die anderen sechs Würmer." flüsterte der Umschattete mit einer giftigen Stimme. "Ich weiß, wieso ihr hier seid. Ihr wollt in die Kammer... Das will ich auch... es ist allerdings hoffnungslos. Es sind enorme Mengen an Schattenkraft nötig, um das Tor zu öffnen. Sentrakhs Kräfte reichen nicht aus, dafür wird ein Makuta benötigt..."

"... und der einzige Makuta, der sich noch im Universum befindet ist Teridax..." sagte Gaaki.

"Nicht ganz. Er ist der einzige Makuta, der frei ist, aber er ist nicht der einzige Makuta, der nicht in der Grube ist." sagte der Umschattete.

"Was meinst du damit?" fragte Pouks.

"Alle Makuta, bis auf zwei, sind in die Grube verbannt worden. Meine Spione sind im ganzen Universum verteilt, sogar in den südlichsten Regionen der südlichen Inseln. Ich bekomme so gut wie alles mit. Ich habe den Großen Krieg sozusagen selbst miterleben können, ohne dabei gewesen zu sein. Toa, Skakdi, Vortixx und viele mehr, ja sogar der ein oder andere Makuta dürfen sich meine Spione nennen. Deshalb habe ich erfahren, dass Icarax nicht am Krieg beteiligt war. Er ist zuvor verschollen und niemand weiß, wohin." sagte der Umschattete mit geheimnisvoller Stimme.

"Verschollen?" fragte Norik nach.

"Es ist nur bekannt, dass er auf dem Weg in den Süden verschwunden ist. Es gibt zwei Passagen, die von Destral aus nach Süden führen. Eine davon führt über den südlichen Kontinent zu den südlichen Inseln, aber dort kam er nie vorbei, es gibt keinen Weg, wie er meinen Agenten entgangen sein könnte." sagte der Umschattete. "Und die andere Passage führt nur an ein Ziel... Tren Kroms Insel."

"Was ist Tren Kroms Insel?" fragte Norik und sah dem Umschatteten tief in die Augen.

"Kein Wunder, dass ihr noch nie etwas von dieser Insel gehört habt, sie ist ungefähr so geheim wie die Standorte meiner Außenposten. Es ist nicht viel über diesen Tren Krom bekannt, nur, dass er wohl das mächtigste Wesen im Universum ist und aus diesem Grund auf diese Insel verbannt wurde. Niemand, der sich jemals auf den Weg zu dieser Insel gemacht hat, ist jemals wieder zurückgekehrt." erklärte der Tyrann. Er starrte die sieben Toa an und begann zu lächeln. "Vielleicht solltet ihr Tren Krom suchen, dann hätte ich meine Ruhe." Die Toa Hagah sahen sich gegenseitig an, bis sich Norik wieder an den Umschatteten wandte.

"Wo ist diese Insel?"

Kapitel 9: Tren Kroms Insel

"Ich habe es satt!" sagte Iruini. "Von Destral nach Odalia und von Odalia nach Destral. Von Destral zu diesem Tren-Krom-Wesen und von diesem Tren-Krom-Wesen wieder zurück nach Destral, nur um von dort aus nach Odalia zu segeln." sagte der Toa der Luft. Gaaki schüttelte ihren Kopf und setzte sich auf die andere Seite des kleinen Schiffs. "Wenigstens müssen wir nicht schwimmen." fuhr der genervte Toa fort, während er seine Elementarkräfte benutzte, um das Schiff zu beschleunigen, indem er dafür sorgte, dass viel Wind gegen die Segel drückte.

"Ich bin immer noch der Meinung, dass wir uns hätten aufteilen sollen." sagte Pouks. "Vier von uns hätten auf Odalia bleiben sollen, um dafür zu sorgen, dass der Umschattete und sein Leibwächter nicht doch irgendwie in die geheime Kammer kommen. Außerdem hätte jemand da sein müssen, nur für den Fall, dass Teridax doch noch auftaucht." sprach der Toa des Steins.

"Und was wäre, wenn Teridax auftaucht? Hättest du ihn dann alleine bekämpft?" fragte Norik.

Pouks sah Norik einen Augenblick an und wandte seinen Blick danach wieder ab. "Nein, aber unser Geheim-Toa hätte ihn bestimmt besiegen können." sagte Pouks mit ironischer Stimme. Takanuva richtete sich auf und lief über das Deck des Schiffs. Er setzte sich einige Meter neben Pouks auf den Boden und blickte in den Himmel, wo die beiden Sonnen von hellen Wolken verdeckt wurden.

"Ich habe schon gegen Teridax gekämpft. Ich habe gekämpft und ich habe gewonnen. Aber Teridax ist nicht so einfach zu vernichten. Ihr wisst selbst, dass die Makuta aus Antidermis bestehen und man sie nur besiegen kann, indem man diese Antidermis verstreut, einfängt oder verbrennt. Ich wusste dies zu dem damaligen Zeitpunkt nicht und deshalb gelang es ihm, sich einen neuen Körper zu suchen. Den Körper eines holen Roboters. Was ich damit sagen will ist, dass Teridax zu stark ist und wir die größte Chance auf Sieg haben, wenn wir alle gemeinsam gegen ihn antreten."

"Schon in Ordnung." sagte Pouks und sein Tonfall ließ vermuten, dass er Takanuva nur teilweise zugehört hatte.

"Hört auf zu diskutieren." befahl Kualus und starrte in die Ferne. Es war nur wenige Stunden her, dass sie an Destral vorbei gesegelt waren. Sie hatten nur kurz angehalten, um im Hafen die Koordinaten von Tren Kroms Insel zu erfahren. Die genauen Koordinaten waren nicht vorhanden, nur ein ungefährer Kurs war im System des Hafens angegeben. Diesem folgten die Toa Hagah und Takanuva nun, in der Hoffnung die Insel zu finden.

* * *

Es war schon später Abend, stockfinster. Man hörte nur die Wellen, die gegen die Seiten des Schiffs brachen und laut aufplätscherten. Das geringe Mondlicht wurde von den Wellen des Meeres reflektiert und bot einen Anblick, der die Idylle der Nacht trügerisch erscheinen ließ. Kleine Sandbänke waren in der Nähe zu sehen, auf denen große Bäume wuchsen. "Du solltest dich auch ausruhen, Norik." sagte Bomonga. Der Toa Hagah des Feuers stand am Steuerrad des Schiffs, während die anderen Toa sich ausruhen sollten.

"Irgendjemand muss das Steuer übernehmen." entgegnete Norik.

"Ich bin hier, um dich abzulösen. Wenn du übermüdet bist, wirst du uns keine große Hilfe sein und wir brauchen jeden einzelnen, denn ich denke nicht, dass es leicht werden wird Tren Krom zu überreden." Das dunkle Mondlicht ließ Bomongas Maske des Wachstums auf mysteriöse Art und Weise aufleuchten und Norik sah ein, dass der Toa der Erde recht hatte. Er sah seinen Bruder fragend an. "Ich weiß, wie man ein Steuer führt." sagte der Toa der Erde lächelnd, während er Norik vom Steuer drängte. Einige Stunden steuerte Bomonga das Schiff in Richtung Süden. Leise hörte er Iruini schnarchen, was in ihm große Müdigkeit auslöste. Ohne es zu wollen fiel der Toa der Erde in tiefen schlaf.

* * *

"Wieso störst du meine Einsamkeit?" sagte eine Stimme in Bomongas Kopf.

"Wer? Wie?... Wo?" fragte der Toa, der nun langsam wieder aufwachte. Er stellte sich wieder an das Steuerrad und sah sich um. Die Umgebung sah unverändert aus. Einige Sandbänke waren in der Ferne zu sehen, doch... hinten am Horizont... das war keine Sandbank, es war viel größter. "Tren Kroms Insel?" fragte sich Bomonga.

"Noch ist Zeit, umzukehren... denn von meiner Insel gibt es kein Entkommen, vor allem nicht für Toa!" sagte die Stimme.

"Wer bist du?" fragte Bomonga mit einer holen Stimme.

"Ich bin der, über den man nicht spricht. Ich bin der, den man nicht kennt und den man am liebsten vergessen möchte, wenn man jemals von ihm gehört hat. Ich bin die Macht, die dieses Universum vor sich selbst bewahrt und ich bin der Albtraum des Großen Geistes. Es gibt absolut niemanden, der sich mit meiner Macht messen oder sich ihr widersetzen kann! Ich bin älter als der Große Geist und besitze die Kraft ganzer Galaxien. Ich... bin... Tren Krom!" sagte die Stimme, mit jedem gesprochenen Wort wurde der hörbare Zorn in seinem Tonfall deutlicher.

"Tren Krom..." stotterte der Toa.

"Ich kann dich nicht sehen, aber die Furcht in deiner Stimme gibt mir ein genaues Bild von dir... Die Angst in deiner Stimme löst in mir wahre Glücksgefühle aus. Deine Furcht ist berechtigt, kleiner... H-h-Held. Gleichzeitig widert mich die bloße Anwesenheit eines Wesens mit so geringer Macht an." sprach Tren Krom, der ehemalige Herrscher des Universums.

"Tren Krom, ich kenne dich nicht, ich wusste vor einigen Tagen nicht mal, dass es dich gibt. Es scheint, dass du große Kräfte besitzt, aber deswegen sind wir nicht hier." sagte Bomonga.

"Hör auf! Ich weiß längst, dass ihr wegen dem Makuta hier seid! Es gibt nur wenige Dinge, die ich mehr verabscheue als eine Hülle, in der die giftige grüne Wolke eines Abfallprodukts der Evolution gefangen ist! Mich würde nichts glücklicher machen als diese Kreatur von meiner Insel zu entfernen."

"Dann überlässt du ihn uns?" fragte Bomonga überrascht.

"Niemals! Icarax ist zwar Abfall, aber sein Wissen ist wertvoller als energiegeladene Protodermis." schrie Tren Krom in Bomongas Verstand. "Ich werde es genießen dir ganz langsam das Leben auszusaugen, Toa der Erde!" sagte Tren Krom. Sofort verlor Bomonga das Bewusstsein. Er schlug auf dem Holzboden des Schiffes auf, was einen lauten Knall verursachte. Dieser weckte Takanuva auf. "Schön, ein weiterer Verstand, dem ich das Leben nehmen kann!"

"Wer spricht da?" fragte Takanuva vorsichtig. Tren Krom schickte Bilder in Takanuvas Verstand, Bilder von der Entstehung des Universums und von den Herrschaftszeiten von Tren Krom. Die plötzliche Flut an Informationen überforderte Takanuva und er bekam starke Kopfschmerzen. Der Toa des Lichts hatte das Gefühl, dass sein Kopf platz, weshalb er ihn festhielt. "Das war nur eine kleine Vorstellung. Ich habe noch so viel mehr zu bieten! Meine Erlebnisse als Herrscher des Universums könnten dich töten!" ächzte der ehemalige Herrscher.

"Tren Krom! Wir sind nicht hier, um gegen dich zu kämpfen!" sagte Takanuva mit geschwächter Stimme.

"Eine Ameise kann auch nicht gegen den Fuß kämpfen, der sie zerdrückt!" brüllte Tren Krom außer sich. "Ich weiß, dass ihr hinter Icarax her seid, doch ich gebe diese Quelle an Wissen nicht wieder her! Sie ist alles, was ich im Moment habe... alles, das mir die heutige Welt zeigen kann!"

"Wenn du uns Icarax überlässt, darfst du dir mein Wissen aneignen! Ich erlaube dir, dich durch meine Erinnerungen zu wühlen." bot Takanuva an.

"Wieso sollte mich die Erinnerung von dir interessieren?"

"Weil ich kein normaler Toa bin. Teile meines Lichts wurden mir genommen und durch Schatten ersetzt. Ich komme nicht aus diesem Universum, sondern aus einer anderen Dimension. Wenn du mein Wissen besitzt, dann weißt du mehr als das, was in den Wänden dieses Universums gilt. Dein Wissen wird sich über Welten erstrecken und du wirst der Einzige sein, der dieses einzigartige Wissen besitzt!" erklärte der Toa.

"Ich nehme dein Angebot an!" sagte Tren Krom. Takanuva sah zu seiner linken. In Ketten tauchte dort Icarax auf - bewusstlos. "Ich habe meinen Teil der Abmachung eingehalten. Jetzt bist du dran. Öffne deinen Geist, aber sei gewarnt: sobald ich mich durch deine Erinnerungen grabe, wirst du das Bewusstsein verlieren... und vielleicht nie wieder aufwachen!" Bevor Takanuva protestieren konnte, brach er zusammen.

Kapitel 10: Konfrontation

Takanuva öffnete langsam seine Augen. Sofort schloss er sie wieder. Seit seiner Verwandlung in einen Toa des Zwielichts hatte er schon des Öfteren gemerkt, dass ihm das Licht teilweise nicht mehr gut tat. Zu seinen Zeiten als normaler Toa des Lichts genoss er die Anwesenheit des Lichts, doch jetzt tat es ihm in den Augen weh, wenn er direkt hinein sah. Durch das helle Licht sah er jetzt nur noch Punkte vor seinen Augen, weshalb er auch seine Umgebung nicht wiedererkannte. "Wo... wo bin ich?" fragte der Toa leise und verwirrt. Sofort spürte er eine Hand, die von hinten auf seine Maske drückte und seinen Mund verschloss.

"... gleich in der Unterwelt, wenn du so weiter schreist!" flüsterte eine Stimme, die sich in Takanuvas Kopf anhörte wie der Tod. Er sah vorsichtig nach hinten und erkannte die Gestalt sofort, die ihm ihre Hand gegen die Maske drückte. Es war dieselbe Gestalt, die er schon auf Odalia gesehen hatte... der Umschattete. "Ich weiß, dass du überrascht bist, mich zu sehen, aber halt jetzt einfach die Klappe, verstanden? Später ist genug Zeit für Erklärungen." sagte der Umschattete. Takanuva bemerkte, dass der Anführer der Dunklen Jäger ihn nie angesehen hatte, während er gesprochen hatte. Sein Blick war in die Ferne gerichtet und es schien als könnte nichts und niemand seinen Blick von dem Abwenden, was er beobachtete. Takanuva folgte dem Blick des Umschatteten und jetzt erkannte auch er, wo er war. Der Umschattete entferne seine Hand von Takanuvas Mund.

"Wir sind auf Odalia?" stotterte Takanuva sehr leise zu sich selbst.

"Drei... zwei... eins..." zählte der Umschattete und nach diesem Countdown gab es einen lauten Knall, der Takanuva in den Ohren schmerzte. "Bleib hier! Wenn die Sache schief geht, bist du unsere einzige Hoffnung! Und du hast keine Ahnung was es eine Überwindung für mich ist, das zuzugeben! Du wirst erst handeln, wenn du das Signal bekommst. Du kennst das Signal zwar nicht, aber... du wirst es auf jeden Fall merken!" Sagte der Umschattete mit einem Tonfall in der Stimme, der in Takanuva gleichzeitig Ehrfurcht und ein kleines Bisschen Furcht auslöste. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, sprang der Umschattete aus seinem Versteck. Er sprang den großen Felsen herunter, auf dem sich die beiden versteckt hatten und landete dann auf den Trümmern des Stützpunktes, den die dunklen Jäger auf Odalia errichtet hatten.

"Was ist hier nur los?" fragte sich Takanuva, während er versuchte zu sehen, was passierte. Er versteckte sich hinter den Felsen, die sich über den Verlauf der Jahre weit über der Wasseroberfläche erhoben hatten. Der Toa des Zwielichts konnte nur schwer erkennen, was dort unten vor sich ging, aber eines konnte er ohne Zweifel erkennen: Das dort unten war Teridax und er kämpfte gegen Sentrakh.

Der Anführer der nun aufgelösten Bruderschaft der Makuta erhob seine Faust, um die sich der Schatten wie eine verrückt gewordene Schlange schlängelte. "Sentrakh, ich möchte das wirklich nicht tun. Schließ' dich mir an... zusammen können wir großes tun. Wir können so viel erreichen und wenn ich der Herrscher dieses Universums bin, wirst nicht mehr du derjenige sein müssen, der sich vor seinem Meister verneigt. Jeder wird sich vor dir verneigen und ich bin der Einzige, vor dem du noch Ehrfurcht haben musst!" flüsterte Teridax. Die Worte hörten sich sehr verlockend und verführerisch an, jedoch nicht für Sentrakh. Er war der Diener des Umschatteten und nichts würde daran etwas ändern, nicht mal dessen Tod.

"Du solltest aufgeben, Teridax." Sagte der Umschattete, der sich nun vor Teridax zu erkennen gab. "Du hast mir gute Dienste geleistet, Sentrakh. Doch was jetzt kommt ist eine Sache zwischen mir und diesem 'Herrscher'. Seine Blütezeit ist zwar schon vergangen, doch das lässt mich nicht die Rechnung vergessen, die wir beide zu begleichen haben!" Sentrakh sah den Umschatteten kurz an. Ohne ein Wort zu verlieren wandte er sich ab und rannte über die Berge. Wenig später war er nicht mehr zu sehen, nur das Stampfen seiner lauten Tritte war zu vernehmen, wie sie in der Ferne immer leiser wurden, bis sie schließlich nicht mehr zu hören waren.

"Ich hätte nicht gedacht, dich jemals wieder zu sehen." sagte Teridax. "Aber wie sagt man so schön? Es gibt für alles ein letztes Mal!" schrie der Makuta und startete seinen Angriff. Der Umschattete konzentrierte sich. Sein Verstand war geschärft. Die letzten Jahre hatte er sich genau auf diese Situation vorbereitet. Er war jedes Szenario einer möglichen Begegnung mit Teridax in seinem Kopf durchgegangen und nun war Szenario Nummer 2835 an der Reihe - der Hitzeblick. Noch bevor Teridax den Hitzeblick auf den Umschatteten schleudern konnte, erschuf dieser mit seinem Stab einen Spiegel aus solider Protodermis. Der Strahl prallte an der Protodermis-Wand ab und reflektierte zurück auf Teridax, welcher dadurch mehrere Meter durch die Luft geschleudert wurde. Er prallte gegen eine Felswand und ging zu Boden. Noch bevor er aufstehen konnte, spürte Teridax den Fuß des Umschatteten auf seinem Rücken.

"Nur ein Blick aus meinen Augen..." sagte der Umschattete. Er zitterte. Er musste nur seinen Zerstörungsblick aktivieren und schon wäre Teridax Geschichte. "... nur ein Blick und du bist nicht mehr. Auf diesen Moment habe ich so lange gewartet." sagte der Umschattete. Teridax atmete schwer.

"Es tut mir leid, aber du wirst wohl noch länger warten müssen." sagte Teridax und im nächsten Moment war er verschwunden. Durch den Kopf des Umschatteten zuckte sofort nur ein Gedanke: Szenario Nummer 2 - Teridax benutzt seine Teleportationskräfte. Wütend schlug er auf den Felsen ein, an dem noch Splitter von Teridax' Rüstung hingen.

"Das lief nicht so wie erwartet!" sagte Norik, der nun aus seinem Versteck kam. Ihm folgten die anderen Toa Hagah, die Icarax gefesselt hatten und Mühe hatten ihn ruhig zu halten. "Wir können Icarax nicht länger zurückhalten. Wir können froh sein, dass Tren Krom ihm wenigstens seine Schattenkräfte zurückgegeben hat, damit wir das Tor für die Tür öffnen können. War nicht der ursprüngliche Plan, dass du Teridax' Schattenstrahl auf die Tür richtest?" Fragte Norik mit gespielter Verwunderung in der Stimme. Sofort packte der Umschattete den Toa Hagah des Feuers an der Kehle.

"Nur ein weiteres Wort, du widerliche Kreatur und es wird dein letztes gewesen sein!" sprach der Umschattete. Seine Stimme war so mit Hass erfüllt, wie es Norik noch nie in seinem Leben gehört hatte, noch nicht mal von einem Makuta. Es beunruhigte ihn etwas und er wusste, dass der Umschattete es ernst meinte. Plötzlich ließ der Umschattete Norik fallen und nahm seine Hände hoch.

"Verschwinde von hier!" sagte Takanuva, der hinter dem Umschatteten aufgetaucht war. Er drückte seine Powerlanze fest gegen den Rücken des Umschatteten. "Ich gebe dir zehn Sekunden Zeit, um von dieser Insel zu verschwinden. Ich warne dich, mach keinen Fehler, denn meine Kräfte, die von sechs vereinten Toa und die eines verrückt gewordenen Makuta solltest du niemals unterschätzen." sagte der Toa des Zwielichts. Wie auf Kommando richteten die Toa Hagah ihre Speere auf den Umschatteten.

"Wie ihr wollt." sagte der Umschattete, seine Stimme klang beängstigend Ruhig. Er machte keine Anstalten zu widersprechen. Er schnipste kurz mit seiner Hand und im nächsten Moment war eine geflügelte Kreatur neben ihm. Einen weiteren Moment später waren beide verschwunden.

* * *

Die Flamme erhellte den dunklen Gang nur spärlich. "Ich verstehe immer noch nicht, wieso du nicht einfach deine Lichtkräfte verwendest." sagte Iruini leise, der den bewusstlosen Icarax auf seinen Schultern trug. Vor wenigen Minuten hatten sie den Makuta, dessen Verstand und Kräfte von Tren Krom gestohlen worden waren, dazu benutzt das Tor zu öffnen, das zum Versteck der Maske des Lichts führte, denn dieses konnte nur durch gebündelte Schattenstrahlen geöffnet werden.

"Erstens ist das viel zu auffällig und zweitens regeneriert sich mein Licht nicht mehr, seitdem mir die Hälfte davon gestohlen wurde. Ich muss mir mein Licht gut einteilen, damit ich kein vollständiger Schatten-Toa werde." erklärte Takanuva.

"Dann benutze doch einfach deine Kanohi Avohkii." erwiderte Iruini flüsternd.

"Und wie soll ich dann die Maske des Lichts finden? Ich kann sie nur spüren, wenn meine Avohkii inaktiv ist und außerdem..." Takanuva beendete den Satz nicht, sondern legte stattdessen seine beiden Hände auf seine Maske. "Sie ist ganz in der Nähe... ich kann sie... ahhh... ich kann... ahhh... ich spüre sie! AHHHH!" schrie Takanuva vor schmerzen.

"Was ist los?" fragte Gaaki schockiert und Kniete sich zu Takanuva. Der Toa des Lichts riss die Augen weit auf. Gaaki starrte in die tief goldenen Pupillen, die nach außen hin immer mehr ins schwarze übergingen. Sie war wie hypnotisiert von diesen leuchtenden Augen. "Takanuva, was hast du? Ist die Maske... ist sie zerstört worden?" fragte die Toa des Wassers, während Takanuva immer mehr begann sich in Schmerz zu winden.

"Nein... das ist es nicht! Es ist... AHHHHHH!!!" der Toa des Zwielichts fühlte sich, als würde er explodieren. Sein Kopf tat so weh, dass er dachte er würde jeden Moment explodieren."

"Was ist mit der Maske?" fragte Norik gerade zu panisch.

"Ahhh!!! Sie kommt auf uns zu!... mit hoher Geschwindigkeit!" Stöhnte Takanuva voller Schmerzen. Jetzt hörten es die Toa Hagah... Schritte... jemand rannte die Treppe hinauf.

Epilog

Pouks hielt den Atem an. Er musste sich konzentrieren. Er versuchte jeden Schritt zu spüren. Er versuchte genau auszumachen, auf welcher Stufe die Kreatur stand. Er versuchte zu fühlen, wo der nächste Schritt sein würde. Er versuchte durch die Vibrationen des Steins zu sehen. Er schlug seine Faust auf die Steintreppe, das Element folgte seinem Befehl. Dort, wo Pouks' Faust den Boden berührte, begann der Stein zu bröckeln und der Riss zog sich durch die Treppe bis hin zu dem Punkt, an dem die Kreatur ihren Fuß zum nächsten Mal auf dem Boden aufsetzen würde. Die Toa hörten einen schmerzgeplagten Schrei, als sich das Bein des Angreifers in dem Spalt im Boden vergrub. "Schnell, das wird ihn nicht lange aufhalten!" schrie Pouks und stürmte die Treppe herunter, seinen Speer fest mit der linken Faust umklammert.

"Was... was ist das?" fragte Gaaki, als sie sah, was dort mit einem Bein im Boden steckte. Es war ein Boggarak, ein Visorak, der nun mit seinen Zangen versuchte nach den Toa Hagah zu schnappen, jedoch nicht an sie heran reichte. Gaaki wich dem Rhotuka-Rotor des Visorak aus, kurz bevor dieser von Kualus eingefroren wurde. Der Toa des Eises richtete seinen Speer auf den Rahi und schoss einen Eisstrahl auf die Kreatur, welcher diese in einem Block aus Eis einsperrte.

"Hört ihr das?" fragte Norik.

"Was auch immer das für ein Geräusch ist... es gefällt mir nicht." antwortete Iruini. Toa Norik entfachte erneut eine kleine Flamme in seiner Hand, was er im nächsten Augenblick bereits bereute. An den Wänden und auf dem Boden befanden sich hunderte von Kraata, die die Toa eingekreist hatten. Es gab keinen Ausweg mehr.

"Denkt ihr denn wirklich, dass ich die Maske des Lichts vollkommen schutzlos zurück lasse?" fragte eine Stimme, die von jeder Ecke in dem engen Treppenhaus zurück geworfen wurde. "Ein Artefakt, das eine dermaßen große Macht besitzt kann nicht einfach ungeschützt an einem so unsicheren Ort gelassen werden. Deshalb habe ich meine Essenz hier gelassen. Meine Kraata haben diesen Ort bewacht, sodass niemand der Maske auch nur nahe kommen konnte." fuhr die Stimme fort. Die Toa Hagah erkannten sofort, dass es Teridax' Stimme war.

"Teridax... oder Makuta... oder Makuta von Metru Nui! Egal wie du genannt wirst. Dies wird hier und heute ein Ende haben. Ich spüre die Anwesenheit der Maske. Überreiche sie uns und wir werden dir die Chance geben zu fliehen." sagte Takanuva, der immer noch starke Kopfschmerzen hatte, es allerdings trotzdem schaffte aufrecht zu stehen. Plötzlich spürte er Teridax' warmen Atem in seinem Nacken und seinen Arm auf seiner Maske.

"Ein Gedanke von mir reicht und der pure Schatten fließt durch deinen Körper. Sag mir Toa, bist du stark genug für soetwas?" fragte der Kraahkan-Träger.

"Und du?" fragte Takanuva. Mit einer schnellen Bewegung drehte er sich um und packte Teridax an der Maske. "Ich bin ein Wesen, wie du es noch nie gesehen hast. In mir haben sich Licht und Schatten vereint. Deine Attacke würde mich zu einem ganzen Schatten-Toa machen... doch was würde passieren, wenn ich den Rest Licht, der noch in mir ist, in deinen Körper pumpe? Es wäre interessant es zu sehen." sagte Takanuva entschlossen. Er sprach mit so einer Ernsthaftigkeit, dass er die starken Schmerzen gar nicht mehr spürte, die durch die unmittelbare Nähe zur Kanohi Avohkii in ihm ausgelöst wurden.

"Es ist noch nicht vorbei!" sagte Teridax mit Hass in seiner Stimme. Langsam bewegte er seinen Arm nach oben und in seiner rostigen Faust umklammerte er einen Beutel, durch den schwaches Licht schien. "Du magst die Maske bekommen haben, doch der Kampf ist noch nicht gewonnen - von keinem von uns." sagte der Schattenmeister, während er den Beutel auf den Boden fallen lies. Er öffnete sich und die Maske des Lichts kam zum Vorschein.

"Verschwinde von hier. Ich gebe dir eine Sekunde." sagte Takanuva. Teridax' Blick ging an Takanuva vorbei und er begann zu lächeln.

"Oh, ich werde gehen... doch nicht alleine!" fauchte der Makuta. Er zuckte kurz mit seinem Kopf und alle Kraata stürzten sich auf Pouks, den Toa Hagah des Steins. Bevor einer der Toa überhaupt reagieren konnte, war Teridax verschwunden und mit ihm seine Kraata... und Pouks.

* * *

Iruini setzte das Segel. Sie waren nur noch zu sechst auf dem Schiff, das von Bomonga Richtung Destral gesegelt wurde. Seitdem sie die Insel Odalia verlassen hatten, hatte keiner der Toa ein Wort gesagt. Doch nun ergriff Takanuva das Wort. "Hört zu, Pouks ist nicht umsonst gegangen. Er hat uns geholfen unser Ziel zu erfüllen. Wir haben die Maske... und nun ist es an der Zeit eine weitere Bestimmung wahr werden zu lassen." flüsterte Takanuva, während er sich die Maske ansah.

"Du denkst, dass das seine Bestimmung war?" fragte Gaaki. Ihre Stimme befand sich irgendwo zwischen Trauer, Wut und Sarkasmus. "Das war nicht seine Bestimmung! Das war eine völlig außer Kontrolle geratene Konfrontation!"

"Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass es dort draußen einen Matoraner gibt, der diese Maske braucht. Und wenn ich Teridax' Warnung glauben darf, dann befindet er sich im Moment in großer Gefahr. Ich muss ihn sofort finden!" sagte Takanuva. Entschlossen widmete er den Toa Hagah einen letzten Blick, bevor er sich in die Lüfte erhob.

Erfahre wie es mit den Toa Hagah weitergeht in: Die letzte Sonnenwende
Erfahre wie es mit Takanuva weitergeht in: Abschied eines Helden

Charaktere

Toa Hagah
Andere Toa
Makuta
Andere

Awards

Achtung! Der Artikel: Suche nach der Maske des Lichts wurde im Monat November des Jahres 2008 zum Artikel des Monats gewählt.


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